{"id":67122,"date":"2017-06-01T08:48:39","date_gmt":"2017-06-01T06:48:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67122"},"modified":"2017-06-01T08:48:39","modified_gmt":"2017-06-01T06:48:39","slug":"v-r-16-24-16-korrektur-der-umsatzsteuerfestsetzung-in-bautraegerfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-16-24-16-korrektur-der-umsatzsteuerfestsetzung-in-bautraegerfaellen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;16,&nbsp;24\/16 &#8211; Korrektur der Umsatzsteuerfestsetzung in Bautr&auml;gerf&auml;llen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2017, V R 16, 24\/16; V R 16\/16; V R 24\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.230217.VR16.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Korrektur der Umsatzsteuerfestsetzung in Bautr&auml;gerf&auml;llen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Umsatzsteuerfestsetzung kann nach &sect; 27 Abs. 19 Satz 1 UStG gegen&uuml;ber dem leistenden Unternehmer nur dann ge&auml;ndert werden, wenn ihm ein abtretbarer Anspruch auf Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer gegen den Leistungsempf&auml;nger zusteht.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Das FA hat eine Abtretung nach &sect; 27 Abs. 19 Satz 3 UStG auch dann anzunehmen, wenn der Steueranspruch bereits durch Zahlung getilgt war. Auf das Vorliegen einer Rechnung mit gesondertem Steuerausweis kommt es nicht an.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 15. M&auml;rz 2016 15 K 1553\/15 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 15. M&auml;rz 2016 15 K 3669\/15 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens tragen die Beteiligten zu gleichen Teilen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin, Revisionskl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) erbrachte im Streitjahr 2012 aufgrund eines am 22.&nbsp;August 2012 abgeschlossenen Vertrags Bauleistungen an die H-GmbH. Der Vertrag enthielt ein Abtretungsverbot. Die Kl&auml;gerin hatte W&auml;nde und Mauern zu verputzen. Ihre Leistungen erbrachte die Kl&auml;gerin an einer von der H-GmbH im Februar 2012 erworbenen Immobilie. Die H-GmbH hatte die &quot;geteilte Immobilie&quot; mit &quot;Bautr&auml;ger-Kaufvertr&auml;gen&quot; an verschiedene Erwerber mit der Verpflichtung ver&auml;u&szlig;ert, auf dem Grundst&uuml;ck ein Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohneinheiten zu errichten, wobei jedem Erwerber eine Wohneinheit geh&ouml;ren sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und die H-GmbH gingen von einer Steuerschuldnerschaft der H-GmbH nach &sect;&nbsp;13b des Umsatzsteuergesetzes (UStG) in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung aus. Das Entgelt f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin an die H-GmbH erbrachten Innenputzarbeiten belief sich auf 10.667,32&nbsp;EUR. Die von der Kl&auml;gerin der H-GmbH erteilten Rechnungen enthielten folgenden Vermerk: &quot;Bei den vorgenannten Leistungen handelt es sich um eine sog. Bauleistung, f&uuml;r die der &Uuml;bergang der Steuerschuldnerschaft gem. &sect;&nbsp;13b UStG gilt. Die Umsatzsteuer ist somit vom Leistungsempf&auml;nger beim Finanzamt anzumelden und abzuf&uuml;hren.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin reichte am 24.&nbsp;Mai 2013 eine einen Erstattungsbetrag ausweisende Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2012 ein, in der sie die streitigen Ums&auml;tze gegen&uuml;ber der H-GmbH als Ums&auml;tze kennzeichnete, f&uuml;r die der Leistungsempf&auml;nger nach &sect;&nbsp;13b UStG die Umsatzsteuer schulde. Der Beklagte, Revisionsbeklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stimmte durch Mitteilung vom 21.&nbsp;Juni 2013 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;168 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) der Umsatzsteuererkl&auml;rung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Januar 2014 beantragte die H-GmbH beim FA die Erstattung der Umsatzsteuer, die sie als Steuerschuldner f&uuml;r den Bezug der Leistungen von der Kl&auml;gerin entrichtet hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Oktober 2014 teilte das FA der Kl&auml;gerin mit, dass die H-GmbH die Erstattung der von ihr entrichteten Umsatzsteuer f&uuml;r die streitigen Bauleistungen gefordert habe. Das FA k&uuml;ndigte an, die Kl&auml;gerin aufgrund des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22. August 2013 V&nbsp;R&nbsp;37\/10 (BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128) nach &sect;&nbsp;13a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG als Steuerschuldner f&uuml;r die Leistungen an die H-GmbH in Anspruch zu nehmen. Die &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung sollte nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG erfolgen. Das FA wies auf die M&ouml;glichkeit einer Abtretung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 S&auml;tze&nbsp;3 und 4 UStG hin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 1.&nbsp;Dezember 2014 &auml;nderte das FA die Umsatzsteuerfestsetzung 2012 und setzte die Umsatzsteuer um 1.703,19&nbsp;EUR h&ouml;her fest. Zur Art der Festsetzung wurde ausgef&uuml;hrt: &quot;Der Bescheid ist nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO ge&auml;ndert. Der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung bleibt bestehen.&quot; Der sich aus dem &Auml;nderungsbescheid ergebende Nachforderungsbetrag wurde am 5.&nbsp;Januar 2015 getilgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 29.&nbsp;April 2015 beantragte die Kl&auml;gerin beim FA die Annahme der Abtretung eines Umsatzsteuernachforderungsanspruchs gegen die H-GmbH in H&ouml;he von 2.026,79&nbsp;EUR mit schuldbefreiender Wirkung. Mit Schreiben vom 26.