{"id":67101,"date":"2017-04-27T10:03:38","date_gmt":"2017-04-27T08:03:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67101"},"modified":"2017-04-27T10:03:38","modified_gmt":"2017-04-27T08:03:38","slug":"ix-r-10-16-besteuerung-von-entschaedigungen-fuer-ehrenamtliche-richterinnen-und-richter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-10-16-besteuerung-von-entschaedigungen-fuer-ehrenamtliche-richterinnen-und-richter\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;10\/16 &#8211; Besteuerung von Entsch&auml;digungen f&uuml;r ehrenamtliche Richterinnen und Richter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 31.1.2017, IX R 10\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.310117.IXR10.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung von Entsch&auml;digungen f&uuml;r ehrenamtliche Richterinnen und Richter<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Entsch&auml;digung f&uuml;r Verdienstausfall gem&auml;&szlig; &sect; 18 JVEG ist nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG steuerbar, wenn sie als Ersatz f&uuml;r entgangene Einnahmen aus einer nichtselbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit gezahlt wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis nach &sect; 16 JVEG ist nicht steuerbar.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Auf die T&auml;tigkeit als ehrenamtlicher Richter findet die Steuerbefreiung des &sect; 3 Nr. 26a EStG dann keine Anwendung, wenn nach &sect; 3 Nr. 12 EStG steuerfreier Aufwendungsersatz gezahlt worden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger werden das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 10. Februar 2016 12 K 1205\/14 und die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 6. M&auml;rz 2014 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Einkommensteuer wird unter Ab&auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2010 des Beklagten vom 10. Juli 2012 auf den Betrag festgesetzt, der sich bei Ber&uuml;cksichtigung von Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von &#8230; EUR ergibt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger mit 80 % und der Beklagte mit 20 % zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten um die Steuerbarkeit von Entsch&auml;digungen nach dem Justizverg&uuml;tungs- und Justizentsch&auml;digungsgesetz (JVEG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden. Der Kl&auml;ger ist nichtselbst&auml;ndig t&auml;tiger Steuerberater und Wirtschaftspr&uuml;fer und erzielte im Streitjahr u.a. Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Der Kl&auml;ger war &uuml;berdies im Streitjahr 2010 als ehrenamtlicher Richter am Landgericht t&auml;tig. Er erhielt daf&uuml;r Entsch&auml;digungen nach dem JVEG; ihm wurde eine Entsch&auml;digung in H&ouml;he von 565&nbsp;EUR f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis und in H&ouml;he von 2.320&nbsp;EUR f&uuml;r Verdienstausfall (insgesamt 2.885&nbsp;EUR) gezahlt. Daneben erhielt der Kl&auml;ger noch Fahrtkostenersatz nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;5 JVEG in H&ouml;he von 239,40&nbsp;EUR (Fahrtkosten) und 175&nbsp;EUR (Parkgeb&uuml;hren) und Aufwandsersatz nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;6 JVEG in H&ouml;he von 30&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger erkl&auml;rten in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung 2010 die o.g. Entsch&auml;digungen nach dem JVEG in H&ouml;he von 2.860&nbsp;EUR als Arbeitslohn ohne Steuerabzug. Den Fahrtkostenersatz und den Ersatz sonstiger Aufwendungen wie Parkgeb&uuml;hren erkl&auml;rten sie nicht. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste die Entsch&auml;digungen nach &sect;&nbsp;16 und &sect;&nbsp;18 JVEG im Einkommensteuerbescheid 2010 vom 10.