{"id":67147,"date":"2017-04-27T10:02:21","date_gmt":"2017-04-27T08:02:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67147"},"modified":"2017-04-27T10:02:21","modified_gmt":"2017-04-27T08:02:21","slug":"vii-r-4-16-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-13122016-vii-r-3-16-keine-steuerentlastung-bei-landseitiger-stromversorgung-von-wasserfahrzeugen-waehrend-der-aufenthalte-in-einer-werft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-4-16-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-13122016-vii-r-3-16-keine-steuerentlastung-bei-landseitiger-stromversorgung-von-wasserfahrzeugen-waehrend-der-aufenthalte-in-einer-werft\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;4\/16 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.12.2016 VII R 3\/16 &#8211; Keine Steuerentlastung bei landseitiger Stromversorgung von Wasserfahrzeugen w&auml;hrend der Aufenthalte in einer Werft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2016, VII R 4\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.131216.VIIR4.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.12.2016 VII R 3\/16 &#8211; Keine Steuerentlastung bei landseitiger Stromversorgung von Wasserfahrzeugen w&auml;hrend der Aufenthalte in einer Werft<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Hauptzollamts wird das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 11. September 2015 4 K 56\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) stellte am 5.&nbsp;November 2012 einen Antrag auf Entlastung von der Stromsteuer nach &sect;&nbsp;14a der Verordnung zur Durchf&uuml;hrung des Stromsteuergesetzes in der im Streitfall ma&szlig;geblichen Fassung vom 20.&nbsp;September 2011 (BGBl I 2011, 1890, 1909) &#8211;StromStV&#8211; f&uuml;r den im Zeitraum 2011 verwendeten Landstrom, mit dem diverse seinerzeit im Reparaturdock der Kl&auml;gerin befindliche Schiffe zur Aufrechterhaltung der bordeigenen Infrastruktur versorgt worden waren. Mit der Begr&uuml;ndung, dass Werftaufenthalte, die der Wartung und Reparatur von Wasserfahrzeugen dienten, von der in &sect;&nbsp;14a StromStV festgelegten Steuerbeg&uuml;nstigung f&uuml;r die Landstromversorgung nicht erfasst seien, lehnte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die beantragte Steuerentlastung ab. Den daraufhin eingelegten Einspruch wies das HZA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die Klage hatte Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) urteilte, dass der von der Kl&auml;gerin verwendete und nachweislich nach &sect;&nbsp;3 des Stromsteuergesetzes (StromStG) versteuerte Strom auf Wasserfahrzeugen, die nicht der privaten nichtgewerblichen Schifffahrt zuzurechnen seien, zu dem in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG genannten Zweck verbraucht worden sei. Der Umstand, dass sich die Schiffe anl&auml;sslich der Durchf&uuml;hrung von Reparatur- bzw. Umbauarbeiten im Liegeplatz einer Werft befunden h&auml;tten, stehe der Annahme einer steuerbeg&uuml;nstigten landseitigen Stromversorgung i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG nicht entgegen. Dem Wortlaut des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG, der mit dem Gesetz zur &Auml;nderung des Energiesteuer- und Stromsteuergesetzes vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2011 (BGBl I 2011, S.&nbsp;282, 285) in das StromStG aufgenommen worden sei und der auf einer Erm&auml;chtigung der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) nach Art.&nbsp;19 der Richtlinie 2003\/96\/EG (EnergieStRL) des Rates vom 27.&nbsp;Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.&nbsp;L 283\/51) beruhe (Durchf&uuml;hrungsbeschluss des Rates vom 12.&nbsp;Juli 2011 zur Erm&auml;chtigung Deutschlands, auf direkt an Schiffe am Liegeplatz im Hafen gelieferten elektrischen Strom (&quot;landseitige Elektrizit&auml;t&quot;) im Einklang mit Artikel&nbsp;19 der Richtlinie 2003\/96\/EG einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz anzuwenden, ABlEU Nr.