{"id":67262,"date":"2017-06-01T08:48:03","date_gmt":"2017-06-01T06:48:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67262"},"modified":"2017-06-01T08:48:03","modified_gmt":"2017-06-01T06:48:03","slug":"viii-r-7-14-abgrenzung-des-erwerbs-einer-vertragsarztpraxis-vom-erwerb-nur-des-wirtschaftlichen-vorteils-aus-einer-vertragsarztzulassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-7-14-abgrenzung-des-erwerbs-einer-vertragsarztpraxis-vom-erwerb-nur-des-wirtschaftlichen-vorteils-aus-einer-vertragsarztzulassung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;7\/14 &#8211; Abgrenzung des Erwerbs einer Vertragsarztpraxis vom Erwerb nur des wirtschaftlichen Vorteils aus einer Vertragsarztzulassung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.2.2017, VIII R 7\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.210217.VIIIR7.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgrenzung des Erwerbs einer Vertragsarztpraxis vom Erwerb nur des wirtschaftlichen Vorteils aus einer Vertragsarztzulassung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird vom Erwerber einer Vertragsarztpraxis ein Zuschlag zum Verkehrswert (&Uuml;berpreis) gezahlt, spricht dies wie eine Zahlung, die sich ausschlie&szlig;lich am Verkehrswert orientiert, daf&uuml;r, dass Gegenstand der &Uuml;bertragung die Praxis des &Uuml;bergebers als Chancenpaket ist. Auch in diesem Fall ist in einem durch den Kaufpreis abgegoltenen Praxiswert der Vorteil aus der Zulassung als Vertragsarzt untrennbar enthalten (Anschluss an BFH-Urteil vom 9. August 2011 VIII R 13\/08, BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Erwerb einer Praxis als Chancenpaket im Sinne des BFH-Urteils in BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875 kann auch vorliegen, wenn eine Gemeinschaftspraxis (Personengesellschaft) eine Einzelpraxis erwirbt und die Vertragsarztzulassung des Einzelpraxisinhabers vom Zulassungsausschuss einem Gesellschafter der Personengesellschaft erteilt wird. Dies kann auch dann gelten, wenn die Gemeinschaftspraxis nicht beabsichtigt, die &auml;rztliche T&auml;tigkeit in den bisherigen R&auml;umen des Einzelpraxisinhabers fortzusetzen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 12. Dezember 2013&nbsp;&nbsp;6 K 1496\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht N&uuml;rnberg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des gesamten Verfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind ehemalige Gesellschafter einer inzwischen nicht mehr bestehenden radiologischen Gemeinschaftspraxis in der Rechtsform einer GbR. Die GbR wurde durch Einbringung aller Anteile in eine GmbH im Jahr 2011 vollbeendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben der GbR und einer weiteren Gemeinschaftspraxis f&uuml;r Radiologie betrieb S in X eine radiologisch-nuklearmedizinische Praxis als Einzelunternehmer. Die GbR war im Streitjahr 2004 zun&auml;chst in r&auml;umlicher N&auml;he zum Praxisstandort von S in X (Entfernung ca. 150&nbsp;m) t&auml;tig und bot dieselben Leistungen f&uuml;r Kassenpatienten wie S an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S beabsichtigte, seine Kassenarztpraxis aufzugeben und nur noch in einem Teilbereich (der Knochendichtemessung) am bisherigen Standort weiter privat&auml;rztlich t&auml;tig zu sein. Da der Planungsbereich X f&uuml;r Radiologen aufgrund eines Versorgungsgrads von 163,9&nbsp;% gesperrt war, h&auml;tte ein Verzicht des S zum Erl&ouml;schen und Wegfall der Vertragsarztzulassung (&sect;&nbsp;95 Abs.&nbsp;7 des F&uuml;nften Buchs Sozialgesetzbuch in der in den Jahren 2003 und 2004 geltenden Fassung &#8211;SGB V&#8211;) gef&uuml;hrt. Die Neuerteilung einer Zulassung an einen Vertragsarzt konnte im zulassungsbeschr&auml;nkten Bereich nur auf Grundlage einer Neuausschreibung im Rahmen eines Nachbesetzungsverfahrens durch den Zulassungsausschuss der Kassen&auml;rztlichen Vereinigung (&sect;&nbsp;95 Abs.&nbsp;1 und 2, &sect;&nbsp;103 Abs.