{"id":67260,"date":"2017-06-01T08:48:41","date_gmt":"2017-06-01T06:48:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67260"},"modified":"2017-06-01T08:48:41","modified_gmt":"2017-06-01T06:48:41","slug":"iii-r-35-14-erlass-von-steuern-aus-billigkeitsgruenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-35-14-erlass-von-steuern-aus-billigkeitsgruenden\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;35\/14 &#8211; Erlass von Steuern aus Billigkeitsgr&uuml;nden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2017, III R 35\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.230217.IIIR35.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Erlass von Steuern aus Billigkeitsgr&uuml;nden<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Begehrt ein Steuerpflichtiger, der an mehreren Personengesellschaften unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist, einen Steuererlass aus Billigkeitsgr&uuml;nden, weil er &uuml;berm&auml;&szlig;ig durch Einkommen- und Gewerbesteuer belastet sei, so ist bei der Entscheidung &uuml;ber den Erlassantrag die bei den Personengesellschaften entstandene Gewerbesteuer, die anteilig auf den Steuerpflichtigen entf&auml;llt, einzubeziehen. Allerdings darf eine Gewerbesteuerbelastung, die darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, dass Gewinne und Verluste einzelner Gesellschaften f&uuml;r Zwecke der Gewerbesteuer nicht saldiert werden k&ouml;nnen, bei der Pr&uuml;fung einer &Uuml;berma&szlig;besteuerung nicht zu seinen Gunsten ber&uuml;cksichtigt werden.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 26. August 2014&nbsp;&nbsp;8 K 8322\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war alleiniger Kommanditist der Z&nbsp;KG. Er war auch Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Komplement&auml;r-GmbH. Die Z&nbsp;KG befasste sich mit der Akquisition von Grundst&uuml;cken, die f&uuml;r eine Bebauung, Vermietung und Verwertung geeignet waren. F&uuml;r entsprechende Grundst&uuml;cke sollte Baurecht geschaffen werden, auch sollten die Baukosten ermittelt sowie Kapitalgeber und Mieter gesucht werden. Nach der Vorprojektierungsphase wurden einzelne Tochtergesellschaften der Z&nbsp;KG jeweils in der Rechtsform einer GmbH &#038; Co. KG gegr&uuml;ndet, welche die einzelnen Vorhaben durchf&uuml;hren sollten und an denen auch Mitinvestoren beteiligt waren. Einzelne dieser Projektgesellschaften waren wirtschaftlich erfolgreich, andere erzielten Verluste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und seine fr&uuml;here Ehefrau wurden f&uuml;r die Jahre 1989 bis 1993 (Streitjahre) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Mit Schreiben vom 19.&nbsp;Januar 2006 beantragte der Kl&auml;ger beim urspr&uuml;nglich f&uuml;r ihn zust&auml;ndigen FA&nbsp;X, die f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 1989 bis 2004 festgesetzte Einkommensteuer sowie den Solidarit&auml;tszuschlag von insgesamt 1.396.931,15&nbsp;EUR aus Billigkeitsgr&uuml;nden zu erlassen. Die erzielten Eink&uuml;nfte seien mit deutlich mehr als 100&nbsp;% mit Einkommen- und Gewerbesteuer belastet worden. Unter Ber&uuml;cksichtigung der gewerbesteuerlichen Auswirkungen bei den einzelnen Tochtergesellschaften liege eine &Uuml;berma&szlig;besteuerung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das aufgrund eines Wohnsitzwechsels zust&auml;ndig gewordene Finanzamt Y (Beklagter und Revisionsbeklagter, das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte den Erlassantrag durch Bescheid vom 12.