&nbsp;L 191\/22), k&ouml;nne die vom HZA behauptete Begrenzung der Steuerbeg&uuml;nstigung unter Ausschluss von Werftaufenthalten nicht entnommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Begrenzung ergebe sich auch nicht aus dem Sinn und Zweck der Regelung oder aus deren Entstehungsgeschichte. In den Erw&auml;gungsgr&uuml;nden der unionsrechtlichen Erm&auml;chtigung werde darauf hingewiesen, dass Deutschland mit der beabsichtigten Steuererm&auml;&szlig;igung eine F&ouml;rderung der breiteren Nutzung der landseitigen Elektrizit&auml;t anstrebe, damit am Liegeplatz im Hafen liegende Schiffe ihren Bedarf an elektrischem Strom in einer gegen&uuml;ber der Verbrennung von Bunker&ouml;l an Bord weniger umweltsch&auml;dlichen Weise decken k&ouml;nnten, und dass die Nutzung landseitiger Elektrizit&auml;t zur Verbesserung der Luftqualit&auml;t in Hafenst&auml;dten beitrage, da mit der Verbrennung von Bunker&ouml;l an Bord von Schiffen an Liegepl&auml;tzen verbundene Emissionen von Luftschadstoffen vermieden werden k&ouml;nnten und daher die Ma&szlig;nahme zum Erreichen der umwelt- und gesundheitspolitischen Ziele der Union beitragen d&uuml;rfte. Diese Zielsetzung spiegele auch die Begr&uuml;ndung des Vorschlags der Kommission wider, die auf die Empfehlung der Kommission vom 8.&nbsp;Mai 2006 &uuml;ber die F&ouml;rderung der Landstromversorgung von Schiffen an Liegepl&auml;tzen in den H&auml;fen der Gemeinschaft 2006\/339\/EG und die Mitteilung der Kommission KOM (2009) 8 &quot;Strategische Ziele und Empfehlungen f&uuml;r die Seeverkehrspolitik der EU bis 2018&quot; Bezug nehme. Von einer umweltpolitischen Zielsetzung der in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG getroffenen Regelung gehe auch der Gesetzgeber aus (BTDrucks 17\/3055, S.&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder die im Durchf&uuml;hrungsbeschluss verwendete Formulierung &quot;am Liegeplatz am Hafen&quot; noch die in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG gew&auml;hlte Formulierung &quot;im Fall einer landseitigen Stromversorgung von Wasserfahrzeugen&quot; beinhalte eine n&auml;here Eingrenzung der konkreten Art des Liegeplatzes im Hafen noch des Anlasses, aus dem sich ein Wasserfahrzeug f&uuml;r die Schifffahrt an einem Liegeplatz im Hafen befinde. Die Zielsetzung einer Emissionsreduzierung von Schadstoffen gelte gleicherma&szlig;en f&uuml;r Liegezeiten, die beispielsweise w&auml;hrend des Be- und Entladens des Schiffs anfielen, wie f&uuml;r Liegezeiten, die durch einen werftbedingten Aufenthalt des Schiffs entst&uuml;nden, so dass eine teleologische Reduktion der nationalen Bestimmung nicht geboten sei. Dabei sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Erw&auml;gungen des Gesetzgebers auch dann Geltung beanspruchen k&ouml;nnten, wenn auf einem Schiff w&auml;hrend der Liegezeit in einer Werft nur mit einem Teil der Besatzung zur Aufrechterhaltung der Versorgungssysteme und aus sicherheitsrechtlichen Aspekten ein Mindestma&szlig; an schiffseigener Infrastruktur aufrechterhalten werden m&uuml;sse. Schlie&szlig;lich f&uuml;hre auch der Umstand, dass die EnergieStRL bei den Steuerbeg&uuml;nstigungen zwischen Schifffahrt und Wartung unterscheide und dass nach den nationalen Bestimmungen der f&uuml;r die Wartung von Wasserfahrzeugen verwendete Strom nicht steuerbeg&uuml;nstigt sei, zu keiner anderen Beurteilung. Dabei sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Kl&auml;gerin eine Steuerentlastung nur f&uuml;r den Strom beantragt habe, der nicht zur Wartung der streitgegenst&auml;ndlichen Schiffe, sondern lediglich zur weiteren Versorgung der Schiffe am Liegeplatz anl&auml;sslich der Wartung entnommen worden sei. Derartige Strommengen w&uuml;rden vom Regelungszweck des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG erfasst. Unerheblich sei schlie&szlig;lich, ob im