{"id":67015,"date":"2017-03-23T13:31:14","date_gmt":"2017-03-23T11:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67015"},"modified":"2017-03-23T13:31:14","modified_gmt":"2017-03-23T11:31:14","slug":"viii-r-16-14-zur-rechtskraftwirkung-gerichtlicher-urteile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-16-14-zur-rechtskraftwirkung-gerichtlicher-urteile\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;16\/14 &#8211; Zur Rechtskraftwirkung gerichtlicher Urteile"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.9.2016, VIII R 16\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.270916.VIIIR16.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Rechtskraftwirkung gerichtlicher Urteile<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 12. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;7 K 2499\/12 E aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tzten &Auml;nderungsbescheid zur Einkommensteuer 2001 erlassen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die im Streitjahr (2001) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger erzielte u.a. Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit, die er durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ermittelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Streitjahr erging am 4.&nbsp;November 2002 zun&auml;chst ein von der Erkl&auml;rung der Kl&auml;ger abweichender Einkommensteuerbescheid, der u.a. Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit des Kl&auml;gers in H&ouml;he von 104.543&nbsp;DM ber&uuml;cksichtigte. Gegen diesen Bescheid legten die Kl&auml;ger Einspruch ein. Mit Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;Juni 2003 setzte das FA die Einkommensteuer 2001 unter Ber&uuml;cksichtigung von Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit des Kl&auml;gers in H&ouml;he von 62.771&nbsp;DM herab. Bei deren Ermittlung ber&uuml;cksichtigte es &quot;Zuschl&auml;ge\/Zinsen auf Steuern und Umsatzsteuer&quot; in H&ouml;he von 33.714,76&nbsp;DM als Betriebsausgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem hiergegen unter dem Aktenzeichen 11&nbsp;K&nbsp;3755\/03&nbsp;E gef&uuml;hrten Klageverfahren war u.a. die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus selbst&auml;ndiger Arbeit streitig, und zwar auch die Behandlung der vom Kl&auml;ger im Streitjahr vereinnahmten Umsatzsteuer als Betriebseinnahme und die im Zusammenhang mit Betriebsausgaben gezahlte Umsatzsteuer als Betriebsausgabe. Der Kl&auml;ger vertrat hierzu die Auffassung, dass die Umsatzsteuer als durchlaufender Posten anzusehen sei. Zumindest m&uuml;sse das FA aber die gesamte gezahlte Umsatzsteuer f&uuml;r 2001 als Betriebsausgabe ber&uuml;cksichtigen. Dies habe es nicht getan. Die gem&auml;&szlig; Umsatzsteuerbescheid 2001 vom 6.&nbsp;Juni 2003 zu zahlende Umsatzsteuer 2001 in H&ouml;he von 647,76&nbsp;EUR habe er durch Verrechnung mit dem Erstattungsbetrag aus der Abrechnung zur Einkommensteuer 2001 beglichen. Somit sei der Einkommensteuerbescheid, der diese Umsatzsteuernachzahlung nicht ber&uuml;cksichtige, unrichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2006 ab. Es f&uuml;hrte u.a. aus, das FA habe zu Recht die vom Kl&auml;ger im Streitjahr vereinnahmte Umsatzsteuer als Betriebseinnahme und die im Zusammenhang mit Betriebsausgaben gezahlte Umsatzsteuer als Betriebsausgabe ber&uuml;cksichtigt. Die vom Kl&auml;ger gezahlte Umsatzsteuer sei im Jahr des Abflusses als Betriebsausgabe zu ber&uuml;cksichtigen. Gem&auml;&szlig; den Ermittlungen des FA habe der Kl&auml;ger im Streitjahr h&ouml;chstens &quot;Zuschl&auml;ge\/Zinsen auf Steuern und Umsatzsteuer&quot; in H&ouml;he von 33.714,76&nbsp;DM bezahlt. Der Nachzahlungsbetrag aufgrund des Umsatzsteuerbescheids f&uuml;r 2001 vom 6.&nbsp;Juni 2003 in H&ouml;he von 647,46&nbsp;EUR sei im Jahr 2003 und nicht im Jahr 2001 abgeflossen, sodass er auch im Jahr 2003 und nicht im Jahr 2001 als Betriebsausgabe zu ber&uuml;cksichtigen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch &uuml;ber die Einkommensteuerfestsetzung der Kl&auml;ger f&uuml;r das Jahr 2000 bestand zwischen den Beteiligten Streit, nachdem das FA die Besteuerungsgrundlagen zun&auml;chst gesch&auml;tzt und die Einkommensteuer mit Bescheid vom 26.