&nbsp;Dezember 2007 insoweit ab, als er die Jahre nach 1993 betraf. Zu den Jahren vor 1994 traf es keine Entscheidung<em>, <\/em>weil nach seiner damaligen Ansicht hierf&uuml;r noch das FA&nbsp;X &ouml;rtlich zust&auml;ndig war. Gegen die Ablehnung wandte sich der Kl&auml;ger mit Einspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; f&uuml;r die Jahre 1989 bis 1993 eine ablehnende Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;Oktober 2011. Es war nunmehr der Auffassung, dass es f&uuml;r eine Entscheidung &uuml;ber den Erlassantrag hinsichtlich aller Jahre, auf welche sich der Erlassantrag bezog, zust&auml;ndig sei. Zur Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung f&uuml;hrte das FA im Wesentlichen aus, bei der Pr&uuml;fung einer Unbilligkeit aus sachlichen Gr&uuml;nden sei es sachgerecht, die steuerliche Belastung bezogen auf die einzelnen Jahre und nicht jahres&uuml;bergreifend zu betrachten. Es sei nicht zul&auml;ssig, auf der Ebene des Kl&auml;gers die Gewerbesteuerbelastung der einzelnen Gesellschaften zusammenzufassen. Die Gewerbesteuer als Objektsteuer k&ouml;nne nur die Ertragskraft eines werbenden Betriebs eines Einzelunternehmens oder einer Mitunternehmerschaft erfassen. Die Konzernstruktur sei vom Kl&auml;ger selbst so gew&auml;hlt worden. Eine &Uuml;berma&szlig;belastung sei auch nicht ansatzweise erkennbar, wenn man die Gewerbesteuerbelastung nicht dem Kl&auml;ger, sondern den Gesellschaften, an welchen dieser beteiligt sei, zurechne. Zu pers&ouml;nlichen Billigkeitsgr&uuml;nden habe sich der Kl&auml;ger trotz Aufforderung nicht ge&auml;u&szlig;ert. Das FA traf f&uuml;r die Jahre nach 1993 noch keine Entscheidung, weil insoweit die H&ouml;he der Einkommen- und Gewerbesteuerbelastung noch nicht festgestanden habe und weil die Jahre, in denen der Kl&auml;ger zusammen mit seiner Ehefrau veranlagt worden sei (Streitjahre), nicht mit den Folgejahren zusammengefasst werden d&uuml;rften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der anschlie&szlig;end erhobenen Klage, mit welcher das FA verpflichtet werden sollte, die f&uuml;r die Jahre 1989 bis 1993 festgesetzte Einkommensteuer sowie den Solidarit&auml;tszuschlag zu erlassen, legte der Kl&auml;ger eine &Uuml;bersicht zu seiner steuerlichen Belastung vor. Danach betrug das zu versteuernde Einkommen f&uuml;r die Jahre 1989 bis 1993 insgesamt 1.958.826&nbsp;DM, ohne Ber&uuml;cksichtigung eines Verlustausgleichs 5.502.421&nbsp;DM, die kumulierte Einkommensteuer 1.011.858&nbsp;DM, der Solidarit&auml;tszuschlag 33.253&nbsp;DM und die auf den Kl&auml;ger entfallende Gewerbesteuer 1.212.774&nbsp;DM. Auch f&uuml;r die Jahre 1994 bis 2008 legte der Kl&auml;ger eine entsprechende &Uuml;bersicht vor. Weiter trug er vor, f&uuml;r die Jahre 1989 bis 2004 sei er mit Ertragsteuern von 4.140.883&nbsp;EUR belastet worden, bis 2008 h&auml;tten sich die Steuern auf 5.919.605&nbsp;EUR belaufen. Sein &#8211;des Kl&auml;gers&#8211; &quot;Markteinkommen&quot; habe im Zeitraum 1989 bis 2008 insgesamt 2.261.540&nbsp;EUR betragen, so dass sich &#8211;bezogen auf das Markteinkommen&#8211; eine Belastungsquote von 262&nbsp;% ergebe. F&uuml;r den abgetrennten Zeitraum 1989 bis 1993 belaufe sich die Belastung sogar auf 415&nbsp;%. Die Gewinne der Projektgesellschaften, die wirtschaftlich erfolgreich gewesen seien, seien der Gewerbesteuer unterworfen worden, w&auml;hrend die bei anderen Gesellschaften erzielten Verluste nicht f&uuml;r einen Verlustausgleich h&auml;tten genutzt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) war der Ansicht, die Ermessensaus&uuml;bung des FA sei nicht zu beanstanden. Es sei ermessenskonform, dass