{"id":67291,"date":"2017-06-01T08:34:37","date_gmt":"2017-06-01T06:34:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67291"},"modified":"2017-06-01T08:34:37","modified_gmt":"2017-06-01T06:34:37","slug":"x-r-4-15-restschuldbefreiung-und-betriebsaufgabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-4-15-restschuldbefreiung-und-betriebsaufgabe\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;4\/15 &#8211; Restschuldbefreiung und Betriebsaufgabe"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2016, X R 4\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.131216.XR4.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Restschuldbefreiung und Betriebsaufgabe<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Buchgewinn, der aufgrund der Erteilung einer Restschuldbefreiung entsteht, ist grunds&auml;tzlich im Jahr der Rechtskraft des gerichtlichen Beschlusses zu erfassen (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 3. Februar 2016 X R 25\/12, BFHE 252, 486, BStBl II 2016, 391).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Wurde der Betrieb vor Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens aufgegeben, liegt allerdings ein in das Jahr der Aufstellung der Aufgabebilanz zur&uuml;ckwirkendes Ereignis vor.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 21. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;5 K 4719\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist als Handelsvertreter t&auml;tig und betrieb in den Jahren 1994 und 1995 daneben ein Einzelhandelsgesch&auml;ft f&uuml;r Kinderausstattung. Dieses gab er am 31.&nbsp;Oktober 1995 auf. Ein Konkursverfahren wurde nicht eingeleitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weil der Kl&auml;ger zun&auml;chst Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r diese Jahre nicht abgegeben hatte, sch&auml;tzte das Betriebsst&auml;ttenfinanzamt (Betriebs-FA) seine gewerblichen Eink&uuml;nfte. Die Gewinnfeststellungsbescheide ergingen unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (VdN). Nachdem der Kl&auml;ger seine Bilanzen f&uuml;r diese Jahre nebst Gewinnfeststellungserkl&auml;rungen beim Betriebs-FA eingereicht hatte, erlie&szlig; dieses ge&auml;nderte Gewinnfeststellungsbescheide, in denen jeweils Verluste aus der gewerblichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers festgestellt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1999 beantragte der Kl&auml;ger die Er&ouml;ffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens &uuml;ber sein Verm&ouml;gen. Am 20.&nbsp;Dezember 2006 erteilte das Amtsgericht B durch Beschluss die Restschuldbefreiung. Eine Ausfertigung dieses Beschlusses ging dem Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) am 28.&nbsp;Juli 2007 zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger reichte im Jahr 2008 seine Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2006 ein. Er machte bei seinen gewerblichen Eink&uuml;nften (nur) Angaben zur Handelsvertretert&auml;tigkeit. Das FA setzte am 7.&nbsp;Mai 2008 die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr auf 0&nbsp;EUR fest und stellte mit Bescheid vom gleichen Tag den verbleibenden Verlust zum 31.&nbsp;Dezember 2006 fest. Beide Bescheide enthielten einen Vorl&auml;ufigkeitsvermerk hinsichtlich der gewerblichen Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausweislich des dem FA am 25.&nbsp;Juli 2008 &uuml;bergebenen Vermerks ging das Staatliche Rechnungspr&uuml;fungsamt (StRPA) davon aus, dass der Kl&auml;ger seinen Gewerbebetrieb noch bis in den Januar 1996 ausge&uuml;bt habe und ihm aufgrund der Restschuldbefreiung betriebliche Schulden erlassen worden seien, deren H&ouml;he jedoch unbekannt sei. Daraufhin forderte das FA den Kl&auml;ger auf, Angaben &uuml;ber die Art und H&ouml;he der von der Restschuldbefreiung betroffenen Verbindlichkeiten zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Kl&auml;ger dem nicht nachkam, erlie&szlig; das Betriebs-FA auf Veranlassung des FA am 5.&nbsp;November 2008 einen auf &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO gest&uuml;tzten ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r das Jahr 1995. Dieser erging unter VdN und ber&uuml;cksichtigte im Sch&auml;tzungswege einen sog. Befreiungsgewinn aufgrund der Restschuldbefreiung in H&ouml;he von 413.949,64&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger legte gegen den ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid Einspruch ein. Im Verlauf des Einspruchsverfahrens einigten sich die Beteiligten auf die H&ouml;he des ggf. anzusetzenden Befreiungsgewinns von 168.339,06&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend dieses Einspruchsverfahrens &auml;nderte das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in seinem Schreiben vom 22.