{"id":67169,"date":"2017-04-27T09:59:26","date_gmt":"2017-04-27T07:59:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67169"},"modified":"2017-04-27T09:59:26","modified_gmt":"2017-04-27T07:59:26","slug":"i-r-25-15-bilanzierung-von-verbindlichkeiten-bei-rangruecktritt-tilgung-aus-bilanzgewinn-und-liquidationsueberschuss-die-entscheidung-wurde-nachtraeglich-zu-veroeffentlichung-bestimmt-sie-war-seit-dem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-25-15-bilanzierung-von-verbindlichkeiten-bei-rangruecktritt-tilgung-aus-bilanzgewinn-und-liquidationsueberschuss-die-entscheidung-wurde-nachtraeglich-zu-veroeffentlichung-bestimmt-sie-war-seit-dem\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;25\/15 &#8211; Bilanzierung von Verbindlichkeiten bei Rangr&uuml;cktritt: Tilgung aus Bilanzgewinn und Liquidations&uuml;berschuss &#8211; Die Entscheidung wurde nachtr&auml;glich zu Ver&ouml;ffentlichung bestimmt; sie war seit dem 21. Dezember 2016 als NV-Entscheidung abrufbar."},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.8.2016, I R 25\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.100816.IR25.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Bilanzierung von Verbindlichkeiten bei Rangr&uuml;cktritt: Tilgung aus Bilanzgewinn und Liquidations&uuml;berschuss &#8211; Die Entscheidung wurde nachtr&auml;glich zu Ver&ouml;ffentlichung bestimmt; sie war seit dem 21. Dezember 2016 als NV-Entscheidung abrufbar.<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der Senat h&auml;lt daran fest, dass eine Verbindlichkeit, die nach einer im Zeitpunkt der &Uuml;berschuldung getroffenen Rangr&uuml;cktrittsvereinbarung nur aus einem zuk&uuml;nftigen Bilanzgewinn und aus einem etwaigen Liquidations&uuml;berschuss zu tilgen ist, dem Passivierungsverbot des &sect; 5 Abs. 2a EStG unterliegt und der hierdurch ausgel&ouml;ste Wegfallgewinn, sofern er auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis beruht, durch den Ansatz einer Einlage in H&ouml;he des werthaltigen Teils der betroffenen Forderungen zu neutralisieren ist (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 15. April 2015 I R 44\/14, BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>1. Das Verfahren wird, soweit es die K&ouml;rperschaftsteuer 2002 betrifft, eingestellt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Revision wird, soweit sie sich gegen die zu den Streitjahren 2000 und 2001 ergangenen Bescheide (Feststellungen des Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer und des vortragsf&auml;higen Gewerbeverlusts; Gewerbesteuermessbetrag 2001) richtet, als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Im &Uuml;brigen (Verlustfeststellungsbescheide 2002) wird das vorinstanzliche Urteil aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Rechtsstreits &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den auf den Schluss der Streitjahre (2000 bis 2002) erstellten Bilanzen der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), einer GmbH, waren Gesellschafterdarlehen in H&ouml;he von 18.289.275,66&nbsp;DM (2000), 54.377.122,97&nbsp;DM (2001) und 39.051.113,79&nbsp;EUR (2002) passiviert. Die Kapitalr&uuml;cklage belief sich durchg&auml;ngig auf 3.455.718,37&nbsp;DM (=&nbsp;1.766.880,75&nbsp;EUR); dem standen jeweils Verlustvortr&auml;ge und nicht durch das Eigenkapital gedeckte Fehlbetr&auml;ge gegen&uuml;ber, die die R&uuml;cklage um ein Mehrfaches &uuml;bertrafen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Abwendung der Krise der Gesellschaft vereinbarte die Kl&auml;gerin mit ihren Gesellschaftern im Jahr 2002, dass die Gesellschafterforderungen &quot;hinter die Forderungen anderer Gl&auml;ubiger (mit Ausnahme der Mitgesellschafter) zur&uuml;cktreten (und) ihre Befriedigung nur aus einem k&uuml;nftigen Bilanzgewinn oder aus einem etwaigen Liquidations&uuml;berschuss (verlangt werden) kann&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat hierzu im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung die Ansicht, dass die Gesellschafterdarlehen nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2a des Einkommensteuergesetzes (EStG) in den Steuerbilanzen der Streitjahre nicht mehr ausgewiesen werden d&uuml;rfen. Dementsprechend stellte er mit &#8211;nach &sect;&nbsp;164 der Abgabenordnung ge&auml;nderten&#8211; Bescheiden vom 10.