{"id":67031,"date":"2017-03-23T13:32:14","date_gmt":"2017-03-23T11:32:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67031"},"modified":"2017-03-23T13:32:14","modified_gmt":"2017-03-23T11:32:14","slug":"vi-r-26-15-ordnungsgemaesse-revisionsbegruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-26-15-ordnungsgemaesse-revisionsbegruendung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;26\/15 &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;e Revisionsbegr&uuml;ndung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2017, VI R 26\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.110117.VIR26.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ordnungsgem&auml;&szlig;e Revisionsbegr&uuml;ndung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 25. M&auml;rz 2015 7 K 3010\/12 L wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist wirtschaftliche Tr&auml;gerin des Handballbundesligabetriebes des A-Vereins.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie schloss mit einzelnen Handballspielern Arbeitsvertr&auml;ge ab und stellte diese als Spieler des Deutschen Handball-Bundes (DHB) an. Laut &sect;&nbsp;1 der Vertr&auml;ge waren die Satzung und die Ordnungen des DHB in ihren jeweiligen Fassungen ma&szlig;gebend f&uuml;r die gesamte Bet&auml;tigung als Bundesliga-Spieler. Die Spieler erkannten insofern insbesondere die Spielerordnung des DHB (SpO) und die Rechts- und Verfahrensordnung des DHB ausdr&uuml;cklich als verbindlich an und unterwarfen sich diesen Bestimmungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;2 der Vertr&auml;ge regelte die <em>&quot;Pflichten des Spielers&quot;<\/em> wie folgt: &quot;Der Spieler verpflichtet sich, seine ganze Kraft und sportliche Leistungsf&auml;higkeit uneingeschr&auml;nkt f&uuml;r den Arbeitgeber einzusetzen, alles zu tun, um sie zu erhalten und zu steigern und alles zu unterlassen, was ihm im Allgemeinen und im Besonderen vor und bei Veranstaltungen des Arbeitgebers abtr&auml;glich sein k&ouml;nnte. Gem&auml;&szlig; diesen Grunds&auml;tzen ist der Spieler insbesondere verpflichtet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) an allen Vereinsspielen und Lehrg&auml;ngen, am Pflichttraining und an allen Spielerbesprechungen und sonstigen der Spiel- und Wettkampfvorbereitung dienenden Veranstaltungen teilzunehmen. Dies gilt auch, wenn ein Mitwirken als Spieler oder Ersatzspieler nicht in Betracht kommt. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Weiteren waren in &sect;&nbsp;2 Obliegenheitspflichten hinsichtlich der medizinischen Versorgung, der Teilnahme an &Ouml;ffentlichkeitsarbeit, Auftreten in der &Ouml;ffentlichkeit und der sportlichen Fairness geregelt. Eine Verpflichtung des Spielers zur Teilnahme an Spielen der deutschen Nationalmannschaft wurde nicht aufgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den <em>&quot;Pflichten des Arbeitgebers&quot;<\/em> hei&szlig;t es in &sect;&nbsp;4: &quot;Der Arbeitgeber verpflichtet sich neben der Bezahlung der vereinbarten Verg&uuml;tung (&sect;&nbsp;5) insbesondere zu folgendem: &#8230; e) den Spieler f&uuml;r Berufungen im Rahmen von L&auml;nderspielen und Auswahlspielen laut IHF-Satzung f&uuml;r die Nationalmannschaft Deutschlands und seiner Mitgliedsverb&auml;nde, Vorbereitungslehrg&auml;nge und Trainingslager abzustellen. