{"id":66939,"date":"2017-02-26T12:49:19","date_gmt":"2017-02-26T10:49:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66939"},"modified":"2017-02-26T12:49:19","modified_gmt":"2017-02-26T10:49:19","slug":"x-r-20-15-offenbare-unrichtigkeit-bei-unvollstaendig-ausgefuelltem-steuererklaerungsvordruck-und-unvollstaendigem-beleg-anknuepfungspunkte-des-groben-verschuldens-is-des-par-173-abs-1-nr-2-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-20-15-offenbare-unrichtigkeit-bei-unvollstaendig-ausgefuelltem-steuererklaerungsvordruck-und-unvollstaendigem-beleg-anknuepfungspunkte-des-groben-verschuldens-is-des-par-173-abs-1-nr-2-ao\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;20\/15 &#8211; Offenbare Unrichtigkeit bei unvollst&auml;ndig ausgef&uuml;lltem Steuererkl&auml;rungsvordruck und unvollst&auml;ndigem Beleg &#8211; Ankn&uuml;pfungspunkte des groben Verschuldens i.S. des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.8.2016, X R 20\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.030816.XR20.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Offenbare Unrichtigkeit bei unvollst&auml;ndig ausgef&uuml;lltem Steuererkl&auml;rungsvordruck und unvollst&auml;ndigem Beleg &#8211; Ankn&uuml;pfungspunkte des groben Verschuldens i.S. des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 3. Juli 2014&nbsp;&nbsp;4 K 2025\/11 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2008 Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit und aus Kapitalverm&ouml;gen. In seiner ohne Mitwirkung eines steuerlichen Beraters erstellten, am 9.&nbsp;Juni 2009 bei dem damals f&uuml;r die Veranlagung zust&auml;ndigen Finanzamt A-Stadt in Papierform eingereichten Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2008 nahm er in Zeile&nbsp;64 des Mantelbogens &quot;Beitr&auml;ge zu (&#8230;) eigenen kapital-gedeckten Rentenversicherungen (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchstabe&nbsp;b EStG) mit Laufzeitbeginn nach dem 31.12.2004&quot; keine Eintragung vor. Allerdings enthielt die der Steuererkl&auml;rung beigef&uuml;gte Belegsammlung nach den &#8211;vom Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht angegriffenen&#8211; Feststellungen der Vorinstanz eine Bescheinigung der X-Versicherung vom 17.&nbsp;Februar 2009, die das Finanzgericht (FG) durch Bezugnahme zum Gegenstand seines Urteils gemacht hat. Die Bescheinigung hat auszugsweise folgenden Wortlaut:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&quot;Sehr geehrter Herr (&#8230;),<br \/>wir bescheinigen Ihnen f&uuml;r das Kalenderjahr 2008 folgende Versicherungsbeitr&auml;ge:<br \/>(&#8230;) 2.460,00&nbsp;EUR<br \/>Wir best&auml;tigen, dass es sich um als Sonderausgaben abzugsf&auml;hige Beitr&auml;ge zu einem Basisrentenvertrag (&#8230;) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2b EStG handelt.<br \/>Der Vertrag sieht die Zahlung einer lebenslangen Leibrente vor, die nicht vor Vollendung des 60.&nbsp;Lebensjahres erbracht wird.<br \/>Die Versorgungsanspr&uuml;che sind nicht<br \/>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;beleihbar<br \/>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;vererblich<br \/>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;ver&auml;u&szlig;erbar<br \/>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&uuml;bertragbar<br \/>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;oder kapitalisierbar.<br \/>Von den gezahlten Betr&auml;gen werden mindestens 50&nbsp;% f&uuml;r die Hauptversicherung (Altersversorgung) verwendet.