{"id":66936,"date":"2017-02-26T12:49:04","date_gmt":"2017-02-26T10:49:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66936"},"modified":"2017-02-26T12:49:04","modified_gmt":"2017-02-26T10:49:04","slug":"vii-r-10-15-bestimmtheit-einer-nachtragsverteilungsanordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-10-15-bestimmtheit-einer-nachtragsverteilungsanordnung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;10\/15 &#8211; Bestimmtheit einer Nachtragsverteilungsanordnung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.9.2016, VII R 10\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.200916.VIIR10.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bestimmtheit einer Nachtragsverteilungsanordnung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Finanzamts gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 25. Februar 2015 3 K 769\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat das Finanzamt zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Beschluss des Amtsgerichts (AG) wurde am 1.&nbsp;Juli 2008 das Verbraucherinsolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des D (Insolvenzschuldner) er&ouml;ffnet und die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) zur Treuh&auml;nderin bestellt. Mit Beschluss vom 5.&nbsp;Mai 2010 wurde dem Insolvenzschuldner die Restschuldbefreiung angek&uuml;ndigt und die Kl&auml;gerin weiterhin als Treuh&auml;nderin best&auml;tigt. Mit Beschluss vom 22.&nbsp;Juni 2010 hob das AG das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Insolvenzschuldners mangels einer zu verteilenden Masse ohne Schlussverteilung auf. In dem Beschluss hei&szlig;t es weiter: &quot;Hinsichtlich etwaiger -auf die Dauer des Insolvenzverfahrens entfallender- Steuererstattungsanspr&uuml;che wird die Nachtragsverteilung angeordnet (&sect;&nbsp;203 Abs.&nbsp;1 InsO).&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid vom 13.&nbsp;Dezember 2010 f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2009 errechnete der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen anteiligen Erstattungsanspruch des Insolvenzschuldners in H&ouml;he von insgesamt 349,01&nbsp;EUR (Einkommensteuer, Solidarit&auml;tszuschlag und Kirchensteuer). Diesen Betrag zahlte das FA dem Insolvenzschuldner und teilte dies der Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 16.&nbsp;Dezember 2010 mit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Kl&auml;gerin das FA mit Schreiben vom 30.&nbsp;Dezember 2010 zur Auszahlung des Steuererstattungsbetrags auf das Treuhandkonto aufgefordert hatte, weil aufgrund der angeordneten Nachtragsverteilung dieser Betrag nicht mit schuldbefreiender Wirkung dem Insolvenzschuldner habe gezahlt werden k&ouml;nnen, erlie&szlig; das FA unter dem 6.&nbsp;Januar 2011 einen Abrechnungsbescheid. Darin wies es den Einkommensteuererstattungsanspruch aus und stellte fest, dieser sei durch die Zahlung an den Insolvenzschuldner erloschen. Der Nachtragsverteilungsbeschluss des AG sei nicht hinreichend bestimmt, da weder die Steuerart noch der Zeitraum angegeben seien. Die Steuer habe daher mit schuldbefreiender Wirkung nur dem Insolvenzschuldner und nicht der Masse erstattet werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein, den das FA mit Einspruchsentscheidung vom 8.&nbsp;Februar 2011 zur&uuml;ckwies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, der Nachtragsverteilungsbeschluss des AG sei hinreichend bestimmt und der Einkommensteuererstattungsanspruch des Insolvenzschuldners f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2009 habe daher dem Insolvenzbeschlag unterlegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1339 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA begr&uuml;ndet seine Revision im Wesentlichen dahin, die Auskehrung eines Steuererstattungsanspruchs an die Insolvenzmasse setze eine dem Insolvenzverwalter bzw. Treuh&auml;nder wirksam bekannt gegebene Steuerfestsetzung voraus, aus der sich der Erstattungsanspruch