{"id":67148,"date":"2017-04-27T10:02:26","date_gmt":"2017-04-27T08:02:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67148"},"modified":"2017-04-27T10:02:26","modified_gmt":"2017-04-27T08:02:26","slug":"v-r-44-15-unternehmereigenschaft-im-kommunalen-bereich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-44-15-unternehmereigenschaft-im-kommunalen-bereich\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;44\/15 &#8211; Unternehmereigenschaft im kommunalen Bereich"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.12.2016, V R 44\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.151216.VR44.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Unternehmereigenschaft im kommunalen Bereich<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts ist nur dann Unternehmer, wenn sie eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit im Sinne einer nachhaltigen T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 1 UStG aus&uuml;bt, die sich innerhalb ihrer Gesamtbet&auml;tigung heraushebt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Fehlt es hieran, kann sie nicht gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG Organtr&auml;ger sein.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 29. Oktober 2015&nbsp;&nbsp;6 K 1104\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das S&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine Gemeinde, ist Alleingesellschafterin der K-GmbH, die ihrerseits Alleingesellschafterin der A-GmbH ist. Die Kl&auml;gerin errichtete im Zeitraum 2001 bis 2008 ein Sportzentrum in drei Bauabschnitten, bestehend aus einer Dreifeldturnhalle, einem Verbindungsbau und einem Freizeitbad. Mit &quot;Vorvertrag&quot; vom 20.&nbsp;Dezember 2007 vermietete die Kl&auml;gerin die Dreifeldturnhalle mit Gastronomiekomplex und Inventar an die A-GmbH mit Wirkung ab 1.&nbsp;Januar 2008 zu einem monatlichen Mietzins von 900&nbsp;EUR. Die Kl&auml;gerin verpflichtete sich, den beim Betrieb des Sportzentrums entstehenden handelsrechtlichen Verlust auszugleichen. Mit Vertrag vom 28.&nbsp;Oktober 2008 &uuml;bertrug die Kl&auml;gerin r&uuml;ckwirkend zum 1.&nbsp;Januar 2008 den Betrieb des Sportzentrums auf die A-GmbH, die sich verpflichtete, das Sportzentrum im eigenen Namen und auf eigene Rechnung zu betreiben. F&uuml;r die Festsetzung der Eintrittspreise bedurfte es der Zustimmung durch den Stadtrat der Kl&auml;gerin. Die Kl&auml;gerin verpflichtete sich wiederum zum Ausgleich der handelsrechtlichen Verluste. Der voraussichtliche Verlust f&uuml;r 2008 sollte sich auf 350.400&nbsp;EUR belaufen. Bei dem Verlustausgleich sollte es sich um einen nicht r&uuml;ckzahlbaren Zuschuss handeln. Nach Fertigstellung des Sportbades &uuml;bertrug die Kl&auml;gerin auch diesen Betriebsteil auf die A-GmbH. Nach dem Erg&auml;nzungsvertrag vom 30.&nbsp;Juni 2009 belief sich das Nutzungsentgelt unter Ber&uuml;cksichtigung von beweglichem Anlageverm&ouml;gen ab 1.&nbsp;Dezember 2008 auf monatlich 5.974,50&nbsp;EUR. Aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen leistete die Kl&auml;gerin Verlustausgleichszahlungen in H&ouml;he von 350.400&nbsp;EUR (2008), 663.582,69&nbsp;EUR (2009) und 639.084,95&nbsp;EUR (2010).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Errichtung des Sportzentrums machte die Kl&auml;gerin f&uuml;r die Jahre 2006 bis 2010 einen Vorsteuerabzug von insgesamt ca. 1,8&nbsp;Mio.&nbsp;EUR geltend. Die Mieten behandelte sie als Entgelt f&uuml;r umsatzsteuerpflichtige Leistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit den &Auml;nderungsbescheiden vom 1. und vom 5.&nbsp;Oktober 2012 hob der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die f&uuml;r die Kl&auml;gerin ergangenen Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 2006 bis 2010 auf, da diese keinen Betrieb gewerblicher Art unterhalten habe. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Nach dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 940 ver&ouml;ffentlichten Urteil ist die Kl&auml;gerin aus den Errichtungskosten f&uuml;r das Sportzentrum zum Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) berechtigt. Die Kl&auml;gerin habe mit der Verpachtung des Sportzentrums einen Betrieb gewerblicher Art unterhalten. Dem stehe der Verlustausgleich nicht entgegen, da er weder zu einem Entfallen der Einnahmeerzielungsabsicht noch zu einer Unentgeltlichkeit gef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit seiner Revision. Die Kl&auml;gerin habe nur geringe Pachteinnahmen von 15.874&nbsp;EUR (2008), 71.694&nbsp;EUR (2009) und 71.684&nbsp;EUR (2010) vereinnahmt. Verlustausgleich und Pachtzahlungen seien miteinander zu saldieren, da es auf eine wirtschaftliche Betrachtungsweise ankomme. Kl&auml;gerin und A-GmbH seien auch nahestehende Personen. F&uuml;r die umsatzsteuerrechtliche Unternehmereigenschaft sei unter Ber&uuml;cksichtigung von Art.