{"id":67279,"date":"2017-06-01T08:38:59","date_gmt":"2017-06-01T06:38:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67279"},"modified":"2017-06-01T08:38:59","modified_gmt":"2017-06-01T06:38:59","slug":"vi-s-21-16-pkh-wechsel-der-steuerklassenkombination-bei-ehegatten-verfassungsmaessigkeit-der-beschraenkung-auf-einen-antrag-im-laufe-eines-kalenderjahrs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-s-21-16-pkh-wechsel-der-steuerklassenkombination-bei-ehegatten-verfassungsmaessigkeit-der-beschraenkung-auf-einen-antrag-im-laufe-eines-kalenderjahrs\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;S&nbsp;21\/16&nbsp;(PKH) &#8211; Wechsel der Steuerklassenkombination bei Ehegatten &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Beschr&auml;nkung auf einen Antrag im Laufe eines Kalenderjahrs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2017, VI S 21\/16 (PKH)<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.090317.VIS21.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Wechsel der Steuerklassenkombination bei Ehegatten &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Beschr&auml;nkung auf einen Antrag im Laufe eines Kalenderjahrs<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Der Antrag wird abgelehnt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb&uuml;hrenfrei.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) ist seit dem Jahr 2011 verheiratet. Sie und ihr Ehemann beantragten am 28.&nbsp;Januar 2015 beim Beklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Wechsel der Steuerklassenkombination von IV\/IV auf III\/V. Dabei sollte der Arbeitslohn der Kl&auml;gerin der Steuerklasse V unterliegen. Das FA entsprach dem Antrag mit Wirkung zum 1.&nbsp;Februar 2015.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und ihr Ehemann beantragten am 21.&nbsp;April 2015 erneut einen Wechsel der Steuerklassen, wobei nunmehr der Kl&auml;gerin die Steuerklasse III und ihrem Ehemann die Steuerklasse V zugeordnet werden sollte. Zur Begr&uuml;ndung des Antrags gaben die Kl&auml;gerin und ihr Ehemann &quot;Gehaltsaufstockung vor Elternzeit&quot; an. Das Kind der Kl&auml;gerin wurde im Oktober 2015 geboren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den Antrag vom 21.&nbsp;April 2015 ab. Ein weiterer Steuerklassenwechsel k&ouml;nne nicht vorgenommen werden, weil im laufenden Kalenderjahr bereits ein Steuerklassenwechsel durchgef&uuml;hrt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage ab. Die Klage sei zwar als Fortsetzungsfeststellungsklage nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zul&auml;ssig. Sie sei aber unbegr&uuml;ndet. Der beantragte Wechsel der Steuerklasse finde im Gesetz keine Grundlage. Denn nach &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) k&ouml;nnten Ehegatten, die beide in einem Dienstverh&auml;ltnis stehen, nur einmal im Laufe des Kalenderjahrs die &Auml;nderung der Steuerklassen beantragen. Dies sei im Streitfall bereits am 28.&nbsp;Januar 2015 geschehen. Diesem Antrag habe das FA auch entsprochen. Ein weiterer Antrag auf Steuerklassenwechsel sei damit nach &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG ausgeschlossen. Eine teleologische Reduktion des Gesetzeswortlauts scheide aus. Es best&uuml;nden keine Anhaltspunkte f&uuml;r die Auffassung, dass der Gesetzgeber Steuerpflichtigen in der Situation der Kl&auml;gerin und ihres Ehemanns entgegen &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG einen weiteren Steuerklassenwechsel zur Aufstockung des Elterngeldes habe zubilligen wollen. Die Regelung des &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG sei verfassungsgem&auml;&szlig;. Es liege weder eine Verletzung des Gleichheitssatzes nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) noch des Grundrechts aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision gegen sein Urteil lie&szlig; das FG nicht zu. Mit dem vorliegenden Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe (PKH) begehrt die Kl&auml;gerin, ihr f&uuml;r ein Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren gegen das Urteil des FG PKH zu bewilligen und ihr einen Rechtsanwalt beizuordnen. Die Kl&auml;gerin hat eine Erkl&auml;rung &uuml;ber die pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse vorgelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie tr&auml;gt vor, die gesetzliche Beschr&auml;nkung, die Steuerklasse grunds&auml;tzlich nur einmal im Jahr wechseln zu d&uuml;rfen, diene der Entlastung der Finanzbeh&ouml;rden. Durch die Einkommensteuerveranlagung w&uuml;rden die Auswirkungen von scheinbar g&uuml;nstig oder ung&uuml;nstig gew&auml;hlten Steuerklassenkombinationen relativiert. Die Beschr&auml;nkung des Wechsels der Steuerklassenkombination sei insoweit zweckdienlich, da weder den Steuerpflichtigen noch dem Steuergl&auml;ubiger ein steuerlicher Nachteil entst&uuml;nde. Jedoch gebe es Ausnahmetatbest&auml;nde, die einen weiteren Steuerklassenwechsel rechtfertigen w&uuml;rden. Diese l&auml;gen dann vor, wenn dem Steuerpflichtigen ein tats&auml;chlicher Nachteil drohe, der nicht durch die Einkommensteuerveranlagung ausgeglichen werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundessozialgericht (BSG) habe in einer Entscheidung vom 25.