&nbsp;4 SGB V) erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GbR traf mit S in einem &quot;Praxis&uuml;bernahmevertrag&quot; im Mai 2003 folgende Vereinbarungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der &quot;Pr&auml;ambel&quot; sollte bei Beendigung der T&auml;tigkeit des S dessen Vertragsarztsitz auf die GbR bzw. einen von der GbR bestimmten Dritten gegen Zahlung eines &Uuml;bernahmepreises im Erfolgsfall &uuml;bergehen. Seitens der GbR war beabsichtigt, dass der Kl&auml;gerin zu 3. (M), die Gesellschafterin der GbR war, die Zulassung erteilt werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Ziffer&nbsp;2 &quot;&Uuml;bergangsvereinbarung&quot; und Ziffer&nbsp;3 &quot;Procedere der &Uuml;bertragung&quot; verpflichteten sich die GbR und S, alles Erforderliche und Dienliche zu unternehmen, damit der Vertragsarztsitz &uuml;bergehen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GbR war verpflichtet, mit dem rechtswirksamen &Uuml;bergang des Vertragsarztsitzes auf einen ihrer Gesellschafter an S den vereinbarten &Uuml;bernahmepreis zu bezahlen. K&ouml;nne der Vertragsarztsitz nicht &uuml;bertragen werden, entfalle die Zahlungsverpflichtung und der Vertrag werde gegenstandslos. S war verpflichtet, durch Einholung anwaltlicher oder sonstiger Beratung das erforderliche Procedere f&uuml;r die &Uuml;bertragung des Vertragsarztsitzes abzukl&auml;ren. Hierdurch sollte sichergestellt werden, dass &quot;der gew&uuml;nschte Erfolg, also die &Uuml;bertragung des Sitzes&quot;, unter Wahrung des Berufs-, Zulassungs- und Kassenarztrechtes auf dem sichersten Weg tats&auml;chlich erreicht werde. S verpflichtete sich, jeden Antrag auf Ausschreibung seines Vertragsarztsitzes inhaltlich mit der GbR abzustimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Falls eine Sitz&uuml;bertragung ein Jobsharing erfordere oder notwendig sei, dass S mit dem von der GbR vorgesehenen &Uuml;bernehmer f&uuml;r eine &Uuml;bergangsphase (von ca. ein bis zwei Quartalen) in eine neue Gemeinschaftspraxis eintrete und nach Ablauf der &Uuml;bergangsphase aus dieser Gemeinschaftspraxis wieder austrete, um den durch den Austritt &quot;freien&quot; Sitz auf den verbleibenden Partner zu &uuml;berf&uuml;hren, verpflichteten sich die GbR und S, alles zur Umsetzung und Durchf&uuml;hrung einer solchen Vorgehensweise zu unternehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GbR verpflichtete sich ferner, die Kosten einer rechtlichen Beratung des S zu tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum Gegenstand der &Uuml;bertragung ist in Ziffer&nbsp;4 (&quot;Praxis S&quot;) der Vereinbarung geregelt, dass der Praxisstandort des S von der GbR nicht &uuml;bernommen werde, da S in seinen bisherigen Praxisr&auml;umen im Bereich der Knochendichtemessung weiterhin privat&auml;rztlich t&auml;tig bleiben wolle. Die zum Beendigungszeitpunkt der Behandlung von Kassenpatienten vorhandenen Wirtschaftsg&uuml;ter und Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde konnten &#8211;so die Vereinbarung&#8211; mit Ausnahme des Knochendichtemessger&auml;ts von der GbR f&uuml;r den vereinbarten &Uuml;bernahmepreis &uuml;bernommen werden. Die Vertragsparteien erkl&auml;rten, sie gingen aber davon aus, dass die medizinischen Ger&auml;te zum Stichtag wirtschaftlich verbraucht seien. F&uuml;r den Fall, dass eine tats&auml;chliche &Uuml;bernahme dieser Ger&auml;te nicht erfolge, habe die GbR die Entsorgungskosten zu tragen. Es sollte von der GbR auch das Patientenarchiv des S samt der Archivaufnahmen &uuml;bernommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Laufende Praxisvertragsverh&auml;ltnisse (insbesondere der Mietvertrag) verblieben allein bei S. Den Personalbestand der Praxis des S hatte die GbR zu &uuml;bernehmen, allerdings mussten die Personalkosten bis zum &Uuml;bergangszeitpunkt reduziert werden. Andernfalls vermindere sich das vereinbarte &Uuml;bernahmeentgelt um den Betrag, um den die Personalkostenreduktion nicht realisiert worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber diese Vereinbarung verabredeten die Vertragsparteien unter Ziffer&nbsp;5, strengstes Stillschweigen zu wahren. Ferner trafen sie eine Schiedsgerichtsvereinbarung (Ziffer&nbsp;6). Auch der Schiedsrichter und ein von diesem bestimmter Sachverst&auml;ndiger sollten verpflichtet sein, &uuml;ber den Inhalt eines Schiedsgerichtsverfahrens Stillschweigen zu bewahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S hatte im Hinblick auf die geplante Praxisaufgabe im Juli 2002 ein Gutachten zum Wert der Praxis mit Bewertungsstichtag 31.&nbsp;Dezember 2001 in Auftrag gegeben. Nach dem Praxiswertgutachten vom 7.&nbsp;August 2002 wurde die Praxis nach der Ertragswertmethode bewertet und zun&auml;chst ein Ertragswert (inkl. Sachwerten) in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM ermittelt. Dieser Wert wurde in einem Nachtrag zum Praxiswertgutachten vom 26.