{"id":67255,"date":"2017-06-01T08:35:01","date_gmt":"2017-06-01T06:35:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67255"},"modified":"2017-06-01T08:35:01","modified_gmt":"2017-06-01T06:35:01","slug":"viii-r-7-13-zum-vorliegen-eines-steuerstundungsmodells-is-des-par-15b-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-7-13-zum-vorliegen-eines-steuerstundungsmodells-is-des-par-15b-estg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;7\/13 &#8211; Zum Vorliegen eines Steuerstundungsmodells i.S. des &sect; 15b EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.1.2017, VIII R 7\/13<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.170117.VIIIR7.13.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum Vorliegen eines Steuerstundungsmodells i.S. des &sect; 15b EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. F&uuml;r die Annahme eines Steuerstundungsmodells i.S. des &sect; 15b Abs. 1 EStG ist Voraussetzung, dass auf ein vorgefertigtes Konzept i.S. des &sect; 15b Abs. 2 Satz 2 EStG zur&uuml;ckgegriffen wird. Das blo&szlig;e Aufgreifen einer bekannten Gestaltungsidee f&uuml;hrt nicht ohne Weiteres zur Annahme eines Steuerstundungsmodells.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Das vorgefertigte Konzept muss von einer vom Steuerpflichtigen verschiedenen Person (Anbieter\/Initiator) erstellt worden sein. Charakteristisch ist insoweit die Passivit&auml;t des Investors\/Anlegers.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Setzt der Investor\/Anleger eine von ihm selbst oder dem in seinem Auftrag t&auml;tigen Berater entwickelte oder modifizierte und individuell angepasste Investition um, liegt kein vorgefertigtes Konzept vor.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Beruhen Investitionen nicht auf einem vorgefertigten Konzept, sondern auf einer individuellen Gestaltung, so sind sie weder von &sect; 15b EStG erfasst, noch als vom Gesetz missbilligte Gestaltung i.S. des &sect; 42 Abs. 1 AO zur Vermeidung der Verlustverrechnungsbeschr&auml;nkung des &sect; 15b EStG anzusehen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 17. Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1 K 2343\/08 und die im Feststellungsbescheid vom 9. Juli 2008 enthaltene Feststellung des verrechenbaren Verlustes nach &sect; 15b Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens einschlie&szlig;lich der au&szlig;ergerichtlichen Kosten der Beigeladenen hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Streitig ist, ob ein sog. Steuerstundungsmodell i.S. des &sect;&nbsp;15b des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr (2006) anzuwendenden Fassung (EStG) vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Kommanditgesellschaft, deren Komplement&auml;rin eine weder am Gewinn noch am Verlust beteiligte Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung ist. Alleinige und gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Kommanditistin der Kl&auml;gerin war im Streitjahr die Beigeladene.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beigeladene beauftragte am 18.&nbsp;November 2006 einen von ihrem Anlageberater empfohlenen Rechtsanwalt und Steuerberater bzw. dessen Soziet&auml;t (nachfolgend: R) mit der Erstellung &quot;einer Struktur&quot; f&uuml;r den Erwerb einer Schuldverschreibung &uuml;ber die Beteiligung an einer verm&ouml;gensverwaltenden Personengesellschaft (sog. &quot;Asset Linked Note&quot;) und bat um die Unterbreitung entsprechender Angebote. Daraufhin nahm R Kontakt zu vier Banken auf. In einem Schreiben vom 11.&nbsp;Dezember 2006 erteilte die Beigeladene dem R den Auftrag, die Investition in eine Schuldverschreibung &uuml;ber eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft umzusetzen. Der Auftrag umfasste die Erstellung von Berechnungen zur Vorteilhaftigkeit derartiger Investitionen und die konkrete Anfrage f&uuml;r eine Emission einer solchen Schuldverschreibung bei dem Kreditinstitut B. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) war auch die Ausarbeitung der f&uuml;r die Investition notwendigen Vertr&auml;ge umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>R setzte sich am 12.