{"id":67297,"date":"2017-06-01T08:34:52","date_gmt":"2017-06-01T06:34:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67297"},"modified":"2017-06-01T08:34:52","modified_gmt":"2017-06-01T06:34:52","slug":"i-r-24-15-hinzurechnung-nach-par-12-abs-2-satz-2-umwstg-1995-keine-sachliche-unbilligkeit-trotz-fehlenden-verlustvortrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-24-15-hinzurechnung-nach-par-12-abs-2-satz-2-umwstg-1995-keine-sachliche-unbilligkeit-trotz-fehlenden-verlustvortrags\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;24\/15 &#8211; Hinzurechnung nach &sect; 12 Abs. 2 Satz 2 UmwStG 1995: Keine sachliche Unbilligkeit trotz fehlenden Verlustvortrags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.12.2016, I R 24\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.211216.IR24.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Hinzurechnung nach &sect; 12 Abs. 2 Satz 2 UmwStG 1995: Keine sachliche Unbilligkeit trotz fehlenden Verlustvortrags<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 3. M&auml;rz 2015&nbsp;6 K 853\/12 <noindex>K,G,F,AO<\/noindex> aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, erwarb im Oktober 1998&nbsp; 94&nbsp;v.H. der Anteile an einer Schwestergesellschaft, der A-GmbH, einschlie&szlig;lich aller Anspr&uuml;che auf noch nicht ausgesch&uuml;ttete Gewinne zu einem Kaufpreis von &#8230;&nbsp;DM. Zum 31.&nbsp;Dezember 1999 sch&uuml;ttete die A-GmbH ihren aus 1998 vorgetragenen Gewinn und den Jahres&uuml;berschuss f&uuml;r das Jahr 1999 in voller H&ouml;he aus. Die Kl&auml;gerin erhielt eine Bardividende in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM zuz&uuml;glich des K&ouml;rperschaftsteuer-Anrechnungsguthabens von &#8230;&nbsp;DM. Der Beteiligungsertrag wurde bei der Kl&auml;gerin im Jahr 1999 erfasst. Die Beteiligung an der A-GmbH wurde daraufhin in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM abgeschrieben. Der verbleibende Bilanzansatz von &#8230;&nbsp;DM entsprach dem anteiligen Stammkapital der Kl&auml;gerin an der A-GmbH (94&nbsp;v.H. von &#8230;&nbsp;DM). Anschlie&szlig;end wurde die A-GmbH als Ganzes unter Ausschluss der Abwicklung mit steuerlicher Wirkung zum 31.&nbsp;Januar 2000 auf die Kl&auml;gerin verschmolzen. Die Kl&auml;gerin &uuml;bernahm mit Wirkung zum 31.&nbsp;Januar 2000 die restlichen 6&nbsp;v.H. der Stammeinlagen an der A-GmbH zum Nennwert. Die A-GmbH verf&uuml;gte zum steuerlichen &Uuml;bertragungsstichtag &uuml;ber keine steuerlichen Verlustabz&uuml;ge i.S. des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 des Umwandlungssteuergesetzes 1995 in der f&uuml;r das Streitjahr 2000 geltenden Fassung (UmwStG 1995).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r das Streitjahr zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; ohne Ansatz eines Hinzurechnungsbetrags nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UmwStG 1995 fest. Im Anschluss an eine steuerliche Au&szlig;enpr&uuml;fung erh&ouml;hte er jedoch das Einkommen der Kl&auml;gerin um die steuerwirksame Teilwertabschreibung und &auml;nderte die streitgegenst&auml;ndlichen Bescheide f&uuml;r das Streitjahr entsprechend ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch beantragte die Kl&auml;gerin, die Steuer aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden (&sect;&nbsp;163 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) ohne den Hinzurechnungsbetrag nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UmwStG 1995 festzusetzen. Auch diesen Antrag und den gegen die Ablehnung erhobenen Einspruch wies das FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die gegen beide Einspruchsentscheidungen gerichteten Klagen hat das Finanzgericht (FG) D&uuml;sseldorf zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbunden. Mit Urteil vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2015&nbsp; 6&nbsp;K&nbsp;853\/12&nbsp;K,G,F,AO hat es der Klage &#8211;im Hauptantrag&#8211; stattgegeben und das FA aus sachlichen Billigkeitsgr&uuml;nden nach &sect;&nbsp;163 AO dazu verpflichtet, die Hinzurechnung der Teilwertabschreibung unber&uuml;cksichtigt zu lassen. &Uuml;ber den Hilfsantrag der Kl&auml;gerin hat das FG nicht entschieden. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1683 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision beantragt das FA, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Klage wegen gesonderter Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 und gesonderter Feststellung nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (KStG) ist bereits unzul&auml;ssig. Das FA ist im &Uuml;brigen nicht dazu verpflichtet, die K&ouml;rperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag des Streitjahres aus Billigkeitsgr&uuml;nden ohne die Hinzurechnung der Teilwertabschreibung festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorinstanz ist zu Unrecht von der Zul&auml;ssigkeit der Klage im Hinblick auf die Bescheide zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 und zur gesonderten Feststellung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 KStG ausgegangen. &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 KStG weist dem K&ouml;rperschaftsteuerbescheid die Funktion eines Grundlagenbescheids hinsichtlich der in &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 KStG genannten Besteuerungsgrundlagen &#8211;im Streitfall das zu versteuernde Einkommen nach Buchst.&nbsp;a&#8211; und der in &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 KStG genannten gesonderten Feststellung nach &sect;&nbsp;10d des Einkommensteuergesetzes (EStG) hinsichtlich des Einkommens zu. Dies ist auch bei der mit dem Hauptantrag geltend gemachten Klage gegen die ablehnende Festsetzung der K&ouml;rperschaftsteuer des Streitjahres aus Billigkeitsgr&uuml;nden zu ber&uuml;cksichtigen. Die Klage ist demnach unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FA ist im Weiteren nicht dazu verpflichtet, die K&ouml;rperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag des Streitjahres aus Billigkeitsgr&uuml;nden ohne die Hinzurechnung der Teilwertabschreibung festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO k&ouml;nnen Steuern niedriger festgesetzt werden und einzelne Besteuerungsgrundlagen, die die Steuern erh&ouml;hen, bei der Festsetzung der Steuer unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn die Erhebung der Steuer nach der Lage des einzelnen Falls unbillig w&auml;re. Die Festsetzung einer Steuer ist aus &#8211;im Streitfall allein streitigen&#8211; sachlichen Gr&uuml;nden unbillig, wenn sie zwar dem Wortlaut des Gesetzes entspricht, aber dessen Wertungen zuwiderl&auml;uft. Das setzt voraus, dass der Gesetzgeber die Grundlagen f&uuml;r die Steuerfestsetzung anders als tats&auml;chlich geschehen geregelt h&auml;tte, wenn er die zu beurteilende Frage als regelungsbed&uuml;rftig erkannt h&auml;tte. Eine f&uuml;r den Steuerpflichtigen ung&uuml;nstige Rechtsfolge, die der Gesetzgeber bewusst angeordnet oder in Kauf genommen hat, rechtfertigt dagegen keine Billigkeitsma&szlig;nahme (z.B. Senatsbeschl&uuml;sse vom 26.&nbsp;Februar 2014 I&nbsp;R&nbsp;59\/12, BFHE&nbsp;246, 27, BStBl II 2014, 1016; vom 14.&nbsp;Oktober 2015 I&nbsp;R&nbsp;20\/15, BFHE 252, 44; Senatsurteil vom 21.&nbsp;September 2016 I&nbsp;R&nbsp;65\/14, nicht ver&ouml;ffentlicht; dem folgend z.B. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 19.&nbsp;Februar 2015&nbsp; 9&nbsp;C&nbsp;10.14, BVerwGE 151, 255).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Von einer solchen sachlichen Unbilligkeit ist im Streitfall &#8211;entgegen der Auffassung der Vorinstanz&#8211; indes nicht auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UmwStG 1995 gilt f&uuml;r die &Uuml;bernahme der &uuml;bergegangenen Wirtschaftsg&uuml;ter bei der &uuml;bernehmenden K&ouml;rperschaft &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 UmwStG 1995 entsprechend, d.h. diese sind mit dem in der steuerlichen Schlussbilanz der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft enthaltenen Wert zu &uuml;bernehmen. Bei der Ermittlung des Gewinns der &uuml;bernehmenden K&ouml;rperschaft bleibt nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UmwStG 1995 ein Gewinn oder ein Verlust in H&ouml;he des