{"id":67253,"date":"2017-06-01T08:35:03","date_gmt":"2017-06-01T06:35:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67253"},"modified":"2017-06-01T08:35:03","modified_gmt":"2017-06-01T06:35:03","slug":"iii-r-28-14-korrektur-bestandskraeftiger-bescheide-aufgrund-neuer-erkenntnisse-aus-einem-benennungsverlangen-voraussetzung-einer-schaetzung-wahl-der-schaetzungsmethode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-28-14-korrektur-bestandskraeftiger-bescheide-aufgrund-neuer-erkenntnisse-aus-einem-benennungsverlangen-voraussetzung-einer-schaetzung-wahl-der-schaetzungsmethode\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;28\/14 &#8211; Korrektur bestandskr&auml;ftiger Bescheide aufgrund neuer Erkenntnisse aus einem Benennungsverlangen &#8211; Voraussetzung einer Sch&auml;tzung &#8211; Wahl der Sch&auml;tzungsmethode"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2017, III R 28\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.190117.IIIR28.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Korrektur bestandskr&auml;ftiger Bescheide aufgrund neuer Erkenntnisse aus einem Benennungsverlangen &#8211; Voraussetzung einer Sch&auml;tzung &#8211; Wahl der Sch&auml;tzungsmethode<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Weder ein Benennungsverlangen i.S. des &sect; 160 AO noch die (fehlende) Antwort hierauf begr&uuml;nden die Tatbestandsvoraussetzungen einer &Auml;nderung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO oder nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO (Anschluss an BFH-Urteil vom 9. M&auml;rz 2016 X R 9\/13, BFHE 253, 299, BStBl II 2016, 815).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wird dem FA aufgrund eines nach Bestandskraft eines Einkommensteuerbescheids gestellten Benennungsverlangens bekannt, dass der Steuerpflichtige den Wareneingang nicht entsprechend den Vorschriften des &sect; 143 Abs. 1 AO aufgezeichnet hat, kann dies eine nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache i.S. des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO darstellen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die Sch&auml;tzung der H&ouml;he der durch einen Wareneinkauf entstandenen Betriebsausgaben setzt voraus, dass sich das FA bzw. das FG die volle &Uuml;berzeugung davon verschafft hat, ob und ggf. in welchem Umfang ein Wareneinkauf durch den Steuerpflichtigen stattgefunden hat. Hierbei sind die allgemeinen Beweisregeln, einschlie&szlig;lich der Regeln &uuml;ber die Beweisn&auml;he, Beweisvereitelung und Beweislast anzuwenden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 22. Juli 2014&nbsp;&nbsp;4 K 150\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erzielt aus einem Schrotthandel Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb, die er in den Streitjahren 2006 und 2007 durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung ermittelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am &#8230; 2010 leitete das zust&auml;ndige Finanzamt ein Ermittlungsverfahren u.a. wegen Hinterziehung von Einkommensteuer 2006 und 2007 ein, da es aufgrund von Kontrollmaterial annahm, dass der Kl&auml;ger seine Gewinne unvollst&auml;ndig erkl&auml;rt hatte. Aufgrund mehrerer Anfang 2011 ergangener Pr&uuml;fungsanordnungen f&uuml;hrte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beim Kl&auml;ger eine u.a. die Einkommensteuer 2006 und 2007 umfassende Au&szlig;enpr&uuml;fung durch. Hierbei stellte der Pr&uuml;fer u.a. fest, dass f&uuml;r die als Betriebsausgaben erfassten Wareneink&auml;ufe keine Belege vorhanden waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am &#8230; 2011 forderte der Pr&uuml;fer die seinerzeitige steuerliche Beraterin des Kl&auml;gers unter Hinweis auf &sect;&nbsp;160 der Abgabenordnung (AO) auf, die Empf&auml;nger der entsprechenden Betriebsausgaben zu benennen. Dem kam der Kl&auml;ger nicht nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Betriebseinnahmen aus dem Schrotthandel