&nbsp;Dezember 2006 nach Erstellung einer individuellen Berechnung der Investition auf der Grundlage eines Investitionsvolumens von X&nbsp;EUR mit dem Kreditinstitut B zwecks Realisierung der Emission einer Schuldverschreibung zu den errechneten Konditionen in Verbindung. R verhandelte mit B bzw. der zur Unternehmensgruppe der B geh&ouml;renden L &uuml;ber die Konditionen der Schuldverschreibung und des der Finanzierung dienenden Darlehens und stimmte deren Ausgestaltung unter Ber&uuml;cksichtigung der individuellen wirtschaftlichen und steuerlichen Verh&auml;ltnisse der Beigeladenen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am gleichen Tag erfolgte die Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin, deren Zweck der Erwerb und die Verwaltung der in &sect;&nbsp;3 des Gesellschaftsvertrages n&auml;her beschriebenen Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sein sollte. Der Kapitalanteil der Beigeladenen belief sich auf X&nbsp;EUR. Die Dauer der Gesellschaft war bis zur Endf&auml;lligkeit der Anleihen befristet. Die f&uuml;r die Gr&uuml;ndung erforderlichen Vertr&auml;ge fertigte R.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 19.&nbsp;Dezember 2006 zeichneten die Beigeladene und die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Komplement&auml;rin der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Kl&auml;gerin Schuldverschreibungen der L im Nennbetrag von Y&nbsp;EUR und erkl&auml;rten die Einzahlung des Nennbetrages zum 20.&nbsp;Dezember 2006. Gem&auml;&szlig; den Anleihebedingungen sollten die Schuldverschreibungen am 20.&nbsp;Dezember 2016 zum Nennbetrag zur&uuml;ckgezahlt werden. Die Schuldverschreibungen waren j&auml;hrlich mit einem festen Zinssatz bezogen auf den gesamten Nennbetrag verzinst. Die Zinsen waren j&auml;hrlich nachsch&uuml;ssig jeweils am 20.&nbsp;Dezember eines Jahres zahlbar, erstmals am 20.&nbsp;Dezember 2007, letztmals zum Endf&auml;lligkeitstermin. Zus&auml;tzlich sollte am Endf&auml;lligkeitstermin die Zahlung eines festen, in zwei Teilbetr&auml;ge gesplitteten Bonus erfolgen, so dass sich zum Endf&auml;lligkeitstermin eine garantierte Zins- und Bonuszahlung in H&ouml;he von insgesamt Z&nbsp;EUR ergab. Dar&uuml;ber hinaus war am F&auml;lligkeitstermin die Zahlung eines an einen Index gekoppelten variablen Bonuszinses vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Darlehensvertrag vom 20.&nbsp;Dezember 2006 gew&auml;hrte B der Kl&auml;gerin ein Darlehen zur Finanzierung des Erwerbs der gezeichneten Schuldverschreibungen in H&ouml;he von Y&nbsp;EUR zuz&uuml;glich eines Disagios in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR. Die Laufzeit des Darlehens betrug zehn Jahre, beginnend mit dessen Auszahlung am 20.&nbsp;Dezember 2006, endend am 20.&nbsp;Dezember 2016. Das Disagio war am Tag der Darlehensauszahlung zu entrichten und wurde bei der Auszahlung vom Bruttodarlehensbetrag einbehalten. Die Darlehnszinsen waren vorsch&uuml;ssig jeweils zum 20.&nbsp;Dezember eines Jahres zu zahlen. Die Forderungen des B aus dem Darlehensvertrag wurden durch die Verpf&auml;ndung der von der Kl&auml;gerin erworbenen Schuldverschreibungen besichert. Die aufgrund der Darlehensvereinbarung am 20.&nbsp;Dezember 2006 zu entrichtenden Zahlungen beliefen sich insgesamt auf Z&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Erkl&auml;rung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung der Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2006 vom 24.&nbsp;Juli 2007 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin dementsprechend negative Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von Z&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das urspr&uuml;nglich zust&auml;ndige Finanzamt stellte mit Bescheid vom 9.