{"id":67145,"date":"2017-04-27T10:01:57","date_gmt":"2017-04-27T08:01:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67145"},"modified":"2017-04-27T10:01:57","modified_gmt":"2017-04-27T08:01:57","slug":"ix-r-17-15-bindungswirkung-einer-bescheinigung-gemaess-par-7h-abs-2-estg-mit-vorbehaltsklausel-ueberraschungsentscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-17-15-bindungswirkung-einer-bescheinigung-gemaess-par-7h-abs-2-estg-mit-vorbehaltsklausel-ueberraschungsentscheidung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;17\/15 &#8211; Bindungswirkung einer Bescheinigung gem&auml;&szlig; &sect; 7h Abs. 2 EStG mit &quot;Vorbehaltsklausel&quot; &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.12.2016, IX R 17\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.061216.IXR17.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bindungswirkung einer Bescheinigung gem&auml;&szlig; &sect; 7h Abs. 2 EStG mit &quot;Vorbehaltsklausel&quot; &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Bindungswirkung des Grundlagenbescheides gem&auml;&szlig; &sect; 7h Abs. 2 EStG erstreckt sich auf die in &sect; 7h Abs. 1 EStG benannten Tatbestandsmerkmale. Eine im Grundlagenbescheid enthaltene &quot;Vorbehaltsklausel&quot;, dass die Bescheinigung &quot;nicht alleinige Voraussetzung f&uuml;r die Inanspruchnahme der Steuerverg&uuml;nstigung ist und die Finanzbeh&ouml;rde die weiteren steuerrechtlichen Voraussetzungen &#8230; pr&uuml;ft&quot;, betrifft nur spezifisch steuerrechtliche Voraussetzungen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Diese Grunds&auml;tze gelten ebenfalls bei der Anwendung des &sect; 7h EStG im Rahmen der Steuerbeg&uuml;nstigung des &sect; 10f EStG.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 2. Juli 2014 2 K 445\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erzielte in den Streitjahren 2009 bis 2011, 2013 und 2014 Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung des Grundst&uuml;ckes &#8230; in X, das sich in dem f&ouml;rmlich festgelegten Sanierungsgebiet &quot;&#8230;&quot; befindet. Sie erwarb das Grundst&uuml;ck mit notariellem Vertrag vom 13.&nbsp;Oktober 2008 zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von 1&nbsp;EUR. Im Kaufvertrag wurde festgehalten, dass bei Ermittlung des Kaufpreises der desolate Zustand des Geb&auml;udes ber&uuml;cksichtigt wurde. Zugleich vereinbarte die Kl&auml;gerin mit einem Bauunternehmer, dass dieser auf dem Grundst&uuml;ck ein Wohngeb&auml;ude samt Nebenanlagen zu einem Werklohn in H&ouml;he von 295.000&nbsp;EUR vollst&auml;ndig errichtet. Nach der Baubeschreibung sollte der vorhandene alte Bauk&ouml;rper in den notwendigen Bereichen abgerissen werden. Das historische Kellergew&ouml;lbe sowie die Stra&szlig;enfassade bis zum 1.&nbsp;Obergeschoss sollten erhalten bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Stadt X schloss die Kl&auml;gerin am 15.&nbsp;Dezember 2008 eine Vereinbarung &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung von Modernisierungs- und Instandsetzungsma&szlig;nahmen als Grundlage f&uuml;r die Inanspruchnahme der steuerlichen Verg&uuml;nstigungen nach &sect;&sect;&nbsp;7h, 10f und 11a des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren ma&szlig;geblichen Fassungen (EStG). Darin wurde festgehalten, dass durch Abnutzung, Alterung und Witterungseinfl&uuml;sse eine Nutzung im Sinne der Sanierungsziele nicht mehr gegeben ist und die Kl&auml;gerin sich verpflichtet, entsprechend den Sanierungszielen die in der Anlage aufgef&uuml;hrten Modernisierungs- und Instandhaltungsma&szlig;nahmen durchzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 8.&nbsp;Mai 2009 erteilte die Bauaufsichtsbeh&ouml;rde die Baugenehmigung f&uuml;r den Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung. Das Geb&auml;ude wurde am 15.&nbsp;Dezember 2009 abgenommen. Es besteht aus Erdgeschoss, Obergeschoss, ausgebautem 1.&nbsp;Dachgeschoss, 2.&nbsp;Dachgeschoss und Spitzboden. Seit dem 1.&nbsp;April 2010 ist ein Teil des Geb&auml;udes vermietet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 30.