{"id":67093,"date":"2017-04-27T10:03:14","date_gmt":"2017-04-27T08:03:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67093"},"modified":"2017-04-27T10:03:14","modified_gmt":"2017-04-27T08:03:14","slug":"iii-r-3-14-wissenspruefung-bei-im-edv-bereich-taetigen-autodidakten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-3-14-wissenspruefung-bei-im-edv-bereich-taetigen-autodidakten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;3\/14 &#8211; Wissenspr&uuml;fung bei im EDV-Bereich t&auml;tigen Autodidakten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2017, III R 3\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.190117.IIIR3.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Wissenspr&uuml;fung bei im EDV-Bereich t&auml;tigen Autodidakten<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 18. Oktober 2012&nbsp;&nbsp;5 K 1066\/08 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) hatte 1981 nach dem Erwerb der mittleren Reife und einer kaufm&auml;nnischen Ausbildung die Pr&uuml;fung als Handelsfachwirt abgelegt und auch ein Zeugnis &uuml;ber die berufs- und arbeitsp&auml;dagogische Eignung f&uuml;r die Berufsausbildung in der gewerblichen Wirtschaft erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1983 nahm der Kl&auml;ger an zahlreichen Lehrg&auml;ngen zu EDV-Systemen teil, die insgesamt etwa 40&nbsp;Unterrichtstage umfassten. In sp&auml;teren Jahren folgten eine einw&ouml;chige Ausbildung zur Umstellung von EDV-Systemen und zwei jeweils zweit&auml;gige Seminare zur Textverarbeitung und zur Systemverwaltung. In den Jahren 1997, 1998 und 2001 erwarb der Kl&auml;ger in jeweils drei- bis viert&auml;gigen Veranstaltungen zahlreiche Zertifikate im Zusammenhang mit einem Datenbanksystem und nahm an zwei Schulungen von einer Woche und zw&ouml;lf Tagen zur Unternehmenssoftware Y teil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war seit 1981 als Kreditorenbuchhalter und ab 1983 zun&auml;chst als Operator und sp&auml;ter als Programmierer besch&auml;ftigt. In den Jahren 1985 bis 1988 folgte eine T&auml;tigkeit als Organisations-Programmierer und sp&auml;ter als kommissarischer EDV-Leiter. Von April 1988 bis Mitte 1989 war er als Programmierer besch&auml;ftigt, in den Jahren 1989 und 1990 und ab Juli 1993 bis August 1995 als EDV-Leiter. Seit 1995 war der Kl&auml;ger auf selbst&auml;ndiger Basis f&uuml;r verschiedene EDV-Dienstleistungsunternehmen sowie ab 1999 als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH t&auml;tig. In den Jahren 2000 bis 2003 folgten T&auml;tigkeiten als externer IT-Berater f&uuml;r verschiedene Unternehmen und die Mitwirkung bei der Umstellung eines Datenbanksystems. Auch im Streitjahr 2004 war er als Dienstleister auf dem Gebiet der elektronischen Datenverarbeitung t&auml;tig: Von Oktober 2003 bis Januar 2004 entwickelte der Kl&auml;ger f&uuml;r ein Unternehmen eine Schnittstelle zu einem Logistikunternehmen, von Februar bis Juni 2004 nahm er einen systemtechnischen Abgleich von Daten vor und von Mai bis Dezember 2004 arbeitete er an dem Projekt &quot;Z&quot;. Ab Oktober 2005 &uuml;bernahm der Kl&auml;ger ein Projekt &quot;Fortentwicklung und &Uuml;berwachung von Systemsoftware&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte der f&uuml;r das Streitjahr eingereichten Gewerbesteuererkl&auml;rung und erlie&szlig; am 23.&nbsp;Oktober 2006 einen Gewerbesteuermessbetragsbescheid. Der hiergegen erhobene Einspruch blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen gerichtete Klage als unbegr&uuml;ndet ab (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 558).