{"id":67269,"date":"2017-06-01T08:48:43","date_gmt":"2017-06-01T06:48:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67269"},"modified":"2017-06-01T08:48:43","modified_gmt":"2017-06-01T06:48:43","slug":"v-r-51-15-keine-gemeinnuetzigkeit-einer-kunststiftung-bei-unterbringung-der-kunstwerke-in-nicht-oeffentlich-zugaenglichen-privatraeumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-51-15-keine-gemeinnuetzigkeit-einer-kunststiftung-bei-unterbringung-der-kunstwerke-in-nicht-oeffentlich-zugaenglichen-privatraeumen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;51\/15 &#8211; Keine Gemeinn&uuml;tzigkeit einer Kunststiftung bei Unterbringung der Kunstwerke in nicht &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Privatr&auml;umen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2017, V R 51\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.230217.VR51.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Gemeinn&uuml;tzigkeit einer Kunststiftung bei Unterbringung der Kunstwerke in nicht &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Privatr&auml;umen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 26. Februar 2015 1 K 487\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine von den Eheleuten A und B am &#8230; 2011 errichtete Stiftung b&uuml;rgerlichen Rechts. Die Stiftung wurde mit einem Geldbetrag von 5.000&nbsp;EUR und mit Werken der Bildenden Kunst aus dem Eigentum der Stifter zu Anschaffungskosten von ca. 121.000&nbsp;EUR ausgestattet, die in einer Anlage zum Stiftungsgesch&auml;ft aufgef&uuml;hrt waren. Die Stiftung wurde vom Landesinnenministerium 2011 anerkannt. Am 15.&nbsp;Juli 2011 erteilte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine vorl&auml;ufige Bescheinigung &uuml;ber die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Satzung der Stiftung vom &#8230; 2011 lautet auszugsweise wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;&#8230; &sect;&nbsp;2 Stiftungszweck<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Stiftung verfolgt ausschlie&szlig;lich gemeinn&uuml;tzige Zwecke i. S. des Abschnitts steuerbeg&uuml;nstigte Zwecke der AO.<\/p>\n<p>(2) Zweck der Stiftung ist die Bewahrung und F&ouml;rderung von bildender Kunst schwerpunktm&auml;&szlig;ig aus der geographischen Mitte Deutschlands.<\/p>\n<p>Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch:<\/p>\n<p>a) F&ouml;rderung von Vorhaben der bildenden Kunst in der geographischen Mitte Deutschlands<\/p>\n<p>b) Unterst&uuml;tzung und Durchf&uuml;hrung von k&uuml;nstlerischen Veranstaltungen und F&ouml;rderprojekten<\/p>\n<p>c) Vergabe von k&uuml;nstlerischen F&ouml;rderprojekten<\/p>\n<p>d) Gew&auml;hrung von Stipendien<\/p>\n<p>e) Zurverf&uuml;gungstellung von Werken der Stiftung im Rahmen von &ouml;ffentlichen Ausstellungen und Leihgaben.<\/p>\n<p>&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;7<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Vorstand besteht aus mindestens einem Mitglied und h&ouml;chstens zwei Mitgliedern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>Mitglieder des ersten Vorstands sind:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td>a) A &#8211; als Vorsitzender<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:54\"pt>\n<tr>\n<td>b) B&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Stifter geh&ouml;ren dem Vorstand auf Lebenszeit an. Die Stifter sind berechtigt, das Amt jederzeit niederzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Scheidet einer der Stifter oder beide oder ein anderes Vorstandsmitglied aus dem Vorstand aus, wird bereits jetzt bestimmt, dass nach dem Ausscheiden einer der beiden aus dem Vorstand deren Sohn, Herr &#8230;, als lebenslanger Vorstand bestellt ist. Beim Ausscheiden eines weiteren Vorstands wird bereits jetzt die Enkeltochter der Stifter, &#8230;. und bei Ausscheiden eines weiteren Vorstands der Enkelsohn der Stifter &#8230;. als lebenslanger Vorstand bestimmt.