{"id":67153,"date":"2017-04-27T10:00:14","date_gmt":"2017-04-27T08:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67153"},"modified":"2017-04-27T10:00:14","modified_gmt":"2017-04-27T08:00:14","slug":"vi-r-39-15-regelmaessige-arbeitsstaette-eines-beamten-der-wasserschutzpolizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-39-15-regelmaessige-arbeitsstaette-eines-beamten-der-wasserschutzpolizei\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;39\/15 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte eines Beamten der Wasserschutzpolizei"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.11.2016, VI R 39\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.291116.VIR39.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte eines Beamten der Wasserschutzpolizei<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 17. Juni 2015&nbsp;&nbsp;4 K 192\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Ehegatten, die f&uuml;r das Streitjahr (2011) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt wurden. Der Kl&auml;ger erzielte als Beamter der Wasserschutzpolizei Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war in den X-H&auml;fen als Gefahrgutkontrolleur im See- und Landverkehr eingesetzt. Die Inspektion der Wasserschutzpolizei, die der Kl&auml;ger arbeitst&auml;glich von seiner Wohnung aus anfuhr, befand sich in den X-H&auml;fen. Den &uuml;berwiegenden Teil seiner Kontrollt&auml;tigkeit verrichtete der Kl&auml;ger im Au&szlig;endienst auf einem Fahrzeug. Der Au&szlig;endienst betrug im Regelfall sechs bis sieben Stunden t&auml;glich. Der Kl&auml;ger nahm die Gefahrgutkontrollen an den jeweiligen Schiffsliegepl&auml;tzen vor. Dort erledigte er auch verschiedene Verwaltungst&auml;tigkeiten, z.B. die Anordnung von Sicherheitsleistungen und Auslaufverboten, die Ausstellung von Bescheinigungen &uuml;ber Gefahrgutkontrollen, die Anordnung von Ma&szlig;nahmen zur Gefahrbeseitigung, die &Uuml;berwachung der Durchf&uuml;hrung entsprechender Ma&szlig;nahmen und die Erhebung von Verwarnungsgeldern. In der Inspektion der Wasserschutzpolizei plante der Kl&auml;ger die anstehenden Gefahrgutkontrollen, bearbeitete umfangreiche Anzeigen und erfasste zur Schicht&uuml;bergabe schriftlich die Kontrollergebnisse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger Aufwendungen f&uuml;r die Fahrten zwischen seiner Wohnung und der Inspektion der Wasserschutzpolizei nach Dienstreisegrunds&auml;tzen geltend (223&nbsp;Tage x 26&nbsp;km x 0,30&nbsp;EUR\/km =&nbsp;1.739,40&nbsp;EUR). Au&szlig;erdem begehrte er f&uuml;r 223&nbsp;Arbeitstage den Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen in H&ouml;he von 6&nbsp;EUR pro Tag, insgesamt 1.388&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Aufwendungen f&uuml;r die Fahrten zwischen Wohnung und Wasserschutzpolizei-Inspektion nur in H&ouml;he der Entfernungspauschale. Die geltend gemachten Verpflegungsmehrauf-wendungen erkannte das FA nicht an. Das Vorverfahren verlief im Streitpunkt erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 1687 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden hingegen statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 17.&nbsp;Juni 2015&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;192\/14 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen<br \/>(&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Entscheidung des FG, dass die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Fahrten von seiner Wohnung zu der Inspektion der Wasserschutzpolizei in tats&auml;chlicher H&ouml;he sowie die geltend gemachten Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu ber&uuml;cksichtigen sind, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind Erwerbsaufwendungen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he des daf&uuml;r tats&auml;chlich entstandenen Aufwands als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Erwerbsaufwendungen sind grunds&auml;tzlich auch die Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte. Allerdings sind die Aufwendungen daf&uuml;r nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung nur begrenzt nach Ma&szlig;gabe einer Entfernungspauschale als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Mehraufwendungen f&uuml;r die Verpflegung des Steuerpflichtigen sind nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG grunds&auml;tzlich nicht als Werbungskosten abziehbar. Wird der Steuerpflichtige jedoch vor&uuml;bergehend von seiner Wohnung und dem Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit entfernt beruflich t&auml;tig, so ist nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift f&uuml;r jeden Kalendertag, an dem der Steuerpflichtige wegen dieser vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit von seiner Wohnung und seinem T&auml;tigkeitsmittelpunkt &uuml;ber eine bestimmte Dauer abwesend ist, ein nach dieser Dauer gestaffelter Pauschbetrag abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. T&auml;tigkeitsmittelpunkt i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG und (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG ist die dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nachhaltig, fortdauernd und immer wieder aufsucht. Das ist regelm&auml;&szlig;ig der Betrieb, Zweigbetrieb oder eine Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers (Senatsurteil vom 26.&nbsp;Februar 2014 VI&nbsp;R&nbsp;68\/12, BFH\/NV 2014, 1029, und Senatsbeschluss vom 9.&nbsp;November 2015 VI&nbsp;R&nbsp;8\/15, BFH\/NV 2016, 196, jeweils m.w.N.; Schmidt\/Loschelder, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;186, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte ist allerdings nicht jeder beliebige T&auml;tigkeitsort, sondern der Ort, an dem der Arbeitnehmer typischerweise seine Arbeitsleistung im Schwerpunkt zu erbringen hat. Insoweit ist entscheidend, wo sich der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen T&auml;tigkeit eines Arbeitnehmers befindet. Dort liegt die eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte, die ein Arbeitnehmer nur haben kann. Dieser Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit bestimmt sich nach den qualitativen Merkmalen der Arbeitsleistung, die der Arbeitnehmer an dieser Arbeitsst&auml;tte im Einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat, sowie nach dem konkreten Gewicht dieser dort verrichteten T&auml;tigkeit (Senatsurteile vom 19.&nbsp;Januar 2012 VI&nbsp;R&nbsp;36\/11, BFHE 236, 353, BStBl II 2012, 503, und VI&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFH\/NV 2012, 936, sowie vom 9.&nbsp;Juni 2011 VI&nbsp;R&nbsp;55\/10, BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38; VI&nbsp;R&nbsp;36\/10, BFHE 234, 160, BStBl II 2012, 36, und VI&nbsp;R&nbsp;58\/09, BFHE 234, 155, BStBl II 2012, 34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Senatsrechtsprechung kommt auch ein gr&ouml;&szlig;eres, r&auml;umlich geschlossenes Gebiet als regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG (und damit beim Verpflegungsmehraufwand als T&auml;tigkeitsmittelpunkt i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 EStG) in Betracht, wenn es sich um ein zusammenh&auml;ngendes Gel&auml;nde des Arbeitgebers handelt, auf dem der Arbeitnehmer auf Dauer und mit einer gewissen Nachhaltigkeit t&auml;tig wird (Senatsurteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2015 VI&nbsp;R&nbsp;87\/13, BFH\/NV 2015, 1084, m.w.N.). Unter diesen Voraussetzungen kann z.B. auch ein Werksgel&auml;nde eine gro&szlig;r&auml;umige (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte bzw. einen T&auml;tigkeitsmittelpunkt darstellen (Senatsurteile vom 18.&nbsp;Juni 2009 VI&nbsp;R&nbsp;61\/06, BFHE 226, 59, BStBl II 2010, 564, bez&uuml;glich des Gewinnungsreviers eines Kaliwerks, und in BFH\/NV 2015, 1084, bez&uuml;glich eines firmeneigenen Schienennetzes; s.a. Schmidt\/Loschelder, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;187, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Vorentscheidung entspricht diesen Rechtsgrunds&auml;tzen. Nach dem vom FG &#8211;f&uuml;r den Senat bindend (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO)&#8211; festgestellten Sachverhalt befand sich der qualitative Schwerpunkt der vom Kl&auml;ger ausge&uuml;bten Berufst&auml;tigkeit als Gefahrgutkontrolleur bei der Wasserschutzpolizei nicht in der Polizeiinspektion. Der Kl&auml;ger war vielmehr schwerpunktm&auml;&szlig;ig an den jeweiligen Schiffsliegepl&auml;tzen t&auml;tig. Dort nahm er die Kontrollen der Schiffe vor und &uuml;berwachte die Einhaltung der Gefahrguttransportbestimmungen. Die