{"id":67294,"date":"2017-06-01T08:34:27","date_gmt":"2017-06-01T06:34:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67294"},"modified":"2017-06-01T08:34:27","modified_gmt":"2017-06-01T06:34:27","slug":"ix-r-49-15-veraeusserung-von-anteilen-an-kapitalgesellschaften-rueckabwicklung-der-veraeusserung-rueckwirkendes-ereignis-anschaffung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-49-15-veraeusserung-von-anteilen-an-kapitalgesellschaften-rueckabwicklung-der-veraeusserung-rueckwirkendes-ereignis-anschaffung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;49\/15 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften &#8211; R&uuml;ckabwicklung der Ver&auml;u&szlig;erung &#8211; r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Anschaffung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.12.2016, IX R 49\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.061216.IXR49.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften &#8211; R&uuml;ckabwicklung der Ver&auml;u&szlig;erung &#8211; r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Anschaffung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die R&uuml;ckabwicklung eines noch nicht beiderseits vollst&auml;ndig erf&uuml;llten Kaufvertrags ist aus der Sicht des fr&uuml;heren Ver&auml;u&szlig;erers keine Anschaffung der zur&uuml;ck&uuml;bertragenen Anteile, sondern sie f&uuml;hrt bei ihm zum r&uuml;ckwirkenden Wegfall eines bereits entstandenen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns; beim fr&uuml;heren Erwerber liegt keine Ver&auml;u&szlig;erung vor (entgegen BFH-Urteil vom 21. Oktober 1999 I R 43, 44\/98, BFHE 190, 377, BStBl II 2000, 424, insoweit aufgegeben).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 26. November 2014&nbsp;&nbsp;9 K 10128\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) und ihr im Januar 2006 verstorbener Ehemann M werden in den Streitjahren (2004 und 2006) zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. Streitig ist zum einen, in welcher H&ouml;he M (2004) im Zusammenhang mit Aussch&uuml;ttungen aus dem steuerlichen Einlagekonto einer Kapitalgesellschaft einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) erzielt hat. Zum andern ist streitig, in welcher H&ouml;he die Kl&auml;gerin (2006) aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Gesch&auml;ftsanteilen einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 EStG erzielt hat. Beides h&auml;ngt davon ab, ob bei der Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns jeweils die historischen Anschaffungskosten der Anteile zugrunde zu legen sind oder ob M s&auml;mtliche Anteile im Jahr 2001 nach einer gescheiterten Ver&auml;u&szlig;erung zu h&ouml;heren Anschaffungskosten zur&uuml;ckerworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>M war urspr&uuml;nglich mit drei Gesch&auml;ftsanteilen zu insgesamt etwas mehr als 13&nbsp;% am Stammkapital der A-GmbH beteiligt. Die historischen Anschaffungskosten f&uuml;r die Anteile betrugen zusammen 800.000&nbsp;DM (409.033,50&nbsp;EUR). M war au&szlig;erdem mit zwei Gesch&auml;ftsanteilen zu insgesamt 50&nbsp;% am Stammkapital der B-GmbH beteiligt. Die historischen Anschaffungskosten f&uuml;r diese Gesch&auml;ftsanteile betrugen zusammen 250.000&nbsp;DM (127.822,97&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 29.&nbsp;Dezember 1998 ver&auml;u&szlig;erte und &uuml;bertrug M zwei der drei Gesch&auml;ftsanteile an der A-GmbH sowie seine beiden Anteile an der B-GmbH an die D Holding AG (D) mit Sitz in &#8230; Der Kaufpreis betrug 4.940.000&nbsp;DM (2.525.781,89&nbsp;EUR) und 15.504.300&nbsp;DM (7.927.222,71&nbsp;EUR). D gab am 29.&nbsp;Dezember 1998 au&szlig;erdem zugunsten von M ein unwiderrufliches Angebot zum Erwerb des dritten Gesch&auml;ftsanteils an der A-GmbH ab. Das Angebot war urspr&uuml;nglich befristet. Es wurde von D mehrfach verl&auml;ngert, zuletzt bis zum 31.&nbsp;M&auml;rz 2001.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Abwendung drohender Zahlungsunf&auml;higkeit der A-GmbH schlossen M und D im Mai 1999 ein Stillhalteabkommen, in dem sich M zur Stundung des Kaufpreises verpflichtete. D verpflichtete sich im Gegenzug, sich bis zur vollst&auml;ndigen Zahlung des Kaufpreises jeder Einflussnahme auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der A-GmbH zu enthalten. D durfte die Gesch&auml;ftsanteile jedoch zu ihren Gunsten verpf&auml;nden, was auch geschah. Die Stundung des Kaufpreises war befristet. M verl&auml;ngerte sie jedoch mehrfach, zuletzt bis zum 31.