&nbsp;Juli 2012 als steuerpflichtige Einnahmen. Der dagegen von den Kl&auml;gern eingelegte Einspruch blieb im Ergebnis ohne Erfolg. In der Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2014 behandelte das FA die Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis (565&nbsp;EUR) nach &sect;&nbsp;16 JVEG als sonstige selbst&auml;ndige Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG und die Entsch&auml;digung f&uuml;r Verdienstausfall (2.320&nbsp;EUR) nach &sect;&nbsp;18 JVEG als Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG. Eine &Auml;nderung der Steuerfestsetzung erfolgte mangels steuerlicher Auswirkung in der Einspruchsentscheidung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies mit der in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 994 ver&ouml;ffentlichten Entscheidung die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Die dem Kl&auml;ger zugeflossenen Leistungen nach dem JVEG geh&ouml;rten zu den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG). Aus der abweichenden Einordnung ergebe sich keine steuerliche Auswirkung. Die Einnahmen seien nicht nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 EStG oder &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26 EStG steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung von Bundesrecht. Die streitigen Einnahmen (Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis nach &sect;&nbsp;16 JVEG, Entsch&auml;digung f&uuml;r Verdienstausfall nach &sect;&nbsp;18 JVEG) fl&ouml;ssen nicht im Rahmen einer Einkunftsart zu und seien daher nicht steuerbar. Das FG habe die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG verkannt und damit Bundesrecht verletzt. Die T&auml;tigkeit als ehrenamtlicher Richter sei nicht zu dem Zweck ausge&uuml;bt worden, Einnahmen zu erzielen. Die Erf&uuml;llung einer staatsb&uuml;rgerlichen Pflicht stehe hier im Vordergrund, so dass die Aus&uuml;bung der ehrenamtlichen T&auml;tigkeit nicht als Ausdruck wirtschaftlicher Leistungsf&auml;higkeit angesehen werden k&ouml;nne. F&uuml;r die Annahme einer Entsch&auml;digung i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG fehle es daran, dass die Rechtsgrundlage f&uuml;r eine Einnahme weggefallen und an ihre Stelle eine neue Rechts- und Billigkeitsgrundlage f&uuml;r den Ersatzanspruch getreten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg 12&nbsp;K&nbsp;1205\/14 vom 10.&nbsp;Februar 2016 sowie die Einspruchsentscheidung vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2014 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2010 vom 10.&nbsp;Juli 2012 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um 2.860&nbsp;EUR gemindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsch&auml;digungen nach dem JVEG geh&ouml;rten regelm&auml;&szlig;ig zu den Eink&uuml;nften aus sonstiger selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG. K&ouml;nne der ehrenamtliche Richter infolge der Heranziehung zum Richteramt seiner Besch&auml;ftigung aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit nach &sect;&nbsp;19 EStG nicht nachgehen und erhalte er deswegen eine Entsch&auml;digung, handele es sich um eine Entsch&auml;digung i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG. Diese sei der Einkunftsart zuzuordnen, bei der der Verdienst- oder Einnahmeausfall eintrete. Eine Steuerbefreiung der Entsch&auml;digungen nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 oder 2 EStG oder nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG komme nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur teilweisen Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass die nach &sect;&nbsp;16 und &sect;&nbsp;18 JVEG gezahlten Entsch&auml;digungen als Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG) steuerlich zu erfassen sind (1.). Vielmehr handelt es sich bei der nach &sect;&nbsp;18 JVEG gezahlten Entsch&auml;digung f&uuml;r Verdienstausfall um eine steuerbare Einnahme nach &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG (2.). Die Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis nach &sect;&nbsp;16 JVEG ist nicht steuerbar (3.). Steuerbefreiungen nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 und 2, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26 und &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG kommen nicht in Betracht (4.). Die Sache ist spruchreif. Der Klage ist teilweise stattzugeben. Sie ist im &Uuml;brigen abzuweisen, soweit die gezahlten Entsch&auml;digungen nach &sect;&nbsp;18 JVEG zu den steuerbaren und steuerpflichtigen Eink&uuml;nften z&auml;hlen (5.