das FA den Zeitraum 1989 bis 1993 abgetrennt habe, da nur insoweit die Veranlagungen bestandskr&auml;ftig gewesen seien. Die geltend gemachte &Uuml;berma&szlig;besteuerung sei kein pers&ouml;nlicher Billigkeitsgrund. Ein Verlust der finanziellen Existenzgrundlage sei weder dargelegt noch nachgewiesen. Auch ein Erlass aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden scheide aus, da keine &Uuml;berma&szlig;besteuerung vorliege. Selbst wenn dem Kl&auml;ger anteilig die von der Z&nbsp;KG und den Tochtergesellschaften getragene Gewerbesteuer zuzurechnen seien, l&auml;ge dessen Steuerbelastung weit unter dem kumulierten zu versteuernden Einkommen vor Verlustausgleich<em>.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt der Kl&auml;ger im Wesentlichen vor, er sei im Zeitraum der Projektentwicklungst&auml;tigkeit von 1989 bis 1993 und in den Folgejahren &uuml;berm&auml;&szlig;ig mit Einkommen- und Gewerbesteuer belastet worden. Hierbei sei eine die Veranlagungszeitr&auml;ume &uuml;bergreifende Betrachtung anzustellen. Das Zusammenwirken von steuerrechtlichen Regelungen, von denen jede f&uuml;r sich als verfassungskonform angesehen werden k&ouml;nne, habe eine weit &uuml;berm&auml;&szlig;ige Steuerbelastung erzeugt, denn die von der Projektgesellschaft getragenen Verluste st&uuml;nden f&uuml;r eine Verlustverrechnung nicht zur Verf&uuml;gung. Durch die Steuerbelastung sei die Substanz der Firma vollst&auml;ndig aufgezehrt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil sowie die Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;Oktober 2011 aufzuheben und das FA zu verpflichten, die f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 1989 bis 1993 festgesetzte Einkommensteuer und den Solidarit&auml;tszuschlag zu erlassen, hilfsweise,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Streitsache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist zul&auml;ssig. Die Revisionsbegr&uuml;ndung entspricht den Anforderungen des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a FGO muss die Revisionsbegr&uuml;ndung die bestimmte Bezeichnung der Umst&auml;nde enthalten, aus denen sich die Rechtsverletzung ergibt. Es muss eindeutig erkennbar sein, welche Norm verletzt sein soll. Ferner muss der Revisionskl&auml;ger die Gr&uuml;nde tats&auml;chlicher und rechtlicher Art angeben, die nach seiner Auffassung das erstinstanzliche Urteil als unrichtig erscheinen lassen. Er muss sich mit den tragenden Gr&uuml;nden des finanzgerichtlichen Urteils auseinandersetzen und darlegen, weshalb er diese f&uuml;r unrichtig h&auml;lt (Senatsurteil vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2000 III&nbsp;R&nbsp;21\/99, BFHE 192, 169, 172, BStBl II 2000, 700, 702; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.&nbsp;April 2016 VI&nbsp;R&nbsp;13\/14, BFHE 253, 384, BStBl II 2016, 778).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Rechtsansicht des FA gen&uuml;gt die Revisionsschrift diesen Anforderungen. Hierbei ist es unsch&auml;dlich, dass der Kl&auml;ger mit seinen materiell-rechtlichen Einwendungen gegen das FG-Urteil die seiner Ansicht nach verletzte Rechtsnorm nicht ausdr&uuml;cklich als solche bezeichnet hat, da es gen&uuml;gt, wenn aus der Revisionsbegr&uuml;ndung erkennbar ist, welche Rechtsnorm der Revisionskl&auml;ger f&uuml;r verletzt h&auml;lt (BFH-Urteil in BFHE 253, 384, BStBl II 2016, 778). Dies ist hier der Fall. Aus den Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers geht hervor, dass das FG &sect;&nbsp;227 der Abgabenordnung (AO) verletzt haben soll, weil es die bei den