&nbsp;Februar 2002 festgesetzt hatte. &Uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 2000 entschied das FG schlie&szlig;lich im dritten Rechtsgang in dem unter dem Aktenzeichen 11&nbsp;K&nbsp;3445\/06&nbsp;E gef&uuml;hrten Verfahren. W&auml;hrend dieses Verfahrens teilte das FA am 6.&nbsp;September 2007 mit, es habe festgestellt, dass der Kl&auml;ger im Jahr 2000 weitere Umsatzsteuer in H&ouml;he von 33.720,12&nbsp;DM gezahlt habe. Das FA erlie&szlig; sodann am 22.&nbsp;Februar 2008 einen &Auml;nderungsbescheid zur Einkommensteuer 2000, in dem es die Eink&uuml;nfte aus &sect;&nbsp;18 EStG unter Ber&uuml;cksichtigung von Umsatzsteuer als Betriebsausgabe in H&ouml;he von 33.720,12&nbsp;DM abz&uuml;glich bereits in der Einspruchsentscheidung angesetzter 6.209,31&nbsp;DM auf 55.408&nbsp;DM herabsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage mit Urteil vom 12.&nbsp;Juni 2008&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3445\/06&nbsp;E in Bezug auf ebenfalls streitige Betriebsausgaben (Mobilfunkkosten) in H&ouml;he von 900&nbsp;DM statt; im &Uuml;brigen wies es die Klage ab. Es f&uuml;hrte aus, das FA habe im &Auml;nderungsbescheid vom 22.&nbsp;Februar 2008 Zahlungen in H&ouml;he von 33.720,12&nbsp;DM auf Umsatzsteuer, Zinsen, S&auml;umnis- und Versp&auml;tungszuschl&auml;ge zur Umsatzsteuer als Betriebsausgaben ber&uuml;cksichtigt. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die dem &Auml;nderungsbescheid zu Grunde liegende Auswertung des Erhebungskontos der Kl&auml;ger unzutreffend sein k&ouml;nnte, best&uuml;nden nicht. Hiernach erlie&szlig; das FA am 6.&nbsp;August 2008 einen &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 2000, in dem es in Umsetzung des Urteils vom 12.&nbsp;Juni 2008&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3445\/06&nbsp;E weitere Betriebsausgaben in H&ouml;he von 900&nbsp;DM ber&uuml;cksichtigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner erlie&szlig; das FA unter Hinweis auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO den nunmehr streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2001 vom 6.&nbsp;August 2008. Darin erh&ouml;hte es die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus &sect;&nbsp;18 EStG, soweit die im Jahr 2000 gezahlte und bisher bei der Einkommensteuer 2001 als Betriebsausgabe angesetzte Umsatzsteuer nunmehr im Jahr 2000 ber&uuml;cksichtigt worden sei. Zudem sei die in 2001 gezahlte und bisher nicht angesetzte Umsatzsteuer in H&ouml;he von 201,70&nbsp;DM zu ber&uuml;cksichtigen. Ausweislich der Erl&auml;uterungen berechnete das FA den Gewinn nunmehr wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Bisher als Betriebsausgabe angesetzte Umsatzsteuer<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">33.714,76&nbsp;DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">weitere Umsatzsteuerzahlung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">+&nbsp;&nbsp;&nbsp;201,70&nbsp;DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">in 2000 als Betriebsausgabe abgesetzt<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">.\/. 27.510,81&nbsp;DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">(33.720,12&nbsp;DM &#8211; 6.209,31&nbsp;DM, siehe oben)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">verbleibt Umsatzsteuer als Betriebsausgabe 2001<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">6.405,63&nbsp;DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren erl&auml;uterte das FA im &Auml;nderungsbescheid, der Gewinn sei von bisher 62.771&nbsp;DM um 33.714,76&nbsp;DM zu erh&ouml;hen und um 6.405,63&nbsp;DM zu vermindern und betrage nunmehr 90.080&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bundesfinanzhof (BFH) hob das Urteil des FG vom 12.