<\/p>\n<p>Danach bestimmt jedes Vorstandsmitglied seinen eigenen Nachfolger &#8230;.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Gr&uuml;ndungsjahr 2011 und im Folgejahr 2012 erstreckte sich die T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin &uuml;berwiegend auf die Beschaffung weiterer Gem&auml;lde sowie die Begleitung von Kunstprojekten, auch unter Gew&auml;hrung von Stipendien. Entsprechend dem Stiftungszweck wurden weitere Bilder f&uuml;r ca.&nbsp;82.000&nbsp;EUR und f&uuml;r ca.&nbsp;96.000&nbsp;EUR hinzuerworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Eingang der Erkl&auml;rungen zur K&ouml;rperschaftsteuer und zur Gewerbesteuer f&uuml;r 2011 Ende M&auml;rz 2013 best&auml;tigte das FA die Gemeinn&uuml;tzigkeit mit Bescheid vom 28.&nbsp;Mai 2013 und forderte die Kl&auml;gerin auf mitzuteilen, wo die Bilder gelagert w&uuml;rden. Nachdem die Kl&auml;gerin hierzu die private Wohnadresse der Stifter angegeben hatte, gelangte das FA zu der Auffassung, dass die Bilder den Verf&uuml;gungsbereich der Stifter nie verlassen h&auml;tten und k&uuml;ndigte an, die zuvor anerkannte Gemeinn&uuml;tzigkeit r&uuml;ckwirkend ab 2011 wieder zu versagen. Daraufhin teilte Herr A dem FA mit, dass die Bilder ab Juli 2013 in einer von ihm daf&uuml;r eigens angemieteten Wohnung in der &#8230;Stra&szlig;e in &#8230; gelagert w&uuml;rden. Durch die Gr&uuml;ndung der Stiftung habe er auch den Verkauf der Bilder durch seine Erben verhindern wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zuwendungen (Spenden) habe die Kl&auml;gerin in den Streitjahren ausschlie&szlig;lich von den Stiftern sowie von diesen nahestehenden Unternehmen erhalten. Daf&uuml;r habe die Kl&auml;gerin entsprechende Spendenbescheinigungen erteilt. Die Spenden beliefen sich im Jahr 2011 auf 229.355&nbsp;EUR und im Jahr 2012 auf 195.710&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter W&uuml;rdigung dieser Umst&auml;nde erlie&szlig; das FA am 2.&nbsp;Juli 2014 einen nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r 2011 und einen erstmaligen K&ouml;rperschaftsteuerbescheid f&uuml;r 2012, in denen es K&ouml;rperschaftsteuer jeweils auf 0&nbsp;EUR festsetzte und den Feststellungsbescheid &uuml;ber die Gemeinn&uuml;tzigkeit r&uuml;ckwirkend wieder aufhob.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die hiergegen mit Zustimmung des FA erhobene Sprungklage gab das Finanzgericht (FG) im Hinblick auf das Streitjahr 2011 der Klage statt, weil das FA nicht befugt gewesen sei, die bestandskr&auml;ftig festgestellte Gemeinn&uuml;tzigkeit f&uuml;r das Streitjahr 2011 wieder abzuerkennen und wies die Klage im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet ab. Gemeinn&uuml;tzigkeit liege nicht vor, weil es an der nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 AO erforderlichen Selbstlosigkeit fehle. Das Urteil des FG ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 408.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung formellen und materiellen Rechts. Sie f&uuml;hrt im Wesentlichen Folgendes aus:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe insbesondere gegen &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) i.V.m. &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;3 AO versto&szlig;en. Es habe den Begriff der Gemeinn&uuml;tzigkeit unzutreffend ausgelegt. Dabei stelle das FG Anforderungen an die Selbstlosigkeit, welche die Voraussetzungen von &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG i.V.m. &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1, 