{"id":67256,"date":"2017-06-01T08:47:35","date_gmt":"2017-06-01T06:47:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67256"},"modified":"2017-06-01T08:47:35","modified_gmt":"2017-06-01T06:47:35","slug":"ix-r-26-16-uebertragung-von-anteilen-an-geschlossenen-immobilienfonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-26-16-uebertragung-von-anteilen-an-geschlossenen-immobilienfonds\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;26\/16 &#8211; &Uuml;bertragung von Anteilen an geschlossenen Immobilienfonds"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 31.1.2017, IX R 26\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.310117.IXR26.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&Uuml;bertragung von Anteilen an geschlossenen Immobilienfonds<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>&Uuml;bertr&auml;gt der Steuerpflichtige einen fremd finanzierten Anteil an einem geschlossenen Immobilienfonds in Erf&uuml;llung einer Vergleichsvereinbarung auf eine von dem finanzierenden Kreditinstitut benannte Erwerbergesellschaft und verzichtet das Kreditinstitut im Gegenzug teilweise auf die R&uuml;ckzahlung des restlichen Darlehens, kann ein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft vorliegen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger werden das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 23. Mai 2016&nbsp;&nbsp;9 K 2994\/15 und die Einspruchsentscheidung des Beklagten vom 25. September 2015 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r 2011 vom 21. Mai 2014 wird dahingehend ge&auml;ndert, dass die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung der Kl&auml;ger um 13.080,98 EUR verringert werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden. Sie beteiligten sich am 30.&nbsp;Dezember 1992 gemeinsam mit drei Anteilen an der &#8230; Fonds GbR. Die Anschaffungskosten der Beteiligung finanzierten sie in vollem Umfang durch die Aufnahme eines Darlehens in H&ouml;he von 54.050,71&nbsp;EUR bei der Bank E. Aus der Beteiligung erzielten die Kl&auml;ger Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung. Die an die Bank E geleisteten Schuldzinsen sowie die Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA) auf die von der GbR vermieteten Geb&auml;ude brachten sie als Werbungskosten in Abzug. Das Darlehensverh&auml;ltnis mit der Bank E ging im Wege der Rechtsnachfolge auf die B-AG &uuml;ber.<br \/>Im Oktober 2010 widerriefen die Kl&auml;ger ihre Willenserkl&auml;rungen im Zusammenhang mit dem Abschluss des Darlehensvertrags. Im Oktober 2010 nahmen sie die B-AG auf Schadensersatz wegen der schuldhaften Verletzung von vorvertraglichen Informations- und Aufkl&auml;rungspflichten (Prospekthaftung) in Anspruch. Dabei argumentierten sie, dass sie bei Kenntnis der wahren Sachlage vom Fondserwerb und damit auch von dessen Finanzierung Abstand genommen h&auml;tten. Ihnen stehe daher nach dem Grundsatz der Naturalrestitution ein Anspruch auf R&uuml;ckerstattung der bereits erbrachten Zins- und Tilgungszahlungen Zug um Zug gegen Zurverf&uuml;gungstellung der Gesellschaftsanteile zu.<br \/>Mit Datum vom 4. und vom 16.