{"id":67139,"date":"2017-04-27T10:02:23","date_gmt":"2017-04-27T08:02:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67139"},"modified":"2017-04-27T10:02:23","modified_gmt":"2017-04-27T08:02:23","slug":"vi-r-15-16-unterhaltsleistungen-als-aussergewoehnliche-belastung-berechnung-der-opfergrenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-15-16-unterhaltsleistungen-als-aussergewoehnliche-belastung-berechnung-der-opfergrenze\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;15\/16 &#8211; Unterhaltsleistungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Berechnung der Opfergrenze"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.12.2016, VI R 15\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.141216.VIR15.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Unterhaltsleistungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Berechnung der Opfergrenze<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Hat der Steuerpflichtige nur einen Teil des Jahres Anspruch auf Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder nach &sect; 32 Abs. 6 EStG, Kindergeld oder eine andere Leistung f&uuml;r Kinder (&sect; 65 EStG), ist dies bei der Berechnung der Opfergrenze durch eine monatsbezogene K&uuml;rzung der anzusetzenden kinderbezogenen 5 %-Pauschale zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 5. April 2016 2 K 1213\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob bei der Berechnung der Opfergrenze eine monatsbezogene Betrachtungsweise angezeigt ist, wenn der Steuerpflichtige f&uuml;r ein Kind nicht ganzj&auml;hrig Anspruch auf Kindergeld hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist verheiratet und wird mit seiner Ehefrau zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Im Streitjahr (2011) bezog er Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von 38.002&nbsp;EUR und erwirtschafte einen Verlust aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von 144&nbsp;EUR. Seine Ehefrau bezog keine Eink&uuml;nfte. Im Haushalt des Kl&auml;gers leben seine drei S&ouml;hne. A (geb. &#8230; 1985) war Student und erhielt Ausbildungszusch&uuml;sse nach dem Bundesausbildungsf&ouml;rderungsgesetz in H&ouml;he von monatlich 218&nbsp;EUR bzw. 277&nbsp;EUR. B (geb. &#8230; 1985) war Sch&uuml;ler. Er ist behindert. Der Grad der Behinderung betr&auml;gt 70. Im Streitjahr erzielte er Bruttoeink&uuml;nfte in H&ouml;he von insgesamt 1.347,24&nbsp;EUR aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. C (geb. &#8230; 1987) erzielte Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von 8.335,02&nbsp;EUR brutto und bezog f&uuml;r ca. zwei Monate Arbeitslosengeld. Ab Oktober 2011 war er an der Hochschule &#8230; immatrikuliert, und der Kl&auml;ger erhielt Kindergeld f&uuml;r ihn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger Unterhaltsleistungen in H&ouml;he von 16.008&nbsp;EUR f&uuml;r A und B als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect;&nbsp;33a des Einkommensteuergesetzes (EStG) geltend. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lie&szlig; nach Anwendung der Opfergrenze nur 9.216&nbsp;EUR zum Abzug zu. Den dagegen erhobenen Einspruch wies das FA zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1173 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden teilweise statt. Das FA habe die Opfergrenze insoweit fehlerhaft berechnet, als es das Nettoeinkommen des Kl&auml;gers wegen des Sohnes C um weitere 5&nbsp;% gek&uuml;rzt habe, obwohl der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber diesem Kind nicht ganzj&auml;hrig, sondern nur drei Monate zu Unterhaltsleistungen verpflichtet gewesen sei. Dieser Umstand sei bei der Berechnung der Opfergrenze durch eine entsprechende K&uuml;rzung der hierf&uuml;r anzusetzenden 5&nbsp;%-Pauschale &#8211;vorliegend um 9\/12&#8211; auf 1,25&nbsp;% zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des FG des Saarlandes vom 5.