streitgegenst&auml;ndlichen Zeitraum eine f&ouml;rmliche Einzelerlaubnis zur steuerbeg&uuml;nstigten Verwendung des Stroms vorgelegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das HZA eine unzutreffende Auslegung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG geltend. Insbesondere habe das FG die Reichweite sowie den Sinn und Zweck der einschl&auml;gigen Unionsrechtsakte verkannt. Im Rahmen von Werftliegezeiten sei eine Reduktion von Schadstoffemissionen nur in einem deutlich geringeren Umfang m&ouml;glich, so dass sowohl die Umweltwirkung der Steuerentlastung als auch die Anreizwirkung des Durchf&uuml;hrungsbeschlusses im Vergleich zu Schiffen an den &quot;regul&auml;ren Schiffsliegepl&auml;tzen&quot; geringer seien. Der Antrag Deutschlands auf die Erteilung einer Erm&auml;chtigung nach Art.&nbsp;19 EnergieStRL habe die Beg&uuml;nstigung auf &quot;Schiffe am Liegeplatz im Hafen&quot; beschr&auml;nkt. In einer Stellungnahme vom 9.&nbsp;Februar 2016 habe die Kommission best&auml;tigt, dass die Ausnahmeregelung nur f&uuml;r Strom gelte, der an Wasserfahrzeuge am Liegeplatz im Hafen w&auml;hrend des Be- und Entladens von Fracht bzw. des Ein- und Aussteigens von Passagieren geliefert werde, so dass die Beg&uuml;nstigung nicht f&uuml;r Strom gelte, der in Werften geliefert werde. Der EnergieStRL sei eine Trennung des Verbrauchs von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom beim regul&auml;ren Betrieb eines Schiffs und bei einem Wartungs- bzw. Werftaufenthalt zu entnehmen. Auf eine enge Auslegung des in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG normierten Entlastungstatbestands deuteten die Empfehlung der Kommission vom 8.&nbsp;Mai 2006&nbsp;&nbsp;2006\/339\/EG, die Richtlinie 2005\/33\/EG (RL 2005\/33\/EG) des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 6.&nbsp;Juli 2005 zur &Auml;nderung der Richtlinie 1999\/32\/EG hinsichtlich des Schwefelgehalts von Schiffskraftstoffen (ABlEU Nr.&nbsp;L 191\/59) hin, auf die der Gesetzgeber in der Gesetzesbegr&uuml;ndung ausdr&uuml;cklich Bezug genommen habe, und die beihilferechtliche Anzeige der Bundesregierung nach der Verordnung (EU) Nr.&nbsp;651\/2014 der Kommission vom 17.&nbsp;Juni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel&nbsp;107 und 108 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (ABlEU Nr.&nbsp;L 187\/1), in der nur die Gruppen A.03.1 (Fischerei) und H.50 (Wassersport), nicht jedoch die Gruppen G.30.1 (Schiffbau) und G.33.1 (Reparatur und Instandhaltung von Schiffen) der Statistischen Systematik der Wirtschaftszweige der Europ&auml;ischen Gemeinschaft angegeben worden seien. Schlie&szlig;lich seien nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH), mit der sich das FG nicht auseinandergesetzt habe, die in der EnergieStRL festgelegten Steuerbeg&uuml;nstigungstatbest&auml;nde eng auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt die Aufhebung des Urteils des FG sowie die Abweisung der Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt die Zur&uuml;ckweisung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie schlie&szlig;t sich im Wesentlichen den Ausf&uuml;hrungen des FG an. F&uuml;r die Steuerentlastung komme es allein auf die Verwendung des Stroms f&uuml;r die kommerzielle Schifffahrt an, nicht aber auf den Grund der Fortbewegung oder des Festmachens des Schiffs. Ein Reparaturdock sei im &Uuml;brigen stets auch ein Liegeplatz im Hafen. Die meisten Schiffe blieben w&auml;hrend ihres Werftaufenthalts im Wasser und nicht im Dock. F&uuml;r die eigentlichen Wartungsarbeiten habe sie keine Entlastung begehrt, so dass es auf die in Art.