&nbsp;Juli 2010 bescheinigte die Stadt X gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;10f EStG, dass das Geb&auml;ude in einem durch Sanierungssatzung f&ouml;rmlich festgelegten Sanierungsgebiet belegen ist, an dem Geb&auml;ude Modernisierungs- und Instandhaltungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;177 des Baugesetzbuchs (BauGB) durchgef&uuml;hrt worden sind und die Ma&szlig;nahmen der Erhaltung, Erneuerung und funktionsgerechten Verwendung eines Geb&auml;udes dienen, das wegen seiner geschichtlichen und st&auml;dtebaulichen Bedeutung erhaltenswert ist. Die durchgef&uuml;hrten Ma&szlig;nahmen, denen die Modernisierungsvereinbarung zugrunde lag, haben bis zur Fertigstellung zu Aufwendungen in H&ouml;he von 310.309,40&nbsp;EUR gef&uuml;hrt. Es wurden keine Zusch&uuml;sse gew&auml;hrt. In der Bescheinigung wurde festgehalten, dass sie nicht alleinige Voraussetzung f&uuml;r die Inanspruchnahme der Steuerverg&uuml;nstigung ist und die Finanzbeh&ouml;rde die weiteren steuerrechtlichen Voraussetzungen, insbesondere die Abziehbarkeit der Aufwendungen als Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben und die Zugeh&ouml;rigkeit der Aufwendungen zu den Anschaffungskosten i.S. des &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG oder den Herstellungskosten zu den Werbungskosten, insbesondere zum Erhaltungsaufwand oder zu den nicht abziehbaren Kosten pr&uuml;ft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die Kl&auml;gerin machte in ihren Einkommensteuererkl&auml;rungen 2009 bis 2011 bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung folgende erh&ouml;hte Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7h EStG und Steuerbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;10f EStG f&uuml;r das Geb&auml;ude geltend:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Jahr 2009: Aufwendungen 288.777&nbsp;EUR, AfA 25.990&nbsp;EUR, &sect;&nbsp;10f EStG 1.659&nbsp;EUR;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Jahr 2010: Aufwendungen 309.008&nbsp;EUR, AfA 27.811&nbsp;EUR, &sect;&nbsp;10f EStG 1.776&nbsp;EUR;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Jahr 2011: Aufwendungen 309.008&nbsp;EUR, AfA 27.811&nbsp;EUR, &sect;&nbsp;10f EStG 1.776&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Laut den Einkommensteuererkl&auml;rungen sind zwei Wohnungen (1.&nbsp;Obergeschoss und 1.&nbsp;Dachgeschoss sowie 2.&nbsp;Obergeschoss und Spitzboden) mit einer Fl&auml;che von 161&nbsp;qm fremdvermietet; eine Fl&auml;che von 10,47&nbsp;qm nutzt die Kl&auml;gerin selbst. Im Erdgeschoss befinden sich eine Garage, die an dem Mieter des 1.&nbsp;Obergeschoss vermietet wurde und ein weiterer Raum. Nach den Angaben der Kl&auml;gerin ist dieser als kombinierter Wohn-\/Schlafraum eingerichtet und wird von ihr als Aufenthaltsraum bei der Gartenpflege und als R&uuml;ckzugsort eigengenutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung kam der fr&uuml;here Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu dem Ergebnis, dass das Geb&auml;ude ein im Jahr 2010 fertiggestellter Neubau im bautechnischen Sinne sei. Das FA ber&uuml;cksichtigte f&uuml;r das Geb&auml;ude in dem Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2009 vom 2.&nbsp;August 2013 keine erh&ouml;hte AfA und keine Steuerbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;10f i.V.m. &sect;&nbsp;7h EStG und setzte in den Einkommensteuerbescheiden f&uuml;r 2010 und 2011 und den Einkommensteuervorauszahlungsbescheiden f&uuml;r 2013 und 2014, jeweils vom 2.