&nbsp;Februar 2011 schlossen die Kl&auml;ger mit der B-AG folgenden au&szlig;ergerichtlichen Vergleich:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">&quot;Vorbemerkung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Der B-AG steht aus dem anf&auml;nglich von ihrer Rechtsvorg&auml;ngerin gew&auml;hrten, von ihr &uuml;bernommenen Darlehen (&#8230;) eine Forderung in H&ouml;he von 37.822,21&nbsp;EUR zuz&uuml;glich Zinsen und Kosten seit dem 29.10.2010 (Stichtag) zu. Mit dem Darlehen hat der Darlehensnehmer eine Beteiligung am Immobilienfonds (&#8230;) GbR finanziert. Zwischen den Parteien besteht Uneinigkeit dar&uuml;ber, ob der Darlehensnehmer verpflichtet ist, das Darlehensverh&auml;ltnis zu erf&uuml;llen oder ob der Gesamtvorgang des kreditfinanzierten Beteiligungserwerbs r&uuml;ckabgewickelt werden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Zur endg&uuml;ltigen und abschlie&szlig;enden Regelung ihrer gegenseitigen Anspr&uuml;che aus und in Zusammenhang mit diesem Darlehensverh&auml;ltnis schlie&szlig;en die Parteien hiermit nachfolgenden<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">Vergleich:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Der Darlehensnehmer erkennt an, der B-AG die in der Vorbemerkung genannte Forderung zu schulden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">2.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Zur Abgeltung dieser Forderung zahlt der Darlehensnehmer nach Ma&szlig;gabe der nachstehenden Regelungen eine einmalige Zahlung (&#8218;Zahlbetrag&#8216;) in H&ouml;he von<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">15.128,88&nbsp;EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">(i.W. f&uuml;nfzehntausendeinhundertachtundzwanzig Euro und achtundachtzig Cent) an die B-AG. Der Zahlbetrag ist mit Vertragsschluss, sp&auml;testens am 15.03.2011 unter Angabe des Verwendungszwecks &#8218;Zahlung gem. Vergleichsvereinbarung&#8216; auf das bereits genannte Konto des Darlehensnehmers bei der B-AG (&#8230;) zur Zahlung f&auml;llig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">3.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Der Darlehensnehmer verpflichtet sich, seinen der B-AG bereits zur Sicherung ihrer Forderungen verpf&auml;ndeten Anteil an dem vorstehend genannten Immobilienfonds auf ihr Verlangen in erforderlicher Form mit allen Rechten und Pflichten hieraus an sie oder einen von ihr benannten Dritten zu &uuml;bertragen und ggf. des Weiteren alle notwendigen Erkl&auml;rungen abzugeben, die zu einer Eintragung dieses Vorgangs in das Grundbuch erforderlich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">4.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Mit Erf&uuml;llung der vorstehenden Punkte verzichtet die B-AG auf die Geltendmachung weitergehender Anspr&uuml;che aus dem Darlehensverh&auml;ltnis gegen den Darlehensnehmer. Der Darlehensnehmer verzichtet mit Abschluss dieser Vereinbarung gegen&uuml;ber der B-AG, zugleich zugunsten ihrer einleitend genannten Rechtsvorg&auml;ngerin, auf s&auml;mtliche ihm heute bekannte wie unbekannte Anspr&uuml;che und Rechte, gleich aus welchem Rechtsgrund, soweit sie sich auf das hier geregelte Darlehensverh&auml;ltnis beziehen bzw. aus ihm resultieren. (&#8230;)&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger zahlten an die B-AG 15.128,88&nbsp;EUR. Sie traten am 4.&nbsp;April 2011 ihre Gesellschaftsanteile an der GbR an die von der B-AG benannte Q-GmbH ab. Mit Schreiben vom 4.&nbsp;Juli 2014 best&auml;tigte die B-AG den Kl&auml;gern, der aus der &Uuml;bertragung der Gesellschaftsanteile erzielte Kaufpreis sei auf die von ihr erlassene Restforderung verrechnet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte die Besteuerungsgrundlagen der an der GbR beteiligten Gesellschafter durch Feststellungsbescheid f&uuml;r 2011 vom 9.