{"id":67373,"date":"2017-06-12T18:11:08","date_gmt":"2017-06-12T16:11:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67373"},"modified":"2017-06-12T18:11:08","modified_gmt":"2017-06-12T16:11:08","slug":"ix-r-47-15-anfechtung-eines-nach-par-100-abs-2-satz-3-2-halbsatz-fgo-neu-bekannt-gegebenen-bescheids-isolierte-aufhebung-der-einspruchsentscheidung-rechtskraft-einer-gerichtlichen-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-47-15-anfechtung-eines-nach-par-100-abs-2-satz-3-2-halbsatz-fgo-neu-bekannt-gegebenen-bescheids-isolierte-aufhebung-der-einspruchsentscheidung-rechtskraft-einer-gerichtlichen-entscheidung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;47\/15 &#8211; Anfechtung eines nach &sect; 100 Abs. 2 Satz 3&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz FGO neu bekannt gegebenen Bescheids &#8211; isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung &#8211; Rechtskraft einer gerichtlichen Entscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.3.2017, IX R 47\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.080317.IXR47.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anfechtung eines nach &sect; 100 Abs. 2 Satz 3&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz FGO neu bekannt gegebenen Bescheids &#8211; isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung &#8211; Rechtskraft einer gerichtlichen Entscheidung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 1. Oktober 2015&nbsp;&nbsp;4 K 3544\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Einspruch gegen einen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz der Finanzgerichtsordnung (FGO) neu bekannt gegebenen Einkommensteuerbescheid zu Recht als unzul&auml;ssig verworfen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in den Jahren 1999 bis 2001 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Kl&auml;gern war im Veranlagungszeitraum 2000 ein Verlust entstanden, der u.a. mit Bescheiden &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zum 31.&nbsp;Dezember 2000 vom 27.&nbsp;November 2003 und vom 29.&nbsp;Oktober 2009 mit zuletzt 167.566&nbsp;DM festgestellt worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger gaben ihre Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r den streitigen Veranlagungszeitraum 2001 am 23.&nbsp;Oktober 2002 ab. In dieser erkl&auml;rten sie einen Betrag in H&ouml;he von 2.867.289&nbsp;DM als laufenden Arbeitslohn des Kl&auml;gers. Angaben zu einer erm&auml;&szlig;igt zu besteuernden Abfindung machten die Kl&auml;ger nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2001 vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2003 unterwarf das FA u.a. einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn aus der Beteiligung des Kl&auml;gers an der TT-GmbH in H&ouml;he von 1.492.500&nbsp;EUR nach &sect;&sect;&nbsp;17, 34 des Einkommensteuergesetzes (EStG) der Besteuerung. Dagegen legten die Kl&auml;ger Einspruch ein. Mit Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2004 half das FA dem Einspruch teilweise ab. Aufgrund der Anerkennung eines Unterbeteiligungsvertrags mit der Kl&auml;gerin rechnete es dem Kl&auml;ger lediglich einen Teil des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in H&ouml;he von 985.050&nbsp;DM zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger erhoben gegen die Einspruchsentscheidung Klage und beantragten, &quot;f&uuml;r den Fall des Obsiegens die Steuer unter Ber&uuml;cksichtigung der Beg&uuml;nstigungsvorschriften des &sect;&nbsp;34 EStG festzusetzen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 3.&nbsp;Juni 2008&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1712\/04 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2009, 932) gab das Finanzgericht (FG) K&ouml;ln der Klage nur in geringem Umfang statt und wies sie im &Uuml;brigen ab. Die Revision wurde vom Bundesfinanzhof (BFH) im Beschwerdeverfahren IX&nbsp;B&nbsp;153\/08 zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 26.