ergebe. Im Streitfall sei jedoch der Kl&auml;gerin als Treuh&auml;nderin &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Insolvenzschuldners ein Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 nicht bekannt gegeben worden. Die Kl&auml;gerin sei durch den Abrechnungsbescheid auch nicht beschwert. Denn im Rahmen eines Antrags auf Steuerfestsetzung w&auml;re dar&uuml;ber zu entscheiden gewesen, ob der Insolvenzbeschlag f&uuml;r Einkommensteuererstattungsanspr&uuml;che durch den Nachtragsverteilungsbeschluss fortbestanden h&auml;tte mit der Folge, dass der Einkommensteuerbescheid 2009 der Kl&auml;gerin als Treuh&auml;nderin h&auml;tte bekannt gegeben werden m&uuml;ssen. Die Pr&uuml;fung des Nachtragsverteilungsbeschlusses sei daher ausschlie&szlig;lich dem Steuerfestsetzungsverfahren vorbehalten. Jedenfalls sei im Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinsichtlich des streitigen Steueranspruchs bereits Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon sei der Nachtragsverteilungsbeschluss zu unbestimmt und habe f&uuml;r den Einkommensteuererstattungsanspruch 2009 keine Fortdauer des Insolvenzbeschlags bewirkt. F&uuml;r die hinreichende Bestimmtheit eines f&uuml;r Steuererstattungsanspr&uuml;che geltenden Nachtragsverteilungsbeschlusses seien Angaben zur Steuerart unverzichtbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt vor, sie sei klagebefugt und durch den Abrechnungsbescheid beschwert. Dieser sei ihr zugestellt worden, und das FA habe damit verbindlich eine Aussage &uuml;ber den nach dortiger Auffassung erloschenen Auszahlungsanspruch getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weiterhin sei der Beschluss des Insolvenzgerichts hinreichend bestimmt. Bei einer nat&uuml;rlichen Person k&auml;men nur in sehr begrenztem Umfang erstattungsf&auml;hige Steuern in Betracht. Es sei nicht nachvollziehbar, wo die Schwierigkeit der zeitlichen Einordnung der der Nachtragsverteilung unterliegenden Steuererstattung liege. Praktikabilit&auml;tsgesichtspunkte oder die Koordination von Arbeitsabl&auml;ufen f&uuml;hrten nicht zu einer Unwirksamkeit einer gerichtlichen Anordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das erstinstanzliche Urteil entspricht Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Das FA hat gegen&uuml;ber dem Insolvenzschuldner nicht mit befreiender Wirkung leisten k&ouml;nnen, weil dessen Einkommensteuererstattungsanspruch f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2009 der Nachtragsverteilung unterlag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA war gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;218 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) zum Erlass eines Abrechnungsbescheids &uuml;ber den Streit zwischen den Beteiligten hinsichtlich der Frage berechtigt, ob der Anspruch auf Erstattung von Einkommensteuer f&uuml;r 2009 durch Zahlung erloschen ist. Da die Kl&auml;gerin die Auffassung vertritt, den Einkommensteuererstattungsanspruch infolge einer wirksamen Nachtragsverteilung als Treuh&auml;nderin der Insolvenzmasse zuf&uuml;hren zu k&ouml;nnen, und das FA die Wirksamkeit der Nachtragsverteilung bezweifelt, konnte es &uuml;ber den insofern entstandenen Streit durch Abrechnungsbescheid nach &sect;&nbsp;218 Abs.&nbsp;2 AO entscheiden (vgl. zur Pf&auml;ndung Senatsurteil vom 12.&nbsp;Juli 2001 VII&nbsp;R&nbsp;19,&nbsp;20\/00, BFHE 195, 516, BStBl II 2002, 67; vgl. auch Senatsurteil vom 28.&nbsp;Februar 2012 VII&nbsp;R&nbsp;36\/11, BFHE 236, 202, BStBl II 2012, 451). Denn die Kl&auml;gerin ist auch nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens weiterhin am Steuererhebungsverfahren beteiligt, soweit die Zugeh&ouml;rigkeit nachtr&auml;glich entstandener Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis zur Insolvenzmasse im Streit ist (vgl. Senatsurteil in BFHE 236, 202, BStBl II 2012, 451).