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die auf der Grundlage von &sect;&nbsp;16 und &sect;&nbsp;18 JVEG gezahlten Entsch&auml;digungen f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis und Verdienstausfall sind nicht als Einnahmen aus einer sonstigen selbst&auml;ndigen Arbeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG steuerbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG auch die Eink&uuml;nfte aus sonstiger selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit, z.B. Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Vollstreckung von Testamenten, f&uuml;r Verm&ouml;gensverwaltung und f&uuml;r die T&auml;tigkeit als Aufsichtsratsmitglied. Die Vorschrift enth&auml;lt keinen abschlie&szlig;enden Katalog in Betracht kommender &quot;Eink&uuml;nfte aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit&quot;, sondern lediglich die Auflistung der Regelbeispiele &quot;Testamentsvollstreckerverg&uuml;tung&quot;, &quot;Verm&ouml;gensverwaltung&quot;, &quot;Aufsichtsratst&auml;tigkeit&quot; (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.&nbsp;Juni 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;10\/09, BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906, unter II.2.c&nbsp;bb; Brandt in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;251&nbsp;f.; Schmidt\/Wacker, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;140; Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;171; Pfirrmann in Kirchhof, EStG, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;97). Weitere T&auml;tigkeiten fallen danach in den Anwendungsbereich der Regelung, wenn sie ihrer Art nach den Regelbeispielen des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG &auml;hnlich sind (Grundsatz der sog. Gruppen&auml;hnlichkeit; vgl. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;Dezember 1987 IV&nbsp;R&nbsp;41\/85, BFHE 151, 446, BStBl II 1988, 266, betreffend die T&auml;tigkeit als ehrenamtlicher Oberb&uuml;rgermeister; vom 28.&nbsp;Juni 2001 IV&nbsp;R&nbsp;10\/00, BFHE 196, 84, BStBl II 2002, 338; vom 8.&nbsp;Oktober 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;58\/06, BFHE 223, 139, BStBl II 2009, 405, betreffend die T&auml;tigkeit als kommunaler Mandatstr&auml;ger, und in BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906, unter II.2.c&nbsp;bb; HHR\/Brandt, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;252; Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;140; Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;172; Pfirrmann in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;97). Das ist z.B. der Fall, wenn die T&auml;tigkeit die Betreuung fremder Verm&ouml;gensinteressen umfasst, aber dar&uuml;ber hinaus auch dann, wenn es sich um eine selbst&auml;ndig ausge&uuml;bte fremdn&uuml;tzige T&auml;tigkeit in einem fremden Gesch&auml;ftskreis handelt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906, unter II.2.c&nbsp;bb; vom 17.&nbsp;Oktober 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;57\/09, BFHE 239, 261, BStBl II 2013, 799, unter II.1.). F&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG ist es danach ausreichend, aber auch erforderlich, dass die T&auml;tigkeit den im Gesetz genannten T&auml;tigkeiten &auml;hnlich ist, denn die dort angef&uuml;hrten Beispiele sollen den Begriff der sonstigen selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit charakterisieren (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteile in BFHE 196, 84, BStBl II 2002, 338, unter 2.a; vom 28.&nbsp;August 2003 IV&nbsp;R&nbsp;1\/03, BFHE 203, 438, BStBl II 2004, 112, unter 2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie die gesetzlichen Beispiele zeigen, sind unter Eink&uuml;nften &quot;aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit&quot; i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG vor allem gelegentliche T&auml;tigkeiten und nur ausnahmsweise auch nachhaltig ausge&uuml;bte Bet&auml;tigungen zu verstehen. Jedenfalls folgt aus den beispielhaft aufgez&auml;hlten Aktivit&auml;ten, dass es sich um verm&ouml;gensverwaltende T&auml;tigkeiten in fremdem Verm&ouml;gensinteresse handeln muss (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 2.