&nbsp;Mai 2015 wies das FA darauf hin, dass die Umsatzsteuerfestsetzung 2012 nur um 1.703,16&nbsp;EUR erh&ouml;ht und die Steuerschuld in dieser H&ouml;he bereits getilgt worden sei. Mit Schreiben vom 11.&nbsp;Juni 2015 wiederholte die Kl&auml;gerin ihr Abtretungsangebot auf einem vom FA zur Verf&uuml;gung gestellten Vordruck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 24.&nbsp;Juni 2015 lehnte das FA die Annahme des Abtretungsangebots ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, dass die berichtigten Rechnungen noch nicht an den Bautr&auml;ger versandt worden seien. Dies stehe der Annahme der Abtretung entgegen. Au&szlig;erdem sei die Umsatzsteuerschuld des Jahres 2012 durch Begleichung der Steuerschuld am 5.&nbsp;Januar 2015 erloschen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspr&uuml;che der Kl&auml;gerin gegen den &Auml;nderungsbescheid und gegen die Ablehnung des Abtretungsangebots hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erfolglos war auch die Klage gegen den &Auml;nderungsbescheid. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 855 ver&ouml;ffentlichten Urteil des Finanzgerichts (FG) sind &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 UStG verfassungsgem&auml;&szlig; und unionsrechtskonform.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das FG der Klage auf Annahme des Abtretungsangebots statt. Nach dem in EFG 2016, 849 ver&ouml;ffentlichten Urteil des FG vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;3669\/15&nbsp;U ist der Ausschluss des dem Bauleistenden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 AO zustehenden Vertrauensschutzes durch den mit &quot;echter&quot; R&uuml;ckwirkung eingef&uuml;hrten &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;2 UStG nur dann verfassungsgem&auml;&szlig; i.S. des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes, wenn der Bauleistende auf Erhebungsebene vollst&auml;ndig finanziell entlastet werde. F&uuml;hre jede andere Entscheidung als die Annahme der Abtretung zu einer finanziellen Belastung des Bauleistenden, sei eine Ermessensreduzierung auf null anzunehmen. Der zivilrechtliche Umsatzsteuernachforderungsanspruch des Bauleistenden gegen den Bautr&auml;ger sei trotz eines im Bauvertrag vereinbarten Abtretungsverbots abtretbar, wenn das Abtretungsverbot durch &sect;&nbsp;354a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB) suspendiert werde. Auch eine vom Bautr&auml;ger bestrittene Forderung k&ouml;nne abgetreten werden. Aus &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG ergebe sich eine Ersetzungsbefugnis des Steuerpflichtigen, die auch nach der Erf&uuml;llung des Steueranspruchs noch ausge&uuml;bt werden k&ouml;nne. Die Ausstellung einer Rechnung des Bauleistenden gegen&uuml;ber dem Bautr&auml;ger sei f&uuml;r den Anspruch auf Annahme der Abtretung der zivilrechtlichen Forderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG keine notwendige Voraussetzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wenden sich die Revisionen der Kl&auml;gerin und des FA, die der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbunden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin macht mit ihrer Revision gegen den &Auml;nderungsbescheid geltend, dass die Abtretungsregelung in &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG nicht gleichwertig mit dem ihr nach &sect;&nbsp;176 AO zustehenden Vertrauensschutz sei. Sie m&uuml;sse einen belastenden Steuerbescheid &uuml;ber sich ergehen lassen. Die Abtretungsl&ouml;sung sei mit vielen Unsicherheiten verbunden. Eine Pflicht zum Steuerausweis sei unzumutbar. Es liege eine unzul&auml;ssige echte R&uuml;ckwirkung vor. &sect;&nbsp;17 UStG sei anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt zum angefochtenen &Auml;nderungsbescheid,<br \/>das Urteil des FG und den Umsatzsteuerbescheid vom 1.&nbsp;Dezember 2014 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;April 2015 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wendet sich mit seiner Revision gegen die vom FG angenommene Verpflichtung zur Annahme des Abtretungsangebots. Der Steueranspruch sei bereits getilgt worden, so dass eine Abtretung nicht in Betracht komme. Zudem liege keine Rechnung mit Steuerausweis vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt zur Abtretung,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beide Beteiligte treten der Revision der Gegenseite entgegen und beantragen jeweils diese zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revisionen der Kl&auml;gerin und des FA sind unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Auf Grundlage des BFH-Urteils in BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128 ist die Kl&auml;gerin, nicht aber die H-GmbH Steuerschuldnerin f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin an die H-GmbH erbrachten Leistungen. Wie das FG zu Recht entschieden hat, ist das FA zur &Auml;nderung der Steuerfestsetzung gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin berechtigt. Im Streitfall ergibt sich dies zwar nicht aus dem im &Auml;nderungsbescheid angef&uuml;hrten &sect;&nbsp;164 AO, aber aus &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG. Entgegen dem Urteil des FG setzt diese &Auml;nderungsbefugnis allerdings voraus, dass der Kl&auml;gerin ein abtretbarer Anspruch auf Zahlung der festgesetzten Umsatzsteuer gegen den Leistungsempf&auml;nger zusteht. Diese Voraussetzung liegt indes im Streitfall vor. Das FA ist im &Uuml;brigen auch verpflichtet, die ihm angebotene Abtretung anzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA ist nicht nach &sect;&nbsp;164 AO &auml;nderungsbefugt. Die von der Kl&auml;gerin abgegebene Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung 2012 steht aufgrund der Zustimmung des FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;168 Satz&nbsp;2 AO einer Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleich. Eine danach m&ouml;gliche &Auml;nderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO scheitert aber an &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 AO, der nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung der &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO entgegensteht (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Januar 1991 III&nbsp;R&nbsp;60\/89, BFHE 163, 286, BStBl II 1992, 5, unter II.3., und vom 5.