&nbsp;Januar 2011 IX&nbsp;R&nbsp;7\/09 (BFHE 232, 463, BStBl II 2011, 540) hob der BFH das FG-Urteil und die Einspruchsentscheidung auf und setzte die Einkommensteuer 2001 unter Ab&auml;nderung des letzten Einkommensteuerbescheids vom 27.&nbsp;Oktober 2009 auf den Betrag fest, der sich ohne Ansatz des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns nach &sect;&nbsp;17 EStG ergab. Die Berechnung der Einkommensteuer wurde dem FA &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 12.&nbsp;April 2011 und vom 6.&nbsp;Juli 2011 beantragte der Kl&auml;ger bei dem FA die Ber&uuml;cksichtigung der Tariferm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;34 EStG f&uuml;r die von ihm im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit bezogene Abfindung in H&ouml;he von 2.600.000&nbsp;DM. Au&szlig;erdem beantragte er, den in das Jahr 2001 vorgetragenen Verlust aus dem Jahr 2000 in H&ouml;he von .\/.&nbsp;56.832&nbsp;DM in das Jahr 1999 zur&uuml;ckzutragen (Widerruf des Antrags, vom Verlustr&uuml;cktrag abzusehen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einkommensteuerbescheid 2001 vom 22.&nbsp;Juli 2011 gab das FA den Kl&auml;gern nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO eine das rechtskr&auml;ftige BFH-Urteil in BFHE 232, 463, BStBl II 2011, 540 umsetzende Einkommensteuerfestsetzung bekannt. Das FA lie&szlig; dabei lediglich den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nach &sect;&nbsp;17 EStG au&szlig;er Ansatz. Die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit wurden wie bisher ohne Tariferm&auml;&szlig;igung erfasst. Ein den Kl&auml;gern im Veranlagungszeitraum 2000 entstandener Verlust war nicht in das Jahr 1999 zur&uuml;ckgetragen, sondern nach Ma&szlig;gabe des Bescheids &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zum 31.&nbsp;Dezember 2000 vom 29.&nbsp;Oktober 2009 mit .\/.&nbsp;167.566&nbsp;DM festgestellt und im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung 2001 verrechnet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den Bescheid vom 22.&nbsp;Juli 2011 legten die Kl&auml;ger fristgerecht Einspruch ein. Zur Begr&uuml;ndung trugen sie unter erstmaliger Vorlage einer Abfindungsvereinbarung, die dem Kl&auml;ger eine Abfindungszahlung in H&ouml;he von 2.600.000&nbsp;DM zusprach, vor, der in der Klageschrift enthaltene Antrag auf Anwendung der Tarifbeg&uuml;nstigung des &sect;&nbsp;34 EStG sei bis zur endg&uuml;ltigen Bestandskraft der Einkommensteuerfestsetzung 2001 zu ber&uuml;cksichtigen. Da ein Widerruf des Absehens vom Verlustr&uuml;cktrag nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 EStG a.F. bereits mit Schreiben vom 29.&nbsp;November 2003 und nochmals mit Schreiben vom 29.&nbsp;Oktober 2008 beantragt worden sei, k&ouml;nne auch dazu noch keine Bestandskraft eingetreten sein. Ein Verlustr&uuml;cktrag in das Jahr 1999 in H&ouml;he von .\/.&nbsp;56.832&nbsp;DM sei daher unter entsprechender Minderung des Verlustvortrags im Jahr 2001 zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 17.&nbsp;Oktober 2011 verwarf das FA den Einspruch gegen den Bescheid vom 22.&nbsp;Juli 2011 als unzul&auml;ssig. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es u.a. aus, mit dem Einspruch gegen einen derartigen Bescheid k&ouml;nne nur geltend gemacht werden, dass die Steuerberechnung nicht dem rechtskr&auml;ftigen Urteil entspreche. Im &Uuml;brigen fehle es an einer Beschwer f&uuml;r den Rechtsbehelf. Die Nichtber&uuml;cksichtigung der Tariferm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;34 EStG h&auml;tte im gerichtlichen Verfahren ger&uuml;gt werden m&uuml;ssen. Im Rahmen der Umsetzung des rechtskr&auml;ftigen Urteils des BFH k&ouml;nne ein derartiges Begehren nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden. Daher komme auch ein Widerruf des Antrags auf Absehen vom Verlustr&uuml;cktrag in das Jahr 1999 in H&ouml;he von .\/.&nbsp;56.832&nbsp;DM nicht in Betracht. Auch dies sei nicht Gegenstand der Umsetzung des BFH-Urteils gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nachfolgend von den Kl&auml;gern erhobene Klage hatte Erfolg (FG-Urteil vom 1.