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In &sect;&nbsp;5 sind die Verg&uuml;tung des Spielers und in &sect;&nbsp;6 Einsatz, T&auml;tigkeit und Vertragsstrafen unter Hinweis auf die Anlage I zum Vertrag im Einzelnen &#8211;hinsichtlich Art und zeitlichem Umfang&#8211; geregelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In &sect;&nbsp;82 SpO hei&szlig;t es zum <em>&quot;Abstellen von Spielern&quot;<\/em> u.a.: &quot;(1) Spieler, die zu einem Auswahlspiel oder zu einem Lehrgang einberufen werden, m&uuml;ssen zu diesem Zweck von ihrem Verein freigegeben werden. Die Einberufung ist dem zust&auml;ndigen Verband mitzuteilen. &#8230; (4) Spieler, die Auswahlspielen oder Schulungs- bzw. Sichtungslehrg&auml;ngen &#8211;mit Ausnahme von &Uuml;bungsleiterlehrg&auml;ngen&#8211; fernbleiben, d&uuml;rfen f&uuml;r die Tage der Veranstaltung in keiner Mannschaft ihres Vereins zum Einsatz kommen, sofern keine Freigabe durch die einberufende Stelle erfolgt ist. Bei Verst&ouml;&szlig;en gegen dieses Verbot ist das Spiel der betreffenden Mannschaft als verloren zu werten und ihr Verein mit einer Geldstrafe zu belegen &#8211; vgl. &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;h) und Abs.&nbsp;2 Rechtsordnung. Das Spielverbot gilt jedoch nicht als pers&ouml;nliche Sperre des Spielers. Der Spieler, der gegen das Verbot von Satz 1 verst&ouml;&szlig;t, kann gesperrt werden &#8211; vgl. &sect;&nbsp;20 Rechtsordnung. (5) Spieler, die unentschuldigt nicht an Lehrg&auml;ngen und Auswahlspielen teilnehmen, k&ouml;nnen gesperrt werden. Verschuldet ein Verein die Nichtteilnahme, ist in jedem Fall eine Geldstrafe zu verh&auml;ngen. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen wird auf die Satzung des DHB, den Grundlagenvertrag zwischen dem DHB und dem Ligaverband (Handball-Bundesliga-Vereinigung M&auml;nner e.V.), die SpO, die Rechtsordnung des DHB, die Satzung der Europ&auml;ischen Handball F&ouml;deration und die Statuten der Internationale Handball Federation Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die bei der Kl&auml;gerin angestellten Spieler wurden mehrfach vom DHB zu L&auml;nder- und Auswahlspielen sowie zu Vorbereitungslehrg&auml;ngen und Trainingslagern eingeladen. Die Einladung erfolgte jeweils durch direkt an die Spieler gerichtete Einladungsschreiben. Die Spieler erhielten f&uuml;r ihre Teilnahme ein Entgelt sowie Reisekostenersatz, wobei der DHB den Betrag unmittelbar auf ein vom Spieler benanntes Konto &uuml;berwies. Die H&ouml;he der Entgelte wurde zwischen dem Spielerrat und dem DHB ausgehandelt. Die Kl&auml;gerin war in diese Verhandlungen und in den Zahlungsweg nicht eingebunden. Sie wurde &uuml;ber den Einsatz der Spieler als Nationalspieler durch die &Uuml;bersendung einer Kopie des an den Spieler gerichteten Einladungsschreibens unterrichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vereinbarungen &uuml;ber die Zahlung von Abstellpr&auml;mien oder einer Kostenerstattung zwischen der Kl&auml;gerin und dem DHB gab es nicht. Es wurden auch keine entsprechenden Zahlungen des DHB an die Kl&auml;gerin geleistet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die steuerrechtliche Behandlung der Zahlungen des DHB an die Spieler war Gegenstand einer vom Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern (BZSt) bei der Kl&auml;gerin im Jahre 2010 durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung. Das BZSt war der Ansicht, bei den Zahlungen des DHB an die Spieler handele es sich um Lohnzahlungen Dritter gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG). F&uuml;r den Pr&uuml;fungszeitraum vom 1.&nbsp;Januar 2007 bis zum 31.