{"id":67155,"date":"2017-04-27T10:00:02","date_gmt":"2017-04-27T08:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67155"},"modified":"2017-04-27T10:00:02","modified_gmt":"2017-04-27T08:00:02","slug":"v-r-1-16-ort-der-lieferung-in-ein-konsignationslager-aufteilung-einer-gegenleistung-in-entgelt-und-umsatzsteuer-aenderung-einer-zinsfestsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-1-16-ort-der-lieferung-in-ein-konsignationslager-aufteilung-einer-gegenleistung-in-entgelt-und-umsatzsteuer-aenderung-einer-zinsfestsetzung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;1\/16 &#8211; Ort der Lieferung in ein Konsignationslager &#8211; Aufteilung einer Gegenleistung in Entgelt und Umsatzsteuer &#8211; &Auml;nderung einer Zinsfestsetzung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.11.2016, V R 1\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.161116.VR1.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ort der Lieferung in ein Konsignationslager &#8211; Aufteilung einer Gegenleistung in Entgelt und Umsatzsteuer &#8211; &Auml;nderung einer Zinsfestsetzung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. F&uuml;r die Lieferortbestimmung nach &sect; 3 Abs. 6 UStG muss der Abnehmer bereits bei Beginn der Versendung feststehen. Eine Versendungslieferung kann dann auch vorliegen, wenn der Liefergegenstand nach dem Beginn der Versendung f&uuml;r kurze Zeit in einem Auslieferungslager gelagert wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Vereinbaren die an einem Leistungsaustausch Beteiligten rechtsirrt&uuml;mlich die Gegenleistung ohne Umsatzsteuer, ist der vereinbarte Betrag in Entgelt und darauf entfallende Umsatzsteuer aufzuteilen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin werden das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 6. November 2015&nbsp;&nbsp;1 K 1983\/13 U, die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 13. Mai 2013, die Umsatzsteuerbescheide 2005 bis 2010 vom 6. Januar 2012 sowie die jeweils dazu ergangenen Zinsbescheide 2005 bis 2009 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Umsatzsteuer wird unter Ab&auml;nderung der Umsatzsteuerbescheide 2005 bis 2010 des Beklagten vom 6. Januar 2012 auf den Betrag festgesetzt, der sich ergibt, wenn die von der Beigeladenen gezahlten Betr&auml;ge in die (Netto )Bemessungsgrundlage und die Umsatzsteuer aufgeteilt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Zinsfestsetzungen werden unter &Auml;nderung der Bescheide 2005 bis 2009 vom 6. Januar 2012 insoweit herabgesetzt, als Zinsen nur auf die herabgesetzte Umsatzsteuer erhoben werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Berechnung der Steuer und der Zinsen wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;gerin zu 4\/5 und der Beklagte zu 1\/5 zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob &uuml;ber ein sog. Konsignationslager ausgef&uuml;hrte Lieferungen der in den Niederlanden ans&auml;ssigen Kl&auml;gerin, Revisionskl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin) an die im Inland ans&auml;ssige Beigeladene in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) steuerbar und steuerpflichtig sind oder in den Niederlanden steuerbare, aber steuerbefreite innergemeinschaftliche Lieferungen darstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist eine Kapitalgesellschaft niederl&auml;ndischen Rechts (B.V.) mit Sitz in den Niederlanden. Gegenstand ihres Unternehmens ist der Entwurf, die Herstellung und der Vertrieb von Computern, der Handel mit Computern, elektronischen Produkten, Zubeh&ouml;r und Peripherieger&auml;ten sowie die Erteilung von Dienstleistungen in diesem Zusammenhang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist Gesch&auml;ftspartnerin der Beigeladenen, einer Gro&szlig;h&auml;ndlerin der Informations- und Kommunikationstechnologie mit Sitz in Deutschland. In den Streitjahren (2005 bis 2010) lieferte die Kl&auml;gerin Waren (Bildschirme) an die Beigeladene. Die Waren wurden dabei von der Kl&auml;gerin aus den Niederlanden in ein auf dem Betriebsgel&auml;nde der Beigeladenen befindliches Konsignationslager verbracht. Grundlage war ein zwischen der Kl&auml;gerin und der Beigeladenen getroffenes &quot;Consignment Distribution Agreement&quot; (CDA) vom 14.