&nbsp;Juni 2009 den Steuerklassenwechsel zur Erzielung eines h&ouml;heren Elterngeldes ausdr&uuml;cklich zugelassen. Das BSG habe auch keine Beschr&auml;nkung dahin vorgenommen, dass ein solcher Wechsel nur dann zul&auml;ssig sei, wenn es sich um den steuerrechtlich bedingungslos zul&auml;ssigen ersten Steuerklassenwechsel nach &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG handele. Da der Gesetzgeber eine solche Beschr&auml;nkung nicht vorgenommen habe, k&ouml;nne es nicht in seinem Sinne sein, dass die Finanzbeh&ouml;rden einen weiteren Wechsel ablehnten. Hierdurch entst&uuml;nde eine zuf&auml;llige Benachteiligung von Eltern, die aufgrund pers&ouml;nlicher finanzieller Umst&auml;nde ohne Kenntnis der Schwangerschaft bereits einen Wechsel der Steuerklasse vorgenommen h&auml;tten. Dies widerspreche sowohl dem allgemeinen Willk&uuml;rverbot (Art.&nbsp;3 GG) als auch dem grundgesetzlichen Schutz der Familie (Art.&nbsp;6 GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im vorliegenden Fall entstehe der Kl&auml;gerin ein tats&auml;chlicher Nachteil von rund 3.000&nbsp;EUR, der nicht durch die Einkommensteuerveranlagung ausgeglichen werde. Da dieser Nachteil nicht steuerrechtlicher Natur sei, k&ouml;nne auch die Anwendung des &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG nicht zweckdienlich sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag auf Bewilligung von PKH und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;142 Abs.&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) erh&auml;lt ein Beteiligter, der nach seinen pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Die Rechtsverfolgung verspricht hinreichende Aussicht auf Erfolg, wenn f&uuml;r dessen Eintritt bei summarischer Pr&uuml;fung eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.&nbsp;April 2014 V&nbsp;S&nbsp;5\/14&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2014, 1381, und vom 17.&nbsp;M&auml;rz 2008 II&nbsp;S&nbsp;24\/07&nbsp;(PKH), BFH\/NV 2008, 1176, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wird PKH f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung eines Rechtsmittelverfahrens beantragt und wird &#8211;wie hier&#8211; nicht zugleich innerhalb der Rechtsmittelfrist durch eine vor dem BFH postulationsf&auml;hige Person oder Gesellschaft (s. &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;4 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO) Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision eingelegt, kann die beabsichtigte Rechtsverfolgung nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn damit zu rechnen ist, dass dem Antragsteller wegen unverschuldeter Vers&auml;umung der Rechtsmittelfrist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO) zu gew&auml;hren ist. Das ist der Fall, wenn der Antragsteller innerhalb der Rechtsmittelfrist alle erforderlichen Voraussetzungen f&uuml;r eine positive Entscheidung &uuml;ber seinen Antrag schafft. Insbesondere muss er das Streitverh&auml;ltnis unter Angabe der Beweismittel &#8211;in zumindest laienhafter Weise&#8211; darstellen und darlegen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 FGO), dass die Zulassungsvoraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 FGO gegeben sein k&ouml;nnten (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27.&nbsp;Juni 2012 VII&nbsp;S&nbsp;19\/12, BFH\/NV 2012, 1624, und vom 18.&nbsp;Juni 2014 X&nbsp;S&nbsp;13\/14, BFH\/NV 2014, 1565).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben kann der Kl&auml;gerin PKH nicht bewilligt werden. Die von ihr angestrebte Nichtzulassungsbeschwerde bietet bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat auch nicht in laienhafter Weise einen Revisionszulassungsgrund dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO ist die Revision nur zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (Nr.&nbsp;1), die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH erfordert (Nr.&nbsp;2) oder ein Verfahrensmangel vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann (Nr.&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;gerin hat keine Rechtsfrage aufgeworfen, die der Senat in dem von ihr angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;ren soll. Zur grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer solchen f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls entscheidungserheblichen Rechtsfrage i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO hat die Kl&auml;gerin dementsprechend ebenfalls nichts vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die Kl&auml;gerin die Auffassung vertritt, das FG-Urteil sei in rechtlicher Hinsicht falsch, gen&uuml;gt dies nicht zur Darlegung eines Revisionszulassungsgrundes. Mit dem Einwand einer (vermeintlich) fehlerhaften Rechtsanwendung durch das FG k&ouml;nnte die Zulassung der Revision n&auml;mlich nicht erreicht werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Januar 2007 VI&nbsp;B&nbsp;98\/06, BFH\/NV 2007, 949, m.w.N., und vom 15.