&nbsp;14 und 15 EnergieStRL getroffenen Unterscheidungen nicht ankomme. Definitionen der RL 2005\/33\/EG k&ouml;nnten auf den Streitfall keine Anwendung finden. Mit der Versteuerung des landseitigen Stroms setze sich das HZA in Widerspruch zu den unionsrechtlichen und nationalen Vorgaben sowie zu den vom Gesetzgeber verfolgten Umweltschutzzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Klageabweisung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil verletzt Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Der Bescheid vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2013 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;Februar 2014 ist rechtm&auml;&szlig;ig (&sect;&nbsp;101 Satz&nbsp;1 FGO), denn die Kl&auml;gerin hat hinsichtlich des w&auml;hrend der Werftaufenthalte verwendeten Landstroms keinen Anspruch auf Verg&uuml;tung der Stromsteuer nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG i.V.m. &sect;&nbsp;14a Abs.&nbsp;1 StromStV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;14a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 StromStV wird auf Antrag eine Steuerentlastung f&uuml;r nachweislich nach &sect;&nbsp;3 StromStG versteuerten Strom gew&auml;hrt, der zu dem in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG genannten Zweck, n&auml;mlich zur landseitigen Stromversorgung von Wasserfahrzeugen f&uuml;r die Schifffahrt, mit Ausnahme der privaten nichtgewerblichen Schifffahrt, verbraucht worden ist, wobei die Steuerentlastung nach &sect;&nbsp;14a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2&nbsp;&nbsp;20&nbsp;EUR je Megawattstunde betr&auml;gt. Entlastungsberechtigte sind je nach Fallgestaltung diejenigen Personen, die den Strom geleistet oder entnommen haben (&sect;&nbsp;14a Abs.&nbsp;2 StromStV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG ist der Begriff der &quot;landseitigen Stromversorgung von Wasserfahrzeugen f&uuml;r die Schifffahrt&quot; dahin auszulegen, dass von ihm Strom nicht erfasst wird, den Schiffe w&auml;hrend eines Werftaufenthalts zur Aufrechterhaltung der bordeigenen Infrastruktur verwenden. Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG ist allerdings lediglich erforderlich, dass ein f&uuml;r die Schifffahrt bestimmtes Wasserfahrzeug von Land aus, d.h. nicht unter Verwendung von an Bord des Schiffs installierten Stromerzeugungsanlagen, mit elektrischer Energie versorgt wird. Dem FG ist zuzugeben, dass sich dem Wortlaut eine dar&uuml;ber hinausgehende Begrenzung, die sich auf den Anlass des landnahen Aufenthalts des Wasserfahrzeugs und auf konkrete &Ouml;rtlichkeiten bezieht, nicht entnehmen l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Einschr&auml;nkung der Beg&uuml;nstigungsm&ouml;glichkeit ergibt sich jedoch aus dem Sinn und Zweck der Regelung sowie aus dem Wortlaut der Deutschland nach Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 EnergieStRL erteilten Erm&auml;chtigung, die sich auf direkt an Schiffe am Liegeplatz im Hafen gelieferten elektrischen Strom bezieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine mit der in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG normierten Steuerbeg&uuml;nstigung vergleichbare Regelung ist der EnergieStRL nicht zu entnehmen. Die unionsrechtliche Zul&auml;ssigkeit der Steuerverschonung ergibt sich jedoch aus einer Deutschland antragsgem&auml;&szlig; erteilten Erm&auml;chtigung nach Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 EnergieStRL. Danach kann der Rat einstimmig auf Vorschlag der Kommission einen Mitgliedstaat erm&auml;chtigen, auf Grund besonderer politischer Erw&auml;gungen Befreiungen oder Erm&auml;&szlig;igungen zu gew&auml;hren, die &uuml;ber die in der EnergieStRL festgelegten Beg&uuml;nstigungen hinausgehen. Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung zu &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 StromStG a.F. (BTDrucks 17\/3055, S.