&nbsp;Juli 2008 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen und des verrechenbaren Verlustes nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG f&uuml;r 2006 Einnahmen der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 0&nbsp;EUR sowie Werbungskosten zu ausl&auml;ndischen Zinsen und anderen Ertr&auml;gen ohne Dividenden in H&ouml;he von Z&nbsp;EUR fest, wovon Z&nbsp;EUR unter &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2b i.V.m. &sect;&nbsp;15b EStG fielen. Der Beigeladenen wurde der Gesamtbetrag als Werbungskosten zugerechnet. Dar&uuml;ber hinaus stellte das Finanzamt einen nicht ausgleichs-\/abzugsf&auml;higen Verlust des Wirtschaftsjahres in H&ouml;he von Z&nbsp;EUR sowie einen steuerpflichtigen verrechenbaren Verlust am Ende des Wirtschaftsjahres in gleicher H&ouml;he fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen von der Kl&auml;gerin erhobene Sprungklage blieb ohne Erfolg. Das FG vertrat in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 510 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 17.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;2343\/08 die Auffassung, bei der Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin zum Zwecke des Erwerbs einer zu 100&nbsp;% fremdfinanzierten Inhaberschuldverschreibung mit Bonuszinsabrede bei Kopplung des variablen Bonuszinses an die Entwicklung eines Indexwertes durch deren einzige Kommanditistin und dem Erwerb der Inhaberschuldverschreibung mit Bonuszinsabrede durch die Kl&auml;gerin handele es sich um ein Steuerstundungsmodell i.S. des &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Revision begr&uuml;ndet die Kl&auml;gerin mit der Verletzung von Bundesrecht. Entgegen der Auffassung des FG sei &sect;&nbsp;15b EStG nicht anwendbar, da es an einem vorgefertigten Konzept fehle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und die Beigeladene beantragen,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz und die im Feststellungsbescheid 2006 vom 9.&nbsp;Juli 2008 enthaltene Feststellung eines verrechenbaren Verlustes nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist der Auffassung, das FG habe die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;15b EStG zu Recht bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und der Klage stattzugeben (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, dass ein Steuerstundungsmodell i.S. des &sect;&nbsp;15b EStG vorliegt. Die im Bescheid vom 9.&nbsp;Juli 2008 enthaltene Feststellung eines verrechenbaren Verlustes nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG f&uuml;r 2006 ist daher rechtswidrig. Die Sache ist spruchreif. Die Feststellung des verrechenbaren Verlustes war antragsgem&auml;&szlig; aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gegenstand des Revisionsverfahrens ist allein die Feststellung des verrechenbaren Verlustes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In dem angefochtenen Bescheid vom 9.&nbsp;Juli 2008 hat das urspr&uuml;nglich zust&auml;ndige Finanzamt von der in &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;5 EStG vorgesehenen M&ouml;glichkeit, die gesonderte Feststellung nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG mit der gesonderten und einheitlichen Feststellung der entsprechenden Eink&uuml;nfte aus dem &#8211;nach Ansicht des FA vorliegenden&#8211; Steuerstundungsmodell zu verbinden, Gebrauch gemacht. Jedoch hat die Kl&auml;gerin mit ihrer (Sprung-)Klage allein die in dem Bescheid vom 9.&nbsp;Juli 2008 (auch) enthaltene Feststellung des verrechenbaren Verlustes nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG angefochten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der entsprechenden Auslegung der Klageschrift ist der Senat weder an die Feststellungen des FG gebunden (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;Juli 1999 VIII&nbsp;R&nbsp;17\/97, BFHE 189, 302, BStBl II 2000, 306, m.w.N.) noch an die Fassung des Klageantrags (vgl. &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar bezieht sich der von der Kl&auml;gerin im erstinstanzlichen Verfahren gestellte Klageantrag und auch die Betreffzeile der Klageschrift &#8211;ohne n&auml;here Differenzierung&#8211; auf den Bescheid f&uuml;r 2006 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen und des verrechenbaren Verlustes nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG vom 9.