&nbsp;Dezember 2009 IV&nbsp;C&nbsp;6-S&nbsp;2140\/07\/10001-01 (BStBl I 2010, 18) seine Rechtsauffassung zur zeitlichen Erfassung des Befreiungsgewinns. Das BMF vertrat nunmehr die Auffassung, im Fall einer Restschuldbefreiung sei von der Realisierung eines Befreiungsgewinns erst im Zeitpunkt der Erteilung der Restschuldbefreiung auszugehen. Es handele sich nicht um ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Betriebs-FA erkl&auml;rte am 19.&nbsp;April 2010 auf Nachfrage des FA, dass der Gewinnfeststellungsbescheid 1995 zur Ber&uuml;cksichtigung der neuen Rechtsansicht des BMF nicht ge&auml;ndert werden k&ouml;nne, da nach der Betriebsaufgabe die Ankn&uuml;pfungsmerkmale aus &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b i.V.m. &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis 3 AO nicht erf&uuml;llt seien. Mit Bescheid vom 6.&nbsp;Mai 2010 &auml;nderte es (dennoch) den Gewinnfeststellungsbescheid 1995 erneut und stellte den Verlust in H&ouml;he von 188.999&nbsp;DM (wieder) fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin erlie&szlig; das FA am 25.&nbsp;August 2010 einen ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr sowie einen ge&auml;nderten Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember 2006. Im Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid setzte das FA die Einkommensteuer (erneut) auf 0&nbsp;EUR fest. Den festgestellten verbleibenden Verlust auf den 31.&nbsp;Dezember 2006 minderte es um den Befreiungsgewinn. Als Korrekturvorschrift verwies das FA auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger legte u.a. gegen den ge&auml;nderten Verlustfeststellungsbescheid Einspruch ein. Diesen wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Eine &Auml;nderungsbefugnis ergebe sich aus &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO, da die H&ouml;he der von der Restschuldbefreiung betroffenen betrieblichen Verbindlichkeiten im Zeitpunkt der Veranlagung nicht bekannt gewesen und vom Kl&auml;ger bei Abgabe seiner Einkommensteuererkl&auml;rung nicht mitgeteilt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Der ge&auml;nderte Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember 2006 sei formell rechtswidrig, da es an einer &Auml;nderungsbefugnis fehle. Insbesondere eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO sei nicht in Frage gekommen. Der vom Kl&auml;ger angefochtene Gewinnfeststellungsbescheid 1995 vom 5.&nbsp;November 2008 h&auml;tte schon aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden nicht ergehen d&uuml;rfen. Zwar liege kein Missbrauchsfall vor, bei dem sich das FA eine Rechtsposition erschlichen habe, indem es den (ge&auml;nderten) Gewinnfeststellungsbescheid 1995 vors&auml;tzlich fehlerhaft erlassen habe. Doch sei der vorliegende Fall, bei dem das Betriebs-FA ohne Korrekturvorschrift diesen Gewinnfeststellungsbescheid 1995 ge&auml;ndert habe und ihn im Rahmen des Einspruchsverfahrens des Kl&auml;gers zu dessen Gunsten aufgehoben habe, vom Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO nicht umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit seiner Revision die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Betriebs-FA habe sich bei Erlass des ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheides vom 5.&nbsp;November 2008 allein materiell-rechtlich geirrt. Denn es habe angenommen, der Befreiungsgewinn sei im Feststellungszeitraum 1995 zu erfassen gewesen. Die weitere Annahme, die Restschuldbefreiung sei ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis und berechtige deshalb zur &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO, stelle keinen selbst&auml;ndigen Irrtum im formellen Recht dar, sondern sei die Konsequenz aus dieser materiell-rechtlichen Grundannahme. Diese ergebe sich aus der Wirkung der Restschuldbefreiung in &sect;&nbsp;301 der Insolvenzordnung (InsO). Dem Kl&auml;ger stehe lediglich ein Leistungsverweigerungsrecht zu, welches im Jahr 1995 noch nicht existiert habe. Die Restschuldbefreiung k&ouml;nne deshalb kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Betriebs-FA habe nach Erlass des BMF-Schreibens in BStBl I 2010, 18 seinen materiell-rechtlichen Irrtum erkannt und deshalb die Gewinnfeststellung (erneut) ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Folglich sei &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO als Korrekturvorschrift hier einschl&auml;gig. Denn &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO erm&ouml;gliche es, den nach der Aufhebung nicht ber&uuml;cksichtigten Sachverhalt im richtigen Bescheid zu erfassen. Sowohl vom Gesetzeswortlaut wie auch vom Sinn und Zweck der Vorschrift seien zumindest die F&auml;lle erfasst, bei denen unstreitig lediglich irrt&uuml;mlich und nicht willk&uuml;rlich, n&auml;mlich vors&auml;tzlich, das Vorliegen einer Korrekturbefugnis angenommen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA sei auch zur Korrektur des Verlustfeststellungsbescheides vom 7.