&nbsp;Juni 2008&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3445\/06&nbsp;E mit Urteil vom 13.&nbsp;April 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;27\/08 (BFH\/NV 2010, 2038) auf und setzte die Einkommensteuer 2000 unter Ber&uuml;cksichtigung von Prozesskosten in H&ouml;he von 562&nbsp;DM als Werbungskosten der Kl&auml;ger bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit abweichend fest. Im &Uuml;brigen wies er die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. In Umsetzung dieses Urteils erlie&szlig; das FA am 19.&nbsp;August 2010 einen weiteren Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Jahr 2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2001 vom 6.&nbsp;August 2008 legten die Kl&auml;ger Einspruch ein. Hierauf setzte das FA mit Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;Juni 2012 die Einkommensteuer 2001 weiterhin unter Ber&uuml;cksichtigung eines Gewinns von 90.080&nbsp;DM auf 103.572&nbsp;DM (52.955,52&nbsp;EUR) fest. Bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigte es weitere Werbungskosten (Prozesskosten) des Kl&auml;gers in H&ouml;he von 852&nbsp;DM nach &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 AO. Im &Uuml;brigen wies es den Einspruch zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der hiergegen gerichteten Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 980 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;2499\/12&nbsp;E statt. Es war der Auffassung, dass der &Auml;nderung der Steuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO die Rechtskraft der Urteile f&uuml;r 2000 und 2001 entgegenstehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Klage gegen den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2001 vom 6.&nbsp;August 2008 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12.&nbsp;Juni 2012 unter Aufhebung des angefochtenen FG-Urteils in EFG 2014, 980 abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat rechtsirrig angenommen, das FA sei wegen der &quot;Rechtskraft der Urteile f&uuml;r 2000 und 2001&quot; am Erlass des streitigen, auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO gest&uuml;tzten Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids f&uuml;r 2001 vom 6.&nbsp;August 2008 gehindert gewesen. Allerdings kann der Senat auf der Grundlage der Feststellungen des FG nicht entscheiden, ob der &Auml;nderungsbescheid in vollem Umfang rechtm&auml;&szlig;ig ist. Das Verfahren ist daher an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wie das FG zutreffend dargelegt hat, liegen die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO f&uuml;r eine &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2001 vom 6.&nbsp;Juni 2003 und damit f&uuml;r den Erlass des angefochtenen &Auml;nderungsbescheids 2001 vom 6.&nbsp;August 2008 dem Grunde nach vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ist aufgrund irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid ergangen, der aufgrund eines Rechtsbehelfs oder sonst auf Antrag des Steuerpflichtigen durch die Finanzbeh&ouml;rde zu seinen Gunsten aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, so k&ouml;nnen aus dem Sachverhalt nachtr&auml;glich durch Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids die richtigen steuerlichen Folgen gezogen werden (&sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Irrige Beurteilung i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO eines Sachverhalts bedeutet, dass sich die Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts nachtr&auml;glich als unrichtig erweist. Sachverhalt in diesem Sinne ist der einzelne Lebensvorgang, an den das Gesetz steuerliche Folgen kn&uuml;pft. Der Begriff des Sachverhalts ist dabei nicht auf einzelne steuererhebliche Tatsachen oder ein einzelnes Merkmal beschr&auml;nkt, sondern erfasst den einheitlichen, f&uuml;r diese Besteuerung ma&szlig;geblichen Sachverhaltskomplex (z.B. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;August 2015 X&nbsp;R&nbsp;50\/13, BFHE 251, 389; vom 24.