&nbsp;Januar 2014 einheitlich und gesondert mit Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung in H&ouml;he von 27.744,06&nbsp;EUR fest. Auf die Kl&auml;ger entfiel ein Betrag von 13.867,05&nbsp;EUR. Dieser setzte sich aus nach Quote verteilten laufenden Eink&uuml;nften in H&ouml;he von 293,97&nbsp;EUR und Sondereinnahmen in H&ouml;he von 13.573,08&nbsp;EUR zusammen. Dem Bescheid war eine Anlage beigef&uuml;gt, wonach f&uuml;r die Kl&auml;ger eine Erstattung von Schuldzinsen von 13.487,49&nbsp;EUR und eine Minder-AfA von 85,59&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt worden war. Bei der Berechnung orientierte sich das FA an der Verf&uuml;gung des Bayerischen Landesamts f&uuml;r Steuern vom 15.&nbsp;Juli 2008. Der Darlehenserlass wurde danach durch eine Verh&auml;ltnisrechnung unter Ber&uuml;cksichtigung des gesamten Darlehensbetrags (54.050,71&nbsp;EUR) und der insgesamt geleisteten Schuldzinsen (79.179,90&nbsp;EUR) aufgeteilt in die R&uuml;ckzahlung zu viel bezahlter Schuldzinsen (13.487,49&nbsp;EUR) und die R&uuml;ckzahlung von Tilgungsleistungen (9.205,84&nbsp;EUR). Die Anschaffungskosten und somit die AfA-Bemessungsgrundlage wurde um 9.702,55&nbsp;EUR, abz&uuml;glich Grund und Boden in H&ouml;he von 1.455,38&nbsp;EUR, also um 8.247,17&nbsp;EUR berichtigt. Dies hatte eine K&uuml;rzung der AfA um 85,59&nbsp;EUR zur Folge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchsverfahren &auml;nderte das FA seine Berechnung. Die erstatteten Schuldzinsen setzte es mit 12.990,78&nbsp;EUR und die AfA-Minderung mit 90,20&nbsp;EUR an. Am 21.&nbsp;Mai 2014 erging ein entsprechend ge&auml;nderter Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung f&uuml;r 2011. Die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung wurden in H&ouml;he von 35.276,60&nbsp;EUR festgestellt. Auf die Kl&auml;ger entfielen anteilige Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung in H&ouml;he von 13.374,95&nbsp;EUR (davon laufende Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 293,97&nbsp;EUR und Sondereinnahmen in H&ouml;he von 13.080,98&nbsp;EUR). Aufgrund der insgesamt geleisteten Schuldzinsen &auml;nderte sich der Anteil der r&uuml;ckerstatteten Schuldzinsen auf 12.990,78&nbsp;EUR und die K&uuml;rzung der AfA auf 90,20&nbsp;EUR.<br \/>Den aufrecht erhaltenen Einspruch der Kl&auml;ger wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;September 2015 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 1882 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 23.&nbsp;Mai 2016&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;2994\/15 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Erstattung der Schuldzinsen in H&ouml;he von 12.990,78&nbsp;EUR sei als Sondereinnahmen steuerbar. Gleiches gelte in H&ouml;he von 90,20&nbsp;EUR f&uuml;r die Minderung der anteilig auf die Kl&auml;ger entfallenden AfA. Mit dem aufgrund des Vergleichs ausgesprochenen Schulderlass in H&ouml;he von 22.693,33&nbsp;EUR habe die B-AG den Kl&auml;gern Schadensersatz f&uuml;r alle ihnen durch den Erwerb der Fondsanteile entstandenen Sch&auml;den geleistet. Die Sch&auml;den h&auml;tten sowohl in dem &uuml;berh&ouml;hten Kaufpreis bestanden als auch in den zu viel bezahlten Schuldzinsen f&uuml;r den Teilbetrag, um den der Kaufpreis den tats&auml;chlichen Wert der Fondsanteile &uuml;berstiegen habe. Das FA sei daher zu Recht davon ausgegangen, dass der erlassene Schuldbetrag aufgeteilt werden m&uuml;sse, in einen Teilbetrag als Ersatz von Schuldzinsen und einen weiteren Teilbetrag als R&uuml;ckerstattung des &uuml;berh&ouml;hten Kaufpreises. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Aufteilung sei das Verh&auml;ltnis der Anschaffungskosten f&uuml;r die Anteile einerseits zu den bis zum Erlasszeitpunkt entstandenen Schuldzinsen andererseits. Die Auffassung der Kl&auml;ger, es habe sich bei dem mit der B-AG abgeschlossenen Vertrag vom 4. und 16.&nbsp;Februar 2011 nicht um eine R&uuml;ckabwicklung des Darlehensverh&auml;ltnisses und des Fondsanteilserwerbs, sondern um ein nach Ablauf der zehnj&auml;hrigen Spekulationsfrist nicht mehr steuerbares privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft gehandelt, teile das FG nicht. Es handele sich nicht um einen marktoffenen Vorgang, sondern um einen notwendigen Teilakt im Rahmen der R&uuml;ckabwicklung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung von Bundesrecht. Sie bringen vor, eine R&uuml;ckabwicklung l&auml;ge nur vor, wenn der von ihnen geltend gemachte Anspruch auf R&uuml;ckerstattung der bereits erbrachten Zins- und Tilgungsleistungen Zug-um-Zug gegen die Zurverf&uuml;gungstellung der Gesellschaftsanteile entsprechend umgesetzt worden w&auml;re. Zu einer solchen Vereinbarung sei es aber nicht gekommen. Sie h&auml;tten kein Geld von der B-AG bekommen, vielmehr sich zu einer weiteren Zahlung an die B-AG verpflichtet. Es liege daher keine R&uuml;ckgew&auml;hr der erstatteten Leistungen vor. Der Forderungsverzicht stelle auch keinen Schadensersatz f&uuml;r die zu viel bezahlten Schuldzinsen dar. Schadensersatz k&ouml;nnte nur vorliegen, wenn es nicht zu einem Abwicklungsverh&auml;ltnis gekommen und die Beteiligung nicht r&uuml;ckabgewickelt worden w&auml;re. Es sei auch in der Vereinbarung nichts zu der Gegenleistung geregelt. Der verrechnete Kaufpreis sei daher in voller H&ouml;he von 22.693,33&nbsp;EUR die Gegenleistung f&uuml;r die &Uuml;bertragung der Beteiligung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 23.&nbsp;Mai 2016&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;2994\/15 und die Einspruchsentscheidung vom 25.&nbsp;September 2015 aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung f&uuml;r 2011 vom 21.&nbsp;Mai 2014 dahingehend abzu&auml;ndern, dass die Erh&ouml;hung der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung um 12.990,78&nbsp;EUR und um 90,20&nbsp;EUR r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt die Ermittlung der Eink&uuml;nfte f&uuml;r zutreffend. Die finanzierende Bank habe Schadensersatz geleistet. Durch den Abschluss der Vereinbarung habe eine schnelle au&szlig;ergerichtliche Einigung erzielt werden sollen. Wenn die Kl&auml;ger die Beteiligung gek&uuml;ndigt h&auml;tten, h&auml;tte ihnen nur ein deutlich niedrigerer Auseinandersetzungswert in H&ouml;he von 3.500&nbsp;EUR je Anteil zugestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass eine R&uuml;ckabwicklung der Beteiligung vorgelegen habe. Die Kl&auml;ger haben ihre Beteiligung vielmehr ver&auml;u&szlig;ert (1.). Weiter hat das FG fehlerhaft angenommen, der teilweise Verzicht der B-AG auf die Darlehensr&uuml;ckzahlung habe bei den Kl&auml;gern zur Erstattung geleisteter Schuldzinsen und zum R&uuml;ckfluss von Werbungskosten gef&uuml;hrt und sei deshalb als Einnahme gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 des Einkommensteuergesetzes (EStG) steuerbar (2.). Das Verfahren ist spruchreif. Die FG-Entscheidung und die Einspruchsentscheidung sind aufzuheben und der Klage ist stattzugeben (3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist auf der Grundlage seiner