&nbsp;Juli 2008. Gleichwohl folgt hieraus nicht, dass die Kl&auml;gerin auch die in dem Bescheid erfolgte gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2006 anfechten wollte. Denn sie hat weder die H&ouml;he der im Streitjahr festgestellten Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen noch die Verteilung des Ergebnisses auf die Beigeladene angegriffen. Ihre Ausf&uuml;hrungen in der Klagebegr&uuml;ndung und auch der erg&auml;nzende Zusatz im Klageantrag, der auf die &quot;ersatzlose Streichung der Feststellung &#8218;davon fallen unter &sect;&nbsp;20 (2b) i.V.m. &sect;&nbsp;15b EStG&#8216; sowie die ersatzlose Streichung der Erl&auml;uterungen in der Anlage&quot; zielt, machen deutlich, dass es der Kl&auml;gerin allein um die Kl&auml;rung der Frage der Verrechenbarkeit des Verlustes ging. Dementsprechend war lediglich die Feststellung des verrechenbaren Verlustes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG Gegenstand der Sprungklage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin war in Bezug auf die streitige Feststellung des verrechenbaren Verlustes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO klagebefugt, denn die Feststellung des verrechenbaren Verlustes war im Streitfall mit der gesonderten und einheitlichen Feststellung des Gewinnes der Gesellschaft verbunden (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 1.&nbsp;Juni 1989 IV&nbsp;R&nbsp;19\/88, BFHE 157, 181, BStBl II 1989, 1018, und vom 30.&nbsp;M&auml;rz 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;63\/91, BFHE 171, 213, BStBl II 1993, 706, zu &sect;&nbsp;15a EStG). Dass die Kl&auml;gerin sich mit der Klage allein gegen die Feststellung des verrechenbaren Verlustes wendet, l&auml;sst ihre Klagebefugnis nicht entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Auffassung des FG, bei der Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin zum Zwecke des Erwerbes einer zu 100&nbsp;% fremdfinanzierten Inhaberschuldverschreibung mit indexbezogener Bonuszinsabrede handele es sich um ein Steuerstundungsmodell i.S. des &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;1 EStG, h&auml;lt der revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung nicht stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass &sect;&nbsp;15b EStG dem Grunde nach auch im Streitfall anwendbar ist (hierzu s. unter a), jedoch ist es rechtsfehlerhaft zu der Annahme gelangt, dass ein Steuerstundungsmodell vorliegt (hierzu s. unter b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;1 Satz 1 EStG d&uuml;rfen Verluste im Zusammenhang mit einem Steuerstundungsmodell weder mit Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb noch mit Eink&uuml;nften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden; sie d&uuml;rfen auch nicht nach &sect;&nbsp;10d EStG abgezogen werden. Die Verluste mindern jedoch nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG die Eink&uuml;nfte, die der Steuerpflichtige in den folgenden Wirtschaftsjahren aus derselben Einkunftsquelle erzielt. Der nach &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;1 EStG nicht ausgleichsf&auml;hige Verlust ist j&auml;hrlich gesondert festzustellen (&sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat h&auml;lt &sect;&nbsp;15b EStG f&uuml;r verfassungsgem&auml;&szlig;. Er schlie&szlig;t sich insbesondere der Auffassung des IV.&nbsp;Senats des BFH an, dass &sect;&nbsp;15b EStG bezogen auf das Tatbestandsmerkmal einer &quot;modellhaften Gestaltung&quot; hinreichend bestimmt ist (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Februar 2014 IV&nbsp;R&nbsp;59\/10, BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465). Dieser Begriff wird in &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;2 EStG legal definiert und ist einer Auslegung zug&auml;nglich (ebenso Urteile des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 7.&nbsp;Juli 2011&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;4368\/09, EFG 2011, 1897; des FG M&uuml;nster vom 10.&nbsp;Januar 2013&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;4513\/09&nbsp;E, EFG 2013, 1014; Bl&uuml;mich\/Heuermann, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;1; Hallerbach in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;7; Rei&szlig; in Kirchhof, EStG, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15b Rz&nbsp;17; Kaeser, in: Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;15b Rz&nbsp;A&nbsp;58&nbsp;ff.; offengelassen im BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;April 2009 I&nbsp;B&nbsp;223\/08, BFH\/NV 2009, 1437).