{"id":67086,"date":"2017-04-27T10:03:29","date_gmt":"2017-04-27T08:03:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67086"},"modified":"2017-04-27T10:03:29","modified_gmt":"2017-04-27T08:03:29","slug":"i-r-66-15-progressionsvorbehalt-bei-einkuenften-aus-aktiven-eu-betriebsstaetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-66-15-progressionsvorbehalt-bei-einkuenften-aus-aktiven-eu-betriebsstaetten\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;66\/15 &#8211; Progressionsvorbehalt bei Eink&uuml;nften aus aktiven EU-Betriebsst&auml;tten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.1.2017, I R 66\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.260117.IR66.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Progressionsvorbehalt bei Eink&uuml;nften aus aktiven EU-Betriebsst&auml;tten<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 1. Juli 2015 1 K 1807\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Einbeziehung niederl&auml;ndischer Eink&uuml;nfte in den sog. Progressionsvorbehalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden in den Streitjahren 2010 und 2011 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Sie haben ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist ausgebildeter Steuerfachangestellter und betreibt seit 2001 in A (Niederlande) ein B&uuml;ro als Belastingadviseur. Aus dieser T&auml;tigkeit bezog er Eink&uuml;nfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) behandelte diese Eink&uuml;nfte als steuerfrei, bezog sie aber bei der Ermittlung des besonderen Steuersatzes (sog. Progressionsvorbehalt) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (EStG) ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beriefen sich auf den Ausnahmetatbestand des &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG, konnten damit aber weder im Einspruchs- noch im Klageverfahren durchdringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des Finanzgerichts (FG) K&ouml;ln vom 1.&nbsp;Juli 2015 1&nbsp;K&nbsp;1807\/13 richtet sich die Revision der Kl&auml;ger. Sie r&uuml;gen die unzutreffende Auslegung des &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG durch das FG. Au&szlig;erdem sieht sich der Kl&auml;ger durch die Anwendung des Progressionsvorbehalts in seiner gemeinschaftsrechtlich verb&uuml;rgten Niederlassungsfreiheit beeintr&auml;chtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;, unter Aufhebung des FG-Urteils die Einkommensteuerbescheide 2010 und 2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidungen dahingehend zu &auml;ndern, dass die jeweils in den Progressionsvorbehalt einbezogenen Eink&uuml;nfte aus den Niederlanden nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die niederl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers zu Recht bei der Ermittlung des besonderen Steuersatzes ber&uuml;cksichtigt. Positive und negative Eink&uuml;nfte aus gewerblichen Betriebsst&auml;tten in der Europ&auml;ischen Union (EU), die den Aktivit&auml;tsanforderungen des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG gen&uuml;gen, unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Das begegnet keinen gemeinschaftsrechtlichen Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Eink&uuml;nfte aus der T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Belastingadviseur sind nach dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem K&ouml;nigreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie verschiedener sonstiger Steuern und zur Regelung anderer Fragen auf steuerlichem Gebiete vom 16.&nbsp;Juni 1959 &#8211;DBA-Niederlande 1959&#8211; (BGBl II 1960, 1782, BStBl I 1960, 382) in Deutschland steuerfrei. Es ist hierbei unerheblich, ob es sich bei den Eink&uuml;nften um solche aus Unternehmensgewinnen (Art.&nbsp;5 DBA-Niederlande 1959) oder um solche aus selbst&auml;ndiger Arbeit (Art.&nbsp;9 DBA-Niederlande 1959) handelt. In beiden F&auml;llen st&uuml;nde &#8211;wovon das FG zutreffend ausgegangen ist&#8211; dem K&ouml;nigreich der Niederlande als Quellenstaat das alleinige Besteuerungsrecht zu (vgl. Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 und 9 Abs.&nbsp;1 und 2 DBA-Niederlande 1959), w&auml;hrend Deutschland die Eink&uuml;nfte von der Bemessungsgrundlage unter Progressionsvorbehalt ausnimmt (vgl. Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 und Satz&nbsp;2 DBA-Niederlande 1959).