Feststellungen unzutreffend davon ausgegangen, dass es sich bei dem Vergleich vom Februar 2011 um ein R&uuml;ckabwicklungsschuldverh&auml;ltnis handelte. Es handelt sich jedoch um eine (nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG nicht steuerbare) Ver&auml;u&szlig;erung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Als Anschaffung und Ver&auml;u&szlig;erung werden im Regelfall der entgeltliche Erwerb und die entgeltliche &Uuml;bertragung eines Wirtschaftsguts auf eine andere Person aufgefasst (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8.&nbsp;April 2003 IX&nbsp;R&nbsp;1\/01, BFH\/NV 2003, 1171, unter II.1.b&nbsp;aa, und vom 2.&nbsp;Mai 2000 IX&nbsp;R&nbsp;73\/98, BFHE 192, 435, BStBl II 2000, 614, unter II.3.b). Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnen aber auch andere marktoffenbare Vorg&auml;nge als Ver&auml;u&szlig;erung zu beurteilen sein (vgl. u.a. BFH-Urteile in BFHE 192, 435, BStBl II 2000, 614, und vom 24.&nbsp;Juni 2003 IX&nbsp;R&nbsp;2\/02, BFHE 202, 351, BStBl II 2003, 752, unter II.1.b&nbsp;cc). Eine Ver&auml;u&szlig;erung liegt hingegen dann nicht vor, wenn das urspr&uuml;ngliche Anschaffungsgesch&auml;ft r&uuml;ckabgewickelt wird. Dies ist u.a. der Fall, wenn das (auf die Anschaffung eines Grundst&uuml;cks gerichtete) Erwerbsgesch&auml;ft wegen Vertragsst&ouml;rung keinen Bestand hat und die Vertragspartner sich die gegenseitig erbrachten Leistungen vollst&auml;ndig zur&uuml;ckgew&auml;hren (vgl. BFH-Urteile vom 27.&nbsp;Juni 2006 IX&nbsp;R&nbsp;47\/04, BFHE 214, 267, BStBl II 2007, 162, m.w.N.; vom 28.&nbsp;Oktober 2009 IX&nbsp;R&nbsp;17\/09, BFHE 227, 349, BStBl II 2010, 539, unter II.2.a, und vom 16.&nbsp;Juni 2015 IX&nbsp;R&nbsp;21\/14, BFH\/NV 2015, 1567, unter II.2.a; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 17.&nbsp;November 2005 III&nbsp;ZR&nbsp;350\/04, BFH\/NV 2006, Beilage 2, 187, unter II.3.c&nbsp;bb; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;49; Musil in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;57; Kube in Kirchhof, EStG, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;23 Rz&nbsp;17; Bl&uuml;mich\/Glenk, &sect;&nbsp;23 EStG Rz&nbsp;151, 153; Berninghaus, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2014, 624, 625; Lampe, Betriebs-Berater 2008, 2599, 2603; P. Fischer, Finanz-Rundschau 2000, 393, 394). Entsprechendes gilt, wenn der Erwerb einer unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligung r&uuml;ckabgewickelt wird. An einer Ver&auml;u&szlig;erung fehlt es in diesen F&auml;llen insbesondere, wenn der an einer Personengesellschaft beteiligte Gesellschafter seine Beteiligung k&uuml;ndigt und in der Folge seine Rechtsstellung auf den Ver&auml;u&szlig;erer oder eine von diesem eingeschaltete Person &uuml;bertr&auml;gt; denn die R&uuml;ckgabe der zuvor erworbenen Rechtsstellung stellt in diesem Fall keinen marktoffenbaren Vorgang, sondern nur einen notwendigen Teilakt im Rahmen der R&uuml;ckabwicklung dar. Ganz allgemein spielt es in diesem Zusammenhang keine Rolle, ob die R&uuml;ckabwicklung des Vertrags auf R&uuml;cktritt, K&uuml;ndigung, der Leistung von Schadensersatz oder einem anderen R&uuml;ckabwicklungsgrund beruht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 214, 267, BStBl II 2007, 162).