&nbsp;M&auml;rz 2001. D entrichtete den vereinbarten Kaufpreis nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 30.&nbsp;M&auml;rz 2001 vereinbarten M und D die R&uuml;ckabwicklung s&auml;mtlicher Vertr&auml;ge (sofortige R&uuml;ckabtretung s&auml;mtlicher Anteile an der A-GmbH und B-GmbH an M, Wegfall der Zahlungsverpflichtungen der D gegen&uuml;ber M, Widerruf des Angebots der D zum Erwerb des dritten Gesch&auml;ftsanteils an der A-GmbH). Dieser Vertrag wurde wie vereinbart durchgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2004 erhielt M gem&auml;&szlig; Beschluss vom 7.&nbsp;Januar 2004 eine Aussch&uuml;ttung aus dem steuerlichen Einlagekonto der A-GmbH in H&ouml;he von 3.858.498&nbsp;EUR. Bereits im Jahr 2002 hatte M Aussch&uuml;ttungen aus dem steuerlichen Einlagekonto der A-GmbH in H&ouml;he von 169.300&nbsp;DM (86.561,72&nbsp;EUR) erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>M ist beerbt worden von seiner Ehefrau, der Kl&auml;gerin, und den drei gemeinsamen T&ouml;chtern. Im Februar 2006 setzten sich die Miterben &uuml;ber den Nachlass auseinander. Die Kl&auml;gerin erhielt unentgeltlich u.a. die Gesch&auml;ftsanteile an der A-GmbH und an der B-GmbH. Mit Vertrag vom 7.&nbsp;Juli 2006 ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin s&auml;mtliche Anteile an der A-GmbH und der B-GmbH. Der Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s betrug 10.431.893,38&nbsp;EUR, die Ver&auml;u&szlig;erungskosten beliefen sich auf 107.110,63&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid der Kl&auml;gerin f&uuml;r 1998 ist ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn aus dem Vertrag vom 29.&nbsp;Dezember 1998 nach dessen R&uuml;ckabwicklung nicht mehr erfasst. Der Bescheid ist bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2004 machten die Kl&auml;gerin und M keine Angaben zu den Aussch&uuml;ttungen aus dem steuerlichen Einlagekonto bei der A-GmbH. Der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2004 erging zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2006 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Gesch&auml;ftsanteile an der A-GmbH und der B-GmbH in H&ouml;he von 1.886.734&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Zeit von April 2008 bis M&auml;rz 2009 f&uuml;hrte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin als Rechtsnachfolgerin nach M u.a. f&uuml;r die Einkommensteuer 2002 bis 2006 durch. Der Pr&uuml;fer vertrat die Auffassung, die R&uuml;ckabwicklung der Vertr&auml;ge vom 29.&nbsp;Dezember 1998 im M&auml;rz 2001 wirke auf den Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung (Dezember 1998) zur&uuml;ck. Die in den Streitjahren 2004 und 2006 erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne seien deshalb unter Ber&uuml;cksichtigung der historischen Anschaffungskosten zu ermitteln. Danach habe M im Jahr 2004 einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 3.536.026,22&nbsp;EUR erzielt. Ein Teil davon (1.730.100&nbsp;EUR) sei allerdings vorrangig als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung zu erfassen (Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn danach: 1.805.926,22&nbsp;EUR). Die Kl&auml;gerin habe 2006 einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 10.196.959,78&nbsp;EUR erzielt (steuerpflichtig: 5.098.479&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem folgte das FA, &auml;nderte den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2004 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung und erlie&szlig; den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2006 mit entsprechendem Inhalt. Die Einspr&uuml;che hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen gerichteten Klage begehrte die Kl&auml;gerin die Ber&uuml;cksichtigung h&ouml;herer Anschaffungskosten. Die R&uuml;ckabwicklung der Vertr&auml;ge von Dezember 1998 im M&auml;rz 2001 sei als Anschaffungsvorgang zu behandeln. Die Anschaffungskosten entspr&auml;chen dem Wert der erlassenen Kaufpreisforderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen. Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts und eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 26.&nbsp;November 2014&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;10128\/11 aufzuheben und die Bescheide f&uuml;r 2004 und 2006 &uuml;ber Einkommensteuer vom 26.