sch&auml;tzte der Pr&uuml;fer auf der Grundlage des beschafften Kontrollmaterials. Hieraus ergaben sich Hinzusch&auml;tzungen in H&ouml;he von netto 47.811,73&nbsp;EUR f&uuml;r 2006 (Betriebseinnahmen insgesamt: 70.576&nbsp;EUR) und 15.816,53&nbsp;EUR f&uuml;r 2007 (Betriebseinnahmen insgesamt: 57.592&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in den Gewinnermittlungen ber&uuml;cksichtigten Aufwendungen f&uuml;r den Wareneinkauf in H&ouml;he von 16.199&nbsp;EUR f&uuml;r 2006 und 33.598&nbsp;EUR f&uuml;r 2007 lie&szlig; der Pr&uuml;fer nicht zum Betriebsausgabenabzug zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem erfasste der Pr&uuml;fer aufgrund einer Kontrollmitteilung &uuml;ber eine Quittung wegen &#8230;arbeiten f&uuml;r beide Streitjahre gesch&auml;tzte Betriebseinnahmen in H&ouml;he von jeweils 2.000&nbsp;EUR brutto.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA folgte diesen Pr&uuml;fungsfeststellungen und erlie&szlig; am 1.&nbsp;August 2011 nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ge&auml;nderte Bescheide und erh&ouml;hte die Einkommensteuer f&uuml;r 2006 auf 23.593&nbsp;EUR und f&uuml;r 2007 auf 16.510&nbsp;EUR. Die dagegen gerichteten Einspr&uuml;che blieben ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der dagegen gerichteten Klage mit der in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1746 ver&ouml;ffentlichten Entscheidung teilweise statt. Es gew&auml;hrte dem Kl&auml;ger einen Betriebsausgabenabzug wegen der Aufwendungen f&uuml;r den Wareneinkauf in H&ouml;he von 50&nbsp;% der sich nach der Hinzusch&auml;tzung durch das FA insgesamt ergebenden Betriebseinnahmen, mithin in H&ouml;he von 35.288&nbsp;EUR f&uuml;r 2006 und 28.796&nbsp;EUR f&uuml;r 2007. Zudem lehnte es die Hinzusch&auml;tzung von Betriebseinnahmen aus &#8230;arbeiten ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Revision wendet sich das FA gegen den Betriebsausgabenabzug und r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide 2006 und 2007 vom 1.&nbsp;August 2011 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 27.&nbsp;Dezember 2011 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die Einkommensteuer f&uuml;r 2006 auf 22.933&nbsp;EUR und f&uuml;r 2007 auf 15.814&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat keinen Antrag gestellt und sich nicht zur Sache ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der vom FG festgestellte Sachverhalt tr&auml;gt nicht dessen rechtliche Beurteilung, dass nachtr&auml;glich Tatsachen oder Beweismittel bekannt wurden, die zu einer h&ouml;heren Steuer f&uuml;hren, sowie dass f&uuml;r den Schrotteinkauf Betriebsausgaben zu sch&auml;tzen waren. Insofern liegen materiell-rechtliche Fehler vor, die auch ohne R&uuml;ge vom Revisionsgericht von Amts wegen zu beachten sind (z.B. Senatsurteil vom 15.&nbsp;Februar 2001 III&nbsp;R&nbsp;130\/95, BFH\/NV 2001, 1041).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass das Fehlen von Einkaufsbelegen eine Tatsache darstellen kann, die dem FA erst nachtr&auml;glich i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO bekannt geworden sein kann und dementsprechend die Steuerbescheide ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen. Die Art und Weise, in der der Steuerpflichtige seine Aufzeichnungen gef&uuml;hrt hat, insbesondere die nicht den Vorschriften des &sect;&nbsp;143 AO entsprechende Aufzeichnung, ist eine Tatsache (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2016 X&nbsp;R&nbsp;9\/13, BFHE 253, 299, BStBl II 2016, 815, Rz&nbsp;19). Dies gilt unabh&auml;ngig davon, dass der Kl&auml;ger seinen Gewinn nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ermittelt hat. Denn &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 AO verpflichtet jeden gewerblichen Unternehmer, den Wareneingang gesondert aufzuzeichnen. Ma&szlig;geblich ist die Qualifizierung der Eink&uuml;nfte. Auf die Buchf&uuml;hrungspflicht und die Art der Gewinnermittlung kommt