{"id":67092,"date":"2017-04-27T10:02:32","date_gmt":"2017-04-27T08:02:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67092"},"modified":"2017-04-27T10:02:32","modified_gmt":"2017-04-27T08:02:32","slug":"vii-r-26-14-zum-umfang-des-entlastungsanspruchs-beim-verbringen-von-biokraftstoffen-in-andere-mitgliedstaaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-14-zum-umfang-des-entlastungsanspruchs-beim-verbringen-von-biokraftstoffen-in-andere-mitgliedstaaten\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;26\/14 &#8211; Zum Umfang des Entlastungsanspruchs beim Verbringen von Biokraftstoffen in andere Mitgliedstaaten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.1.2017, VII R 26\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.100117.VIIR26.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Umfang des Entlastungsanspruchs beim Verbringen von Biokraftstoffen in andere Mitgliedstaaten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der in &sect; 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EnergieStG normierte Entlastungsanspruch entsteht mit dem Verbringen der beg&uuml;nstigten Energieerzeugnisse in einen anderen Mitgliedstaat oder mit der Ausfuhr.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. F&uuml;r Biokraftstoffe, die bis zum 17. August 2009 und damit vor dem Inkrafttreten der in &sect; 50 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 EnergieStG durch das Gesetz zur &Auml;nderung der F&ouml;rderung von Biokraftstoffen vorgenommenen Steuersatz&auml;nderung in einen anderen Mitgliedstaat verbracht oder ausgef&uuml;hrt worden sind, ist der Entlastungsanspruch nach der Rechtslage zu gew&auml;hren, die vor der Rechts&auml;nderung gegolten hat. Nach diesem Zeitpunkt richtet sich die H&ouml;he des Entlastungsanspruchs nach der gem&auml;&szlig; der neuen Rechtslage anzunehmenden Vorversteuerung, wobei in Bezug auf die bisherige Vorversteuerung die Gew&auml;hrung von Vertrauensschutz nicht in Betracht kommt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 18. Dezember 2013&nbsp;&nbsp;2 K 940\/10 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht des Landes Sachsen-Anhalt zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) verbrachte im Zeitraum vom 13.&nbsp;Juli 2009 bis zum 26.&nbsp;August 2009 insgesamt 467&nbsp;013&nbsp;Liter Biokraftstoff (Fetts&auml;uremethylester) in einen anderen Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union. Den Biokraftstoff hatte sie nach ihren Angaben seit Mai 2009 bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur &Auml;nderung der F&ouml;rderung von Biokraftstoffen vom 15.&nbsp;Juli 2009 (BGBl I 2009, 1804) erworben. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) gew&auml;hrte der Kl&auml;gerin hierf&uuml;r eine Steuerentlastung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) in H&ouml;he von 85.430,69&nbsp;EUR. F&uuml;r die Berechnung hatte das HZA die Rechtslage zugrunde gelegt, die sich nach Inkrafttreten des Gesetzes zur &Auml;nderung der F&ouml;rderung von Biokraftstoffen &#8211;r&uuml;ckwirkend ab dem 1.&nbsp;Januar 2009&#8211; ergab. Infolgedessen ging es von einem Biokraftstoffmindestanteil gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) in H&ouml;he von 5,25&nbsp;% und einer Steuerentlastung f&uuml;r Fetts&auml;uremethylester gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EnergieStG in H&ouml;he von 303,40&nbsp;EUR je 1&nbsp;000&nbsp;Liter aus. Demgegen&uuml;ber hatte die Kl&auml;gerin eine Steuerentlastung in H&ouml;he von insgesamt 99.969,33&nbsp;EUR beantragt, wobei sie die Rechtslage vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zur &Auml;nderung der F&ouml;rderung von Biokraftstoffen zugrunde legte, die f&uuml;r das Jahr 2009 einen Biokraftstoffmindestanteil in H&ouml;he von 6,25&nbsp;% und eine Steuerentlastung f&uuml;r Fetts&auml;uremethylester in H&ouml;he von 273,40&nbsp;EUR je 1&nbsp;000&nbsp;Liter vorsah. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, der Kl&auml;gerin stehe keine weitere Steuerentlastung in H&ouml;he von 14.538&nbsp;EUR zu. Ihr Vertrauen in die alte Rechtslage sei seit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung vom 1.&nbsp;Dezember 2008 (BTDrucks 16\/11131) nicht mehr gesch&uuml;tzt. Bereits zu Beginn des Jahres 2009 h&auml;tte ihr klar sein m&uuml;ssen, dass eine entsprechende &Auml;nderung der Rechtslage zu erwarten sei. Bei der Gestaltung der Liefervertr&auml;ge h&auml;tte die Kl&auml;gerin die Gesetzes&auml;nderung ber&uuml;cksichtigen m&uuml;ssen. Dies gelte insbesondere unter Ber&uuml;cksichtigung des Steuererstattungsanspruchs, der dem Steuerschuldner hinsichtlich der zu viel erhobenen Energiesteuer in Folge der r&uuml;ckwirkend zum 1.&nbsp;Januar 2009 geltenden Rechts&auml;nderungen zugestanden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, f&uuml;r die Steuerentlastung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;46 EnergieStG sei der &Uuml;bergang zur neuen Rechtslage nicht verfassungskonform geregelt. Zwar habe der Produzent aufgrund der r&uuml;ckwirkend zum 1.&nbsp;Januar 2009 geltenden &Auml;nderungen einen Anspruch auf Steuererstattung, doch habe der Gesetzgeber Lieferketten nicht bedacht. Derjenige, der bereits versteuerte Ware erwerbe und anschlie&szlig;end in einen anderen Mitgliedstaat verbringe, habe keinen durchsetzbaren zivilrechtlichen Anspruch gegen den Vorlieferer auf Weiterleitung der dem Produzenten als Steuerschuldner zustehenden Steuererstattung. Dies folge insbesondere daraus, dass dem Erwerber grunds&auml;tzlich nicht bekannt sei, wer der Produzent und damit der origin&auml;re Steuerschuldner sei. Zur weiteren Begr&uuml;ndung verweist die Kl&auml;gerin auf zwei Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur R&uuml;ckwirkung von Steuergesetzen, und zwar auf den Beschluss vom 14.&nbsp;November 1961&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;15\/59 (BVerfGE 13, 206) und auf das Urteil vom 19.&nbsp;Dezember 1961&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;6\/59 (BVerfGE 13, 261). Danach d&uuml;rften belastende Steuergesetze grunds&auml;tzlich nicht auf Tatbest&auml;nde zur&uuml;ckwirken, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; zum Zeitpunkt der Verk&uuml;ndung des Gesetzes bereits abgeschlossen gewesen seien. Da das Inkrafttreten der Gesetzes&auml;nderung die unionsrechtliche Genehmigung voraussetze, habe sie, die Kl&auml;gerin, trotz des Gesetzentwurfs der Bundesregierung vom 1.&nbsp;Dezember 2008 auch nicht mit einer r&uuml;ckwirkenden Gesetzes&auml;nderung rechnen m&uuml;ssen. Ebenso wie im Umsatzsteuerrecht m&uuml;sse auch im Verbrauchsteuerrecht das Neutralit&auml;tsprinzip Beachtung finden, so dass die im Einzelfall entrichtete Energiesteuer auch einem Zwischenlieferanten erstattet werden m&uuml;sse. Im &Uuml;brigen h&auml;tte das FG aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, ob der Produzent der streitgegenst&auml;ndlichen Ware eine Erstattung in H&ouml;he von 14.438&nbsp;EUR erhalten habe. F&uuml;r sie, die Kl&auml;gerin, sei eine solche Aufkl&auml;rung aufgrund der bestehenden Lieferkette tats&auml;chlich unm&ouml;glich bzw. unzumutbar. Deshalb genie&szlig;e sie auch nach den Ausf&uuml;hrungen des BVerfG zur unechten R&uuml;ckwirkung von Steuergesetzen