{"id":67132,"date":"2017-06-01T08:48:48","date_gmt":"2017-06-01T06:48:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67132"},"modified":"2017-06-01T08:48:48","modified_gmt":"2017-06-01T06:48:48","slug":"ii-b-33-16-kein-erlass-von-saeumniszuschlaegen-zur-grundsteuer-wegen-moeglicher-verfassungswidrigkeit-der-einheitsbewertung-aussetzung-des-verfahrens-verwirkung-von-saeumniszuschlaegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-33-16-kein-erlass-von-saeumniszuschlaegen-zur-grundsteuer-wegen-moeglicher-verfassungswidrigkeit-der-einheitsbewertung-aussetzung-des-verfahrens-verwirkung-von-saeumniszuschlaegen\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;33\/16 &#8211; Kein Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen zur Grundsteuer wegen m&ouml;glicher Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung &#8211; Aussetzung des Verfahrens &#8211; Verwirkung von S&auml;umniszuschl&auml;gen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.3.2017, II B 33\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.020317.IIB33.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen zur Grundsteuer wegen m&ouml;glicher Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung &#8211; Aussetzung des Verfahrens &#8211; Verwirkung von S&auml;umniszuschl&auml;gen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Klageverfahren, in dem der Kl&auml;ger den Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen zur Grundsteuer wegen der m&ouml;glichen Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung begehrt, ist nicht deshalb nach &sect; 74 FGO auszusetzen, weil der BFH dem BVerfG die Frage nach der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Vorschriften &uuml;ber die Einheitsbewertung ab 2008 vorgelegt hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die beim BVerfG anh&auml;ngigen Verfahren rechtfertigen keine AdV von Einheitswertbescheiden und damit auch keinen Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen zur Grundsteuer.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 16. M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;3 K 3271\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) errichtete im Jahr 1996 auf einem ihm geh&ouml;renden Grundst&uuml;ck in Berlin ein Geb&auml;ude, das vermietet ist. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm daraufhin mit bestandskr&auml;ftig gewordenem Bescheid vom 7.&nbsp;Dezember 2004 eine Wert- und Artfortschreibung auf den 1.&nbsp;Januar 1997 vor und erlie&szlig; einen entsprechenden Grundsteuermessbescheid und darauf beruhende Grundsteuerbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Kl&auml;ger die Grundsteuer wiederholt nicht bei F&auml;lligkeit entrichtete, fielen S&auml;umniszuschl&auml;ge an. Anfang 2014 bestanden Forderungen des FA gegen den Kl&auml;ger in H&ouml;he von 19.740,92&nbsp;EUR f&uuml;r Grundsteuer und von 10.601,74&nbsp;EUR f&uuml;r S&auml;umniszuschl&auml;ge. Zum 31.&nbsp;August 2015 bestanden R&uuml;ckst&auml;nde in H&ouml;he von 9.632,71&nbsp;EUR, davon S&auml;umniszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 8.142,50&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antr&auml;ge des Kl&auml;gers, den Einheitswert auf den 1.&nbsp;Januar 2008 bzw. 1.&nbsp;Januar 2012 wegen Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung aufzuheben und Aussetzung der Vollziehung (AdV) zu gew&auml;hren, lehnte das FA ab und wies die dagegen gerichteten Einspr&uuml;che zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die AdV-Antr&auml;ge blieben beim Finanzgericht (FG) ebenfalls erfolglos. Das FG vertrat die Ansicht, das bei Gew&auml;hrung von AdV nur wegen Verfassungswidrigkeit der ma&szlig;geblichen gesetzlichen Regelung erforderliche besondere Aussetzungsinteresse liege nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte auch den Antrag des Kl&auml;gers auf Stundung offener Grundsteuerbetr&auml;ge ab, soweit nicht bereits Zahlungsverj&auml;hrung eingetreten war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die auf Aufhebung des Einheitswerts zu den genannten Stichtagen gerichteten Klagen ist noch nicht entschieden. Das FG ordnete im Hinblick auf die Vorlagebeschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22.