&nbsp;September 2002 auf &#8230;&nbsp;DM (&#8230;&nbsp;EUR) angehoben. Der ge&auml;nderte Wert wurde aufgrund eines um die Kosten bereinigten Gewinns der Jahre 2002 und 2003 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM ermittelt. Die von S in der Vergangenheit durchschnittlich erzielten Einnahmen aus der Behandlung von Kassen- und Privatpatienten blieben in der zweiten Wertermittlung unver&auml;ndert. Zwischen der GbR und S wurde ein &Uuml;bernahmepreis in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR vereinbart.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>M, die vom 1.&nbsp;Januar bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2004 in der Praxis von S als &quot;Schnupperassistentin&quot; ohne Honorar t&auml;tig war, wurde vom Zulassungsausschuss im Nachbesetzungsverfahren zum 1.&nbsp;April 2004 als Neuinhaberin einer Zulassung ausgew&auml;hlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Praxisstandort der GbR in der X Innenstadt wurde anschlie&szlig;end noch bis Herbst 2004 betrieben. Ab dem 1.&nbsp;April 2004 unterhielt die GbR in X daneben einen neu er&ouml;ffneten Standort am &#8230;, den M von Beginn an betreute.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vier Mitarbeiter der Praxis des S wurden von der GbR &uuml;bernommen. Zwei von ihnen wurde mitgeteilt, die bisherige vertrags&auml;rztliche Praxis des S werde ab dem 1.&nbsp;April 2004 auf die GbR sowie der Vertragsarztsitz von S auf M &uuml;bertragen. S werde daneben weiter privat&auml;rztlich t&auml;tig bleiben. Rechtlich liege &#8211;so die Mitteilung&#8211; ein Praxis&uuml;bergang nach &sect;&nbsp;613a des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GbR &uuml;bernahm entsprechend der Vereinbarung das Patientenarchiv samt der Archivaufnahmen. Die medizinischen Ger&auml;te und das Praxisinventar des S wurden von der GbR nicht zur weiteren Nutzung &uuml;bernommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GbR ermittelte ihren Gewinn im Wege der Einnahmen&uuml;berschussrechnung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG). In ihren Gewinnermittlungen f&uuml;r die Streitjahre (2004 bis 2006) behandelte sie den &Uuml;bernahmepreis in vollem Umfang als Anschaffungskosten f&uuml;r den Erwerb des Praxiswerts der Praxis des S, legte eine dreij&auml;hrige Nutzungsdauer zugrunde und machte die Betr&auml;ge der Absetzungen f&uuml;r Abnutzung (AfA) als Betriebsausgaben auf Ebene des Gesamthandsverm&ouml;gens gewinnmindernd geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; am 6.&nbsp;Oktober 2006 den gesonderten und einheitlichen Feststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr 2004, am 7.&nbsp;Februar 2007 f&uuml;r das Streitjahr 2005 und am 15.&nbsp;Mai 2008 f&uuml;r das Streitjahr 2006 (jeweils unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer bei der GbR f&uuml;r die Streitjahre durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte der Pr&uuml;fer zu der Auffassung, dass der an S gezahlte Kaufpreis ausschlie&szlig;lich f&uuml;r den Erwerb der Vertragsarztzulassung aufgewendet worden sei und somit in vollem Umfang auf ein nicht abnutz- und damit nicht abschreibbares Wirtschaftsgut entfalle. Der Pr&uuml;fer erh&ouml;hte den Gewinn der GbR in den Streitjahren um die bisher in Anspruch genommenen Abschreibungsbetr&auml;ge. Das FA erlie&szlig; am 10.&nbsp;Dezember 2008 entsprechend ge&auml;nderte gesonderte und einheitliche Feststellungsbescheide f&uuml;r alle Streitjahre und hob den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Einspruchs- und das anschlie&szlig;ende Klageverfahren blieben erfolglos. Die Entscheidung des Finanzgerichts (FG) vom 12.&nbsp;Dezember 2013&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1496\/12 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1179 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision begehren die Kl&auml;ger weiterhin den Abzug von Betriebsausgaben aus der Abschreibung eines erworbenen Praxiswerts. Sie r&uuml;gen die Verletzung materiellen Bundesrechts durch das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Uuml;berleitung des Patientenstamms und der anderen wertbildenden Faktoren einer Praxis samt &Uuml;bergang der Vertragsarztzulassung stehe nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9.&nbsp;August 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;13\/08 (BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875) der Annahme des Erwerbs nur des wirtschaftlichen Vorteils aus einer Vertragsarztzulassung entgegen. Das FG habe die rechtlichen Ma&szlig;st&auml;be verkannt, die der BFH in dem Urteil in BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875 f&uuml;r die Abgrenzung des Erwerbs einer Sachgesamtheit mit den wertbildenden Faktoren (Praxis) vom eigenst&auml;ndigen Erwerb nur des wirtschaftlichen Vorteils aus einer Vertragsarztzulassung aufgestellt habe. Sie verweisen auf das Urteil des FG K&ouml;ln vom 26.