{"id":67130,"date":"2017-06-01T08:38:58","date_gmt":"2017-06-01T06:38:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67130"},"modified":"2017-06-01T08:38:58","modified_gmt":"2017-06-01T06:38:58","slug":"ix-b-122-16-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-ferienwohnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-122-16-einkuenfteerzielungsabsicht-bei-ferienwohnungen\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;122\/16 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2017, IX B 122\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.090317.IXB122.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 6. September 2016&nbsp;&nbsp;11 K 3959\/14 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) sind nicht gegeben. Die Revision ist weder zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alt. FGO, dazu unter 1.) noch zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alt. FGO, dazu unter 2.) zuzulassen. Auch der ger&uuml;gte Verfahrensfehler (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO, dazu unter 3.) liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Zulassung der Revision ist nicht zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 1. Alt. FGO) erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts erfolgt, wenn &uuml;ber bisher ungekl&auml;rte abstrakte Rechtsfragen zu entscheiden ist, insbesondere, wenn der Streitfall im allgemeinen Interesse Veranlassung gibt, Leits&auml;tze f&uuml;r die Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen oder des Verfahrensrechts aufzustellen oder Gesetzesl&uuml;cken auszuf&uuml;llen (vgl. Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;41, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies ist hier nicht der Fall. Denn die im Zusammenhang mit der Beurteilung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen bedeutsamen Rechtsfragen sind in der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung gekl&auml;rt. Danach ist bei einer Ferienwohnung grunds&auml;tzlich und typisierend von der Absicht des Steuerpflichtigen auszugehen, einen Einnahmen&uuml;berschuss zu erwirtschaften, wenn sie ausschlie&szlig;lich an Ferieng&auml;ste vermietet und in der &uuml;brigen Zeit hierf&uuml;r bereitgehalten wird und das Vermieten die orts&uuml;bliche Vermietungszeit von Ferienwohnungen &#8211;abgesehen von Vermietungshindernissen&#8211; nicht erheblich (d.h. um mindestens 25&nbsp;%) unterschreitet (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.&nbsp;August 2006 IX&nbsp;R&nbsp;15\/06, BFHE 215, 112, BStBl II 2007, 256; vom 19.&nbsp;August 2008 IX&nbsp;R&nbsp;39\/07, BFHE 222, 478, BStBl II 2009, 138; vom 16.&nbsp;April 2013 IX&nbsp;R&nbsp;22\/12, BFH\/NV 2013, 1552, und IX&nbsp;R&nbsp;26\/11, BFHE 241, 261, BStBl II 2013, 613). Liegen die genannten Voraussetzungen bei einer Ferienimmobilie nicht vor, z.B. weil sich der Eigent&uuml;mer die Selbstnutzung der Ferienwohnung vorbeh&auml;lt, ist die Vermietung mit einer auf Dauer ausgerichteten Vermietungst&auml;tigkeit nicht vergleichbar; die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht muss dann durch eine Prognose &uuml;berpr&uuml;ft werden (s. die Rechtsprechung zusammenfassend BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;Januar 2010 IX&nbsp;B&nbsp;146\/09, BFH\/NV 2010, 869, m.w.N., sowie BFH-Urteile in BFH\/NV 2013, 1552, und in BFHE 241, 261, BStBl II 2013, 613).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf der Grundlage dieser Rechtsprechung ist die Frage der &Uuml;berschusserzielungsabsicht vom Finanzgericht (FG) unter Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde des Einzelfalles &#8211;insbesondere des von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) mit der Vermittlungsagentur abgeschlossenen Vertrags&#8211; beantwortet worden. Hat das FG &#8211;wie im Streitfall&#8211; die ma&szlig;geblichen Einzelfallumst&auml;nde in seiner Entscheidung ber&uuml;cksichtigt und auf der Grundlage der o.g. st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH gew&uuml;rdigt, ist eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts entbehrlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die