&nbsp;Juni 2008 den verbleibenden Verlustabzug zur K&ouml;rperschaftsteuer auf das Ende der Streitjahre in H&ouml;he von 5.438.475&nbsp;DM (2000), 0&nbsp;DM (2001) und 4.359.962&nbsp;EUR (2002) fest. Die K&ouml;rperschaftsteuer 2002 wurde aufgrund der sich nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;3 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) ergebenden Nachsteuer auf 4&nbsp;EUR festgesetzt. Die Feststellungen zum vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust beliefen sich &#8211;nach den gleichfalls am 10.&nbsp;Juni 2008 ergangenen &Auml;nderungsbescheiden&#8211; zum Ende der streitigen Erhebungszeitr&auml;ume auf 6.226.254&nbsp;DM (2000), 0&nbsp;DM (2001) und 3.503.851&nbsp;EUR (2002). Der Gewerbesteuermessbetrag 2001 wurde in H&ouml;he von 182.355&nbsp;DM (93.236,63&nbsp;EUR) festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der nach erfolglosem Einspruch erhobenen Klage hat das Finanzgericht (FG) stattgegeben. Da es die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2a EStG als nicht gegeben ansah, hat es s&auml;mtliche vorgenannten Bescheide dahin ge&auml;ndert, dass die vom FA aufgrund der Ausbuchung der Verbindlichkeiten angesetzten Gewinnerh&ouml;hungen (18.289.275,66&nbsp;DM [2000], 30.087.847,31&nbsp;DM [2001] und 11.248.532,29&nbsp;EUR [2002]) unterbleiben (FG K&ouml;ln, Urteil vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;3777\/09, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2015,&nbsp;1212).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat die Klage betreffend die K&ouml;rperschaftsteuer 2002 &#8211;mit Zustimmung des FA&#8211; in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem erkennenden Senat zur&uuml;ckgenommen (&sect;&sect;&nbsp;72 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2, 121 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Revision beantragt das FA sinngem&auml;&szlig;, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision hat nur teilweise Erfolg. Sie ist, soweit das FG &uuml;ber die Streitjahre 2000 und 2001 entschieden hat, nicht begr&uuml;ndet. Im &Uuml;brigen (Verlustfeststellungsbescheide 2002) ist die Revision begr&uuml;ndet und die Sache mangels Spruchreife zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision bleibt ohne Erfolg, soweit das FG der Klage gegen die Feststellungen der gewerbe- und k&ouml;rperschaftsteuerlichen Verlustvortr&auml;ge auf das Ende der Streitjahre 2000 und 2001 sowie gegen die Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags 2001 stattgegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Hierbei ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin durch die Verlustfeststellungsbescheide, mit denen jeweils um die gewinnerh&ouml;hende Aufl&ouml;sung der Gesellschafterdarlehen gek&uuml;rzte Verlustbetr&auml;ge festgestellt worden sind, beschwert ist und ihre gegen diese Bescheide gerichtete Klage zul&auml;ssig war. Ihrer Klagebefugnis steht nicht entgegen, dass die angefochtenen Verlustfeststellungen auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 auf jeweils 0&nbsp;DM (EUR) lauten und der Senat mit Urteil vom 11.&nbsp;November 2014 I&nbsp;R&nbsp;51\/13 (BFH\/NV 2015, 305) ausgesprochen hat, dass auch ein auf 0&nbsp;EUR lautender Steuerbescheid angefochten werden kann, wenn die Festsetzung auf einem Verlustr&uuml;cktrag beruht und geltend gemacht wird, durch den Ansatz weiterer Betriebsausgaben sei das Verlustr&uuml;cktragsvolumen geringer. Abgesehen davon, dass das Gewerbesteuerrecht keinen Verlustr&uuml;cktrag kennt, sind die vorgenannten Grunds&auml;tze bereits deshalb nicht geeignet, das Klagerecht der Kl&auml;gerin einzuschr&auml;nken, weil diese nach ihrer materiellen Beurteilung in allen Streitjahren (2000 bis 2002) nur negative Einkommen erzielt hat und deshalb auch die auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 festzustellenden Verluste (&sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;4 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG) nicht durch einen intertemporalen Verlustausgleich