&nbsp;Mai 2008 nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO berechtigt gewesen. Es habe die H&ouml;he der betrieblichen Verbindlichkeiten nicht kennen k&ouml;nnen, da sich die Gewinnermittlungen des Kl&auml;gers in den Feststellungsakten des Betriebs-FA befunden h&auml;tten. Eine Pflichtwidrigkeit des FA aufgrund der nicht vorgenommenen Sch&auml;tzung des Befreiungsgewinns scheide schon deshalb aus, weil vor Erlass des BMF-Schreibens in BStBl I 2010, 18 kein Anlass bestanden habe, einen Befreiungsgewinn f&uuml;r das Jahr 2006 anzunehmen. Mangels Pflichtwidrigkeit k&ouml;nne kein deutliches &Uuml;berwiegen gegen&uuml;ber der Mitwirkungspflichtverletzung vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen entfalte die Aufhebung des ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheides 1995 vom 6.&nbsp;Mai 2010 als negativer Feststellungsbescheid Bindungswirkung, da die steuerliche Erfassung des Befreiungsgewinns aus dem Regelungsgehalt des Feststellungsverfahrens entlassen werde. Somit sei das FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO befugt gewesen, die sich hieraus ergebenden Konsequenzen im Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember 2006 zu ziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des Finanzgerichts (FG) aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &Auml;nderung des bestandskr&auml;ftigen Gewinnfeststellungsbescheides 1995 sei mangels Korrekturvorschrift rechtswidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als es &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO verlange, sei dieser Bescheid nicht deshalb aufgehoben worden, weil der Kl&auml;ger insoweit erfolgreich f&uuml;r seine Rechtsansicht gestritten habe. Vielmehr habe das FA im Rahmen des Einspruchsverfahrens eine verfahrensrechtliche &Auml;nderung vorgenommen und den Kl&auml;ger aus dem Einspruchsverfahren gedr&auml;ngt. Er sei auch heute noch der Ansicht, dass der Sachverhalt der Restschuldbefreiung, wenn &uuml;berhaupt eine Steuerbarkeit gegeben sei, im Kalenderjahr 1995 abzuhandeln sei. Im Jahr 1995 habe ein steuerfreier Sanierungsgewinn nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;66 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der im Jahr 1995 g&uuml;ltigen Fassung vorgelegen. Deshalb fehle es an einer &Auml;nderung des Gewinnfeststellungsbescheides zugunsten des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben der Kenntnis des FA hinsichtlich der f&uuml;r die Sch&auml;tzung des Befreiungsgewinns aus den Veranlagungsakten ersichtlichen Umst&auml;nde scheitere eine &Auml;nderung aufgrund des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO daran, dass bei Einreichung der Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr am 29.&nbsp;Februar 2008 eine Erkl&auml;rungspflicht f&uuml;r den Kl&auml;ger in Bezug auf die H&ouml;he der betroffenen Verbindlichkeiten noch nicht bestanden habe. Diese sei erst rund zwei Jahre sp&auml;ter mit der Ver&ouml;ffentlichung des BMF-Schreibens in BStBl I 2010, 18 denkbar. Folglich fehle es auch an der Rechtserheblichkeit der Tatsache i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Zwar ist ein Befreiungsgewinn grunds&auml;tzlich im Jahr der Erteilung der Restschuldbefreiung zu erfassen (unter 1.). Etwas anderes gilt jedoch, wenn der Betrieb &#8211;wie hier&#8211; vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens aufgegeben worden war (unter 2.). Deshalb ist der Befreiungsgewinn im vorliegenden Fall nicht im Streitjahr 2006 zu ber&uuml;cksichtigen. Damit fehlt es f&uuml;r das Streitjahr an einer Vorschrift zur &Auml;nderung des betroffenen Verlustfeststellungsbescheides (unter 3.). Die Entscheidung des FG ist deshalb im Ergebnis richtig und die Revision folglich zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Erteilung der Restschuldbefreiung f&uuml;hrt nicht zu einem (gar in die Vergangenheit zur&uuml;ckwirkenden) Erl&ouml;schen der Verbindlichkeit des Insolvenzschuldners. Stattdessen werden die nicht erf&uuml;llten Forderungen ab dem Zeitpunkt der Rechtskraft des Beschlusses des Insolvenzgerichts, mit dem die Restschuldbefreiung erteilt wird (&sect;&nbsp;300 InsO), in unvollkommene Verbindlichkeiten (sog. Naturalobligationen) umgewandelt, deren Erf&uuml;llung von da ab &#8211;d.h. ex nunc&#8211; freiwillig m&ouml;glich ist, jedoch nicht erzwungen werden kann (so bereits Senatsurteil vom 3.