{"id":67097,"date":"2017-04-27T10:03:21","date_gmt":"2017-04-27T08:03:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67097"},"modified":"2017-04-27T10:03:21","modified_gmt":"2017-04-27T08:03:21","slug":"iii-r-44-14-kindergeld-anspruch-auf-kindergeld-fuer-ein-volljaehriges-psychisch-erkranktes-kind-keine-bindungswirkung-des-revisionsgerichts-bei-fehlender-tragfaehiger-tatsachengrundlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-44-14-kindergeld-anspruch-auf-kindergeld-fuer-ein-volljaehriges-psychisch-erkranktes-kind-keine-bindungswirkung-des-revisionsgerichts-bei-fehlender-tragfaehiger-tatsachengrundlage\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;44\/14 &#8211; Kindergeld: Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, psychisch erkranktes Kind &#8211; Keine Bindungswirkung des Revisionsgerichts bei fehlender tragf&auml;higer Tatsachengrundlage"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2017, III R 44\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.190117.IIIR44.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld: Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, psychisch erkranktes Kind &#8211; Keine Bindungswirkung des Revisionsgerichts bei fehlender tragf&auml;higer Tatsachengrundlage<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 13. M&auml;rz 2014 15 K 768\/09 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist der Kindergeldanspruch f&uuml;r das Kind X f&uuml;r die Monate Juni 2002 und Juli 2002 sowie April 2003.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist die Mutter des im Mai&nbsp;1981 geborenen Sohnes X. X war seit seinem 16.&nbsp;Lebensjahr bis in den streitigen Zeitraum hinein drogenabh&auml;ngig und psychisch krank. In dem Zeitraum vom 27.&nbsp;Juni 2002 bis 8.&nbsp;Juli 2002 und im April 2003 war X station&auml;r in einer Klinik aufgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragte am 28.&nbsp;August 2006 Kindergeld f&uuml;r X. Dem Kindergeldantrag war ein Attest des Landschaftsverbandes R vom 21.&nbsp;August 2006 beigef&uuml;gt. Hiernach befinde sich X wegen einer psychiatrischen Erkrankung seit 2003 in regelm&auml;&szlig;iger fachpsychiatrischer Behandlung. Die Ersterkrankung sei auf das Jahr 2002 zur&uuml;ckzudatieren. Auch unter medikament&ouml;sen und nichtmedikament&ouml;sen Behandlungsma&szlig;nahmen bestehe durch die Erkrankung weiterhin eine erhebliche Beeintr&auml;chtigung des Leistungsverm&ouml;gens. X sei derzeit aufgrund der Erkrankung f&uuml;r einen noch nicht absehbaren Zeitraum nicht in der Lage, einer Erwerbst&auml;tigkeit nachzugehen und dadurch den Lebensunterhalt sicherzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2008 lehnte die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) den Antrag der Kl&auml;gerin auf Kindergeld f&uuml;r X ab, da laut Stellungnahme des &auml;rztlichen Dienstes eine nachtr&auml;gliche Aussage oder Entscheidung &uuml;ber die Erwerbsf&auml;higkeit nicht mehr m&ouml;glich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der dagegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 4.&nbsp;Februar 2009).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Klage begehrte die Kl&auml;gerin Kindergeld f&uuml;r X, zuletzt f&uuml;r die Monate Juni 2002 und Juli 2002 sowie April 2003. Zum Beleg ihres Vortrags, X sei aufgrund seiner Behinderung erwerbsunf&auml;hig gewesen, legte sie eine Bescheinigung des Landschaftsverbands R vom 2.&nbsp;Januar 2009 vor, aus der sich u.a. ergibt, dass X seit dem Jahr 2002 psychisch erkrankt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) holte zun&auml;chst eine Stellungnahme, sodann eine schriftliche Zeugenaussage des den Sohn im Streitzeitraum behandelnden Arztes ein. Zu der Frage, ob die krankheitsbedingten Folgen so stark gewesen seien, dass X nicht in der Lage gewesen sei, eine berufliche T&auml;tigkeit von mindestens 15&nbsp;Stunden in der Woche auszu&uuml;ben, erkl&auml;rte dieser, eine Einsch&auml;tzung sei ihm zwar nicht mehr m&ouml;glich, aufgrund der Aufzeichnungen sei jedoch davon auszugehen, dass X nicht in der Lage gewesen sei, einer strukturierten Arbeit vollschichtig nachzugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 18.