&nbsp;16), mit dem die Regelung durch das Gesetz zur &Auml;nderung des Energiesteuer- und des Stromsteuergesetzes vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2011 (BGBl I 2011, 282) eingef&uuml;hrt worden ist, hat Deutschland von dieser M&ouml;glichkeit Gebrauch gemacht. Der Gesetzesbegr&uuml;ndung ist zu entnehmen, dass die steuerliche F&ouml;rderung der landseitigen Stromversorgung von Wasserfahrzeugen f&uuml;r die Schifffahrt umweltpolitisch motiviert ist. In den Seeh&auml;fen tr&uuml;gen die durch schiffseigenen Hilfsdiesel bzw. schiffseigene Generatoren bei der Verstromung steuerfreien Mineral&ouml;ls entstehenden Abgase erheblich zur Beeintr&auml;chtigung der Luftqualit&auml;t bei. Die Regelung diene der Schaffung von Anreizen zur Inanspruchnahme der Landstromversorgung von Schiffen, weil dadurch die Schadstoff-, Kohlendioxid-, Partikel- und L&auml;rmemissionen in H&auml;fen wesentlich gesenkt werden k&ouml;nnten. Zur weiteren Rechtfertigung der Steuerbefreiung hat der Gesetzgeber ausdr&uuml;cklich die Empfehlung der Kommission vom 8.&nbsp;Mai 2006&nbsp;&nbsp;2006\/339\/EG in Bezug genommen und darauf hingewiesen, dass die Steuerbefreiung diese Empfehlung explizit umsetze. Aus beihilferechtlichen Gr&uuml;nden wurde der urspr&uuml;ngliche Ansatz einer vollst&auml;ndigen Steuerverschonung im Verfahren nach Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 EnergieStRL nicht mehr weiterverfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In dem an die Kommission gerichteten Antrag vom 27.&nbsp;Dezember 2010, auf direkt an Schiffe am Liegeplatz im Hafen gelieferten elektrischen Strom gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 EnergieStRL einen erm&auml;&szlig;igten Stromsteuersatz anwenden zu k&ouml;nnen, hat Deutschland ebenfalls die Empfehlung der Kommission 2006\/339\/EG sowie zus&auml;tzlich die Mitteilung der Kommission &quot;Strategische Ziele und Empfehlungen f&uuml;r die Seeverkehrspolitik der EU bis 2018&quot; (KOM (2009)8) in Bezug genommen und zur Begr&uuml;ndung des Begehrens herangezogen (vgl. KOM\/2011\/0302 endg.). Auf Vorschlag der Kommission, in dessen Begr&uuml;ndung sie ausf&uuml;hrt, dass dieser darauf abziele, Deutschland zu erm&auml;chtigen, &quot;auf elektrischen Strom, der direkt an Schiffe an ihrem Liegeplatz in einem Hafen geliefert wird (nachstehend &#8218;landseitige Elektrizit&auml;t&#8216;), einen erm&auml;&szlig;igten Satz der Stromsteuer anzuwenden&quot;, wurde Deutschland mit dem Durchf&uuml;hrungsbeschluss 2011\/445\/EU des Rates vom 12.&nbsp;Juli 2011 die beantragte Erm&auml;chtigung erteilt. Sowohl in Art.&nbsp;1 dieses Beschlusses als auch in der Empfehlung der Kommission 2006\/339\/EG wird die F&ouml;rderung der Landstromversorgung auf Schiffe am Liegeplatz im Hafen begrenzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anbetracht dieser Begrenzung ist der Ansicht des FG nicht zu folgen, dass es sich nach dem allgemeinen Sprachgebrauch bei einem &quot;Liegeplatz im Hafen&quot; um jeden aufgrund der Gegebenheiten und Ausstattung geeigneten und vorgesehenen Platz an einer K&uuml;ste oder einem Ufer &#8211;einschlie&szlig;lich einer Werft&#8211; handelt, an dem ein Schiff anlegen und sich vor&uuml;bergehend aufhalten kann. Denn allgemein wird unter einem Liegeplatz in einem Hafen ein Ort verstanden, an dem Schiffe insbesondere an einer Steganlage st&auml;ndig oder nur f&uuml;r einen gewissen Zeitraum vor Anker gehen bzw. festgemacht werden, um den Besatzungsmitgliedern oder Passagieren das Verlassen des Schiffs bzw. das Zusteigen sowie eine Be- oder Entladung zu erm&ouml;glichen, wobei w&auml;hrend dieser Vorg&auml;nge ein Ablegen des Schiffs grunds&auml;tzlich gew&auml;hrleistet bleibt. Anders verh&auml;lt es sich jedoch w&auml;hrend des Aufenthalts eines Schiffs zu Wartungs- und Reparaturzwecken in einer Werft oder einem Dock, so dass sich nach Auffassung des erkennenden Senats der Begriff &quot;Liegeplatz im Hafen&quot; nicht auf den Aufenthalt eines Wasserfahrzeugs in einer Werftanlage bezieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Erg&auml;nzend ist darauf hinzuweisen, dass Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;j EnergieStRL den Mitgliedstaaten