&nbsp;Oktober 2014 II&nbsp;R&nbsp;16\/13 (BFHE 247, 150, BStBl II 2014, 957, Az. des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211;: 1&nbsp;BvL&nbsp;11\/14) und vom 17.&nbsp;Dezember 2014 II&nbsp;R&nbsp;14\/13 (BFH\/NV 2015, 475, Az. des BVerfG: 1&nbsp;BvL&nbsp;1\/15) zur Frage der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Vorschriften &uuml;ber die Einheitsbewertung die Aussetzung bzw. das Ruhen der Klageverfahren an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den Antrag des Kl&auml;gers, ihm S&auml;umniszuschl&auml;ge in H&ouml;he von 7.344&nbsp;EUR gem&auml;&szlig; R&uuml;ckst&auml;ndeaufstellung vom 21.&nbsp;Juli 2014 zu erlassen, ebenfalls ab. Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das FG f&uuml;hrte aus, das Verfahren sei nicht bis zur Entscheidung des BVerfG im Verfahren 1&nbsp;BvL&nbsp;1\/15 auszusetzen. Das FA habe zutreffend angenommen, dass allein die beim BVerfG anh&auml;ngige Pr&uuml;fung der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Einheitsbewertung keinen Erlassgrund ergebe. Die Zahlungspflicht des Kl&auml;gers sei durch die Ablehnung der AdV und der Stundung best&auml;tigt worden. Die S&auml;umniszuschl&auml;ge w&auml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 der Abgabenordnung (AO) selbst dann nicht zu erlassen, wenn das BVerfG die Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung feststellen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision macht der Kl&auml;ger eine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), die Erforderlichkeit einer Entscheidung zur Fortbildung des Rechts und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO) sowie Verfahrensm&auml;ngel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Soweit ihre Begr&uuml;ndung den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO entspricht, liegen die geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ein Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) ist nicht deshalb gegeben, weil das FG das Verfahren nicht ausgesetzt, sondern in der Sache durch Urteil entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unterl&auml;sst das FG eine gebotene Aussetzung des Verfahrens nach &sect;&nbsp;74 FGO, liegt darin ein Verfahrensfehler im Sinne eines Versto&szlig;es gegen die Grundordnung des Verfahrens (BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2013 V&nbsp;R&nbsp;23\/12, BFHE 241, 242, BStBl II 2014, 325, Rz&nbsp;16, m.w.N.). Voraussetzung f&uuml;r die Aussetzung des Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 FGO ist, dass die Entscheidung des Rechtsstreits ganz oder zum Teil von dem Bestehen oder Nichtbestehen eines Rechtsverh&auml;ltnisses abh&auml;ngt, das den Gegenstand eines anderen anh&auml;ngigen Rechtsstreits bildet oder von einer Verwaltungsbeh&ouml;rde festzustellen ist. Eine Abh&auml;ngigkeit zwischen zwei anh&auml;ngigen Verfahren in diesem Sinne besteht, wenn der Ausgang des einen (m&ouml;glicherweise auszusetzenden) Rechtsstreits von dem anderen in der Sache beeinflusst werden kann (BFH-Urteil in BFHE 241, 242, BStBl II 2014, 325, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Aussetzung des Verfahrens kann entsprechend der Vorschrift des &sect;&nbsp;74 FGO geboten sein, wenn vor dem BVerfG ein nicht als aussichtslos erscheinendes Musterverfahren gegen eine im Streitfall anzuwendende Norm anh&auml;ngig ist, zahlreiche Parallelverfahren (Massenverfahren) vorliegen und keiner der Verfahrensbeteiligten ein besonderes berechtigtes