&nbsp;September 1988 III&nbsp;R&nbsp;58\/85, BFHE 154, 332, BStBl II 1989, 24, unter II.4.; in BFHE 196, 84, BStBl II 2002, 338, unter 2.a; in BFHE 203, 438, BStBl II 2004, 112, unter II.2.a; in BFHE 239, 261, BStBl II 2013, 799, unter 2.a; HHR\/Brandt, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;252; Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;140; Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect;&nbsp;18 EStG Rz&nbsp;172; Pfirrmann in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;97).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze ergibt sich f&uuml;r den Streitfall, dass die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers den in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG beispielhaft aufgez&auml;hlten T&auml;tigkeiten eines Testamentsvollstreckers, Verm&ouml;gensverwalters oder Aufsichtsratsmitglieds nicht &auml;hnlich ist. Der Kl&auml;ger &uuml;bt mit seiner in &sect;&nbsp;16 FGO n&auml;her umschriebenen T&auml;tigkeit (vgl. dazu Gr&auml;ber\/Herbert, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;1&nbsp;ff.) keine T&auml;tigkeit aus, die wie die in &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG bezeichneten Regelbeispiele &#8211;berufsbildtypisch&#8211; durch eine selbst&auml;ndige fremdn&uuml;tzige T&auml;tigkeit in einem fremden Gesch&auml;ftskreis sowie durch Aufgaben der Verm&ouml;gensverwaltung gepr&auml;gt ist. Seine T&auml;tigkeit ist auch nicht mit der eines kommunalen Mandatstr&auml;gers vergleichbar, der die Interessen der Einwohner einer kommunalen Gebietsk&ouml;rperschaft zu vertreten hat und f&uuml;r die Angelegenheiten der Gemeindeverwaltung zust&auml;ndig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei der nach &sect;&nbsp;18 JVEG gezahlten Entsch&auml;digung f&uuml;r Verdienstausfall handelt es sich um eine steuerbare Einnahme nach &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a, &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4, &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit auch Entsch&auml;digungen, die &quot;als Ersatz f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen&quot; gew&auml;hrt worden sind, d.h. an die Stelle weggefallener oder wegfallender Einnahmen treten. Die Entsch&auml;digung muss unmittelbar durch den Verlust von steuerbaren Einnahmen bedingt, d.h. durch den Fortfall der erwarteten oder zu erwartenden Einnahmen sachlich begr&uuml;ndet sein. Dies erfordert, dass die bisherige Grundlage f&uuml;r den Erf&uuml;llungsanspruch weggefallen ist und der an die Stelle der bisherigen Einnahmen getretene Ersatzanspruch auf einer neuen Rechts- oder Billigkeitsgrundlage beruht (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. zuletzt BFH-Urteile vom 21.&nbsp;September 1993 IX&nbsp;R&nbsp;32\/90, BFH\/NV 1994, 308, unter 1.; vom 9.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;R&nbsp;29\/98, BFH\/NV 2003, 21, unter II.4.; vom 11.&nbsp;Januar 2005 IX&nbsp;R&nbsp;67\/02, BFH\/NV 2005, 1044, unter II.1.a&nbsp;aa, und vom 10.&nbsp;Juli 2008 IX&nbsp;R&nbsp;84\/07, BFH\/NV 2009, 130, unter II.2.). Erforderlich ist daher, dass der Steuerpflichtige durch den Wegfall von Einnahmen einen Schaden erleidet, der durch die Zahlung unmittelbar ausgeglichen werden soll (BFH-Urteil in BFH\/NV 2003, 21, unter II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Zuwendungen werden durch &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zugewiesen, zu denen die weggefallenen Einnahmen im Fall ihrer Erzielung geh&ouml;rt h&auml;tten. Dies gilt auch, wenn der Ersatz f&uuml;r die entgehenden Einnahmen von einem Dritten gezahlt wird (vgl. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Januar 2004 XI&nbsp;R&nbsp;40\/02, BFHE 205, 129, BStBl II 2004, 716, unter II.1., und vom 8.