die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, Kraftstoffe, die bei der Fertigung, Entwicklung, Erprobung und Wartung von Luftfahrzeugen und Schiffen verwendet werden, von der Steuer zu befreien. Dagegen sind Lieferungen von Energieerzeugnissen zur Verwendung als Kraftstoff f&uuml;r die Schifffahrt in Meeresgew&auml;ssern der Gemeinschaft, mit Ausnahme der privaten nichtgewerblichen Schifffahrt, und an Bord von Schiffen erzeugter elektrischer Strom nach Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EnergieStRL zwingend von der Steuer zu befreien. Wie der EuGH zur Besteuerung von Flugbenzin entschieden hat, soll die obligatorische Steuerbefreiung des Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EnergieStRL die Verwendung von Kraftstoff in der kommerziellen Luftfahrt f&ouml;rdern, w&auml;hrend Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;j EnergieStRL speziell bestimmte gewerbliche T&auml;tigkeiten von Flugzeugherstellern und Flugwerften f&ouml;rdern soll, von denen keine unter die gew&ouml;hnlichen T&auml;tigkeiten der im Luftfahrtgewerbe t&auml;tigen Unternehmen f&auml;llt (EuGH-Urteil Systeme Helmholz GmbH vom 1.&nbsp;Dezember 2011 C-79\/10, EU:C:2011:797, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2012, 20 Rz&nbsp;37). Diese Entscheidung l&auml;sst sich auf die gewerbliche Schifffahrt &uuml;bertragen. Die aus Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;e der Richtlinie 92\/81\/EWG des Rates vom 19.&nbsp;Oktober 1992 zur Harmonisierung der Struktur der Verbrauchsteuern auf Mineral&ouml;le (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L 316\/12) nahezu w&ouml;rtlich &uuml;bernommene Regelung des Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;j EnergieStRL kann nur auf solche Unternehmen Anwendung finden, die sich mit der Herstellung, Entwicklung, Erprobung und Wartung von Wasserfahrzeugen befassen und damit T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben, die nicht mit der eigentlichen Schifffahrt zusammenh&auml;ngen (Jatzke, Europ&auml;isches Verbrauchsteuerrecht, Rz&nbsp;F&nbsp;81). Aus der f&uuml;r Werften getroffenen Sonderregelung, die sich nur auf Kraftstoffe bezieht, l&auml;sst sich schlie&szlig;en, dass der Richtliniengeber eine Beg&uuml;nstigung des von Werften oder im Zusammenhang mit Werftaufenthalten verwendeten Stroms in der EnergieStRL selbst oder in Durchf&uuml;hrungsbeschl&uuml;ssen zur Erteilung von auf Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 EnergieStRL gest&uuml;tzten Erm&auml;chtigungen einer ausdr&uuml;cklichen Regelung zugef&uuml;hrt h&auml;tte. Deshalb liegt es nahe, dass der zur Entscheidung berufene Rat den von der Kommission 2011 unterbreiteten Vorschlag zur Erm&auml;chtigung Deutschlands zur steuerlichen Beg&uuml;nstigung landseitiger Elektrizit&auml;t, in dem Werften keine Erw&auml;hnung finden, nur in dem Sinne verstehen konnte, dass ausschlie&szlig;lich Schiffe an ihren Liegepl&auml;tzen in H&auml;fen, nicht jedoch Schiffe w&auml;hrend ihres Aufenthalts in Werften beg&uuml;nstigt werden sollten. Dabei konnte er aufgrund der von der Kommission angef&uuml;hrten Gr&uuml;nde von der Annahme ausgehen, dass der ihm unterbreitete Vorschlag nur die Schifffahrt betraf und dass in Werften gewartete und reparierte Schiffe w&auml;hrend ihres Werftaufenthalts in der Regel keine T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben oder aus&uuml;ben k&ouml;nnen, die unmittelbar mit der Schifffahrt zusammenh&auml;ngen. F&uuml;r in einem Trockendock befindliche Schiffe liegt dies auf der Hand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. F&uuml;r eine restriktive Auslegung der Deutschland erteilten Erm&auml;chtigung und des in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG normierten Beg&uuml;nstigungstatbestands und f&uuml;r einen Ausschluss von Werftaufenthalten sprechen auch Praktikabilit&auml;tsgr&uuml;nde und Gr&uuml;nde der Steueraufsicht. Die steuerliche Erfassung und