Projektgesellschaften angefallene Gewerbesteuer bei der Ermittlung seiner steuerlichen Gesamtsteuerbelastung au&szlig;er Betracht gelassen habe. Dar&uuml;ber hinaus hat sich der Kl&auml;ger auch in ausreichendem Ma&szlig;e mit den tragenden Gr&uuml;nden des angefochtenen Urteils auseinandergesetzt und dargetan, weshalb er diese Gr&uuml;nde f&uuml;r rechtsfehlerhaft h&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO zur&uuml;ckgewiesen. Denn das FG hat zwar zu Unrecht die Ermessensaus&uuml;bung des FA bei der Entscheidung &uuml;ber den Erlassantrag nicht beanstandet. Aber es hat im Ergebnis zu Recht die Klage abgewiesen, weil angesichts einer Ermessensreduzierung auf Null eine andere Entscheidung als eine Klageabweisung nicht in Betracht kam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Sachurteilsvoraussetzung eines abgeschlossenen Vorverfahrens, das grunds&auml;tzlich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;44 FGO dem Klageverfahren vorausgehen muss, ist im Streitfall erf&uuml;llt. Zwar hat das FA vor der Einspruchsentscheidung keinen Bescheid erlassen, durch den es den Erlassantrag des Kl&auml;gers insoweit abgelehnt hat, als er die Jahre 1989 bis 1993 betrifft. Vielmehr betrifft der Ablehnungsbescheid vom 12.&nbsp;Dezember 2007 die Jahre nach 1993. Eine Entscheidung &uuml;ber einen Erlass der f&uuml;r die Jahre 1989 bis 1993 festgesetzten Einkommensteuer sowie des Solidarit&auml;tszuschlags hat das FA zun&auml;chst ausdr&uuml;cklich abgelehnt. F&uuml;r diese Jahre hat es erstmals in der Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;Oktober 2011 eine (ablehnende) Verwaltungsentscheidung getroffen. Dennoch war es im Streitfall nicht notwendig, ein weiteres Rechtsbehelfsverfahren durchzuf&uuml;hren. Denn es ist eine Einspruchsentscheidung ergangen, die vom Kl&auml;ger als Beschwertem in zul&auml;ssiger Weise durch Klage angefochten werden konnte (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 4.&nbsp;Juli 2013 X&nbsp;B&nbsp;91\/13, BFH\/NV 2013, 1540, Rz&nbsp;21, und vom 29.&nbsp;Januar 2016 X&nbsp;B&nbsp;93\/15, BFH\/NV 2016, 776, Rz&nbsp;23; Gr&auml;ber\/Levedag, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;44 Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat im Ergebnis zu Recht die Klage abgewiesen. Die Ermessensaus&uuml;bung durch das FA war zwar nicht zutreffend, allerdings kam wegen einer Ermessensreduzierung auf Null eine andere Entscheidung als die Ablehnung des Erlassantrags nicht in Betracht. Wegen dieser Ermessensreduzierung auf Null machen es die fehlerhaften Ermessenserw&auml;gungen des FA, welche das FG nicht beanstandet hat, nicht erforderlich, das angefochtene Urteil aufzuheben (s. Senatsurteile vom 9.&nbsp;Februar 2009 III&nbsp;R&nbsp;37\/07, BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928, m.w.N., sowie vom 3.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;R&nbsp;41\/12, BFHE 247, 125).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;227 AO k&ouml;nnen die Finanzbeh&ouml;rden Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis ganz oder zum Teil erlassen, wenn deren Einziehung nach Lage des einzelnen Falles unbillig w&auml;re; unter den gleichen Voraussetzungen k&ouml;nnen bereits entrichtete Betr&auml;ge erstattet oder angerechnet werden. Der Zweck der &sect;&sect;&nbsp;163, 227 AO liegt darin, sachlichen und pers&ouml;nlichen Besonderheiten des Einzelfalles, die der Gesetzgeber in der Besteuerungsnorm nicht ber&uuml;cksichtigt hat, durch eine nicht den Steuerbescheid selbst &auml;ndernde Korrektur des Steuerbetrages insoweit Rechnung zu tragen, als sie die steuerliche Belastung als unbillig erscheinen lassen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;29\/10, BFHE 238, 518, BStBl II 2013, 505, und vom 17.