&nbsp;Januar 2012&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;4538\/07 (EFG 2012, 1128), dessen Sachverhalt dem Streitfall weitgehend entspreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denke man den Gedanken des FG zu Ende, dass die &Uuml;bernahme einer Einzelpraxis durch eine Gemeinschaftspraxis nur unter dem Gesichtspunkt der Reduzierung von Praxen am Markt zu w&uuml;rdigen und ein starkes Indiz nur f&uuml;r den &Uuml;bergang einer Vertragsarztzulassung sei, w&uuml;rde dies bedeuten, dass eine gr&ouml;&szlig;ere Praxis in einem zulassungsbeschr&auml;nkten Gebiet grunds&auml;tzlich keine Einzelpraxis &uuml;bernehmen k&ouml;nne, deren Standort nicht fortgef&uuml;hrt werde. Eine Rechtfertigung f&uuml;r diese Sichtweise sei nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die gesonderten und einheitlichen Feststellungsbescheide f&uuml;r die Streitjahre vom 10.&nbsp;Dezember 2008 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;September 2012 dergestalt zu &auml;ndern, dass weitere Betriebsausgaben f&uuml;r Abschreibungen aus einem erworbenen Praxiswert im Streitjahr 2004 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR, im Streitjahr 2005 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und im Streitjahr 2006 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Rechtsprechung aufgestellte Voraussetzung, dass sich der Kaufpreis ausschlie&szlig;lich nach dem Verkehrswert richten m&uuml;sse, um vom Erwerb einer Praxis ausgehen zu k&ouml;nnen, sei im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Der von der GbR gezahlte Betrag &uuml;bersteige den Wert der Praxis nach beiden Gutachten. Das FG habe den Aufschlag von knapp 30&nbsp;% auf den zuletzt ermittelten Wert zutreffend als Indiz f&uuml;r den Erwerb nur des wirtschaftlichen Vorteils aus der Vertragsarztzulassung gew&uuml;rdigt. Eine Aufspaltung des gezahlten Kaufpreises in einen Preis f&uuml;r die Praxis und einen f&uuml;r den wirtschaftlichen Vorteil aus der Vertragsarztzulassung sei nicht vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung ist aufzuheben. Entgegen der W&uuml;rdigung des FG hat die GbR die Anschaffungskosten in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR zum Erwerb der materiellen Wirtschaftsg&uuml;ter der Praxis des S und eines Praxiswerts aufgewendet. Sie kann daher in den Streitjahren Betriebsausgaben in Form von AfA f&uuml;r diese in Anspruch nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sache ist allerdings nicht spruchreif und zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Senat kann auf Grundlage der bisherigen Feststellungen des FG nicht beurteilen, ob die GbR AfA-Betr&auml;ge in der geltend gemachten H&ouml;he abziehen kann. Zudem wird das FG zu Unrecht unterbliebene notwendige Beiladungen nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach der Rechtsprechung des Senats ist f&uuml;r die Ermittlung der AfA nach &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG zwischen dem Erwerb des Betriebs einer Vertragsarztpraxis als Sachgesamtheit (mit s&auml;mtlichen materiellen Wirtschaftsg&uuml;tern und einem Praxiswert) und dem Erwerb nur des immateriellen Wirtschaftsguts des &quot;mit einer Vertragsarztzulassung verbundenen wirtschaftlichen Vorteils&quot; zu unterscheiden (BFH-Urteil in BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erwirbt der K&auml;ufer eine Vertragsarztpraxis (den &quot;Betrieb&quot;) als einheitliches Chancenpaket, lassen sich die Anschaffungskosten &#8211;soweit sie nicht auf die erworbenen materiellen Wirtschaftsg&uuml;ter zu verteilen sind&#8211; nicht in solche f&uuml;r den Erwerb des immateriellen Wirtschaftsguts &quot;Praxiswert&quot; und andere immaterielle Wirtschaftsg&uuml;ter (wie den &quot;Vorteil aus einer Vertragsarztzulassung&quot; oder einen Patientenstamm) aufteilen. Das mit der Praxis erworbene Chancenpaket setzt sich aus den verschiedenen wertbildenden Einzelbestandteilen zusammen (Patientenstamm, Standort, Umsatz, Facharztgruppe etc.) und wird &#8211;neben den einzeln bewertbaren materiellen Wirtschaftsg&uuml;tern der Praxiseinrichtung&#8211; in der Regel haupts&auml;chlich durch den als immaterielles Wirtschaftsgut