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung seiner Revision tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, das FG habe sich zu Unrecht ausschlie&szlig;lich auf den Sachverst&auml;ndigen verlassen. Dieser habe die Studienf&auml;cher nicht korrekt gewichtet; seine &#8211;des Kl&auml;gers&#8211; fachliche L&uuml;cken h&auml;tten vor 30&nbsp;Jahren eine andere Gewichtung gehabt. Er sei zu Unrecht nicht mit Personen verglichen worden, die vergleichbare T&auml;tigkeiten aus&uuml;bten; Kriterien wie z.B. sein Alter, Berufserfahrung, Ausbildung, Kundenkreis, Flexibilit&auml;t und Branchen habe der Sachverst&auml;ndige nicht einbezogen, was Zweifel an seiner Kompetenz wecke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe es unter Versto&szlig; gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht vers&auml;umt, eine Wissenspr&uuml;fung durchzuf&uuml;hren, die es ihm &#8211;dem Kl&auml;ger&#8211; erm&ouml;glicht h&auml;tte, die erforderliche Breite und Tiefe seiner Vorbildung nachzuweisen. Er habe auch die erforderlichen Fachkenntnisse nicht lediglich pauschal behauptet; die Darlegungsanforderungen d&uuml;rften nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18.&nbsp;April 2007 XI&nbsp;R&nbsp;34\/06 (BFH\/NV 2007, 1495) nicht &uuml;berspannt werden. Dazu h&auml;tte der Sachverst&auml;ndige ihn &quot;gewisserma&szlig;en examinieren&quot; m&uuml;ssen. Ma&szlig;geblich sei der Kenntnisstand des Jahres 1982, da zu unterstellen sei, dass er &#8211;der Kl&auml;ger&#8211; das Diplom in den Jahren 1982 oder 1983 erworben h&auml;tte. Ein Wissensstand auf diesem Niveau sei vom gerichtlich bestellten Sachverst&auml;ndigen im Wesentlichen best&auml;tigt worden, der ihm au&szlig;er in den F&auml;chern Mathematik, Statistik und Operations Research die einem Diplom-Wirtschaftsinformatiker entsprechenden Kenntnisse zuerkannt habe. Das Fehlen von Kenntnissen eines Hauptbereiches sei zudem unsch&auml;dlich (FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 5.&nbsp;Mai 1999&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;181\/95, EFG 1999, 832). Schlie&szlig;lich habe er Projekte abgewickelt, an denen &#8211;teilweise unter seiner F&uuml;hrung&#8211; auch zahlreiche Akademiker mitgearbeitet h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat keinen f&ouml;rmlichen Antrag gestellt; er begehrt &#8211;wie zuvor im Klageverfahren&#8211; die Aufhebung des Gewerbesteuermessbescheids f&uuml;r 2004 vom 23.&nbsp;Oktober 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26.&nbsp;Februar 2008.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist zul&auml;ssig, obwohl der Kl&auml;ger keinen ausdr&uuml;cklichen Revisionsantrag gestellt hat. Ein f&ouml;rmlicher Revisionsantrag ist im Streitfall entbehrlich, da der Kl&auml;ger sich ausweislich der Revisionsbegr&uuml;ndung durch das angefochtene Urteil beschwert f&uuml;hlt und &#8211;wie bereits im Einspruchs- und Klageverfahren&#8211; die Aufhebung des Gewerbesteuermessbescheides erstrebt, weil er Freiberufler sei (vgl. BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Mai 2016 VIII&nbsp;R&nbsp;4\/13, BFH\/NV 2016, 1275, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zutreffend entschieden, dass der Kl&auml;ger mit seiner T&auml;tigkeit Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb erzielte. Der Kl&auml;ger &uuml;bte insbesondere keine freiberufliche ingenieur- oder ingenieur&auml;hnliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) aus. Die W&uuml;rdigung des FG, der Kl&auml;ger habe nicht &uuml;ber ein den Kenntnissen eines Wirtschaftsinformatikers vergleichbares Wissen verf&uuml;gt und daher einen Gewerbebetrieb unterhalten, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden; das FG brauchte dazu keine Wissenspr&uuml;fung durchzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Gewerbesteuer unterliegt jeder stehende Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes &#8211;GewStG&#8211;). Gewerbebetrieb in diesem Sinne ist ein gewerbliches Unternehmen i.S. des Einkommensteuergesetzes (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG). Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb erzielt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG, wer sich selbst&auml;ndig, nachhaltig und mit Gewinnerzielung unter Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr bet&auml;tigt und damit keinen freien Beruf aus&uuml;bt (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die T&auml;tigkeit eines Diplom-Informatikers wird durch die Wahrnehmung von f&uuml;r den Ingenieurberuf typischen Aufgaben gepr&auml;gt; er &uuml;bt einen ingenieur&auml;hnlichen Beruf gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz 2 EStG aus (vgl. BFH-Urteile vom 16.&nbsp;September 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/12, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;; in BFH\/NV 2016, 1275).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ein Steuerpflichtiger, der &#8211;wie der Kl&auml;ger&#8211; T&auml;tigkeiten entfaltet, denen auch Diplom-Informatiker nachgehen, kann auch dann einen ingenieur&auml;hnlichen Beruf i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG aus&uuml;ben, wenn er weder ein Informatikstudium absolviert hat noch &uuml;ber den Abschluss einer nach den Ingenieurgesetzen der L&auml;nder vorgeschriebenen Ausbildung als Absolvent einer Hochschule oder Fachhochschule verf&uuml;gt (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Mai 2004 XI&nbsp;R&nbsp;9\/03, BFHE 206, 233, BStBl II 2004, 989). Eine ingenieur&auml;hnliche T&auml;tigkeit setzt in diesen F&auml;llen aber voraus, dass sie in ihren wesentlichen Elementen dem Beruf des Ingenieurs gleichwertig ist, und zwar sowohl in Theorie (Ausbildung, Kenntnisse, Qualifikation) als auch in Praxis (BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Januar 2007 XI&nbsp;R&nbsp;5\/06, BFHE 216, 334, BStBl II 2007, 519; in BFHE 206, 233, BStBl II 2004, 989, zur Programmierung von Anwendungssoftware).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Bei Autodidakten sind daf&uuml;r Erfahrungen und Kenntnisse in allen Kernbereichen des Katalogberufs nachzuweisen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;April 2007 XI&nbsp;R&nbsp;29\/06, BFHE 218, 65, BStBl II 2007, 781; in BFHE 206, 233, BStBl II 2004, 989; vom 28.&nbsp;August 2003 IV&nbsp;R&nbsp;21\/02, BFHE 203, 152, BStBl II 2003, 919). Ein Autodidakt, der eine T&auml;tigkeit aus&uuml;bt, die auch f&uuml;r Diplom-Wirtschaftsinformatiker berufstypisch ist, dessen Wissen aber in seiner Gesamtheit nicht mit den Kenntnissen eines Diplom-Informatikers vergleichbar ist, wird nicht freiberuflich, sondern gewerblich t&auml;tig (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;September 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/12, n.v.; in BFH\/NV 2016, 1275, Rz&nbsp;27&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Nachweis, dass er sich als Autodidakt das Wissen eines Diplom-Informatikers\/Wirtschaftsinformatikers in vergleichbarer Breite und Tiefe angeeignet hat, kann ein Steuerpflichtiger auf verschiedene Weise f&uuml;hren. Als Beweismittel kommen daf&uuml;r insbesondere erfolgreich abgeschlossene Fortbildungsma&szlig;nahmen, das Selbststudium sowie eigene praktische Arbeiten in Betracht. Schlie&szlig;lich kann der Nachweis auch durch eine sog. Wissenspr&uuml;fung gef&uuml;hrt werden (BFH-Urteile in BFHE 206, 233, BStBl II 2004, 989; in BFH\/NV 2016, 1275).