{"id":66945,"date":"2017-02-26T12:49:23","date_gmt":"2017-02-26T10:49:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66945"},"modified":"2017-02-26T12:49:23","modified_gmt":"2017-02-26T10:49:23","slug":"x-r-56-57-14-ausnahme-vom-strengen-sachenrechtlichen-objektbegriff-beim-gewerblichen-grundstueckshandel-widerstreitende-steuerfestsetzungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-56-57-14-ausnahme-vom-strengen-sachenrechtlichen-objektbegriff-beim-gewerblichen-grundstueckshandel-widerstreitende-steuerfestsetzungen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;56-57\/14 &#8211; Ausnahme vom strengen sachenrechtlichen Objektbegriff beim gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel &#8211; Widerstreitende Steuerfestsetzungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.7.2016, X R 56-57\/14; X R 56\/14; X R 57\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.210716.XR56-57.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ausnahme vom strengen sachenrechtlichen Objektbegriff beim gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel &#8211; Widerstreitende Steuerfestsetzungen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>I. Die Verfahren X R 56\/14 und X R 57\/14 werden gem&auml;&szlig; &sect; 73 Abs. 1 Satz 1 Alternative 1 der Finanzgerichtsordnung zu gemeinsamer Entscheidung verbunden.<\/p>\n<\/p>\n<p>II. Die Revisionen des Kl&auml;gers gegen die Urteile des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 17. September 2013&nbsp;&nbsp;11 K 1355\/12 und 11 K 1356\/12 werden als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten der Revisionsverfahren hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurde mit seiner Ehefrau im Streitjahr 1999 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Er war als Rechtsanwalt t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Kaufvertrag vom 14.&nbsp;Mai 1996 hatte der Kl&auml;ger zwei aneinandergrenzende Grundst&uuml;cke in R (Objekte&nbsp;O1 und O2) erworben. Er ver&auml;u&szlig;erte die Grundst&uuml;cke mit Vertrag vom 30.&nbsp;Dezember 1998 an die GmbH. Voraussetzung f&uuml;r die Zahlung der Kaufpreise war die Erf&uuml;llung verschiedener Voraussetzungen. Erst nach der Kaufpreiszahlung sollte der Besitz &uuml;bergehen. Dies geschah am 30.&nbsp;Dezember 1999.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wertete aufgrund einer steuerlichen Au&szlig;enpr&uuml;fung die Verk&auml;ufe der Objekte&nbsp;O1 und O2 als solche im Rahmen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels und setzte gewerbliche Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers f&uuml;r das dem Streitjahr vorangehende Jahr 1998 an. Daneben erlie&szlig; es u.a. einen entsprechenden Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r 1998.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus Sicht des FA ergab sich das Vorliegen dieses gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels aus der Zusammenschau mit den folgenden Grundst&uuml;cksgesch&auml;ften des Kl&auml;gers in den Nachstreitjahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 15.&nbsp;Oktober 2001 ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger ein mit einem Zweifamilienhaus bebautes Erbbaurecht (Objekt&nbsp;O3). Dieses hatte der Kl&auml;ger mit Kaufvertrag vom 1.&nbsp;Juli 1996 erworben und an die damalige Verk&auml;uferin vermietet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger am 14.&nbsp;Mai 2002 zwei Miteigentumsanteile sowie das damit verbundene Sondereigentum an zwei zusammenh&auml;ngenden Grundst&uuml;cken in F (Objekt&nbsp;O4). Mit notariellen Vertr&auml;gen vom 21.&nbsp;Februar 1997 bzw. vom 22.&nbsp;Februar 1997 hatte der Kl&auml;ger beide Miteigentumsanteile sowie das damit jeweils verbundene Sondereigentum an der gesamten Liegenschaft erworben. Durch die Teilungserkl&auml;rung vom 5.&nbsp;Mai 1964 war das Grundst&uuml;ck in zwei unterschiedlich gro&szlig;e Miteigentumsanteile aufgeteilt worden. Der mit Vertrag vom 21.&nbsp;Februar 1997 erworbene Miteigentumsanteil in H&ouml;he von 2\/3 war dabei mit dem Sondereigentum an den im Aufteilungsplan mit den Nummern&nbsp;2, 3, 4 und 5 bezeichneten vier Wohnungen verbunden (Objekt&nbsp;O4). Der mit Vertrag vom 22.