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein unzul&auml;ssiger Eingriff in die Befugnis des AG liegt darin nicht; denn das FG stellt mit seiner Entscheidung nicht die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Beschlusses in Frage, sondern kl&auml;rt durch hoheitliche Entscheidung lediglich dessen Rechtswirkungen (vgl. zur Reichweite eines Pf&auml;ndungsbeschlusses Senatsurteil in BFHE 195, 516, BStBl II 2002, 67).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin ist als Adressatin des Abrechnungsbescheids klagebefugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) verliert der Schuldner mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens die Befugnis, sein zur Insolvenzmasse geh&ouml;rendes Verm&ouml;gen zu verwalten und &uuml;ber dasselbe zu verf&uuml;gen. Gleichzeitig geht das Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsrecht auf den Insolvenzverwalter &uuml;ber. Mit dem Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsrecht erh&auml;lt der Insolvenzverwalter die Befugnis, die Insolvenzmasse betreffende Prozesse zu f&uuml;hren. Im Prozess hat der Insolvenzverwalter kraft gesetzlicher Prozessstandschaft die uneingeschr&auml;nkte Prozessf&uuml;hrungsbefugnis unter Ausschluss des Schuldners. Der Schuldner ist nicht prozessf&uuml;hrungsbefugt (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26.&nbsp;Juli 2004 X&nbsp;R&nbsp;30\/04, BFH\/NV 2004, 1547, m.w.N.; BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2011 II&nbsp;R&nbsp;34\/10, BFH\/NV 2012, 10). Im vereinfachten Insolvenzverfahren (&sect;&sect;&nbsp;311&nbsp;ff. InsO) nimmt nach &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO der Treuh&auml;nder (&sect;&nbsp;292 InsO) die Aufgaben des Insolvenzverwalters wahr (vgl. auch Beschluss des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2003 IX&nbsp;ZB&nbsp;388\/02, Wertpapier-Mitteilungen &#8211;WM&#8211; 2003, 980, unter V.2.d). Mit der Beendigung des Insolvenzverfahrens entf&auml;llt neben der Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis die Prozessf&uuml;hrungsbefugnis des Insolvenzverwalters (vgl. BGH-Urteil vom 10.&nbsp;Dezember 2009 IX&nbsp;ZR&nbsp;206\/08, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht und Insolvenzpraxis &#8211;ZIP&#8211; 2010, 102).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird das Insolvenzverfahren nach der Schlussverteilung aufgehoben (&sect;&nbsp;200 Abs.&nbsp;1 InsO), jedoch eine Nachtragsverteilung angeordnet (&sect;&nbsp;203 Abs.&nbsp;1, 2 InsO), bleibt der Insolvenzverwalter ausnahmsweise befugt, anh&auml;ngige Prozesse fortzusetzen und neue einzuleiten, mit denen die der Nachtragsverteilung vorbehaltenen Masseaktiva realisiert werden sollen (BGH-Urteil in ZIP 2010, 102). Denn mit der Anordnung der Nachtragsverteilung tritt eine erneute Insolvenzbeschlagnahme ein (vgl. BGH-Beschluss vom 12.&nbsp;Januar 2006 IX ZB 239\/04, ZIP 2006, 340, unter III.3.). Die Anordnung einer Nachtragsverteilung ist auch im Verbraucherinsolvenzverfahren m&ouml;glich (BGH-Beschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;Dezember 2005 IX&nbsp;ZB&nbsp;17\/04, ZIP 2006, 143, und vom 2.&nbsp;Dezember 2010 IX&nbsp;ZB&nbsp;184\/09, ZIP 2011, 135; vgl. auch BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Einkommensteuererstattungsanspruch des Insolvenzschuldners f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2009 wird von der Anordnung der Nachtragsverteilung mit Beschluss des AG vom 22.&nbsp;Juni 2010 erfasst, weshalb der Steuererstattungsanspruch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;47 AO mit der Zahlung an den Insolvenzschuldner erloschen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Insolvenzmasse, &uuml;ber die der Insolvenzschuldner gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;80 InsO kein Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsrecht hat, geh&ouml;rt nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 InsO das gesamte Verm&ouml;gen, das dem Schuldner zur Zeit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens geh&ouml;rt und das er w&auml;hrend des Verfahrens erlangt. Dabei