3 AO &uuml;berstiegen. Daneben habe das FG den Streitfall teilweise fehlerhaft unter die ma&szlig;geblichen Bestimmungen subsumiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 der Satzung der Kl&auml;gerin seien als Stiftungszwecke die Bewahrung und F&ouml;rderung von bildender Kunst schwerpunktm&auml;&szlig;ig aus der geographischen Mitte der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) festgelegt. In der Satzung seien dar&uuml;ber hinaus die nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1 bis 5 AO notwendigen Voraussetzungen f&uuml;r die Selbstlosigkeit festgeschrieben. Diese w&uuml;rden von der Kl&auml;gerin verwirklicht. Der festgelegte Stiftungszweck falle somit in den Anwendungsbereich von &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 AO. Die Voraussetzungen f&uuml;r die Selbstlosigkeit und damit die Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit seien vollst&auml;ndig erf&uuml;llt. Ein rein eigenwirtschaftliches Interesse der Stifter stehe keineswegs im Vordergrund des Handelns der Kl&auml;gerin und sei auch in keiner Weise gegeben. Durch das Wirken der Kl&auml;gerin erhalte unzureichend bewertete mitteldeutsche Kunst verst&auml;rkt die M&ouml;glichkeit, kunstwissenschaftlich geachtet zu werden. Auf diese Weise werde der Zusammenhalt der Gesellschaft bewahrt. Das Anliegen der Kl&auml;gerin bestehe darin, bildende Kunst insbesondere aus der Mitte Deutschlands zu bewahren und angemessen der Allgemeinheit zug&auml;nglich zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kunst sei nach Auffassung der Stifter ein zu sch&uuml;tzendes Gemeingut, das f&uuml;r die Fortschreibung der Kunstgeschichte und der Geschichte der Menschheit bewahrt werden m&uuml;sse. Die Stifter h&auml;tten daher eigene Kunstwerke allein mit einem Anschaffungswert von 122.205&nbsp;EUR in die Stiftung eingebracht. Hierdurch h&auml;tten die Stifter ihr Verm&ouml;gen nicht unerheblich geschm&auml;lert. Eine freie Verf&uuml;gung &uuml;ber die Bildwerke sei bereits durch die Stiftungssatzung untersagt. Hinzu k&auml;men die j&auml;hrlich anfallenden Fixkosten wie z.B. der Mietaufwand der Kl&auml;gerin. Zudem h&auml;tten sich die Stifter verpflichtet, aus ihrem eigenen Verm&ouml;gen j&auml;hrlich 5.000&nbsp;EUR mindestens f&uuml;r den Zeitraum von sechs Jahren an die Kl&auml;gerin zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG verkenne, dass die Kunst&#8211; und Sammelleidenschaft die Intention zur Gr&uuml;ndung jeder Stiftung sei. Dass es einen gewissen Zusammenhang zwischen dem Zweck der Stiftung und dem Interesse der Stifter gebe, sei eine in der Natur der Sache liegende Verbindung, die deutlich mache, dass die zu f&ouml;rdernde T&auml;tigkeit nicht nur der Allgemeinheit, sondern in der Regel notwendig auch den einzelnen Mitgliedern mehr oder weniger zugutekomme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Errichtung der Stiftung h&auml;tten die Stifter die Kunstwerke getrennt, indem sie diese nicht in der Wohnung der Stifter, sondern in separaten, urspr&uuml;nglich gewerblich genutzten R&auml;umen im Haus der Stifter im Erdgeschoss der &#8230;Stra&szlig;e in &#8230; aufbewahrt h&auml;tten. Die Wohnung der Stifter befinde sich in der ersten und zweiten Etage dieses Geb&auml;udes, nicht jedoch im Erdgeschoss. Frau A habe im &Uuml;brigen das Eigentum an dem Wohn&#8211; und Gesch&auml;ftshaus mit notariellem Vertrag vom &#8230; 2012 auf ihren Sohn &uuml;bertragen, so dass das entsprechende Geb&auml;ude zum Zeitpunkt der Zwischenlagerung des Bildkonvoluts &uuml;berwiegend im Fremdeigentum und nicht im Eigentum der Stifter gestanden habe. Ab dem &#8230; 2013 h&auml;tten R&auml;umlichkeiten in der &#8230;Stra&szlig;e angemietet und ein