&nbsp;September 2000 IX&nbsp;R&nbsp;33\/97, BFHE 192, 559, BStBl II 2000, 676, unter II.3.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei der Aufhebung oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids darf gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 AO nicht zuungunsten des Steuerpflichtigen ber&uuml;cksichtigt werden, dass eine allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung, einer obersten Bundes- oder Landesbeh&ouml;rde von einem obersten Gerichtshof des Bundes als nicht mit dem geltenden Recht in Einklang stehend bezeichnet worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der BFH hat mit Urteil in BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128, &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UStG a.F. entgegen Abschn.&nbsp;182a Abs.&nbsp;11 der Umsatzsteuer-Richtlinien (UStR) 2005 einschr&auml;nkend ausgelegt. Die Steuerschuld entsteht in der Person des Leistungsempf&auml;ngers nur dann, wenn er die an ihn erbrachte Werklieferung oder sonstige Leistung, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, &Auml;nderung oder Beseitigung von Bauwerken dient, seinerseits zur Erbringung einer derartigen Leistung verwendet. Damit hat der BFH i.S. von &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 AO erkannt, dass eine allgemeine Verwaltungsvorschrift einer obersten Bundesbeh&ouml;rde nicht mit dem geltenden Recht in Einklang steht. Dies darf nach dieser Vorschrift bei einer &Auml;nderung eines Steuerbescheids nicht zuungunsten des Steuerpflichtigen ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) So ist es im Streitfall. Die Kl&auml;gerin hat f&uuml;r die H-GmbH W&auml;nde und Mauern bei der Errichtung eines Geb&auml;udes verputzt. Damit lag sowohl nach der im Streitjahr geltenden Verwaltungsauffassung wie auch nach dem Senatsurteil in BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128 eine &quot;Bauleistung&quot; i.S. von &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 UStG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Verwaltungsauffassung setzt die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempf&auml;ngers aber nach dem BFH-Urteil in BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128 auch voraus, dass der Leistungsempf&auml;nger die an ihn erbrachte Werklieferung oder sonstige Leistung, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, &Auml;nderung oder Beseitigung von Bauwerken dient, seinerseits zur Erbringung einer derartigen Leistung verwendet. Hieran fehlt es im Streitfall, da die H-GmbH das Geb&auml;ude, an dem die Kl&auml;gerin ihre Leistung erbrachte, zusammen mit dem dazugeh&ouml;renden Grund und Boden an verschiedene Erwerber ver&auml;u&szlig;erte, wobei jedem Erwerber eine Wohneinheit geh&ouml;ren sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass das FA zu einer &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG berechtigt ist. Entgegen dem Urteil des FG darf das FA die Umsatzsteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG gegen&uuml;ber dem leistenden Unternehmer allerdings nur dann &auml;ndern, wenn diesem ein abtretbarer Anspruch auf Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer gegen den Leistungsempf&auml;nger zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese zus&auml;tzliche &Auml;nderungsvoraussetzung ergibt sich aus einer Auslegung von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 UStG nach Normzweck, Sinnzusammenhang und Wortlaut (vgl. allgemein z.B. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Dezember 2014 IV&nbsp;R&nbsp;22\/12, BFHE 248, 354, BStBl II 2015, 606, unter II.2.a; allgemein zur Auslegung vgl. z.B. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 9.&nbsp;November 1988 1&nbsp;BvR&nbsp;243\/86, BVerfGE 79, 106, unter B.II.1. der Gr&uuml;nde, m.w.N.; BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Oktober 2010 IV&nbsp;R&nbsp;23\/08, BFHE 231, 544, BStBl II 2011, 277; vom 25.&nbsp;September 2014 IV&nbsp;R&nbsp;44\/11, BFHE 246, 470, BStBl II 2015, 470). Dabei ist zudem der Grundsatz der unionsrechtskonformen Auslegung zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. z.B. Senatsurteil vom 3.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;43\/13, BFHE 252, 171, BStBl II 2016, 858, unter II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der mit &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 bis 4 UStG verfolgte Zweck rechtfertigt unter Ber&uuml;cksichtigung der zwingenden Vorgaben des Unionsrechts eine Einschr&auml;nkung des abgabenrechtlich durch &sect;&nbsp;176 AO gew&auml;hrleisteten Vertrauensschutzes nur dann, wenn dem Leistenden gegen den Leistungsempf&auml;nger ein abtretbarer Anspruch auf Zahlung der &#8211;vom FA an den Leistungsempf&auml;nger zu erstattenden&#8211; Umsatzsteuer zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Sind Unternehmer und Leistungsempf&auml;nger davon ausgegangen, dass der Leistungsempf&auml;nger die Steuer nach &sect;&nbsp;13b UStG auf eine vor dem 15.