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Es ist ferner aus revisionsrichterlicher Sicht nicht zu beanstanden, dass das FG den Tatbestand des &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG, nach dem bei Bezug von nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung steuerfreien Eink&uuml;nften durch einen unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtigen ein besonderer Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen anzuwenden ist, im Streitfall bejaht hat. Auch dies ist zu Recht zwischen den Beteiligten nicht streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es bleibt im Streitfall bei der Geltung des besonderen Steuersatzes, weil keiner der in &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG aufgef&uuml;hrten Ausnahmetatbest&auml;nde erf&uuml;llt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Auch insoweit kann dahinstehen, ob die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Belastingadviseur als gewerblich oder freiberuflich zu qualifizieren sind (vgl. dazu Schmidt\/ Wacker, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;155 &quot;Belastingadviseur&quot;, m.w.N.). W&auml;ren sie freiberuflicher Natur, so bliebe es bei der Geltung des Progressionsvorbehalts, weil solche von der enumerativen Aufz&auml;hlung progressionsvorbehaltssch&auml;dlicher Eink&uuml;nfte in &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG von vornherein nicht erfasst sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) W&auml;ren sie gewerblicher Natur, dann schl&ouml;sse &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG die Anwendung des besonderen Steuersatzes nur dann aus, wenn es sich um Eink&uuml;nfte aus einer anderen als in einem Drittstaat belegenen gewerblichen Betriebsst&auml;tte, die nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG erf&uuml;llt, handelte. Diese zus&auml;tzlichen Voraussetzungen liegen im Streitfall jedoch nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dass der Kl&auml;ger Gewinne &#8211;und nicht Verluste&#8211; aus seiner T&auml;tigkeit erzielt hat, sperrt die Anwendung des &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG nicht; der Ausnahmetatbestand erfasst positive wie negative Eink&uuml;nfte. Dies folgt zun&auml;chst aus dem ohne weitere Differenzierung oder Einschr&auml;nkung verwendeten Begriff der &quot;Eink&uuml;nfte&quot; sowohl im Grundtatbestand (&sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG) als auch in der Rechtsfolgenbestimmung des Ausnahmetatbestands (&sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz 2 EStG: &quot;Satz&nbsp;1 Nummer&nbsp;3 gilt nicht f&uuml;r Eink&uuml;nfte&quot;). Der in den Gesetzesmaterialien deutlich zum Ausdruck gebrachte Wille des Gesetzgebers, den negativen und den positiven Progressionsvorbehalt bei bestimmten innerhalb der Mitgliedstaaten der EU verwirklichten Tatbest&auml;nden auszuschlie&szlig;en (BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;46 und 53), hat damit einen hinreichenden Niederschlag im Gesetzeswortlaut gefunden und ist bei der Auslegung der weiteren Tatbestandsmerkmale zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar hat der Kl&auml;ger Eink&uuml;nfte &quot;aus einer anderen als in einem Drittstaat belegenen gewerblichen Betriebsst&auml;tte&quot; bezogen, weil das K&ouml;nigreich der Niederlande die sinngem&auml;&szlig; anwendbare Drittstaatendefinition nicht erf&uuml;llt (&sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2a Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG). Drittstaaten sind demnach solche Staaten, die nicht Mitglied der EU sind und die auch nicht zum Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum (EWR) geh&ouml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Betriebsst&auml;tte des Kl&auml;gers ist aber keine solche, &quot;die nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 erf&uuml;llt&quot;. Mit diesem Relativsatz hat der Gesetzgeber (nur) auf die in &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG enthaltenen Aktivit&auml;tsanforderungen verwiesen (gleicher Auffassung Schmidt\/Heinicke, a.a.O., &sect;&nbsp;32b Rz&nbsp;34; Kuhn\/K&uuml;hner in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;32b EStG Rz&nbsp;129; Bl&uuml;mich\/Wagner, &sect;&nbsp;32b EStG Rz&nbsp;67; Egner\/Quinten in Kanzler\/Kraft\/B&auml;uml, EStG, &sect;&nbsp;32b Rz&nbsp;34; Schmidt\/Heinz, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2009, 43; Wittkowski\/ Lindscheid, IStR 2009, 225; Holthaus, Deutsche Steuer-Zeitung 2009, 188; Gebhardt\/Quilitzsch, IStR 2010, 390; Urteil des FG M&uuml;nster vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp; 4&nbsp;K&nbsp;2292\/11&nbsp;F, Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 1003). Liegen diese nicht vor, handelt es sich also um eine EU\/EWR-Betriebsst&auml;tte mit &#8211;positiven oder negativen&#8211; Eink&uuml;nften aus passiver T&auml;tigkeit, f&uuml;r die der Progressionsvorbehalt ausgeschlossen ist. Bei EU\/EWR-Betriebsst&auml;tten mit &#8211;positiven oder negativen&#8211; Eink&uuml;nften aus aktiver T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG bleibt es hingegen bei der Anwendung des besonderen Steuersatzes. Dass die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Belastingadviseur die Aktivit&auml;tsanforderungen (&quot;Bewirkung gewerblicher Leistungen&quot;) erf&uuml;llt, steht im Streitfall au&szlig;er Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Dass der im Relativsatz des &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG enthaltene Verweis auf die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 EStG nicht isoliert zu betrachten und wortw&ouml;rtlich zu nehmen ist, folgt aus dem systematischen Zusammenhang der Regelungen und aus der Entstehungsgeschichte der Norm (vgl. Senatsurteil vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2009 I&nbsp;R&nbsp;37\/08, BFHE 225, 323, BStBl II 2011, 894, zu einer vergleichbaren Auslegungsfrage).