&nbsp;November 2007 IV&nbsp;R&nbsp;30\/06, BFH\/NV 2008, 546, unter II.2.a). Daher ist es unerheblich, dass die Zuwendung nicht vom Arbeitgeber des Kl&auml;gers, sondern aus dem Landeshaushalt geleistet worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die vom Kl&auml;ger vereinnahmten Betr&auml;ge nach &sect;&nbsp;18 JVEG stellen daher steuerbare Einnahmen nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG dar. Die an den Kl&auml;ger gezahlte Entsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;18 JVEG tritt an die Stelle von entfallenen Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit. Da nach den Feststellungen des FG vom Gericht zugunsten des Kl&auml;gers eine Entsch&auml;digung festgesetzt und ausgezahlt worden ist, ist im vorliegenden Verfahren davon auszugehen, dass dem Kl&auml;ger ein entsprechender Einnahmeausfall entstanden ist. Das JVEG entsch&auml;digt in &sect;&nbsp;18 JVEG diesen durch die Heranziehung als ehrenamtlicher Richter verursachten konkreten Verdienstausfall (vgl. Hartmann, Kostengesetze, 46.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 JVEG Rz&nbsp;1, unter Hinweis auf ein Rundschreiben des Justizministeriums Rheinland-Pfalz; ebenso Meyer\/H&ouml;fer\/Bach\/Oberlack, JVEG, 26.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;18 Rz&nbsp;2; Binz\/D&ouml;rndorfer\/Petzold\/Zimmermann, GKG\/FamGKG\/JVEG, &sect;&nbsp;18 JVEG Rz&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat folgt insoweit nicht der teilweise im Schrifttum vertretenen Auffassung, wonach die Zahlungen nach dem JVEG von einem bestehenden Arbeitsverh&auml;ltnis unabh&auml;ngig sind und damit nicht unter &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG fallen (so Pfab\/Ch.&nbsp;Schie&szlig;l, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2011, 795, 796; Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;27 Stichwort &quot;Ehrenamtl&nbsp;Richter&quot;). Denn die Zahlungen nach dem JVEG sollen nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut (&quot;Entsch&auml;digung&quot;) an die Stelle anderer &#8211;hier nach &sect;&nbsp;19 EStG steuerbarer&#8211; Einnahmen treten. Sie sollen die finanziellen Nachteile abgelten, die dem Kl&auml;ger in der Folge seiner T&auml;tigkeit als ehrenamtlicher Richter entstanden sind (vgl. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Februar 1988 III&nbsp;R&nbsp;241\/84, BFHE 153, 33, BStBl II 1988, 615, unter 2., betreffend eine Aufwandsentsch&auml;digung f&uuml;r den Pr&auml;sidenten einer Berufskammer).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat zu Unrecht die Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis nach &sect;&nbsp;16 JVEG in H&ouml;he des erkl&auml;rten Betrags von 540&nbsp;EUR der Besteuerung unterworfen. Sie ist nicht steuerbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4, &sect;&nbsp;16 JVEG erhalten ehrenamtliche Richter eine Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis. Nach &sect;&nbsp;16 JVEG in der im Streitjahr geltenden Fassung betr&auml;gt die Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis 5&nbsp;EUR (jetzt 6&nbsp;EUR) die Stunde. Die Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis entsteht unabh&auml;ngig von einem Einkommensverlust oder einem sonstigen Nachteil (vgl. Hartmann, a.a.O., &sect;&nbsp;16 JVEG Rz&nbsp;3; Meyer\/H&ouml;fer\/Bach\/Oberlack, a.a.O., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Entsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;16 JVEG stellt keine Entsch&auml;digung i.S. des &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG dar. Denn sie tritt sowohl nach ihrem Wortlaut als auch nach ihrem Sinn und Zweck nicht an die Stelle von entgangenen oder entgehenden Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch eine Steuerbarkeit nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;3 EStG liegt nicht vor. Denn im Rahmen der T&auml;tigkeit als ehrenamtlicher Richter fehlt es an einem wirtschaftlichen Leistungsaustausch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG sind sonstige Eink&uuml;nfte (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG) Eink&uuml;nfte aus Leistungen, soweit sie weder zu anderen Einkunftsarten (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 6 EStG) noch zu den Eink&uuml;nften i.S. von &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;1, 1a, 2 oder 4 EStG geh&ouml;ren. Eine (sonstige) Leistung i.S. von &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;3 EStG ist jedes Tun, Unterlassen oder Dulden, das Gegenstand eines entgeltlichen Vertrages sein kann und das um des Entgelts willen erbracht wird (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Juni 2015 IX&nbsp;R&nbsp;26\/14, BFHE 250, 362, BStBl II 2015, 1019, unter II.1.; Bl&uuml;mich\/Nacke, &sect;&nbsp;22 EStG Rz&nbsp;161; Fischer in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;66).