{"id":66990,"date":"2017-03-23T13:32:08","date_gmt":"2017-03-23T11:32:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66990"},"modified":"2017-03-23T13:32:08","modified_gmt":"2017-03-23T11:32:08","slug":"vi-b-50-16-umfang-der-sachaufklaerung-durch-das-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-50-16-umfang-der-sachaufklaerung-durch-das-fg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;50\/16 &#8211; Umfang der Sachaufkl&auml;rung durch das FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.12.2016, VI B 50\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.151216.VIB50.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Umfang der Sachaufkl&auml;rung durch das FG<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 28. April 2016&nbsp;&nbsp;4 K 1990\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg und ist deshalb zur&uuml;ckzuweisen. Die geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde liegen entweder nicht vor oder sind bereits nicht in einer den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entsprechenden Weise dargelegt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die R&uuml;ge der Kl&auml;ger, ein Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO sei darin zu sehen, dass sich das Finanzgericht (FG) entgegen seiner sich aus &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO ergebenden Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung nicht um das franz&ouml;sische Recht bem&uuml;ht habe, greift nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Sachaufkl&auml;rungspflicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO erfordert, dass das FG Tatsachen und Beweismitteln nachgeht, die sich ihm in Anbetracht der Umst&auml;nde des Einzelfalls h&auml;tten aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Es darf substantiierte Beweisantr&auml;ge, die den entscheidungserheblichen Sachverhalt betreffen, grunds&auml;tzlich weder ablehnen noch &uuml;bergehen. Da die Sachaufkl&auml;rungspflicht dazu dient, die Spruchreife der Klage herbeizuf&uuml;hren, hat das Gericht jedoch nur das aufzukl&auml;ren, was aus seiner Sicht entscheidungserheblich ist (u.a. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;September 2009 IV&nbsp;B&nbsp;133\/08, BFH\/NV 2010, 52, unter 2.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Auslandssachverhalten ist zudem zu beachten, dass sich aus &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung eine erh&ouml;hte Mitwirkungspflicht der Steuerpflichtigen ergibt (z.B. Beschluss vom 5.&nbsp;August 2011 III&nbsp;B&nbsp;144\/10, BFH\/NV 2011, 1915). F&uuml;r die Beschwerdebegr&uuml;ndung erfordert dies, dass der Beschwerdef&uuml;hrer darlegt, seinen abgaberechtlichen Mitwirkungspflichten gen&uuml;gt zu haben (vgl. BFH-Beschluss vom 3.&nbsp;April 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;60\/06, BFH\/NV 2007, 1341). Denn aus &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO folgt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH insbesondere die Pflicht der Steuerpflichtigen, im Rahmen ihrer rechtlichen und tats&auml;chlichen M&ouml;glichkeiten (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO) den Sachverhalt aufzukl&auml;ren, Beweismittel zu beschaffen (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO) und ggf. bereits Beweisvorsorge zu treffen (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gemessen daran kommt eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das FG nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger geht es vorliegend nicht um die Anwendung ausl&auml;ndischen Rechts, welches das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;293 der Zivilprozessordnung von Amts wegen zu ermitteln hat (s. BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Juni 2013 III&nbsp;R&nbsp;63\/11, BFHE 242, 34, BStBl II 2014, 711). Es geht vielmehr darum, dass die Kl&auml;ger die Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen f&uuml;r eine Putzhilfe sowie eine Hilfe zur Gartenpflege in ihrem in Frankreich belegenen Haushalt nach &sect;&nbsp;35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) begehren und meinen, sie h&auml;tten mittels der vorgelegten franz&ouml;sischen &quot;Attestations Fiscales&quot; die unbare Zahlung f&uuml;r die in Anspruch genommenen Dienstleistungen nachgewiesen, w&auml;hrend das FG die Klage mangels Vorlage bankm&auml;&szlig;iger Zahlungsnachweise (Kontoausz&uuml;ge &uuml;ber die Abbuchungen) abgewiesen hat. Die Kl&auml;ger r&auml;umen selbst ein, dass sich aus den vorgelegten Bescheinigungen eine Zahlung per Verrechnungsscheck nicht ergebe. Dies sei jedoch unerheblich, da diese Art der Zahlung in Frankreich &uuml;blich und zudem Voraussetzung f&uuml;r den Erhalt der &quot;Attestation Fiscale&quot; sei und sich somit der geforderte Zahlungsnachweis indirekt aus den Bescheinigungen ergebe. Das FG hat die Fragen, unter welchen Voraussetzungen die Steuerbescheinigungen nach franz&ouml;sischem Recht ausgestellt werden sowie welche Zahlungsgewohnheiten in Frankreich &uuml;blich sind, jedoch nicht als entscheidungserheblich angesehen, da im Falle der behaupteten Zahlung per Verrechnungsscheck mittels Kontoausz&uuml;gen &uuml;ber die Abbuchungen ein entsprechender bankm&auml;&szlig;iger Zahlungsnachweis h&auml;tte erbracht werden k&ouml;nnen. Dass dies im Streitfall nicht m&ouml;glich war, machen die Kl&auml;ger nicht geltend. Insofern m&uuml;ssen sie sich entgegenhalten lassen, die vom Gesetz als formelle Voraussetzung der Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;35a EStG geforderte bankm&auml;&szlig;ige Dokumentation des Zahlungsvorgangs nicht erbracht zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) begehren, gen&uuml;gt die Beschwerde nicht den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Macht der Beschwerdef&uuml;hrer geltend, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung, so muss er zun&auml;chst eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellen. Des Weiteren muss er substantiiert darauf eingehen, weshalb die von ihm aufgeworfene Rechtsfrage aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit dieser Rechtsfrage muss er au&szlig;erdem begr&uuml;nden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und streitig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Oktober 2008 II&nbsp;B&nbsp;74\/08, BFH\/NV 2009, 125).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Vorgaben gen&uuml;gen die Ausf&uuml;hrungen in der Beschwerdebegr&uuml;ndungsschrift nicht. Denn die Kl&auml;ger begn&uuml;gen sich insoweit mit der Feststellung, die ma&szlig;gebende Rechtsfrage (&quot;Anwendung der Vorschriften des franz&ouml;sischen Rechts&quot;) ber&uuml;hre &quot;nat&uuml;rlich&quot; das Allgemeininteresse an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.12.2016, VI B 50\/16ECLI:DE:BFH:2016:B.151216.VIB50.16.0 Umfang der Sachaufkl&auml;rung durch das FG Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 28. April 2016&nbsp;&nbsp;4 K 1990\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. 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