Interesse an einer Entscheidung &uuml;ber die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der umstrittenen gesetzlichen Regelung trotz des beim BVerfG anh&auml;ngigen Verfahrens hat (BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Februar 2015 III&nbsp;R&nbsp;19\/14, BFHE 249, 441, BStBl II 2015, 840, Rz&nbsp;27, m.w.N.). Dabei ist eine Aussetzung des Klageverfahrens wegen vor dem BVerfG anh&auml;ngiger Musterverfahren nur dann gerechtfertigt, wenn die Musterverfahren und das Klageverfahren hinsichtlich der verfassungsrechtlichen Streitfrage im Wesentlichen gleichgelagert sind (BFH-Urteil in BFHE 249, 441, BStBl II 2015, 840, Rz&nbsp;27, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect;&nbsp;227 AO k&ouml;nnen die Finanzbeh&ouml;rden Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis ganz oder zum Teil erlassen, wenn deren Einziehung nach der Lage des einzelnen Falls &#8211;aus pers&ouml;nlichen oder sachlichen Gr&uuml;nden&#8211; unbillig w&auml;re. Zu diesen Anspr&uuml;chen geh&ouml;ren auch Anspr&uuml;che auf steuerliche Nebenleistungen einschlie&szlig;lich der nach &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 AO entstehenden S&auml;umniszuschl&auml;ge (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2016 III&nbsp;R&nbsp;2\/15, BFHE 253, 12, BStBl II 2016, 508, Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO sind S&auml;umniszuschl&auml;ge zu entrichten, falls eine Steuer nicht bis zum Ablauf des F&auml;lligkeitstages gezahlt wird. Nach &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 AO bleiben die verwirkten S&auml;umniszuschl&auml;ge unber&uuml;hrt, wenn die Festsetzung einer Steuer aufgehoben oder ge&auml;ndert wird. Diese Regelung gilt uneingeschr&auml;nkt auch f&uuml;r die Beseitigung rechtswidriger Steuerfestsetzungen, da die Vollstreckbarkeit eines Steuerbescheids nicht von seiner Bestandskraft abh&auml;ngt. S&auml;umniszuschl&auml;ge sind allerdings nicht verwirkt, soweit die Vollziehung des Steuerbescheids ausgesetzt ist (BFH-Urteil in BFHE 253, 12, BStBl II 2016, 508, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S&auml;umniszuschl&auml;ge sind demgem&auml;&szlig; wegen sachlicher Unbilligkeit zu erlassen, wenn die Steuerfestsetzung sp&auml;ter aufgehoben wird und der Steuerpflichtige alles getan hat, um die AdV des Steuerbescheids zu erreichen, das Finanzamt oder das FG aber die Aussetzung &quot;obwohl m&ouml;glich und geboten&quot; abgelehnt hat. Ein Erlass kommt hingegen nicht in Betracht, wenn der Steuerpflichtige sich nicht um die AdV bem&uuml;ht hat oder wenn die Vollziehung zu Recht nicht ausgesetzt worden ist, weil &#8211;z.B. in Sch&auml;tzungsf&auml;llen&#8211; keine ernstlichen Zweifel bestanden und der Steuerbescheid erst aufgrund nachgereichter Steuererkl&auml;rungen aufgehoben worden ist (BFH-Urteil in BFHE 253, 12, BStBl II 2016, 508, Rz&nbsp;31, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Aussetzung des Verfahrens nach &sect;&nbsp;74 FGO sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Die Entscheidung &uuml;ber den vom Kl&auml;ger mit der Klage begehrten Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen zur Grundsteuer h&auml;ngt nicht von der Entscheidung des BVerfG in den Verfahren 1&nbsp;BvL&nbsp;11\/14 und 1&nbsp;BvL&nbsp;1\/15 &uuml;ber die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Vorschriften &uuml;ber die Einheitsbewertung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen f&uuml;r einen Erlass der S&auml;umniszuschl&auml;ge w&auml;ren selbst dann nicht erf&uuml;llt, wenn das BVerfG in diesen Verfahren &uuml;bereinstimmend mit der vom BFH in den Beschl&uuml;ssen in BFHE 247, 150, BStBl II 2014, 957 und in BFH\/NV 2015, 475 vertretenen Auffassung die Vorschriften &uuml;ber die Einheitsbewertung (sp&auml;testens) ab dem Bewertungsstichtag 1.