&nbsp;Februar 2016 X&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFHE 252, 486, BStBl II 2016, 391, unter II.4.a, m.w.N.). Daher wirkt die Erteilung der Restschuldbefreiung auch einkommensteuerrechtlich grunds&auml;tzlich nicht zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Davon unabh&auml;ngig sind die Auswirkungen der Restschuldbefreiung im Zusammenhang mit einer Betriebsaufgabe zu betrachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Einstellung der gewerblichen T&auml;tigkeit hat ein Steuerpflichtiger &#8211;wie hier der Kl&auml;ger&#8211; eine Betriebsaufgabebilanz zu erstellen (unter a). Die in diese Bilanz eingestellten Verbindlichkeiten sind aufgrund der im Streitjahr erteilten Restschuldbefreiung auszubuchen (unter b). Somit stellt die Restschuldbefreiung bei einem Zusammenhang mit einer fr&uuml;heren Betriebsaufgabe ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO dar (unter c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Einstellung der gewerblichen T&auml;tigkeit als Einzelh&auml;ndler in den Jahren 1995 bzw. 1996 stellt eine Betriebsaufgabe dar und f&uuml;hrt zur Aufstellung einer Aufgabebilanz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Mit der ersten vom Aufgabeentschluss getragenen Handlung, die objektiv auf die Aufl&ouml;sung des Betriebs gerichtet ist, wie z.B. der Einstellung der produktiven T&auml;tigkeit oder der Ver&auml;u&szlig;erung bestimmter, f&uuml;r die Fortf&uuml;hrung des Betriebs unerl&auml;sslicher Wirtschaftsg&uuml;ter, beginnt die Betriebsaufgabe. Dabei setzt dieser Beginn der Betriebsaufgabe nicht die Ver&auml;u&szlig;erung oder Entnahme wesentlicher Betriebsgrundlagen voraus. Vielmehr markiert auch die Ver&auml;u&szlig;erung beweglichen (sonstigen) Anlageverm&ouml;gens den Beginn der Betriebsaufgabe, wenn der Steuerpflichtige dadurch f&uuml;r den Gesamtbetrieb den Willen bekundet, die gewerbliche T&auml;tigkeit endg&uuml;ltig einzustellen. Er beginnt in diesem Fall damit, seine Absicht ins Werk zu setzen; die Betriebsaufgabe ist beendet, wenn die letzte wesentliche Betriebsgrundlage ver&auml;u&szlig;ert oder in das Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hrt worden ist. F&uuml;r die Gewinnverwirklichung im Rahmen einer Betriebsaufgabe ist dabei nicht der Beginn der Betriebsaufgabe, sondern der Zeitpunkt des einzelnen Aufgabeteilakts relevant, so dass der Betriebsaufgabegewinn in verschiedenen Veranlagungszeitr&auml;umen entstehen kann (vgl. nur Senatsurteil vom 9.&nbsp;Dezember 2014 X&nbsp;R&nbsp;12\/12, BFHE 253, 482, BStBl II 2016, 852, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist zwar nicht klar, ob der Betriebsaufgabezeitraum bereits mit der Einstellung der betrieblichen T&auml;tigkeit im Jahr 1995 endete. Das StRPA geht von einer gewerblichen T&auml;tigkeit noch im Januar 1996 aus. Unstreitig endete die Betriebsaufgabe jedenfalls in einem Jahr vor Er&ouml;ffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers im Jahr 1999.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Fall einer Betriebsaufgabe muss neben einer letzten Schlussbilanz nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;3 EStG auch eine Aufgabebilanz nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;3 EStG, die der Ermittlung des Aufgabegewinns bzw. -verlusts dient, aufgestellt werden. In einer solchen Aufgabebilanz werden neben etwa ver&auml;u&szlig;erten und in das Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hrten Wirtschaftsg&uuml;tern die verbliebenen Schulden mit den Werten des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;3 EStG angesetzt (vgl. nur Senatsurteil vom 5.&nbsp;Mai 2015 X&nbsp;R&nbsp;48\/13, BFH\/NV 2015, 1358, unter II.1.a, m.w.N.). Diese Aufgabebilanz war vorliegend auf einen Zeitpunkt vor Er&ouml;ffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers aufzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Erst mit der Erteilung der Restschuldbefreiung sind diese Verbindlichkeiten in der Aufgabebilanz nicht mehr auszuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bestandteil der Betriebsaufgabebilanz sind die betrieblichen Verbindlichkeiten des Kl&auml;gers, soweit sie nicht im Rahmen der Betriebsaufgabe getilgt werden k&ouml;nnen. Erst wenn die bestehende rechtliche Verpflichtung f&uuml;r den Schuldner keinerlei wirtschaftliche Bedeutung mehr hat, scheidet ein solcher Ausweis aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist eine Verbindlichkeit nach den Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung &#8211;GoB&#8211; (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 EStG) nicht mehr zu passivieren, wenn diese keine wirtschaftliche Belastung mehr darstellt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn mit einer Geltendmachung der Forderung durch den Gl&auml;ubiger mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu rechnen ist (vgl. nur BFH-Urteil vom 27.