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einnahmen aus einer ehrenamtlichen T&auml;tigkeit k&ouml;nnen Eink&uuml;nfte aus Leistungen i.S. des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;3 EStG sein. Voraussetzung ist aber, dass die Zahlungen durch die ehrenamtliche T&auml;tigkeit ausgel&ouml;st und die T&auml;tigkeit nach dem Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse den Tatbestand eines auf Leistungsaustausch gerichteten Verhaltens tr&auml;gt (vgl. FG Berlin vom 6.&nbsp;Dezember 1979 IV&nbsp;460\/78, EFG 1980, 280 &#8211;rechtskr&auml;ftig&#8211;; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1996, FR 1996, 328; Pfab\/Ch.&nbsp;Schie&szlig;l, FR 2011, 795, 798&nbsp;f.; Fischer in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;66 und 69).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Daran gemessen liegen die Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme einer Leistung i.S. des &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;3 EStG nicht vor. Die T&auml;tigkeit als ehrenamtlicher Richter und die Entsch&auml;digungszahlung nach &sect;&nbsp;16 JVEG stehen nicht in einem Gegenseitigkeitsverh&auml;ltnis (vgl. Fischer in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;22 Rz&nbsp;71). Vielmehr soll der ehrenamtliche Richter nur pauschal f&uuml;r die entstandene Zeitvers&auml;umnis entsch&auml;digt werden. Dies zeigt sich auch an der Formulierung in &sect;&nbsp;16 JVEG, der insoweit nur von &quot;Entsch&auml;digung&quot; und nicht von &quot;Verg&uuml;tung&quot; oder &quot;Honorar&quot; (wie z.B. bei Sachverst&auml;ndigen) spricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. F&uuml;r die streitige steuerbare Entsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;18 JVEG scheiden die Steuerbefreiungen nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 und 2 EStG (a), &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26 EStG (b) und &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG (c) aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Steuerbefreiung der Entsch&auml;digung f&uuml;r Verdienstausfall nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 und 2 EStG kommt &#8211;wie vom FG zutreffend angenommen&#8211; nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 EStG sind aus einer Bundeskasse oder Landeskasse gezahlte Bez&uuml;ge steuerfrei, die in einem Bundesgesetz oder Landesgesetz oder einer auf bundesgesetzlicher oder landesgesetzlicher Erm&auml;chtigung beruhenden Bestimmung oder von der Bundesregierung oder einer Landesregierung als Aufwandsentsch&auml;digung festgesetzt sind und als Aufwandsentsch&auml;digung im Haushaltsplan ausgewiesen werden. Es muss sich um den Ersatz von Aufwendungen handeln, die einen steuerlich abziehbaren Aufwand abgelten (vgl. BFH-Urteil in BFHE 239, 261, BStBl II 2013, 799, unter II.2.b&nbsp;bb, m.w.N.; R&nbsp;3.12 (2) der Lohnsteuer-Richtlinien 2015; HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 EStG Rz&nbsp;9, 17; Schmidt\/Levedag, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;50; von&nbsp;Beckerath in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zahlung nach &sect;&nbsp;18 JVEG stellt nach dem Gesetzeswortlaut keine Aufwandsentsch&auml;digung, also keine Ersatzleistung f&uuml;r entstandene Aufwendungen, dar. Die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 EStG kommt daher nicht in Betracht (so auch Neu, EFG 2016, 994, Anmerkung unter IV.