in dem Beschluss vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02 (BVerfGE 127, 1) Vertrauensschutz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Wesentlichen schlie&szlig;t sich das HZA der Rechtsauffassung des FG an. Vertrauensschutz k&ouml;nne der Kl&auml;gerin aufgrund des Gesetzentwurfs der Bundesregierung nicht gew&auml;hrt werden. Das &Auml;nderungsgesetz habe nicht in abgeschlossene Tatbest&auml;nde eingegriffen. Aufgrund von Verwaltungsanweisungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) habe das f&uuml;r den Steuerschuldner zust&auml;ndige Hauptzollamt von Amts wegen f&uuml;r die zur&uuml;ckliegenden Monate des Jahres 2009 die Versteuerung korrigieren und eine Entlastung gew&auml;hren m&uuml;ssen. Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb es f&uuml;r die Kl&auml;gerin nicht m&ouml;glich gewesen sein soll, zivilrechtliche Anspr&uuml;che gegen&uuml;ber ihren Vorlieferern durchzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung. Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass der Kl&auml;gerin hinsichtlich derjenigen Energieerzeugnisse, die sie vor dem 18.&nbsp;August 2009 in andere Mitgliedstaaten verbracht hat, kein weiterer Entlastungsanspruch nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Steuerentlastung wird nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG auf Antrag f&uuml;r nachweislich versteuerte, nicht gebrauchte Energieerzeugnisse i.S. des &sect;&nbsp;4 EnergieStG gew&auml;hrt, die zu gewerblichen Zwecken oder im Versandhandel in einen anderen Mitgliedstaat verbracht worden sind. Entlastungsberechtigter ist nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;3 EnergieStG derjenige, der die Energieerzeugnisse aus dem Steuergebiet verbracht oder ausgef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall ist das Verbringen der streitgegenst&auml;ndlichen Energieerzeugnisse in einen anderen Mitgliedstaat und die Erf&uuml;llung der in &sect;&nbsp;87 Abs.&nbsp;3 der Energiesteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EnergieStV) normierten Voraussetzungen unstreitig. Fraglich ist lediglich, ob und in welcher H&ouml;he eine nachweisliche Versteuerung der von der Kl&auml;gerin aus dem Steuergebiet verbrachten Energieerzeugnisse anzunehmen ist. In Bezug auf das Tatbestandsmerkmal der nachweislichen Versteuerung ist dem EnergieStG keine Definition zu entnehmen, so dass eine Deutung des Begriffs der Versteuerung geboten ist, die sich an dem Sinn und Zweck der Entlastungsregelung orientiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie der Senat zu &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 EnergieStG entschieden hat (Urteil vom 20.&nbsp;September 2016 VII&nbsp;R&nbsp;7\/16, BFHE 255, 360, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2016, 308), ist zur Erf&uuml;llung dieses Tatbestandsmerkmals die blo&szlig;e Entstehung der Steuer nicht ausreichend. Eines die Energiesteuer festsetzenden Steuerbescheids bzw. der Abgabe einer Steueranmeldung durch den Lieferer oder gar der Entrichtung der Energiesteuer bedarf es jedoch nicht. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass der verg&uuml;tungsberechtigte Verwender in der Regel nicht in der Lage ist, die Anmeldung und Entrichtung der Steuer durch den Steuerschuldner, z.B. durch Vorlage von Kopien der Steueranmeldungen und Belegen &uuml;ber geleistete Vorauszahlungen, selbst nachzuweisen. Da ihm ein Zugriff auf die eigentlichen Besteuerungsunterlagen verwehrt ist, bleibt dem Antragsteller als Mittel der Glaubhaftmachung der Versteuerung nur die Vorlage von Rechnungen, aus denen der Bezug versteuerter Energieerzeugnisse