&nbsp;Februar 2014 erbrachte steuerpflichtige Leistung schuldet, und stellt sich diese Annahme als unrichtig heraus, ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG die gegen den leistenden Unternehmer wirkende Steuerfestsetzung zu &auml;ndern, soweit der Leistungsempf&auml;nger die Erstattung der Steuer fordert, die er in der Annahme entrichtet hatte, Steuerschuldner zu sein. Nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;2 UStG steht &sect;&nbsp;176 AO der &Auml;nderung nicht entgegen. &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG enth&auml;lt eine Abtretungsregelung, wobei &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;4 UStG die Erf&uuml;llungswirkung dieser Abtretung regelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Haben die an einem Leistungsaustausch Beteiligten zu Unrecht den Leistungsempf&auml;nger anstelle des Leistenden als Steuerschuldner angesehen, und verlangt der Leistungsempf&auml;nger die Erstattung der von ihm zu Unrecht gezahlten Steuer, lassen sich Steuerausf&auml;lle im Korrektursystem der AO im Regelfall unproblematisch vermeiden. Da Umsatzsteuerfestsetzungen bis zum Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung oder einer gesonderten Aufhebung unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehen, kann im Allgemeinen die materiell-rechtlich vom Leistenden geschuldete Steuer verfahrensrechtlich gegen&uuml;ber diesem nach &sect;&nbsp;164 AO festgesetzt werden. Anders ist dies nur dann, wenn dem Leistenden &#8211;wie im Streitfall&#8211; Vertrauensschutz nach &sect;&nbsp;176 AO zu gew&auml;hren ist (s. oben II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die im Allgemeinen nach &sect;&nbsp;164 AO bestehende &Auml;nderungsbefugnis dienen die Regelungen des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 bis 4 UStG nicht dazu, Steuerausf&auml;lle zu vermeiden, die dadurch entstehen k&ouml;nnen, dass Leistender und Leistungsempf&auml;nger die Person des Steuerschuldners unzutreffend beurteilt haben, sondern bezwecken im Kern, den Vertrauensschutz nach &sect;&nbsp;176 AO auszuschalten, wie sich ausdr&uuml;cklich auch aus &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;2 UStG ergibt, und ihn besonders zu regeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Bereich der Umsatzsteuer kann der nationale Gesetzgeber &uuml;ber die Ausschaltung des einfachgesetzlichen Vertrauensschutzes nicht frei entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Umsatzsteuer ist unter Ber&uuml;cksichtigung ihrer unionsrechtlichen Grundlagen in Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2006\/12\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem eine Verbrauchsteuer und dabei zugleich eine indirekte Steuer, bei der dem Unternehmer die Aufgabe zukommt, &quot;&ouml;ffentliche Gelder&quot; als &quot;Steuereinnehmer f&uuml;r Rechnung des Staates&quot; zu vereinnahmen (Urteile des Europ&auml;ischen Gerichtshofs &#8211;EuGH&#8211; Balocchi vom 20.&nbsp;Oktober 1993 C-10\/92, EU:C:1993:846, Rz&nbsp;25, und Netto Supermarkt vom 21.&nbsp;Februar 2008 C-271\/06, EU:C:2008:105, Rz&nbsp;21; vgl. auch Senatsurteil vom 24.&nbsp;Oktober 2013 V&nbsp;R&nbsp;31\/12, BFHE 243, 451, BStBl II 2015, 674, unter II.2.c). Der Staat darf dem so beauftragten Unternehmer seine Aufgabe weder unn&ouml;tig erschweren noch unm&ouml;glich machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Hieraus ergeben sich f&uuml;r die Regelungsbefugnisse des nationalen Gesetzgebers Einschr&auml;nkungen aus Gr&uuml;nden des Unionsrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So muss der Steuerschuldner nach den &#8211;auch von den Mitgliedstaaten und den nationalen Gerichten zu beachtenden (z.B. EuGH-Urteil Berlington Hungary vom 11.&nbsp;Juni 2015 C-98\/14, EU:C:2015:386, Rz&nbsp;80, 88, m.w.N.)&#8211; Grunds&auml;tzen der Rechtssicherheit, des Vertrauensschutzes und von Treu und Glauben eindeutig bestimmbar sein (zum Grundsatz der Rechtsicherheit vgl. EuGH-Urteile Tomoiaga vom 9.&nbsp;Juli 2015 C-144\/14, EU:C:2015:452, Rz&nbsp;34&nbsp;f., m.w.N., und Salomie und Oltean vom 9.&nbsp;Juli 2015 C-183\/14, EU:C:2015:454, Rz&nbsp;31); er muss den Umfang der ihm auferlegten Pflicht im Zeitpunkt des &quot;Abschlusses eines Rechtsgesch&auml;fts&quot; rechtssicher erkennen und bestimmen k&ouml;nnen (EuGH-Urteil Traum EOOD vom 9.&nbsp;Oktober 2014 C-492\/13, EU:C:2014:2267, Rz&nbsp;29, m.w.N.). Dies gilt auch im Anwendungsbereich der &sect;&sect;&nbsp;13a, 13b UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem kann sich der Steuerpflichtige auf den unionsrechtlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes berufen, wenn die zust&auml;ndige Verwaltungsbeh&ouml;rde aufgrund einer bestimmten Handlung berechtigte Erwartungen begr&uuml;ndet hat (EuGH-Urteile Europ&auml;isch-Iranische Handelsbank vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2015 C-585\/13&nbsp;P, EU:C:2015:145, Rz&nbsp;95, m.w.N., und Tomoiaga, EU:C:2015:452, Rz&nbsp;44, m.w.N.). Die vertrauensausl&ouml;sende Handlung kann &#8211;wie im Streitfall&#8211; auf einer allgemeing&uuml;ltigen (norminterpretierenden) Verwaltungsvorschrift beruhen (vgl. dazu Hummel, Mehrwertsteuerrecht 2016, 4, 11&nbsp;f.), wenn sie &#8211;wie hier&#8211; systematisch angewendet wurde (vgl. EuGH-Urteil Tomoiaga, EU:C:2015:452, Rz&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich ist im Rahmen des Steuerschuldverh&auml;ltnisses auch der Grundsatz von Treu und Glauben zu beachten, der zur R&uuml;cksichtnahme auf die schutzw&uuml;rdigen Interessen des am