&nbsp;Juli 2012 erlie&szlig; das FG einen Beweisbeschluss zur Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens &uuml;ber die Fragen,<br \/>&quot;1. ob das Kind X &#8230; im Zeitraum Januar 2002 bis Juli 2003 oder in Teilen dieser Zeit aufgrund einer psychischen Erkrankung behindert war,<br \/>2. &#8230;, welcher Grad der Behinderung und welches Merkmal festgestellt werden kann,<br \/>3. &#8230;, ob das Kind nach Art und Umfang der Behinderung in der Lage war, eine mindestens 15&nbsp;Wochenstunden umfassende versicherungspflichtige Besch&auml;ftigung unter den &uuml;blichen Bedingungen des f&uuml;r ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes auszu&uuml;ben&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Sachverst&auml;ndige kam in seinem Gutachten vom 2.&nbsp;Oktober 2013 im Wesentlichen zu folgendem Ergebnis:<br \/>&quot;&#8230; 1.&nbsp;&#8230; X &#8230; war im Zeitraum von Januar 2002 bis Juli 2003 in Teilen dieser Zeit aufgrund einer psychischen Erkrankung behindert. Allerdings l&auml;sst sich diese Feststellung nur treffen f&uuml;r die Zeitr&auml;ume zwischen dem 27.&nbsp;Juni 2002 bis zum 8.&nbsp;Juli 2002 sowie zwischen 1.&nbsp;April 2003 bis zum 8.&nbsp;April 2003, da es sich hierbei um die Dauer der station&auml;ren Aufenthalte handelte. &#8230;<br \/>2. Daher ist f&uuml;r die genannte Dauer der station&auml;ren Behandlung ein Grad der Behinderung von 100&nbsp;% festzustellen unter der Diagnose einer akuten &#8230; psychotischen St&ouml;rung mit Symptomen einer &#8230;<br \/>3. F&uuml;r die genannten Zeitr&auml;ume der station&auml;ren Behandlung &#8230; war der Proband nicht in der Lage, eine mindestens 15&nbsp;Stunden pro Woche umfassende versicherungspflichtige Besch&auml;ftigung unter den &uuml;blichen Bedingungen des f&uuml;r ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes auszu&uuml;ben. &Uuml;ber die weiteren Zeitr&auml;ume kann keine Aussage getroffen werden. &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 821 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt. Es hob den Bescheid vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2008 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 4.&nbsp;Februar 2009 teilweise auf und setzte Kindergeld f&uuml;r den Sohn X f&uuml;r den zuletzt streitigen Zeitraum Juni 2002 und Juli 2002 sowie April 2003 fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Familienkasse die sich aus einer unzutreffenden Auslegung des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitzeitraum geltenden Fassung (EStG) ergebende Verletzung materiellen Rechts sowie Verfahrensfehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/>das Urteil des FG K&ouml;ln vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;768\/09 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2&nbsp;der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Entscheidung des FG, dass X als behindertes Kind nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG kindergeldrechtlich zu ber&uuml;cksichtigen ist, wird durch die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht getragen. Die Revision hat somit bereits mit der Sachr&uuml;ge Erfolg, so dass es auf die erhobenen Verfahrensr&uuml;gen nicht mehr ankommt (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;Oktober 2011 X&nbsp;R&nbsp;65\/09, BFHE 235, 304, BStBl II 2012, 345, Rz&nbsp;50, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG besteht f&uuml;r ein Kind, das das 18.