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 EStG kommt ebenfalls nicht in Betracht. Nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 EStG sind Bez&uuml;ge von der Einkommensteuer befreit, die als Aufwandsentsch&auml;digung aus &ouml;ffentlichen Kassen an &ouml;ffentliche Dienste leistende Personen gezahlt werden, soweit nicht festgestellt wird, dass sie als Verdienstausfall oder Zeitverlust gew&auml;hrt werden oder den Aufwand, der dem Empf&auml;nger erw&auml;chst, offenbar &uuml;bersteigen. &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 EStG befreit nur die Erstattung solcher Aufwendungen von der Steuer, die als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteile vom 29.&nbsp;November 2006 VI&nbsp;R&nbsp;3\/04, BFHE 216, 163, BStBl II 2007, 308, m.w.N., und vom 27.&nbsp;August 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;34\/11, BFHE 242, 393, BStBl II 2014, 248, unter II.1.). Entsch&auml;digungen f&uuml;r Verdienstausfall sind ausdr&uuml;cklich ausgenommen (vgl. HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 EStG Rz&nbsp;12, 17; Schmidt\/Levedag, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Rz&nbsp;52).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26 EStG greift bereits deswegen nicht ein, weil keiner der in der Vorschrift genannten T&auml;tigkeitsbereiche (nebenberufliche T&auml;tigkeit als &Uuml;bungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbare T&auml;tigkeit; nebenberufliche k&uuml;nstlerische T&auml;tigkeit; nebenberufliche Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen) vorliegt (vgl. auch Oberfinanzdirektion &#8211;OFD&#8211; Karlsruhe vom 15.&nbsp;Dezember 2009, unter Tz.&nbsp;2.20, juris; OFD Frankfurt\/M., Rundvfg. vom 15.&nbsp;November 2016, juris; Pfab\/Ch.&nbsp;Schie&szlig;l, FR 2011, 795, 799&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG (sog. Ehrenamtsfreibetrag) greift nicht ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dieser durch das Gesetz zur weiteren St&auml;rkung des b&uuml;rgerschaftlichen Engagements vom 10.&nbsp;Oktober 2007 (BGBl I 2007, 2332) eingef&uuml;gten und durch das Jahressteuergesetz 2010 vom 8.&nbsp;Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768) mit Wirkung ab Veranlagungszeitraum 2011 ge&auml;nderten Vorschrift sind Einnahmen aus nebenberuflichen T&auml;tigkeiten u.a. im Dienst oder Auftrag einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union belegen ist, bis zur H&ouml;he von insgesamt 500&nbsp;EUR im Jahr steuerbefreit (vgl. dazu BMF-Schreiben vom 21.&nbsp;November 2014, BStBl I 2014, 1581; HHR\/ Bergkemper, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG Rz&nbsp;2; Schmidt\/Levedag, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;96; von Beckerath in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a Rz&nbsp;52). Die Steuerbefreiung ist in der gesetzlichen Fassung des Streitjahres ausgeschlossen, wenn f&uuml;r die Einnahmen aus der T&auml;tigkeit &#8211;ganz oder teilweise&#8211; eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;1 und 2 oder Nr.&nbsp;26 EStG gew&auml;hrt wird (vgl. HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG Rz&nbsp;1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Hier hatte der Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG neben den Entsch&auml;digungen nach &sect;&nbsp;16 und &sect;&nbsp;18 JVEG auch Zahlungen nach &sect;&nbsp;5 JVEG (Fahrtkosten und Parkgeb&uuml;hren) und &sect;&nbsp;6 JVEG (Entsch&auml;digung f&uuml;r Aufwand) in H&ouml;he von insgesamt 444,40&nbsp;EUR erhalten. Die beiden Letzteren sind &#8211;was die Beteiligten auch nicht in Streit stellen&#8211; nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 EStG als Aufwandsentsch&auml;digungen steuerfrei. Denn insoweit handelt es sich um Bez&uuml;ge, die als Aufwandsentsch&auml;digung aus &ouml;ffentlichen Kassen an &ouml;ffentliche Dienste leistende Personen gezahlt werden und nicht f&uuml;r Verdienstausfall oder Zeitverlust gew&auml;hrt werden oder den Aufwand, der dem Empf&auml;nger erw&auml;chst, offenbar &uuml;bersteigen. Aufgrund der Gew&auml;hrung der nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 EStG steuerbefreiten Bez&uuml;ge scheidet die Gew&auml;hrung des Freibetrags nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG aus (vgl. dazu BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 1581, Tz.