Bildlager eingerichtet werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe insoweit zu Unrecht darauf abgestellt, dass die Lagerung der Kunstwerke bis zum &#8230; 2013 &quot;in den Wohnr&auml;umen&quot; des Stifters erfolgt sei. Das FG st&uuml;tze damit seine Entscheidung auf eine Tatsache, die wesentlich sei, so dass allein deshalb das Urteil aufzuheben sei. Das FG sei diesbez&uuml;glich seiner Sachaufkl&auml;rungspflicht nicht nachgekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin habe im Jahr 2012 die Kunstwerke in erheblichem Umfang der Allgemeinheit bekannt gemacht. Sie habe zwei Leihvertr&auml;ge vereinbart und u.a. mehrere Katalogb&uuml;cher erstellt oder deren Herstellung unterst&uuml;tzt. Ferner seien mit verschiedenen K&uuml;nstlern projektbezogene Vertr&auml;ge vereinbart worden. Insgesamt h&auml;tten schon mehr als 100 Personen die Bildwerke in den angemieteten R&auml;umen der Kl&auml;gerin besichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das FG-Urteil aufzuheben, soweit es die Versagung der Anerkennung der Gemeinn&uuml;tzigkeit und die K&ouml;rperschaftsteuerfestsetzung f&uuml;r das Jahr 2012 betrifft, den Bescheid &uuml;ber die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2012 vom 2.&nbsp;Juli 2014 aufzuheben und das FA zu verpflichten, einen Freistellungsbescheid zur K&ouml;rperschaftsteuer und Gewerbesteuer zu erlassen, hilfsweise, das FG-Urteil aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt die Vorentscheidung f&uuml;r zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin mit der von ihr gegr&uuml;ndeten Stiftung keine gemeinn&uuml;tzigen Zwecke verfolgt, weil es ihr an der erforderlichen Selbstlosigkeit fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG sind K&ouml;rperschaften, Personenvereinigungen und Verm&ouml;gensmassen, die nach der Satzung, dem Stiftungsgesch&auml;ft oder der sonstigen Verfassung und nach der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecken dienen (&sect;&sect;&nbsp;51 bis 68 AO) von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit. &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) enth&auml;lt eine entsprechende Regelung f&uuml;r die Befreiung von Gewerbesteuer. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO verfolgt eine K&ouml;rperschaft gemeinn&uuml;tzige Zwecke, wenn ihre T&auml;tigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu f&ouml;rdern. Eine F&ouml;rderung oder Unterst&uuml;tzung geschieht nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 AO selbstlos, wenn dadurch nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke z.B. gewerbliche Zwecke oder sonstige Erwerbszwecke verfolgt werden und im &Uuml;brigen die weiteren in &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1 bis 5 AO genannten Voraussetzungen erf&uuml;llt sind. Nach der Rechtsprechung handelt eine K&ouml;rperschaft selbstlos, wenn sie weder selbst noch zugunsten ihrer Mitglieder eigenn&uuml;tzige oder eigenwirtschaftliche Zwecke verfolgt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.&nbsp;Dezember 1978 I&nbsp;R&nbsp;39\/78, BFHE 127, 330, BStBl II 1979, 482).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei tr&auml;gt eine K&ouml;rperschaft, die eine Steuerbefreiung oder Steuererm&auml;&szlig;igung wegen Verfolgung steuerbeg&uuml;nstigter Zwecke begehrt, die Feststellungslast f&uuml;r die Tatsachen, aus denen sich ergibt, dass sie die Voraussetzungen der Steuerbefreiung oder Steuererm&auml;&szlig;igung erf&uuml;llt (z.B. BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;Oktober 2004 I&nbsp;B&nbsp;95\/04, BFH\/NV 2005, 160).