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat, ein Anspruch auf Kindergeld, wenn es wegen k&ouml;rperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten, sofern die Behinderung vor Vollendung des 27.&nbsp;Lebensjahres eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des BFH ist ein Mensch behindert, wenn seine k&ouml;rperliche Funktion, geistige F&auml;higkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit l&auml;nger als sechs Monate von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher seine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintr&auml;chtigt ist (vgl. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Neunten Buchs Sozialgesetzbuch &#8211;SGB IX&#8211;; z.B. BFH-Urteile vom 23.&nbsp;Februar 2012 V&nbsp;R&nbsp;39\/11, BFH\/NV 2012, 1584, Rz&nbsp;22; vom 28.&nbsp;Mai 2013 XI&nbsp;R&nbsp;44\/11, BFH\/NV 2013, 1409, Rz&nbsp;14, m.w.N., und vom 21.&nbsp;Oktober 2015 XI&nbsp;R&nbsp;17\/14, BFH\/NV 2016, 190, Rz&nbsp;27, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Seelisch behindert ist, wer infolge seelischer St&ouml;rung in der Funktionsf&auml;higkeit entsprechend gemindert ist. Als solche seelische St&ouml;rungen kommen k&ouml;rperlich nicht begr&uuml;ndbare Psychosen, seelische St&ouml;rungen als Folge von Krankheit oder Verletzung des Gehirns, Anfallsleiden oder k&ouml;rperliche Beeintr&auml;chtigungen, Suchtkrankheiten, Neurosen und Pers&ouml;nlichkeitsst&ouml;rungen in Betracht (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Juni 2015 VI&nbsp;R&nbsp;31\/14, BFHE 251, 147, BStBl II 2016, 40, Rz&nbsp;21, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Behinderung nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;IX setzt zudem eine mit hoher Wahrscheinlichkeit l&auml;nger als sechs Monate sich erstreckende Gesundheitsst&ouml;rung voraus. Entscheidend ist nicht die seit Beginn der Erkrankung oder seit ihrer erstmaligen &auml;rztlichen Feststellung tats&auml;chlich abgelaufene Zeit, sondern die ihrer Art nach zu erwartende Dauer der von ihr ausgehenden Funktionsbeeintr&auml;chtigung (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 147, BStBl II 2016, 40, Rz&nbsp;22, m.w.N.). Zur Beurteilung dieser Frage ist (ggf.) eine Prognose zur (weiteren) Entwicklung der Funktionsbeeintr&auml;chtigung zu stellen (vgl. Urteil des Bundessozialgerichts &#8211;BSG&#8211; vom 12.&nbsp;April 2000 B&nbsp;9&nbsp;SB&nbsp;3\/99 R, Sozialrecht &#8211;SozR&#8211; 3-3870 &sect;&nbsp;3 Nr 9, zu &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 des Schwerbehindertengesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die (seelische) Gesundheit muss nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;IX zudem &quot;von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand&quot; abweichen. Leistungseinschr&auml;nkungen, die f&uuml;r das jeweilige Alter nach ihrer Art und ihrem Umfang typisch sind, stellen keine Behinderung dar. Bei Kindern ist zur Feststellung einer Behinderung die Abgrenzung altersad&auml;quater Gesundheitszust&auml;nde notwendig. Erforderlich ist ein Vergleich der k&ouml;rperlichen, geistigen bzw. seelischen F&auml;higkeiten mit denen eines altersentsprechenden nicht behinderten Kindes (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 147, BStBl II 2016, 40, Rz&nbsp;23, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) F&uuml;r die Frage, ob in Folge einer seelischen St&ouml;rung die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintr&auml;chtigt ist, kommt es auf das Ausma&szlig; und den Grad der seelischen St&ouml;rung an. Entscheidend ist, ob die seelische St&ouml;rung nach Breite, Tiefe und Dauer so intensiv ist, dass sie die F&auml;higkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft beeintr&auml;chtigt. Die Pr&uuml;fung einer Teilhabebeeintr&auml;chtigung hat aufgrund einer umfassenden Kenntnis des sozialen Umfelds des betroffenen Kindes oder Jugendlichen nach sozialp&auml;dagogischem und gegebenenfalls psychologischem Sachverstand zu erfolgen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 147, BStBl II 2016, 40, Rz&nbsp;24, m.w.N.; vgl. auch BSG-Urteil vom 30.