&nbsp;Dezember 2009 kam man zu einer einvernehmlichen Regelung, dass auf eine Haftungsinanspruchnahme verzichtet werde und Kontrollmitteilungen an die Wohnsitzfinanz&auml;mter ergehen w&uuml;rden. Die Kl&auml;gerin k&uuml;ndigte an, auch in Zukunft keine Lohnsteuer f&uuml;r die Zahlungen des DHB an die Spieler einzubehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine daraufhin unmittelbar angeordnete Anschlusspr&uuml;fung f&uuml;r den Zeitraum von Januar 2010 bis einschlie&szlig;lich Juli 2010 kam zu dem Ergebnis, dass eine vorzunehmende Lohnversteuerung der durch den DHB gezahlten Pr&auml;mien seitens der Kl&auml;gerin nicht erfolgt war und diese nun f&uuml;r die nicht abgef&uuml;hrten Lohnsteuerbetr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;42d EStG in Haftung zu nehmen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Auswertung der Pr&uuml;fungsfeststellungen erlie&szlig; der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen Lohnsteuerhaftungsbescheid, mit dem er die Kl&auml;gerin f&uuml;r die auf die durch den DHB an die Spieler gezahlten Verg&uuml;tungen entfallende Lohnsteuer f&uuml;r den Zeitraum 1.&nbsp;Januar 2010 bis 31.&nbsp;Juli 2010 in Haftung nahm. Den hiergegen eingelegten Einspruch wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Klage auf Aufhebung des Haftungsbescheids gab das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 989 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt. Es war im Wesentlichen der Auffassung, die Zahlungen an die Spieler stellten keine Lohnzahlungen des DHB als Dritten dar, da diese schon keine durch das Dienstverh&auml;ltnis der Spieler zu der Kl&auml;gerin veranlassten Gegenleistungen seien. Insoweit fehle es insbesondere an einer arbeitsvertraglichen Verpflichtung der Spieler zur Teilnahme an Ma&szlig;nahmen des DHB. Die weiteren Umst&auml;nde (wie u.a. die Einladungspraxis, die Aushandlung der Verg&uuml;tungen zwischen dem Spielerrat und dem DHB) spr&auml;chen f&uuml;r eine gesonderte, von dem Dienstverh&auml;ltnis mit der Kl&auml;gerin getrennte Rechtsbeziehung zwischen den Spielern und dem DHB.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich das FA mit seiner Revision, die es auf eine Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen, hilfsweise als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unzul&auml;ssig und daher durch Beschluss zu verwerfen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Inhalt der Revisionsbegr&uuml;ndung entspricht nicht den Mindestanforderungen, die &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 FGO an eine Revisionsbegr&uuml;ndung stellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wendet sich der Revisionskl&auml;ger gegen die materielle Sicht des FG, so hat er die Umst&auml;nde zu bezeichnen, aus denen sich die Rechtsverletzung ergibt (&sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a FGO). Das umfasst auch Angaben dazu, aus welchen Gr&uuml;nden der Revisionskl&auml;ger das erstinstanzliche Urteil als unrichtig erachtet. Demgem&auml;&szlig; geh&ouml;rt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Revisionsbegr&uuml;ndung u.a. die Auseinandersetzung mit den Gr&uuml;nden des angefochtenen FG-Urteils. Der Revisionskl&auml;ger muss neben der R&uuml;ge eines konkreten Rechtsversto&szlig;es die Gr&uuml;nde tats&auml;chlicher oder rechtlicher Art angeben, die nach seiner Auffassung das erstinstanzliche Urteil als unrichtig erscheinen lassen. Erforderlich ist damit eine zumindest kurze Auseinandersetzung mit den Gr&uuml;nden des angefochtenen Urteils, aus der zu erkennen ist, dass der Revisionskl&auml;ger die Begr&uuml;ndung dieses Urteils und sein eigenes Vorbringen &uuml;berpr&uuml;ft hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, BFH-Beschluss vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2016 I&nbsp;R&nbsp;79\/14, BFH\/NV 2016, 1039, und die Nachweise bei Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;120 Rz&nbsp;59, 65; R&uuml;sken in Beermann\/Gosch, FGO &sect;&nbsp;120 Rz&nbsp;172&nbsp;f.). Der Revisionskl&auml;ger muss danach im Einzelnen und in Auseinandersetzung mit der Argumentation des FG dartun, welche Ausf&uuml;hrungen der Vorinstanz aus welchen Gr&uuml;nden unrichtig sein sollen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 20.