&nbsp;Februar 1997 erworbene Miteigentumsanteil in H&ouml;he der restlichen 1\/3 betraf das Sondereigentum an den im Aufteilungsplan mit der Nummer&nbsp;1 bezeichneten nicht Wohnzwecken dienenden R&auml;umlichkeiten (Objekt&nbsp;O5). In der Folgezeit vermietete der Kl&auml;ger (nur) das Objekt&nbsp;O4 an verschiedene Mieter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 14.&nbsp;Mai 2002 &auml;nderte der Kl&auml;ger zun&auml;chst die Teilungserkl&auml;rung aus 1964 dahingehend, dass er den 1\/3 Miteigentumsanteil (Objekt&nbsp;O5) auf 164\/1&nbsp;000 minderte und den 2\/3 Miteigentumsanteil (Objekt&nbsp;O4) auf 836\/1&nbsp;000 erh&ouml;hte. Sodann verkaufte er in dieser Urkunde das Objekt&nbsp;O4 f&uuml;r insgesamt 433.000&nbsp;EUR. Den Kaufpreis teilten die Vertragsparteien auf die vier Wohnungen auf. Der jeweilige Teilkaufpreis war binnen zwei Wochen nach R&auml;umung durch den Mieter der jeweiligen Wohnung, sp&auml;testens jedoch am 15.&nbsp;November 2002, f&auml;llig. Der Kl&auml;ger verpflichtete sich im Rahmen einer Hauptpflicht, daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die Mietverh&auml;ltnisse bis zum 15.&nbsp;November 2002 beendet seien. Au&szlig;erdem erkl&auml;rten die Vertragsparteien in der nachfolgenden Urkunde die Aufteilung des 836\/1&nbsp;000 Miteigentumsanteils in vier Miteigentumsanteile, die jeweils mit dem Sondereigentum an einer Wohnung verbunden waren. Diese Aufteilung erfolgte aufgrund von Aufteilungspl&auml;nen und Abgeschlossenheitsbescheinigungen der Stadt F, jeweils vom 5.&nbsp;Juli 2001.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Streitigkeiten &uuml;ber die Erfassung der gewerblichen Eink&uuml;nfte aus der Ver&auml;u&szlig;erung der beiden Objekte&nbsp;O1 und O2, die sowohl das Jahr 1998 als auch das Streitjahr betrafen, lehnte der Kl&auml;ger die R&uuml;cknahme des Einspruchs gegen den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1998 ab, da nach seiner Ansicht das wirtschaftliche Eigentum an diesen Grundst&uuml;cken erst nach der Kaufpreiszahlung und damit im Streitjahr &uuml;bergegangen sei. Dem folgte das FA. Es ber&uuml;cksichtigte deshalb durch Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid vom 18.&nbsp;November 2011 den Gewinn aus dem gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel nicht mehr im Jahr 1998, sondern im Streitjahr und &auml;nderte dementsprechend die bereits bestandskr&auml;ftige Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr. Hierf&uuml;r erlie&szlig; das FA zun&auml;chst einen &Auml;nderungsbescheid, den es auf die Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) st&uuml;tzte. Nachdem das FA (auch) diesen &Auml;nderungsbescheid aufgehoben hatte, &auml;nderte es mit Bescheid vom 28.&nbsp;Dezember 2011 stattdessen die Einkommensteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35b des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) f&uuml;hrte das FA die entsprechenden &Auml;nderungen hinsichtlich der Gewerbesteuermessbescheide f&uuml;r 1998 und das Streitjahr durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klagen gegen den Einkommensteuer- und Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r das Streitjahr im Wesentlichen als unbegr&uuml;ndet ab. Auch nach seiner Ansicht wurden die Objekte&nbsp;O1 und O2 im Rahmen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels des Kl&auml;gers ver&auml;u&szlig;ert. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO bzw. &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG l&auml;gen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als das FA sah das FG zwar den Erwerb und nachfolgend auch den Verkauf des mit einem Zweifamilienhaus bebauten Erbbaurechts (Objekt&nbsp;O3) nicht als Teil des gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels an. Es bezog jedoch die Ver&auml;u&szlig;erung des 836\/1&nbsp;000 Miteigentumsanteils (Objekt&nbsp;O4) als Ver&auml;u&szlig;erung von insgesamt vier Objekten ein, auch wenn diese erst f&uuml;nf Jahre und drei Monate nach dem Erwerb erfolgt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger macht im Rahmen seiner Revisionen die Verletzung materiellen Rechts und Verfahrensm&auml;ngel geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Objekt&nbsp;O4 sei sachenrechtlich im Zeitpunkt seiner Ver&auml;u&szlig;erung als lediglich ein Objekt anzusehen. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz aufgrund einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise sei hier nicht m&ouml;glich. Denn nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung entstehe Wohnungseigentum erst zu dem Zeitpunkt, zu dem die Teilung zivilrechtlich wirksam werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder dem Kl&auml;ger noch dem K&auml;ufer des Grundst&uuml;cks sei es darauf angekommen, ob vier Wohnungen oder doch nur eine ver&auml;u&szlig;ert w&uuml;rden. Der Kl&auml;ger habe vielmehr an der nach der Ver&auml;u&szlig;erung zu erstellenden zweiten Urkunde, die die Aufteilung regele, als (Noch-)Eigent&uuml;mer mitwirken m&uuml;ssen. Dies zeige auch &sect;&nbsp;1 des Kaufvertrags, wonach der Kl&auml;ger als Alleineigent&uuml;mer des gesamten Anwesens sogar einen Antrag auf Schlie&szlig;ung der vorhandenen beiden Teileigentumsgrundb&uuml;cher gestellt und diesen erst anl&auml;sslich des Verkaufs zur&uuml;ckgenommen habe. Das FG habe dies bei der W&uuml;rdigung des Kaufvertrags nicht ber&uuml;cksichtigt. Auch habe das FG nicht das Schreiben des K&auml;ufers vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2002 beachtet, wonach es der K&auml;ufer gewesen sei, der aus Zeitersparnisgr&uuml;nden die Zusammenlegung der an sich voneinander unabh&auml;ngigen notariellen Erkl&auml;rungen auf einen Termin gew&uuml;nscht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als im Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 30.&nbsp;September 2010 IV&nbsp;R&nbsp;44\/08 (BFHE 233, 28, BStBl II 2011, 645) sei keine einvernehmliche Aufteilung durch Verk&auml;ufer und Kl&auml;ger erfolgt. Die Aufteilung habe vielmehr auf dem Aufteilungsplan vom 5.&nbsp;Juli 2001 beruht, der vom damaligen Bautr&auml;ger f&uuml;r den gr&ouml;&szlig;eren (2\/3) Miteigentumsanteil mit Duldung des Kl&auml;gers erstellt worden sei. Auch die Abgeschlossenheitsbescheinigung habe der Bautr&auml;ger beantragt, um Gewissheit zu haben, dass nach Erwerb des Miteigentumsanteils eine Aufteilung in einzelnes Wohnungsteileigentum &ouml;ffentlich-rechtlich m&ouml;glich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Somit liege kein gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel vor. Lediglich zwei Z&auml;hlobjekte seien innerhalb des F&uuml;nf-Jahres-Zeitraums ver&auml;u&szlig;ert worden. Besondere Anhaltspunkte, die darauf schlie&szlig;en lie&szlig;en, dass dennoch eine bedingte Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht bei Erwerb dieser Z&auml;hlobjekte bestanden habe, seien nicht gegeben. Weder die sonstige Bet&auml;tigung des Kl&auml;gers, der Rechtsanwalt sei, noch die H&auml;ufigkeit der Verk&auml;ufe oder die Zahl der Objekte spr&auml;chen hierf&uuml;r.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem l&auml;gen die Voraussetzungen zur &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO nicht vor. So habe das FA schon nicht dargelegt, dass es den f&uuml;r die Zuordnung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns im Jahr 1998 relevanten Sachverhalt &uuml;berhaupt steuerlich beurteilt habe. Es k&ouml;nne ihn auch schlicht &uuml;bersehen oder f&uuml;r steuerlich bedeutungslos gehalten haben. Das FG habe insoweit eine &Uuml;berraschungsentscheidung erlassen, als es ohne richterliche Hinweise ausschlie&szlig;lich nach Aktenlage und ohne Erhebung der erforderlichen Beweise in vorweggenommener Beweisw&uuml;rdigung entschieden habe. Dabei habe es das Tatbestandsmerkmal &quot;irrige Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts&quot; fehlerhaft ausgelegt. Anders als vom FG angenommen, setze dieses Merkmal n&auml;mlich eine rechtlich fehlerhafte Beurteilung voraus, die hier mangels tats&auml;chlicher Kenntnis des FA schon nicht gegeben sei. Denn schlie&szlig;lich habe das FA selbst die Korrektur zun&auml;chst mit &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO begr&uuml;ndet und damit dargelegt, dass es keine Kenntnis &uuml;ber die &auml;nderungsbegr&uuml;ndenden Sachverhaltsumst&auml;nde gehabt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die FG-Urteile, den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 1999 und den Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r 1999 vom 28.