&nbsp;5; Bl&uuml;mich\/Erhard, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Freibetrag wird pauschal der Aufwand, der einer nebenberuflich t&auml;tigen Person durch ihre Besch&auml;ftigung entsteht, abgegolten. Der Freibetrag wird daher &#8211;bezogen auf die gesamten Einnahmen aus der jeweiligen beruflichen T&auml;tigkeit&#8211; nicht zus&auml;tzlich zu der Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 EStG gew&auml;hrt, um eine Doppelbeg&uuml;nstigung zu vermeiden (vgl. BTDrucks 16\/5985, S.&nbsp;11; Schmidt\/Levedag, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;96; Bl&uuml;mich\/ Erhard, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a Rz&nbsp;1; vgl. HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG Rz&nbsp;1; von Beckerath, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a Rz&nbsp;B26a\/24). Liegen daher die Voraussetzungen f&uuml;r eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG und f&uuml;r &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 EStG im Rahmen einer nebenberuflichen T&auml;tigkeit gleichzeitig vor, muss sich der Steuerpflichtige f&uuml;r eine Steuerbefreiung entscheiden (vgl. Bl&uuml;mich\/Erhard, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a Rz&nbsp;6; HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG Rz&nbsp;2; Kolbe, Deutsches Steuerrecht 2009, 2465, 2468). Beantragt und erh&auml;lt der Steuerpflichtige, wie im Streitfall, nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 EStG steuerbefreiten Aufwendungsersatz, kommt die Gew&auml;hrung des Freibetrags nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26a EStG daher nicht mehr in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Sache ist spruchreif. Der Klage ist stattzugeben, soweit das FA im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung 2010 die Entsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;16 JVEG der Besteuerung unterworfen hat. Die Klage ist hingegen abzuweisen, soweit das FA die Entsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;18 JVEG steuerlich im Rahmen der Eink&uuml;nfte erfasst hat. Da das Urteil des FG insgesamt aufzuheben ist, &auml;ndert der Senat den Einkommensteuerbescheid 2010 vom 10.&nbsp;Juli 2012 in der Weise, dass die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit statt wie bisher mit &#8230;&nbsp;EUR nunmehr um 540&nbsp;EUR &#8211;bisher in der Veranlagung erfasster Ansatz der Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis nach &sect;&nbsp;16 JVEG&#8211; gemindert mit &#8230;&nbsp;EUR angesetzt werden. Bei der Ermittlung des Minderungsbetrags ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass im Einkommensteuerbescheid 2010 die streitigen Entsch&auml;digungen bislang nur mit 2.860&nbsp;EUR anstelle von 2.885&nbsp;EUR und damit rechnerisch um 25&nbsp;EUR zu niedrig im Rahmen der Veranlagung erfasst waren. Die Berechnung der Steuer wird dem FA &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO. Die Kosten waren nach dem Verh&auml;ltnis des Obsiegens zum Unterliegen zu teilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 31.1.2017, IX R 10\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.310117.IXR10.16.0 Besteuerung von Entsch&auml;digungen f&uuml;r ehrenamtliche Richterinnen und Richter Leits&auml;tze 1. Eine Entsch&auml;digung f&uuml;r Verdienstausfall gem&auml;&szlig; &sect; 18 JVEG ist nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, &sect; 24 Nr. 1 Buchst. a EStG steuerbar, wenn sie als Ersatz f&uuml;r entgangene Einnahmen aus einer nichtselbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit gezahlt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-10-16-besteuerung-von-entschaedigungen-fuer-ehrenamtliche-richterinnen-und-richter\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;10\/16 &#8211; Besteuerung von Entsch&auml;digungen f&uuml;r ehrenamtliche Richterinnen und Richter<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67101","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67101","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67101"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67101\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67101"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}