beeinflusst werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat der Klage gegen die vorgenannten &#8211;zu den Streitjahren 2000 und 2001 ergangenen&#8211; Bescheide im Ergebnis zu Recht stattgegeben. Dabei ist allerdings nicht darauf einzugehen, ob die im Streitfall getroffenen Rangr&uuml;cktrittsabreden nach der ertragsteuerrechtlichen Sondervorschrift des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2a EStG dazu f&uuml;hren, dass die von den Abreden betroffenen Gesellschafterdarlehen in der Steuerbilanz der Kl&auml;gerin nicht ausgewiesen werden d&uuml;rfen (s. hierzu nachfolgend zu II.2.b der Gr&uuml;nde). Hierauf ist f&uuml;r die Streitjahre 2000 und 2001 deshalb nicht einzugehen, weil &#8211;was das FA offensichtlich nicht beachtet hat&#8211; die Rangr&uuml;cktritte, so die bindenden Feststellungen des FG, erst 2002 vereinbart worden sind und deshalb nach dem Stichtagsprinzip des &sect;&nbsp;242 Abs.&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs &#8211;HGB&#8211; (s. hierzu Senatsurteil vom 2.&nbsp;Juli 2014 I&nbsp;R&nbsp;46\/12, BFHE 246, 339, BStBl II 2014, 979: Bilanzierung nach den Verh&auml;ltnissen des jeweiligen Bilanzstichtags), das zu den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung geh&ouml;rt und damit &#8211;mangels einer anderslautenden Regelung in &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2a EStG&#8211; gem&auml;&szlig; dem Ma&szlig;geblichkeitsgrundsatz auch ertragsteuerrechtlich zu beachten ist (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG und &sect;&nbsp;7 des Gewerbesteuergesetzes), fr&uuml;hestens zum 31.&nbsp;Dezember 2002 den steuerbilanziellen Ausweis der hiervon betroffenen Darlehen beeinflussen konnten. Demgem&auml;&szlig; waren die Gesellschafterdarlehen f&uuml;r die zuvor endenden Wirtschaftsjahre (Streitjahre 2000 und 2001) ungeachtet dessen zu passivieren, ob die Kl&auml;gerin &uuml;ber ein hinreichendes Verm&ouml;gen verf&uuml;gt, um diesen und ihren weiteren Verpflichtungen nachzukommen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 15.&nbsp;April 2015 I&nbsp;R&nbsp;44\/14, BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit sich die Revision gegen das vorinstanzliche Urteil zu den auf den 31.&nbsp;Dezember 2002 ergangenen Verlustfeststellungsbescheiden richtet, ist sie begr&uuml;ndet und die Sache an die Vorinstanz zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die im Streitfall getroffenen Rangr&uuml;cktrittsvereinbarungen, nach denen die Gesellschafterforderungen &quot;hinter die Forderungen anderer Gl&auml;ubiger (mit Ausnahme der Mitgesellschafter) zur&uuml;cktreten (und) ihre Befriedigung nur aus einem k&uuml;nftigen Bilanzgewinn oder aus einem etwaigen Liquidations&uuml;berschuss (verlangt werden) kann&quot;, stimmen in ihren entscheidungserheblichen Passagen mit dem Wortlaut der Abreden &uuml;berein, die dem Senatsurteil in BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769 zugrunde lagen. Der Senat hat hierzu ausgef&uuml;hrt, dass eine Verbindlichkeit, die nach einer im Zeitpunkt der &Uuml;berschuldung getroffenen Rangr&uuml;cktrittsvereinbarung nur aus einem zuk&uuml;nftigen Bilanzgewinn und aus einem etwaigen Liquidations&uuml;berschuss zu tilgen ist, dem Passivierungsverbot des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2a EStG 2002 unterliegt; er hat hiermit zugleich sein Urteil vom 30.&nbsp;November 2011 I&nbsp;R&nbsp;100\/10 (BFHE 235, 476, BStBl II 2012, 332) best&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem Urteil in BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769 ist im Schrifttum teilweise zugestimmt worden (z.B. Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;315 und Rz&nbsp;550 &quot;Gesellschafterfinanzierung &#8230;&quot;; Bl&uuml;mich\/Krumm, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;762; Blumenberg\/Neumann, Die Unternehmensbesteuerung &#8211;Ubg&#8211; 2016, 181; D&ouml;tsch, jurisPR-SteuerR 45\/2015 Anm.&nbsp;2; Gosch, BFH\/PR 2015, 287; Wacker, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2016, 108; derselbe, Nationale und internationale Unternehmensbesteuerung in der Rechtsordnung, Festschrift f&uuml;r Dietmar Gosch, 2016, S.