&nbsp;Dezember 2011, beide jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidungen vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2012, aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Recht habe das FG die Vorbereitungen zur Ver&auml;u&szlig;erung der Objekte&nbsp;O4 und O5 innerhalb von f&uuml;nf Jahren und drei Monaten nach dem Erwerb als gewichtige Indizien f&uuml;r eine zumindest bedingte Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht bei deren Erwerb gewertet. Denn diese Vorbereitungen, die unstreitig innerhalb des ma&szlig;geblichen F&uuml;nf-Jahres-Zeitraums erfolgt seien, seien dahingehend zu w&uuml;rdigen, dass sie in sachlichem Zusammenhang mit dem sp&auml;teren Verkauf st&uuml;nden. Die Grundlage der &quot;neuen&quot; Aufteilungspl&auml;ne nebst Abgeschlossenheitsbescheinigung vom 5.&nbsp;Juli 2001 sei offensichtlich auf einen Antrag des Kl&auml;gers zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Somit seien die Vorbereitungen f&uuml;r die Bildung von vier separaten Wohnungseigentumseinheiten bereits im Zeitpunkt des Verkaufs am 14.&nbsp;Mai 2002 abgeschlossen gewesen. Nicht das jeweilige Interesse der Vertragsparteien an der Aufteilung der vier Wohnungen sei entscheidend. Ma&szlig;gebend sei vielmehr, dass ihre sachenrechtliche Zusammenfassung in einem einzigen Sondereigentum in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung, wenn auch in zwei getrennten Urkunden, aber taggleich, gel&ouml;st wurde. Unerheblich sei, ob der Kl&auml;ger selbst oder ein nicht genannter Bautr&auml;ger mit Duldung des Kl&auml;gers den fr&uuml;heren Aufteilungsplan erstellt und die Abgeschlossenheitsbescheinigung beantragt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An der zumindest bedingten Wiederver&auml;u&szlig;erungsabsicht &auml;ndere sich auch nichts dadurch, dass der Kl&auml;ger den Antrag auf Aufhebung der eingetragenen Teileigentumsrechte bei den Objekten&nbsp;O4 und O5 am 14.&nbsp;Mai 2002 in der Kaufvertragsurkunde zur&uuml;ckgenommen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Uuml;berschreitung von drei Monaten in Bezug auf die Ver&auml;u&szlig;erung des Objekts&nbsp;O4 sei als geringf&uuml;gig anzusehen. Zu Recht sei das FG von einer im Grunde stets bestehenden bedingten Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht ausgegangen, weil keine eindeutigen Anhaltspunkte gegen eine von Anfang an bestehende Absicht erkennbar gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur gemeinsamen Entscheidung verbundenen Revisionen sind als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Trotz der grunds&auml;tzlich gegebenen strengen sachenrechtlichen Qualifikation des Objektbegriffs beim gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel ist das FG aufgrund seiner Feststellungen zu Recht beim Verkauf des 836\/1&nbsp;000 Miteigentumsanteils in Freiburg (Objekt&nbsp;O4) von einer Ver&auml;u&szlig;erung von insgesamt vier Objekten ausgegangen (unter&nbsp;1.). Vorliegend ist unsch&auml;dlich, dass diese Ver&auml;u&szlig;erung erst f&uuml;nf Jahre und drei Monate nach dem Erwerb erfolgte (unter&nbsp;2.). Die Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung der zwei Grundst&uuml;cke in R (Objekte&nbsp;O1 und O2) sind damit im Streitjahr zu versteuern, die Einkommensteuerfestsetzung ist nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO zu korrigieren (unter&nbsp;3.). Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG war folglich auch der Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r das Streitjahr entsprechend zu &auml;ndern (unter&nbsp;4.). Verfahrensfehler liegen nicht vor (unter&nbsp;5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Streitfall ist ein gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel des Kl&auml;gers anzunehmen, weil er am Tag der Ver&auml;u&szlig;erung, wenn auch nicht in der gleichen Urkunde, zus&auml;tzlich die Aufteilung des Sondereigentums des Objekts&nbsp;O4 vereinbart und sich dar&uuml;ber hinaus als Verk&auml;ufer verpflichtet hat, die bis dahin vermieteten vier Wohnungen ger&auml;umt zu &uuml;bergeben. Zu Recht geht das FG deshalb von einer Ausnahme zum ansonsten anzuwendenden strengen sachenrechtlichen Objektbegriff aus und hat diesen Vorgang als Ver&auml;u&szlig;erung von vier Objekten gewertet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist ein Gewerbebetrieb eine selbst&auml;ndige nachhaltige Bet&auml;tigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird, und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, wenn die Bet&auml;tigung weder als Aus&uuml;bung von Land- und Forstwirtschaft noch als Aus&uuml;bung eines freien Berufs noch als eine andere selbst&auml;ndige Arbeit anzusehen ist. Als ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal muss hinzukommen, dass die Grenzen der privaten Verm&ouml;gensverwaltung &uuml;berschritten sind (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 10.