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu der in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (EStG 2008) f&uuml;r den Sonderausgabenabzug zus&auml;tzlich normierten Voraussetzung, wonach &quot;dar&uuml;ber hinaus kein Anspruch auf Auszahlungen&quot; bestehen darf, enthielt die Bescheinigung keine Angaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzamt A-Stadt setzte die Einkommensteuer des Kl&auml;gers f&uuml;r das Jahr 2008 mit Bescheid vom 22.&nbsp;Juni 2009 erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest. Einen Sonderausgabenabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG 2008 gew&auml;hrte es nicht, weil der zust&auml;ndige Bearbeiter nach &#8211;vom FA ebenfalls nicht beanstandeter&#8211; &Uuml;berzeugung der Vorinstanz bei &quot;lebensnaher Betrachtung der Verh&auml;ltnisse des Einzelfalls (&#8230;) die vorliegende Bescheinigung der X-Versicherung bei Durchf&uuml;hrung der Einkommensteuerveranlagungen 2008 schlicht &uuml;bersehen&quot; habe. Der Einkommensteuerbescheid wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einen mit Schreiben vom 24.&nbsp;April 2010 gestellten Antrag des inzwischen steuerlich beratenen Kl&auml;gers, die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r 2008 wegen des unterbliebenen Sonderausgaben-abzugs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;129 der Abgabenordnung (AO) zu berichtigen, lehnte das Finanzamt A-Stadt mit Bescheid vom 5.&nbsp;Mai 2010 ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seinen dagegen gerichteten Einspruch begr&uuml;ndete der Kl&auml;ger damit, er habe die Beitr&auml;ge f&uuml;r die Basisrenten-Versicherung bei der Erstellung der Steuererkl&auml;rung zwar zutreffend in eine Entwurfsfassung des Mantelbogens eingetragen, bei der Fertigung der Reinschrift diese Eintragung aber versehentlich nicht &uuml;bernommen, was f&uuml;r das Finanzamt wegen der beigef&uuml;gten Bescheinigung der X-Versicherung offensichtlich gewesen sei. Damit liege ein schlichter &Uuml;bertragungsfehler vor, den das Finanzamt als offenbare Unrichtigkeit &uuml;bernommen habe. Aus der Bescheinigung sei eindeutig erkennbar gewesen, dass der Versicherungsvertrag die Voraussetzungen des Sonderausgabenabzugs nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG 2008 erf&uuml;lle. Zum Beleg seiner Rechtsauffassung f&uuml;hrte er das Senatsurteil vom 27.&nbsp;Mai 2009 X&nbsp;R&nbsp;47\/08 (BFHE&nbsp;226, 8, BStBl&nbsp;II 2009, 946) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das zwischenzeitlich zust&auml;ndig gewordene FA wies den Einspruch aus tats&auml;chlichen und rechtlichen Erw&auml;gungen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der daraufhin erhobenen Klage gab das FG mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1582 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 3.&nbsp;Juli 2014 statt und verpflichtete das FA unter Aufhebung des Ablehnungsbescheids in Gestalt der Einspruchsentscheidung dazu, den Kl&auml;ger hinsichtlich des Anspruchs auf &Auml;nderung der bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerfestsetzung 2008 in Bezug auf die Ber&uuml;cksichtigung der Beitr&auml;ge f&uuml;r die Basisrenten-Versicherung in H&ouml;he von 2.460&nbsp;EUR als Sonderausgaben unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu bescheiden. Es erkannte, in der Nichtber&uuml;cksichtigung der zwar nicht im Erkl&auml;rungsvordruck, jedoch in der beigef&uuml;gten Bescheinigung der X-Versicherung ausgewiesenen Versicherungsbeitr&auml;ge liege ein von dem Finanzamt &uuml;bernommener offenbarer Fehler der Steuererkl&auml;rung. Dies begr&uuml;nde im Streitfall eine &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeit i.S. von &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO. Allerdings sei der begehrte Sonderausgabenabzug von dem Nachweis abh&auml;ngig, dass dar&uuml;ber hinaus kein Anspruch auf Auszahlungen gegeben sei. Insoweit bestehe noch Kl&auml;rungsbedarf, sodass es in der Sache an der Spruchreife fehle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA st&uuml;tzt seine hiergegen eingelegte Revision auf die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;129 AO) und von Verfahrensrecht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie die Anwendbarkeit von &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO im Streitfall bejaht habe, obwohl sie noch weitere Sachverhaltsaufkl&auml;rung bez&uuml;glich der materiell-rechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r den Sonderausgabenabzug f&uuml;r erforderlich gehalten habe. Darin liege der ma&szlig;gebliche Unterschied zu dem vom FG zitierten Senatsbeschluss vom 27.&nbsp;Februar 2014 X&nbsp;B&nbsp;157\/13 (BFH\/NV 2014, 825). In jenem Fall sei die dort streitgegenst&auml;ndliche steuerliche Relevanz der Renteneink&uuml;nfte eindeutig und vollst&auml;ndig aus dem Rentenbescheid hervorgegangen, was vorliegend gerade nicht der Fall sei. Die Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge sei begr&uuml;ndet, weil das FG pflichtwidrig nicht ermittelt habe, ob &#8211;was in der Bescheinigung der X-Versicherung offengeblieben sei&#8211; weitergehende Auszahlungsanspr&uuml;che aus der streitgegenst&auml;ndlichen Rentenversicherung best&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen, hilfsweise das Urteil aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger schlie&szlig;t sich der vom FG vertretenen Rechtsauffassung an und beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des FG, den Streitfall wegen weiterer Sachverhaltsaufkl&auml;rungen an das FA &quot;zur&uuml;ckzuverweisen&quot;, schlie&szlig;e die Annahme einer offenbaren Unrichtigkeit nicht grunds&auml;tzlich aus, was an dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27.&nbsp;August 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;9\/11 (BFHE&nbsp;242, 302, BStBl&nbsp;II 2014, 439) deutlich werde. Au&szlig;erdem sei dem Senatsbeschluss in BFH\/NV 2014, 825 eine besondere Bedeutung f&uuml;r die vorliegende Rechtsfrage beizumessen. Dieser Fall sei mit dem Streitfall vergleichbar; die Einwendungen des FA, wonach sich aus der Bescheinigung der X-Versicherung nicht alle Tatbestandsmerkmale des Gesetzes erg&auml;ben, sei nicht zielf&uuml;hrend, da bei jeder Bescheinigung ein &Uuml;berpr&uuml;fungsrecht der Finanzverwaltung bestehe. Au&szlig;erdem sei der streitgegenst&auml;ndliche Basisrentenvertrag am 14.&nbsp;Dezember 2010 durch das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern (BZSt) zertifiziert und der Sonderausgabenabzug in den auf das Streitjahr folgenden Veranlagungszeitr&auml;umen zugelassen worden. Weitere Ermittlungsma&szlig;nahmen seien demnach nicht erforderlich gewesen. Falls &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO im Streitfall tats&auml;chlich nicht einschl&auml;gig sei, m&uuml;sse im &Uuml;brigen die Anwendbarkeit von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO gepr&uuml;ft werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung ist bereits aus materiell-rechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben, weil das FG zu Unrecht entschieden hat, im Streitfall gestatte &sect;&nbsp;129 AO eine Berichtigung des streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuerbescheids (unter&nbsp;1.). Auf die vom FA erhobene Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge kommt es folglich nicht mehr an. Die Sache ist indessen nicht spruchreif. Anhand der vom FG getroffenen Feststellungen kann der Senat nicht endg&uuml;ltig beurteilen, ob die vom Kl&auml;ger beantragte Ber&uuml;cksichtigung der Versicherungsbeitr&auml;ge als Sonderausgaben auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO gest&uuml;tzt werden kann (unter&nbsp;2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO kann die Finanzbeh&ouml;rde Schreibfehler, Rechenfehler und &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten, die beim Erlass eines Verwaltungsaktes unterlaufen sind, jederzeit (innerhalb der Verj&auml;hrungsfrist) berichtigen. Bei berechtigtem Interesse des Beteiligten ist zu berichtigen (&sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Offenbare Unrichtigkeiten i.S. von &sect;&nbsp;129 AO sind mechanische Versehen wie beispielsweise Eingabe- oder &Uuml;bertragungsfehler. Dagegen schlie&szlig;en Fehler bei der Auslegung oder Anwendung einer Rechtsnorm, eine unrichtige Tatsachenw&uuml;rdigung oder die unzutreffende Annahme eines in Wirklichkeit nicht vorliegenden Sachverhalts eine offenbare Unrichtigkeit aus. &sect;&nbsp;129 AO ist ferner nicht anwendbar, wenn auch nur die ernsthafte M&ouml;glichkeit besteht, dass die Nichtbeachtung einer feststehenden Tatsache in einer fehlerhaften Tatsachenw&uuml;rdigung oder einem sonstigen sachverhaltsbezogenen Denk- oder &Uuml;berlegungsfehler begr&uuml;ndet ist oder auf mangelnder Sachverhaltsaufkl&auml;rung beruht. Die Berichtigungsm&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;129 AO setzt grunds&auml;tzlich voraus, dass der offenbare Fehler in der Sph&auml;re der den Verwaltungsakt erlassenden Finanzbeh&ouml;rde entstanden ist (s. z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;September 2015 IX&nbsp;R&nbsp;37\/14, BFHE&nbsp;250, 332, BStBl&nbsp;II 2015, 1040, Rz&nbsp;17). Da die Unrichtigkeit nicht aus dem Bescheid selbst erkennbar sein muss, ist die Vorschrift aber auch dann anwendbar, wenn das Finanzamt offenbar fehlerhafte Angaben des Steuerpflichtigen als eigene &uuml;bernimmt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;242, 302, BStBl&nbsp;II 2014, 439, Rz&nbsp;15, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob ein mechanisches Versehen oder ein die Berichtigung nach &sect;&nbsp;129 AO ausschlie&szlig;ender Tatsachen- oder Rechtsirrtum vorliegt, muss nach den Verh&auml;ltnissen des Einzelfalls und dabei insbesondere nach der Aktenlage beurteilt werden (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 5.&nbsp;Februar 1998 IV&nbsp;R&nbsp;17\/97, BFHE&nbsp;185, 345, BStBl&nbsp;II 1998, 535; vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2000 IV&nbsp;R&nbsp;3\/99, BFHE&nbsp;191, 226, BStBl&nbsp;II 2000, 372, und vom 11.&nbsp;Juli 2007 XI&nbsp;R&nbsp;17\/05, BFH\/NV 2007, 1810; jeweils m.w.N.). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Tatfrage, die der revisionsgerichtlichen Pr&uuml;fung nur in eingeschr&auml;nktem Umfang unterliegt (vgl. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Juli 2010 IV&nbsp;R&nbsp;56\/07, BFH\/NV 2010, 2004, Rz&nbsp;20, und vom 13.