&nbsp;April 2008 IX&nbsp;B&nbsp;154\/07, BFH\/NV 2008, 1340, unter 1.c, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin eine willk&uuml;rliche Rechtsanwendung geltend macht, ist ein &quot;greifbar gesetzwidriges&quot; Urteil des FG, das zu einer Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO f&uuml;hren k&ouml;nnte, nicht erkennbar. Das FG hat die Frage des zweimaligen Wechsels der Lohnsteuerklasse auf Antrag von Ehegatten umfassend untersucht. Es hat diese Rechtsfrage nach dem Gesetz (&sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG) beantwortet. Sachfremde Erw&auml;gungen, welche eine &quot;greifbare Gesetzeswidrigkeit&quot; begr&uuml;ndeten, sind nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat auch nicht in greifbar gesetzwidriger Weise Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG verletzt. Die sich f&uuml;r den Gesetzgeber aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG ergebende Verpflichtung, Ehe und Familie unter besonderen Schutz zu stellen, verbietet es nicht, die die Eheleute gegen&uuml;ber nicht verheirateten Paaren bevorzugende Ausnahmeregel zum Wechsel der Steuerklassen auf den einmaligen Wechsel im Laufe eines Kalenderjahrs zu beschr&auml;nken. Mit &sect;&nbsp;39 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG er&ouml;ffnet der Gesetzgeber eine nur Eheleuten zug&auml;ngliche Gestaltungsm&ouml;glichkeit, auf schlichten Antrag die Steuerklassen zu wechseln. Die den Eheleuten damit einger&auml;umte Gestaltungsfreiheit korrespondiert allerdings mit ihrer eigenverantwortlichen Aus&uuml;bung (s. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 26.&nbsp;Februar 1993&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;164\/92, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 1993, 408). Die Eheleute, die diese Beg&uuml;nstigung durch den Wechsel der Steuerklassen in Anspruch nehmen, m&uuml;ssen daher die Folgen eines solchen Wechsels bedenken. Die Nutzung von Steuerverg&uuml;nstigungen bleibt grunds&auml;tzlich im Verantwortungsbereich der Steuerpflichtigen; der aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG sich ergebenden Verpflichtung entspricht der Gesetzgeber jedenfalls dann, wenn er den Eheleuten Gestaltungsformen an die Hand gibt, die die Beg&uuml;nstigung erreichbar bleiben l&auml;sst (BVerfG-Beschluss in HFR 1993, 408). Dies ist mit dem (einmaligen) Wechsel der Steuerklassen der Fall. Aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG folgt aber keine Verpflichtung f&uuml;r den Gesetzgeber, Steuerpflichtige vor den Folgen ihrer selbst gew&auml;hlten, m&ouml;glicherweise weniger vorteilhaften Gestaltungsformen zu bewahren (Senatsurteil vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2009 VI&nbsp;R&nbsp;59\/08, BFHE 224, 453, BStBl II 2009, 808). Der Gesetzgeber muss den Eheleuten daher nicht die M&ouml;glichkeit einr&auml;umen, auf schlichten Antrag die Steuerklassen zweimal im Kalenderjahr zu wechseln, und ihnen damit gestatten, eine einmal getroffene Wahl noch im Laufe desselben Kalenderjahrs wieder zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Verfahrensm&auml;ngel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO hat die Kl&auml;gerin nicht geltend gemacht. Solche ergeben sich auch nicht aus dem Inhalt der vorliegenden Verfahrensakten. Aus diesem Grund k&auml;me eine Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 FGO oder eine Aufhebung des FG-Urteils (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO) wegen eines Verfahrensmangels nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Mangels Begr&uuml;ndetheit des PKH-Antrags kommt die Beiordnung eines Rechtsanwalts nach &sect;&nbsp;121 Abs.&nbsp;1 ZPO i.V.m. &sect;&nbsp;142 Abs.&nbsp;1 FGO nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Kostenentscheidung ist nicht zu treffen; Gerichtsgeb&uuml;hren sind nicht entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.3.2017, VI S 21\/16 (PKH)ECLI:DE:BFH:2017:B.090317.VIS21.16.0 Wechsel der Steuerklassenkombination bei Ehegatten &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Beschr&auml;nkung auf einen Antrag im Laufe eines Kalenderjahrs Tenor Der Antrag wird abgelehnt. Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb&uuml;hrenfrei. Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) ist seit dem Jahr 2011 verheiratet. Sie und ihr Ehemann beantragten am 28.&nbsp;Januar 2015 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-s-21-16-pkh-wechsel-der-steuerklassenkombination-bei-ehegatten-verfassungsmaessigkeit-der-beschraenkung-auf-einen-antrag-im-laufe-eines-kalenderjahrs\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;S&nbsp;21\/16&nbsp;(PKH) &#8211; Wechsel der Steuerklassenkombination bei Ehegatten &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Beschr&auml;nkung auf einen Antrag im Laufe eines Kalenderjahrs<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67279","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67279"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67279\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}