abschreibbaren Praxiswert repr&auml;sentiert. In dem erworbenen immateriellen Wirtschaftsgut &quot;Praxiswert&quot; sind somit insbesondere der &quot;Vorteil aus der Vertragsarztzulassung&quot; und der Patientenstamm &quot;mitenthalten&quot;. Wie beim Gesch&auml;ftswert des Betriebs eines Gewerbetreibenden handelt es sich auch beim Praxiswert um einen Inbegriff einer Anzahl von im Einzelnen nicht messbaren Faktoren. Eine gesonderte Bewertung des Vorteils aus der Zulassung neben oder statt des Praxiswerts kommt aus Gr&uuml;nden der Praktikabilit&auml;t nicht in Betracht, weil ein sachlich begr&uuml;ndbarer Aufteilungs- und Bewertungsma&szlig;stab nicht ersichtlich ist (s. zum Ganzen BFH-Urteile in BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875, Rz&nbsp;19&nbsp;f.; vom 21.&nbsp;Februar 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;56\/14, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Erwerb einer Praxis als Sachgesamtheit ist abzugrenzen von dem sog. &quot;Sonderfall&quot;, in dem zwar vom Ver&auml;u&szlig;erer und Erwerber im Nachbesetzungsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;103 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 SGB V gegen&uuml;ber dem Zulassungsausschuss kundgetan wird, es gehe um die &Uuml;bernahme der ausgeschriebenen Praxis als solcher, sich der Sachverhalt aber wirtschaftlich betrachtet so darstellt, dass nur die mit der Vertragsarztzulassung verbundenen Marktchancen (Teilnahme an der vertrags&auml;rztlichen Versorgung im Zulassungsbereich) &uuml;bertragen werden sollen (s. BFH-Urteile in BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875; vom 21.&nbsp;Februar 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;56\/14, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, und VIII&nbsp;R&nbsp;24\/16, nicht amtlich ver&ouml;ffentlicht). Es wird in diesem Fall nur der Vorteil aus dem Innehaben der Vertragsarztzulassung (nicht die Praxis) zum Gegenstand des Ver&auml;u&szlig;erungs- und Erwerbsvorgangs gemacht und hierdurch zu einem selbst&auml;ndigen Wirtschaftsgut konkretisiert (BFH-Urteil in BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875, Rz&nbsp;25). Die vom Erwerber an den fr&uuml;heren Zulassungsinhaber gezahlten Betr&auml;ge sind als Anschaffungskosten ausschlie&szlig;lich f&uuml;r den Erwerb des Vorteils aus der Vertragsarztzulassung, der &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger&#8211; nicht abnutz- und damit auch nicht abschreibbar ist (s. zur Vermeidung von Wiederholungen BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Februar 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;56\/14, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt), anzusehen. Die Feststellungslast bez&uuml;glich der Umst&auml;nde, dass entgegen dem &auml;u&szlig;eren Anschein nicht eine Praxis als Chancenpaket, sondern nur der Vorteil aus der Zulassung ver&auml;u&szlig;ert und erworben werden soll, liegt beim Finanzamt (zutreffend FG K&ouml;ln, Urteil in EFG 2012, 1128, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ob Gegenstand der &Uuml;bertragung auf den Erwerber die Vertragsarztpraxis als Chancenpaket oder nur der wirtschaftliche Vorteil aus der Vertragsarztzulassung ist, ist ausgehend von den vertraglichen Vereinbarungen der Beteiligten und deren tats&auml;chlicher Umsetzung im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung zu bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei dieser Gesamtw&uuml;rdigung kommt insbesondere der Kaufpreisbemessung ma&szlig;gebliche Bedeutung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zahlt der Erwerber einen Preis in H&ouml;he des Verkehrswerts der Vertragsarztpraxis, indiziert dies, dass die Praxis als Chancenpaket Gegenstand der &Uuml;bertragung ist, da sich der Kaufpreis in diesem Fall ma&szlig;geblich nach der Patientenstruktur und der damit verbundenen Ertragskraft der Praxis richtet (s. BFH-Urteile in BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875; vom 21.&nbsp;Februar 2017 VIII&nbsp;R&nbsp;56\/14, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird vom Erwerber sogar ein Zuschlag zum Verkehrswert (&Uuml;berpreis) gezahlt, kann &#8211;entgegen der Ansicht des FG&#8211; nichts anderes gelten. Die Zahlung eines solchen Zuschlags zum Verkehrswert indiziert erst recht, dass Gegenstand der &Uuml;bertragung die Praxis als Chancenpaket ist. Denn der Erwerber verg&uuml;tet neben der Ertragskraft des Patientenstamms dann noch weitere wertbildende Faktoren der Praxis, die durch das Wirtschaftsgut Praxiswert verk&ouml;rpert werden. Auch bei Zahlung eines Zuschlags zum Verkehrswert ist die Vertragsarztzulassung untrennbarer Bestandteil des ver&auml;u&szlig;erten und erworbenen Wirtschaftsguts &quot;Praxiswert&quot; (s. unter II.