die Zuordnung des landseitig gelieferten Stroms zu bestimmten Versorgungseinrichtungen oder zu bestimmten T&auml;tigkeiten an Bord eines in einer Werft befindlichen Schiffs k&ouml;nnte n&auml;mlich Schwierigkeiten bzw. Abgrenzungsprobleme aufwerfen, denn es m&uuml;sste ausgeschlossen werden, dass dieser Strom nicht f&uuml;r Zwecke der von der Werft durchzuf&uuml;hrenden Wartungs- und Reparaturarbeiten verwendet wird. Zudem hat das FG unter Hinweis auf die Ansicht von M&ouml;hlenkamp in M&ouml;hlenkamp\/Milewski (EnergieStG\/StromStG, &sect;&nbsp;9 StromStG Rz&nbsp;38) zu Recht die Frage aufgeworfen, ob eine Steuerentlastung in den F&auml;llen zu versagen w&auml;re, in denen nicht zuverl&auml;ssig festgestellt werden kann, ob der landseitige Strom auch f&uuml;r weitere Zwecke, z.B. f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Umbau- oder Wartungsarbeiten, genutzt worden ist und sich der Stromverbrauch damit als ein solcher herausstellt, der typischerweise nicht von den Hilfsmotoren bzw. Generatoren der Schiffe gedeckt werden k&ouml;nnte. Diese Probleme machen die Intention des Gesetzgebers verst&auml;ndlich, die unionsrechtliche Erm&auml;chtigung und die auf ihr beruhende nationale Regelung auf die landseitige Stromversorgung in H&auml;fen &#8211;unter Ausschluss von Werften&#8211; zu begrenzen, worauf auch die in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG verwendete Formulierung &quot;f&uuml;r die Schifffahrt&quot; hindeutet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Aus der Entstehungsgeschichte des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG und dem Wortlaut der Deutschland nach Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 EnergieStRL erteilten Erm&auml;chtigung ergibt sich die Beschr&auml;nkung der Deutschland zugestandenen Ausnahmeregelung auf Strom, der direkt an Schiffe an ihrem Liegeplatz (Terminal) im Hafen w&auml;hrend eines Zeitraums geliefert wird, in dem das Schiff mit der Schifffahrt unmittelbar zusammenh&auml;ngende T&auml;tigkeiten auszu&uuml;ben in der Lage ist. Nicht erfasst wird daher der &quot;landseitige Strom&quot;, der w&auml;hrend des Aufenthalts des Schiffs in Werften geliefert wird. Aufgrund der dargestellten unionsrechtlichen Vorgaben ist &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG entsprechend auszulegen und anzuwenden, so dass im Streitfall die von der Kl&auml;gerin begehrte Steuerentlastung nicht gew&auml;hrt werden kann, weshalb sich die angefochtenen Verwaltungsentscheidungen als rechtm&auml;&szlig;ig erweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei verkennt der Senat nicht, dass es im Streitfall nicht um die steuerliche Beg&uuml;nstigung des von der Kl&auml;gerin zur Durchf&uuml;hrung der Wartungs- und Reparaturarbeiten verwendeten Stroms, sondern lediglich um den Strom geht, der zur Aufrechterhaltung der bordeigenen Infrastruktur der in der Werft gewarteten bzw. reparierten Schiffe verwendet worden ist, und dass aufgrund der Empfehlung der Kommission 2006\/339\/EG aus umweltpolitischen Gr&uuml;nden eine Ausdehnung der steuerlichen Beg&uuml;nstigung auf Strom sinnvoll w&auml;re, der von Schiffen w&auml;hrend eines Werftaufenthalts verbraucht wird. Allein der damit verbundene umweltdienliche Effekt kann jedoch eine extensive Auslegung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;3 StromStG unter Missachtung der unionsrechtlichen Vorgaben nicht rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2016, VII R 4\/16ECLI:DE:BFH:2016:U.131216.VIIR4.16.0 Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.12.2016 VII R 3\/16 &#8211; Keine Steuerentlastung bei landseitiger Stromversorgung von Wasserfahrzeugen w&auml;hrend der Aufenthalte in einer Werft Tenor Auf die Revision des Hauptzollamts wird das Urteil des Finanzgerichts Hamburg vom 11. September 2015 4 K 56\/14 aufgehoben. Die Klage wird abgewiesen. 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