&nbsp;Januar 2008 f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;ren sollte, weil die Ma&szlig;geblichkeit der Wertverh&auml;ltnisse am Hauptfeststellungszeitpunkt 1.&nbsp;Januar 1964 f&uuml;r die Einheitsbewertung zu Folgen f&uuml;hrt, die mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) nicht mehr vereinbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Einer AdV des Einheitswertbescheids vom 7.&nbsp;Dezember 2004, mit dem das FA eine Wert- und Artfortschreibung auf den 1.&nbsp;Januar 1997 vorgenommen hat und der als Grundlagenbescheid dem Grundsteuermessbescheid und mittelbar den Grundsteuerbescheiden zugrunde liegt (&sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 des Grundsteuergesetzes &#8211;GrStG&#8211;, &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10, &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;182 AO), auf die vom Kl&auml;ger genannten Stichtage (1.&nbsp;Januar 2008, hilfsweise 1.&nbsp;Januar 2012) steht zwar nicht entgegen, dass der Bescheid bestandskr&auml;ftig wurde. Vorl&auml;ufiger Rechtsschutz bei Ablehnung eines Begehrens auf Fortschreibung oder Aufhebung eines Einheitswerts auf einen sp&auml;teren Stichtag wird im Wege der AdV (&sect;&nbsp;361 AO, &sect;&nbsp;69 FGO) gew&auml;hrt (BFH-Beschl&uuml;sse vom 10.&nbsp;April 1991&nbsp;II&nbsp;B&nbsp;66\/89, BFHE 164, 101, BStBl II 1991, 549, und vom 24.&nbsp;April 1991 II&nbsp;B&nbsp;185\/90, BFH\/NV 1991, 697).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die AdV wurde zu Recht abgelehnt. Ihre Gew&auml;hrung war nicht aufgrund der BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 247, 150, BStBl II 2014, 957 und in BFH\/NV 2015, 475 geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Bestehen ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines angefochtenen Verwaltungsakts, hat das FG im Regelfall dessen Vollziehung auszusetzen oder im Falle eines bereits vollzogenen Verwaltungsakts die Vollziehung wieder aufzuheben (&sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 S&auml;tze&nbsp;1 und 3 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beruhen die ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts auf Bedenken gegen die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer dem Verwaltungsakt zugrunde liegenden Gesetzesvorschrift, setzt die Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung wegen des Geltungsanspruchs jedes formell verfassungsgem&auml;&szlig; zustande gekommenen Gesetzes zus&auml;tzlich voraus, dass ein besonderes berechtigtes Interesse des Antragstellers an der Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes besteht, dem der Vorrang gegen&uuml;ber dem &ouml;ffentlichen Interesse am Vollzug des Gesetzes zukommt (BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Juni 2016 II&nbsp;B&nbsp;91\/15, BFHE 253, 319, BStBl II 2016, 846, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Pr&uuml;fung, ob ein solches berechtigtes Interesse des Steuerpflichtigen besteht, ist dieses mit den gegen die Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes sprechenden &ouml;ffentlichen Belangen abzuw&auml;gen. Dabei kommt es ma&szlig;geblich einerseits auf die Bedeutung und die Schwere des durch die Vollziehung des angefochtenen Steuerbescheids eintretenden Eingriffs beim Steuerpflichtigen und andererseits auf die Auswirkungen einer Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung hinsichtlich des Gesetzesvollzugs und des &ouml;ffentlichen Interesses an einer geordneten Haushaltsf&uuml;hrung an (BFH-Beschluss in BFHE 253, 319, BStBl II 2016, 846, Rz&nbsp;11, m.w.N.). Dem bis zu einer gegenteiligen Entscheidung des BVerfG bestehenden Geltungsanspruch jedes formell verfassungsm&auml;&szlig;ig zustande gekommenen Gesetzes ist der Vorrang einzur&auml;umen, wenn die Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung eines Steuerbescheids im Ergebnis zur vorl&auml;ufigen Nichtanwendung