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die in &sect;&nbsp;15b EStG vorgesehene eingeschr&auml;nkte Verlustverrechnung gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2b Satz&nbsp;1 EStG in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878) erstmals ab dem Veranlagungszeitraum 2006 (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;37d EStG). Daher unterliegen auch negative Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 und 2 EStG, wie sie die Kl&auml;gerin aus der Inhaberschuldverschreibung mit Bonuszinsabrede &#8211;wie bestandskr&auml;ftig festgestellt ist&#8211; erzielt hat, der eingeschr&auml;nkten Verlustverrechnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) &sect;&nbsp;15b EStG setzt voraus, dass aus der Kapitalanlage &uuml;berhaupt steuerpflichtige Eink&uuml;nfte erzielt werden. Dies wiederum bedingt bei &Uuml;berschusseink&uuml;nften (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 bis 7 EStG), dass die Absicht besteht, auf Dauer gesehen nachhaltig &Uuml;bersch&uuml;sse zu erzielen (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juni 1989 VIII&nbsp;R&nbsp;30\/88, BFHE 157, 541, BStBl II 1989, 934). Diese Absicht ergibt sich vorliegend aus dem &#8211;mit der Klage nicht angefochtenen&#8211; Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen, bei dem es sich um einen positiven Feststellungsbescheid handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des FG liegt jedoch kein Steuerstundungsmodell i.S. des &sect;&nbsp;15b EStG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Steuerstundungsmodell i.S. des &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;1 EStG ist anzunehmen, wenn auf Grund einer modellhaften Gestaltung steuerliche Vorteile in Form negativer Eink&uuml;nfte erzielt werden sollen (&sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Dies ist der Fall, wenn dem Steuerpflichtigen auf Grund eines vorgefertigten Konzepts die M&ouml;glichkeit geboten werden soll, zumindest in der Anfangsphase der Investition Verluste mit &uuml;brigen Eink&uuml;nften zu verrechnen (&sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG). Dabei ist es ohne Belang, auf welchen Vorschriften die negativen Eink&uuml;nfte beruhen (&sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 EStG). Ob in der Sache ein Steuerstundungsmodell gegeben ist, ist im Wege einer wertenden Gesamtbetrachtung der entsprechenden Einzelfallumst&auml;nde zu ermitteln (BFH-Urteil in BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465; HHR\/Hallerbach, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es gen&uuml;gt f&uuml;r die Annahme eines Steuerstundungsmodells i.S. des &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;1 EStG nicht, dass eine rechtliche Gestaltung vorliegt, die auf steuerliche Vorteile durch Verlustabzug\/-verrechnung ausgelegt ist und ohne die M&ouml;glichkeit der (sofortigen) Verlustverrechnung&nbsp;&nbsp;nicht gew&auml;hlt worden w&auml;re (anderer Ansicht f&uuml;r den &quot;Sonderfall&quot; Einzelinvestor: Schmidt\/ Seeger, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;15b Rz&nbsp;4). Voraussetzung f&uuml;r die Annahme eines Steuerstundungsmodells ist vielmehr stets, dass auf ein vorgefertigtes Konzept i.S. des &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG zur&uuml;ckgegriffen wird. Daher f&uuml;hrt auch das blo&szlig;e Aufgreifen einer (in Fachkreisen) bekannten Gestaltungsidee mit dem Ziel einer sofortigen Verlustverrechnung nicht ohne Weiteres zur Annahme eines Steuerstundungsmodells.