{"id":67295,"date":"2017-06-01T08:34:41","date_gmt":"2017-06-01T06:34:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67295"},"modified":"2017-06-01T08:34:41","modified_gmt":"2017-06-01T06:34:41","slug":"vi-r-49-15-zivilprozesskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-49-15-zivilprozesskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;49\/15 &#8211; Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.12.2016, VI R 49\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.141216.VIR49.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 23. Februar 2015&nbsp;&nbsp;12 K 3232\/09 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind miteinander in jeweils zweiter Ehe verheiratet. Sie machten f&uuml;r die Streitjahre (2007 und 2008) Aufwendungen wegen verschiedener Rechtsangelegenheiten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen geltend. Den Streitigkeiten lagen im Wesentlichen folgende Sachverhalte zugrunde:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Kindesunterhalt<br \/>Die Kl&auml;gerin hat mit ihrem Ehemann aus erster Ehe einen gemeinsamen Sohn. Da der Kindesvater nicht bereit war, Unterhalt zu leisten, strengte die Kl&auml;gerin gegen ihn einen Rechtsstreit beim Amtsgericht (AG) &#8211;Familiengericht&#8211; X &uuml;ber die H&ouml;he des Kindesunterhalts an. In zweiter Instanz entschied das Oberlandesgericht (OLG) A mit Urteil vom &#8230; . Nachdem diese Entscheidung vorlag, kam der Kindesvater seiner Zahlungsverpflichtung nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. nachehelicher Unterhalt<br \/>Der Kl&auml;ger f&uuml;hrte gegen seine geschiedene Ehefrau vor dem AG &#8211;Familiengericht&#8211; Y (Urteil vom &#8230;) und sodann vor dem OLG B (Urteil vom &#8230;) einen Rechtsstreit, mit dem er eine Reduzierung des von ihm zu leistenden nachehelichen Unterhalts begehrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Aufenthaltsbestimmungs- und Besuchsrecht<br \/>Der Kl&auml;ger beantragte beim AG &#8211;Familiengericht&#8211; Y die elterliche Sorge f&uuml;r seine Tochter k&uuml;nftig so auszugestalten, dass der gew&ouml;hnliche Aufenthalt des Kindes bei ihm sei. Das Verfahren endete mit einer Vereinbarung zwischen dem Kl&auml;ger und seiner geschiedenen Ehefrau &uuml;ber die k&uuml;nftige Ausgestaltung des Umgangsrechts<em>.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Verfahren hinsichtlich der Anlage U<br \/>Die geschiedene Ehefrau des Kl&auml;gers hatte sich geweigert, die Anlage U zur Einkommensteuererkl&auml;rung des Kl&auml;gers f&uuml;r das Jahr &#8230; zu unterzeichnen. Sie hatte die Anlage abge&auml;ndert und den H&ouml;chstbetrag von 13.805&nbsp;EUR auf &#8230;&nbsp;EUR reduziert. Mit Anwaltsschreiben vom &#8230; wurde sie erfolgreich aufgefordert, die Anlage U mit dem ungek&uuml;rzten H&ouml;chstbetrag zu unterzeichnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2007 machten die Kl&auml;ger Gerichts- und Anwaltskosten sowie Aufwendungen f&uuml;r Kopien, Schreibmaterial und Porto in Zusammenhang mit den vorgenannten Rechtsstreitigkeiten in H&ouml;he von insgesamt 3.839,91&nbsp;EUR sowie Fahrtkosten in H&ouml;he von 133&nbsp;EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen geltend. F&uuml;r 2008 begehrten die Kl&auml;ger den Abzug von Gerichts- und Anwaltskosten sowie damit in Zusammenhang stehenden Aufwendungen f&uuml;r B&uuml;romaterialien und Porto in H&ouml;he von insgesamt 4.885,61&nbsp;EUR sowie Fahrtkosten zu Anwalts- und Gerichtsterminen in H&ouml;he von 203,80&nbsp;EUR. Die Anwaltskosten im Jahr 2008 entfielen zu 334,15&nbsp;EUR auch auf eine arbeitsrechtliche Beratung der Kl&auml;gerin wegen einer juristischen Auseinandersetzung mit ihrem Arbeitgeber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte von den geltend gemachten Betr&auml;gen f&uuml;r 2007 lediglich einzelne Fahrtkosten in H&ouml;he von 67,20&nbsp;EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen. F&uuml;r das Jahr 2008 erkannte das FA die Anwaltskosten f&uuml;r die arbeitsrechtliche Beratung der Kl&auml;gerin und damit zusammenh&auml;ngende Fahrtkosten als Werbungskosten bei ihren Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit an, die sich wegen des nicht ausgesch&ouml;pften Arbeitnehmerpauschbetrags aber nicht steuermindernd auswirkten<em>. <\/em>Au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen ber&uuml;cksichtigte das FA im Hinblick auf die geltend gemachten Rechtsverfolgungskosten f&uuml;r 2008 nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage &uuml;berwiegend statt. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12.&nbsp;Mai 2011 VI&nbsp;R&nbsp;42\/10 (BFHE 234, 30, BStBl II 2011, 1015) seien Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen zu ber&uuml;cksichtigen, wenn sich der Steuerpflichtige nicht mutwillig oder leichtfertig auf den Prozess eingelassen habe. Im Streitfall h&auml;tten sich die Kl&auml;ger auf die Zivilprozesse wegen Kindesunterhalt, nachehelichen Unterhalts, Aufenthaltsbestimmung und Besuchsrecht weder mutwillig noch leichtfertig eingelassen, sodass die hierf&uuml;r angefallenen Anwalts- und Gerichtskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen anzuerkennen seien. Hinsichtlich der au&szlig;ergerichtlichen Beratung und Vertretung l&auml;gen demgegen&uuml;ber keine Prozesskosten im Sinne des BFH-Urteils in BFHE 234, 30, BStBl II 2011, 1015 vor. Die hierf&uuml;r angefallenen Aufwendungen seien nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbar. In Bezug auf die geltend gemachten Kosten f&uuml;r Kopien, B&uuml;ro- und Schreibmaterialien sowie Porto und die Fahrtkosten fehle es an hinreichendem Vortrag und an entsprechenden Nachweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des Hessischen FG vom 23.&nbsp;Februar 2015&nbsp;&nbsp;12&nbsp;K&nbsp;3232\/09 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Soweit das FG der Klage stattgegeben hat, hat es die geltend gemachten Aufwendungen zu Unrecht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen i.S. des &sect;&nbsp;33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstandes (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung), so wird auf Antrag die Einkommensteuer in bestimmtem Umfang erm&auml;&szlig;igt (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG). Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG erwachsen dem Steuerpflichtigen Aufwendungen zwangsl&auml;ufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen. Ziel des &sect;&nbsp;33 EStG ist es, zwangsl&auml;ufige Mehraufwendungen f&uuml;r den existenznotwendigen Grundbedarf zu ber&uuml;cksichtigen, die sich wegen ihrer Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit einer pauschalen Erfassung in allgemeinen Freibetr&auml;gen entziehen. Aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;33 EStG ausgeschlossen sind dagegen die &uuml;blichen Aufwendungen der Lebensf&uuml;hrung, die in H&ouml;he des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 29.&nbsp;September 1989 III&nbsp;R&nbsp;129\/86, BFHE 158, 380, BStBl II 1990, 418, und vom 26.&nbsp;Juni 2014 VI&nbsp;R&nbsp;51\/13, BFHE 246, 326, BStBl II 2015, 9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit Urteil vom 18.&nbsp;Juni 2015 VI&nbsp;R&nbsp;17\/14 (BFHE 250, 153, BStBl II 2015, 800) hat der erkennende Senat seine Rechtsprechung in dem Urteil in BFHE 234, 30, BStBl II 2011, 1015 zur Abziehbarkeit von Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, die auch das FG der angefochtenen Entscheidung zugrunde gelegt hat, aufgegeben und ist zu der fr&uuml;heren Rechtsprechung des BFH zur&uuml;ckgekehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zivilprozesskosten sind demnach nur insoweit abziehbar, als der Prozess existenziell wichtige Bereiche oder den Kernbereich menschlichen Lebens ber&uuml;hrt. Liefe der Steuerpflichtige ohne den Rechtsstreit Gefahr, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bed&uuml;rfnisse in dem &uuml;blichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu k&ouml;nnen, kann der Steuerpflichtige auch bei unsicheren Erfolgsaussichten zur Durchsetzung oder Abwehr eines zivilrechtlichen Anspruchs aus rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden gezwungen sein, einen Zivilprozess zu f&uuml;hren, sodass die Prozesskosten zwangsl&auml;ufig i.S. von &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG erwachsen (z.B. Senatsurteile vom 15.&nbsp;Juni 2016 VI&nbsp;R&nbsp;34\/14, BFH\/NV 2016, 1549, und vom 19.&nbsp;November 2015 VI&nbsp;R&nbsp;42\/14, BFH\/NV 2016, 739).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Seine Entscheidung hat daher keinen Bestand. Der Senat kann aufgrund der vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen aber in der Sache selbst entscheiden. Die von den Kl&auml;gern getragenen Kosten in Zusammenhang mit dem Kindesunterhalt, dem nachehelichen Unterhalt sowie dem Aufenthaltsbestimmungs- und Besuchsrecht sind nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen steuermindernd zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat f&uuml;hrt f&uuml;r die bis einschlie&szlig;lich 2012 geltende Fassung des &sect;&nbsp;33 EStG die Rechtsprechung zur Ber&uuml;cksichtigung von durch Ehescheidungsverfahren entstandenen Prozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen fort (z.B. Senatsurteile vom 20.