&nbsp;M&auml;rz 1996 I&nbsp;R&nbsp;3\/95, BFHE 180, 155, BStBl II 1996, 470, unter II.A.1., m.w.N.). Diese GoB sind auch im Rahmen der Aufgabebilanz zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein solcher Fall, dass mit einer Geltendmachung der Forderung durch den Gl&auml;ubiger mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu rechnen ist, liegt nicht schon bei Zahlungsunf&auml;higkeit vor (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;29\/91, BFHE 171, 419, BStBl II 1993, 747, unter II.). Das Gleiche gilt, wenn eine Liquidation bevorsteht oder ein Rangr&uuml;cktritt vereinbart worden ist. Auch bei Insolvenz wird eine Verbindlichkeit erst beim tats&auml;chlichen Erl&ouml;schen der Schuld auszubuchen sein (so Weber-Grellet in Schmidt, EStG, &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;313).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die dargestellten Grunds&auml;tze gelten zun&auml;chst f&uuml;r noch nicht verj&auml;hrte Anspr&uuml;che (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;21\/92, BFHE 170, 540, BStBl II 1993, 543, unter 1.a). Sie gelten aber auch f&uuml;r den Fall, dass der Anspruch des Gl&auml;ubigers verj&auml;hrt ist und zu entscheiden ist, ob noch mit einer Erf&uuml;llung durch den Schuldner zu rechnen ist. Die Schuld darf nicht mehr passiviert werden, wenn sich der Schuldner entschlossen hat, die Einrede der Verj&auml;hrung zu erheben. Dasselbe gilt, wenn anzunehmen ist, dass er sich auf die Verj&auml;hrung berufen wird (BFH-Urteil in BFHE 170, 540, BStBl II 1993, 543, unter 1.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Bis zum Eintritt der Rechtsschuldbefreiung sind betriebliche Verbindlichkeiten somit zum Nennwert anzusetzen. Erst der Eintritt der Restschuldbefreiung f&uuml;hrt zu einer Neubewertung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Wird durch Beschluss nach &sect;&nbsp;300 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO die Restschuldbefreiung erteilt, wirkt dies nach &sect;&nbsp;301 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO gegen alle Insolvenzgl&auml;ubiger, selbst wenn sie ihre Forderungen nicht angemeldet haben (&sect;&nbsp;301 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 InsO). Ausdr&uuml;cklich bestimmt jedoch &sect;&nbsp;301 Abs.&nbsp;3 InsO, dass f&uuml;r den Fall, dass ein Gl&auml;ubiger befriedigt wird, obwohl er aufgrund der Restschuldbefreiung keine Befriedigung zu beanspruchen hat, keine Pflicht zur R&uuml;ckgew&auml;hr des Erlangten begr&uuml;ndet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es entsteht eine unvollkommene Verbindlichkeit (vgl. nur K&uuml;bler\/Pr&uuml;tting\/Bork, &sect;&nbsp;301 InsO Rz&nbsp;1). Sie &auml;hnelt, da die Forderung nicht erlischt, der verj&auml;hrten Verbindlichkeit wie auch den Verbindlichkeiten in den F&auml;llen der Wette, des Spiels, des Differenzgesch&auml;fts oder des Ehem&auml;klerlohns. Doch anders als in den letztgenannten F&auml;llen gibt es keine gesetzliche Missbilligung. Vor der Restschuldbefreiung ist diese Verbindlichkeit wirksam entstanden, danach bleibt sie bestehen. Der Gl&auml;ubiger kann jedoch nunmehr eine Befriedigung nicht mehr beanspruchen. Dabei bedarf es anders als im Fall der verj&auml;hrten Forderung (&sect;&nbsp;222 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches) nicht der Einrede des Schuldners.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der fehlende Zwang zur Erf&uuml;llung f&uuml;hrt dazu, dass eine Inanspruchnahme des Schuldners im Regelfall nicht mehr zu erwarten ist. Nur in Ausnahmef&auml;llen wird es zu einer Erf&uuml;llung kommen, und zwar auf rein freiwilliger Basis. Wirtschaftlich betrachtet stellen diese Verbindlichkeiten nach der Restschuldbefreiung deshalb keine Belastung mehr dar. Folglich sind sie nach den dargestellten Grunds&auml;tzen zur Bewertung von Verbindlichkeiten nicht nur auf Null zu reduzieren, sondern aufzul&ouml;sen. Sie &auml;hneln dem Forderungsverzicht eines Gl&auml;ubigers (vgl. z.B. Urteil des FG M&uuml;nster vom 21.&nbsp;Juli 2016&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;3457\/15&nbsp;E,F, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 1871, Revision: IX&nbsp;R&nbsp;30\/16, unter II.1., m.w.N.; Roth, Insolvenzsteuerrecht, 2.