&nbsp;Dezember 2001 GrS&nbsp;1\/98, BFHE 197, 240, BStBl II 2002, 291, unter C.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dass der Kl&auml;ger sich auf dem Grundst&uuml;cksmarkt selbst&auml;ndig und mit Gewinnerzielungsabsicht bet&auml;tigt und am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilgenommen hat, steht zweifelsfrei fest und ist auch zwischen den Beteiligten nicht umstritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dar&uuml;ber hinaus ist das FG zu Recht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger die Grenze der privaten Verm&ouml;gensverwaltung &uuml;berschritten hat. Es hat unter Beachtung der st&auml;ndigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung, wonach im Interesse einer sachlich zutreffenden Besteuerung des Gesellschafters alle ihm zuzurechnenden T&auml;tigkeiten auf dem Gebiet des Grundst&uuml;ckshandels in eine Gesamtw&uuml;rdigung nach Ma&szlig;gabe des jeweils einschl&auml;gigen Steuertatbestands (hier: &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 EStG) einzubeziehen sind (umfassend Senatsurteil vom 22.&nbsp;August 2012 X&nbsp;R&nbsp;24\/11, BFHE 238, 180, BStBl II 2012, 865, mit zahlreichen weiteren Nachweisen) eine Ausnahme vom sachenrechtlichen Objektbegriff angenommen und ist so zu einer &Uuml;berschreitung der sog. Drei-Objekt-Grenze gelangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In der Regel liegt ein gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel vor, wenn mehr als drei Objekte innerhalb eines engen zeitlichen Zusammenhangs von in der Regel f&uuml;nf Jahren ab Anschaffung ver&auml;u&szlig;ert werden (vgl. nur Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 197, 240, BStBl II 2002, 291, unter C.III.3. und C.III.5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Selbst&auml;ndiges Objekt im Sinne der Drei-Objekt-Grenze beim gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel ist grunds&auml;tzlich jedes selbst&auml;ndig ver&auml;u&szlig;erbare und nutzbare Immobilienobjekt (Grundst&uuml;ck, grundst&uuml;cksgleiches Recht oder Recht nach dem Wohnungseigentumsgesetz) und zwar unabh&auml;ngig von seiner Gr&ouml;&szlig;e, seinem Wert und anderen Umst&auml;nden (u.a. Senatsurteil vom 12.&nbsp;Juli 2007 X&nbsp;R&nbsp;4\/04, BFHE 218, 331, BStBl II 2007, 885, unter B.II.1.a, m.w.N.). Dabei folgt die selbst&auml;ndige Ver&auml;u&szlig;erbarkeit nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung grunds&auml;tzlich der sachenrechtlichen Qualifikation (Senatsurteil vom 3.&nbsp;August 2004 X&nbsp;R&nbsp;40\/03, BFHE 207, 213, BStBl II 2005, 35, unter II.3.d&nbsp;aa; BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2008 IV&nbsp;R&nbsp;77\/06, BFHE 224, 233, BStBl II 2009, 791, unter II.2.c&nbsp;cc). Allerdings wird diese an das b&uuml;rgerliche Recht ankn&uuml;pfende Bestimmung des &quot;Objekts&quot; durch wirtschaftliche Gesichtspunkte unter Beachtung der Verkehrsanschauung gepr&auml;gt (Senatsurteil in BFHE 207, 213, BStBl II 2005, 35, unter II.4.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">cc) Hiervon ausgehend hat der IV. Senat des BFH in seinem Urteil in BFHE 233, 28, BStBl II 2011, 645 (unter II.2.e&nbsp;aa) das Vorliegen mehrerer Objekte bereits dann angenommen, wenn<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">gleichzeitig mit dem Kaufvertrag das Grundst&uuml;ck durch Teilungserkl&auml;rung in Miteigentumsanteile verbunden mit 21&nbsp;Wohnungseigentums- und vier gewerblichen Teileigentumseinheiten aufgeteilt wird,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">dies in der gleichen Urkunde erfolgt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die Vorbereitungen f&uuml;r die Aufteilung bereits bei Vertragsabschluss abgeschlossen waren<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">und der Verk&auml;ufer sich in einer unmittelbar vorausgehenden Urkunde vom gleichen Tag verpflichtet, diejenigen Wohneinheiten zur&uuml;ckzuerwerben, die nicht innerhalb der folgenden f&uuml;nf Tage durch wirksame Kaufvertr&auml;ge an Dritte weiterver&auml;u&szlig;ert werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Eine vergleichbare Ausnahme von der grunds&auml;tzlich anzunehmenden strengen sachenrechtlichen Qualifikation des Objektbegriffs hat das FG im vorliegenden Fall unter Beachtung