kommt es nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des erkennenden Senats sowie des BGH hinsichtlich der Zugeh&ouml;rigkeit von Anspr&uuml;chen zur Insolvenzmasse nicht auf den Zeitpunkt der Vollrechtsentstehung an, sondern auf den Zeitpunkt, in dem nach insolvenzrechtlichen Grunds&auml;tzen der Rechtsgrund f&uuml;r den Anspruch gelegt worden ist. Ein Anspruch auf Erstattung von Einkommensteuerzahlungen geh&ouml;rt daher zur Insolvenzmasse, wenn der die Erstattungsforderung begr&uuml;ndende Sachverhalt vor oder w&auml;hrend des Insolvenzverfahrens verwirklicht worden ist (Senatsurteile in BFHE 236, 202, BStBl II 2012, 451, und vom 6.&nbsp;Februar 1996 VII&nbsp;R&nbsp;116\/94, BFHE 179, 547, BStBl II 1996, 557; Senatsbeschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Juni 2006 VII&nbsp;B&nbsp;329\/05, BFHE 212, 436, BStBl II 2006, 641, und vom 4.&nbsp;September 2008 VII&nbsp;B&nbsp;239\/07, BFH\/NV 2009, 6; BGH-Beschluss vom 12.&nbsp;Januar 2006 IX ZB 239\/04, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2006, 1127). Der Rechtsgrund f&uuml;r eine Erstattung von Einkommensteuer wird bereits mit der Leistung der entsprechenden Vorauszahlungen gelegt, denn bereits in diesem Zeitpunkt erlangt der Steuerpflichtige einen Anspruch auf Erstattung der Vorauszahlungen unter der aufschiebenden Bedingung, dass am Jahresende die geschuldete Einkommensteuer geringer ist als die Summe der Vorauszahlungen (Senatsurteile in BFHE 236, 202, BStBl II 2012, 451, und in BFHE 179, 547, BStBl II 1996, 557; Senatsbeschluss in BFHE 212, 436, BStBl II 2006, 641).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Werden erst nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens Anspr&uuml;-che des Schuldners ermittelt, die vor oder w&auml;hrend des Insolvenzverfahrens in insolvenzrechtlicher Hinsicht &quot;begr&uuml;ndet&quot; wurden und somit zur Insolvenzmasse geh&ouml;rten, k&ouml;nnen sie Gegenstand einer Nachtragsverteilung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;203 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InsO sein. Wird die Nachtragsverteilung angeordnet, so besteht die Insolvenzbeschlagnahme i.S. des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 InsO fort mit der Folge, dass insoweit die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis weiterhin beim (fr&uuml;heren) Insolvenzverwalter bzw. Treuh&auml;nder liegen (vgl. Senatsurteil in BFHE 236, 202, BStBl II 2012, 451).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausgehend von dieser Rechtsprechung wurde der Rechtsgrund f&uuml;r den Erstattungsanspruch des Insolvenzschuldners f&uuml;r Einkommensteuer 2009 w&auml;hrend des Insolvenzverfahrens gelegt, weil die Erstattungsanspr&uuml;che auf vor Aufhebung des Insolvenzverfahrens geleisteten Vorauszahlungen &#8211;hier im Wege des Steuerabzugs vom Lohn&#8211; beruhen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Einkommensteuererstattungsanspruch f&auml;llt unter die Anordnung der Nachtragsverteilung durch Beschluss des AG vom 22.&nbsp;Juni 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von der Nachtragsverteilung wird nicht das gesamte Verm&ouml;gen des Schuldners erfasst, sondern nur der Betrag oder Verm&ouml;gensgegenstand, auf den sich die Nachtragsverteilungsanordnung bezieht (BGH-Urteil vom 22.&nbsp;Februar 1973 VI ZR 165\/71, NJW 1973, 1198; BGH-Beschluss vom 2.&nbsp;Dezember 2010 IX ZB 151\/09, WM 2011, 135). Wird die Nachtragsverteilung angeordnet, weil nachtr&auml;glich Gegenst&auml;nde der Masse ermittelt worden sind (&sect;&nbsp;203 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 InsO), werden die betroffenen Gegenst&auml;nde mit der Anordnung vom Insolvenzbeschlag erfasst. Die Verf&uuml;gungsbefugnis geht vom Schuldner auf den Insolvenzverwalter &uuml;ber (BGH-Beschluss vom 25.&nbsp;Februar 2016 IX&nbsp;ZB&nbsp;74\/15, WM 2016, 558; vgl. auch BGH-Beschl&uuml;sse vom 26.&nbsp;Januar 2012 IX&nbsp;ZB&nbsp;111\/10, WM 2012, 366, und vom 12.