&nbsp;April 2003. Die Beigeladene war gem&auml;&szlig; des CDA verpflichtet, den von der Kl&auml;gerin angelieferten Konsignationsbestand in einem gesonderten von ihr betriebenen Lager zu lagern, zu dem allein die Beigeladene Zugang hatte. Die Kl&auml;gerin war nur nach einer angemessenen Vorank&uuml;ndigung berechtigt, das Lager zum Zwecke einer Inventur zu betreten. Die Beigeladene war dazu berechtigt, den Konsignationsbestand im Rahmen des &uuml;blichen Gesch&auml;ftsbetriebs an ihre Kunden zu ver&auml;u&szlig;ern. Die Kl&auml;gerin blieb solange Eigent&uuml;merin des Konsignationsbestandes, bis die Beigeladene der Kl&auml;gerin &#8211;einmal w&ouml;chentlich&#8211; eine Aufstellung des in der Vorwoche an ihre Kunden verkauften Konsignationsbestandes &uuml;bermittelt hatte. Der Verkaufspreis der Kl&auml;gerin an die Beigeladene wurde an dem Tag, an dem die Beigeladene den Konsignationsbestand weiter ver&auml;u&szlig;erte, bestimmt. Der Konsignationsbestand wurde von der Beigeladenen bei der Kl&auml;gerin auf Grundlage der gemeinsam vereinbarten Einlagerungsrichtlinien bestellt. Die Kl&auml;gerin war verpflichtet, den Konsignationsbestand mindestens drei Wochen im Lager zu belassen; nach Ende dieses Zeitraumes war die Beigeladene berechtigt, den gesamten Bestand oder einen Teil davon an die Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzusenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin behandelte die Ver&auml;u&szlig;erungen an die Beigeladene als in Deutschland nicht steuerbar und erkl&auml;rte diese in den Niederlanden als steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen. Damit korrespondierend erkl&auml;rte die Beigeladene innergemeinschaftliche Erwerbe in entsprechender H&ouml;he in Deutschland und zog die darauf entfallende Umsatzsteuer als Vorsteuer ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem folgte der Beklagte, Revisionsbeklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht und behandelte in den ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheiden 2005 bis 2010 vom 6.&nbsp;Januar 2012 die Lieferungen der Kl&auml;gerin an die Beigeladene als steuerbar und steuerpflichtig und setzte Nachzahlungszinsen fest. Der Einspruch war erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte insoweit Erfolg, als das FA die Bemessungsgrundlage der von der Kl&auml;gerin an die Beigeladene ausgef&uuml;hrten Lieferungen nicht um die Umsatzsteuer, die in den vereinnahmten Betr&auml;gen enthalten war, gemindert hatte. Im &Uuml;brigen wies das Finanzgericht (FG) die Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 234 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin sich gesondert gegen die Festsetzung von Nachzahlungszinsen wende, sei die Klage schon mangels fristgem&auml;&szlig; eingelegten Einspruchs unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch im &Uuml;brigen sei die Klage im Wesentlichen unbegr&uuml;ndet, weil die Lieferungen am Ort des streitgegenst&auml;ndlichen Konsignationslagers in Deutschland ausgef&uuml;hrt worden seien. Bei dem Transport der Waren aus den Niederlanden in das deutsche Konsignationslager habe es sich nicht um eine Bef&ouml;rderung oder Versendung an den Abnehmer i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (UStG) gehandelt, sondern um ein in den Niederlanden steuerbares, aber steuerbefreites innergemeinschaftliches Verbringen, das mit einem in Deutschland steuerbaren und steuerpflichtigen und zum Vorsteuerabzug berechtigenden innergemeinschaftlichen Erwerb der Beigeladenen korrespondiere. Erst mit der Ver&auml;u&szlig;erung der in