&nbsp;April 2013 X&nbsp;R&nbsp;6\/11, BFH\/NV 2013, 1537; Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 11.&nbsp;Mai 2015&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;741\/14, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2015, 2237). Die Entscheidung des FA &uuml;ber den Erlass von Steuern ist eine Ermessensentscheidung, so dass sich die gerichtliche &Uuml;berpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;102 FGO darauf zu beschr&auml;nken hat, ob die gesetzlichen Grenzen des Ermessens &uuml;berschritten sind oder von dem Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht worden ist (z.B. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Juni 2014 I&nbsp;R&nbsp;21\/13, BFHE 246, 130, BStBl II 2015, 293).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Unbilligkeit kann in der Sache liegen oder ihren Grund in der wirtschaftlichen Lage des Steuerpflichtigen haben (z.B. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Juli 2010 X&nbsp;R&nbsp;34\/08, BFHE 229, 502, BStBl II 2010, 916). In der wirtschaftlichen Situation des Steuerpflichtigen liegende (pers&ouml;nliche) Billigkeitsgr&uuml;nde hat der Kl&auml;ger trotz Aufforderung nicht substantiiert gegen&uuml;ber dem FA geltend gemacht, so dass dieses seine Pr&uuml;fung zu Recht auf sachliche Billigkeitsgr&uuml;nde beschr&auml;nkt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Anlass f&uuml;r einen Billigkeitserlass aus sachlichen Gr&uuml;nden kann eine &Uuml;berma&szlig;besteuerung sein, so wie sie der Kl&auml;ger im Streitfall geltend macht (s. BFH-Urteil in BFHE 246, 130, BStBl II 2015, 293, Rz&nbsp;18, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BVerfG f&auml;llt die Steuerbelastung in den Schutzbereich der Eigentumsgarantie nach Art.&nbsp;14 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211; (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 31.&nbsp;Mai 1990&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;12,&nbsp;13\/88, 2&nbsp;BvR&nbsp;1436\/87, BVerfGE 82, 159, 190; vom 22.&nbsp;Juni 1995&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;37\/91, BVerfGE 93, 121, 137, und vom 18.&nbsp;Januar 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2194\/99, BVerfGE 115, 97, 117). Die steuerliche Belastung auch h&ouml;herer Einkommen darf f&uuml;r den Regelfall nicht so weit gehen, dass der wirtschaftliche Erfolg grundlegend beeintr&auml;chtigt wird und damit nicht mehr angemessen zum Ausdruck kommt. Allerdings l&auml;sst sich aus Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GG keine allgemein verbindliche, absolute Belastungsobergrenze in der N&auml;he einer h&auml;lftigen Teilung ableiten (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 115, 97, 114). Die fr&uuml;here Rechtsprechung des BVerfG zum sog. Halbteilungsgrundsatz (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 93, 121, 138), auf die sich der Kl&auml;ger noch gegen&uuml;ber dem FA berufen hatte, ist damit &uuml;berholt (s. Bl&uuml;mich\/Ratschow, &sect;&nbsp;2 EStG Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bezogen auf die Gewerbesteuer kann ein Erlassgrund anzunehmen sein, wenn diese bei einer &uuml;ber mehrere Jahre andauernden Verlustperiode nicht aus dem Ertrag des Unternehmens, sondern aus dessen Substanz geleistet werden muss und dies im Zusammenwirken mit anderen Steuerarten zu existenzgef&auml;hrdenden oder existenzvernichtenden