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG ist von den vorstehenden Grunds&auml;tzen ausgegangen und hat entschieden, dass die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers zwar auch von universit&auml;r ausgebildeten Diplom-Informatikern ausge&uuml;bt werde, aber auch ohne die in der Ausbildung zum Diplom-Informatiker oder Diplom-Wirtschaftsinformatiker vermittelten Grundlagen erbracht werden k&ouml;nne. Dies wird vom Kl&auml;ger nicht in Frage gestellt. Ein Nachweis der theoretischen Kenntnisse mittels seiner praktischen Arbeiten ist daher nicht gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat rechtsfehlerfrei angenommen, dass Kenntnisse in den Bereichen Mathematik, Statistik und Operations Research zu dem f&uuml;r Diplom-Informatiker erforderlichen Wissen geh&ouml;ren. Es handelt sich dabei auch nicht um &quot;Nebenf&auml;cher&quot;; fehlende Kenntnisse k&ouml;nnen &#8211;anders als der Kl&auml;ger meint&#8211; nicht durch gute Kenntnisse in anderen Bereichen kompensiert werden (BFH-Urteil vom 16.&nbsp;September 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/12, n.v.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat dazu festgestellt, dass dem Kl&auml;ger nach den Ausf&uuml;hrungen des Sachverst&auml;ndigen zu seiner Vorbildung und T&auml;tigkeit und nach der dazu erfolgten Stellungnahme des vom Kl&auml;ger beauftragten Gutachters, die als urkundlich belegter Parteivortrag gew&uuml;rdigt wurde, Kenntnisse in den Bereichen Mathematik, Statistik und Operations Research fehlten. Diese Feststellungen binden den BFH (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Angesichts dessen brauchte das FG im Rahmen seiner Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 FGO) auch keine Wissenspr&uuml;fung durchzuf&uuml;hren. Denn ein Anspruch auf Wissenspr&uuml;fung setzt voraus, dass sich bereits aus den vorgetragenen Tatsachen zum Erwerb und Einsatz der Kenntnisse erkennen l&auml;sst, dass der Steuerpflichtige &uuml;ber hinreichendes Wissen verf&uuml;gen k&ouml;nnte (BFH-Urteile vom 26.&nbsp;Juni 2002 IV&nbsp;R&nbsp;56\/00, BFHE 199, 367, BStBl II 2002, 768; in BFH\/NV 2007, 1495; vom 16.&nbsp;Dezember 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;27\/07, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2009, 898; vom 16.&nbsp;September 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/12, n.v.). Daran fehlte es im Streitfall, weil der Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG nicht &uuml;ber Kenntnisse in den essentiellen Bereichen Mathematik, Statistik und Operations Research verf&uuml;gte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Vortrag des Kl&auml;gers ist auch nicht zu entnehmen, dass er in den fr&uuml;hen Achtziger Jahren die theoretischen Voraussetzungen f&uuml;r eine Pr&uuml;fung als Diplom-Informatiker oder Diplom-Wirtschaftsinformatiker erf&uuml;llte. Der Kl&auml;ger hat im Gegenteil einger&auml;umt, dass er &uuml;ber den erforderlichen Wissensstand von Diplomanden der Jahre 1982 und 1983 nur mit Ausnahme der F&auml;cher Mathematik, Statistik und Operations Research verf&uuml;gt habe. Damit kommt es nicht auf die von ihm aufgeworfene Fragen an, ob sich die begehrte &quot;Examination&quot; statt am Wissensstand von Absolventen des Streitjahrs an den Anforderungen zu orientieren h&auml;tte, die f&uuml;r Hochschul- oder Fachhochschulinformatiker zur Zeit seines Berufseintritts galten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2017, III R 3\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.190117.IIIR3.14.0 Wissenspr&uuml;fung bei im EDV-Bereich t&auml;tigen Autodidakten Tenor Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 18. Oktober 2012&nbsp;&nbsp;5 K 1066\/08 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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