&nbsp;August 2013, anstelle der erh&ouml;hten AfA nach &sect;&nbsp;7h EStG ab der angenommenen Fertigstellung im Jahr 2010 die lineare AfA in H&ouml;he von 6.181&nbsp;EUR an und versagte jeweils eine Steuerbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;10f i.V.m. &sect;&nbsp;7h EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einspr&uuml;che, mit der die Kl&auml;gerin geltend machte, es handele sich bei dem Geb&auml;ude aufgrund der Integrierung der bereits vorhandenen Bauteile und der bindenden Feststellungen in der Bescheinigung der Denkmalschutzbeh&ouml;rde, wonach es Modernisierungs- und Instandsetzungsma&szlig;nahmen seien, nicht um einen Neubau, wurden mit Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Februar 2014 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage mit Urteil abgewiesen. Es f&uuml;hrt im Wesentlichen aus, die Kl&auml;gerin habe einen Neubau errichtet. Die Bescheinigung der Gemeinde sei hinsichtlich der Frage, ob es sich um eine Instandsetzung bzw. Modernisierung oder einen Neubau handele, kein Grundlagenbescheid mit Bindungswirkung. Die Kl&auml;gerin habe nach den Grunds&auml;tzen von Treu und Glauben nicht davon ausgehen d&uuml;rfen, dass insoweit eine abschlie&szlig;ende Entscheidung getroffen worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von Bundesrecht (&sect;&nbsp;7h EStG; &sect;&nbsp;10f i.V.m. &sect;&nbsp;7h EStG und Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Ergehen des angefochtenen Urteils hat das FA am 12.&nbsp;Februar 2016 die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2013 und 2014 erlassen, die an die Stelle der Vorauszahlungsbescheide f&uuml;r 2013 und 2014 traten. Der Streitstoff des vorliegenden Verfahrens wird dadurch nicht ber&uuml;hrt, weil die Besteuerungsgrundlagen denen entsprechen, die bereits in den von der Kl&auml;gerin urspr&uuml;nglich angefochtenen Einkommensteuervorauszahlungsbescheiden angesetzt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2009 bis 2011, jeweils vom 2.&nbsp;August 2013, und jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Februar 2014 sowie die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2013 und 2014, jeweils vom 12.&nbsp;Februar 2016, mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass im Jahr 2009 eine AfA nach &sect;&nbsp;7h EStG in H&ouml;he von 25.909&nbsp;EUR, in den Jahren 2010, 2011, 2013 und 2014 anstelle der bisherigen AfA nach &sect;&nbsp;7 EStG in H&ouml;he von jeweils 6.181&nbsp;EUR eine solche nach &sect;&nbsp;7h EStG in H&ouml;he von jeweils 27.811&nbsp;EUR sowie im Jahr 2009 eine Steuerbeg&uuml;nstigung nach &sect;&nbsp;10f EStG in H&ouml;he von 1.659&nbsp;EUR und in den Jahren 2010, 2011, 2013 und 2014 in H&ouml;he von jeweils 1.775&nbsp;EUR angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Streitsache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat zum 1.&nbsp;Dezember 2016 ein gesetzlicher Beteiligtenwechsel stattgefunden. Beklagter und Revisionsbeklagter ist nunmehr das Finanzamt Y.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat im Ergebnis zu Recht f&uuml;r den vermieteten und den eigengenutzten Geb&auml;udeteil die Beg&uuml;nstigungen des &sect;&nbsp;7h EStG und &sect;&nbsp;10f i.V.m. &sect;&nbsp;7h EStG abgelehnt, weil die Kl&auml;gerin nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;3 EStG (i.V.m. &sect;&nbsp;10f EStG f&uuml;r den eigengenutzten Geb&auml;udeteil) durch eine Bescheinigung der zust&auml;ndigen Gemeindebeh&ouml;rde die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 EStG objektbezogen f&uuml;r die einzelnen Geb&auml;udeteile nachgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist &#8211;was zwischen den Beteiligten im Revisionsverfahren unstreitig ist&#8211; rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, der Kl&auml;gerin sei der Abzug der Aufwendungen f&uuml;r die Bauma&szlig;nahmen allein deshalb zu versagen, weil durch sie ein nicht nach &sect;&nbsp;7h EStG (i.V.m. &sect;&nbsp;10f EStG) gef&ouml;rderter Neubau errichtet worden sei. Vielmehr erstreckt sich die Bindungswirkung der Bescheinigung auf die in &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 EStG benannten Tatbestandsmerkmale. Daher pr&uuml;ft allein die Gemeinde, ob Modernisierungs- und Instandsetzungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;177 BauGB durchgef&uuml;hrt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei einem im Inland belegenen Geb&auml;ude in einem f&ouml;rmlich festgelegten Sanierungsgebiet oder st&auml;dtebaulichen