&nbsp;415; zweifelnd &#8211;u.a.&#8211; Schnitger, Der Betrieb 2015, 1989; offen Kamchen\/Kling, Neue Wirtschaftsbriefe 2015, 2863; K.&nbsp;Schmidt, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2016, 2). Andere Autoren sind der Entscheidung aus unterschiedlichen Gr&uuml;nden entgegengetreten (hierzu nachfolgend). Der Senat h&auml;lt auch nach erneuter &Uuml;berpr&uuml;fung an seiner Auffassung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Ansicht, der Bundesfinanzhof (BFH) habe die Verm&ouml;genslosigkeit zum Nicht-Passivierungskriterium gek&uuml;rt (Briese, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2015, 884; &auml;hnlich R&auml;tke, Unternehmensteuern und Bilanzen 2015, 771), l&auml;sst ganz offensichtlich die tragenden Erw&auml;gungen der Rechtsprechung au&szlig;er Acht. Insbesondere hat der Senat auch im Urteil in BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769 keinen Zweifel daran gelassen, dass mit R&uuml;cksicht auf das Gebot des vollst&auml;ndigen Verm&ouml;gensausweises (&sect;&nbsp;246 Abs.&nbsp;1 HGB) allein die Verm&ouml;genslosigkeit des Schuldners nicht dazu f&uuml;hrt, eine rechtlich bestehende Verpflichtung aus dem handels- oder steuerrechtlichen Abschluss auszubuchen, und Gleiches f&uuml;r den Fall gilt, dass eine Rangr&uuml;cktrittsvereinbarung die Verpflichtung bestehen l&auml;sst, die subordinierten Gesellschafterforderungen aus dem nach Begleichung der vorrangigen Anspr&uuml;che verbleibenden sog. freien Verm&ouml;gen zu tilgen. Demgem&auml;&szlig; ist ein steuerrechtliches Passivierungsverbot erst dann zu bejahen, wenn der Rangr&uuml;cktritt nach Ma&szlig;gabe der Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2a EStG &#8211;einer den Ma&szlig;geblichkeitsgrundsatz durchbrechenden ertragsteuerrechtlichen Sondervorschrift&#8211; in dem Sinne spezifiziert wird, dass die hiervon betroffenen Verpflichtungen nur zu erf&uuml;llen sind, soweit k&uuml;nftig Einnahmen oder Gewinne anfallen, und deshalb &#8211;so die Rechtsfolge der Vorschrift&#8211; deren Passivierung daran gebunden ist, dass die Einnahmen oder Gewinne angefallen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Tragend ist mithin auch im Rahmen dieser Beurteilung nicht das wirtschaftliche Unverm&ouml;gen, f&uuml;r die Schulden aufkommen zu k&ouml;nnen, sondern der rechtliche Gehalt der vereinbarten Durchsetzungssperre. Den Anforderungen des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2a EStG ist aber nicht nur gen&uuml;gt, wenn der Rangr&uuml;cktritt eine Tilgung nur aus zuk&uuml;nftigen Jahres&uuml;bersch&uuml;ssen oder Steuerbilanzgewinnen vorsieht. Vielmehr hat der Senat hierzu auch eine im Zeitpunkt der &Uuml;berschuldung getroffene Abrede gerechnet, nach der Forderungen aus zuk&uuml;nftigen handelsrechtlichen Bilanzgewinnen zu begleichen sind; dass in den Bilanzgewinn auch Kapitalr&uuml;cklagen eingehen k&ouml;nnen, hat der Senat nicht nur wirtschaftlich, sondern &#8211;und vor allem&#8211; auch bei rechtlicher Beurteilung der Abrede als unma&szlig;geblich erachtet, weil solche R&uuml;cklagen vorrangig mit den Verlustvortr&auml;gen zu verrechnen sind (vgl. &sect;&nbsp;268 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB; Senatsurteil in BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769; Adler\/D&uuml;ring\/Schmaltz, Rechnungslegung und Pr&uuml;fung der Unternehmen, 6.&nbsp;Aufl., HGB &sect; 268, Rz&nbsp;15; Winnefeld, Bilanz-Handbuch, 5.&nbsp;Aufl., G&nbsp;Rz&nbsp;440). Der Senat sieht keine Veranlassung, von dieser Wertung &#8211;d.h. der rechtlichen Gleichstellung mit Vereinbarungen, die nur auf den handelsrechtlichen Jahres&uuml;berschuss abstellen&#8211; abzur&uuml;cken. Demgem&auml;&szlig; er&uuml;brigt sich auch eine Stellungnahme dazu, ob &#8211;unabh&auml;ngig von der Frage der &Uuml;berschuldung und der hierdurch bedingten Verwendungsbeschr&auml;nkung der Kapitalr&uuml;cklagen&#8211; allein der Zukunftsbezug einer Rangr&uuml;cktrittsabrede, die eine Schuldentilgung aus k&uuml;nftigen handelsrechtlichen Bilanzgewinnen vorsieht, das steuerrechtliche Passivierungsverbot des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2a EStG ausl&ouml;st (so z.B. Blumenberg\/Neumann, Ubg 