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;388 spricht davon, dass faktisch ein Forderungsverzicht eintritt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Etwas anderes ergibt sich weder aufgrund des nach &sect;&nbsp;201 InsO noch m&ouml;glichen Forderungsrechts der Gl&auml;ubiger noch dann, wenn eine Aufrechnung eines Gl&auml;ubigers mit Forderungen, die bereits bei Verfahrenser&ouml;ffnung bestanden haben, m&ouml;glich sein sollte (so aber Uhl&auml;nder, Der AO-Steuer-Berater 2010, 81, 85).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Zwar k&ouml;nnen die Gl&auml;ubiger nach &sect;&nbsp;201 Abs.&nbsp;1 InsO nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens ihre restlichen Forderungen gegen&uuml;ber dem Schuldner unbeschr&auml;nkt geltend machen, doch kommt diesen wirtschaftlich gesehen ab Erteilung der Restschuldbefreiung kein besonderer Wert mehr zu. Eine Durchsetzung ist nach &sect;&nbsp;301 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InsO ausgeschlossen. &sect;&nbsp;201 Abs.&nbsp;3 InsO verweist ausdr&uuml;cklich auf die Vorschriften der Restschuldbefreiung, die unber&uuml;hrt bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Nach &sect;&nbsp;94 InsO wird das bei Insolvenzverfahrenser&ouml;ffnung bestehende Recht eines Insolvenzgl&auml;ubigers zur Aufrechnung &quot;durch das Verfahren nicht ber&uuml;hrt&quot;. Dies gilt auch f&uuml;r die Forderungen, die im Insolvenzplanverfahren erlassen worden sind, da es sich auch dort um unvollkommene Verbindlichkeiten handele (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 19.&nbsp;Mai 2011 IX&nbsp;ZR&nbsp;222\/08, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Insolvenzrecht 2011, 1214, unter II.3.a). Ob dies f&uuml;r solche Verbindlichkeiten nach erteilter Restschuldbefreiung gilt, erscheint fraglich. Denn mit einer nicht durchsetzbaren Forderung kann grunds&auml;tzlich nicht aufgerechnet werden (vgl. BGH-Beschluss vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007 IX&nbsp;ZB&nbsp;204\/05, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht und Insolvenzpraxis 2007, 923 Rz&nbsp;8).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unabh&auml;ngig davon, ob eine solche Aufrechnung trotz Restschuldbefreiung m&ouml;glich bleibt, betrifft dies allein die Werthaltigkeit der einzelnen Verbindlichkeit. Liegt eine Aufrechnungslage im Zeitpunkt der Restschuldbefreiung (noch) vor, sind diese Verbindlichkeiten in der Aufgabebilanz nicht auszubuchen, sondern mit dem Wert der Gegenforderung anzusetzen. Einen Grund, allein deshalb eine Bewertung solcher Verbindlichkeiten au&szlig;erhalb der Aufgabebilanz vorzunehmen, vermag der Senat nicht zu erkennen. Auch wird es sich zum Zeitpunkt der Erteilung der Restschuldbefreiung um eine Randerscheinung handeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Ausbuchung hat in der Aufgabebilanz und somit vor dem Streitjahr zu erfolgen. Denn die Erteilung der Restschuldbefreiung stellt in F&auml;llen einer Betriebsaufgabe ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO dar. Die Verbindlichkeiten werden nachtr&auml;glich uneinbringlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Ausbuchung in der Aufgabebilanz kn&uuml;pft an einen tats&auml;chlich verwirklichten Sachverhalt an. Wie dargestellt f&uuml;hrt die Erteilung der Restschuldbefreiung im Streitjahr 2006 dazu, dass sich die Werthaltigkeit der betrieblichen Verbindlichkeiten &auml;ndert. Diese &Auml;nderung entfaltet steuerliche R&uuml;ckwirkung. Dem muss durch eine &Auml;nderung der Steuerfestsetzung im Jahr der Aufstellung der Aufgabebilanz Rechnung getragen werden (vgl. grunds&auml;tzlich zu einer solchen r&uuml;ckwirkenden Ankn&uuml;pfung an einen tats&auml;chlich verwirklichten Sachverhalt auch BFH-Urteil vom 19.&nbsp;August 2009 I&nbsp;R&nbsp;3\/09, BFHE 226, 486, BStBl II 2010, 249, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Wann ein Sachverhalt i.S. des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO steuerlich zur&uuml;ckwirkt, wird im Gesetz nicht n&auml;her bestimmt. Es gen&uuml;gt nicht, dass das sp&auml;tere Ereignis den f&uuml;r die Besteuerung ma&szlig;geblichen Sachverhalt anders gestaltet. Die &Auml;nderung muss sich auch steuerrechtlich in der Weise auswirken, dass nunmehr der ge&auml;nderte anstelle des zuvor verwirklichten Sachverhalts der Besteuerung zugrunde zu legen ist. Ob diese Voraussetzung vorliegt, entscheidet sich nach dem im Einzelfall anzuwendenden materiellen Steuergesetz (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. nur Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19.