dem Konsignationslager befindlichen Ware durch die Beigeladene an ihre Kunden sei eine zeitgleiche Lieferung der Kl&auml;gerin an die Beigeladene am Ort des Konsignationslagers erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Verbringen von Ware in ein Konsignationslager f&uuml;hre nur dann zu einer am Ort des Beginns der Bef&ouml;rderung oder Versendung erfolgenden Lieferung an den Abnehmer, wenn der Abnehmer die Ware zum Zeitpunkt des Beginns der Bef&ouml;rderung oder Versendung in das Konsignationslager bereits verbindlich bestellt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Klage sei aber im Umfang der in den von der Kl&auml;gerin vereinnahmten Betr&auml;gen enthaltenen Umsatzsteuer stattzugeben, denn Bemessungsgrundlage sei der vereinnahmte Nettopreis abz&uuml;glich der Umsatzsteuer. Denn aufgrund des Irrtums &uuml;ber die Steuerpflicht der Lieferungen sei das vereinbarte Entgelt teilweise uneinbringlich i.S. von &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen haben sowohl die Kl&auml;gerin als auch das FA Revision eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt vor, &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG kn&uuml;pfe zwar an eine konkrete Lieferung an, aus dem Wortlaut, der systematischen Stellung, der Entstehungsgeschichte und dem Zweck der Norm ergebe sich aber, dass es f&uuml;r die Anwendung der Lieferortfiktion nicht auf den Zeitpunkt der Lieferung ankomme; diese k&ouml;nne der Bef&ouml;rderung oder Versendung auch vor- oder nachgelagert sein. F&uuml;r die tatbestandliche Verkn&uuml;pfung der Lieferung mit der Bef&ouml;rderung oder Versendung sei es ausreichend, dass der Gegenstand der Lieferung mit dem Gegenstand der Bef&ouml;rderung oder Versendung identisch sei. Eine zeitliche Verkn&uuml;pfung von Bef&ouml;rderung oder Versendung einerseits und Lieferung andererseits sehe &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG nicht vor. Ob und zu welchem Zeitpunkt eine Lieferung vorliege, sei vielmehr in &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 UStG geregelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das entspreche auch Sinn und Zweck von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG, der darin bestehe, die Umsatzbesteuerung von grenz&uuml;berschreitenden Warenlieferungen zu vereinfachen. Durch die einheitliche Festlegung eines Lieferorts f&uuml;r s&auml;mtliche Bef&ouml;rderungs- und Versendungslieferungen werde es dem Unternehmer erm&ouml;glicht, die umsatzsteuerrechtliche Abwicklung unabh&auml;ngig vom Bestimmungsland in seinem Heimatland vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn man demgegen&uuml;ber von der Notwendigkeit eines im Zeitpunkt der Bef&ouml;rderung oder Versendung bereits ausgef&uuml;hrten Umsatzgesch&auml;ftes ausgehe, sei diese Voraussetzung vorliegend erf&uuml;llt. Denn durch die Konsignationsvereinbarung sei die Beigeladene bef&auml;higt gewesen, wie ein Eigent&uuml;mer frei &uuml;ber die Konsignationsware zu verf&uuml;gen. Die Beigeladene habe die Gefahr des Untergangs oder der Besch&auml;digung der Konsignationsware getragen und folglich mit der Einbringung der Waren in das Konsignationslager Verf&uuml;gungsmacht daran erlangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">unter teilweiser Aufhebung des FG-Urteils die Umsatzsteuerbescheide 2005 bis 2010 vom 6.