&nbsp;September 2015 B&nbsp;3&nbsp;KR&nbsp;14\/14&nbsp;R, SozR 4-2500 &sect;&nbsp;33 Nr.&nbsp;48, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist zu dem Ergebnis gekommen, dass X im Streitzeitraum i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3&nbsp;EStG behindert war. Es st&uuml;tzt seine W&uuml;rdigung auf die Ausf&uuml;hrungen des Sachverst&auml;ndigen. Dieser hat in seinem wissenschaftlich-psychiatrischen Gutachten u.a. die Feststellung getroffen, dass X im Zeitraum der station&auml;ren Klinikaufenthalte (27.&nbsp;Juni 2002 bis 8.&nbsp;Juli 2002 und 1.&nbsp;April 2003 bis 8.&nbsp;April 2003) aufgrund einer psychischen Erkrankung behindert gewesen sei. Diese &auml;rztliche Beurteilung kann eine Grundlage der vom FG vorzunehmenden Gesamtw&uuml;rdigung sein. Die Frage, ob eine Behinderung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3&nbsp;EStG vorliegt, ist hingegen eine Rechtsfrage. Dem Sachverst&auml;ndigen, der Beweismittel ist und dem Gericht im Wesentlichen die allgemeinen Erfahrungss&auml;tze aus seinem Fachgebiet vermittelt, darf die Pr&uuml;fung von Rechtsfragen nicht &uuml;bertragen werden (vgl. BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Januar 1991 VII&nbsp;R&nbsp;16-19\/89, BFH\/NV 1991, 850, unter II.2.b, m.w.N.; vgl. auch Stiepel in Beermann\/Gosch, FGO &sect;&nbsp;82 Rz&nbsp;132, und Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;82 FGO Rz&nbsp;140). Die Folgerung des FG, dass X im Streitzeitraum i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG behindert war, kann daher nur das Ergebnis der durch das FG vorzunehmenden Gesamtw&uuml;rdigung sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zwar ist die finanzrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung revisionsrechtlich nur eingeschr&auml;nkt auf Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss&auml;tze &uuml;berpr&uuml;fbar. Das FG hat jedoch im Einzelnen darzulegen, wie und dass es seine &Uuml;berzeugung in rechtlich zul&auml;ssiger und einwandfreier Weise gewonnen hat. Die aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens zu gewinnende W&uuml;rdigung des FG ist nur dann ausreichend und f&uuml;r das Revisionsgericht bindend, wenn sie auf einer logischen, verstandesm&auml;&szlig;ig einsichtigen W&uuml;rdigung beruht, deren nachvollziehbare Folgerungen den Denkgesetzen entsprechen und von den festgestellten Tatsachen getragen werden. Fehlt es an einer tragf&auml;higen Tatsachengrundlage f&uuml;r die Folgerungen in der tatrichterlichen Entscheidung oder fehlt die nachvollziehbare Ableitung dieser Folgerungen aus den festgestellten Tatsachen und Umst&auml;nden, liegt ein Versto&szlig; gegen die Denkgesetze vor (z.B. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Juni 2014 VI&nbsp;R&nbsp;51\/13, BFHE 246, 326, BStBl II 2015, 9, Rz&nbsp;21, m.w.N.; vgl. auch Senatsurteil vom 16.&nbsp;April 2015 III&nbsp;R&nbsp;6\/14, BFH\/NV 2015, 1237, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch unter Ber&uuml;cksichtigung dieses eingeschr&auml;nkten Pr&uuml;fungsma&szlig;stabes ist die vom FG vorgenommene W&uuml;rdigung zu beanstanden. Denn f&uuml;r den Senat ist nicht nachvollziehbar, auf welche Tatsachen und Umst&auml;nde das FG seine Folgerung st&uuml;tzt, dass X im Streitzeitraum i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG behindert war. Es fehlt an einer tragf&auml;higen Tatsachengrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar diagnostizierte der Sachverst&auml;ndige bei X f&uuml;r die Dauer der station&auml;ren Behandlung eine akute psychotische St&ouml;rung. Das FG hat aber weder Feststellungen dazu getroffen, ob die seelische Gesundheit des X tats&auml;chlich oder mit hoher Wahrscheinlichkeit l&auml;nger als sechs Monate von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand abwich noch hat es aus dem seelischen Zustand des X sich ableitende, f&uuml;r eine Beeintr&auml;chtigung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft bedeutsame Umst&auml;nde festgestellt. Zwar ist der Vorentscheidung zu entnehmen, dass X seit seinem 16.