H&auml;rten f&uuml;hrt (BFH-Urteil in BFHE 246, 130, BStBl II 2015, 293, Rz&nbsp;18, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Wird &#8211;wie im Streitfall&#8211; eine &Uuml;berma&szlig;besteuerung durch eine Kumulation von Einkommen- und Gewerbesteuer geltend gemacht, so hat das FA bei der Entscheidung &uuml;ber einen Erlassantrag nicht nur die Belastung durch die Gewerbesteuer einzubeziehen, f&uuml;r welche der (Einzel-)Unternehmer selbst Steuerschuldner ist (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes &#8211;GewStG&#8211;), sondern auch die (anteilige) Gewerbesteuer, die auf der Ebene von Personengesellschaften entstanden ist, an denen der Unternehmer beteiligt ist und f&uuml;r welche die jeweilige Personengesellschaft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 GewStG Steuerschuldnerin ist (s. BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2005 IV&nbsp;B&nbsp;91\/04, BFHE 209, 128, BStBl II 2005, 647).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies hat das FA nicht beachtet; es hat in der Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;Oktober 2011 ausgef&uuml;hrt, dass es nicht zul&auml;ssig sei, bei der Pr&uuml;fung einer &Uuml;berma&szlig;besteuerung die Gewerbesteuer auf der pers&ouml;nlichen Ebene mit der Gewerbesteuerbelastung auf der Ebene von Personengesellschaften zusammenzufassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die fehlerhafte Ermessensaus&uuml;bung durch das FA f&uuml;hrt allerdings nicht dazu, dass das angefochtene Urteil des FG deshalb aufzuheben w&auml;re. Denn auch bei einer fehlerfreien Ermessensaus&uuml;bung h&auml;tte das FA zu dem Ergebnis kommen m&uuml;ssen, dass der Erlassantrag des Kl&auml;gers abzulehnen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Ermessensaus&uuml;bung des FA war nicht deshalb zu beanstanden, weil dieses &uuml;ber den Erlassantrag vom 19.&nbsp;Januar 2006, der sich urspr&uuml;nglich auf die Jahre 1989 bis 2004 bezogen hatte, nur hinsichtlich der Streitjahre 1989 bis 1993 entschied. Es war sachgerecht, die Streitjahre, in denen der Kl&auml;ger noch zusammen mit seiner fr&uuml;heren Ehefrau zur Einkommensteuer veranlagt wurde, nicht mit den Folgejahren, in denen eine Einzelveranlagung erfolgte, zusammenzufassen. Dar&uuml;ber hinaus stand die Steuerbelastung in den Folgejahren aufgrund anh&auml;ngiger Einspruchsverfahren noch nicht fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die vom Kl&auml;ger geltend gemachte &quot;&uuml;berm&auml;&szlig;ige&quot; Belastung mit Gewerbesteuer ist, wie aus seinem Vorbringen im Verwaltungsverfahren und im gerichtlichen Verfahren hervorgeht, zum gro&szlig;en Teil darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass die negativen Ergebnisse aus Betrieben, die von einzelnen Personengesellschaften, an denen der Kl&auml;ger unmittelbar oder mittelbar beteiligt war, unterhalten wurden, f&uuml;r Zwecke der Gewerbesteuer nicht mit den positiven Ertr&auml;gen aus den Betrieben anderer solcher Gesellschaften verrechnet werden konnten. Die Unzul&auml;ssigkeit einer gewerbesteuerrechtlichen Saldierung von positiven und negativen Ergebnissen mehrerer Betriebe i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GewStG ist eine Folge des Objektsteuercharakters der Gewerbesteuer. Dieser besagt, dass die Steuer an das Objekt &quot;Gewerbebetrieb&quot; ankn&uuml;pft, losgel&ouml;st von den Beziehungen zu einem dahinter stehenden Rechtstr&auml;ger (vgl. BVerfG-Beschluss vom 13.