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wird der erfolgreiche &Uuml;bergang der Vertragsarztzulassung auf den Praxiserwerber im Nachbesetzungsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;103 Abs.&nbsp;4 SGB V von den Parteien zur Bedingung oder Gesch&auml;ftsgrundlage f&uuml;r das Zustandekommen des Praxis&uuml;bernahmevertrags gemacht, hat diese vertragliche Gestaltung keine Indizwirkung daf&uuml;r, dass es dem Erwerber um den Erwerb nur des wirtschaftlichen Vorteils aus der Zulassung geht. Eine vertragliche Verzahnung zwischen der Bindungswirkung des zivilrechtlichen Kaufvertrags und dem Ausgang des Nachbesetzungsverfahrens ist Ausfluss der Regelung des &sect;&nbsp;103 Abs.&nbsp;4 SGB V und des Umstands, dass das &ouml;ffentlich-rechtliche Nachbesetzungsverfahren und die zivilrechtliche Praxis&uuml;bernahme voneinander unabh&auml;ngige Rechtsakte sind (s. Urteil des Bundessozialgerichts &#8211;BSG&#8211; vom 29.&nbsp;September 1999 B&nbsp;6&nbsp;KA&nbsp;1\/99&nbsp;R, BSGE 85, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Erwerb einer Praxis als Chancenpaket im Sinne des BFH-Urteils in BFHE 234, 286, BStBl II 2011, 875 kann entgegen der Auffassung des FG auch vorliegen, wenn eine Gemeinschaftspraxis (Personengesellschaft) eine Einzelpraxis samt der wertbildenden Faktoren erwirbt und die Vertragsarztzulassung des &Uuml;bergebers vom Zulassungsausschuss einem Gesellschafter der Personengesellschaft neu erteilt wird (ebenso FG K&ouml;ln, Urteil in EFG 2012, 1128). Dass als Folge dieser Entscheidung des Zulassungsausschusses eine &quot;Praxis vom Markt genommen&quot; und der Kreis der Anbieter f&uuml;r die betroffenen &auml;rztlichen Leistungen eingeengt wird, ist f&uuml;r sich betrachtet kein Indiz daf&uuml;r, dass es den Parteien des Praxis&uuml;bergabevertrags ausschlie&szlig;lich um die &Uuml;berleitung der wirtschaftlichen Vorteile aus einer Zulassung im Zulassungsbereich geht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dies gilt auch dann, wenn die Gemeinschaftspraxis &#8211;wie hier&#8211; nicht beabsichtigt, die &auml;rztliche T&auml;tigkeit in den bisherigen R&auml;umen des Einzelpraxisinhabers fortzusetzen. Auch die Rechtsprechung des BSG verlangt f&uuml;r eine Praxisfortf&uuml;hrung i.S. des &sect;&nbsp;103 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 SGB V nicht, dass der Nachfolger eines ausscheidenden Vertragsarztes auf Dauer die bisherigen Patienten in denselben Praxisr&auml;umen mit Unterst&uuml;tzung desselben Praxispersonals und unter Nutzung derselben medizinisch-technischen Infrastruktur behandelt oder zumindest behandeln will (BSG-Urteil in BSGE 85, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesem Ma&szlig;stab ist die tats&auml;chliche und rechtliche W&uuml;rdigung des FG, die GbR habe den Kaufpreis ausschlie&szlig;lich f&uuml;r den &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Vorteils aus der Vertragsarztzulassung gezahlt, rechtsfehlerhaft. Nach den Gesamtumst&auml;nden des Streitfalls hat die GbR die Praxis des S als Chancenpaket erworben. Die Vorentscheidung wird daher aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r den beabsichtigten Erwerb der Vertragsarztpraxis des S mit den wertbildenden Faktoren spricht im Streitfall bereits ma&szlig;geblich die Zahlung eines Kaufpreises in H&ouml;he eines Zuschlags zum Verkehrswert, von dem das FG im Streitfall ausgegangen ist (s. unter II.2.a). Auch in diesem Fall orientiert sich der Kaufpreis an der Ertragskraft und Patientenstruktur der Praxis des Ver&auml;u&szlig;erers. Die vom FA in der m&uuml;ndlichen Verhandlung betonte Auffassung, bei einem auf &Uuml;berweisungen beruhenden Patientenzulauf in einer Facharztpraxis k&ouml;nne kein Patientenstamm ver&auml;u&szlig;ert und erworben werden, weshalb quasi zwingend nur die Zulassung &Uuml;bertragungsgegenstand sei, teilt der Senat nicht. Entscheidend ist, ob die Parteien des &Uuml;bertragungsvertrags die Praxis als solche &uuml;bertragen wollen und deshalb einen Kaufpreis in H&ouml;he des Verkehrswerts oder dar&uuml;ber vereinbaren. Ob sich der Verkehrswert nach der Ertragskraft eines dauerhaften Patientenstamms oder &uuml;berzuleitender sog. Zuweiserbindungen bemisst, spielt