&nbsp;Lebensjahr bis in den streitigen Zeitraum hinein drogenabh&auml;ngig und psychisch krank war. Es sind aber weder Ausma&szlig; noch Folgen der psychischen Erkrankung insbesondere in psychischer, physischer, beruflicher und sozialer Hinsicht ersichtlich (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;April 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;62\/99, BFHE 198, 567, BStBl II 2002, 738, unter II.2.b&nbsp;bb, zur Teilnahme an einem Polamidon-Substitutions-Programm).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entsprechende Anhaltspunkte ergeben sich auch nicht aus dem vom FG in Bezug genommenen Sachverst&auml;ndigengutachten. Zwar f&uuml;hrt der Sachverst&auml;ndige darin aus, dass von einer initial durch ausgepr&auml;gten Drogenkonsum angesto&szlig;enen psychotischen Entwicklung im Jahr 2002 auszugehen sei. Der Sachverst&auml;ndige beschr&auml;nkt seine Feststellungen aber ausdr&uuml;cklich auf die Dauer des 12-t&auml;gigen und des 8-t&auml;gigen station&auml;ren Klinikaufenthalts des X. Allein die Diagnose einer psychotischen St&ouml;rung f&uuml;r die Dauer der station&auml;ren Klinikaufenthalte l&auml;sst jedoch unter Beachtung der unter II.1.a dargelegten Ma&szlig;st&auml;be nicht den Schluss zu, dass X i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG behindert war (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 198, 567, BStBl II 2002, 738, unter II.2.b&nbsp;bb, zur Teilnahme an einem Polamidon-Substitutions-Programm).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vorentscheidung war somit aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif und daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO an die Vorinstanz zur&uuml;ckzuverweisen. Im zweiten Rechtsgang wird das FG die entsprechenden Feststellungen, gegebenenfalls nach pers&ouml;nlicher Anh&ouml;rung des Sachverst&auml;ndigen, zu treffen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Sollte sich eine Behinderung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG nicht feststellen lassen, geht der fehlende Nachweis der Behinderung nach den Regeln der objektiven Beweislast (Feststellungslast) zu Lasten des Kindergeldberechtigten (z.B. Senatsurteil vom 19.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;105\/07, BFHE 223, 365, BStBl II 2010, 1057, unter II.1.c; vgl. auch BFH-Urteil in BFH\/NV 2013, 1409, Rz&nbsp;14, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r den Fall, dass bei X im Streitzeitraum eine Behinderung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG vorgelegen haben sollte, wird das FG weiter aufzukl&auml;ren haben, ob X wegen seiner Behinderung au&szlig;erstande war, sich selbst zu unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Pr&uuml;fung der F&auml;higkeit zum Selbstunterhalt wird das FG den gesamten existenziellen Lebensbedarf (Grundbedarf und behinderungsbedingter Mehrbedarf) des X einerseits und dessen finanzielle Mittel andererseits gegen&uuml;berzustellen haben (vgl. z.B. Senatsurteil vom 13.