es ebenso wenig an wie auf die Gr&ouml;&szlig;e und Art des Betriebs oder die H&ouml;he der Ums&auml;tze und Wareneing&auml;nge (G&ouml;rke in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;143 AO Rz&nbsp;3&nbsp;f.; Sauer in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;143 Rz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings hat das FG bislang keine Feststellungen dazu getroffen, ob der Veranlagungssachbearbeiter, der an Amtsstelle f&uuml;r den Kl&auml;ger die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb der Streitjahre ermittelte, die fehlende Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit des aufgezeichneten Wareneingangs kannte. Vielmehr geht es insoweit davon aus, dass die Einkaufsbelege &quot;mutma&szlig;lich schon bei Durchf&uuml;hrung der Erstveranlagung nicht vorhanden waren&quot;. Solche Mutma&szlig;ungen sind indes nicht geeignet, eine &Uuml;berzeugungsbildung des FG anhand konkreter Feststellungen zu ersetzen. Entsprechende Feststellungen sind im zweiten Rechtsgang nachzuholen. Zu den insoweit zu beachtenden Pr&uuml;fungsanforderungen wird auf die Ausf&uuml;hrungen im BFH-Urteil in BFHE 253, 299, BStBl II 2016, 815, Rz&nbsp;23&nbsp;ff. Bezug genommen, denen sich der erkennende Senat anschlie&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat ungeachtet der Frage, ob die Bescheide noch ge&auml;ndert werden konnten auch zu Unrecht die Aufwendungen f&uuml;r den Wareneinkauf gesch&auml;tzt, ohne hinreichende tats&auml;chliche Feststellungen dazu getroffen zu haben, dass ein solcher Aufwand tats&auml;chlich vorlag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO hat die Finanzbeh&ouml;rde Besteuerungsgrundlagen zu sch&auml;tzen, soweit sie sie nicht ermitteln oder berechnen kann. Zu sch&auml;tzen ist insbesondere dann, wenn der Steuerpflichtige &uuml;ber seine Angaben keine ausreichenden Aufkl&auml;rungen zu geben vermag oder weitere Auskunft oder eine Versicherung an Eides statt verweigert oder seine Mitwirkungspflicht nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO verletzt (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO). Das Gleiche gilt u.a. dann, wenn der Steuerpflichtige B&uuml;cher oder Aufzeichnungen, die er nach den Steuergesetzen zu f&uuml;hren hat, nicht vorlegen kann (&sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der Rechtsprechung des BFH wird bei einer Sch&auml;tzung von der Verwirklichung der tatbestandsm&auml;&szlig;igen Voraussetzungen f&uuml;r die Besteuerung ausgegangen, weshalb &sect;&nbsp;162 Abs.&nbsp;1 und 2 AO nur die Sch&auml;tzung quantitativer Gr&ouml;&szlig;en erlauben, nicht aber die Sch&auml;tzung rein qualitativer Besteuerungsmerkmale (z.B. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;November 2010 I&nbsp;R&nbsp;4\/10, BFH\/NV 2011, 800, Rz&nbsp;18, und vom 10.&nbsp;Juni 1999 V&nbsp;R&nbsp;82\/98, BFHE 188, 460, unter II.; BFH-Beschl&uuml;sse vom 10.&nbsp;Februar 2015 V&nbsp;B&nbsp;87\/14, BFH\/NV 2015, 662, Rz&nbsp;11, und vom 20.&nbsp;Juli 2010 X&nbsp;B&nbsp;70\/10, BFH\/NV 2010, 2007, Rz&nbsp;16; zustimmend z.B. Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;22; teilweise abweichend [nur Ausschluss der Sch&auml;tzung des sog. Grundsachverhalts] Trzaskalik in HHSp, &sect;&nbsp;162 AO Rz&nbsp;14&nbsp;ff.; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;162 AO Rz&nbsp;20). Voraussetzung einer Sch&auml;tzung ist somit die Gewissheit, dass &uuml;berhaupt ein steuerlich bedeutsamer Sachverhalt vorliegt (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2015, 662, Rz&nbsp;11; Trzaskalik in HHSp, &sect;&nbsp;162 AO Rz&nbsp;15; Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;22; Frotscher in Schwarz\/ Pahlke, AO, &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;14). Erst damit ist die Basis f&uuml;r Wahrscheinlichkeits&uuml;berlegungen in Form einer Sch&auml;tzung geschaffen (Trzaskalik in HHSp, &sect;&nbsp;162 AO Rz&nbsp;15). Dies gilt sowohl f&uuml;r steuererh&ouml;hende