f&uuml;r die Beurteilung des Vertragsgegenstands keine Rolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die aufgrund der Zahlung eines Kaufpreises oberhalb des Verkehrswerts bestehende Vermutung, dass Gegenstand des Erwerbs die Praxis des S als solche war, wird auch durch die weiteren festgestellten Umst&auml;nde des Streitfalls best&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Verf&uuml;gt eine Praxis nicht oder nur teilweise &uuml;ber einen festen Patientenstamm an Kassenpatienten &#8211;wie vom FG im Streitfall in Rz&nbsp;74, 77 der Vorentscheidung in EFG 2014, 1179 bindend festgestellt (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO)&#8211;, weil der Ertrag ma&szlig;geblich auf dem Spektrum der angebotenen Untersuchungen und der Zuweisung (&Uuml;berweisung) von Patienten durch andere &Auml;rzte beruht, ist ebenfalls ein ma&szlig;gebliches Indiz f&uuml;r den beabsichtigten Erwerb des Chancenpakets der Praxis des &Uuml;bergebers, ob und inwieweit die Vertragsparteien Bem&uuml;hungen entfalten, um den Patientenstamm der Kassen- und Privatpatienten und die Zuweiserbindungen auf den Erwerber &uuml;berzuleiten. Solche Bem&uuml;hungen haben S und die GbR im Streitfall aber entgegen der Schlussfolgerung des FG entfaltet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Das FG hat festgestellt, die T&auml;tigkeit des S und der GbR habe innerhalb eines eng begrenzten &ouml;rtlichen Wirkungskreises stattgefunden und das Einzugsgebiet radiologischer Praxen sei im Vergleich zu anderen &auml;rztlichen Fachrichtungen ohnehin gro&szlig; (Rz&nbsp;63 der Vorentscheidung in EFG 2014, 1179). Zudem hat es festgestellt, nach Beendigung der T&auml;tigkeit des S und des &Uuml;bergangs der Vertragsarztzulassung auf M habe es nur noch einen Mitbewerber der GbR im radiologischen Bereich am selben Ort gegeben, sodass mit einem Zulauf von Patienten bei der GbR zu rechnen war (Rz&nbsp;77 der Vorentscheidung in EFG 2014, 1179).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Somit ist im Streitfall ein Indiz f&uuml;r die beabsichtigte &Uuml;berleitung der Zuweiserbindungen von S auf die GbR auch darin zu sehen, dass M vor der &Uuml;bergabe in der Praxis des S t&auml;tig war (s.a. FG K&ouml;ln, Urteil in EFG 2012, 1128, Rz&nbsp;23). M war in der Praxis des S zwar nur kurzzeitig t&auml;tig, was angesichts der festgestellten Konkurrenzsituation radiologischer Praxen mit lediglich einem Mitbewerber der GbR am Standort X aber durchaus ausreichend gewesen sein kann. Der vom FG betonte Umstand, dass diese T&auml;tigkeit unentgeltlich erfolgte, schlie&szlig;t es nicht aus, dass durch diese Mitarbeit Patienten- und Zuweiserbindungen von S auf die GbR &uuml;bergeleitet werden sollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die &Uuml;bernahme des Patientenarchivs durch die GbR spricht ebenfalls ma&szlig;geblich f&uuml;r die beabsichtigte und erwartete &Uuml;berleitung des Patientenstamms und der Zuweiserbindungen auf die GbR. Die entgegenstehende W&uuml;rdigung des FG, die &Uuml;bernahme des Patientenarchivs durch die GbR habe nur dem Zweck gedient, S von seiner &ouml;ffentlich-rechtlichen Aufbewahrungspflicht zu entlasten, h&auml;lt der Senat angesichts der festgestellten Gesamtumst&auml;nde des Streitfalls f&uuml;r denkfehlerhaft. War seitens der Vertragsparteien davon auszugehen, dass nur noch zwei Anbieter radiologischer Praxen am Markt blieben und deshalb auch fr&uuml;here Patienten des S die Praxis der GbR aufsuchen w&uuml;rden, liegt es auf der Hand, dass die GbR das Archiv des S &uuml;bernehmen wollte, um es sp&auml;ter f&uuml;r die Behandlung und Verlaufskontrolle dieser Patienten nutzen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r den beabsichtigten Erwerb der Praxis des S durch die GbR spricht weiter, dass die &Uuml;bernahme von Mitarbeitern des S gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;613a BGB verpflichtend war, mithin arbeitsrechtlich von einem &Uuml;bergang des Betriebs auf die GbR auszugehen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Hinzu tritt, dass die GbR im Streitfall entgegen der Auslegung des &Uuml;bernahmevertrags durch das FG auch die veralteten Ger&auml;te und das Inventar des S und damit weitere Gegenst&auml;nde der Praxiseinrichtung erworben hat. Die GbR und S gingen zwar davon aus, dass die medizinischen Ger&auml;te des S zum Stichtag wirtschaftlich verbraucht seien und eine &Uuml;bernahme durch die GbR (zur Nutzung) nicht erfolgen werde. Die GbR hatte S aber