ersichtlich ist (Bongartz in Bongartz\/ Jatzke\/Schr&ouml;er-Schallenberg, EnergieStG, StromStG, EnergieStG &sect;&nbsp;45 Rz&nbsp;10, und M&ouml;hlenkamp\/Milewski, EnergieStG, StromStG, &sect;&nbsp;45 EnergieStG Rz&nbsp;4, sowie Jarsombeck, Der Nachweis der Versteuerung bei der Verbrauchsteuerentlastung, Erlass, Erstattung, Verg&uuml;tung, ZfZ 1997, 331, 332, der darauf hinweist, dass sich praktikable und gerechte Ergebnisse nur erzielen lassen, wenn man die ordnungsgem&auml;&szlig;e Aufnahme in die Buchf&uuml;hrung oder Steueranmeldung des Steuerschuldners als Versteuerungstatbestand ausreichen l&auml;sst). Der Entlastungsanspruch nach &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;1 EnergieStG entsteht daher bereits mit der steuerbeg&uuml;nstigten Verwendung des Energieerzeugnisses, wobei unterstellt werden kann, dass in diesem Zeitpunkt die vom Lieferer nach &sect;&nbsp;79 Abs.&nbsp;2 EnergieStV zu f&uuml;hrenden Aufzeichnungen ausreichende Gew&auml;hr f&uuml;r die Durchsetzung des Steueranspruchs bieten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Grunds&auml;tze lassen sich auf den Entlastungstatbestand des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG &uuml;bertragen. F&uuml;r die Entstehung des Entlastungsanspruchs ist dem Grunde und der H&ouml;he nach auf das Verbringen in einen anderen Mitgliedstaat oder auf die Ausfuhr der versteuert bezogenen Energieerzeugnisse abzustellen. Dadurch wird gew&auml;hrleistet, dass eine Entlastung in Einzelf&auml;llen, wie in &sect;&nbsp;87 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EnergieStV vorgesehen, auch unverz&uuml;glich gew&auml;hrt werden kann. Als nachweislich versteuert i.S. des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG ist danach ein Energieerzeugnis anzusehen, das der Entlastungsberechtigte &#8211;in der Regel von einem Lieferer gegen Rechnung&#8211; versteuert bezogen und aus dem Steuergebiet verbracht hat. Die H&ouml;he der Entlastung richtet sich nach dem jeweiligen Umfang der Vorversteuerung im Zeitpunkt der Entstehung des Entlastungsanspruchs. Abzustellen ist auf die steuerliche Belastung des Steuerpflichtigen, denn nur in diesem Umfang kann eine Versteuerung i.S. des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG angenommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin am 15.&nbsp;September 2009 einen Antrag auf eine Steuerentlastung f&uuml;r diejenigen Energieerzeugnisse gestellt, die sie seit Mai 2009 erworben und im Zeitraum vom 13.&nbsp;Juli bis zum 26.&nbsp;August 2009 in einen anderen Mitgliedstaat verbracht hat. F&uuml;r diese Energieerzeugnisse ist davon auszugehen, dass sie auch ohne eine Festsetzung und ohne eine Entrichtung der Energiesteuer durch den Hersteller und Steuerschuldner als &quot;nachweislich versteuert&quot; i.S. des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG anzusehen sind. Die vom Steuerschuldner zun&auml;chst entrichtete Energiesteuer f&uuml;r insgesamt 467&nbsp;013&nbsp;l Fetts&auml;uremethylester betrug im Zeitpunkt, in dem die Kl&auml;gerin die streitgegenst&auml;ndlichen Energieerzeugnisse in einen anderen Mitgliedstaat verbracht hat, 99.969,33&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund des am 21.&nbsp;Juli 2009 in Kraft getretenen &Auml;nderungsgesetzes, mit dem der Mindestanteil Otto- und Dieselkraftstoff ersetzenden Biokraftstoffs nach &sect;&nbsp;37a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 BImSchG r&uuml;ckwirkend zum 1.