&nbsp;April 2016&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1213\/13 insoweit aufzuheben, als das FG der Klage stattgegeben hat, und die Klage insgesamt abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der nicht vertretene Kl&auml;ger hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat bei der Berechnung der Opfergrenze zu Recht eine monatsbezogene Betrachtungsweise angelegt und das verf&uuml;gbare Nettoeinkommen des Kl&auml;gers wegen der zeitlich beschr&auml;nkten Unterhaltsverpflichtung gegen&uuml;ber dem Sohn C nicht um 5&nbsp;%, sondern nur um 1,25&nbsp;% gek&uuml;rzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Erwachsen dem Steuerpflichtigen Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gegen&uuml;ber gesetzlich unterhaltsberechtigten Person, so wird auf Antrag die Einkommensteuer dadurch erm&auml;&szlig;igt, dass die Aufwendungen (im Streitjahr) bis zu 8.004&nbsp;EUR im Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen werden (&sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die von &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz 1 EStG vorausgesetzte gesetzliche Unterhaltsberechtigung richtet sich ebenso nach dem Zivilrecht wie die Unterhaltsbed&uuml;rftigkeit (Senatsurteil vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2012 VI&nbsp;R&nbsp;31\/11, BFHE 237, 79, BStBl II 2012, 769). Gesetzlich unterhaltsberechtigt sind damit diejenigen Personen, denen gegen&uuml;ber der Steuerpflichtige unterhaltsverpflichtet ist. Nach der sog. konkreten Betrachtungsweise setzt die Abziehbarkeit von Leistungen des Steuerpflichtigen an dem Grunde nach unterhaltsberechtigte Personen zudem voraus, dass die unterhaltene Person bed&uuml;rftig ist (&sect;&nbsp;1602 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;; Senatsurteil vom 5.&nbsp;Mai 2010 VI&nbsp;R&nbsp;29\/09, BFHE 230, 12, BStBl II 2011, 116). Dar&uuml;ber hinaus ist &sect;&nbsp;1603 BGB zu beachten. Nach dieser Vorschrift ist nicht unterhaltspflichtig, wer bei Ber&uuml;cksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen au&szlig;erstande ist, den Unterhalt zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) k&ouml;nnen daher Unterhaltsaufwendungen im Allgemeinen nur dann als zwangsl&auml;ufig und folglich als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung anerkannt werden, wenn sie in einem angemessenen Verh&auml;ltnis zum Nettoeinkommen des Leistenden stehen und diesem nach Abzug der Unterhaltsleistungen noch die angemessenen Mittel zur Bestreitung des Lebensbedarfs verbleiben (sog. Opfergrenze, z.B. Senatsurteile vom 28.&nbsp;April 2016 VI&nbsp;R&nbsp;21\/15, BFHE 253, 403, BStBl II 2016, 742, und vom 6.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;34\/12, BFHE 245, 127, BStBl II 2014, 619; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wo die steuerliche Opfergrenze im Einzelfall liegt, h&auml;ngt zun&auml;chst von der tats&auml;chlichen Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen und damit seinem Verm&ouml;gen ab, Unterhalt zu leisten. Ma&szlig;gr&ouml;&szlig;e ist insoweit das verf&uuml;gbare Nettoeinkommen des Steuerpflichtigen (Senatsentscheidungen in BFHE 253, 403, BStBl II 2016, 742; in BFHE 245, 127, BStBl II 2014, 619, und in BFHE 237, 79, BStBl II 2012, 769, sowie BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 1997 III&nbsp;R&nbsp;214\/94, BFHE 185, 168, BStBl II 1998, 292; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 7.&nbsp;Juni 2010, BStBl I 2010, 582, Tz&nbsp;9&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Sodann wird bemessen, welcher Anteil des verf&uuml;gbaren Nettoeinkommens f&uuml;r Unterhaltsleistungen steuererheblich &quot;geopfert&quot; werden kann. Denn die geleisteten Unterhaltsaufwendungen m&uuml;ssen in einem &quot;vern&uuml;nftigen Verh&auml;ltnis zu den Eink&uuml;nften stehen&quot; (BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 582, Tz&nbsp;11), d.h. sie d&uuml;rfen einen bestimmten Prozentsatz des verf&uuml;gbaren Nettoeinkommens nicht &uuml;bersteigen. Dieser betr&auml;gt 1&nbsp;% je volle 500&nbsp;EUR des verf&uuml;gbaren Nettoeinkommens, h&ouml;chstens 50&nbsp;%, und ist um je 5&nbsp;% f&uuml;r den (ggf. auch geschiedenen) Ehegatten und f&uuml;r jedes Kind, f&uuml;r das der Steuerpflichtige Anspruch auf Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG, Kindergeld oder eine andere Leistung f&uuml;r Kinder (&sect;&nbsp;65 EStG) hat, zu k&uuml;rzen, h&ouml;chstens um 25&nbsp;% (BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 582, Tz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r alle in &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 EStG genannten Betr&auml;ge kommt abweichend vom Jahressteuerprinzip (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7 Satz 1 EStG) das Monatsprinzip zur Anwendung (Schmidt\/Loschelder, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33a Rz 53; Bl&uuml;mich\/K.