&nbsp;Mai 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 21.&nbsp;Februar 2011 dahin zu &auml;ndern, dass die Einkommensteuer 2004 auf &#8230;&nbsp;EUR und die Einkommensteuer 2006 auf &#8230;&nbsp;EUR festgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die in den Jahren 2004 und 2006 erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne zu Recht unter Ber&uuml;cksichtigung der historischen Anschaffungskosten ermittelt. Die R&uuml;ckabwicklung der Vertr&auml;ge von Dezember 1998 im M&auml;rz 2001 ist ein Ereignis mit steuerlicher R&uuml;ckwirkung und keine Anschaffung. Der geltend gemachte Verfahrensmangel greift nicht durch (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in der in den Streitjahren (2004 und 2006) geltenden Fassung geh&ouml;rt zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre am Kapital der Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 1&nbsp;% beteiligt war. Als Ver&auml;u&szlig;erung gilt auch die Aussch&uuml;ttung oder Zur&uuml;ckzahlung von Betr&auml;gen aus dem steuerlichen Einlagekonto i.S. des &sect;&nbsp;27 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes, es sei denn, dass die Bez&uuml;ge zu den Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen geh&ouml;ren (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;4 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten ist nicht streitig, dass M im Jahr 2004 im Zusammenhang mit R&uuml;ckzahlungen aus dem steuerlichen Einlagekonto der A-GmbH einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 EStG steuerbaren Vorgang verwirklicht hat und dass die Kl&auml;gerin im Jahr 2006 einen steuerbaren Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. von &sect;&nbsp;17 EStG erzielt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn ist der Betrag, um den der Ver&auml;u&szlig;erungspreis nach Abzug der Ver&auml;u&szlig;erungskosten die Anschaffungskosten &uuml;bersteigt. Bei einer Aussch&uuml;ttung oder R&uuml;ckzahlung aus dem steuerlichen Einlagekonto ist als Ver&auml;u&szlig;erungspreis der gemeine Wert des dem Steuerpflichtigen zugeteilten oder zur&uuml;ckgezahlten Verm&ouml;gens der Kapitalgesellschaft anzusehen (&sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG). Hat der Ver&auml;u&szlig;erer den Anteil unentgeltlich erworben, so sind als Anschaffungskosten des Anteils die Anschaffungskosten des Rechtsvorg&auml;ngers ma&szlig;gebend, der den Anteil zuletzt entgeltlich erworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unstreitig ist danach ferner, dass die von M erhaltenen Zahlungen aus dem steuerlichen Einlagekonto der A-GmbH mit dem Nominalwert zu bewerten sind und dass die Kl&auml;gerin bei der Ermittlung des von ihr 2006 erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns die Anschaffungskosten des M abziehen darf, da sie dessen Gesch&auml;ftsanteile im Wege der Erbauseinandersetzung unentgeltlich erworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Anschaffungskosten sind nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs s&auml;mtliche Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben, ihn also von der fremden in die eigene Verf&uuml;gungsmacht zu &uuml;berf&uuml;hren. Eine &Uuml;bertragung der Verf&uuml;gungsmacht findet zwar auch statt, wenn ein teilweise erf&uuml;llter Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang sp&auml;ter r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird. In der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist jedoch anerkannt, dass die R&uuml;ckabwicklung eines beiderseits noch nicht vollst&auml;ndig erf&uuml;llten Kaufvertrags keine Anschaffung ist, soweit das sp&auml;tere Ereignis mit steuerlicher Wirkung auf den Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung zur&uuml;ckwirkt. Die R&uuml;ck&uuml;bertragung der Verf&uuml;gungsmacht stellt in diesem Fall keinen gesonderten marktoffenbaren Vorgang, sondern nur einen notwendigen Teilakt im Rahmen der R&uuml;ckabwicklung dar (vgl. Senatsurteil vom 27.&nbsp;Juni 2006 IX&nbsp;R&nbsp;47\/04, BFHE 214, 267, BStBl II 2007, 162, zu &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG, best&auml;tigt durch Senatsurteil vom 28.