&nbsp;Januar 2009 von 6,25&nbsp;% auf 5,25&nbsp;% gesenkt und die Steuerentlastung hinsichtlich der entsprechend geminderten entlastungsf&auml;higen Biokraftstoffmenge nach &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 EnergieStG nach Erteilung der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Kommission (zum Genehmigungsvorbehalt vgl. Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 des Gesetzes zur &Auml;nderung der F&ouml;rderung von Biokraftstoffen) mit Wirkung zum 18.&nbsp;August 2009 (BGBl I 2009, 3108) von 273,40&nbsp;EUR je 1&nbsp;000&nbsp;l auf 303,40&nbsp;EUR je 1&nbsp;000&nbsp;l erh&ouml;ht worden ist, betrug die Energiesteuer f&uuml;r die streitgegenst&auml;ndlichen Energieerzeugnisse lediglich 85.430,69&nbsp;EUR. Nach einer Verwaltungsanweisung des BMF vom 23.&nbsp;Juli 2009 (III&nbsp;B&nbsp;6&nbsp;&#8211;&nbsp;V&nbsp;8405\/07\/10006, 2009\/0470809) war der r&uuml;ckwirkenden Rechts&auml;nderung durch eine Erstattung der zu viel entrichteten Energiesteuer an den Steuerschuldner, d.h. den Produzenten des Biokraftstoffs, nach der Formel (Versteuerte Menge Fetts&auml;uremethylester in Litern (V) &#8211; 5,25&nbsp;%&nbsp;*&nbsp;V) * 303,40&nbsp;EUR \/&nbsp;1&nbsp;000&nbsp;l &#8211; (V &#8211; 6,25&nbsp;%&nbsp;*&nbsp;V) * 273,40&nbsp;EUR \/&nbsp;1&nbsp;000&nbsp;l) Rechnung zu tragen. Hinsichtlich der streitgegenst&auml;ndlichen Menge an Fetts&auml;uremethylester betrug der danach dem Steuerschuldner zu erstattende Betrag 14.538,64&nbsp;EUR. Dies &auml;ndert jedoch nichts an dem Umstand, dass der Kl&auml;gerin bis zum Inkrafttreten der Rechts&auml;nderung zum 18.&nbsp;August 2009 aufgrund der Erf&uuml;llung der in &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG normierten Entlastungsvoraussetzungen ein Entlastungsanspruch in ungeschm&auml;lerter H&ouml;he zusteht, der ihr durch Verwaltungsanweisungen nicht wieder genommen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r den Steuerpflichtigen ist eine belastende Wirkung der Rechts&auml;nderung nicht ersichtlich, denn durch die r&uuml;ckwirkende Erh&ouml;hung der in &sect;&nbsp;50 Abs.&nbsp;3 EnergieStG festgelegten teilweisen Steuerentlastung f&uuml;r Fetts&auml;uremethylester wird der als Steuerschuldner in Anspruch genommene Produzent nicht h&ouml;her besteuert, sondern nachtr&auml;glich beg&uuml;nstigt. Aber auch hinsichtlich der Abnehmer der von ihm hergestellten Biokraftstoffe entfaltet das &Auml;nderungsgesetz keine unzul&auml;ssige unechte R&uuml;ckwirkung. Denn wie bereits ausgef&uuml;hrt, bemisst sich die H&ouml;he des nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG entstandenen Entlastungsanspruchs f&uuml;r Energieerzeugnisse, die vor dem 18.&nbsp;August 2009 in einen anderen Mitgliedstaat verbracht oder ausgef&uuml;hrt worden sind, nach der alten Rechtslage. F&uuml;r die ab dem 18.&nbsp;August 2009 entstandenen Entlastungsanspr&uuml;che ist dagegen die neue Rechtslage nach den ge&auml;nderten Normen zu ber&uuml;cksichtigen, die nicht in noch nicht abgeschlossene Sachverhalte einwirken. Denn der Entlastungsanspruch des &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EnergieStG entsteht durch den Realakt des Verbringens der jeweiligen Energieerzeugnisse in einen anderen Mitgliedstaat oder mit der Ausfuhr in ein Drittland.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aber selbst wenn unter Annahme einer unechten R&uuml;ckwirkung nach der Rechtsprechung des BVerfG (Entscheidungen vom 10.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;6\/07, BVerfGE 132, 302; in BVerfGE 13, 261, und in BVerfGE 13, 206) Vertrauensschutzgesichtspunkte zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;ren, w&auml;re das Vertrauen der Kl&auml;gerin im Streitfall f&uuml;r den Zeitraum ab dem 18.&nbsp;August 2009 nicht schutzw&uuml;rdig. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Gesetzgeber die Voraussetzungen, unter denen nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EnergieStG ein Entlastungsanspruch im Fall des Verbringens nachweislich versteuerter Energieerzeugnisse in andere Mitgliedstaaten gew&auml;hrt wird, nicht ver&auml;ndert hat. Zudem zeichnete sich die bevorstehende Rechts&auml;nderung bereits durch den Gesetzentwurf der Bundesregierung vom 1.&nbsp;Dezember 2008 ab (vgl. BTDrucks 16\/11131). Schlie&szlig;lich ist das Gesetz zur &Auml;nderung der F&ouml;rderung von Biokraftstoffen am 20.&nbsp;Juli 2009 verk&uuml;ndet worden (BGBl I 2009, 1804). Trotz des beihilferechtlichen Genehmigungsvorbehalts h&auml;tte ein umsichtiger Wirtschaftsbeteiligter zumindest ab diesem Zeitpunkt mit einer unmittelbar bevorstehenden Rechts&auml;nderung rechnen m&uuml;ssen. Es sind auch keine Umst&auml;nde ersichtlich, warum er mit einer Nichterteilung der Genehmigung durch die Kommission h&auml;tte rechnen k&ouml;nnen und auch rechnen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit sich die Kl&auml;gerin darauf beruft, sie habe in einer Lieferkette einen Kaufpreis bezahlt, in dem der Lieferer einen h&ouml;heren Energiesteueranteil in Rechnung gestellt habe, als von ihm nach der r&uuml;ckwirkend ge&auml;nderten Rechtslage tats&auml;chlich geschuldet worden ist, kann dieser Umstand nicht zur Begr&uuml;ndung eines weiteren Entlastungsanspruchs herangezogen werden. Denn wie bereits dargestellt, bestimmt sich die H&ouml;he des Entlastungsanspruchs nicht nach den zivilrechtlichen Vereinbarungen, sondern nach der Vorversteuerung im Zeitpunkt der Entstehung des Entlastungsanspruchs. Ein Ausgleich der von der Kl&auml;gerin als ungerechtfertigt empfundenen Belastung h&auml;tte allenfalls &uuml;ber eine entsprechende Gestaltung der Liefervertr&auml;ge und eine Modifizierung des vereinbarten Kaufpreisanspruchs erzielt werden k&ouml;nnen. Dass und aus welchen Gr&uuml;nden eine entsprechende vorausschauende Gestaltung der Liefervertr&auml;ge durch den Gesetzgeber unm&ouml;glich gemacht worden ist, hat die Kl&auml;gerin nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ein weiterer Entlastungsanspruch der Kl&auml;gerin f&uuml;r die ab dem 18.&nbsp;August 2009 in andere Mitgliedstaaten verbrachten Energieerzeugnisse ergibt sich schlie&szlig;lich auch nicht aus den unionsrechtlichen Vorgaben. Nach Art.&nbsp;11 der Richtlinie 2008\/118\/EG (VStSystRL) des Rates vom 16.&nbsp;Dezember 2008 &uuml;ber das allgemeine Verbrauchsteuersystem und zur Aufhebung der Richtlinie 92\/12\/EWG (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L&nbsp;9\/12) kann die Verbrauchsteuer f&uuml;r in den steuerrechtlich freien Verkehr &uuml;berf&uuml;hrte verbrauchsteuerpflichtige Waren auf Antrag einer betroffenen Person von den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden des Mitgliedstaats, in dem die Waren in den steuerrechtlich freien Verkehr &uuml;berf&uuml;hrt wurden, in den von den Mitgliedstaaten festgelegten Situationen und zu den Bedingungen erstattet oder erlassen werden, die die Mitgliedstaaten zur Vorbeugung von Steuerhinterziehung oder Missbrauch festlegen. In den F&auml;llen von Versandhandelslieferungen bestimmt Art.&nbsp;36 Abs.