&nbsp;Mai 1969&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;25\/65, BVerfGE 26, 1, 9). Die Verfassungskonformit&auml;t der Gewerbesteuer als Objektsteuer wird trotz zahlreicher dagegen vorgebrachter Bedenken vom BVerfG nicht in Frage gestellt (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Januar 2008&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, BVerfGE 120, 1, 27, und vom 15.&nbsp;Februar 2016&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;8\/12, BStBl II 2016, 557). Wegen der Eigenschaft der Gewerbesteuer als ertragsorientierter Objektsteuer kann es danach zu Abweichungen vom Prinzip der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit kommen, welches zwar das Einkommensteuerrecht pr&auml;gt, nach der Rechtsprechung des BVerfG aber bei der Gewerbesteuer allenfalls eingeschr&auml;nkt gilt (vgl. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;36\/10, BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498, Rz&nbsp;30, und BVerfG-Beschluss in BStBl II 2016, 557, Rz&nbsp;33, m.w.N.). So k&ouml;nnen Hinzurechnungen nach &sect;&nbsp;8 GewStG, die Ausdruck der Gewerbesteuer als &quot;ertragsorientierte Objektsteuer&quot; sind, sogar zu einer &#8211;verfassungsrechtlich zul&auml;ssigen&#8211; Substanzbesteuerung f&uuml;hren (s. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Juni 2014 I&nbsp;R&nbsp;70\/12, BFHE 246, 67, BStBl II 2015, 289, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Belastung des Kl&auml;gers mit Gewerbesteuer, die auf dem Fehlen einer Verlustverrechnungsm&ouml;glichkeit beruht, ist kein Grund, sie durch den Erlass von Einkommensteuer jedenfalls teilweise zu kompensieren. Denn Billigkeitsma&szlig;nahmen d&uuml;rfen nicht die einem gesetzlichen Steuertatbestand innewohnende Wertung des Gesetzgebers generell durchbrechen oder korrigieren. Sie k&ouml;nnen nur einem ungewollten &Uuml;berhang des gesetzlichen Steuertatbestandes abhelfen (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;April 1978&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;117\/73, BVerfGE 48, 102, 113, und in DStR 2015, 2237; BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 2014 II&nbsp;R&nbsp;4\/14, BFHE 247, 170, BStBl II 2015, 237, Rz&nbsp;15); ein derartiger Fall liegt hier allerdings nicht vor. Es widerspr&auml;che den Wertungen des Gesetzgebers, der die Gewerbesteuer als ertragsorientierte Objektsteuer ausgestaltet hat, wenn die Folgen, die sich aus einer isolierten gewerbesteuerrechtlichen Betrachtung von Betrieben ergeben (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GewStG), durch Erlassma&szlig;nahmen zu beseitigen oder abzumildern w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2017, III R 35\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.230217.IIIR35.14.0 Erlass von Steuern aus Billigkeitsgr&uuml;nden Leits&auml;tze Begehrt ein Steuerpflichtiger, der an mehreren Personengesellschaften unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist, einen Steuererlass aus Billigkeitsgr&uuml;nden, weil er &uuml;berm&auml;&szlig;ig durch Einkommen- und Gewerbesteuer belastet sei, so ist bei der Entscheidung &uuml;ber den Erlassantrag die bei den Personengesellschaften entstandene Gewerbesteuer, die anteilig auf &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-35-14-erlass-von-steuern-aus-billigkeitsgruenden\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;35\/14 &#8211; Erlass von Steuern aus Billigkeitsgr&uuml;nden<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67260","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67260"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67260\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}