&nbsp;Januar 2012 und die Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;Mai 2013 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">um &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r 2005,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r 2006,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r 2007,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r 2008,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r 2009 und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r 2010<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">herabgesetzt und die Festsetzung von Nachzahlungszinsen aufgehoben wird;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG sei zu Unrecht von der Uneinbringlichkeit der Umsatzsteuer ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur &Auml;nderung der Zinsbescheide, soweit das FA Zinsen auch auf den Differenzbetrag erhoben hat, der sich bei Berechnung der Umsatzsteuer aufgrund der vom FA angenommenen Bemessungsgrundlage in H&ouml;he der vollen von der Beigeladenen gezahlten Betr&auml;ge und der um die darin enthalte-nen Umsatzsteuer reduzierten Bemessungsgrundlage ergibt (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) &#8211;zu&nbsp;3.&#8211;. Im &Uuml;brigen ist die Revision der Kl&auml;gerin unbegr&uuml;ndet, weil das FG zu Recht entschieden hat, dass die streitigen Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin im Inland der Umsatzsteuer unterliegen (zu&nbsp;1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und wird deshalb zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Im Ergebnis hat das FG zu Recht entschieden, dass die Bemessungsgrundlage durch Herausrechnen der Umsatzsteuer aus den von der Beigeladenen gezahlten Betr&auml;gen festzusetzen ist (zu&nbsp;2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die streitigen Ums&auml;tze der Kl&auml;gerin sind im Inland steuerbar, weil sich der Ort der Lieferungen der Kl&auml;gerin an die Beigeladene nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 UStG und nicht nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG bestimmt. Da das Umsatzsteuerrecht kein Sonderrecht f&uuml;r Konsignationslager kennt, richtet sich die Bestimmung des Leistungsorts nach den allgemeinen Grunds&auml;tzen (B&ouml;ttner, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2010, 299, 302).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird der Gegenstand der Lieferung durch den Lieferer, den Abnehmer oder einen vom Lieferer oder vom Abnehmer beauftragten Dritten bef&ouml;rdert oder versendet, gilt die Lieferung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 UStG dort als ausgef&uuml;hrt, wo die Bef&ouml;rderung oder Versendung an den Abnehmer oder in dessen Auftrag an einen Dritten beginnt. Wird der Gegenstand der Lieferung nicht bef&ouml;rdert oder versendet, wird die Lieferung dort ausgef&uuml;hrt, wo sich der Gegenstand zur Zeit der Verschaffung der Verf&uuml;gungsmacht befindet (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Regelungen beruhen unionsrechtlich auf Art.&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a und Buchst.&nbsp;b der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai&nbsp;1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG; ab 1.&nbsp;Januar 2007 Art.&nbsp;31, 32 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 UStG setzt eine Versendung an den Abnehmer voraus. Dieser muss daher im Zeitpunkt der Versendung feststehen (zur n&auml;heren Begr&uuml;ndung s. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.&nbsp;Oktober 2016 V&nbsp;R&nbsp;31\/15, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung vorgesehen; BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Dezember 2007 V&nbsp;R&nbsp;24\/05, BFHE 219, 476, BStBl II 2009, 490, Rz&nbsp;44; vom 30.&nbsp;Juli 2008 XI&nbsp;R&nbsp;67\/07, BFHE&nbsp;222, 138, BStBl II&nbsp;2009, 552, Rz&nbsp;13; wohl auch BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Februar 2015 XI&nbsp;R&nbsp;15\/14, BFHE 249, 343, Rz&nbsp;56&nbsp;f.; Birkenfeld in Birkenfeld\/W&auml;ger, Das gro&szlig;e Umsatzsteuer-Handbuch&nbsp;I, Rz&nbsp;864; Fl&uuml;ckiger in Schwarz\/Widmann\/Radeisen, UStG, &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Rz&nbsp;48; Hahn in Weym&uuml;ller, UStG, M&uuml;nchen 2015, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;332.1, 341, 342; Heuermann in S&ouml;lch\/Ringleb, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;459, 474; Lippross, Umsatzsteuer, S.