&nbsp;9 der Richtlinie 2006\/112\/EG &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem vom 28.&nbsp;November 2006 &#8211;MwStSystRL&#8211; (zuvor: Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 und 2 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8211; Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage 77\/388\/EWG &#8211;Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211;) eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit erforderlich. Diese Bestimmung sei nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) auch bei der Auslegung des nationalen Rechts zu beachten. Das Urteil des FG stehe auch im Widerspruch zur Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH). F&uuml;r die Unternehmereigenschaft reiche danach eine T&auml;tigkeit auf privatrechtlicher Grundlage nicht aus. Vielmehr komme es auch auf die allgemeine Unternehmerdefinition an. Die Verpachtung des Sportkomplexes stelle eine nichtsteuerbare Beistellung dar und begr&uuml;nde keine Unternehmereigenschaft der Kl&auml;gerin. Auch bei Vorliegen eines Betriebs gewerblicher Art sei der allgemeine Unternehmerbegriff zu beachten. Eine Organschaft komme schon deshalb nicht in Betracht, weil die Kl&auml;gerin in keiner Weise unternehmerisch t&auml;tig sei. Ein Entgelt von dritter Seite k&ouml;nne nicht vorliegen, da die Stadt auf eine an sich erbrachte Leistung zahle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der vom FA geforderten wirtschaftlichen Betrachtungsweise sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Kosten des B&auml;derbetriebs nicht durch die Eintrittsgelder gedeckt werden konnten. Ein wirtschaftlich unabh&auml;ngiger P&auml;chter w&uuml;rde auf Dauer keine Verluste erwirtschaften. Die A-GmbH k&ouml;nne die Eintrittspreise aber nicht anheben, da diese ihr von der Kl&auml;gerin vorgegeben werden. Kl&auml;gerin und A-GmbH handelten hinsichtlich des Betriebs des Sportkomplexes nicht wie wirtschaftlich orientierte Marktteilnehmer. Die Verlustausgleichszahlungen seien als Entgelt von dritter Seite zu behandeln. Die Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage komme bei Leistungen an zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmer wie die A-GmbH nicht in Betracht. Eine unentgeltliche &Uuml;berlassung im Rahmen einer Beistellung liege nicht vor. Die Rechtsauffassung des FA f&uuml;hre dazu, dass die Kl&auml;gerin als Betreiber des Sportkomplexes anzusehen sei. Durch die Versagung des Vorsteuerabzugs f&uuml;r den Betrieb eines Schwimmbades werde die &ouml;ffentliche Hand im Vergleich zu privaten Unternehmern benachteiligt. Die A-GmbH sei auch nicht als Gesch&auml;ftsbesorger t&auml;tig. Sie sei zudem unternehmerisch t&auml;tig, da eine Betriebsaufspaltung und damit ein Betrieb gewerblicher Art vorliege. Sie sei zumindest organschaftlich nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG mit der A-GmbH verbunden. Es komme auch in Betracht, ihre Zahlungen an die GmbH als Drittentgelt anzusehen. Die Verlust&uuml;bernahme sei aus Gr&uuml;nden der Daseinsvorsorge, nicht aber aus nichtunternehmerischen Gr&uuml;nden erfolgt. Damit handele es sich um ein Auff&uuml;llungsentgelt. Ohne Verlust&uuml;bernahme habe der GmbH &Uuml;berschuldung gedroht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Streitfall die Unternehmereigenschaft der Kl&auml;gerin zu Unrecht bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts ist bei richtlinienkonformer Auslegung von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) entsprechend Art.&nbsp;13 MwStSystRL nur dann Unternehmer, wenn sie eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit im Sinne einer nachhaltigen T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG aus&uuml;bt, die sich innerhalb ihrer Gesamtbet&auml;tigung heraushebt (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 13.&nbsp;Februar 2014 V&nbsp;R&nbsp;5\/13, BFHE 245, 92, unter II.1.a unter Bezugnahme auf die BFH-Urteile vom 10.&nbsp;November 2011 V&nbsp;R&nbsp;41\/10, BFHE 235, 554, und vom 1.&nbsp;Dezember 2011 V&nbsp;R&nbsp;1\/11, BFHE 236, 235).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. An der f&uuml;r die Unternehmereigenschaft einer juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts erforderlichen Grundvoraussetzung der wirtschaftlichen (unternehmerischen) T&auml;tigkeit fehlt es nach dem EuGH-Urteil Gemeente Borsele vom 12.