&nbsp;Februar 2015 IX&nbsp;ZR&nbsp;186\/13, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Insolvenzrecht &#8211;ZinsO&#8211; 2015, 634). Wegen dieser Wirkungen m&uuml;ssen die betroffenen Gegenst&auml;nde im Anordnungsbeschluss selbst ausreichend bestimmt bezeichnet werden. Andernfalls treten die Wirkungen der Anordnung nicht ein (BGH-Beschl&uuml;sse in WM 2016, 558, und in ZinsO 2015, 634).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Welche Anforderungen an die Bestimmtheit einer Nachtragsverteilungsanordnung zu stellen sind und ob &#8211;wie bei der Forderungspf&auml;ndung&#8211; der Gegenstand und der Schuldgrund der Forderung anzugeben sind (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Juni 1989 V&nbsp;R&nbsp;1\/84, BFHE 157, 32, BStBl II 1990, 35), was regelm&auml;&szlig;ig die Angabe der Steuerart, f&uuml;r die Erstattungsanspr&uuml;che bestehen sollen, einschlie&szlig;t (Senatsurteil vom 1.&nbsp;April 1999 VII&nbsp;R&nbsp;82\/98, BFHE 188, 137, BStBl II 1999, 439) ist eine Frage des Einzelfalls. Im hier zu beurteilenden Fall ist die Anordnung der Nachtragsverteilung mit Beschluss des AG vom 22.&nbsp;Juni 2010 hinreichend bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Anordnung der Nachtragsverteilung f&uuml;r etwaige &quot;auf die Dauer des Insolvenzverfahrens&quot; entfallende Steuererstattungsanspr&uuml;che steht fest, dass der Rechtsgrund f&uuml;r eine Erstattung w&auml;hrend der Dauer des Insolvenzverfahrens, also in der Zeit vom 1.&nbsp;Juli 2008 bis zum 22.&nbsp;Juni 2010, gelegt worden sein muss. Der Veranlagungszeitraum f&uuml;r die Einkommensteuer 2009 und die daraus resultierenden Erstattungsanspr&uuml;che sind in zeitlicher Hinsicht vollst&auml;ndig von der Anordnung der Nachtragsverteilung erfasst. Die Frage einer genaueren Abgrenzung im Fall nur teilweise vom Insolvenzbeschlag betroffener Veranlagungszeitr&auml;ume stellt sich hier nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der amtsgerichtliche Beschluss ist auch insoweit hinreichend bestimmt, weil sich aus der Formulierung &quot;etwaiger (&#8230;) Steuererstattungsanspr&uuml;che&quot; ergibt, dass Steuererstattungsanspr&uuml;che im Zusammenhang mit allen Steuerarten von der Nachtragsverteilung erfasst sein sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die BFH-Rechtsprechung zur Forderungspf&auml;ndung, wonach die blo&szlig;e Bezeichnung der gepf&auml;ndeten Forderungen als &quot;Steuererstattungsanspr&uuml;che&quot; nicht ausreicht und die Angabe der Steuerart, f&uuml;r die Erstattungsanspr&uuml;che bestehen sollen, zur Identifizierung und Abgrenzung der zu pf&auml;ndenden Forderungen regelm&auml;&szlig;ig erforderlich ist (vgl. Senatsurteil in BFHE 188, 137, BStBl II 1999, 439; BFH-Urteil in BFHE 157, 32, BStBl II 1990, 35), ist &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob sie &uuml;berhaupt auf die Anordnung der Nachtragsverteilung &uuml;bertragen werden kann&#8211; jedenfalls f&uuml;r den vorliegenden Fall ohne Bedeutung. Durch die hohen Anforderungen an die Bestimmtheit der Pf&auml;ndung sollen Unklarheiten in der Vollstreckung bzw. eine Verwechslung der Forderung ausgeschlossen werden. Unsicherheiten bei der Identifizierung der Erstattungsanspr&uuml;che bestehen hier jedoch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die weiteren Umst&auml;nde des Falls stellen die Bestimmtheit der Nachtragsverteilungsanordnung nicht in Frage. Es handelt sich um eine Verbraucherinsolvenz, bei der ausweislich des Schlussberichts vom 6.&nbsp;Januar 2010 nur Erstattungsanspr&uuml;che aus Einkommensteuer in Betracht kommen. Erstattungsanspr&uuml;che aus anderen Steuerarten sind nicht ersichtlich und allenfalls hypothetischer Natur.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes ergibt sich nicht aus dem Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 16.