&nbsp;Oktober 2009 IX&nbsp;R&nbsp;17\/09, BFHE 227, 349, BStBl II 2010, 539, zu &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Gro&szlig;e Senat des BFH hat zu &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 EStG entschieden, dass es nur auf den tats&auml;chlich erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn ankommt. Dies erfordert es, sp&auml;ter eintretende Ver&auml;nderungen beim urspr&uuml;nglich vereinbarten Ver&auml;u&szlig;erungspreis solange und soweit materiell-rechtlich auf den Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung zur&uuml;ckzubeziehen, als der Erwerber seine Verpflichtung zur Zahlung des Kaufpreises noch nicht erf&uuml;llt hat. Dabei ist es unerheblich, welche Gr&uuml;nde f&uuml;r die Minderung oder Erh&ouml;hung des (tats&auml;chlich erzielten) Erl&ouml;ses ma&szlig;gebend waren (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19.&nbsp;Juli 1993 GrS&nbsp;2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, zu Forderungsausfall). Entsprechendes gilt f&uuml;r die Ermittlung des Ver&auml;u&szlig;erungspreises i.S. des &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 EStG (vgl. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Dezember 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;69\/88, BFHE 174, 324, BStBl II 1994, 648, und vom 23.&nbsp;Mai 2012 IX&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFHE 237, 234, BStBl II 2012, 675).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In Fortentwicklung dieser Rechtsprechung hat der erkennende Senat entschieden, dass es f&uuml;r die Bewertung der als Gegenleistung (Ver&auml;u&szlig;erungspreis) erhaltenen Sachg&uuml;ter auf die Verh&auml;ltnisse im Zeitpunkt der Erf&uuml;llung der Gegenleistungspflicht ankommt, wenn sie von den Verh&auml;ltnissen im Zeitpunkt der Entstehung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns abweichen. Nach Ma&szlig;gabe dieser Rechtsprechung wirkt auch eine Ver&auml;nderung der wertbestimmenden Umst&auml;nde (dort: B&ouml;rsenkurs) materiell-rechtlich auf den Zeitpunkt der Entstehung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns zur&uuml;ck. Der Senat ist damit der Auffassung entgegen getreten, die eine materielle R&uuml;ckwirkung nachtr&auml;glicher Ver&auml;nderungen nur beim Vorliegen vertraglicher Leistungsst&ouml;rungen annehmen wollte (zum Ganzen vgl. Senatsurteil vom 13.&nbsp;Oktober 2015 IX&nbsp;R&nbsp;43\/14, BFHE 251, 326, BStBl II 2016, 212, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Rechtsprechung betrifft ausdr&uuml;cklich nur Umst&auml;nde, die sich auf die H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungspreises auswirken. Sie ist jedoch zu &uuml;bertragen auf die Frage, ob ein Anschaffungsvorgang dem Grunde nach anzunehmen ist (so schon BFH-Urteil in BFHE 174, 324, BStBl II 1994, 648). Der Fall, dass der Ver&auml;u&szlig;erungspreis r&uuml;ckwirkend in voller H&ouml;he entf&auml;llt, ist danach genauso zu behandeln wie der Fall, dass die Ver&auml;u&szlig;erung insgesamt r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird. Dies gebietet der Zweck des &sect;&nbsp;17 EStG, nur den tats&auml;chlich erzielten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zu erfassen. Danach liegt grunds&auml;tzlich eine steuerlich zur&uuml;ckwirkende R&uuml;ckabwicklung und keine Ver&auml;u&szlig;erung\/Anschaffung vor, wenn der urspr&uuml;ngliche Vertrag im Zeitpunkt der R&uuml;ckabwicklung noch nicht beiderseits vollst&auml;ndig erf&uuml;llt war. Unerheblich ist dagegen, ob der Vertrag wegen einer Leistungsst&ouml;rung r&uuml;ckabgewickelt worden ist, und ob eine Leistungsst&ouml;rung wirklich vorlag (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 326, BStBl II 2016, 212, Rz&nbsp;20). Darin liegt keine unzul&auml;ssige Durchbrechung des Grundsatzes, wonach ein einmal verwirklichter Sachverhalt im Steuerrecht nicht einvernehmlich r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden kann. Ihre Rechtfertigung findet diese Ausnahme in &sect;&nbsp;17 EStG und der dort gebotenen Stichtagsbetrachtung (so schon BFH-Urteil in BFHE 174, 324, BStBl II 1994, 648).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Etwas anderes gilt nach der Rechtsprechung, wenn die Gegenleistung vollst&auml;ndig erf&uuml;llt ist. Eine R&uuml;ckabwicklung des Vertrags nach diesem Zeitpunkt wirkt materiell-rechtlich nur dann zur&uuml;ck, wenn der Rechtsgrund f&uuml;r die sp&auml;tere &Auml;nderung im urspr&uuml;nglichen Rechtsgesch&auml;ft angelegt war (vgl. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;August 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;67\/02, BFHE 203, 309, BStBl II 2004, 107; in BFHE 251, 326, BStBl II 2016, 212; zustimmend Hils, Deutsches Steuerrecht 2016, 1345, 1352).