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen hat das FG im Streitfall zu Recht angenommen, dass jedenfalls im Streitjahr das eigenn&uuml;tzige Interesse der Stifter im Vordergrund des Handelns der Kl&auml;gerin stand, so dass es an der gebotenen Selbstlosigkeit i.S. von &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 AO mangelte. Die Kl&auml;gerin hat im Streitjahr den in &sect;&nbsp;2 der Satzung verankerten Stiftungszweck nicht in ausreichendem Umfang verwirklicht, insbesondere was die vorgesehene Zurverf&uuml;gungstellung von Werken der Stiftung im Rahmen von &ouml;ffentlichen Ausstellungen und Leihgaben angeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat ist mangels einer begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;ge der Kl&auml;gerin an die tats&auml;chlichen Feststellungen gebunden, die das FG dazu in dem angefochtenen Urteil getroffen hat (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin macht zwar im Rahmen einer Verfahrensr&uuml;ge geltend, das FG habe zu Unrecht bei seiner Entscheidung darauf abgestellt, dass sich die Gem&auml;lde &quot;in den Wohnr&auml;umen&quot; der Stifter befunden h&auml;tten, w&auml;hrend es sich in Wahrheit lediglich um die gleiche Adresse, aber von der Wohnung getrennte R&auml;umlichkeiten in einer anderen Etage gehandelt habe. Dieser Umstand ist aber schon nach dem eigenen Vorbringen der Kl&auml;gerin nicht entscheidungserheblich, weil es nach den Ausf&uuml;hrungen des FG in diesem Zusammenhang auf die durch den ausschlie&szlig;lichen Zugang in derselben Adresse gesicherte tats&auml;chliche &#8211;die Allgemeinheit f&uuml;r diesen Zeitraum ausschlie&szlig;ende&#8211; Sachherrschaft der Stifter an den Gem&auml;lden ankam. Dieser Umstand wird auch von der Kl&auml;gerin nicht grunds&auml;tzlich in Frage gestellt, zumal sie auch zu keiner Zeit vorgetragen hat, dass die Gem&auml;lde zu bestimmten &Ouml;ffnungszeiten der Allgemeinheit zug&auml;nglich gewesen w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat diese Tatsachen rechtsfehlerfrei gew&uuml;rdigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat hierzu ausgef&uuml;hrt, dass der Stifter und Vorstand der Kl&auml;gerin, Herr&nbsp;A, sich unstreitig aufgrund seiner Kunst- und Sammelleidenschaft seit Jahren in diesem Bereich engagiert habe. Sein Eigeninteresse liege im Sammeln und Besitzen von Kunstgegenst&auml;nden aus der geographischen Mitte Deutschlands. Dieses Interesse habe Herr&nbsp;A mit der Gr&uuml;ndung der Stiftung weiterverfolgt. Denn auch nach der &Uuml;bertragung seiner privat angeschafften Kunstwerke auf die Stiftung habe sich f&uuml;r ihn faktisch nichts ge&auml;ndert, weil er nach wie vor den unmittelbaren Besitz an diesen Kunstwerken &#8211;ebenso wie an den von der Kl&auml;gerin in den Streitjahren angeschafften Kunstwerken&#8211; habe. S&auml;mtliche Kunstwerke h&auml;tten sich noch bis Juli 2013 im Besitz von Herrn&nbsp;A befunden. Auch danach seien die Kunstwerke in einer von diesem in der N&auml;he angemieteten Wohnung gelagert worden. Die Allgemeinheit habe in dieser Zeit kaum einen Nutzen an den Kunstwerken gehabt, da ihnen diese &#8211;abgesehen von wenigen Kunstwerken als Leihgaben bei Kunstausstellungen&#8211; nicht zug&auml;nglich gemacht worden seien. Gegen das Vorliegen der Selbstlosigkeit spreche auch, dass durch die in &sect;&nbsp;7 der Satzung enthaltene Regelung der Verbleib der Stiftung und damit auch der unmittelbare Besitz am Stiftungsverm&ouml;gen f&uuml;r die n&auml;chsten beiden Generationen unmittelbar im Familienbesitz bereits sichergestellt sei. Daran &auml;ndere der in &sect;&nbsp;12 der Satzung vorgesehene Anfall des Verm&ouml;gens der Stiftung bei Aufl&ouml;sung derselben auf andere gemeinn&uuml;tzige Einrichtungen nichts, weil diese Regelung lediglich den in &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 AO vorgesehenen