&nbsp;5 VStSystRL, dass die im ersten Mitgliedstaat erhobenen Verbrauchsteuern auf Antrag des Verk&auml;ufers erstattet oder erlassen werden. Diese Bestimmungen sind dahin zu deuten, dass eine Erstattung oder ein Erlass nur f&uuml;r diejenigen Verbrauchsteuern in Betracht kommt, die im Abgangsmitgliedstaat tats&auml;chlich entstanden und entrichtet worden sind. Zudem obliegt es den Mitgliedstaaten, wen sie im Fall von Lieferketten oder einer r&uuml;ckwirkenden Steuersatz&auml;nderung zum Entlastungsberechtigten bestimmen und auf welche Weise sie eine doppelte bzw. unberechtigte Entlastung ausschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Fall einer unionsrechtswidrig erhobenen Steuer hat der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) entschieden, dass ein Mitgliedstaat nicht verpflichtet ist, dem Abnehmer einer unter Versto&szlig; gegen das Unionsrecht belasteten Ware einen Entlastungsanspruch zu gew&auml;hren, sofern der Abnehmer nach dem nationalen Recht eine zivilrechtliche Klage auf R&uuml;ckzahlung der nicht geschuldeten Leistung gegen den Abgabepflichtigen erheben kann und die Erstattung der nicht geschuldeten Abgabe durch den Abgabepflichtigen nicht praktisch unm&ouml;glich oder &uuml;berm&auml;&szlig;ig erschwert wird (EuGH-Urteil Danfoss und Sauer-Danfoss vom 20.&nbsp;Oktober 2011 C-94\/10, EU:C:2011:674, ZfZ 2011, 305). Unabh&auml;ngig davon, dass im Streitfall die f&uuml;r die Biokraftstoffe geschuldete Energiesteuer beim Steuerschuldner nicht unionsrechtswidrig erhoben worden ist, waren Vertragsparteien, die &uuml;ber die Lieferungen von Biokraftstoffen entsprechende Vertr&auml;ge abgeschlossen hatten, nicht daran gehindert, die bevorstehenden Rechts&auml;nderungen beim Abschluss der Liefervertr&auml;ge zu ber&uuml;cksichtigen. Wie das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt hat, konnte der BTDrucks 16\/11131 bereits im Dezember 2008 die bevorstehende &Auml;nderung der Beimischungsquote und der Energiesteuerentlastung entnommen werden. Unbeachtlich ist dabei, dass die Rechts&auml;nderung in Bezug auf die beihilferechtlich relevanten Regelungen noch unter einem Genehmigungsvorbehalt stand, denn ein vorausschauender Wirtschaftsteilnehmer h&auml;tte sich nicht darauf verlassen d&uuml;rfen, dass die Kommission eine solche Genehmigung nicht erteilen w&uuml;rde. Nach ihrem eigenen Vorbringen hat die Kl&auml;gerin die streitgegenst&auml;ndlichen Biokraftstoffe erst ab Mai 2009 erworben. Unter diesen Umst&auml;nden ist nicht ersichtlich, dass die Begr&uuml;ndung zivilrechtlicher Anspr&uuml;che unm&ouml;glich gewesen oder &uuml;berm&auml;&szlig;ig erschwert worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Da das FG keine Feststellung dar&uuml;ber getroffen hat, welche Teilmengen der im Zeitraum vom 13.&nbsp;Juli bis zum 26.&nbsp;August 2009 in andere Mitgliedstaaten verbrachten Energieerzeugnisse auf den Zeitraum vom 13.&nbsp;Juli bis zum 17.&nbsp;August 2009 entfallen, war das erstinstanzliche Urteil aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.1.2017, VII R 26\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.100117.VIIR26.14.0 Zum Umfang des Entlastungsanspruchs beim Verbringen von Biokraftstoffen in andere Mitgliedstaaten Leits&auml;tze 1. Der in &sect; 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EnergieStG normierte Entlastungsanspruch entsteht mit dem Verbringen der beg&uuml;nstigten Energieerzeugnisse in einen anderen Mitgliedstaat oder mit der Ausfuhr. 2. F&uuml;r Biokraftstoffe, die bis zum 17. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-14-zum-umfang-des-entlastungsanspruchs-beim-verbringen-von-biokraftstoffen-in-andere-mitgliedstaaten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;26\/14 &#8211; Zum Umfang des Entlastungsanspruchs beim Verbringen von Biokraftstoffen in andere Mitgliedstaaten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67092","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67092\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}