&nbsp;Oktober 2015&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;3544\/11, EFG 2015, 2148). Das FG bejahte die Zul&auml;ssigkeit der Klage. Die Kl&auml;ger h&auml;tten ein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis hinsichtlich der isolierten Aufhebung der Einspruchsentscheidung. Die Klage sei auch begr&uuml;ndet. Die Verwerfung des Einspruchs gegen den Bescheid vom 22.&nbsp;Juli 2011 sei rechtswidrig. Die m&ouml;gliche Beschwer durch einen Bescheid nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 FGO sei nicht auf die Richtigkeit der Steuerberechnung beschr&auml;nkt. Vielmehr erstrecke sich die Beschwer auch auf die Frage, ob seit Ergehen des Urteils Umst&auml;nde eingetreten seien, die nach den insoweit einschl&auml;gigen Vorschriften eine &Auml;nderung des Verwaltungsakts geb&ouml;ten. Der Einspruch h&auml;tte daher nicht als unzul&auml;ssig verworfen werden d&uuml;rfen. Die Kl&auml;ger machten mit ihrem gegen den Bescheid erhobenen Einspruch eine &uuml;ber die Richtigkeit der Steuerberechnung hinausgehende Beschwer geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 FGO und von &sect;&nbsp;110 FGO. Das FA habe den Tenor des rechtskr&auml;ftigen BFH-Urteils richtig umgesetzt. Dieser enthalte keine Angaben zur Tariferm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;34 EStG bzw. zum Widerruf des Antrags auf Absehen vom Verlustr&uuml;cktrag nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 EStG a.F. Nach &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 FGO sei allenfalls noch zu pr&uuml;fen, ob seit Ergehen des Urteils Umst&auml;nde eingetreten seien, die nach den einschl&auml;gigen Vorschriften eine &Auml;nderung des Verwaltungsakts geb&ouml;ten. Das sei hier jedoch ersichtlich nicht der Fall. Weder der Antrag auf Ber&uuml;cksichtigung der Tariferm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;34 EStG noch das Wahlrecht nach &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 EStG a.F. begr&uuml;ndeten neue Umst&auml;nde. Die dem jeweils zugrundeliegenden Sachverhalt und die Voraussetzungen f&uuml;r die Antragstellung bzw. Aus&uuml;bung des Wahlrechts seien bereits vor Ergehen der letztinstanzlichen Entscheidung bekannt gewesen und h&auml;tten deshalb im rechtskr&auml;ftig abgeschlossenen Verfahren ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen und m&uuml;ssen. Es liege zudem ein Verfahrensfehler vor. Das FG h&auml;tte die Einspruchsentscheidung nicht isoliert aufheben d&uuml;rfen. Ein besonderes Interesse der Kl&auml;ger an der isolierten Aufhebung habe nicht bestanden. Den Kl&auml;gern sei auch durch die Einspruchsentscheidung keine Tatsacheninstanz genommen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG K&ouml;ln vom 1.&nbsp;Oktober 2015&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;3544\/11 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie verweisen darauf, den Antrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 EStG bereits in der Klageschrift gestellt zu haben. Dieser h&auml;tte sich aber bis zum Ergehen des BFH-Urteils nicht ausgewirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat im Ausgangspunkt zutreffend erkannt, dass das FA den Einspruch der Kl&auml;ger gegen den nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO neu bekannt gegebenen Steuerbescheid nicht als unzul&auml;ssig verwerfen durfte. Mit diesem Inhalt kann das Urteil Bestand haben (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO). Der nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO bekannt gegebene Steuerbescheid ist mit dem Einspruch anfechtbar (1.). Der Einspruch der Kl&auml;ger war auch im &Uuml;brigen zul&auml;ssig (2.). Das FG hat auch zu Recht die Einspruchsentscheidung isoliert aufgehoben (3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO neu bekannt gegebene Steuerbescheid ist mit dem Einspruch anfechtbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO kann das Gericht die &Auml;nderung des Verwaltungsakts durch Angabe der zu Unrecht ber&uuml;cksichtigten