Mindestvorgaben f&uuml;r die Anerkennung der Selbstlosigkeit entspreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung des erkennenden Senats sind diese Ausf&uuml;hrungen des FG zur fehlenden Selbstlosigkeit nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die von der Kl&auml;gerin hiergegen erhobenen Einwendungen greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Behauptung der Kl&auml;gerin, mit der tats&auml;chlichen Sachherrschaft an den Gem&auml;lden in den nur ihnen zug&auml;nglichen R&auml;umlichkeiten werde den Stiftern lediglich ein unbeachtlicher ideeller Vorteil gew&auml;hrt, geht fehl. Denn auf diese Weise wird der interessierten Allgemeinheit abgesehen von einzelnen Ausstellungen in entscheidungserheblicher Weise der zur Erf&uuml;llung des Stiftungszwecks ma&szlig;gebliche Kunstgenuss an den Gem&auml;lden verwehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die nach Darstellung der Kl&auml;gerin gebotene &quot;Bewahrung von Gemeingut von Kunst und Kultur&quot; steht im Einklang mit dem aufgezeigten eigenn&uuml;tzigen Interesse der Stifter an der Anschaffung und dem Sammeln der Kunstwerke und vermag Letzteres daher nicht zu entkr&auml;ften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dasselbe gilt f&uuml;r den Hinweis der Kl&auml;gerin, dass die Kunstwerke durch die Stiftung auf Dauer dem Verm&ouml;gen der Stifter entzogen seien mit der Ma&szlig;gabe, dass das Stiftungsverm&ouml;gen zugleich nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 der Satzung in seinem Bestand dauernd und ungeschm&auml;lert zu erhalten sei; denn dieser Umstand bedeutet angesichts der Lagerung der Kunstwerke im Erdgeschoss des eigenen Wohnhauses bzw. in hierf&uuml;r sp&auml;ter angemieteten R&auml;umlichkeiten nicht, dass die Stifter ihren tats&auml;chlichen Besitz &#8211;und damit auch ihren durch jederzeitigen Zugang m&ouml;glichen eigenn&uuml;tzigen Genuss&#8211; an den fr&uuml;heren und von der Stiftung neu erworbenen Kunstwerken der Sammlung in irgendeiner Form grunds&auml;tzlich eingeschr&auml;nkt h&auml;tten. Auf die von der Kl&auml;gerin beschriebenen ge&auml;nderten Eigentumsverh&auml;ltnisse an dem Geb&auml;ude durch die &Uuml;bertragung auf den Sohn der Stifter kommt es insoweit nicht an, da sich an der tats&auml;chlichen Sachherrschaft bezogen auf die Gem&auml;lde f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit nichts ge&auml;ndert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar hat die Kl&auml;gerin mit der Vorbereitung und Durchf&uuml;hrung einzelner Ausstellungen die Kunstwerke zum Teil &#8211;und nur zeitweise&#8211; auch der Allgemeinheit zum Kunstgenuss zur Verf&uuml;gung gestellt. Dies bedeutet aber gleichfalls nicht, dass die Stifter hierdurch dauerhaft ihre eigenn&uuml;tzigen Motive zur Aufrechterhaltung und dem weiteren Ausbau ihrer &#8211;ihnen selbst stets zug&auml;nglichen&#8211; Kunstsammlung eingeschr&auml;nkt oder gar aufgegeben h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht auch nicht der Vortrag der Kl&auml;gerin entgegen, dass inzwischen mehr als 100 Personen die Kunstwerke in den R&auml;umen der Stiftung besichtigt h&auml;tten. Zum einen handelt es sich insoweit um neues tats&auml;chliches Vorbringen, das im Revisionsverfahren nicht ber&uuml;cksichtigt werden kann, zumal sich diese Behauptung au&szlig;erdem auch noch auf Verh&auml;ltnisse jenseits des Streitzeitraums bezieht. Zum anderen ist dieser Vortrag auch nicht entscheidungserheblich, weil der nur ausnahmsweise nach vorheriger Absprache geregelte Zugang Dritter &#8211;insbesondere von K&uuml;nstlern und Museumsdirektoren&#8211; zum Lagerraum der Kl&auml;gerin den nach der Satzung erforderlichen umfassenden Kunstgenuss zugunsten der Allgemeinheit