&nbsp;188; Michl in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, UStG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;118; Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, UStG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;3430&nbsp;ff.; Schilcher in Hartmann\/Metzenmacher, &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Rz&nbsp;40; ebenso Abschn.&nbsp;1a.2 Abs.&nbsp;6, Abschn.&nbsp;3.1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 sowie Abschn.&nbsp;3.12 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;7 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses; a.A. Fritsch in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, UStG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;604&nbsp;ff.; Rei&szlig; in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, UStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;17&nbsp;ff.; Stadie, Umsatzsteuergesetz, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;124&nbsp;ff.; St&ouml;cker in K&uuml;ffner\/St&ouml;cker\/Zugmaier, UStG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;587&nbsp;ff.; Frye, UR 2013, 889; Hummel, UR 2007, 757).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach diesen Grunds&auml;tzen befand sich der Ort der streitigen Lieferungen am Ort des Konsignationslagers im Inland, weil bei Versendung der Waren der Abnehmer noch nicht feststand. Erst mit der Entnahme der Waren aus dem Konsignationslager war sicher, dass die Beigeladene die Gegenst&auml;nde behalten werde und bereit war, hierf&uuml;r den Kaufpreis zu entrichten. Nach den zwischen der Kl&auml;gerin und der Beigeladenen in dem CDA getroffenen Regelungen wurde ein verbindlicher Kaufvertrag zwischen den Vertragsbeteiligten erst nach der Einlagerung der Waren geschlossen, weil die Beigeladene nicht von vornherein dazu verpflichtet war, die von der Kl&auml;gerin in das Lager verbrachten Waren abzunehmen. Die Beigeladene war auch erst nach der Entnahme der Waren aus dem Konsignationslager zur Zahlung verpflichtet (vgl. hierzu BFH-Urteil in BFHE 219, 476, BStBl II 2009, 490, Rz&nbsp;47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einlagerung in das Konsignationslager der Beigeladenen f&uuml;hrte deshalb nicht lediglich zu einer nur kurzen Unterbrechung der begonnenen Versendung an den bereits feststehenden Abnehmer (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Oktober 2016 V&nbsp;R&nbsp;31\/15; Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union X vom 18.&nbsp;November 2010 C-84\/09, EU:C:2010:693, Rz&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat im Ergebnis auch zu Recht entschieden, dass die von der Kl&auml;gerin zugrunde zu legende Bemessungsgrundlage durch Herausrechnen der Umsatzsteuer aus den von der Beigeladenen gezahlten Betr&auml;gen zu ermitteln ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ist allerdings &#8211;im Gegensatz zu der vom FG vertretenen Auffassung&#8211; nicht auf eine (teilweise) Uneinbringlichkeit des Entgeltes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Denn f&uuml;r Ums&auml;tze, die ein Steuerpflichtiger in seinen Steuererkl&auml;rungen nicht angibt &#8211;auch bei Rechtsirrtum &uuml;ber deren Steuerbarkeit&#8211;, entsteht die Umsatzsteuer ebenso wie bei ordnungsgem&auml;&szlig; erkl&auml;rten Ums&auml;tzen (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Januar 1997 V&nbsp;R&nbsp;28\/95, BFHE 183, 353, BStBl II 1997, 716, Rz&nbsp;24). Auch bei einem Rechtsirrtum &uuml;ber die Steuerbarkeit von Lieferungen und sonstigen Leistungen wird der Umsatz gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG nach dem Entgelt bemessen. Entgelt ist alles, was der Leistungsempf&auml;nger aufwendet, um die Leistung zu erhalten, jedoch abz&uuml;glich der Umsatzsteuer (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG). Das gilt auch, wenn die Beteiligten rechtsirrt&uuml;mlich die Gegenleistung ohne Umsatzsteuer vereinbaren. Der vereinbarte Betrag ist danach in Entgelt und darauf entfallende Umsatzsteuer aufzuteilen (vgl. BFH-Urteile vom 22.