Entwicklungsbereich kann der Steuerpflichtige nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG &#8211;abweichend von &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 und 5 EStG&#8211; im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils bis zu 9&nbsp;Prozent der Herstellungskosten f&uuml;r Modernisierungs- und Instandsetzungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;177 BauGB absetzen. &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG ist entsprechend anzuwenden auf Herstellungskosten f&uuml;r Ma&szlig;nahmen, die der Erhaltung, Erneuerung und funktionsgerechten Verwendung eines Geb&auml;udes im Sinne des Satzes&nbsp;1 dienen, das wegen seiner geschichtlichen, k&uuml;nstlerischen oder st&auml;dtebaulichen Bedeutung erhalten bleiben soll, und zu deren Durchf&uuml;hrung sich der Eigent&uuml;mer neben bestimmten Modernisierungsma&szlig;nahmen gegen&uuml;ber der Gemeinde verpflichtet hat (&sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG). Der Steuerpflichtige kann die erh&ouml;hten Absetzungen im Jahr des Abschlusses der Ma&szlig;nahme und in den folgenden elf Jahren auch f&uuml;r Anschaffungskosten in Anspruch nehmen, die auf Ma&szlig;nahmen im Sinne der S&auml;tze&nbsp;1 und 2 entfallen, soweit diese nach dem rechtswirksamen Abschluss eines obligatorischen Erwerbsvertrags oder eines gleichstehenden Rechtsakts durchgef&uuml;hrt worden sind (&sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG kann der Steuerpflichtige die erh&ouml;hten Absetzungen jedoch nur in Anspruch nehmen, wenn er durch eine Bescheinigung der zust&auml;ndigen Gemeindebeh&ouml;rde die Voraussetzungen des Abs.&nbsp;1 f&uuml;r das Geb&auml;ude und die Ma&szlig;nahmen nachweist. Die Bescheinigung ist materiell-rechtliche Abzugsvoraussetzung f&uuml;r die Beg&uuml;nstigung des &sect;&nbsp;7h EStG und Grundlagenbescheid i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10, &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211; (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;September 2005 IX&nbsp;R&nbsp;13\/04, BFHE 215, 158, BStBl II 2007, 373; vom 6.&nbsp;Mai 2014 IX&nbsp;R&nbsp;15\/13, BFHE 246, 61, BStBl II 2015, 581; IX&nbsp;R&nbsp;16\/13, BFH\/NV 2014, 1729, und IX&nbsp;R&nbsp;17\/13, BFH\/NV 2014, 1731, sowie vom 22.&nbsp;Oktober 2014 X&nbsp;R&nbsp;15\/13, BFHE 247, 562, BStBl II 2015, 367, Anschluss an die Rechtsprechung des IX.&nbsp;Senats; ausf&uuml;hrlich zuletzt BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Oktober 2016&nbsp;IX&nbsp;B&nbsp;81\/16, BFHE 254, 514, m.w.N.). Dies folgt aus dem Zweck des &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;2 EStG. Denn mangels eigener Sachkunde ist es den Finanzbeh&ouml;rden nicht m&ouml;glich zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob Ma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 EStG durchgef&uuml;hrt worden sind. Die Finanzverwaltung selbst erkennt an, dass die Bescheinigung der Gemeindebeh&ouml;rde keiner Nachpr&uuml;fung unterliegt (vgl. R&nbsp;7h&nbsp;(4) Satz&nbsp;2 der Einkommensteuer-Richtlinien und H&nbsp;7h &quot;Bindungswirkung der Bescheinigung&quot; des Amtlichen Einkommensteuer-Handbuchs 2015).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bindungswirkung der Bescheinigung erstreckt sich auf die in &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 EStG benannten Tatbestandsmerkmale, n&auml;mlich auf die Feststellung, ob das Geb&auml;ude in einem Sanierungsgebiet belegen ist, ob Modernisierungs- und Instandsetzungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;177 BauGB bzw. Ma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG durchgef&uuml;hrt und ob Zusch&uuml;sse aus Sanierungs- oder Entwicklungsf&ouml;rdermitteln gew&auml;hrt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Anders als das FG meint, pr&uuml;ft nach diesen Grunds&auml;tzen allein die Gemeinde, ob Modernisierungs- und Instandsetzungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;177 BauGB durchgef&uuml;hrt wurden. Aufgrund der Wertungen des Baugesetzbuchs