{"id":66943,"date":"2017-02-26T12:49:16","date_gmt":"2017-02-26T10:49:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66943"},"modified":"2017-02-26T12:49:16","modified_gmt":"2017-02-26T10:49:16","slug":"x-r-21-15-unterbliebene-aufloesung-einer-ansparabschreibung-bei-gewinnermittlung-nach-par-4-abs-3-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-21-15-unterbliebene-aufloesung-einer-ansparabschreibung-bei-gewinnermittlung-nach-par-4-abs-3-estg\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;21\/15 &#8211; Unterbliebene Aufl&ouml;sung einer Ansparabschreibung bei Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.8.2016, X R 21\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.030816.XR21.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Unterbliebene Aufl&ouml;sung einer Ansparabschreibung bei Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 7. Mai 2015 10 K 10167\/11 aufgehoben. <\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen. <\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr 2003 zur Einkommensteuer zusammenveranlagt wurden. Der Kl&auml;ger erzielte Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, die er durch Einnahmen-&Uuml;berschuss-Rechnung ermittelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2001 zog er in seiner Gewinnermittlung einen Betrag von 35.000&nbsp;DM im Hinblick auf die voraussichtliche Anschaffung bestimmter Wirtschaftsg&uuml;ter als Ansparabschreibung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3,&nbsp;6 des Einkommensteuergesetzes in der seinerzeit geltenden Fassung (EStG&nbsp;a.F.) ab. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Im Jahr 2002 kam es weder zu Investitionen noch zur vorzeitigen Aufl&ouml;sung der Ansparabschreibung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Streitjahr 2003 gaben die Kl&auml;ger zun&auml;chst keine Einkommensteuererkl&auml;rung ab, so dass das FA die Besteuerungsgrundlagen sch&auml;tzte. Im Einspruchsverfahren gegen den Sch&auml;tzungsbescheid reichten die Kl&auml;ger die Steuererkl&auml;rung samt der Gewinnermittlung nach. Die in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;6 EStG a.F. f&uuml;r das Jahr des Ablaufs der zweij&auml;hrigen Investitionsfrist vorgesehene Aufl&ouml;sung der Ansparabschreibung durch Vornahme eines Zuschlags zu den Betriebseinnahmen unterblieb. Der durch einen Steuerberater erstellten Gewinnermittlung waren &#8211;wie auch in den Vorjahren&#8211; &Uuml;bersichten &uuml;ber die Entwicklung des Anlageverm&ouml;gens beigef&uuml;gt. Im Kontennachweis ist ein Konto 948 mit der Bezeichnung &quot;SoPo mit R&uuml;cklageanteil &sect;&nbsp;7g (3) EStG&quot; und einem Betrag von 17.895,22&nbsp;EUR (entspricht 35.000&nbsp;DM) aufgef&uuml;hrt. Ab 2004 fehlt das Konto 948 im Kontennachweis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA veranlagte hinsichtlich der Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; und setzte die Einkommensteuer mit Teilabhilfebescheid vom 21.&nbsp;Juli 2005 herab. Im &Uuml;brigen wies es den Einspruch wegen eines verbleibenden Streitpunkts zu den Eink&uuml;nften der Kl&auml;gerin aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit am 13.&nbsp;September 2006 zur&uuml;ck. Die Einspruchsentscheidung wurde bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der &Uuml;berpr&uuml;fung der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2006 fiel dem FA auf, dass die im Jahr 2001 gebildete R&uuml;cklage nicht aufgel&ouml;st worden war. Auf entsprechende Anfrage des FA erkl&auml;rten die Kl&auml;ger, sie h&auml;tten die R&uuml;cklage irrt&uuml;mlich nicht aufgel&ouml;st. Investitionen seien nicht vorgenommen worden. Der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2003 auf dem Konto 948 ausgewiesene Betrag sei zum 1.&nbsp;Januar 2004 nicht mehr vorgetragen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem angefochtenen, verfahrensrechtlich auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tzten ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2003 vom 10.