eines ganzen Gesetzes f&uuml;hren w&uuml;rde, die Bedeutung und die Schwere des durch die Vollziehung des angefochtenen Bescheids im Einzelfall eintretenden Eingriffs beim Steuerpflichtigen als eher gering einzustufen sind und der Eingriff keine dauerhaften nachteiligen Wirkungen hat (BFH-Beschluss in BFHE 253, 319, BStBl II 2016, 846, Rz&nbsp;11, m.w.N.). Die Kompetenz, den Vollzug eines Gesetzes auszusetzen, steht nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht allein dem BVerfG zu, das von dieser M&ouml;glichkeit nur bei Vorliegen besonders gewichtiger Gr&uuml;nde Gebrauch machen darf (BVerfG-Beschluss vom 22.&nbsp;Mai 2001&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvQ&nbsp;48\/00, BVerfGE 104, 23, 27&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung ist in diesen F&auml;llen selbst bei schwerwiegenden Zweifeln an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der der Besteuerung zugrunde liegenden Vorschriften nicht geboten. Anders kann es sich nur verhalten, wenn die Rechtslage klar und eindeutig und eine abweichende Beurteilung in einem etwa durchzuf&uuml;hrenden Hauptverfahren zweifelsfrei auszuschlie&szlig;en ist (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 253, 319, BStBl II 2016, 846, Rz 23, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Die AdV des Einheitswertbescheids vom 7.&nbsp;Dezember 2004 auf die vom Kl&auml;ger genannten Stichtage (1.&nbsp;Januar 2008, hilfsweise 1.&nbsp;Januar 2012) war danach trotz der ernstlichen Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Einheitsbewertung an diesen Stichtagen nicht zu gew&auml;hren. Die AdV w&uuml;rde im Ergebnis zur vorl&auml;ufigen Nichtanwendung eines ganzen Gesetzes, n&auml;mlich des GrStG, und der Regelungen des Bewertungsgesetzes &uuml;ber die Einheitsbewertung f&uuml;hren. Diese Vorschriften sind formell verfassungsgem&auml;&szlig; zustande gekommen und k&ouml;nnen daher bis zu einer Entscheidung des BVerfG Geltung beanspruchen. Der Kl&auml;ger hat kein besonderes berechtigtes Interesse an der Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes, dem der Vorrang gegen&uuml;ber dem &ouml;ffentlichen Interesse am Vollzug dieser Vorschriften zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am Vollzug der Vorschriften besteht wegen der Sicherung einer geordneten Haushaltsf&uuml;hrung ein &ouml;ffentliches Interesse. Das Aufkommen der Grundsteuer steht nach Art.&nbsp;106 Abs.&nbsp;6 GG den Gemeinden und den L&auml;ndern zu, in denen wie in Berlin keine Gemeinden bestehen. Eine Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung der Einheitswert-, Grundsteuermess- und Grundsteuerbescheide w&uuml;rde zu einer faktischen Au&szlig;erkraftsetzung des GrStG und damit bei den Steuergl&auml;ubigern zu Einnahmeausf&auml;llen in Milliardenh&ouml;he f&uuml;hren. Der vorl&auml;ufige Rechtsschutz k&ouml;nnte nicht auf einzelne Steuerpflichtige oder Jahre beschr&auml;nkt werden (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 253, 319, BStBl II 2016, 846, Rz&nbsp;17). Er m&uuml;sste vielmehr ab dem Jahr 2008 gew&auml;hrt werden, soweit dem im Einzelfall nicht eine eingetretene Bestandskraft oder der Ablauf der Feststellungs- oder Festsetzungsfrist entgegensteht. Nach der vom Statistischen Bundesamt ver&ouml;ffentlichten Statistik &uuml;ber das Steueraufkommen beliefen sich die Einnahmen aus der Grundsteuer 2008 auf ca.&nbsp;10,80 Mrd.&nbsp;EUR, 2009 auf 10,94&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR, 2010 auf 11,32 Mrd.&nbsp;EUR, 2011 auf 11,67&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR, 2012 auf 11,98&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR, 2013 auf 12,36&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR, 2014 auf 12,69&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR und 2015 auf 13,21&nbsp;Mrd.