berufliche T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers an den Schiffsliegepl&auml;tzen beinhaltete auch verschiedene Verwaltungst&auml;tigkeiten, die mit den Gefahrgutkontrollen zusammenhingen, wie z.B. die Erteilung von Durchsuchungsbescheinigungen, die Verh&auml;ngung von Sanktionen bei festgestellten Verst&ouml;&szlig;en, die Anordnung von Ma&szlig;nahmen zur Beseitigung von Gefahren und die &Uuml;berwachung der Durchf&uuml;hrung entsprechender Ma&szlig;nahmen zur Gefahrenabwehr. Demgegen&uuml;ber beschr&auml;nkte sich die in der Inspektion der Wasserschutzpolizei ausge&uuml;bte Berufst&auml;tigkeit des Kl&auml;gers im Wesentlichen auf die Vorplanung der jeweiligen Kontrollen, Schicht&uuml;bergaben und die Bearbeitung umfangreicher Anzeigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Einsatzgebiet des Kl&auml;gers in den X-H&auml;fen stellte &#8211;entgegen der Ansicht des FA&#8211; auch keine gro&szlig;r&auml;umige (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte dar. Denn bei den Hafengebieten handelte es sich nach den Feststellungen des FG nicht um eine dauerhafte, betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers des Kl&auml;gers. Solches behauptet das FA auch selbst nicht. Der Umstand, dass sich im Hafengebiet mit der Inspektion der Wasserschutzpolizei eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers befand, reicht &#8211;entgegen der Ansicht des FA&#8211; bei dieser Sachlage nicht aus, um das Hafengebiet selbst als eine gro&szlig;r&auml;umige regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Kl&auml;ger begr&uuml;ndete in der Wasserschutzpolizei-Inspektion auch nicht deshalb eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte, weil er diese betriebliche Einrichtung seines Arbeitgebers nachhaltig (arbeitst&auml;glich) aufsuchte. Zwar war es dem Kl&auml;ger im vorliegenden Fall m&ouml;glich, sich auf die Wegekosten einzustellen und auf deren Minderung hinzuwirken. Dies vermag den Streitfall aber nicht aus dem Regeltypus einer &quot;Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit&quot; (Leistungsort au&szlig;erhalb des Betriebs oder der Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers) herauszul&ouml;sen. Die Vorhersehbarkeit wechselnder T&auml;tigkeitsst&auml;tten und die M&ouml;glichkeit, Wegekosten zu mindern, sind keine Tatbestandsmerkmale der in &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG geregelten Entfernungspauschale. Der Umstand, dass sich der Arbeitnehmer in unterschiedlicher Weise auf die immer gleichen Wege einstellen und so auf eine Minderung der Wegekosten etwa durch die Bildung von Fahrgemeinschaften, die Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel und gegebenenfalls sogar durch eine entsprechende Wohnsitznahme hinwirken kann, beschreibt lediglich generalisierend und typisierend den Regelfall, nach dem sich die Regelung des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip erweist (Senatsurteil vom 17.&nbsp;Juni 2010 VI&nbsp;R&nbsp;35\/08, BFHE 230, 147, BStBl II 2010, 852, m.w.N.). Individuelle Zuf&auml;lligkeiten und Besonderheiten in der tats&auml;chlichen Ausgestaltung eines Arbeitsverh&auml;ltnisses bleiben hierbei unber&uuml;cksichtigt (Senatsurteile vom 6.&nbsp;November 2014 VI&nbsp;R&nbsp;21\/14, BFHE 247, 427, BStBl II 2015, 338, und vom 15.&nbsp;Mai 2013 VI&nbsp;R&nbsp;18\/12, BFHE 241, 374, BStBl II 2013, 838, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.11.2016, VI R 39\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.291116.VIR39.15.0 Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte eines Beamten der Wasserschutzpolizei Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 17. Juni 2015&nbsp;&nbsp;4 K 192\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Ehegatten, die f&uuml;r &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-39-15-regelmaessige-arbeitsstaette-eines-beamten-der-wasserschutzpolizei\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;39\/15 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte eines Beamten der Wasserschutzpolizei<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67153","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67153"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67153\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}