von den Entsorgungskosten des veralteten Praxisinventars freizustellen (Rz&nbsp;9, 75 der Vorentscheidung in EFG 2014, 1179). Ihr stand es danach frei, dieses zu nutzen oder zu entsorgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Erwerb der Praxis des S durch die GbR wird schlie&szlig;lich nicht dadurch in Frage gestellt, dass diese die T&auml;tigkeit nicht in den bisherigen Praxisr&auml;umen des S fortf&uuml;hren wollte. Denn es ist angesichts der vom FG festgestellten Umst&auml;nde des Streitfalls offensichtlich, dass die berechtigte Erwartungshaltung der GbR und des S darin bestand, dass trotz der Verlagerung der Behandlungsr&auml;ume innerhalb X die Zuweiserbindungen erhalten bleiben und die fr&uuml;heren Patienten des S die Praxis der GbR aufsuchen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach alledem steht fest, dass die GbR die Praxis des S als Chancenpaket erworben hat und die Anschaffungskosten in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR auf die erworbenen materiellen Wirtschaftsg&uuml;ter der Praxis und einen Praxiswert aufzuteilen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob die in den Gewinnermittlungen der Streitjahre als Betriebsausgaben geltend gemachten Abschreibungsbetr&auml;ge im Ergebnis zutreffend sind, kann der Senat auf Grundlage der Feststellungen des FG, das hierzu von seinem Standpunkt aus zutreffend keine Feststellungen treffen musste, nicht &uuml;berpr&uuml;fen. Dies h&auml;ngt davon ab, inwieweit die Anschaffungskosten in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR auf die von S erworbenen materiellen Wirtschaftsg&uuml;ter und einen Praxiswert aufzuteilen sind (s. zur Ermittlung der Anschaffungskosten f&uuml;r einen Praxiswert BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;April 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;42\/10, BFH\/NV 2011, 1345, Rz&nbsp;4; BFH-Urteil vom 13.&nbsp;M&auml;rz 1991 I&nbsp;R&nbsp;83\/89, BFHE 164, 61, BStBl II 1991, 595, unter II.1.a). Das FG wird im zweiten Rechtsgang die geltend gemachte AfA-Bemessungsgrundlage zu pr&uuml;fen haben. Die von der GbR der AfA-Ermittlung zugrunde gelegte dreij&auml;hrige Nutzungsdauer f&uuml;r den Praxiswert war zwischen den Beteiligten bislang nicht streitig und ist nicht zu beanstanden. Sie liegt am unteren Ende innerhalb der von der Rechtsprechung anerkannten drei- bis f&uuml;nfj&auml;hrigen Nutzungsdauer f&uuml;r entgeltlich erworbene Einzelpraxiswerte (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Februar 1994 IV&nbsp;R&nbsp;33\/93, BFHE 174, 230, BStBl II 1994, 590, unter 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Schlie&szlig;lich hat das FG nach Aktenlage diejenigen Gesellschafter der GbR nicht notwendig beigeladen, die in den Streitjahren neben den Kl&auml;gern noch Mitunternehmer der GbR waren und sp&auml;ter aus der GbR ausgeschieden sind (&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3, &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 FGO). Da die Vorentscheidung aufzuheben und der Rechtsstreit zur weiteren Sachverhaltsermittlung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen ist, sieht der Senat von einer Nachholung der Beiladungen im Revisionsverfahren ab (&sect;&nbsp;123 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO). Das FG wird im zweiten Rechtsgang die Vollst&auml;ndigkeit der Beiladungen zu pr&uuml;fen und diese nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.2.2017, VIII R 7\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.210217.VIIIR7.14.0 Abgrenzung des Erwerbs einer Vertragsarztpraxis vom Erwerb nur des wirtschaftlichen Vorteils aus einer Vertragsarztzulassung Leits&auml;tze 1. Wird vom Erwerber einer Vertragsarztpraxis ein Zuschlag zum Verkehrswert (&Uuml;berpreis) gezahlt, spricht dies wie eine Zahlung, die sich ausschlie&szlig;lich am Verkehrswert orientiert, daf&uuml;r, dass Gegenstand der &Uuml;bertragung die Praxis des &Uuml;bergebers als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-7-14-abgrenzung-des-erwerbs-einer-vertragsarztpraxis-vom-erwerb-nur-des-wirtschaftlichen-vorteils-aus-einer-vertragsarztzulassung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;7\/14 &#8211; Abgrenzung des Erwerbs einer Vertragsarztpraxis vom Erwerb nur des wirtschaftlichen Vorteils aus einer Vertragsarztzulassung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67262","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67262\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}