wirtschaftlicher Gesichtspunkte und der Verkehrsanschauung angenommen. Dieser W&uuml;rdigung schlie&szlig;t sich der Senat an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">(1) Hierf&uuml;r spricht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die fr&uuml;hzeitige Erstellung der Aufteilungspl&auml;ne und die Erteilung der Abgeschlossenheitsbescheinigung zeitlich weit vor dem Verkaufsvertrag,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die bereits im Verkaufsvertrag vorgenommene Aufteilung des Kaufpreises auf die einzelnen Wohnungen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die Gew&auml;hrleistung einer &quot;mietvertragsfreien &Uuml;bertragung&quot;, die auf die einzelne Eigentumswohnung bezogen war,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die schon im Kaufvertrag geregelte Abh&auml;ngigkeit der Kaufpreiszahlung vom Besitz&uuml;bergang, die sich ebenfalls auf die einzelne Wohnung bezog. Damit war diese Kaufpreiszahlung f&uuml;r jede Wohnung zu jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten zu erwarten, weil sie von der individuellen Mieterfreiheit abh&auml;ngig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hier vereinbarte Gew&auml;hrleistungspflicht ist wie eine R&uuml;ckkaufverpflichtung zu sehen, da sie von den Vertragsparteien ausdr&uuml;cklich zur Hauptpflicht erkl&auml;rt worden ist. Damit kommt sie in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung einer R&uuml;ckkaufverpflichtung gleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Somit konnte das FG im Rahmen seiner tatrichterlichen W&uuml;rdigung zu dem Ergebnis kommen, dass insgesamt vier Objekte durch den Vertrag vom 14.&nbsp;Mai 2002 ver&auml;u&szlig;ert worden sind. Diese vertretbare W&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen Feststellungen bindet den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO. Die Bindungswirkung w&uuml;rde nur entfallen, wenn die Auslegung des FG anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze verletzte (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Januar 2003 IV&nbsp;R&nbsp;75\/00, BFHE 201, 278, BStBl II 2003, 467, m.w.N.), was hier nicht der Fall ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Soweit der Kl&auml;ger meint, das FG habe verkannt, dass es weder ihm noch dem K&auml;ufer des Grundst&uuml;cks darauf angekommen sei, ob eine oder vier Wohnungen ver&auml;u&szlig;ert werden sollten, und deshalb &sect;&nbsp;1 des Kaufvertrags nicht ber&uuml;cksichtigt, macht er lediglich eine andere W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde geltend, die nicht zwingend ist. Es ist gerade die tatrichterliche Aufgabe des FG, anhand der aus seiner Sicht relevanten Indizien den Sachverhalt zu bewerten. Diesem kam es erkennbar nicht darauf an, warum die notarielle Beurkundung am gleichen Tag erfolgte. Entscheidend aus Sicht des FG war vielmehr die vorliegende Konkretisierung des Ver&auml;u&szlig;erungsvorgangs auf jede einzelne Wohnung. Einer besonderen W&uuml;rdigung des Schreibens vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2002, wie vom Kl&auml;ger verlangt, bedurfte es somit schon mangels Erheblichkeit nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Unsch&auml;dlich ist im vorliegenden Fall, dass diese vier Objekte innerhalb von f&uuml;nf Jahren und drei Monaten nach dem Erwerb ver&auml;u&szlig;ert worden sind. Der von der Rechtsprechung f&uuml;r einen engen zeitlichen Zusammenhang herangezogene Zeitraum von f&uuml;nf Jahren ab Anschaffung (vgl. nur Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 197, 240, BStBl II 2002, 291, unter C.III.3. und C.III.5.) ist nicht im Sinne einer starren Begrenzung zu verstehen (so schon BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Juni 2004 VIII&nbsp;R&nbsp;7\/02, BFHE 206, 388, BStBl II 2004, 914). Eine (geringf&uuml;gige) &Uuml;berschreitung kann insbesondere bei Vorliegen anderer Anhaltspunkte unbeachtlich sein (BFH-Urteil vom 8.