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ein Konzept bezeichnet einen Plan f&uuml;r ein bestimmtes Vorhaben als Ergebnis eines Prozesses des Erkennens und Entwickelns von Zielen und daraus abgeleiteten Strategien und Ma&szlig;nahmen zur Umsetzung eines gr&ouml;&szlig;eren strategisch zu planenden Vorhabens (BFH-Urteil in BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465). Entsprechend kann als Konzept nicht jegliche Investitionsplanung, sondern nur die Erstellung einer umfassenden und regelm&auml;&szlig;ig an mehrere Interessenten gerichteten Investitionskonzeption angesehen werden (BFH-Urteil in BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das Konzept nach dem ausdr&uuml;cklichen Wortlaut des Gesetzes vorgefertigt sein muss, muss es bereits vor der eigentlichen Investitionsentscheidung festgelegt worden sein. Ist Teil des Konzeptes die Gr&uuml;ndung einer Gesellschaft, gilt dies sowohl bezogen auf den Gesch&auml;ftsgegenstand der Gesellschaft als auch auf ihre Konstruktion vor der eigentlichen Investitionsentscheidung (vgl. BFH-Urteil in BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465). Ein Konzept ist danach vorgefertigt, wenn der Anwender es vorfindet und zumindest die wesentlichen Grundlagen f&uuml;r ein geplantes Vorhaben einsetzen kann und nicht erst selbst die Strategien und Ma&szlig;nahmen zur Umsetzung seines Vorhabens entwickeln muss (vgl. BFH-Urteil in BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465; vgl. auch HHR\/Hallermann, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;33; Bl&uuml;mich\/Heuermann, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das vorgefertigte Konzept muss von einer vom Steuerpflichtigen verschiedenen Person (Anbieter\/Initiator) erstellt worden sein, denn nur dann kann diesem dem Wortlaut des &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG entsprechend die M&ouml;glichkeit &quot;geboten&quot; werden, zumindest in der Anfangsphase der Investition Verluste mit &uuml;brigen Eink&uuml;nften zu verrechnen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465). Charakteristisch ist insoweit die Passivit&auml;t des Investors\/Anlegers bei der Entwicklung der Gesch&auml;ftsidee und der Vertragsgestaltung (vgl. BFH-Urteil in BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465; Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 30.&nbsp;Januar 2013&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;1185\/12, EFG 2013, 849; Bl&uuml;mich\/Heuermann, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;13; Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;473). Gibt hingegen der Investor\/Anleger die einzelnen Leistungen und Zusatzleistungen sowie deren Ausgestaltung &#8211;sei es von Anfang an oder in Abwandlung des zun&auml;chst vorgefertigten Konzepts&#8211; selbst vor und bestimmt er damit das Konzept nicht nur unwesentlich mit, so handelt es sich nicht (mehr) um ein vorgefertigtes Konzept (vgl. BFH-Urteil in BFHE 244, 385, BStBl II 2014, 465; vgl. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 17.&nbsp;Juli 2007 IV&nbsp;B&nbsp;2&nbsp;-S&nbsp;2241-&nbsp;b\/07\/0001, BStBl I 2007, 542, Rz&nbsp;10; vgl. auch Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;20 EStG Rz&nbsp;472; Lindberg in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;15b Rz&nbsp;17a; Moritz\/Strohm in Frotscher, a.a.O., &sect;&nbsp;20 n.F. Rz&nbsp;379).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demnach liegt eine modellhafte Gestaltung i.S. des &sect;&nbsp;15b EStG vor, wenn eine von einem Anbieter\/Initiator abstrakt entwickelte Investitionskonzeption f&uuml;r Interessierte am Markt zur Verf&uuml;gung steht, auf die der Investor\/Anleger &quot;nur&quot; noch zugreifen muss, nicht hingegen, wenn der Investor\/Anleger eine von ihm selbst oder dem in seinem Auftrag &#8211;nicht aber im Auftrag eines Anbieters\/Initiators&#8211; t&auml;tigen Berater entwickelte oder modifizierte und individuell angepasste Investition umsetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen erweist sich die Entscheidung des FG als rechtsfehlerhaft. Die Feststellungen des FG tragen dessen Schluss, die Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin zum Zwecke des Erwerbs einer zu 100&nbsp;% fremdfinanzierten Inhaberschuldverschreibung mit indexbezogener Bonuszinsabrede beruhe auf einem von einem Dritten vorgefertigten Konzept, nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat f&uuml;r den Senat bindend festgestellt, dass die Kl&auml;gerin durch den im Auftrag der Beigeladenen t&auml;tigen Berater R gegr&uuml;ndet wurde, wobei die Beigeladene selbst die Funktion einer gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Kommanditistin &uuml;bernahm. R verfasste die erforderlichen, auf die geplante Investition