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einem streng wortlautgetreuen Verst&auml;ndnis (allein) des Relativsatzes k&auml;me die darin enthaltene Negativvoraussetzung praktisch nie zum Tragen, die Regelung w&auml;re schlicht &uuml;berfl&uuml;ssig. Denn die erste der in &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG genannten Voraussetzungen (&quot;aus einer anderen als in einem Drittstaat belegenen gewerblichen Betriebsst&auml;tte&quot;) setzt positiv gewendet das Vorliegen einer EU\/EWR-Betriebsst&auml;tte voraus. Eine EU\/EWR-Betriebsst&auml;tte wird aber immer zugleich auch der zweiten &#8211;negativen&#8211; Voraussetzung des &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG (&quot;die nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;2a Absatz&nbsp;2 Satz&nbsp;1 erf&uuml;llt&quot;) unterfallen, weil EU\/EWR-Betriebsst&auml;tten nicht als Drittlandsbetriebsst&auml;tten i.S. von &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG qualifiziert werden k&ouml;nnen. Abgesehen davon, dass dem Gesetzgeber im Allgemeinen nicht zu unterstellen ist, &quot;leerlaufende&quot; Regelungen treffen zu wollen, darf die Wortlautauslegung nicht auf den Relativsatz beschr&auml;nkt werden. Diese muss vielmehr den Blick auf den gesamten Gesetzestatbestand richten: Mit der ersten in &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG enthaltenen Voraussetzung, wonach es sich um eine Nicht-Drittstaatenbetriebsst&auml;tte handeln muss, wird der Belegenheitsaspekt der verschiedenen Betriebsst&auml;ttenerfordernisse eigenst&auml;ndig geregelt und abschlie&szlig;end mit der ersten Voraussetzung beantwortet. Demgegen&uuml;ber bezieht sich der im folgenden Relativsatz enthaltene Verweis auf &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG nur noch auf die nicht belegenheitsbezogenen Eigenschaften der Betriebsst&auml;tte, also auf die Aktivit&auml;tsanforderungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Dass der im Relativsatz des &sect;&nbsp;32b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG enthaltene Verweis auf &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG bei rein wortlautverhaftetem Verst&auml;ndnis zu keinen sinnhaften Ergebnissen f&uuml;hrt, zeigt sich auch daran, dass dort stets das Vorliegen negativer Eink&uuml;nfte vorausgesetzt wird. Diese Voraussetzung wird im &quot;Gewinnfall&quot; (Steuerpflichtiger mit positiven Eink&uuml;nften) von vornherein nicht erf&uuml;llt und w&uuml;rde zum &quot;automatischen&quot; Wegfall des Progressionsvorbehalts bei EU\/EWR-Betriebsst&auml;tten f&uuml;hren, w&auml;hrend es f&uuml;r EU\/EWR-Betriebsst&auml;tten mit negativen Eink&uuml;nften &#8211;die weiteren Voraussetzungen des &sect;&nbsp;2a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG als gegeben unterstellt&#8211; bei der Anwendung des Progressionsvorbehalts bliebe. Dies widerspr&auml;che aber dem sich aus Wortlaut und Entstehungsgeschichte ergebenden Befund, dass es f&uuml;r die Geltung oder Nichtgeltung eines besonderen Steuersatzes nicht auf den Erfolg der wirtschaftlichen Bet&auml;tigung ankommen soll. Der Gesetzgeber wollte aus gemeinschaftsrechtlichen Gr&uuml;nden negative und positive Eink&uuml;nfte gleichbehandelt wissen (BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;46 und 53; s.a. oben unter II.3.b&nbsp;aa der Gr&uuml;nde dieses Beschlusses).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Durch die Anwendung des positiven Progressionsvorbehalts wird der Kl&auml;ger nicht in seinen Grundfreiheiten beschr&auml;nkt. Der Senat verweist insoweit auf seinen Beschluss vom 19.&nbsp;Juli 2010 I&nbsp;B&nbsp;10\/10 (BFH\/NV 2011, 17, m.w.N.). Die dort gemachten Ausf&uuml;hrungen lassen sich auf die vom Kl&auml;ger geltend gemachte Verletzung der Niederlassungsfreiheit bzw. Dienstleistungsfreiheit &uuml;bertragen. Der Senat erachtet diese Rechtslage f&uuml;r eindeutig. Einer Vorlage an den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) nach Art.&nbsp;267 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;wie von den Kl&auml;gern begehrt&#8211; bedarf es deshalb nicht (z.B. EuGH-Urteil CILFIT vom 6.&nbsp;Oktober 1982 C-283\/81, EU:C:1982:335).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.1.2017, I R 66\/15ECLI:DE:BFH:2017:B.260117.IR66.15.0 Progressionsvorbehalt bei Eink&uuml;nften aus aktiven EU-Betriebsst&auml;tten Tenor Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 1. Juli 2015 1 K 1807\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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