Steuerrechtsverh&auml;ltnis beteiligten Steuerpflichtigen verpflichtet (z.B. BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Februar 2010 VII&nbsp;R&nbsp;19\/09, BFHE 228, 139, BStBl II 2010, 729, Rz&nbsp;14, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die unionsrechtlichen Vorgaben wirken sich auch auf die Auslegung von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Aus der dort ausdr&uuml;cklich genannten Voraussetzung eines Erstattungsverlangens des Leistungsempf&auml;ngers ergibt sich auch, dass dem Leistenden ein Anspruch auf Zahlung der zu erstattenden Steuer &#8211;als Voraussetzung f&uuml;r die &Auml;nderungsbefugnis&#8211; zusteht. Dabei ist einerseits zu ber&uuml;cksichtigen, dass der einfachgesetzliche Ausschluss des abgabenrechtlichen Vertrauensschutzes f&uuml;r sich genommen mit den unionsrechtlichen Vorgaben in Einklang steht. Dies gilt andererseits aber nur dann, wenn dem Leistenden hieraus keine Nachteile entstehen. Eine Regelung, die das FA zu einer uneingeschr&auml;nkten &Auml;nderungsbefugnis zu Lasten des Leistenden berechtigt und diesen dann erst im Erhebungsverfahren auf eine Abtretungsm&ouml;glichkeit verweist, gen&uuml;gt dem jedenfalls dann nicht, wenn der Leistende bei der Ausf&uuml;hrung seines Umsatzes in &Uuml;bereinstimmung mit den zu diesem Zeitpunkt geltenden Verwaltungsanweisungen davon ausgehen konnte und musste, dass nicht er, sondern der Leistungsempf&auml;nger Steuerschuldner sei (s. oben II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der durch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;2 UStG angeordnete Ausschluss des abgabenrechtlichen Vertrauensschutzes ist unionsrechtlich nur zu rechtfertigen, wenn das Bestehen und die Abtretbarkeit einer Forderung nicht erst im Anschluss an die &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids, sondern bereits im Festsetzungsverfahren gekl&auml;rt werden. Daher muss das FA nicht erst im Erhebungsverfahren bei einer Entscheidung &uuml;ber die Abtretung, sondern bereits im Festsetzungsverfahren bei der Pr&uuml;fung der &Auml;nderungsbefugnis nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG feststellen, ob ein abtretbarer Anspruch des Leistenden gegen den Leistungsempf&auml;nger besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dieser zweckorientierten Einschr&auml;nkung entspricht die so interpretierte Norm dem&nbsp;&nbsp;Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t. Soll danach der Unternehmer vollst&auml;ndig von der im Rahmen seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit geschuldeten oder entrichteten Mehrwertsteuer entlastet werden (vgl. st&auml;ndige Rechtsprechung des EuGH, z.B. EuGH-Urteil Malburg vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-204\/13, EU:C:2014:147, Rz&nbsp;41, m.w.N), so geschieht dies unter den besonderen Bedingungen des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 UStG mit der Abtretung. Der Leistende steht dann so wie er st&uuml;nde, wenn alles von vornherein richtig beurteilt worden w&auml;re. Eines weiteren Vertrauensschutzes bedarf es nicht, im Gegenteil: Die Anwendung des &sect;&nbsp;176 AO w&uuml;rde sich dann mit Blick auf das Neutralit&auml;tsprinzip einseitig zu Lasten des Fiskus auswirken (so Rei&szlig;, Mehrwertsteuerrecht 2016, 361&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Diese Auslegung entspricht im &Uuml;brigen auch der Praxis der Finanzverwaltung. Denn nach dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 31.&nbsp;Juli 2014, BStBl I 2014, 1073, Rz&nbsp;14 soll die Abtretung der zivilrechtlichen Forderungen gegen den Leistungsempf&auml;nger nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG zur Beschleunigung des Verfahrens auch schon vor einer &Auml;nderung der Umsatzsteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG erfolgen. Sieht sich die Finanzverwaltung zur Verfahrensbeschleunigung in der Lage, die Abtretung eines dem Unternehmer gegen den Leistungsempf&auml;nger zustehenden Anspruchs bereits vor der &Auml;nderung des Steuerbescheids nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG vorzunehmen, bestehen gegen das Erfordernis, das Bestehen eines abtretbaren Anspruchs bereits als Voraussetzung f&uuml;r die &Auml;nderung der Steuerfestsetzung pr&uuml;fen zu m&uuml;ssen, auch unter Praktikabilit&auml;tsgesichtspunkten keine Schwierigkeiten, wie zudem in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem erkennenden Senat best&auml;tigt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Auslegung des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG, nach der es f&uuml;r die &Auml;nderungsbefugnis auch auf das Bestehen eines abtretbaren Anspruchs des Leistenden ankommt, wird systematisch durch den Gesamtzusammenhang der zeitgleich und als Einheit in Kraft getretenen Regelungen des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 bis 4 UStG best&auml;tigt. Aufgrund dieses Gesamtzusammenhangs sind die einzelnen Gesetzesanordnungen dieser Vorschrift nicht isoliert, sondern <em>in ihrem Gesamtkontext<\/em> auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorschriften wurden in das UStG durch Art.&nbsp;7 Nr.&nbsp;9 des Gesetzes zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur &Auml;nderung weiterer steuerlicher Vorschriften (BGBl I 2014, 1266) eingef&uuml;gt. Die &quot;Neuregelung&quot; und damit der gesamte &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 bis 4 UStG betrifft nach der amtlichen Gesetzesbegr&uuml;ndung &quot;die F&auml;lle, in denen der Leistungsempf&auml;nger f&uuml;r vor dem 15.&nbsp;Februar 2014 an ihn erbrachte Leistungen von einer Nichtbeanstandungsregelung der Finanzverwaltung keinen Gebrauch macht&quot; (BTDrucks&nbsp;18\/1995, S.