&nbsp;September 2004 XI&nbsp;R&nbsp;47\/03, BFHE 207, 263, BStBl II 2005, 41, unter II.1.). Jedenfalls, wenn wie hier die Erstellung der Aufteilungspl&auml;ne und die Erteilung der Abgeschlossenheitsbescheinigung innerhalb des F&uuml;nf-Jahres-Zeitraums erfolgte, ist eine &Uuml;berschreitung dieses Zeitraums um drei Monate als unbeachtlich anzusehen. Dabei ist auch ohne Belang, ob der Kl&auml;ger diese Ma&szlig;nahmen selbst veranlasst hat oder nicht. Er hat sie jedenfalls geduldet und hat sie sich als Eigent&uuml;mer daher zurechnen zu lassen. Damit ist seine bedingte Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht innerhalb des F&uuml;nf-Jahres-Zeitraums klar nach au&szlig;en getreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die beiden Objekte&nbsp;O1 und O2 wurden somit im Rahmen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels ver&auml;u&szlig;ert. Die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr, bei der insoweit Gewinne aus Gewerbebetrieb angesetzt wurden, war nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ist aufgrund irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid ergangen, der aufgrund eines Rechtsbehelfs oder sonst auf Antrag des Steuerpflichtigen durch die Finanzbeh&ouml;rde zu seinen Gunsten aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, so k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO aus dem Sachverhalt nachtr&auml;glich durch Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen werden. Der Ablauf der Festsetzungsfrist ist nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO unbeachtlich, wenn die steuerlichen Folgerungen innerhalb eines Jahres nach Aufhebung oder &Auml;nderung des fehlerhaften Steuerbescheids gezogen werden. Nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 AO gilt dies nur unter den Voraussetzungen des Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, wenn die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen war, als der sp&auml;ter aufgehobene oder ge&auml;nderte Steuerbescheid erlassen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ist insbesondere dann bereits m&ouml;glich, wenn aufgrund eines Antrags des Steuerpflichtigen im Rahmen eines Einspruchsverfahrens die Steuerfestsetzung eines anderen Veranlagungszeitraums ge&auml;ndert worden ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. nur Senatsurteil vom 19.&nbsp;August 2015 X&nbsp;R&nbsp;50\/13, BFHE 251, 389, BFH\/NV 2016, 603, unter II.1.e&nbsp;aa, m.w.N.). Obsiegt der Steuerpflichtige mit einem gewissen Rechtsstandpunkt &#8211;hier der Ansicht zum Zeitpunkt des &Uuml;bergangs des wirtschaftlichen Eigentums der fraglichen Grundst&uuml;cke&#8211;, so ist er an seiner Auffassung festzuhalten, soweit derselbe Sachverhalt zu beurteilen ist. Er muss somit auch die mit seiner Rechtsansicht verbundenen Nachteile hinnehmen. &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO stellt deshalb eine besondere gesetzliche Ausformung des Grundsatzes von Treu und Glauben dar. &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO gibt dem FA das Recht, die materiell richtigen Schl&uuml;sse aus dem n&auml;mlichen Sachverhalt im (richtigen) Veranlagungszeitraum zu ziehen und die Bestandskraft der Veranlagung zu durchbrechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei setzt die Anwendung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO voraus, dass die Finanzbeh&ouml;rde den Sachverhalt &uuml;berhaupt zur Kenntnis nimmt. Sie tr&auml;gt die Beweislast daf&uuml;r, dass die fehlerhafte Erfassung des Sachverhalts auf einer irrigen Beurteilung beruht (vgl. nur Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung\/Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;174 AO Rz&nbsp;46, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Alle Voraussetzungen der &Auml;nderungsvorschrift des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO waren im Streitfall erf&uuml;llt und f&uuml;hren dazu, dass der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der fraglichen Grundst&uuml;cke erst im Streitjahr anzusetzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der steuererhebliche Sachverhalt wurde zun&auml;chst fehlerhaft dem Veranlagungszeitraum 1998 zugeordnet. Da das FA dem Einspruch gegen den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1998 stattgegeben und diesen Bescheid aufgehoben hat, hatte es nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO die richtigen steuerlichen Folgen im Streitjahr zu ziehen und die Einkommensteuerfestsetzung entsprechend zu &auml;ndern. Diese &Auml;nderung ist innerhalb der sich aus &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO ergebenden Festsetzungsfrist vorgenommen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FA den Verkauf der beiden Objekte&nbsp;O1 und O2 zun&auml;chst im Jahr 1998 ansetzte, brachte es zum Ausdruck, dass es