&nbsp;EUR. Dieses Steueraufkommen ist f&uuml;r die Steuergl&auml;ubiger von hoher Bedeutung und f&uuml;r eine geordnete Haushaltsf&uuml;hrung unverzichtbar. Das Interesse der Steuerpflichtigen, vorl&auml;ufig keine Grundsteuer zahlen zu m&uuml;ssen, ist demgegen&uuml;ber nachrangig. Die Bedeutung und die Schwere des durch die Vollziehung der Grundsteuerbescheide im Einzelfall eintretenden Eingriffs beim Steuerpflichtigen sind unter Ber&uuml;cksichtigung der H&ouml;he der Steuer als eher gering einzustufen; der Eingriff hat keine dauerhaften nachteiligen Wirkungen, wenn die Steuer sp&auml;ter erstattet werden muss. Liegt eine wesentliche Ertragsminderung vor, kann der Steuerpflichtige den Erlass nach &sect;&sect;&nbsp;33, 34 GrStG beanspruchen und ist bereits dadurch gegen eine &uuml;berm&auml;&szlig;ige Steuerbelastung gesch&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtslage ist auch nicht klar und eindeutig in dem Sinne, dass die beim FG anh&auml;ngigen Verfahren mit Sicherheit zu einer Aufhebung des Einheitswertbescheids vom 7.&nbsp;Dezember 2004 auf die vom Kl&auml;ger genannten Stichtage (1.&nbsp;Januar 2008, hilfsweise 1.&nbsp;Januar 2012) f&uuml;hren werden. Der BFH ist zwar davon &uuml;berzeugt, dass die Vorschriften &uuml;ber die Einheitsbewertung (sp&auml;testens) ab dem Bewertungsstichtag 1.&nbsp;Januar 2008 verfassungswidrig sind (BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 247, 150, BStBl II 2014, 957, und in BFH\/NV 2015, 475). Ob sich das BVerfG dieser Auffassung anschlie&szlig;t, ist aber offen. Auch wenn dies der Fall sein sollte, ist nach der Rechtsprechungspraxis des BVerfG nicht mit Sicherheit zu erwarten, dass es die ma&szlig;geblichen Vorschriften f&uuml;r die Vergangenheit f&uuml;r nichtig erkl&auml;rt, ohne dem Gesetzgeber die M&ouml;glichkeit zu er&ouml;ffnen, r&uuml;ckwirkend eine verfassungsgem&auml;&szlig;e Neuregelung zu erlassen (vgl. BVerfG-Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;21\/12, BVerfGE 138, 136, BStBl II 2015, 50, Rz&nbsp;286, m.w.N.). Insbesondere ber&uuml;cksichtigt das BVerfG das Interesse einer verl&auml;sslichen Finanz- und Haushaltsplanung und eines gleichm&auml;&szlig;igen Verwaltungsvollzugs f&uuml;r Zeitr&auml;ume einer weitgehend schon abgeschlossenen Veranlagung (BVerfG-Urteil in BVerfGE 138, 136, BStBl II 2015, 50, Rz&nbsp;287, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung entspricht im &Uuml;brigen nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei den Zulassungsgr&uuml;nden des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und 2 FGO sind substantielle und konkrete Angaben dar&uuml;ber erforderlich, weshalb eine Entscheidung des Revisionsgerichts &uuml;ber eine bestimmte Rechtsfrage aus Gr&uuml;nden der Rechtsklarheit, der Rechtsfortbildung oder der Einheitlichkeit der Rechtsprechung im allgemeinen Interesse liegt. Bei dem Zulassungsgrund des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO ist eine konkrete und schl&uuml;ssige Bezeichnung der Tatsachen, die den behaupteten Verfahrensmangel ergeben, zu fordern (BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Juli 2016 III&nbsp;B&nbsp;123\/15, BFH\/NV 2016, 1732, Rz&nbsp;2, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung abgesehen von der R&uuml;ge, das FG h&auml;tte das Verfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 FGO aussetzen m&uuml;ssen, nicht. Der Kl&auml;ger hat keine bestimmten Rechtsfragen herausgestellt, deren Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren aus Gr&uuml;nden der Rechtsklarheit, der Rechtsfortbildung oder der Einheitlichkeit der Rechtsprechung im allgemeinen Interesse liegt. Er bringt nicht vor, dass in Rechtsprechung oder Literatur unterschiedliche, von der Ansicht des FG abweichende Auffassungen vertreten w&uuml;rden. Aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung geht auch nicht substantiiert hervor, dass offensichtliche