&nbsp;Juli 1993 GrS&nbsp;2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, und BFH-Urteil in BFHE 226, 486, BStBl II 2010, 249, m.w.N.). Die insoweit ma&szlig;geblichen Kriterien ergeben sich insbesondere aus der Rechtsprechung zum &quot;r&uuml;ckwirkenden Ereignis&quot; i.S. des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Bei den laufend veranlagten Steuern wie der Einkommensteuer sind die aufgrund des Eintritts neuer Ereignisse materiell-rechtlich erforderlichen steuerlichen Anpassungen regelm&auml;&szlig;ig nicht r&uuml;ckwirkend, sondern in dem Besteuerungszeitraum vorzunehmen, in dem sich der ma&szlig;gebende Sachverhalt &auml;ndert (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897). Dieser Grundsatz gilt jedoch nur insoweit, als die einschl&auml;gigen steuerrechtlichen Regelungen nicht bestimmen, dass eine &Auml;nderung des nach dem Steuertatbestand rechtserheblichen Sachverhalts zu einer r&uuml;ckwirkenden &Auml;nderung steuerlicher Rechtsfolgen f&uuml;hrt. Eine solche Rechtslage ist insbesondere bei Steuertatbest&auml;nden gegeben, die an einen einmaligen Vorgang ankn&uuml;pfen, und bei denen nachtr&auml;gliche &Auml;nderungen nicht in einer Folgebilanz oder nach den Grunds&auml;tzen des Zuflussprinzips in einem sp&auml;teren Veranlagungszeitraum ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen (BFH-Urteil in BFHE 226, 486, BStBl II 2010, 249, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Einigkeit besteht trotz der ganz &uuml;berwiegenden Auffassung, dass &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO zwar auf laufend veranlagte Steuern im Regelfall keine Anwendung findet, in all den F&auml;llen au&szlig;erordentlicher Eink&uuml;nfte i.S. der &sect;&sect;&nbsp;16, 17, 18 Abs.&nbsp;3 EStG sowie auch &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Umwandlungssteuergesetzes 1995\/2002 i.V.m. &sect;&nbsp;16 EStG (so schon Urteil des Reichsfinanzhofs vom 8.&nbsp;November 1933 VI&nbsp;A&nbsp;1187\/33, RStBl 1933, 1226; n&auml;her D&ouml;tsch, Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb nach Betriebsver&auml;u&szlig;erung und Betriebsaufgabe, 122&nbsp;ff., m.w.N.). Denn die in diesen Regelungen erfassten Ver&auml;u&szlig;erungs- und Aufgabegewinne beruhen auf einmaligen, punktuellen oder wenigstens zeitlich zusammengeballten Ereignissen. Ein solches rechtlich bedeutsames &quot;Ereignis&quot; umfasst die Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO (so schon Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C.II.1.a). Gerade im Fall der Betriebsaufgabe ist wie im Fall der Betriebsver&auml;u&szlig;erung zu beachten, dass die Regelungen des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;3, Abs.&nbsp;2 EStG in einem unl&ouml;sbaren Zusammenhang mit denen der &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;4, &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG stehen. Mit ihnen soll ein H&auml;rteausgleich f&uuml;r die punktuelle Besteuerung geschaffen werden, was allerdings nur f&uuml;r den tats&auml;chlich erzielten Gewinn (oder Verlust) gelten kann (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C.II.2.c, m.w.N.). Eine &Uuml;berentlastung ist zu vermeiden (so auch Urteil des FG M&uuml;nster in EFG 2016, 1871, unter II.2.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Es kommt nicht darauf an, welche Gr&uuml;nde rechtlicher oder tats&auml;chlicher Art zu der r&uuml;ckwirkenden Sachverhalts&auml;nderung gef&uuml;hrt haben; insbesondere ist es unerheblich, ob diese &quot;im Kern&quot; bereits im urspr&uuml;nglichen Rechtsgesch&auml;ft angelegt waren (BFH-Urteil in BFHE 226, 486, BStBl II 2010, 249, unter II.3.a, m.w.N.). Dementsprechend hat der BFH etwa die Beilegung eines Streits nach Betriebsaufgabe &uuml;ber eine Schadenersatzforderung durch einen au&szlig;ergerichtlichen Vergleich als r&uuml;ckwirkendes Ereignis angesehen (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Februar 1994 IV&nbsp;R&nbsp;37\/92, BFHE 174, 140, BStBl II 1994, 564). Gleiches gilt f&uuml;r den Fall, dass fortgef&uuml;hrte Betriebsschulden nach einer Betriebsaufgabe in Sanierungsabsicht vom Konkursverwalter eines Dritten erlassen worden sind (Senatsurteil vom 12.