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze lassen die Feststellungen des FG nicht den Schluss zu, dass im Streitfall eine R&uuml;ckabwicklung vorliegt. Die von den Kl&auml;gern erworbene Beteiligung an der GbR ist nicht r&uuml;ckabgewickelt, sondern an die Q-GmbH &uuml;bertragen worden. Auch das im Vergleichswege beendete Darlehen ist nicht r&uuml;ckabgewickelt worden, indem die Parteien die gew&auml;hrten Leistungen zur&uuml;ckgew&auml;hrt und sich ggf. f&uuml;r die erhaltenen Nutzungsvorteile entsch&auml;digt haben. Vielmehr haben die Kl&auml;ger im Vergleich sowohl die Beteiligung an der GbR zun&auml;chst bestehen lassen und auch das (streitige) Darlehensverh&auml;ltnis zun&auml;chst in seiner rechtlichen Existenz &#8211;auch mit Wirkung f&uuml;r die Zukunft&#8211; best&auml;tigt. Sodann haben die Kl&auml;ger eine Einmalzahlung in H&ouml;he von 15.128,88&nbsp;EUR geleistet und ihre Anteile auf die Q-GmbH &uuml;bertragen. Im Gegenzug wurde den Kl&auml;gern ein Schulderlass seitens der B-AG &uuml;ber 37.822,21&nbsp;EUR gew&auml;hrt. Diese Feststellungen lassen nur den Schluss zu, dass die Anteile an der GbR als Gegenleistung f&uuml;r den Darlehensverzicht der B-AG und damit entgeltlich auf die Q-GmbH &uuml;bertragen worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Darlehensverzicht hat auch nicht zur Erstattung geleisteter Schuldzinsen und zu einem R&uuml;ckfluss von Werbungskosten gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung sind Erstattungsbetr&auml;ge, die Werbungskosten ersetzen, im Jahr des Zuflusses steuerpflichtige Einnahmen bei der Einkunftsart, bei der die Aufwendungen vorher als Werbungskosten abgezogen worden sind (BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Juli 2000 VI&nbsp;B&nbsp;184\/99, BFH\/NV 2000, 1470, m.w.N.). Dies gilt auch f&uuml;r eine Schadensersatzleistung, die Werbungskosten ersetzt (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;M&auml;rz 1993 IX&nbsp;R&nbsp;67\/88, BFHE 171, 183, BStBl II 1993, 748, m.w.N.; vgl. auch J&auml;ger, DStR 2011, 155, 158; Weber-Grellet, Der Betrieb 2007, 2740, 2742). Werden wechselseitige Anspr&uuml;che miteinander verrechnet, kann das einen Zufluss nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG bedeuten. Ein Zufluss wechselseitiger Anspr&uuml;che durch Aufrechnung oder einen Verrechnungsvertrag setzt allerdings voraus, dass sich zwei voneinander unabh&auml;ngige, f&auml;llige Anspr&uuml;che gegen&uuml;berstehen (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Februar 2002 IX&nbsp;R&nbsp;36\/98, BFHE 198, 198, BStBl II 2003, 126).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daran gemessen ist der Schluss des FG, wonach in dem Verzicht auf die noch offene Darlehensforderung in H&ouml;he von 37.822,21&nbsp;EUR abz&uuml;glich des geleisteten Abschlags in H&ouml;he von 15.128,88&nbsp;EUR =) 22.693,33&nbsp;EUR auch zugleich teilweise die R&uuml;ckzahlung von in der Vergangenheit zu Unrecht entrichteten und steuerlich als Werbungskosten abgezogenen Zinsen enthalten ist, nicht nachvollziehbar. Auf der Grundlage der Feststellungen des FG ist nicht ersichtlich, dass die B-AG den Kl&auml;ger &uuml;berh&ouml;ht berechnete Schuldzinsen h&auml;tte erstatten wollen. Das FG hat keine Feststellungen zur Werthaltigkeit der Beteiligungen der Kl&auml;ger getroffen und auch nicht weiter gepr&uuml;ft, in welcher H&ouml;he der Kaufpreis der Kl&auml;ger f&uuml;r die Anteile angemessen und in welcher H&ouml;he daf&uuml;r Zinsen zu entrichten gewesen w&auml;ren. Zudem hatten die von den Kl&auml;gern in der Vergangenheit gezahlten Schuldzinsen ihren Rechtsgrund in dem von den Beteiligten im Vergleich ausdr&uuml;cklich in seiner zivilrechtlichen Wirksamkeit best&auml;tigten Darlehensvertrag, der auch nach der Vereinbarung vom 4. und 16.