materielle oder formelle Fehler des FG im Sinne einer objektiv willk&uuml;rlichen und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbaren Entscheidung vorl&auml;gen und deshalb die Revision zugelassen werden m&uuml;sse. Nur solche schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehler, nicht aber sonstige Fehler rechtfertigen die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO (BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Juli 2016 III&nbsp;B&nbsp;33\/16, BFH\/NV 2016, 1750, Rz&nbsp;19&nbsp;f., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Frage, ob der Kl&auml;ger einen (teilweisen) Erlass der S&auml;umniszuschl&auml;ge wegen &quot;jahrelanger Unt&auml;tigkeit&quot; des FA beanspruchen kann, betrifft nicht das Verfahrensrecht, sondern das materielle Recht. Der Kl&auml;ger bringt dazu nicht vor, dass in Rechtsprechung oder Literatur die Meinung vertreten werde, es bestehe ein Anspruch auf einen (teilweisen) Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden, wenn das Finanzamt &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum von Mahnungen und Vollstreckungsank&uuml;ndigungen absieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat sich auch nicht substantiiert mit der Rechtsprechung des BFH zu Voraussetzungen sowie Sinn und Zweck der S&auml;umniszuschl&auml;ge auseinandergesetzt. Sie entstehen allein durch Zeitablauf, ohne dass es auf ein Verschulden des Steuerpflichtigen ankommt (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Juli 1985 I&nbsp;R&nbsp;172\/79, BFHE 145, 1, BStBl II 1986, 122, m.w.N.). Sie sind ein Druckmittel eigener Art, das den Steuerschuldner zur rechtzeitigen Zahlung anhalten soll. Dar&uuml;ber hinaus verfolgt &sect;&nbsp;240 AO den Zweck, vom Steuerpflichtigen eine Gegenleistung f&uuml;r das Hinausschieben der Zahlung f&auml;lliger Steuern zu erhalten. Durch S&auml;umniszuschl&auml;ge werden schlie&szlig;lich auch die Verwaltungsaufwendungen abgegolten, die bei den verwaltenden K&ouml;rperschaften dadurch entstehen, dass Steuerpflichtige eine f&auml;llige Steuer nicht oder nicht fristgem&auml;&szlig; zahlen (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2006 V&nbsp;R&nbsp;2\/04, BFHE 212, 23, BStBl II 2006, 612, m.w.N.). Gr&uuml;nde, aus denen unter Ber&uuml;cksichtigung dieser vom Gesetzgeber mit den S&auml;umniszuschl&auml;gen verfolgten Ziele ein Anspruch auf einen (teilweisen) Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden bestehen soll, wenn das Finanzamt nicht zus&auml;tzliche Druckmittel anwendet, hat der Kl&auml;ger nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.3.2017, II B 33\/16ECLI:DE:BFH:2017:B.020317.IIB33.16.0 Kein Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen zur Grundsteuer wegen m&ouml;glicher Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung &#8211; Aussetzung des Verfahrens &#8211; Verwirkung von S&auml;umniszuschl&auml;gen Leits&auml;tze 1. Ein Klageverfahren, in dem der Kl&auml;ger den Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen zur Grundsteuer wegen der m&ouml;glichen Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung begehrt, ist nicht deshalb nach &sect; 74 FGO auszusetzen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-33-16-kein-erlass-von-saeumniszuschlaegen-zur-grundsteuer-wegen-moeglicher-verfassungswidrigkeit-der-einheitsbewertung-aussetzung-des-verfahrens-verwirkung-von-saeumniszuschlaegen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;33\/16 &#8211; Kein Erlass von S&auml;umniszuschl&auml;gen zur Grundsteuer wegen m&ouml;glicher Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung &#8211; Aussetzung des Verfahrens &#8211; Verwirkung von S&auml;umniszuschl&auml;gen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67132"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67132\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}