als auch f&uuml;r steuermindernde Umst&auml;nde (Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei der Pr&uuml;fung, ob und in welchem Umfang ein zu Betriebsausgaben f&uuml;hrender Wareneinkauf durch den Kl&auml;ger stattgefunden hat, k&ouml;nnen s&auml;mtliche Erkenntnisse aus der Betriebspr&uuml;fung einschlie&szlig;lich des Benennungsverlangens verwertet werden (BFH-Urteil in BFHE 253, 299, BStBl II 2016, 815, Rz&nbsp;30). Die Ber&uuml;cksichtigung des in der Betriebspr&uuml;fung gewonnenen Wissens in diesem Sinne beruht nicht auf &sect;&nbsp;160 AO und ist unabh&auml;ngig von den Voraussetzungen und Rechtsfolgen dieser Vorschrift m&ouml;glich und geboten. Es handelt sich um Sachverhaltsermittlungen, die bereits durch &sect;&nbsp;88 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO gerechtfertigt sind. &sect;&nbsp;160 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO verbietet diese nicht, was &sect;&nbsp;160 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO ausdr&uuml;cklich klarstellt. Die Ergebnisse dieser Ermittlungen k&ouml;nnen im Rahmen des Festsetzungsverfahrens auch nach Bestandskraft eines Bescheids verarbeitet werden, wenn und soweit dies durch die entsprechenden &Auml;nderungsvorschriften gedeckt ist. Allein der Umstand, dass die entsprechenden Nachfragen ihrerseits auch als Benennungsverlangen nach &sect;&nbsp;160 AO qualifiziert werden k&ouml;nnen, &auml;ndert hieran nichts (BFH-Urteil in BFHE 253, 299, BStBl II 2016, 815, Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu beachten ist dabei, dass es f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der &Auml;nderungsbescheide nicht auf die vom FA gegebene Begr&uuml;ndung ankommt, sondern allein darauf, ob die Bescheide im Zeitpunkt ihres Ergehens durch die vom FA angegebene oder eine andere Befugnisnorm gedeckt waren (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Mai 1999 IX&nbsp;R&nbsp;72\/96, BFH\/NV 1999, 1446, Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Insoweit h&auml;tte sich das FG zun&auml;chst bei der Pr&uuml;fung der &Auml;nderungsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO anhand der dem FA nachtr&auml;glich bekannt gewordenen Tatsachen durch konkrete Feststellungen auch die volle &Uuml;berzeugung davon verschaffen m&uuml;ssen, ob und ggf. in welchem Umfang &uuml;berhaupt dem Grunde nach ein Wareneinkauf durch den Kl&auml;ger stattgefunden hat (etwa durch Ankauf von Kabelresten oder Ankauf von Schrottautos oder nur kostenfreie Abholung defekter Elektroger&auml;te und Entsorgung von Fahrzeugen). Hierbei w&auml;ren die allgemeinen Beweisregeln einschlie&szlig;lich der Regeln &uuml;ber die Beweisn&auml;he, Beweisvereitelung und Beweislast anzuwenden gewesen (Frotscher in Schwarz\/ Pahlke, AO, &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;14). Eine sich zugunsten des Steuerpflichtigen auswirkende Beweisma&szlig;reduktion ist nicht angezeigt, wenn das mit zumutbaren finanzbeh&ouml;rdlichen Mitteln nicht zu &uuml;berwindende Aufkl&auml;rungsdefizit in die Beweisrisikosph&auml;re des Steuerpflichtigen f&auml;llt (Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;162 AO Rz&nbsp;25). Dies kann dazu f&uuml;hren, dass im Falle der Nichtaufkl&auml;rbarkeit des Sachverhalts die Feststellungslast (objektive Beweislast) daf&uuml;r, dass dem Grunde nach &uuml;berhaupt steuermindernde Betriebsausgaben vorliegen, den Steuerpflichtigen trifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sofern bei der &Uuml;berzeugungsbildung auf die Anwendung spezieller Erfahrungss&auml;tze zur&uuml;ckgegriffen wird, etwa dass bei bestimmten Formen des Schrotthandels bestimmten Einnahmen auch bestimmte Ausgaben f&uuml;r den Wareneinkauf gegen&uuml;berstehen m&uuml;ssen, w&auml;re ein solcher spezieller Erfahrungssatz hinreichend zu begr&uuml;nden (Senatsurteil vom 6.