muss entschieden werden, wie die Begriffe &quot;Modernisierung&quot; und &quot;Instandsetzung&quot; zu verstehen sind und ob darunter auch ein Neubau in bautechnischem Sinne zu subsumieren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die in der Bescheinigung enthaltene &quot;Vorbehaltsklausel&quot;, dass &quot;sie nicht alleinige Voraussetzung f&uuml;r die Inanspruchnahme der Steuerverg&uuml;nstigung ist und die Finanzbeh&ouml;rde die weiteren steuerrechtlichen Voraussetzungen &#8230; pr&uuml;ft&quot;, betrifft nur spezifisch steuerrechtliche Voraussetzungen, die wiederum die Gemeinde mangels Sachkunde nicht pr&uuml;fen kann. Zu diesen spezifisch steuerrechtlichen Voraussetzungen geh&ouml;rt indes nicht die Beurteilung, ob Modernisierungs- und Instandsetzungsma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;177 BauGB durchgef&uuml;hrt wurden und ob und in welchen F&auml;llen darunter auch ein Neubau im bautechnischen Sinne f&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Diese Grunds&auml;tze gelten ebenfalls bei der Anwendung des &sect;&nbsp;7h EStG im Rahmen der Steuerbeg&uuml;nstigung des &sect;&nbsp;10f EStG. Nach &sect;&nbsp;10f Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG kann der Steuerpflichtige Aufwendungen &quot;an einem eigenen Geb&auml;ude&quot; im Kalenderjahr des Abschlusses der Bauma&szlig;nahme und in den neun folgenden Kalenderjahren jeweils bis zu 9&nbsp;Prozent wie Sonderausgaben abziehen, wenn die Voraussetzungen des &#8211;hier relevanten&#8211; &sect;&nbsp;7h EStG oder des &sect;&nbsp;7i EStG vorliegen. Die Aufwendungen sind nur beg&uuml;nstigt, soweit der Steuerpflichtige das Geb&auml;ude in dem jeweiligen Kalenderjahr zu eigenen Wohnzwecken nutzt und die Aufwendungen nicht in die Bemessungsgrundlage nach &sect;&nbsp;10e EStG oder dem Eigenheimzulagengesetz einbezogen hat (&sect;&nbsp;10f Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG). Nach &sect;&nbsp;10f Abs.&nbsp;5 EStG ist Abs.&nbsp;1 &quot;auf Geb&auml;udeteile, die selbst&auml;ndige unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter sind&quot; entsprechend anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Urteil des FG stellt sich gegenw&auml;rtig aber aus anderen Gr&uuml;nden im Ergebnis als richtig dar (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;3 EStG (i.V.m. &sect;&nbsp;10f EStG) sind die Abs&auml;tze&nbsp;1 und 2 auf Geb&auml;udeteile, die selbst&auml;ndige unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter sind, sowie auf Eigentumswohnungen und auf im Teileigentum stehende R&auml;ume entsprechend anzuwenden. Das Gesetz verlangt nach Wortlaut und Systematik ein bestimmtes Objekt (Geb&auml;ude, Geb&auml;udeteile, die selbst&auml;ndige unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter sind, Eigentumswohnungen oder im Teileigentum stehende R&auml;ume), auf das sich die Ma&szlig;nahmen i.S. des &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 EStG beziehen m&uuml;ssen. Die nach &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;1 EStG steuerrechtlich beg&uuml;nstigten Ma&szlig;nahmen sind daher stets objektbezogen. Der Differenzierung im objektiven Tatbestand der Steuernorm entsprechen die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG von der zust&auml;ndigen Gemeindebeh&ouml;rde zu bescheinigenden objekt- und ma&szlig;nahmebezogenen Nachweiserfordernisse (grundlegend BFH-Urteile in BFHE 246, 61, BStBl II 2015, 581; in BFH\/NV 2014, 1729; in BFH\/NV 2014, 1731; s.a. BFH-Urteile in BFHE 247, 562, BStBl II 2015, 367; vom 16.&nbsp;September 2014 X&nbsp;R&nbsp;29\/12, BFH\/NV 2015, 194 &#8211;zu &sect;&nbsp;7i Abs.