nicht ersetzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Auch das Vorbringen der Kl&auml;gerin, das FG habe zu Unrecht angenommen, dass die an die jeweiligen K&uuml;nstler zum Teil vergebenen Stipendien nicht nach Ma&szlig;gabe allgemein zug&auml;nglicher Vergabekriterien erfolgt seien, sondern auf dem entsprechenden &quot;Gutd&uuml;nken&quot; der Stifter beruhten, greift nicht durch. Soweit die Kl&auml;gerin hierzu vortr&auml;gt, die von ihr gef&ouml;rderten Projekte gingen grunds&auml;tzlich von einem definierten von ihr bereits erarbeiteten literarischen Werk aus, so dass von vornherein einschr&auml;nkende Kriterien bei der Auswahl des K&uuml;nstlers gelten w&uuml;rden, ergibt sich daraus schon, dass entsprechend der vom FG angestellten &Uuml;berlegung eine allgemeine Ausschreibung f&uuml;r alle K&uuml;nstler von vornherein ausgeschlossen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Ferner f&uuml;hrt auch der Hinweis auf die Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 23.&nbsp;Juli 2003 I&nbsp;R&nbsp;29\/02, BFHE 203, 251, BStBl II 2003, 930) mit dem Ziel der Verfolgung gemeinn&uuml;tziger Zwecke durch vorbereitende T&auml;tigkeiten zu keinem anderen Ergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar hat der BFH insoweit gekl&auml;rt, dass bereits T&auml;tigkeiten einer neu gegr&uuml;ndeten K&ouml;rperschaft, die die Verwirklichung der steuerbeg&uuml;nstigten Satzungszwecke nur vorbereiten, ausreichen, um die t&auml;tigkeitsbezogenen Voraussetzungen der Steuerbefreiung zu erf&uuml;llen (BFH-Urteil in BFHE 203, 251, BStBl II 2003, 930, Rz&nbsp;16). Dies &auml;ndert aber nichts daran, dass im Hinblick auf den steuerbeg&uuml;nstigten Satzungszweck auch die Voraussetzungen der Selbstlosigkeit i.S. von &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 AO erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin spricht der vom FG zudem angef&uuml;hrte Umstand, dass das Stiftungsverm&ouml;gen zumindest f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Generationen ausschlie&szlig;lich in Familienhand bleiben solle, gleichfalls gegen das Vorliegen von Selbstlosigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin weist zwar zu Recht darauf hin, dass die Stifter im Rahmen der ihnen zustehenden Stifterfreiheit (Privatautonomie) auch die eigenen Nachkommen als Nachfolger vorsehen k&ouml;nnen. Gleichwohl ist eine solche Vorgehensweise aber besonders geeignet, das eigenn&uuml;tzige &#8211;famili&auml;re&#8211; Interesse der Stifter im Verh&auml;ltnis zur Allgemeinheit f&uuml;r einen generations&uuml;bergreifenden Zeitraum zu sichern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht auch nicht das Vorbringen der Kl&auml;gerin entgegen, sie sei vom Innenministerium zu einer entsprechenden &Uuml;berarbeitung der Nachfolgeregelung veranlasst worden, die in ihrer urspr&uuml;nglichen Fassung keinen geregelten &Uuml;bergang auch auf die Enkelgeneration vorgesehen habe. Denn die nun au&szlig;erdem gew&auml;hlte Formulierung: &quot;Danach bestimmt jedes Vorstandsmitglied seinen eigenen Nachfolger&quot; stellt zudem sicher, dass auch die Enkel ihre eigene Nachfolge in der Stiftung &#8211;und damit ihr eigenn&uuml;tziges Interesse&#8211; l&auml;ngerfristig sichern k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.2.2017, V R 51\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.230217.VR51.15.0 Keine Gemeinn&uuml;tzigkeit einer Kunststiftung bei Unterbringung der Kunstwerke in nicht &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Privatr&auml;umen Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 26. Februar 2015 1 K 487\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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