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) War ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn bereits entstanden, bewirkt die steuerlich zur&uuml;ckwirkende R&uuml;ckabwicklung des Vorgangs, dass der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn r&uuml;ckwirkend entf&auml;llt. Dies schlie&szlig;t es zugleich aus, den Vorgang der R&uuml;ckabwicklung aus der Sicht des urspr&uuml;nglichen Ver&auml;u&szlig;erers als Anschaffung zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG ohne Rechtsfehler die im M&auml;rz 2001 zwischen M und D vereinbarte R&uuml;ckabwicklung der Vertr&auml;ge vom 29.&nbsp;Dezember 1998 als materiell zur&uuml;ckwirkendes Ereignis behandelt und eine Anschaffung im Jahr 2001 verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den insoweit bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) hatte M die am 29.&nbsp;Dezember 1998 ver&auml;u&szlig;erten Gesch&auml;ftsanteile an der A-GmbH und der B-GmbH zivilrechtlich wirksam an die Erwerberin D abgetreten. Diese hatte in der Folgezeit &uuml;ber die Anteile verf&uuml;gt und sie z.B. im eigenen Namen verpf&auml;ndet. Das FG ist deshalb zu Recht davon ausgegangen, dass M seine Verpflichtung aus den Vertr&auml;gen vom 29.&nbsp;Dezember 1998 an diesem Tag erf&uuml;llt hatte. Damit war zugleich der Anspruch auf die Gegenleistung realisiert und ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect;&nbsp;17 EStG entstanden. Auf die Stundung der Kaufpreisforderung kommt es nicht an. Die Vertr&auml;ge vom 29.&nbsp;Dezember 1998 waren bis zu ihrer R&uuml;ckabwicklung nicht vollst&auml;ndig erf&uuml;llt. Das FG hat insoweit festgestellt, dass der Kaufpreis von der Erwerberin zu keinem Zeitpunkt gezahlt worden ist. Darin lag zugleich eine Leistungsst&ouml;rung, die M unter weiteren Voraussetzungen auch zum R&uuml;cktritt vom Vertrag berechtigt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die am 30.&nbsp;M&auml;rz 2001 vereinbarte und durchgef&uuml;hrte einvernehmliche R&uuml;ckabwicklung der Vertr&auml;ge vom 29.&nbsp;Dezember 1998 wirkt deshalb steuerlich auf den Zeitpunkt der Entstehung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns zur&uuml;ck mit der Folge, dass der entstandene Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn r&uuml;ckwirkend entfallen ist. Dies schlie&szlig;t es aus, den Vorgang zugleich als Anschaffung zu behandeln. M hat die Anteile im Jahr 2001 nicht zur&uuml;ckerworben, sondern zur&uuml;ckerhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Senat weicht damit nicht von der Rechtsprechung des I.&nbsp;Senats ab. Soweit der I.&nbsp;Senat unter vergleichbaren Umst&auml;nden in der R&uuml;ckabwicklung eines Ver&auml;u&szlig;erungs-\/Anschaffungsgesch&auml;fts auf der Seite des urspr&uuml;nglichen Erwerbers eine Ver&auml;u&szlig;erung und keine R&uuml;ckabwicklung der Anschaffung erkannt hat (BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Oktober 1999 I&nbsp;R&nbsp;43,&nbsp;44\/98, BFHE 190, 377, BStBl II 2000, 424), hat er auf Anfrage mitgeteilt, hieran nicht mehr festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.12.2016, IX R 49\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.061216.IXR49.15.0 Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften &#8211; R&uuml;ckabwicklung der Ver&auml;u&szlig;erung &#8211; r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Anschaffung Leits&auml;tze Die R&uuml;ckabwicklung eines noch nicht beiderseits vollst&auml;ndig erf&uuml;llten Kaufvertrags ist aus der Sicht des fr&uuml;heren Ver&auml;u&szlig;erers keine Anschaffung der zur&uuml;ck&uuml;bertragenen Anteile, sondern sie f&uuml;hrt bei ihm zum r&uuml;ckwirkenden Wegfall eines bereits entstandenen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-49-15-veraeusserung-von-anteilen-an-kapitalgesellschaften-rueckabwicklung-der-veraeusserung-rueckwirkendes-ereignis-anschaffung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;49\/15 &#8211; Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an Kapitalgesellschaften &#8211; R&uuml;ckabwicklung der Ver&auml;u&szlig;erung &#8211; r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Anschaffung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67294","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67294"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67294\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}