&nbsp;2 EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall liegen Geb&auml;udeteile vor, die selbst&auml;ndige unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter sind. Mehrere selbst&auml;ndige unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter liegen vor, wenn ein Geb&auml;ude in verschiedenen Nutzungs- und Funktionszusammenh&auml;ngen steht. Ein solcher unterschiedlicher Nutzungs- und Funktionszusammenhang ist insbesondere dann gegeben, wenn das Geb&auml;ude &#8211;hier mit 10,47&nbsp;qm und 161&nbsp;qm&#8211; teilweise zu eigenen privaten Zwecken und teilweise zu fremden Wohnzwecken genutzt wird. Die erh&ouml;hten Absetzungen bzw. der Sonderausgabenabzug k&ouml;nnen lediglich f&uuml;r den jeweiligen Geb&auml;udeteil in Anspruch genommen werden. Folgerichtig ist die Bescheinigung im Falle von Geb&auml;udeteilen, die selbst&auml;ndige unbewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter sind, f&uuml;r diese Geb&auml;udeteile auszustellen. Eine Bescheinigung, die sich lediglich auf das Gesamtgeb&auml;ude bezieht, gen&uuml;gt in diesen F&auml;llen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben liegt im Streitfall &#8211;unbeschadet der Tatsache, dass ggf. eine den gesetzlichen Anforderungen gen&uuml;gende Bescheinigung von der Stadt noch ausgestellt werden k&ouml;nnte&#8211; keine den Anforderungen des &sect;&nbsp;7h Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG (i.V.m. &sect;&nbsp;10f EStG) gen&uuml;gende Bescheinigung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin m&ouml;chte die Steuerbeg&uuml;nstigungen nach &sect;&nbsp;7h EStG f&uuml;r die fremdvermieteten Wohnungen und nach &sect;&nbsp;10f i.V.m. &sect;&nbsp;7h EStG f&uuml;r den eigengenutzten Aufenthaltsraum in Anspruch nehmen, w&auml;hrend sich die Bescheinigung der Beh&ouml;rde nach den insoweit nicht mit Revisionsr&uuml;gen angegriffenen und damit den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG auf das Geb&auml;ude als Gesamtheit bezieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Verfahrensr&uuml;ge der Kl&auml;gerin, das FG habe den Grundsatz der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs dadurch verletzt, dass es eine &Uuml;berraschungsentscheidung getroffen habe, ist nicht begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine gegen den Grundsatz der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) versto&szlig;ende &Uuml;berraschungsentscheidung liegt nur vor, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Auffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;Februar 2012 VI&nbsp;B&nbsp;71\/11, BFH\/NV 2012, 767; vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2014 IX&nbsp;B&nbsp;159\/13, BFH\/NV 2014, 888). Eine unzul&auml;ssige &Uuml;berraschungsentscheidung ist dagegen nicht gegeben, wenn das FG das angefochtene Urteil auf einen rechtlichen Gesichtspunkt gest&uuml;tzt hat, der im bisherigen Verfahren zumindest am Rande angesprochen worden ist (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;Januar 2012 IV&nbsp;B&nbsp;142\/10, BFH\/NV 2012, 784; vom 20.&nbsp;Mai 2016 III&nbsp;B&nbsp;62\/15, BFH\/NV 2016, 1293).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die Kl&auml;gerin geltend macht, das FG sei ausweislich der Niederschrift zur m&uuml;ndlichen Verhandlung in der Sitzung vom 2.&nbsp;Juli 2014 von einer Bindungswirkung der Bescheinigung ausgegangen, liegt kein Fall der &Uuml;berraschungsentscheidung vor. Die Frage der Bindungswirkung war vielmehr erkennbar von Anfang an ein ma&szlig;geblicher Streitpunkt des Verfahrens, zu dem beide Beteiligten Stellung genommen hatten. Das FG hat in der m&uuml;ndlichen Verhandlung lediglich eine m&ouml;gliche rechtliche W&uuml;rdigung dieser unstreitig zum Verfahrensstoff z&auml;hlenden Frage vorgenommen. Dass die Kl&auml;gerin ein anderes Ergebnis der rechtlichen W&uuml;rdigung erwartet oder erhofft hatte, begr&uuml;ndet keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.12.2016, IX R 17\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.061216.IXR17.15.0 Bindungswirkung einer Bescheinigung gem&auml;&szlig; &sect; 7h Abs. 2 EStG mit &quot;Vorbehaltsklausel&quot; &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung Leits&auml;tze 1. Die Bindungswirkung des Grundlagenbescheides gem&auml;&szlig; &sect; 7h Abs. 2 EStG erstreckt sich auf die in &sect; 7h Abs. 1 EStG benannten Tatbestandsmerkmale. 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