&nbsp;August 2012 I&nbsp;R&nbsp;3\/12, BFH\/NV 2012, 1990; vom 7.&nbsp;April 2010 I&nbsp;R&nbsp;34\/06, BFH\/NV 2010, 1466, mit weiteren Rechtsprechungshinweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die vom FA vorgelegte Revisionsbegr&uuml;ndung entspricht diesen Anforderungen nicht. Das FA bekundet letztlich nur, dass es sich seiner &#8211;auf ein Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 8.&nbsp;Juni 2010 gest&uuml;tzten&#8211; Auffassung nach bei den Zahlungen eines Verbandes (wie vorliegend dem DHB) an Berufssportler f&uuml;r L&auml;nderspieleins&auml;tze etc. um echte Lohnzahlungen durch Dritte i.S. des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG handele, f&uuml;r die der Arbeitgeber (der Verein) zum Lohnsteuerabzug verpflichtet sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es setzt sich aber nicht im Ansatz mit der Begr&uuml;ndung des FG auseinander, wonach es im Streitfall &#8211;gerade anders als bei Fu&szlig;ballbundesligaspielern&#8211; schon an einer arbeitsrechtlichen Verpflichtung der Handballbundesligaspieler fehle, an die Nationalmannschaft betreffenden Ma&szlig;nahmen des DHB teilzunehmen. Auch auf die Argumentation des FG, die weiteren Umst&auml;nde (wie u.a. die Einladungspraxis, die Aushandlung der Verg&uuml;tungen zwischen dem Spielerrat und dem DHB) spr&auml;chen f&uuml;r eine gesonderte, von dem Dienstverh&auml;ltnis mit der Kl&auml;gerin getrennte Rechtsbeziehung zwischen den Spielern und dem DHB, geht das FA nicht ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Revisionsbegr&uuml;ndung, mit der der Revisionskl&auml;ger der Rechtsansicht des FG nur &#8211;ohne weitere Er&ouml;rterung&#8211; seine eigene Auffassung entgegenstellt, gen&uuml;gt &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 FGO indes nicht (vgl. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Dezember 1989 VII&nbsp;R&nbsp;74\/88, BFH\/NV 1990, 656).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA missversteht insoweit, dass eine ausschlie&szlig;lich unter dem Gesichtspunkt der Verletzung materiellen Rechts eingelegte Revision nicht in einer den Anforderungen des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 FGO gen&uuml;genden Weise ausschlie&szlig;lich mit Angriffen gegen die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung durch das FG begr&uuml;ndet werden kann, es sei denn, es werden Umst&auml;nde bezeichnet, aus denen sich schl&uuml;ssig ergibt, dass die vom FG in dem angefochtenen Urteil getroffenen Feststellungen mit den Denkgesetzen oder mit allgemeinen Erfahrungss&auml;tzen unvereinbar sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 28.&nbsp;Juli 2015 VI&nbsp;R&nbsp;1\/15, BFH\/NV 2015, 1591). Daran fehlt es hier. Insbesondere gen&uuml;gt hierzu weder der blo&szlig;e Hinweis auf zwei Literaturfundstellen (vgl. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;Dezember 1970 VI&nbsp;R&nbsp;256\/70, BFHE 101, 55, BStBl II 1971, 205) noch der Verweis auf das BMF-Schreiben vom 8.&nbsp;Juni 2010.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insgesamt beschr&auml;nkt sich die Revisionsbegr&uuml;ndung &#8211;gest&uuml;tzt auf eine blo&szlig;e Rechtsbehauptung (Zahlungen des DHB als Lohnzahlungen durch Dritte)&#8211; darauf, den eigenen Rechtsstandpunkt zu wiederholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2017, VI R 26\/15ECLI:DE:BFH:2017:B.110117.VIR26.15.0 Ordnungsgem&auml;&szlig;e Revisionsbegr&uuml;ndung Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 25. M&auml;rz 2015 7 K 3010\/12 L wird als unzul&auml;ssig verworfen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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