2016, 185; Weber-Grellet, BB 2016, 43, 46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nicht durchgreifen kann ferner der Einwand des Schrifttums, die auch im Streitfall vereinbarte Tilgung aus einem Liquidations&uuml;berschuss belaste das aktuelle Verm&ouml;gen des Schuldners (Oser, BB 2015, 1906). Der Senat hat hierzu bereits in seinem Urteil in BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769 ausf&uuml;hrlich Stellung genommen; bisher nicht ber&uuml;cksichtigte Gesichtspunkte kann er nicht erkennen. Er verweist deshalb auch insoweit &#8211;zur Vermeidung von Wiederholungen&#8211; auf die vorgenannte Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nicht zu folgen ist schlie&szlig;lich der Ansicht, der Wegfallgewinn (Ausbuchung der Gesellschafterforderung in der Steuerbilanz) sei im Falle seiner Veranlassung durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis durch eine Einlage zu kompensieren, die entgegen dem Senatsurteil in BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769 nicht nach dem Teilwert der Gesellschafterforderungen, sondern nach deren Nennwert bemessen werden m&uuml;sse (z.B. W.&nbsp;M&uuml;ller, BB 2016, 491; Altrichter-Herzberg, GmbHR 2015, 1121). Das Urteil in BFHE 249, 493, BStBl II 2015, 769 fu&szlig;t auf der durch den Gro&szlig;en Senat des BFH begr&uuml;ndeten und zwischenzeitlich in st&auml;ndiger Rechtsprechung vertretenen Beurteilung, dass bei einem auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis beruhenden Verzicht eines Gesellschafters auf seine nicht mehr vollwertige Forderung gegen&uuml;ber seiner Kapitalgesellschaft die Einlage in H&ouml;he des Teilwerts der Forderung anzusetzen ist (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 9.&nbsp;Juni 1997 GrS&nbsp;1\/94, BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307; Senatsurteil vom 12.&nbsp;Juli 2012 I&nbsp;R&nbsp;23\/11, BFHE 238, 344). Demgem&auml;&szlig; kann f&uuml;r den Fall eines Rangr&uuml;cktritts nichts anderes gelten. Auch ist nicht erkennbar, weshalb eine Einlage deshalb mit dem Buchwert bewertet werden m&uuml;sste, weil ein Rangr&uuml;cktritt &#8211;im Gegensatz zu einem Verzicht (ggf. mit Besserungsabrede)&#8211; den Bestand der zur&uuml;ckgetretenen Forderung unber&uuml;hrt l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist hiernach &#8211;im Hinblick auf die Entscheidung &uuml;ber die Verlustfeststellungen zum 31.&nbsp;Dezember 2002&#8211; nicht spruchreif, da das FG &#8211;von seinem Standpunkt aus folgerichtig&#8211; keine Feststellungen zur gesellschaftsrechtlichen Veranlassung des Rangr&uuml;cktritts sowie zum Teilwert der Darlehensforderungen getroffen hat. Das vorinstanzliche Urteil ist deshalb insoweit aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Dem FG wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Rechtsstreits &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO; zur Einheitlichkeit der Kostenentscheidung s. Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;143 Rz&nbsp;24).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.8.2016, I R 25\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.100816.IR25.15.0 Bilanzierung von Verbindlichkeiten bei Rangr&uuml;cktritt: Tilgung aus Bilanzgewinn und Liquidations&uuml;berschuss &#8211; Die Entscheidung wurde nachtr&auml;glich zu Ver&ouml;ffentlichung bestimmt; sie war seit dem 21. Dezember 2016 als NV-Entscheidung abrufbar. Leits&auml;tze Der Senat h&auml;lt daran fest, dass eine Verbindlichkeit, die nach einer im Zeitpunkt der &Uuml;berschuldung getroffenen Rangr&uuml;cktrittsvereinbarung nur aus &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-25-15-bilanzierung-von-verbindlichkeiten-bei-rangruecktritt-tilgung-aus-bilanzgewinn-und-liquidationsueberschuss-die-entscheidung-wurde-nachtraeglich-zu-veroeffentlichung-bestimmt-sie-war-seit-dem\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;25\/15 &#8211; Bilanzierung von Verbindlichkeiten bei Rangr&uuml;cktritt: Tilgung aus Bilanzgewinn und Liquidations&uuml;berschuss &#8211; Die Entscheidung wurde nachtr&auml;glich zu Ver&ouml;ffentlichung bestimmt; sie war seit dem 21. 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