&nbsp;November 1987 III&nbsp;R&nbsp;178\/85, BFHE 151, 425, BStBl II 1988, 442, unter II.1.a). Gegen einen dahingehenden allgemeinen, d.h. jedermann zug&auml;nglichen und durch keine Ausnahmen durchbrochenen Erfahrungssatz (s. hierzu etwa BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Juni 2012 I&nbsp;R&nbsp;51\/11, BFH\/NV 2012, 1800, Rz&nbsp;13) w&uuml;rde dagegen bereits sprechen, dass auch F&auml;lle denkbar w&auml;ren, in denen der Wareneingang eines Schrotth&auml;ndlers z.B. &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung von Entr&uuml;mpelungen im Wesentlichen nur mit Arbeitsaufwand oder sogar mit Betriebseinnahmen verbunden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die insoweit erforderlichen Feststellungen wird das FG im zweiten Rechtsgang nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Erst wenn das FG unter Beachtung dieser Rechtsgrunds&auml;tze zur &Uuml;berzeugung gelangt ist, dass ein Wareneinkauf in bestimmtem Umfang stattgefunden hat und damit Aufwand entstanden ist, best&uuml;nde Raum, diesen der H&ouml;he nach durch eine Sch&auml;tzung n&auml;her zu bestimmen (BFH-Urteil in BFHE 253, 299, BStBl II 2016, 815, Rz&nbsp;35, m.w.N.), wenn er anderweitig nicht zu ermitteln ist. Bei der Wahl der Sch&auml;tzungsmethode genie&szlig;t die Ankn&uuml;pfung an objektiv feststellbare Tatsachen Vorrang gegen&uuml;ber abstrakten &Uuml;berlegungen, sofern sich daraus plausible Sch&auml;tzungsergebnisse ergeben (BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Juni 2005 I&nbsp;B&nbsp;181\/04, BFH\/NV 2005, 2062; Buciek in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;162 Rz&nbsp;152).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Im Rahmen dieser Sch&auml;tzung sind dann auch die Korrekturvoraussetzungen und -grenzen der jeweiligen &Auml;nderungsnorm zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Streitfall k&ouml;nnen die &Uuml;berzeugungsbildung dar&uuml;ber, ob und ggf. in welchem Umfang &uuml;berhaupt ein Wareneinkauf durch den Kl&auml;ger stattgefunden hat, und eine sich ggf. anschlie&szlig;ende Sch&auml;tzung der H&ouml;he der Aufwendungen dazu f&uuml;hren, dass mit den Ausgangsbescheiden bereits anerkannte Betriebsausgaben zu reduzieren oder ganz zu streichen sind. Eine solche zu Ungunsten des Kl&auml;gers durchgef&uuml;hrte &Auml;nderung muss sich im Rahmen des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO halten. Sie darf nur die nachtr&auml;glich bekannt gewordenen Tatsachen (z.B. fehlende Einkaufsnachweise) ber&uuml;cksichtigen. Eine dar&uuml;berhinausgehende K&uuml;rzung des Betriebsausgabenabzugs wegen der fehlenden Benennung des Empf&auml;ngers der zu ber&uuml;cksichtigenden Zahlungen nach &sect;&nbsp;160 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO ist dagegen innerhalb des Korrekturrahmens des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ausgeschlossen (s. dazu ausf&uuml;hrlich BFH-Urteil in BFHE 253, 299, BStBl II 2016, 815, Rz&nbsp;32&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Kommt das FG hingegen zur &Uuml;berzeugung, dass &uuml;ber die in den Ausgangsbescheiden bereits anerkannten Betriebsausgaben hinaus weitere Betriebsausgaben zu ber&uuml;cksichtigen sind, hat es die Korrekturvoraussetzungen des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 AO und &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 AO zu pr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im &Uuml;brigen ist das FG zu Recht davon ausgegangen, dass eine Versagung des in den Ausgangsbescheiden gew&auml;hrten Betriebsausgabenabzugs f&uuml;r den Einkauf von Schrott nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO nicht auf das Benennungsverlangen des FA oder die hierauf verweigerte Auskunft des Kl&auml;gers gest&uuml;tzt werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO sind Steuerbescheide aufzuheben oder zu &auml;ndern, soweit Tatsachen oder Beweismittel nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer h&ouml;heren Steuer f&uuml;hren. Das setzt voraus, dass die betreffende Tatsache bei Erlass des Steuerbescheids bereits