&nbsp;Dezember 2010&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;15202\/09 (EFG 2011, 1307) bzw. dem im anschlie&szlig;enden Revisionsverfahren ergangenen Senatsurteil in BFHE 236, 202, BStBl II 2012, 451. Auch wenn es dort vor allem um die Reichweite des Vorbehalts der Nachtragsverteilung und insbesondere um die Frage ging, ob dieser bereits den Insolvenzbeschlag einer vom Vorbehalt betroffenen Forderung bewirkt oder ob es insoweit auf die Anordnung der Nachtragsverteilung ankommt, hat der Senat den Beschluss des AG, der die Nachtragsverteilung f&uuml;r vor und w&auml;hrend der Dauer des Insolvenzverfahrens begr&uuml;ndete Anspr&uuml;che auf Steuererstattungen anordnete, als hinreichend bestimmt erachtet. Der Senat hat zwar darauf hingewiesen, dass &quot;bestimmte&quot; Gegenst&auml;nde vorbehalten sein m&uuml;ssen. Dies ist jedoch nicht in dem Sinne zu verstehen, dass die Steuerart im Anordnungsbeschluss zwingend genannt werden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Abrechnungsbescheid ist auch nicht als rechtm&auml;&szlig;ig anzusehen, weil der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2009 dem Insolvenzschuldner und nicht der Kl&auml;gerin erteilt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO ist ein Verwaltungsakt demjenigen Beteiligten bekannt zu geben, f&uuml;r den er bestimmt ist oder der von ihm betroffen ist. Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens geht die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis wieder auf den Insolvenzschuldner &uuml;ber, weshalb nach Beendigung des Insolvenzverfahrens ergehende Steuerbescheide diesem bekannt zu geben sind. Der Insolvenzschuldner ist (dann wieder) Inhaltsadressat, weil die Festsetzung der Steuer ihm gegen&uuml;ber als demjenigen, der den Steuertatbestand verwirklicht hat (&sect;&nbsp;38 AO), wirken soll. Somit ist der festsetzende Teil des Einkommensteuerbescheids zu Recht dem ehemaligen Insolvenzschuldner gegen&uuml;ber bekannt gegeben worden, weil er mit Abschluss des Insolvenzverfahrens am 22.&nbsp;Juni 2010 seine Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber sein Verm&ouml;gen wiedererlangt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ergibt sich aus dem dem Erhebungsverfahren zuzurechnenden Abrechnungsteil des Steuerbescheids ein Erstattungsanspruch, der von der Nachtragsverteilung erfasst ist, sollte dieser auch dem Treuh&auml;nder bekannt gegeben werden. Eine Voraussetzung f&uuml;r die Geltendmachung des Anspruchs seitens des Treuh&auml;nders ist die Bekanntgabe jedoch nicht. Aus &sect;&nbsp;218 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO ergibt sich nicht, dass der Steuerbescheid an die Person gerichtet sein muss, die den Abrechnungsbescheid beantragt. Vielmehr k&ouml;nnen Bescheide nach &sect;&nbsp;218 Abs.&nbsp;2 AO nicht nur im unmittelbaren Verh&auml;ltnis zwischen dem Finanzamt und dem Steuerpflichtigen, sondern auch bei Streitigkeiten im Verh&auml;ltnis zwischen dem Finanzamt und Dritten ergehen, sofern es sich um Streitigkeiten &uuml;ber einen Anspruch i.S. des &sect;&nbsp;218 Abs.&nbsp;2 AO handelt (Klein\/R&uuml;sken, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;218 Rz&nbsp;20, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO. Die Kostenentscheidung des FG ist nicht zu berichtigen, weil das FG der Kl&auml;gerin zu Unrecht eine &Auml;nderung ihres urspr&uuml;nglich auf Auszahlung gerichteten Klageantrags in einen Aufhebungsantrag nahegelegt hat. Nach ihrem erkennbaren Klagebegehren h&auml;tte sie einen Abrechnungsbescheid beantragen m&uuml;ssen, in dem ein Erstattungsanspruch in H&ouml;he von 349,01&nbsp;EUR zu ihren Gunsten ausgewiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.9.2016, VII R 10\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.200916.VIIR10.15.0 Bestimmtheit einer Nachtragsverteilungsanordnung Tenor Die Revision des Finanzamts gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 25. Februar 2015 3 K 769\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat das Finanzamt zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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