&nbsp;April 2016 III&nbsp;R&nbsp;28\/15, BFHE 253, 249, BStBl II 2016, 648, Rz&nbsp;10&nbsp;ff., m.w.N.). Auch hier tragen die in sich nicht widerspruchsfreien Feststellungen der angefochtenen Vorentscheidung nicht den Schluss, dass X mangels tats&auml;chlicher Erwerbst&auml;tigkeit und fehlender Anhaltspunkte f&uuml;r einen Arbeitslosengeldbezug au&szlig;erstande war, sich selbst zu unterhalten. Denn ausweislich des Sitzungsprotokolls zur m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 erkl&auml;rte der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin, X habe im streitigen Zeitraum Sozialleistungen erhalten, aber kein sonstiges Erwerbseinkommen erzielt. Zu den Bez&uuml;gen, mit deren Hilfe ein behindertes vollj&auml;hriges Kind seinen existenziellen Grundbedarf abdecken kann, k&ouml;nnen jedoch grunds&auml;tzlich auch Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts und f&uuml;r die Kosten f&uuml;r Unterkunft und Heizung nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch geh&ouml;ren (vgl. z.B. Senatsurteil vom 5.&nbsp;Februar 2015 III&nbsp;R&nbsp;31\/13, BFHE 249, 144, BStBl II 2015, 1017, Rz&nbsp;15, m.w.N.); soweit ein Sozialleistungstr&auml;ger f&uuml;r seine Leistungen bei den Eltern R&uuml;ckgriff nimmt, d&uuml;rfen solche Leistungen nicht als Bez&uuml;ge des Kindes angesehen werden (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 26.&nbsp;November 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;32\/02, BFHE 204, 454, BStBl II 2004, 588, unter 2.b, m.w.N., und vom 12.&nbsp;Dezember 2012 VI&nbsp;R&nbsp;101\/10, BFHE 240, 50, BStBl II 2015, 651, Rz&nbsp;12, m.w.N.). Die Schlussfolgerung des FG, dass X au&szlig;erstande war, sich selbst zu unterhalten, kann daher ohne konkrete Feststellungen dazu, ob und welche Sozialleistungen X, gegebenenfalls in welcher H&ouml;he, im streitigen Zeitraum bezogen hat, nicht getroffen werden. In diesem Zusammenhang ist auch auf die sich bei den Akten befindliche Aufstellung vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2008 hinzuweisen, aus der Immobilienverm&ouml;gen des X hervorgeht (vgl. Kindergeldakte Bl. 543).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Entscheidung &uuml;ber die Miturs&auml;chlichkeit hat das FG schlie&szlig;lich unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde des einzelnen Falles und unter Abw&auml;gung der f&uuml;r und gegen eine Miturs&auml;chlichkeit sprechenden Indizien zu treffen (z.B. Senatsurteil vom 22.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;R&nbsp;46\/08, BFH\/NV 2012, 730, Rz&nbsp;20). Zur Vermeidung von Wiederholungen wird im &Uuml;brigen auf die Entscheidungsgr&uuml;nde in den BFH-Urteilen in BFH\/NV 2012, 730, Rz&nbsp;13&nbsp;ff.; vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2012 III&nbsp;R&nbsp;29\/09, BFHE 237, 68, BStBl II 2012, 892, Rz&nbsp;27, und in BFH\/NV 2016, 190, Rz&nbsp;29&nbsp;ff., m.w.N. Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2&nbsp;FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2017, III R 44\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.190117.IIIR44.14.0 Kindergeld: Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, psychisch erkranktes Kind &#8211; Keine Bindungswirkung des Revisionsgerichts bei fehlender tragf&auml;higer Tatsachengrundlage Tenor Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 13. M&auml;rz 2014 15 K 768\/09 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen. Diesem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-44-14-kindergeld-anspruch-auf-kindergeld-fuer-ein-volljaehriges-psychisch-erkranktes-kind-keine-bindungswirkung-des-revisionsgerichts-bei-fehlender-tragfaehiger-tatsachengrundlage\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;44\/14 &#8211; Kindergeld: Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, psychisch erkranktes Kind &#8211; Keine Bindungswirkung des Revisionsgerichts bei fehlender tragf&auml;higer Tatsachengrundlage<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67097","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67097"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67097\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}