&nbsp;Heger, &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;402; Pfirrmann in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;141). Der H&ouml;chstbetrag f&uuml;r den Abzug von Unterhaltsaufwendungen (&sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG) und der Freibetrag nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;2 EStG sowie der anrechnungsfreie Betrag nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG erm&auml;&szlig;igen sich f&uuml;r jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendung der betreffenden Vorschrift nicht vorgelegen haben, um je ein Zw&ouml;lftel (&sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG). Eigene Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der unterhaltenen Person sind nur anzurechnen, soweit sie auf den Unterhaltszeitraum entfallen (&sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 EStG). Ist in einem Kalenderjahr der H&ouml;chstbetrag nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG oder der Freibetrag nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;2 EStG in unterschiedlicher H&ouml;he anzusetzen, z.B. bei Anwendung der L&auml;ndergruppeneinteilung f&uuml;r einen Teil des Kalenderjahres, wird f&uuml;r den Monat, in dem die ge&auml;nderten Voraussetzungen eintreten, der jeweils h&ouml;here Betrag angesetzt (R&nbsp;33a.3 der Einkommensteuer-Richtlinien 2012). Entsprechendes gilt f&uuml;r den Anspruch auf Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG, Kindergeld oder eine andere Leistung f&uuml;r Kinder (&sect;&nbsp;65 EStG). Auch insoweit ist eine dem Monatsprinzip folgende Betrachtungsweise angezeigt (dazu Senatsurteil vom 21.&nbsp;Oktober 2015 VI&nbsp;R&nbsp;35\/14, BFH\/NV 2016, 178). Dieser Wertung des Gesetzgebers ist auch bei der Berechnung der Opfergrenze zu folgen (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;September 1996 III&nbsp;R&nbsp;102\/95, BFH\/NV 1997, 221; HHR\/Pfirrmann, &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;43). Folglich ist das verf&uuml;gbare Nettoeinkommen nicht pauschal um 5&nbsp;% im Jahr f&uuml;r jedes Kind, sondern nur insoweit zu k&uuml;rzen, als der Steuerpflichtige Anspruch auf Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG, Kindergeld oder eine andere Leistung f&uuml;r Kinder (&sect;&nbsp;65 EStG) hat. Denn nur in diesen F&auml;llen geht die Opfergrenzenregelung davon aus, dass der Steuerpflichtige f&uuml;r dieses Kind vorrangig unterhaltsverpflichtet ist und ihm Mittel f&uuml;r den Unterhalt einer nachrangig unterhaltsberechtigten Person deshalb nicht zur Verf&uuml;gung stehen. Dies steht auch im Einklang mit dem Zivilrecht. Denn der Steuerpflichtige ist in den Monaten, in denen er zivilrechtlich nicht zum Unterhalt verpflichtet ist, in seiner unterhaltsrechtlichen Leistungsf&auml;higkeit nicht gemindert. Daher ist f&uuml;r diese Zeit auch kein Abzug bei der Ermittlung seines zum Unterhalt einsetzbaren Einkommens (Opfergrenze) gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG die Opfergrenze vorliegend zutreffend mit 10.125&nbsp;EUR (41,75&nbsp;% des Nettoeinkommens in H&ouml;he von 24.251&nbsp;EUR) beziffert. Das Nettoeinkommen des Kl&auml;gers war bei der Berechnung der Opfergrenze wegen seines Sohnes C nicht um 5&nbsp;%, sondern nur um 1,25&nbsp;% (5&nbsp;% &times; 3\/12) zu k&uuml;rzen. Denn der Kl&auml;ger war nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) f&uuml;r seinen Sohn C nur in der Zeit von Oktober 2011 bis Dezember 2011 kindergeldberechtigt. Damit war die Revision des FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.12.2016, VI R 15\/16ECLI:DE:BFH:2016:U.141216.VIR15.16.0 Unterhaltsleistungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Berechnung der Opfergrenze Leits&auml;tze Hat der Steuerpflichtige nur einen Teil des Jahres Anspruch auf Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder nach &sect; 32 Abs. 6 EStG, Kindergeld oder eine andere Leistung f&uuml;r Kinder (&sect; 65 EStG), ist dies bei der Berechnung der Opfergrenze durch eine monatsbezogene &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-15-16-unterhaltsleistungen-als-aussergewoehnliche-belastung-berechnung-der-opfergrenze\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;15\/16 &#8211; Unterhaltsleistungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung &#8211; Berechnung der Opfergrenze<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67139"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67139\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}