&nbsp;Juni 2009 holte das FA die Aufl&ouml;sung der R&uuml;cklage nach. Irrt&uuml;mlich setzte es dabei aber anstelle des zuvor abgezogenen Betrages von 35.000&nbsp;DM nur einen solchen von 33.080&nbsp;DM (16.931&nbsp;EUR) an und erh&ouml;hte den Gewinn des Kl&auml;gers aus Gewerbebetrieb entsprechend. Auch unterlie&szlig; es die Vornahme des in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;5 EStG a.F. vorgesehenen Gewinnzuschlags.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2015, 1451). Zwar seien die geschriebenen Tatbestandsmerkmale der Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO erf&uuml;llt. Tatsache sei hier der Umstand, dass die beabsichtigte Investition bis zum Ablauf der Investitionsfrist nicht vorgenommen worden sei. Diese Tatsache sei f&uuml;r das FA neu gewesen, da es erst im Jahr 2009 bemerkt habe, dass der Kl&auml;ger die R&uuml;cklage trotz unterbliebener Investition nicht aufgel&ouml;st habe. Der Umstand, dass die Tatsache dem Sachbearbeiter des FA bei geh&ouml;riger Aufmerksamkeit h&auml;tte bekannt sein m&uuml;ssen, f&uuml;hre nicht zu einer Fiktion der von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO vorausgesetzten positiven Kenntnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings sei die &Auml;nderungsbefugnis des FA nach Treu und Glauben ausgeschlossen (Bezugnahme auf das Urteil des FG vom 16.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;3173\/10, Revision seinerzeit unter dem Az. VIII&nbsp;R&nbsp;58\/13 anh&auml;ngig). Hier sei sowohl eine Verletzung der Mitwirkungspflichten der Kl&auml;ger als auch eine Verletzung der Ermittlungspflichten des FA festzustellen. Allerdings falle die Pflichtverletzung der Kl&auml;ger erheblich geringer ins Gewicht als die des FA. Die Beh&ouml;rde habe um die Bildung der R&uuml;cklage gewusst und dies &uuml;berwachen k&ouml;nnen. Aus den Anlageverzeichnissen sei ersichtlich gewesen, dass der Kl&auml;ger keine Investitionen in einer f&uuml;r den Verbrauch der R&uuml;cklage erforderlichen Gr&ouml;&szlig;enordnung get&auml;tigt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision bringt das FA vor, f&uuml;r die Bestimmung und Begrenzung der Ermittlungspflichten des FA komme es nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung wesentlich auf die Angaben des Steuerpflichtigen an. Selbst wenn dieser nicht unbedingt die zutreffende rechtliche Subsumtion vornehmen m&uuml;sse, sei er jedenfalls verpflichtet, die steuerlich relevanten Sachverhalte dem FA richtig, vollst&auml;ndig und deutlich zur Pr&uuml;fung zu unterbreiten. Wenn beiden Beteiligten eine Pflichtverletzung vorzuwerfen sei, werde die Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nach st&auml;ndiger Rechtsprechung in der Regel nicht durch die Grunds&auml;tze von Treu und Glauben ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie sind der Auffassung, die Unklarheiten in ihrer Gewinnermittlung seien so offensichtlich gewesen, dass sie sich dem Sachbearbeiter des FA h&auml;tten aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Damit habe das FA seine Ermittlungspflicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Ergebnis zu Recht hat das FG die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2003 auf der Grundlage des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO als nicht erf&uuml;llt angesehen. Nach dem Urteil des VIII.&nbsp;Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2016 VIII&nbsp;R&nbsp;58\/13 (BFHE&nbsp;253, 495) ist die blo&szlig;e Nichtanschaffung eines Wirtschaftsguts in Bezug auf &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG a.F. nicht als rechtserhebliche Tatsache anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist allerdings nicht zur Entscheidung reif, da das FG nicht gepr&uuml;ft hat, ob die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c AO erf&uuml;llt sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dieser Vorschrift kann ein Steuerbescheid ge&auml;ndert werden, soweit er durch unlautere Mittel &#8211;wie u.a. eine arglistige T&auml;uschung&#8211; erwirkt worden ist. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter einer arglistigen T&auml;uschung in diesem Sinne ist eine bewusste und vors&auml;tzliche Irref&uuml;hrung zu verstehen, durch die die Willensbildung der Beh&ouml;rde unzul&auml;ssig beeinflusst wird. Es gen&uuml;gt bereits das Bewusstsein, wahrheitswidrige Angaben zu machen. Ob das FA die Unrichtigkeit h&auml;tte erkennen k&ouml;nnen, ist unbeachtlich (zum Ganzen BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Juli 2015 VI&nbsp;R&nbsp;51\/14, BFHE&nbsp;250, 322, Rz 19, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der VIII. Senat geht in seinem Urteil VIII&nbsp;R&nbsp;58\/13 (unter II.1.d) erkennbar davon aus, dass die Nichterkl&auml;rung der in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;6 EStG a.F. f&uuml;r den Fall der Nichtinvestition trotz Fristablaufs vorgesehenen Betriebseinnahme &#8211;je nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls&#8211; arglistig i.S. des &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c AO sein kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zu den Voraussetzungen dieser Vorschrift keine Feststellungen getroffen, was im zweiten Rechtsgang nachzuholen sein wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat verweist hierzu &#8211;ohne Bindungswirkung f&uuml;r das FG&#8211; auf den Zeitablauf, der sich aus den Akten des vorliegenden Verfahrens ergibt: F&uuml;r das Streitjahr 2003 war zun&auml;chst ein Sch&auml;tzungsbescheid ergangen, weil die Kl&auml;ger keine Einkommensteuererkl&auml;rung abgegeben hatten. Erst im Einspruchsverfahren reichten die Kl&auml;ger ihre Steuererkl&auml;rung samt der Gewinnermittlung nach. Das Veranlagungsverfahren f&uuml;r 2003 konnte mithin erst im Rahmen des Einspruchsverfahrens durchgef&uuml;hrt werden; dieses Veranlagungsverfahren endete mit Erlass der Einspruchsentscheidung am 13.&nbsp;September 2006.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben erkl&auml;rt, den auf dem Konto 948 ausgewiesenen &quot;R&uuml;cklagen&quot;betrag zum 1.&nbsp;Januar 2004 nicht mehr vorgetragen zu haben. Technisch setzt dies eine Ausbuchung von diesem Konto voraus, was wiederum eine bewusste Willensentscheidung erfordert. Da die Gewinnermittlung f&uuml;r das Folgejahr 2004 unter dem 30.&nbsp;Januar 2006 unterzeichnet worden ist, muss diese Ausbuchung noch w&auml;hrend des laufenden Veranlagungsverfahrens f&uuml;r das Streitjahr 2003 vorgenommen worden sein. Dieser zeitliche Ablauf spricht f&uuml;r eine noch w&auml;hrend des laufenden Veranlagungsverfahrens eingetretene Kenntnis der Kl&auml;ger davon, dass sie die R&uuml;cklage zum 31.&nbsp;Dezember 2003 gewinnerh&ouml;hend h&auml;tten aufl&ouml;sen und den daraus resultierenden Gewinn erkl&auml;ren m&uuml;ssen. Dies h&auml;tte zugleich die Pflicht zur Berichtigung ihrer Steuererkl&auml;rung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 AO ausgel&ouml;st.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.8.2016, X R 21\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.030816.XR21.15.0 Unterbliebene Aufl&ouml;sung einer Ansparabschreibung bei Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 7. Mai 2015 10 K 10167\/11 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-21-15-unterbliebene-aufloesung-einer-ansparabschreibung-bei-gewinnermittlung-nach-par-4-abs-3-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;21\/15 &#8211; Unterbliebene Aufl&ouml;sung einer Ansparabschreibung bei Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66943","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66943","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66943"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66943\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66943"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66943"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66943"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}