&nbsp;Januar 2016 VI&nbsp;R&nbsp;70\/12, BFH\/NV 2016, 905, und vom 28.&nbsp;April 2016 VI&nbsp;R&nbsp;15\/15, BFH\/NV 2016, 1545). Danach sind zwar die mit dem Gerichtsverfahren verbundenen Kosten f&uuml;r die Scheidung und den Versorgungsausgleich als zwangsl&auml;ufig entstanden anzusehen und dementsprechend als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbar. Aber Kosten f&uuml;r au&szlig;erhalb des so genannten Zwangsverbunds durch das Familiengericht oder au&szlig;ergerichtlich im Zusammenhang mit der Ehescheidung getroffene Regelungen werden nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen ber&uuml;cksichtigt. Das gilt unabh&auml;ngig davon, ob f&uuml;r die Scheidungsfolgesachen noch &sect;&nbsp;623 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) a.F. anzuwenden ist oder schon &sect;&nbsp;137 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG). Folgesachen sind auch Kindschaftssachen, die die &Uuml;bertragung oder Entziehung der elterlichen Sorge, das Umgangsrecht oder die Herausgabe eines gemeinschaftlichen Kindes der Ehegatten oder das Umgangsrecht eines Ehegatten mit dem Kind des anderen Ehegatten betreffen, wenn ein Ehegatte vor Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung im ersten Rechtszug in der Scheidungssache die Einbeziehung in den Verbund beantragt, es sei denn, das Familiengericht h&auml;lt die Einbeziehung aus Gr&uuml;nden des Kindeswohls nicht f&uuml;r sachgerecht (s. &sect;&nbsp;137 Abs.&nbsp;3 FamFG und &sect;&nbsp;623 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 ZPO&nbsp;a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entscheidend ist, dass der Gesetzgeber den fr&uuml;heren Eheleuten Inhalt und Verfahren der Regelung ihrer Verh&auml;ltnisse im Wesentlichen in gleicher Weise zur eigenverantwortlichen Gestaltung &uuml;bertragen hat wie in bestehender Ehe oder im Fall nichtehelicher Familienbeziehungen (z.B. Senatsurteil in BFH\/NV 2016, 1545, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben scheidet im Streitfall eine Ber&uuml;cksichtigung der geltend gemachten Aufwendungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung aus. Die Rechtsstreitigkeiten um den Kindesunterhalt und den nachehelichen Unterhalt des geschiedenen Ehegatten (s. dazu auch Senatsurteil vom 18.&nbsp;Februar 2016 VI&nbsp;R&nbsp;56\/13, BFH\/NV 2016, 1150) waren keine mit den Scheidungsverfahren der Kl&auml;ger im Zwangsverbund zu entscheidenden Scheidungsfolgesachen. Den Kl&auml;gern war die Regelung des Kindesunterhalts und des Unterhalts des (geschiedenen) Ehegatten wie in einer bestehenden Ehe zur eigenverantwortlichen Gestaltung &uuml;bertragen. Dies schlie&szlig;t es aus, die f&uuml;r die entsprechenden Verfahren angefallenen Gerichts- und Anwaltskosten als zwangsl&auml;ufig entstandene au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen anzusehen. Ebenso sind auch die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Streitigkeiten mit seiner (geschiedenen) Ehefrau &uuml;ber das Aufenthaltsbestimmungs- und das Besuchsrecht f&uuml;r das gemeinsame Kind (s. dazu auch Senatsurteile vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2016 VI&nbsp;R&nbsp;38\/13, BFH\/NV 2016, 1009, und in BFH\/NV 2016, 1545) nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen steuermindernd zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.12.2016, VI R 49\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.141216.VIR49.15.0 Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 23. Februar 2015&nbsp;&nbsp;12 K 3232\/09 aufgehoben. Die Klage wird abgewiesen. Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind miteinander &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-49-15-zivilprozesskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;49\/15 &#8211; Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67295","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67295","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67295"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67295\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67295"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67295"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67295"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}