diesen Sachverhalt zur Kenntnis genommen hat. Denn der relevante Sachverhalt ist der Verkauf der Objekte als solcher. Gleichzeitig wird hiermit deutlich, dass das FA im Rahmen seiner W&uuml;rdigung des Verkaufs den &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Eigentums fehlerhaft erfasst hat. Wie das FG hat der Senat deshalb keine Zweifel daran, dass es vorliegend nicht um einen Fall der fehlenden Kenntnis des FA geht. Es handelt sich erkennbar um den Fall der irrigen Beurteilung dieses Sachverhalts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als materieller Rechtsfehler erlaubt dies zwar die &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO, nicht jedoch nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO. Soweit das FA seine &Auml;nderung zun&auml;chst dennoch auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO gest&uuml;tzt hat, nannte es lediglich eine falsche Korrekturnorm, was unsch&auml;dlich ist (vgl. nur Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., Vor &sect;&sect;&nbsp;172-177 AO Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls unbeachtlich ist im Streitfall die Aufhebung des auf &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO gest&uuml;tzten &Auml;nderungsbescheids. Mangels &Auml;nderungssperre konnte das FA erneut einen auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO gest&uuml;tzten &Auml;nderungsbescheid erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Auml;nderung des Gewerbesteuermessbescheids f&uuml;r das Streitjahr konnte damit auf &sect;&nbsp;35b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG gest&uuml;tzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die FG-Urteile sind auch nicht aufgrund der vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verfahrensfehler aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine &Uuml;berraschungsentscheidung liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine &Uuml;berraschungsentscheidung kann zwar vorliegen, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste (vgl. nur Senatsbeschluss vom 21.&nbsp;August 2014 X&nbsp;B&nbsp;159\/13, BFH\/NV 2014, 1743, m.w.N.). Einer umfassenden Er&ouml;rterung der f&uuml;r die Entscheidung ma&szlig;geblichen Gesichtspunkte bedarf es dabei aber nicht (so schon BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;Mai 2000 VI&nbsp;B&nbsp;100\/00, BFH\/NV 2000, 1235). Auch obliegt dem FG keine allgemeine Hinweispflicht in dem Sinne, dass es seine m&ouml;gliche Beurteilung irgendwie andeuten m&uuml;sste (BFH-Beschluss vom 5.&nbsp;Februar 2014 III&nbsp;B&nbsp;108\/13, BFH\/NV 2014, 706).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im vorliegenden Fall scheidet eine &Uuml;berraschungsentscheidung schon deshalb aus, weil die unterschiedlichen Rechtsansichten zum Vorliegen der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO Gegenstand des Klageverfahrens waren und der Kl&auml;ger rechtskundig beraten war. Folglich h&auml;tte er davon ausgehen m&uuml;ssen, dass auch ohne Erhebung von Beweisen zum Kenntnisstand des FA eine Entscheidung ergehen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Welche weiteren Ermittlungsma&szlig;nahmen das FG h&auml;tte ergreifen, namentlich welche Beweise es h&auml;tte erheben sollen, ist nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.7.2016, X R 56-57\/14; X R 56\/14; X R 57\/14ECLI:DE:BFH:2016:U.210716.XR56-57.14.0 Ausnahme vom strengen sachenrechtlichen Objektbegriff beim gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel &#8211; Widerstreitende Steuerfestsetzungen Tenor I. Die Verfahren X R 56\/14 und X R 57\/14 werden gem&auml;&szlig; &sect; 73 Abs. 1 Satz 1 Alternative 1 der Finanzgerichtsordnung zu gemeinsamer Entscheidung verbunden. II. Die Revisionen des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-56-57-14-ausnahme-vom-strengen-sachenrechtlichen-objektbegriff-beim-gewerblichen-grundstueckshandel-widerstreitende-steuerfestsetzungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;56-57\/14 &#8211; Ausnahme vom strengen sachenrechtlichen Objektbegriff beim gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel &#8211; Widerstreitende Steuerfestsetzungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66945","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66945"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66945\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}