Unterschieds zwischen dem Buchwert der Anteile (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Satz 2 UmwStG 1995) und dem Wert, mit dem die &uuml;bergegangenen Wirtschaftsg&uuml;ter zu &uuml;bernehmen sind, au&szlig;er Ansatz. &Uuml;bersteigen die tats&auml;chlichen Anschaffungskosten den Buchwert der Anteile an der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft, so ist jedoch der Unterschiedsbetrag dem Gewinn der &uuml;bernehmenden K&ouml;rperschaft hinzuzurechnen (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 UmwStG 1995). Die Hinzurechnung unterbleibt, soweit eine Gewinnminderung, die sich durch den Ansatz der Anteile mit dem niedrigeren Teilwert ergeben hat, nach &sect;&nbsp;50c EStG nicht anerkannt worden ist (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 1995).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach muss die Kl&auml;gerin im Streitfall zwar gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 UmwStG 1995 den Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der Anteile an der A-GmbH und den tats&auml;chlichen Werten, mit dem die &uuml;bergegangenen Wirtschaftsg&uuml;ter zu &uuml;bernehmen sind, nicht als &Uuml;bernahmegewinn nachversteuern. Der Kl&auml;gerin ist aber der Unterschiedsbetrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UmwStG 1995 hinzuzurechnen, weil die tats&auml;chlichen Anschaffungskosten den Buchwert der Anteile &uuml;bersteigen und die Ausnahmevoraussetzungen des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UmwStG 1995 nicht erf&uuml;llt sind. Dies ist im Grundsatz zwischen den Beteiligten nicht im Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 des Umwandlungssteuergesetzes 1995 i.d.F. bis zur &Auml;nderung durch Art.&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;a des Gesetzes zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform vom 29.&nbsp;Oktober 1997 &#8211;UmwStG 1995 a.F.&#8211; (BGBl I 1997, 2590, BStBl I 1997, 928) die Hinzurechnung auf den nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 UmwStG 1995 ermittelten Wert des &uuml;bernommenen Verm&ouml;gens, vermindert um den Buchwert der Anteile, begrenzt hat, h&auml;tte dies zwar im Streitfall die &#8211;zwischen den Beteiligten gleichfalls unstreitige&#8211; Konsequenz gehabt, dass die Hinzurechnung der Teilwertabschreibung in H&ouml;he von 4.658.811&nbsp;DM nicht h&auml;tte vorgenommen werden d&uuml;rfen. Allerdings ist &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UmwStG 1995 a.F. mit erstmaliger Wirkung f&uuml;r Umwandlungsvorg&auml;nge, deren Eintragung im Handelsregister nach dem 5.&nbsp;August 1997 (Tag, an dem der Bundestag das Gesetz zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform beschlossen hat) beantragt worden ist (&sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;3 UmwStG 1995 i.d.F. des Gesetzes zur Finanzierung eines zus&auml;tzlichen Bundeszuschusses zur gesetzlichen Rentenversicherung vom 19.&nbsp;Dezember 1997, BGBl I 1997, 3121, BStBl I 1998, 7), ersatzlos gestrichen worden und daher im Streitfall nicht (mehr) anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat im angefochtenen Urteil eine sachliche Unbilligkeit der Steuerfestsetzung darin gesehen, dass der vom Gesetzgeber mit der Streichung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UmwStG 1995 a.F. beabsichtigte Zweck, eine doppelte Verlustnutzung im Verschmelzungsfall zu verhindern, im Streitfall nicht greife, in dem die &uuml;bertragende A-GmbH nicht &uuml;ber einen, nach Verschmelzung von der Kl&auml;gerin nutzbaren, Verlustvortrag verf&uuml;gt habe. Den Gesetzesmaterialien sei nicht zu entnehmen, dass dem Gesetzgeber bewusst gewesen sei, dass auch bei fehlendem Verlustvortrag die Teilwertabschreibung r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen sei und es damit zu der gegenteiligen und &uuml;berschie&szlig;enden Wirkung kommen k&ouml;nne. Die Streichung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UmwStG 1995&nbsp;a.F. sei ausschlie&szlig;lich in Verbindung mit der Absicht des Vermittlungsausschusses zu dem Gesetz zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform zu sehen, eine als Missbrauch angesehene doppelte Verlustnutzung in Umwandlungsf&auml;llen zu verhindern. Dies lasse den Schluss darauf zu, dass der Gesetzgeber lediglich eine derartige Gestaltung habe verhindern wollen. Es lasse sich den Gesetzesmaterialien gerade nicht entnehmen, dass der Gesetzgeber die Hinzurechnung auch f&uuml;r den Fall, dass eine doppelte Verlustnutzung nicht zu besorgen sei, bewusst angeordnet oder in Kauf genommen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) In dieser W&uuml;rdigung ist dem FG indes nicht beizupflichten. Die Entscheidung des FA ist nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;102 FGO als rechtm&auml;&szlig;ig anzusehen. Entscheidend ist, dass das Gesetz typisiert und eine entsprechende Hinzurechnung von Teilwertabschreibungen in jedem Fall vorsieht, ohne dass es z.B. darauf ankommt, ob eine Wertsteigerung der Anteile an der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft eingetreten ist bzw. Verlustvortr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 UmwStG 1995 auf die &uuml;bernehmende K&ouml;rperschaft &uuml;bergegangen sind oder nicht. Dem kann nicht entgegengehalten werden, dass ausweislich der protokollierten Redebeitr&auml;ge im Vermittlungsausschuss zu dem Gesetz zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform die Streichung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UmwStG 1995&nbsp;a.F. ausschlie&szlig;lich in Verbindung mit der Absicht des Vermittlungsausschusses stehen soll, eine als Missbrauch angesehene doppelte Verlustnutzung in Umwandlungsf&auml;llen zu verhindern. Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Auslegung von Gesetzen ist nicht die subjektive Vorstellung eines am Gesetzgebungsverfahren Beteiligten, sondern der in der Norm zum Ausdruck kommende objektivierte Wille des Gesetzgebers, wie er sich aus dem Wortlaut der Vorschrift und dem Sinnzusammenhang ergibt, in den sie hineingestellt ist (vgl. z.B. BVerwG-Urteil in BVerwGE&nbsp;151, 255). Die Verhinderung einer doppelten Verlustnutzung in Umwandlungsf&auml;llen mag zwar letztlich der Anlass f&uuml;r die Streichung der Hinzurechnungsbegrenzung in &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UmwStG 1995&nbsp;a.F. gewesen sein; allerdings kommt diese &quot;Begrenzung&quot; in der &quot;Neufassung&quot; des Gesetzes nicht (ausreichend) zum Ausdruck. Da der Gesetzgeber weder in &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 UmwStG 1995 selbst noch in einem anderen Regelungszusammenhang Ausnahmen von einer Hinzurechnung vorgesehen hat, kann dem Umwandlungssteuergesetz 1995 bei der gebotenen objektiven Auslegung keine Wertung dahingehend entnommen werden, dass eine Hinzurechnung f&uuml;r den Fall, dass eine doppelte Verlustnutzung nicht zu besorgen ist, vermieden werden soll. Der Regelungszusammenhang des Umwandlungssteuergesetzes 2006 kann jedenfalls gegen diese Auffassung nicht angef&uuml;hrt werden. Dabei ist insbesondere zu w&uuml;rdigen, dass mit diesem Gesetz ein grundlegender Systemwechsel vollzogen und der &Uuml;bergang von Verlustvortr&auml;gen nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 UmwStG 1995 abgeschafft worden ist (vgl. z.B. R&ouml;dder in R&ouml;dder\/Herlinghaus\/van&nbsp;Lishaut, UmwStG, 2. Aufl., &sect;&nbsp;12 Rz&nbsp;51). Der Gesetzgeber hat damit &#8211;obwohl ihm eine Begrenzung der &quot;Neuregelung&quot; auf F&auml;lle einer doppelten Verlustnutzung durchaus m&ouml;glich gewesen w&auml;re&#8211; im Rahmen seiner verfassungsrechtlich zul&auml;ssigen Typisierungsbefugnis die Wirkungen und Umst&auml;nde des jeweiligen&nbsp;Einzelfalles bewusst unber&uuml;cksichtigt gelassen. Die strukturelle Gesetzesvorgabe ist auch im Rahmen einer Entscheidung &uuml;ber eine Billigkeitsma&szlig;nahme aus sachlichen Gr&uuml;nden zu beachten (z.B. Senatsbeschl&uuml;sse in BFHE 246, 27, BStBl II 2014, 1016, und in BFHE 252, 44; BVerwG-Urteil in BVerwGE 151, 255; s.a. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 11.