von den Kl&auml;gern als grunds&auml;tzlich herausgestellte Frage, ob durch die &Auml;nderung des Vermittlungsvertrags zwischen Wohnungseigent&uuml;mer und Ferienwohnungsvermittler, wonach eine Selbstnutzung der Ferienwohnung k&uuml;nftig ausgeschlossen werde, der 30-j&auml;hrige Prognosezeitraum neu zu laufen beginnt, kommt es im Streitfall nicht entscheidungserheblich an. Denn nach den Feststellungen des FG lag ein wirksamer Ausschluss der Eigennutzung seitens der Kl&auml;ger in den Streitjahren nicht vor. Dar&uuml;ber hinaus stand nach den Feststellungen des FG f&uuml;r die Streitjahre 2005 bis 2007 fest, dass die Kl&auml;ger die Ferienwohnung zu Erholungszwecken selbst genutzt hatten. F&uuml;r die Streitjahre 2010 bis 2012 war nach den Feststellungen des FG von den Kl&auml;gern nicht nachgewiesen worden, dass keine Eigennutzung vorgelegen hatte (zur Darlegungslast bei Ferienwohnungen vgl. Schmidt\/Kulosa, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;39, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die von den Kl&auml;gern behauptete Divergenz zu den Entscheidungen des FG N&uuml;rnberg vom 26.&nbsp;April 2016&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;852\/15 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 1944, mit Anm.&nbsp;Wackerbeck, Revision anh&auml;ngig unter IX&nbsp;R&nbsp;23\/16) und des FG K&ouml;ln vom 17.&nbsp;Dezember 2015&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;2322\/13 (EFG 2016, 381, rechtskr&auml;ftig) liegt nicht vor. Denn in den beiden den Entscheidungen zugrunde liegenden Fallkonstellationen handelte es sich um ausschlie&szlig;lich an wechselnde Ferieng&auml;ste vermietete und in der &uuml;brigen Zeit hierf&uuml;r bereitgehaltene Ferienwohnungen. Eine Eigennutzung der Wohnung durch die Steuerpflichtigen lag in beiden F&auml;llen nicht vor. Soweit die Kl&auml;ger auf das BFH-Urteil vom 17.&nbsp;September 2002 IX&nbsp;R&nbsp;63\/01 (BFH\/NV 2003, 454) hinweisen, fehlt es ebenfalls an der Vergleichbarkeit der Fallgestaltungen. In dem vom BFH entschiedenen Fall war der Steuerpflichtige zur Dauervermietung &uuml;bergegangen, was hier nicht der Fall war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auch der von den Kl&auml;gern als Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) ger&uuml;gte Versto&szlig; gegen den Inhalt der Akten liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz 1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Zum Gesamtergebnis des Verfahrens geh&ouml;rt auch die Auswertung des Inhalts der dem Gericht vorliegenden Akten. Ein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten liegt u.a. dann vor, wenn das FG eine nach Aktenlage feststehende Tatsache, die richtigerweise in die Beweisw&uuml;rdigung h&auml;tte einflie&szlig;en m&uuml;ssen, unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst oder seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt hat, der dem protokollierten Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. zuletzt BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;April 2016 IX&nbsp;B&nbsp;18\/16, BFH\/NV 2016, 1173, unter 4.b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben kommt ein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten nicht in Betracht. Das FG hat den aus dem Akteninhalt folgenden Sachverhalt einschlie&szlig;lich der vertraglichen Vereinbarung zwischen den Kl&auml;gern und dem Ferienwohnungsvermittler und des Schreibens des Vermittlers vom 5.&nbsp;September 2016 gew&uuml;rdigt und auf dieser Grundlage entschieden. Dass es aus dem Akteninhalt folgende tats&auml;chliche oder rechtliche Gesichtspunkte abweichend von der Auffassung der Kl&auml;ger gew&uuml;rdigt hat, kann eine Verfahrensr&uuml;ge wegen Versto&szlig;es gegen den Akteninhalt nicht begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiter gehenden Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2017, IX B 122\/16ECLI:DE:BFH:2017:B.090317.IXB122.16.0 Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 6. September 2016&nbsp;&nbsp;11 K 3959\/14 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. 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