&nbsp;April 2013 II&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 241, 63, BStBl II 2013, 755; vom 12.&nbsp;Februar 2015 V&nbsp;R&nbsp;38\/13, BFHE 248, 504, jeweils m.w.N.). Dabei m&uuml;ssen der urspr&uuml;nglich beurteilte und der tats&auml;chlich verwirklichte Lebenssachverhalt und Besteuerungssachverhalt nicht vollst&auml;ndig &uuml;bereinstimmen (BFH-Urteile vom 14.&nbsp;Januar 2010 IV&nbsp;R&nbsp;33\/07, BFHE 228, 122, BStBl II 2010, 586, sowie in BFHE 248, 504, m.w.N.). Unerheblich ist, ob der f&uuml;r die rechtsirrige Beurteilung urs&auml;chliche Fehler im Tats&auml;chlichen oder im Rechtlichen gelegen hat (z.B. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;November 2012 I&nbsp;R&nbsp;53\/11, BFH\/NV 2013, 690).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall umfasst der &quot;bestimmte Sachverhalt&quot; des ge&auml;nderten Bescheids i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO die Ber&uuml;cksichtigung der tats&auml;chlich im Jahr 2000 gezahlten Umsatzsteuer durch den Kl&auml;ger als Betriebsausgabe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Sachverhalt war vom FA bei der Festsetzung der Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 2000 zun&auml;chst fehlerhaft beurteilt worden. Erst im Laufe des unter dem Aktenzeichen 11&nbsp;K&nbsp;3445\/06&nbsp;E gef&uuml;hrten Verfahrens stellte das FA fest, dass Zahlungen des Kl&auml;gers auf Umsatzsteuer, Zinsen, S&auml;umnis- und Versp&auml;tungszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 33.720,12&nbsp;DM im Jahr 2000 zun&auml;chst unber&uuml;cksichtigt geblieben waren. Mit &Auml;nderungsbescheid vom 22.&nbsp;Februar 2008 erkannte das FA die entsprechenden Betriebsausgaben an. Diese Betriebsausgaben sind auch in den nachfolgenden Einkommensteuer&auml;nderungsbescheiden 2000 vom 6.&nbsp;August 2008 (im Anschluss an das FG-Verfahren erlassen) und vom 19.&nbsp;August 2010 (im Anschluss an das BFH-Verfahren erlassen) erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese f&uuml;r den Kl&auml;ger g&uuml;nstige &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung 2000 &#8211;d.h. die Erfassung der streitigen Betriebsausgaben&#8211; erfolgte aufgrund eines Rechtsbehelfs der Kl&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Aufgrund der &Auml;nderung der Steuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 2000 konnte das FA aus dem Sachverhalt &#8211;d.h. der Ber&uuml;cksichtigung der im Jahr 2000 gezahlten Umsatzsteuer durch den Kl&auml;ger als Betriebsausgabe&#8211; nachtr&auml;glich durch die &Auml;nderung des Steuerbescheids f&uuml;r das Jahr 2001 zu Lasten der Kl&auml;ger die richtigen steuerlichen Folgerungen ziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Der &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO stand der Ablauf der Festsetzungsfrist nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ablauf der Festsetzungsfrist ist nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO unbeachtlich, wenn die steuerlichen Folgerungen innerhalb eines Jahres nach Aufhebung oder &Auml;nderung des fehlerhaften Steuerbescheids gezogen werden. War die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen, als der sp&auml;ter ge&auml;nderte Steuerbescheid erlassen wurde, gilt dies gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 i.V.m. Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO nur, wenn der Sachverhalt in dem (nunmehr zu &auml;ndernden) Steuerbescheid erkennbar in der Annahme nicht ber&uuml;cksichtigt wurde, dass er in einem anderen Steuerbescheid zu ber&uuml;cksichtigen sei, und sich diese Annahme als unrichtig herausstellt (vgl. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;April 2013 IX&nbsp;R&nbsp;22\/11, BFHE 241, 136, BStBl II 2016, 432).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der fehlerhafte Einkommensteuerbescheid 2000 wurde am 22.&nbsp;Februar 2008 ge&auml;ndert. Die Korrektur des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r das Jahr 2001 erfolgte am 6.