&nbsp;Mai 2015&nbsp; 1&nbsp;BvR&nbsp;741\/14, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2015, 882). Demgem&auml;&szlig; war das FA &#8211;entgegen der Ansicht der Vorinstanz&#8211; auch nicht verpflichtet, im Urteilsfall die K&ouml;rperschaftsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag des Streitjahres aus Billigkeitsgr&uuml;nden ohne die Hinzurechnung der Teilwertabschreibung festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Gibt das FG der Klage &#8211;wie hier&#8211; hinsichtlich eines Hauptantrags statt und legt das FA hiergegen erfolgreich Revision ein, ist in der Revision auch &uuml;ber den Hilfsantrag zu entscheiden (Senatsurteil vom 25.&nbsp;April 2012 I&nbsp;R&nbsp;2\/11, BFH\/NV 2012, 1649, Rz&nbsp;17). Auch der Hilfsantrag f&uuml;hrt jedoch im Streitfall nicht zum Erfolg. Die dem angefochtenen Urteil zugrundeliegenden streitgegenst&auml;ndlichen Bescheide sind rechtm&auml;&szlig;ig ergangen. Die Festsetzung entspricht den geltenden Ma&szlig;gaben des materiellen Rechts; es bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken, die zu einer einschr&auml;nkenden verfassungskonformen Auslegung zwingen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gegenstand des Rechtsstreits im Hilfsantrag ist die Rechtsfrage, ob im Wege einer teleologischen Reduktion der Vorschrift des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UmwStG 1995 die Hinzurechnung des Unterschiedsbetrags unterbleiben kann, weil nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UmwStG 1995 a.F. die Hinzurechnung den nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 UmwStG 1995 ermittelten Wert des &uuml;bernommenen Verm&ouml;gens, vermindert um den Buchwert der Anteile, nicht &uuml;bersteigen durfte. Dies ist indes abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auszugehen ist auch insoweit davon, dass &#8211;wie erl&auml;utert&#8211; der Gesetzgeber von seiner Typisierungsbefugnis in verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Weise Gebrauch gemacht hat. Dies schlie&szlig;t aber nicht nur &#8211;wie gleichfalls dargelegt&#8211; gegenl&auml;ufige Billigkeitsma&szlig;nahmen, sondern auch die mit dem Hilfsantrag der Kl&auml;gerin verfolgte teleologische Reduktion des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 UmwStG 1995 aus. Der Senat weist insoweit erg&auml;nzend darauf hin, dass er eine solche einschr&auml;nkende Gesetzesauslegung bereits in Ansehung dessen abgelehnt hat, dass die &quot;neue&quot; Gesetzesfassung eine ausnahmslose R&uuml;ckg&auml;ngigmachung der vormaligen Teilwertabschreibung vorsieht und in Einzelf&auml;llen &#8211;wie dem Vorliegenden&#8211; zum Nachteil des Steuerpflichtigen &uuml;ber das beabsichtigte Ziel, eine doppelte Verlustnutzung bei Umwandlungsvorg&auml;ngen zu verhindern, hinaus wirken kann (Senatsbeschluss vom 18.&nbsp;Juli 2001 I&nbsp;R&nbsp;38\/99, BFHE&nbsp;196, 232, BStBl II 2002, 27). Der Gesetzeswortlaut ist insoweit eindeutig und bel&auml;sst keine M&ouml;glichkeit, dieses Ergebnis im Wege der Gesetzesauslegung einzuschr&auml;nken (in diesem Sinn auch BVerfG-Beschluss vom 15.&nbsp;Januar 2008&nbsp; 2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56, Rz&nbsp;53 und 75).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Vor diesem Hintergrund hat der Senat nicht darauf einzugehen, ob dem FA &uuml;berhaupt eine Befugnis zusteht, in Bezug auf die Gewerbesteuer als Realsteuer i.S. des &sect;&nbsp;184 Abs.&nbsp;2 AO eine Ma&szlig;nahme nach &sect;&nbsp;163 Satz&nbsp;1 AO zu treffen. Dies ist vorliegend insbesondere zweifelhaft, weil eine allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung, der obersten Bundesfinanzbeh&ouml;rde oder einer obersten Landesfinanzbeh&ouml;rde, die Richtlinien f&uuml;r eine entsprechende Ma&szlig;nahme aufstellt, nicht ersichtlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.12.2016, I R 24\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.211216.IR24.15.0 Hinzurechnung nach &sect; 12 Abs. 2 Satz 2 UmwStG 1995: Keine sachliche Unbilligkeit trotz fehlenden Verlustvortrags Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 3. M&auml;rz 2015&nbsp;6 K 853\/12 K,G,F,AO aufgehoben. Die Klage wird abgewiesen. 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