vorhanden war (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Oktober 1988 II&nbsp;R&nbsp;55\/86, BFHE 154, 493, BStBl II 1989, 75, unter II.1.; von&nbsp;Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;173 Rz&nbsp;43.1; Klein\/R&uuml;sken, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;173 Rz&nbsp;48, m.w.N.). Sowohl das Benennungsverlangen als auch die Verweigerung der Antwort darauf erfolgten nach Erlass der Ausgangsbescheide und scheiden daher als nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsachen aus (s. hierzu auch den insoweit vergleichbaren Fall des BFH-Urteils in BFHE 253, 299, BStBl II 2016, 815, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat auch zutreffend entschieden, dass das Benennungsverlangen des FA oder die hierauf verweigerte Auskunft des Kl&auml;gers die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung der Steuerbescheide nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO nicht erf&uuml;llt werden. Denn ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis liegt nur vor, wenn der nach dem Steuertatbestand rechtserhebliche Sachverhalt sich sp&auml;ter anders gestaltet und sich steuerlich in der Weise in die Vergangenheit auswirkt, dass nunmehr der ver&auml;nderte anstelle des zuvor verwirklichten Sachverhalts der Besteuerung zugrunde zu legen ist (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19.&nbsp;Juli 1993 GrS&nbsp;2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C.II.1.b; Senatsurteil vom 26.&nbsp;Juli 2012 III&nbsp;R&nbsp;72\/10, BFHE 238, 490, BStBl II 2013, 670, Rz&nbsp;9). Dagegen gen&uuml;gt eine andere rechtliche Beurteilung des unver&auml;ndert bleibenden Sachverhalts insoweit nicht. Ob einer nachtr&auml;glichen &Auml;nderung des Sachverhalts r&uuml;ckwirkende steuerliche Bedeutung zukommt, also bereits eingetretene steuerliche Rechtsfolgen mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit sich &auml;ndern oder vollst&auml;ndig entfallen, ist den Normen des materiellen Steuerrechts zu entnehmen (Senatsurteil in BFHE 238, 490, BStBl II 2013, 670, Rz&nbsp;9, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall wird der durch einen Wareneinkauf verwirklichte Sachverhalt, den &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 EStG f&uuml;r die Anerkennung einer Betriebsausgabe zugrunde legt, weder durch ein Benennungsverlangen des FA noch dessen Nichtbeantwortung in der geforderten Weise nachtr&auml;glich r&uuml;ckwirkend ver&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.1.2017, III R 28\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.190117.IIIR28.14.0 Korrektur bestandskr&auml;ftiger Bescheide aufgrund neuer Erkenntnisse aus einem Benennungsverlangen &#8211; Voraussetzung einer Sch&auml;tzung &#8211; Wahl der Sch&auml;tzungsmethode Leits&auml;tze 1. Weder ein Benennungsverlangen i.S. des &sect; 160 AO noch die (fehlende) Antwort hierauf begr&uuml;nden die Tatbestandsvoraussetzungen einer &Auml;nderung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO oder nach &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-28-14-korrektur-bestandskraeftiger-bescheide-aufgrund-neuer-erkenntnisse-aus-einem-benennungsverlangen-voraussetzung-einer-schaetzung-wahl-der-schaetzungsmethode\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;28\/14 &#8211; Korrektur bestandskr&auml;ftiger Bescheide aufgrund neuer Erkenntnisse aus einem Benennungsverlangen &#8211; Voraussetzung einer Sch&auml;tzung &#8211; Wahl der Sch&auml;tzungsmethode<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67253","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67253","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67253"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67253\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67253"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67253"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67253"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}