&nbsp;111). Dieser Gesamtzusammenhang rechtfertigt es, die &Auml;nderungsbefugnis nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG aufgrund des Ausschlusses des abgabenrechtlichen Vertrauensschutzes als Kernelement der Neureglung in &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;2 UStG (s. oben II.2.a bb) davon abh&auml;ngig zu machen, dass dem Leistenden ein abtretbarer Anspruch i.S. von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Auslegung des Senats wird durch den Wortlaut der Norm wie auch durch ihre Entstehungsgeschichte gest&uuml;tzt und ber&uuml;cksichtigt die bereits durch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG selbst angelegte Verbindung von Festsetzungs- und Erhebungsverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG nimmt ausdr&uuml;cklich auf das Erstattungsverlangen des Leistungsempf&auml;ngers Bezug und ist schon deshalb in der Weise auslegbar, dass es f&uuml;r die &Auml;nderungsbefugnis auch darauf ankommt, ob dem leistenden Unternehmer ein Anspruch gegen den Leistungsempf&auml;nger auf Zahlung &#8211;der an den Leistungsempf&auml;nger zu erstattenden&#8211; Umsatzsteuer zusteht (zu den Grenzen der Wortlautauslegung im Umsatzsteuerrecht vgl. z.B. Senatsurteil in BFHE 252, 171, BStBl II 2016, 858, unter II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es besteht kein Widerspruch zu den Motiven des historischen Gesetzgebers. Zwar deutet die amtliche Gesetzesbegr&uuml;ndung darauf hin, dass der historische Gesetzgeber von einer weitgehend voraussetzungslosen &Auml;nderungsbefugnis durch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG ausging. Zudem befasste sich die amtliche Gesetzesbegr&uuml;ndung im Zusammenhang mit der Abtretungsregelung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 und 4 UStG mit der Frage des Vertrauensschutzes (BTDrucks&nbsp;18\/1995, S.&nbsp;111).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der amtlichen Gesetzesbegr&uuml;ndung sind aber keinerlei &Uuml;berlegungen zum Ausschluss des abgabenrechtlichen Vertrauensschutzes als dem entscheidenden Kernelement der Neuregelung durch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;2 UStG (s. oben II.2.a&nbsp;bb) oder zur Bedeutung unionsrechtlicher Erfordernisse zu entnehmen. Damit k&ouml;nnen die Motive des historischen Gesetzgebers nur eingeschr&auml;nkt f&uuml;r die Gesetzesauslegung Ber&uuml;cksichtigung finden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Gegen die Auslegung durch den erkennenden Senat spricht auch nicht die grunds&auml;tzliche Trennung zwischen Festsetzungs- und Erhebungsverfahren. Denn &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG durchbricht mit dem Abstellen auf das Erstattungsverlangen des Leistungsempf&auml;ngers und dessen Entrichtung der Steuer in der &#8211;urspr&uuml;nglich unzutreffenden&#8211; Annahme, Steuerschuldner zu sein, diese Trennung bereits selbst. Wenn die Vorschrift verlangt, dass der Leistungsempf&auml;nger die Erstattung der von ihm entrichteten Steuer fordert, stellt sie schon bei der &Auml;nderung der Steuerfestsetzung explizit auf die sich aus dieser &Auml;nderung ergebenden Rechtsfolgen <em>im Erhebungsverfahren ab<\/em>, &uuml;ber die ggf. durch Abrechnungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;218 AO zu entscheiden ist. Dies entspricht zudem der Praxis der Finanzverwaltung, wie sie sich aus dem BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 1073, Rz&nbsp;14 ergibt (s. oben II.2.a&nbsp;dd&nbsp;(2)).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im Streitfall liegen danach die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;gerin verf&uuml;gte &uuml;ber einen abtretbaren Anspruch gegen die H-GmbH auf Zahlung der Umsatzsteuer, die f&uuml;r ihre Leistung an die H-GmbH gesetzlich entstanden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Haben sich die Umst&auml;nde, die zur Grundlage des Vertrags geworden sind, nach Vertragsschluss schwerwiegend ver&auml;ndert und h&auml;tten die Parteien den Vertrag nicht oder mit anderem Inhalt geschlossen, wenn sie diese Ver&auml;nderung vorausgesehen h&auml;tten, so kann gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) Anpassung des Vertrags verlangt werden, soweit einem Teil unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls, insbesondere der vertraglichen oder gesetzlichen Risikoverteilung, das Festhalten am unver&auml;nderten Vertrag nicht zugemutet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Im Streitfall besteht ein Anspruch auf Vertragsanpassung nach &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;1 BGB.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Bei dem Umstand, der zur Grundlage des Vertrags geworden ist, handelt es sich um die Person des Steuerschuldners f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin an die H-GmbH erbrachte Leistung. In Bezug auf die Person des Steuerschuldners f&uuml;r die von der Kl&auml;gerin erbrachte Leistung ist es nach Vertragsschluss zu einer schwerwiegenden Ver&auml;nderung gekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und die H-GmbH gingen bei der Leistungserbringung von einer Steuerschuldnerschaft der H-GmbH aus. Dies zeigt sich insbesondere an der von der Kl&auml;gerin erteilten Rechnung, mit der diese nur &uuml;ber ein Entgelt ohne Steuerbetrag abrechnete und dabei ausdr&uuml;cklich auf die Steuerschuldnerschaft der H-GmbH nach &sect;&nbsp;13b UStG hinwies. Dass dies auch dem Verst&auml;ndnis der H-GmbH entsprach, wird dadurch belegt, dass die H-GmbH die von der Kl&auml;gerin empfangene Leistung als Leistungsempf&auml;nger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13b UStG versteuerte (und erst sp&auml;ter nach der Ver&ouml;ffentlichung des Senatsurteils in BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128 die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung dieser Besteuerung geltend machte). Die Kl&auml;gerin und die H-GmbH mussten auch davon ausgehen, dass die H-GmbH Steuerschuldner f&uuml;r diese Leistung war. Denn auf der Grundlage der damals geltenden Verwaltungsauffassung war es nicht erforderlich, dass die an den Leistungsempf&auml;nger erbrachten Ums&auml;tze, f&uuml;r die er als Leistungsempf&auml;nger Steuerschuldner ist, mit von ihm erbrachten Ums&auml;tzen nach &sect;&nbsp;13b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG a.F. unmittelbar zusammenh&auml;ngen (so ausdr&uuml;cklich Abschn.