&nbsp;Juni 2012 VI&nbsp;R&nbsp;85\/10, BFHE&nbsp;238, 295, BStBl&nbsp;II 2013, 5, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die W&uuml;rdigung des FG, mit der es eine Berichtigung des Einkommensteuerbescheids 2008 dem Grunde nach zugelassen hat, h&auml;lt revisionsrechtlicher &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat in der Nichtber&uuml;cksichtigung der Beitr&auml;ge des Kl&auml;gers zur Basisrenten-Versicherung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG 2008 eine aus dem unvollst&auml;ndig ausgef&uuml;llten Mantelbogen &uuml;bernommene offenbare Unrichtigkeit gesehen, weil die Angaben in der dem FA vorgelegten Bescheinigung der X-Versicherung einen offensichtlichen Widerspruch zu den fehlenden Eintragungen in Zeile&nbsp;64 des Erkl&auml;rungsvordrucks begr&uuml;ndeten. Somit hat die Vorinstanz hinsichtlich der Offenbarkeit der von ihr angenommenen Unrichtigkeit wesentlich auf den Inhalt der &#8211;nach ihrer &Uuml;berzeugung vom Veranlagungssachbearbeiter &quot;schlicht &uuml;bersehen(en)&quot;&#8211; Versicherungsbescheinigung abgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung ist eine Unrichtigkeit hingegen dann offenbar, wenn der Fehler bei Offenlegung des Sachverhalts f&uuml;r jeden unvoreingenommenen Dritten klar und eindeutig als offenbare Unrichtigkeit erkennbar ist (z.B. BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Juni 2008 X&nbsp;R&nbsp;47\/07, BFH\/NV 2008, 1801, Rz&nbsp;13; in BFHE&nbsp;238, 295, BStBl&nbsp;II 2013, 5, Rz&nbsp;19; vom 6.&nbsp;November 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;15\/10, BFHE&nbsp;239, 296, BStBl&nbsp;II 2013, 307, Rz&nbsp;15, und in BFHE&nbsp;242, 302, BStBl&nbsp;II 2014, 439, Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei Anwendung dieser h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung auf den Streitfall ist eine Berichtigung des Einkommensteuerbescheids 2008 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;129 AO nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Da von einer objektivierten Sichtweise auszugehen ist, ist bei dem (fiktiven) unvoreingenommenen Dritten grunds&auml;tzlich vom Akteninhalt &#8211;Steuererkl&auml;rung, deren Anlagen sowie die Unterlagen f&uuml;r das betreffende Veranlagungsjahr&#8211; auszugehen. Dies findet seine Begr&uuml;ndung darin, dass eine Ankn&uuml;pfung an aktenkundige Umst&auml;nde bei objektiver Betrachtungsweise regelm&auml;&szlig;ig besonders naheliegt (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 2004, Rz&nbsp;24). Im Streitfall bedeutet dies, dass dem unvoreingenommenen Dritten aufgrund der beigef&uuml;gten Bescheinigung der X-Versicherung deren Inhalte bekannt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Bescheinigung &auml;u&szlig;erte sich indes nicht zu allen in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG 2008 f&uuml;r den Sonderausgabenabzug aufgestellten Tatbestandsvoraussetzungen. Es fehlte an Angaben dazu, ob dem Kl&auml;ger aufgrund des mit der X-Versicherung geschlossenen Vertrags &uuml;ber die Basisrenten-Versicherung neben dem Rentenauszahlungsanspruch weitere (&quot;dar&uuml;ber hinaus&quot;) wie auch immer geartete Auszahlungsanspr&uuml;che zustanden. Nur wenn dem nicht so gewesen sein sollte, w&auml;re eine Unrichtigkeit des streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuerbescheids aufgrund Nichtber&uuml;cksichtigung der Versicherungsbeitr&auml;ge als Sonderausgaben f&uuml;r jeden unvoreingenommenen Dritten anhand des Inhalts der Versicherungsbescheinigung klar und eindeutig als offenbare Unrichtigkeit erkennbar gewesen. Dem war hier jedoch nicht so. Vielmehr h&auml;tte es in diesem &#8211;die Sonderausgabenabzugsberechtigung dem Grunde nach betreffenden&#8211; Punkt einer weiteren Sachaufkl&auml;rung durch das FA bedurft (ebenso Graw, EFG 2015, 1583, 1584). In einer solchen Situation kann aber nicht mehr davon gesprochen werden, die Unrichtigkeit des betroffenen Verwaltungsaktes sei im genannten Sinne offenbar gewesen. Eine &#8211;in Abgrenzung dazu&#8211; denklogisch nicht ausgeschlossene, jedoch nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls weder &quot;auf der Hand&quot; liegende noch durchschaubare, eindeutige oder augenf&auml;llige Unrichtigkeit gestattet die Vornahme einer Berichtigung nach &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO gerade nicht (vgl. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2014, 825, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daran &auml;ndert auch der Umstand nichts, dass die X-Versicherung in der genannten Bescheinigung best&auml;tigte, &quot;dass es sich um als Sonderausgaben abzugsf&auml;hige Beitr&auml;ge (&#8230;) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2b EStG handelt&quot;. An dieses Vorbringen war das FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;88 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 AO nicht gebunden. Dies gilt umso mehr, als in der Bescheinigung im Anschluss die in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b Halbsatz&nbsp;4 EStG 2008 genannten Negativtatbestandsmerkmale in Spiegelstrichen aufgez&auml;hlt wurden, wobei in dieser Aufz&auml;hlung die zuletzt geforderte Abzugsvoraussetzung &#8211;&quot;dar&uuml;ber hinaus kein Anspruch auf Auszahlungen&quot;&#8211; augenscheinlich fehlte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger in diesem Zusammenhang auf der Tatsachenebene eingewendet hat, der streitgegenst&auml;ndliche Basisrentenvertrag sei durch das BZSt zertifiziert gewesen, handelt es sich dabei &#8211;ungeachtet dessen, dass diese Zertifizierung erst im Jahr 2010, also nach Ausstellung der Versicherungsbescheinigung, erfolgt sein soll&#8211; um einen au&szlig;erhalb der Feststellungen des FG liegenden Umstand. Damit kann er im Revisionsverfahren nicht geh&ouml;rt werden (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Dies unterscheidet den Streitfall von der Konstellation im Senatsbeschluss in BFH\/NV 2014, 825, in der die nachtr&auml;gliche Erfassung von Renteneink&uuml;nften keiner weiteren Pr&uuml;fung durch das FA mehr unterzogen werden musste. Aus dem Rentenbescheid ergaben sich s&auml;mtliche f&uuml;r die Besteuerung ma&szlig;geblichen Informationen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus der vom Kl&auml;ger zitierten Entscheidung des VIII.&nbsp;Senats in BFHE&nbsp;242, 302, BStBl&nbsp;II 2014, 439 geht ebenfalls nichts Abweichendes hervor. In jenem Fall waren die bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit geleisteten Umsatzsteuervorauszahlungen bei der Einkommensteuerfestsetzung unber&uuml;cksichtigt geblieben, obwohl sich diese aus den zeitgleich eingereichten Umsatzsteuererkl&auml;rungen ergaben und die Umsatzsteuer jeweils erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; vom FA festgesetzt worden war. Demnach war auch dort die Unrichtigkeit (Nichtabzug der gezahlten Vorsteuer als Betriebsausgabe) offenbar i.S. von &sect;&nbsp;129 Satz&nbsp;1 AO (BFH-Urteil in BFHE&nbsp;242, 302, BStBl&nbsp;II 2014, 439, unter&nbsp;II.2.). Zur Zur&uuml;ckverweisung dieser Sache an die Vorinstanz kam es allein aus prozessualen Gr&uuml;nden, weil die bisherigen tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht ausreichten, um den VIII.