&nbsp;Oktober 2005 X&nbsp;R&nbsp;20\/03, BFH\/NV 2006, 713, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Eine solche r&uuml;ckwirkende Wirkung der Restschuldbefreiung wird nach der &Auml;nderung der Rechtsansicht des BMF in BStBl I 2010, 18 zumeist &#8211;teilweise unter Hinweis auf die Unvollkommenheit der betroffenen Verbindlichkeiten&#8211; verneint (Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;251 AO Rz&nbsp;121a und wohl auch &sect;&nbsp;175 AO Rz&nbsp;36; Boochs, Betriebs-Berater 2011, 857 (860)). Diese R&uuml;ckwirkung bejaht dagegen das Urteil des FG M&uuml;nster in EFG 2016, 1871 (unter II.2.), welches nur so eine sachgerechte Besteuerung nach der tats&auml;chlichen wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit zu erkennen vermag. Auf eine Erh&ouml;hung des Aufgabegewinns stellen Thouet\/Baluch, Der Betrieb 2008, 1595 (1597) ab. Roth (Insolvenzsteuerrecht, 2.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;389) geht ebenfalls von einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis aus, allerdings auf den Zeitpunkt der Insolvenzer&ouml;ffnung, da nur dann sichergestellt sei, dass auch die Steuerforderungen, die aus der Erteilung der Restschuldbefreiung resultierten, stets den Rang von Insolvenzforderungen nach &sect;&nbsp;38 InsO h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Ausgehend von den zu &sect;&nbsp;16 EStG entwickelten Grunds&auml;tzen muss die Restschuldbefreiung bei einem vor Insolvenz bereits aufgegebenen Betrieb zum Wegfall der in der Aufgabebilanz ausgewiesenen betrieblichen Verbindlichkeiten f&uuml;hren. Folglich ist die Restschuldbefreiung ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO. Unerheblich ist dabei die insolvenzrechtliche Qualifikation der aus einer Restschuldbefreiung resultierenden Steuern. Entscheidend bleibt, dass der Steuerpflichtige, der seinen Betrieb jedenfalls vor Insolvenzer&ouml;ffnung eingestellt hat, im Veranlagungszeitraum des Endes der Betriebsaufgabe einen Gewinn nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 EStG, beg&uuml;nstigt durch &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;4, &sect;&nbsp;34 EStG, zu versteuern hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da aus den vorstehend dargestellten Gr&uuml;nden im urspr&uuml;nglichen Verlustfeststellungsbescheid zum 31.&nbsp;Dezember 2006 schon materiell-rechtlich im Ergebnis zu Recht kein Gewinn aus der erteilten Restschuldbefreiung angesetzt worden war, ist der &Auml;nderungsbescheid vom 25.&nbsp;August 2010 schon materiell-rechtlich rechtswidrig und deshalb aufzuheben. Auf die Frage, ob verfahrensrechtlich eine Korrekturvorschrift zur Verf&uuml;gung gestanden h&auml;tte, kommt es nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes ergibt sich nicht deshalb, weil das Betriebs-FA am 6.&nbsp;Mai 2010 einen ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r 1995 erlassen hat und dieser ggf. als negativer Feststellungsbescheid in Bezug auf die Ber&uuml;cksichtigung des Befreiungsgewinns in diesem Jahr anzusehen sein k&ouml;nnte. Er ist kein Grundlagenbescheid f&uuml;r den hier streitigen Verlustfeststellungsbescheid. Zwar hat grunds&auml;tzlich auch ein negativer Feststellungsbescheid in Bezug auf die damit &#8211;nicht&#8211; geregelten Sachverhalte Bindungswirkung f&uuml;r einen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r denselben Veranlagungszeitraum. Vorliegend ist der (erneut) ge&auml;nderte Feststellungsbescheid 1995 vom 6.&nbsp;Mai 2010 aber weder als negativer Feststellungsbescheid anzusehen noch ist er f&uuml;r das Streitjahr 2006 ergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ein Verfahrensfehler liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FA eine fehlerhafte Abw&auml;gung zwischen der Mitwirkungspflichtverletzung des Kl&auml;gers und Ermittlungsfehlern des FA bei Pr&uuml;fung der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO r&uuml;gt, macht es lediglich einen materiell-rechtlichen Fehler des FG geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2016, X R 4\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.131216.XR4.15.0 Restschuldbefreiung und Betriebsaufgabe Leits&auml;tze 1. Ein Buchgewinn, der aufgrund der Erteilung einer Restschuldbefreiung entsteht, ist grunds&auml;tzlich im Jahr der Rechtskraft des gerichtlichen Beschlusses zu erfassen (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 3. Februar 2016 X R 25\/12, BFHE 252, 486, BStBl II 2016, 391). 2. Wurde der Betrieb vor Er&ouml;ffnung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-4-15-restschuldbefreiung-und-betriebsaufgabe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;4\/15 &#8211; Restschuldbefreiung und Betriebsaufgabe<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67291","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67291","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67291"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67291\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}