&nbsp;182a Abs.&nbsp;11 UStR 2005).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Verwaltungsanweisung hat der BFH durch das Urteil in BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128, Leitsatz&nbsp;1 ausdr&uuml;cklich verworfen und entschieden, dass es f&uuml;r die Entstehung der Steuerschuld beim Leistungsempf&auml;nger darauf ankommt, ob dieser die an ihn erbrachte Werklieferung oder sonstige Leistung, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, &Auml;nderung oder Beseitigung von Bauwerken dient, seinerseits zur Erbringung einer derartigen Leistung verwendet. Danach war die H-GmbH, die die von der Kl&auml;gerin bezogenen Leistungen f&uuml;r die steuerfreie Lieferung von Wohnungen verwendet hat, nur auf der Grundlage der beim Vertragsschluss geltenden Verwaltungsauffassung, nicht aber nach der BFH-Rechtsprechung Steuerschuldner.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch diese Beurteilungs&auml;nderung ist es zu einer schwerwiegenden Ver&auml;nderung in Bezug auf die Person des Steuerschuldners als Vertragsgrundlage gekommen. Denn die Kl&auml;gerin muss f&uuml;r die H-GmbH eindeutig erkennbar ihren Verg&uuml;tungsanspruch nicht mehr auf der Grundlage eines von ihr nicht zu versteuernden Entgelts, sondern als Gegenleistung bestehend aus Entgelt und Steuerschuld kalkulieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) In Kenntnis der BFH-Rechtsprechung und der sich hieraus ergebenden Steuerschuldnerschaft der Kl&auml;gerin h&auml;tten die Kl&auml;gerin und die H-GmbH als Verg&uuml;tung f&uuml;r die Kl&auml;gerin eine Gegenleistung bestehend aus Entgelt und Umsatzsteuer vereinbart. Damit ist die Kl&auml;gerin entsprechend &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;1 BGB berechtigt, Anpassung des Vertrags zu verlangen. Dies f&uuml;hrt zu einer Erh&ouml;hung des der Kl&auml;gerin zustehenden Verg&uuml;tungsanspruchs um die von der Kl&auml;gerin f&uuml;r ihre Leistung geschuldete Umsatzsteuer. Ein Festhalten am unver&auml;nderten Vertrag kann der Kl&auml;gerin nicht zugemutet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(c) Dem stehen schutzw&uuml;rdige Interessen der H-GmbH nicht entgegen. Es kommt insbesondere nicht darauf an, dass &quot;der Leistungsempf&auml;nger bei R&uuml;ckforderung der von ihm zu Unrecht gezahlten Umsatzsteuer nicht wusste und auch nicht wissen musste, dass dies zu einer Belastung des [leistenden] Unternehmers f&uuml;hren w&uuml;rde&quot;; ebenso ist es unerheblich, ob der Leistungsempf&auml;nger &quot;davon ausgehen [d&uuml;rfte], die Erstattung werde wegen der vertrauenssch&uuml;tzenden Regelung des &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;2 AO keine Auswirkungen auf die Steuerfestsetzung gegen [den leistenden Unternehmer] haben&quot;. Hieraus ergibt sich entgegen dem Urteil des Landgerichts D&uuml;sseldorf vom 5.&nbsp;Februar 2016 &#8211; 33&nbsp;O&nbsp;86\/15 (Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2016, 720) kein schutzw&uuml;rdiges Interesse am Bestand der Vereinbarung. Das Interesse an der Ausnutzung eines steuerrechtlichen Zufallsgewinns (&quot;windfall-profits&quot;) ist unter Ber&uuml;cksichtigung der beiderseitigen Interessenlage in keiner Weise schutzw&uuml;rdig. Denn eine M&ouml;glichkeit zu einem umsatzsteuerrechtlich unbelasteten Leistungsbezug, bei dem die H-GmbH Umsatzsteuer weder an die Kl&auml;gerin zu zahlen hatte noch den Leistungsbezug selbst versteuern musste, bestand zu keinem Zeitpunkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Der Senat kann somit offenlassen, ob zugleich auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine Vertragsanpassung nach &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;2 BGB oder f&uuml;r eine &Auml;nderung nach den Grunds&auml;tzen f&uuml;r eine erg&auml;nzende Vertragsauslegung vorliegen (bejahend Oberlandesgericht K&ouml;ln vom 4.&nbsp;August 2016 I-7&nbsp;U&nbsp;177\/15, Neue Zeitschrift f&uuml;r Baurecht und Vergaberecht 2017, 44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Auf der Grundlage der vom FG getroffenen Feststellungen ist auch nicht davon auszugehen, dass die H-GmbH gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin Gew&auml;hrleistungsanspr&uuml;che geltend gemacht oder in sonstiger Weise eine Aufrechnung erkl&auml;rt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die weiteren Voraussetzungen von &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG sind erf&uuml;llt. Die Kl&auml;gerin hat ihre Leistungen an die H-GmbH im Streitjahr 2012 und damit vor dem 15.