&nbsp;August 2008 und damit fristgerecht. &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 AO greift nicht ein: Die Festsetzungsfrist f&uuml;r den Erlass des Bescheids f&uuml;r das Streitjahr war noch nicht abgelaufen, als der sp&auml;ter auf den Rechtsbehelf der Kl&auml;ger hin ge&auml;nderte (Sch&auml;tzungs-)Bescheid f&uuml;r 2000 vom 26.&nbsp;Februar 2002 erlassen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Mithin konnte das FA mit dem angefochtenen &Auml;nderungsbescheid vom 6.&nbsp;August 2008 die mit Bescheid vom 6.&nbsp;Juni 2003 erfolgte Steuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 2001 korrigieren, soweit darin Umsatzsteuerzahlungen des Kl&auml;gers als Betriebsausgaben erfasst waren, die zugleich bei der (korrigierten) Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 2000 ber&uuml;cksichtigt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG stand dem Erlass des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids f&uuml;r das Jahr 2001 die &quot;Rechtskraft der Urteile f&uuml;r 2000 und 2001&quot; nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine &Auml;nderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO ausgeschlossen, soweit zu dem steuerlichen Sachverhalt, dessen steuerliche Folgen durch den &Auml;nderungsbescheid gezogen werden sollen, bereits ein rechtskr&auml;ftiges Urteil mit Bindungswirkung f&uuml;r die Beteiligten besteht. Nach der Regelung des &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 FGO bleiben die Vorschriften der AO &uuml;ber die &Auml;nderung von Verwaltungsakten unber&uuml;hrt, soweit sich aus &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO nichts anderes ergibt. &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 FGO ist nach der Rechtsprechung des BFH im Sinne eines Vorrangs der Rechtskraft gegen&uuml;ber den &Auml;nderungsvorschriften der AO auszulegen (z.B. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Januar 2012 IV&nbsp;R&nbsp;3\/11, BFH\/NV 2012, 779).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO binden rechtskr&auml;ftige Urteile die Beteiligten, soweit &uuml;ber den Streitgegenstand entschieden worden ist. F&uuml;r den Umfang der Bindungswirkung eines rechtskr&auml;ftigen Urteils ist der Begriff Streitgegenstand in &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO im Sinne von &quot;Entscheidungsgegenstand&quot; zu verstehen. Dies ist die Teilmenge aller mit dem angefochtenen Verwaltungsakt erfassten Besteuerungsgrundlagen, &uuml;ber die das Gericht entschieden hat. Der sachliche Umfang der Bindungswirkung eines rechtskr&auml;ftigen Urteils ergibt sich in erster Linie aus der Urteilsformel. Zu deren Auslegung sind erforderlichenfalls Tatbestand und Entscheidungsgr&uuml;nde heranzuziehen, ohne dass die Begr&uuml;ndung eines Urteils als solche bzw. die Urteilselemente rechtskraftf&auml;hig w&auml;ren (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2012, 779; vom 19.&nbsp;Dezember 2006 VI&nbsp;R&nbsp;63\/02, BFH\/NV 2007, 924, BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;Oktober 2012 XI&nbsp;B&nbsp;48\/12, BFH\/NV 2013, 230; vom 27.&nbsp;August 2014 XI&nbsp;B&nbsp;32\/14, BFH\/NV 2014, 1897, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hiernach standen dem Erlass des &Auml;nderungsbescheids f&uuml;r das Jahr 2001 vom 6.&nbsp;August 2008 keine rechtskr&auml;ftigen Urteile entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Urteil des FG vom 12.&nbsp;Juni 2008&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3445\/06&nbsp;E zur Einkommensteuerfestsetzung 2000 ist durch die Entscheidung des BFH in BFH\/NV 2010, 2038 aufgehoben worden. Daher kann es keine Rechtskraft entfalten, die dem Erlass des streitigen &Auml;nderungsbescheids f&uuml;r 2001 entgegenstehen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch das BFH-Urteil in BFH\/NV 2010, 2038 zur Einkommensteuerfestsetzung 2000 entfaltet keine den Erlass des &Auml;nderungsbescheids hindernde Rechtskraftwirkung. Dies folgt bereits daraus, dass das Urteil die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 2000 und demzufolge die H&ouml;he des Betriebsausgabenabzugs f&uuml;r dieses Jahr, nicht aber f&uuml;r das Jahr 2001 betrifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem Erlass des streitigen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids steht das Urteil des FG vom 13.