&nbsp;Senat in die Lage zu versetzen, die H&ouml;he des Betriebsausgabenabzugs selbst zu bestimmen (BFH-Urteil in BFHE&nbsp;242, 302, BStBl&nbsp;II 2014, 439, unter&nbsp;II.3.). Die f&uuml;r ein &quot;Durchentscheiden&quot; i.S. von &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO erforderlichen Tatsachen kann das Revisionsgericht &#8211;im Gegensatz zum FG&#8211; nicht feststellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch vorliegend ist die Sache nicht spruchreif. Das FG hat sich &#8211;unter Zugrundelegung seiner Rechtsauffassung konsequent&#8211; nicht mit dem Vorliegen der Voraussetzungen der &Auml;nderungsvorschrift des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO befasst und dementsprechend auch keine darauf bezogenen spezifischen Feststellungen getroffen. Diese sind nunmehr nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte sich im zweiten Rechtsgang herausstellen, dass dem Kl&auml;ger aufgrund des Basisrentenvertrags mit der X-Versicherung tats&auml;chlich kein &uuml;ber den Rentenauszahlungsanspruch hinausgehender Auszahlungsanspruch zustand, wird das FG insbesondere aufkl&auml;ren und tatrichterlich bewerten m&uuml;ssen, ob den Kl&auml;ger am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden dieser &#8211;f&uuml;r eine eventuelle Bescheids&auml;nderung letztlich entscheidenden&#8211; Tatsache ein grobes Verschulden trifft. Ankn&uuml;pfungspunkte dieser Verschuldenspr&uuml;fung k&ouml;nnen sowohl Vers&auml;umnisse bei der Erstellung der Steuererkl&auml;rung (z.B. BFH-Beschluss vom 30.&nbsp;Januar 1997 III&nbsp;B&nbsp;99\/95, BFH\/NV 1997, 385) als auch bei der &Uuml;berpr&uuml;fung des noch nicht bestandskr&auml;ftigen Steuerbescheids sein (z.B. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Februar 1998 XI&nbsp;R&nbsp;47\/97, BFH\/NV 1998, 682, unter&nbsp;II.c; s.a. Klein\/R&uuml;sken, Abgabenordnung, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;173 Rz&nbsp;131&nbsp;f.). Der dabei anzulegende Sorgfaltsma&szlig;stab wird sich u.a. an der &Uuml;berschaubarkeit der steuerlichen Verh&auml;ltnisse des Kl&auml;gers, d.h. dem Umfang und der Komplexit&auml;t der von ihm sonst im Erkl&auml;rungsvordruck vorgenommenen Eintragungen, und der &#8211;dazu ins Verh&auml;ltnis zu setzenden&#8211; wirtschaftlichen Bedeutung des nicht ber&uuml;cksichtigten Sonderausgabenabzugsbetrags auszurichten haben. Ein die &Auml;nderung ausschlie&szlig;endes grobes Verschulden l&auml;ge danach dann vor, wenn das FG zu der &Uuml;berzeugung gelangte, der nicht erfolgte &Uuml;bertrag bzw. die Nichtber&uuml;cksichtigung der Versicherungsbeitr&auml;ge im Steuerbescheid h&auml;tten sich bereits bei einer nur fl&uuml;chtigen Kontrolle des Mantelbogens bzw. Steuerbescheids durch den Kl&auml;ger unschwer feststellen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu dem vom Kl&auml;ger in diesem Zusammenhang zitierten BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Februar 2015 IX&nbsp;R&nbsp;18\/14 (BFHE&nbsp;249, 195) ist abschlie&szlig;end zu bemerken, dass der Begriff des Verschuldens i.S. von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO bei schriftlich und elektronisch gefertigten Steuererkl&auml;rungen identisch auszulegen ist (Senatsurteil vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2014 X&nbsp;R&nbsp;8\/11, BFH\/NV 2014, 1347, unter&nbsp;II.3.). Danach ist es &#8211;wie auch hier&#8211; im Wesentlichen Tatfrage, ob ein Beteiligter grob fahrl&auml;ssig gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r angebracht, ohne m&uuml;ndliche Verhandlung durch Gerichtsbescheid zu entscheiden (&sect;&nbsp;90a Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.8.2016, X R 20\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.030816.XR20.15.0 Offenbare Unrichtigkeit bei unvollst&auml;ndig ausgef&uuml;lltem Steuererkl&auml;rungsvordruck und unvollst&auml;ndigem Beleg &#8211; Ankn&uuml;pfungspunkte des groben Verschuldens i.S. des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 3. 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