&nbsp;Februar 2014 erbracht. Beide Unternehmer sind davon ausgegangen, dass die H-GmbH als Leistungsempf&auml;nger die Steuer nach &sect;&nbsp;13b UStG schuldet; diese Annahme hat sich aufgrund des BFH-Urteils in BFHE 243, 20, BStBl II 2014, 128 als unrichtig herausgestellt (s. oben II.2.d&nbsp;aa&nbsp;(2)). Die H-GmbH hat schlie&szlig;lich die Erstattung der Steuer gefordert, die sie in der Annahme entrichtet hatte, Steuerschuldner zu sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Anspruch war auch abtretbar. Wie das FG zutreffend entschieden hat, wurde das vereinbarte Abtretungsverbot durch &sect;&nbsp;354a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB suspendiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auf eine m&ouml;gliche Anwendung von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG (vgl. hierzu BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Januar 2016 V&nbsp;B&nbsp;87\/15, BFHE 252, 187) kommt es somit nicht an. Ebenso hat sich der Senat aufgrund seiner Auslegung des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG nicht mit der Frage zu befassen, ob dieser Vorschrift eine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige R&uuml;ckwirkung zukommt (ablehnend z.B. Widmann, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Mehrwertsteuerrecht &#8211;MwStR&#8211; 2014, 497; Rei&szlig;, MwStR 2016, 361&nbsp;ff.; Heuermann, Der Betrieb 2015, 572; a.A. Lippross, UR 2014, 717&nbsp;ff.; ders. Deutsche Steuer-Rundschau 2016, 993&nbsp;ff.). Selbst wenn dieser Verfahrensvorschrift R&uuml;ckwirkung zukommen w&uuml;rde, w&auml;re diese im Hinblick auf die vom Senat angenommene &Auml;nderungsvoraussetzung, dass dem Unternehmer ein korrespondierender Zahlungsanspruch zusteht (s. oben II.2.a&#8211;c), verfassungsrechtlich unbedenklich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FA ist verpflichtet, die ihm angebotene Abtretung anzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das f&uuml;r den leistenden Unternehmer zust&auml;ndige FA kann gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG auf Antrag zulassen, dass der leistende Unternehmer dem FA den ihm gegen den Leistungsempf&auml;nger zustehenden Anspruch auf Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer abtritt, wenn die Annahme der Steuerschuld des Leistungsempf&auml;ngers im Vertrauen auf eine Verwaltungsanweisung beruhte und der leistende Unternehmer bei der Durchsetzung des abgetretenen Anspruchs mitwirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 1073, Rz&nbsp;7 f&uuml;hrt hierzu aus: &quot;Das f&uuml;r den leistenden Unternehmer zust&auml;ndige Finanzamt hat in diesen F&auml;llen nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz 3 UStG auf Antrag zuzulassen, dass der leistende Unternehmer den ihm gegen den Leistungsempf&auml;nger zustehenden Anspruch auf (nachtr&auml;gliche) Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer dem Finanzamt abtritt &#8230;&quot;. Der erkennende Senat pflichtet dieser Annahme einer gebundenen Entscheidung, bei der f&uuml;r den Fall eines ordnungsgem&auml;&szlig;en Abtretungsangebots eine Ermessensreduktion auf null vorliegt, bereits aus Gr&uuml;nden des Unionsrechts bei. Die Grunds&auml;tze der Rechtssicherheit, des Vertrauensschutzes sowie von Treu und Glauben (s. oben II.2.a&nbsp;cc&nbsp;(2)) erfordern, dass der leistende Unternehmer f&uuml;r die in &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG umschriebene Fallgestaltung (Annahme einer Steuerschuld des Leistungsempf&auml;ngers im Vertrauen auf eine Verwaltungsanweisung und Mitwirkung des leistenden Unternehmers bei der Durchsetzung des abgetretenen Anspruchs) einen Rechtsanspruch auf Annahme seines Abtretungsangebots hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall steht der Kl&auml;gerin ein Zahlungsanspruch gegen die H-GmbH zu (s. oben II.2.d&nbsp;aa). Sie hat dem FA die Abtretung dieses Anspruchs formal ordnungsgem&auml;&szlig; angeboten. Daher reduziert sich das dem FA durch &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG einger&auml;umte Ermessen auf null, so dass jede andere Entscheidung als die Annahme des Abtretungsangebots ermessensfehlerhaft ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unerheblich ist, dass die Kl&auml;gerin den sich aus der ge&auml;nderten Steuerfestsetzung ergebenden Anspruch bereits durch Zahlung getilgt hatte. Der erkennende Senat verweist insoweit zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffende Entscheidung der Vorinstanz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Schlie&szlig;lich ist die Rechnungserteilung mit Steuerausweis weder Voraussetzung f&uuml;r die Abtretung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;3 UStG noch f&uuml;r die &Auml;nderungsbefugnis nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;1 UStG (s. oben II.2.), sondern nur Bedingung f&uuml;r die besondere Erf&uuml;llungswirkung nach &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;19 Satz&nbsp;4 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2017, V R 16, 24\/16; V R 16\/16; V R 24\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.230217.VR16.16.0 Korrektur der Umsatzsteuerfestsetzung in Bautr&auml;gerf&auml;llen Leits&auml;tze 1. Eine Umsatzsteuerfestsetzung kann nach &sect; 27 Abs. 19 Satz 1 UStG gegen&uuml;ber dem leistenden Unternehmer nur dann ge&auml;ndert werden, wenn ihm ein abtretbarer Anspruch auf Zahlung der gesetzlich entstandenen Umsatzsteuer gegen den Leistungsempf&auml;nger zusteht. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-16-24-16-korrektur-der-umsatzsteuerfestsetzung-in-bautraegerfaellen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;16,&nbsp;24\/16 &#8211; Korrektur der Umsatzsteuerfestsetzung in Bautr&auml;gerf&auml;llen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67122","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67122"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67122\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}