&nbsp;Januar 2006&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3755\/03&nbsp;E, das u.a. die Frage des Betriebsausgabenabzugs des Kl&auml;gers im Streitjahr betrifft, ebenfalls nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinem die Klage f&uuml;r 2001 abweisenden Urteil befasst sich das FG zwar mit dem Betriebsausgabenabzug, resultierend aus der vom Kl&auml;ger gezahlten Umsatzsteuer. Entschieden hat es insoweit jedoch nur &uuml;ber den im Klageverfahren noch streitigen Betrag von 647,46&nbsp;EUR, nicht aber &uuml;ber die bereits in der Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;Juni 2003 zugunsten des Kl&auml;gers ber&uuml;cksichtigten Betriebsausgaben in H&ouml;he von 33.714,76&nbsp;DM. Das FG stellt in den Urteilsgr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich darauf ab, dass der Kl&auml;ger im Streitjahr <span style=\"text-decoration:underline\">h&ouml;chstens<\/span> &quot;Zuschl&auml;ge\/Zinsen auf Steuern und Umsatzsteuer in H&ouml;he von 33.714,76&nbsp;DM&quot; gezahlt habe. Dies verdeutlicht, dass es &#8211;in &Uuml;bereinstimmung mit dem Klagebegehren und unter Beachtung des im finanzgerichtlichen Verfahren geltenden Verb&ouml;serungsverbots&#8211; lediglich &uuml;ber einen &uuml;ber diesen Betrag hinausgehenden Betriebsausgabenabzug entschieden hat. Das FG hat einen entsprechenden Betriebsausgabenabzug des Kl&auml;gers verneint und die Klage &#8211;da es dem Vorbringen des Kl&auml;gers auch im &Uuml;brigen nicht folgte&#8211; abgewiesen. Mithin hat das FG auch nicht im Zusammenhang mit einer Saldierung &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des dem Kl&auml;ger bereits mit der durch die Einspruchsentscheidung ge&auml;nderten Steuerfestsetzung gew&auml;hrten Betriebsausgabenabzugs in H&ouml;he von 33.714,76&nbsp;DM entschieden. Seine diesbez&uuml;glichen Ausf&uuml;hrungen im Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2006&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;3755\/03&nbsp;E sind als obiter dictum anzusehen, das nicht an der Rechtskraftwirkung der Entscheidung teilnimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat kann allerdings auf der Grundlage der Feststellungen des FG nicht dar&uuml;ber befinden, in welchem Umfang eine &Auml;nderung der Steuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO zul&auml;ssig war. Er kann &#8211;da eine weitere Sachaufkl&auml;rung im Revisionsverfahren ausgeschlossen ist&#8211; daher nicht abschlie&szlig;end &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des &Auml;nderungsbescheids entscheiden. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat &#8211;ausgehend von seiner ma&szlig;geblichen Begr&uuml;ndung zur Rechtskraftwirkung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 FGO&#8211; keine hinreichenden Feststellungen zu den sowohl bei der Festsetzung der Einkommensteuer 2000 als auch bei der Festsetzung der Einkommensteuer 2001 ber&uuml;cksichtigten konkreten Umsatzsteuerzahlungen getroffen. Daher kann der Senat nicht dar&uuml;ber entscheiden, ob tats&auml;chlich eine Doppelerfassung von Umsatzsteuerzahlungen in H&ouml;he von 27.510,84&nbsp;DM vorliegt, wie im &Auml;nderungsbescheid vom 6.&nbsp;August 2008 angenommen und vom Kl&auml;ger bestritten wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.9.2016, VIII R 16\/14ECLI:DE:BFH:2016:U.270916.VIIIR16.14.0 Zur Rechtskraftwirkung gerichtlicher Urteile Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 12. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;7 K 2499\/12 E aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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