abgestimmten Gesellschaftsvertr&auml;ge, verhandelte mit verschiedenen Banken &uuml;ber die M&ouml;glichkeit des Erwerbs einer fremdfinanzierten Inhaberschuldverschreibung mit Bonuszinsabrede und stimmte schlie&szlig;lich mit B bzw. L die Konditionen der tats&auml;chlich erworbenen Schuldverschreibungen sowie des zur Finanzierung aufgenommenen Darlehens unter Ber&uuml;cksichtigung der individuellen wirtschaftlichen und steuerlichen Anforderungen der Beigeladenen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach hat sich die Beigeladene nicht darauf beschr&auml;nkt, einer bereits fertig konzipierten bzw. bereits bestehenden Gesellschaft beizutreten, ohne auf deren Ausgestaltung und Gesch&auml;ftsgegenstand Einfluss nehmen zu k&ouml;nnen, sondern unter Einschaltung des in ihrem Auftrag t&auml;tigen R eine individuell gestaltete und auf ihre Belange zugeschnittene Investition get&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Dass die Beigeladene bzw. der von ihr beauftragte R eine m&ouml;glicherweise bereits im Streitjahr in Fachkreisen bekannte Gestaltungsidee zur Verlustnutzung mittels Erwerbs einer fremdfinanzierten Inhaberschuldverschreibung mit Indexabrede aufgegriffen hat, vermag den Schluss des FG auf das Vorliegen eines von dritter Seite vorgefertigten Konzeptes nicht zu begr&uuml;nden. Das FG selbst hat f&uuml;r den Senat bindend festgestellt, dass der im Auftrag der Beigeladenen t&auml;tige R das &quot;Anlagemodell&quot; eines Investments in Inhaberschuldverschreibungen weiterentwickelt hat. Die von R initiierte und durchgef&uuml;hrte Gr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin stellt demnach (jedenfalls) eine Modifikation eines etwaigen &quot;Anlagemodells&quot; dar. Dass R insoweit &quot;wie ein Initiator\/Anbieter&quot; ein abstrakt entwickeltes und konzipiertes Investitionsangebot f&uuml;r Interessierte am Markt zur Verf&uuml;gung hielt (vgl. zu einer solchen Konstellation: Rei&szlig; in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;15b Rz&nbsp;42), hat das FG ebenso wenig festgestellt, wie dass R im Auftrag des B oder der L t&auml;tig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die von der Beigeladenen gew&auml;hlte Gestaltung ist auch nicht missbr&auml;uchlich i.S. des &sect;&nbsp;42 der Abgabenordnung in der im Streitjahr geltenden Fassung (AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat kann dahingestellt lassen, ob die Anwendung des &sect;&nbsp;42 AO im Streitfall bereits deshalb ausgeschlossen ist, weil &sect;&nbsp;15b EStG als Spezialmissbrauchstatbestand lex specialis und damit vorrangig und ausschlie&szlig;lich anwendbar ist (so Urteil des FG Niedersachsen vom 1.&nbsp;November 2012&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;382\/10, EFG 2013, 328, aus anderen Gr&uuml;nden aufgehoben durch BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Dezember 2015 I&nbsp;R&nbsp;43\/13, BFH\/NV 2016, 1034; HHR\/ Hallerbach, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;19; Handzik in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;15b Rz&nbsp;44; wohl auch Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;42 AO Rz&nbsp;20; anderer Ansicht wohl Kaminski in Korn, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;31&nbsp;f.; Kaeser, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;15b Rz&nbsp;A31; Bl&uuml;mich\/Heuermann, &sect;&nbsp;15b EStG Rz&nbsp;5: Im Regelungsbereich des &sect;&nbsp;15b EStG ist &sect;&nbsp;15b EStG vorrangig gegen&uuml;ber &sect;&nbsp;42 AO). Denn selbst wenn &sect;&nbsp;42 AO neben &sect;&nbsp;15b EStG anwendbar w&auml;re, w&auml;ren dessen Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 AO kann durch Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten des Rechts das Steuergesetz nicht umgangen werden (Satz&nbsp;1). Liegt ein Missbrauch vor, entsteht der Steueranspruch so, wie er bei einer den wirtschaftlichen Vorg&auml;ngen angemessenen rechtlichen Gestaltung entsteht (Satz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Umgehung i.S. des &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 Satz 1 AO ist gegeben, wenn eine Gestaltung gew&auml;hlt wird, die &#8211;gemessen an dem erstrebten Ziel&#8211; unangemessen