&nbsp;Februar 2011 weiter Bestand hatte. Denn die Kl&auml;ger hatten die Darlehensforderung und damit den Rechtsgrund f&uuml;r die in der Vergangenheit gezahlten Zinsen ausdr&uuml;cklich anerkannt. Eine R&uuml;ckzahlung von Schuldzinsen w&auml;re damit ersichtlich ohne rechtlichen Grund erfolgt. Dagegen spricht auch, dass der Vergleich Bestandteile enthielt, die mit den in der Vergangenheit gezahlten Schuldzinsen in keinem Zusammenhang standen, zum Beispiel f&uuml;r den in der Vereinbarung unter Tz.&nbsp;4 vereinbarten Verzicht auf die Geltendmachung weiterer Anspr&uuml;che.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Beurteilung als Ersatz von in der Vergangenheit geleisteten Schuldzinsen spricht nach den Feststellungen des FG auch der Umstand, dass die abgeschlossene Vereinbarung zu Fragen der einzelfallbezogenen Schadensermittlung keine Regelungen enthielt. Die Anspr&uuml;che auf R&uuml;ckerstattung der erbrachten Zins- und Tilgungszahlungen, die von den Kl&auml;gern zuvor gegen die B-AG geltend gemacht worden sind, werden in dem abgeschlossenen Vergleich nicht erw&auml;hnt. Bei insoweit gebotener wirtschaftlicher Betrachtung besteht auf der Grundlage der Feststellungen des FG kein Zweifel, dass die Erwerberin der Anteile (Q-GmbH) allein dazu eingeschaltet war, um den Anlegern (und damit auch den Kl&auml;gern) die Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung zu erm&ouml;glichen und um die die Bankengruppe insgesamt belastende Prozesssituation zu beenden, nicht aber, um den Kl&auml;gern in der Vergangenheit &uuml;berzahlte Schuldzinsen zu erstatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach allem kann das Urteil keinen Bestand haben und ist aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Die Feststellungen des FG reichen aus, um die &Uuml;bertragung der Anteile der GbR gegen den Verzicht auf weiter gehende Anspr&uuml;che aus dem Darlehensverh&auml;ltnis als au&szlig;erhalb der Haltefrist liegendes und damit nicht steuerbares Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft einzuordnen. Daher sind die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung der Kl&auml;ger um die streitigen Betr&auml;ge von 12.990,78&nbsp;EUR und 90,20&nbsp;EUR und damit um insgesamt 13.080,98&nbsp;EUR zu reduzieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO. Da das FA in vollem Umfang unterlegen ist, tr&auml;gt es die Kosten des gesamten Verfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 31.1.2017, IX R 26\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.310117.IXR26.16.0 &Uuml;bertragung von Anteilen an geschlossenen Immobilienfonds Leits&auml;tze &Uuml;bertr&auml;gt der Steuerpflichtige einen fremd finanzierten Anteil an einem geschlossenen Immobilienfonds in Erf&uuml;llung einer Vergleichsvereinbarung auf eine von dem finanzierenden Kreditinstitut benannte Erwerbergesellschaft und verzichtet das Kreditinstitut im Gegenzug teilweise auf die R&uuml;ckzahlung des restlichen Darlehens, kann ein privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft vorliegen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-26-16-uebertragung-von-anteilen-an-geschlossenen-immobilienfonds\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;26\/16 &#8211; &Uuml;bertragung von Anteilen an geschlossenen Immobilienfonds<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67256","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67256\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}