&nbsp;Mai 2016 C-520\/14 (EU:C:2016:334), wenn eine Gemeinde &uuml;ber die von ihr vereinnahmten Beitr&auml;ge nur einen kleinen Teil ihrer Kosten deckt. Werden die Kosten nur zu 3&nbsp;% aus Einnahmen und im &Uuml;brigen mit &ouml;ffentlichen Mitteln finanziert, deutet diese Asymmetrie zwischen den Betriebskosten und den als Gegenleistung erhaltenen Betr&auml;gen darauf hin, dass kein Leistungsentgelt und auch keine wirtschaftliche T&auml;tigkeit vorliegen (EuGH-Urteil Gemeente Borsele, EU:C:2016:334, Rz&nbsp;33&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist das FG rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin als Unternehmerin zum Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 UStG berechtigt ist. Das Urteil des FG ist materiell-rechtlich mit den bei der Auslegung des nationalen Rechts zu ber&uuml;cksichtigenden Vorgaben des EuGH, die das FG teilweise nicht ber&uuml;cksichtigen konnte, unvereinbar. Es kommt dabei entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht darauf an, ob eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts im Rahmen einer gesetzlichen Pflichtaufgabe oder &quot;freiwillig&quot; t&auml;tig ist. Das Urteil des FG ist daher aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin demgegen&uuml;ber auf das Vorliegen eines Betriebs gewerblicher Art im Sinne des K&ouml;rperschaftsrechts abstellt, l&auml;sst sie au&szlig;er Betracht, dass der erkennende Senat in st&auml;ndiger Rechtsprechung &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 KStG richtlinienkonform entsprechend Art.&nbsp;13 MwStSystRL auslegt (s. oben II.1.) und zudem entsprechend der &uuml;bereinstimmenden Systematik von nationalem Recht und Unionsrecht vor Anwendung dieser Vorschriften zun&auml;chst der Grundtatbestand des Unternehmerbegriffs in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG erf&uuml;llt sein muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In einem zweiten Rechtsgang wird zu pr&uuml;fen sein, ob entsprechend dem EuGH-Urteil Gemeente Borsele (EU:C:2016:334) von einer Asymmetrie zwischen den Pachteinnahmen und den Kosten, f&uuml;r die die Gemeinde den Vorsteuerabzug geltend macht, auszugehen ist. Hierf&uuml;r k&ouml;nnte auch sprechen, dass die Kl&auml;gerin selbst vortr&auml;gt, dass sie und die A-GmbH nicht wie wirtschaftlich orientierte Marktteilnehmer handelten. Insoweit sind insbesondere Feststellungen zu den einzelnen Kosten zu treffen, die bei der Kl&auml;gerin f&uuml;r unbewegliches und bewegliches Anlageverm&ouml;gen angefallen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vor allem wird das FG zu pr&uuml;fen haben, ob Pacht und Verlustausgleich, die auf einer einheitlichen vertraglichen Grundlage beruhen, nicht entsprechend dem Vorbringen des FA miteinander zu saldieren sind. Dann scheitert die Annahme einer Unternehmereigenschaft der Kl&auml;gerin bereits daran, dass der Nutzungs&uuml;berlassung an die A-GmbH keinerlei Entgelt gegen&uuml;bersteht, so dass von einer unentgeltlichen &Uuml;berlassung an die A-GmbH auszugehen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei k&ouml;nnte auch von einer Beistellung der Kl&auml;gerin (vgl. hierzu z.B. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;April 2010 V&nbsp;R&nbsp;10\/08, BFHE 229, 406, BStBl II 2010, 879, unter II.2.b&nbsp;bb) zu einer von der A-GmbH bezogenen Leistung auszugehen sein, wenn die A-GmbH Betriebsf&uuml;hrungsleistungen an die Kl&auml;gerin erbracht h&auml;tte (zur Betriebsf&uuml;hrung f&uuml;r juristische Personen des &ouml;ffentlichen Rechts BFH-Urteil vom 19.&nbsp;November 2009 V&nbsp;R&nbsp;29\/08, BFH\/NV 2010, 701). Derartige Beistellungen begr&uuml;nden keine unternehmerische T&auml;tigkeit des Beistellenden (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;August 2009 V&nbsp;R&nbsp;30\/06, BFHE 226, 465, BStBl II 2010, 863, unter II.2.c&nbsp;cc&nbsp;(2), so dass die Kl&auml;gerin nur steuerpflichtige Leistungen bezogen, solche aber nicht selbst erbracht h&auml;tte. Die Zahlung von Nutzungsentgelten durch die A-GmbH an die Kl&auml;gerin w&auml;re dann ein blo&szlig;er Verrechnungsposten f&uuml;r die Leistungen der A-GmbH an die Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Vorsorglich weist der Senat zudem darauf hin, dass die Kl&auml;gerin auf der Grundlage des &uuml;bereinstimmenden Beteiligtenvortrags in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Senat mangels eigener Unternehmerstellung nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG Organtr&auml;gerin der A-GmbH sein kann (vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Oktober 2016 XI&nbsp;R&nbsp;30\/14, Leitsatz&nbsp;2, juris; BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Oktober 2002 V&nbsp;R&nbsp;64\/99, BFHE 200, 119, BStBl II 2003, 375, unter II.2., und vom 2.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;67\/14, BFHE 251, 547, unter II.3.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.12.2016, V R 44\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.151216.VR44.15.0 Unternehmereigenschaft im kommunalen Bereich Leits&auml;tze 1. Eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts ist nur dann Unternehmer, wenn sie eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit im Sinne einer nachhaltigen T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 1 UStG aus&uuml;bt, die sich innerhalb ihrer Gesamtbet&auml;tigung heraushebt. 2. 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