&nbsp;April 2015 XI&nbsp;R&nbsp;43\/11, BFHE 249, 315, BStBl II 2015, 755, Rz&nbsp;37; in BFHE 183, 353, BStBl II 1997, 716, unter II.2.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG verletzt aber &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;5 der Abgabenordnung (AO), indem es die Festsetzung von Nachzahlungszinsen best&auml;tigt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Obwohl gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;4 AO die Festsetzung von Zinsen mit der Steuerfestsetzung verbunden werden soll, bleiben Zinsfestsetzung und Steuerfestsetzung eigenst&auml;ndige Bescheide (BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Dezember 2002 IV&nbsp;B&nbsp;13\/02, BStBl II 2003, 737, Rz&nbsp;5). Das FG hat deshalb zu Recht erkannt, dass die Frist (&sect;&nbsp;355 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO) f&uuml;r den gesonderten Einspruch gegen die Zinsfestsetzung im Zeitpunkt der Einlegung des Einspruchs am 22.&nbsp;M&auml;rz 2012 abgelaufen war. Die am 6.&nbsp;Januar 2012 per Post an eine ausl&auml;ndische Anschrift &uuml;bermittelten Zinsbescheide galten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO am 6.&nbsp;Februar 2012 als bekannt gegeben. Die Einspruchsfrist war daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;222 Abs.&nbsp;1 und 2 der Zivilprozessordnung (ZPO), &sect;&sect;&nbsp;187 Abs.&nbsp;1, 188 Abs.&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) am 6.&nbsp;M&auml;rz 2012 (Dienstag) abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat allerdings verkannt, dass Zinsen als steuerliche Nebenleistung grunds&auml;tzlich das Schicksal der ihnen zugrunde liegenden Hauptforderung teilen (Heuermann in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;233a AO Rz&nbsp;66). Aus diesem Grund ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;5 AO die bisherige Zinsfestsetzung zu &auml;ndern, wenn die Steuerfestsetzung aufgehoben, ge&auml;ndert oder nach &sect;&nbsp;129 AO berichtigt wird. Ohne Belang ist, auf welcher Rechtsgrundlage die Aufhebung, &Auml;nderung oder Berichtigung beruht. Erfasst sind deshalb auch &Auml;nderungen und Aufhebungen im Rechtsbehelfsverfahren und im finanzgerichtlichen Verfahren, soweit das Gericht in der Sache selbst entscheidet (Loose in Tipke\/Kruse, &sect;&nbsp;233a AO Rz&nbsp;50, 51). Das FG h&auml;tte deshalb aus seiner Sicht entsprechend der Herabsetzung der Umsatzsteuer auch die Zinsfestsetzung &auml;ndern m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Berechnung der Nachzahlungszinsen auf das FA beruht auf &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, &sect;&nbsp;121 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.11.2016, V R 1\/16ECLI:DE:BFH:2016:U.161116.VR1.16.0 Ort der Lieferung in ein Konsignationslager &#8211; Aufteilung einer Gegenleistung in Entgelt und Umsatzsteuer &#8211; &Auml;nderung einer Zinsfestsetzung Leits&auml;tze 1. F&uuml;r die Lieferortbestimmung nach &sect; 3 Abs. 6 UStG muss der Abnehmer bereits bei Beginn der Versendung feststehen. Eine Versendungslieferung kann dann auch vorliegen, wenn der Liefergegenstand nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-1-16-ort-der-lieferung-in-ein-konsignationslager-aufteilung-einer-gegenleistung-in-entgelt-und-umsatzsteuer-aenderung-einer-zinsfestsetzung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;1\/16 &#8211; Ort der Lieferung in ein Konsignationslager &#8211; Aufteilung einer Gegenleistung in Entgelt und Umsatzsteuer &#8211; &Auml;nderung einer Zinsfestsetzung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67155","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67155","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67155"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67155\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}