ist, der Steuerminderung dienen soll und durch wirtschaftliche oder sonst beachtliche nichtsteuerliche Gr&uuml;nde nicht zu rechtfertigen ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;November 2006 IV&nbsp;R&nbsp;21\/05, BFHE 216, 57, BStBl II 2010, 230, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 AO selbst enth&auml;lt keinen normativen Ma&szlig;stab f&uuml;r die Beurteilung der Angemessenheit. Dieser ist dem &quot;umgangenen&quot; Gesetz und den flankierenden (speziellen) Missbrauchsvorschriften zu entnehmen. Hat der Gesetzgeber ein missbrauchsverd&auml;chtiges Feld gesichtet und durch eine Spezialvorschrift abgesteckt, legt er f&uuml;r diesen Bereich die Ma&szlig;st&auml;be fest (vgl. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Dezember 2013 I&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFH\/NV 2014, 904, m.w.N.; vgl. auch BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;November 2007 I&nbsp;R&nbsp;85\/05, BFHE 223, 414, BStBl II 2013, 287). Sind in einem konkreten Einzelfall die Voraussetzungen der speziellen Missbrauchsbestimmungen nicht erf&uuml;llt, darf die Wertung des Gesetzgebers nicht durch eine extensive Anwendung des &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 AO unterlaufen werden (BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 904, m.w.N.). Hieran hat sich durch die Einf&uuml;gung des &sect;&nbsp;42 Abs.&nbsp;2 AO nichts ge&auml;ndert (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2014, 904, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Danach ist die von der Beigeladenen gew&auml;hlte Gestaltung nicht unangemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat das Problem einer missbr&auml;uchlichen Nutzung von Verlustzuweisungen gesehen und in &sect;&nbsp;15b EStG bestimmt, dass f&uuml;r Steuerstundungsmodelle, bei denen dem Steuerpflichtigen auf Grund eines vorgefertigten Konzepts die M&ouml;glichkeit der Verlustverrechnung geboten wird, Verlustverrechnungsbeschr&auml;nkungen gelten. Beruhen Investitionen &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht auf einem vorgefertigten Konzept, sondern auf der individuellen Gestaltung einer am Markt vorhandenen Gestaltungsidee, so sind sie weder von &sect;&nbsp;15b EStG erfasst, noch als vom Gesetz missbilligte Gestaltung zur Vermeidung der Verlustverrechnungsbeschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;15b EStG anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist spruchreif. Das FG-Urteil war aus den dargelegten Erw&auml;gungen aufzuheben, ebenso die streitgegenst&auml;ndliche Feststellung des verrechenbaren Verlusts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15b Abs.&nbsp;4 EStG vom 9.&nbsp;Juli 2008.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO. Die au&szlig;ergerichtlichen Kosten der Beigeladenen sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;139 Abs.&nbsp;4 FGO erstattungsf&auml;hig, denn sie hat das Verfahren durch ihren Vortrag in der m&uuml;ndlichen Verhandlung gef&ouml;rdert und durch einen eigenen Sachantrag ein Kosten-risiko getragen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2013 IV&nbsp;R&nbsp;6\/10, BFH\/NV 2013, 1584).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.1.2017, VIII R 7\/13ECLI:DE:BFH:2017:U.170117.VIIIR7.13.0 Zum Vorliegen eines Steuerstundungsmodells i.S. des &sect; 15b EStG Leits&auml;tze 1. F&uuml;r die Annahme eines Steuerstundungsmodells i.S. des &sect; 15b Abs. 1 EStG ist Voraussetzung, dass auf ein vorgefertigtes Konzept i.S. des &sect; 15b Abs. 2 Satz 2 EStG zur&uuml;ckgegriffen wird. Das blo&szlig;e Aufgreifen einer bekannten Gestaltungsidee f&uuml;hrt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-7-13-zum-vorliegen-eines-steuerstundungsmodells-is-des-par-15b-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;7\/13 &#8211; Zum Vorliegen eines Steuerstundungsmodells i.S. des &sect; 15b EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67255","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67255","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67255"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67255\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}