oder nicht ber&uuml;cksichtigten tats&auml;chlichen oder rechtlichen Verh&auml;ltnisse so bestimmen, dass die Beh&ouml;rde den Betrag auf Grund der Entscheidung errechnen kann, falls die Ermittlung des festzusetzenden oder festzustellenden Betrags einen nicht unerheblichen Aufwand erfordert. In diesem Fall teilt die Beh&ouml;rde den Beteiligten das Ergebnis der Neuberechnung unverz&uuml;glich formlos mit (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Halbsatz FGO). Nach Rechtskraft der Entscheidung ist der Verwaltungsakt mit dem ge&auml;nderten Inhalt neu bekannt zu geben (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO neu bekannt gegebene Steuerbescheid ist ein Verwaltungsakt i.S. des &sect;&nbsp;118 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO). Er kann mit dem Einspruch (&sect;&nbsp;347 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO) und ggf. mit der (Anfechtungs-)Klage (&sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 FGO) angefochten werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Mai 2011 I&nbsp;R&nbsp;67\/10, BFH\/NV 2012, 6, unter II.1.b; vom 18.&nbsp;November 2004 V&nbsp;R&nbsp;37\/03, BFHE 208, 98, BStBl II 2005, 217, unter II.2.b&nbsp;bb; Gr&auml;ber\/ Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;100 Rz&nbsp;46&nbsp;f.; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;100 FGO Rz&nbsp;97; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;100 FGO Rz&nbsp;33; Schmidt-Troje in Beermann\/Gosch, FGO, &sect;&nbsp;100 Rz&nbsp;77; Wagner in K&uuml;hn\/v.&nbsp;Wedelst&auml;dt, 21.&nbsp;Aufl., FGO &sect;&nbsp;100 Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Einspruch der Kl&auml;ger war auch im &Uuml;brigen zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;ger haben den Bescheid vom 22.&nbsp;Juli 2011 form- und fristgerecht mit dem Einspruch angefochten. Das Einspruchsschreiben der Kl&auml;ger datiert vom 27.&nbsp;Juli 2011 und ging noch am selben Tag beim FA ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;ger haben auch eine Beschwer geltend gemacht. Wird ein nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO neu bekannt gegebener Steuerbescheid mit einem Rechtsbehelf angefochten, kann er im Rechtsbehelfsverfahren nur insoweit &uuml;berpr&uuml;ft werden, als die Rechtskraft des vorangegangenen Urteils (&sect;&nbsp;110 FGO) einer solchen Pr&uuml;fung nicht entgegensteht (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 6, unter II.1.c; Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect;&nbsp;100 Rz&nbsp;47; Schmidt-Troje in Beermann\/Gosch, a.a.O., &sect;&nbsp;100 Rz&nbsp;77). Nach &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 FGO bleiben die Vorschriften der Abgabenordnung und anderer Steuergesetze &uuml;ber die R&uuml;cknahme, Widerruf, Aufhebung und &Auml;nderung von Verwaltungsakten sowie &uuml;ber die Nachforderung von Steuern unber&uuml;hrt, soweit sich aus Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Vorschrift nichts anderes ergibt. Nach Ma&szlig;gabe dieser Vorschrift muss das FA im Rahmen eines ansonsten zul&auml;ssigen Einspruchs gegen einen nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz FGO neu bekannt gegebenen Steuerbescheid auch pr&uuml;fen, ob Umst&auml;nde eine &Auml;nderung des Bescheids gebieten, denen die materielle Rechtskraft des Urteils nicht entgegensteht. Macht der Steuerpflichtige schl&uuml;ssig geltend, es l&auml;gen solche Umst&auml;nde vor, liegt darin eine Beschwer, die zur Zul&auml;ssigkeit des Einspruchs f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So liegt es im Streitfall. Mit dem Begehren auf Anwendung der Tariferm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;34 EStG und dem Widerruf des Antrags, vom Verlustr&uuml;cktrag abzusehen, machen die Kl&auml;ger zugleich geltend, diesen &Auml;nderungen stehe die Rechtskraft des BFH-Urteils nicht entgegen. Darin liegt eine denkbare Beschwer, &uuml;ber die das FA zur Sache entscheiden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der vom FA ger&uuml;gte Verfahrensmangel (unzul&auml;ssige isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung) liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO hebt das Gericht im Regelfall den Verwaltungsakt&nbsp;&nbsp;&nbsp;und&nbsp;&nbsp;&nbsp;die Entscheidung &uuml;ber den au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf auf. Ausnahmsweise ist von dieser Vorschrift aber auch die isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung gedeckt, wenn nur sie rechtswidrig ist und den Kl&auml;ger beschwert. Voraussetzung f&uuml;r die isolierte Aufhebung der Rechtsbehelfsentscheidung ist in F&auml;llen der Anfechtungsklage &uuml;berdies, dass die Kl&auml;ger einen entsprechenden &#8211;eingeschr&auml;nkten&#8211; Antrag gestellt haben. Ansonsten ist das Gericht gehalten, den Klageantrag auszusch&ouml;pfen; es ist an das vom Kl&auml;ger zu bestimmende Klagebegehren gebunden und kann nicht von sich aus seine Entscheidung auf die Aufhebung der Einspruchsentscheidung beschr&auml;nken (einhellige Auffassung, vgl. BFH-Urteile vom 7.&nbsp;Juli 1976 I&nbsp;R&nbsp;66\/75, BFHE 119, 368, BStBl II 1976, 680, unter II.1.a; vom 19.&nbsp;Mai 1998 I&nbsp;R&nbsp;44\/97, juris, unter II.1., m.w.N.; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 V&nbsp;R&nbsp;17\/06, juris, unter II.1.b; Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect;&nbsp;100 Rz&nbsp;21; Gr&auml;ber\/Levedag, a.a.O., &sect;&nbsp;44 Rz&nbsp;45&nbsp;f.; Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;44 FGO Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) So verh&auml;lt es sich im Streitfall. Die Kl&auml;ger haben im erstinstanzlichen Verfahren ausdr&uuml;cklich beantragt, nur die Einspruchsentscheidung aufzuheben. Die Kl&auml;ger sind auch nur durch die Einspruchsentscheidung beschwert. Denn das FA hat den Einspruch zu Unrecht als unzul&auml;ssig verworfen und nicht gepr&uuml;ft, ob der &Auml;nderungsbescheid die Vorgaben des rechtskr&auml;ftigen BFH-Urteils in BFHE 232, 463, BStBl II 2011, 540 zutreffend umsetzt. Diese Beschwer kann nur durch Aufhebung der Einspruchsentscheidung beseitigt werden (vgl. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;66\/07, BFHE 223, 317, BStBl II 2009, 185, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Durch die Aufhebung der Einspruchsentscheidung ist das Verfahren in den Stand vor Erlass der Einspruchsentscheidung zur&uuml;ckversetzt. Bei dieser Rechtslage braucht der Senat zu den im Streit stehenden Rechtsfragen nicht Stellung zu nehmen. Lediglich zur Vermeidung eines weiteren Rechtszugs weist der Senat auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &Uuml;bertr&auml;gt das Gericht nach Aufhebung der Vorentscheidung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO die Berechnung der Steuer auf das FA, hat dieses unter Au&szlig;erachtlassung der zu Unrecht ber&uuml;cksichtigten und unter Ber&uuml;cksichtigung der zu Unrecht nicht ber&uuml;cksichtigten tats&auml;chlichen oder rechtlichen Verh&auml;ltnisse die Steuer neu zu berechnen. Das bedeutet, dass das FA die in jenem Urteil enthaltenen Vorgaben vollst&auml;ndig und rechnerisch zutreffend umzusetzen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dar&uuml;ber hinaus muss das Finanzamt pr&uuml;fen, ob Umst&auml;nde geltend gemacht worden sind, die eine &Auml;nderung des nach &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz neu bekannt gegebenen Bescheids gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;2 FGO rechtfertigen, weil ihnen die Rechtskraft des Urteils nicht entgegensteht. Dazu hat das FA den Umfang der Rechtskraft des Urteils zu bestimmen (&sect;&nbsp;110 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Rechtskraft einer gerichtlichen Entscheidung bezieht sich auf den Sach- und Rechtsstand im Zeitpunkt ihres Ergehens. Jedenfalls tats&auml;chliche Ver&auml;nderungen, die erst nach diesem Zeitpunkt eintreten, unterliegen nicht der Bindungswirkung, weil die Entscheidung nicht auf ihnen beruhen kann (vgl. Gr&auml;ber\/Ratschow, a.a.O., &sect;&nbsp;110 Rz&nbsp;16; Lange in HHSp, &sect;&nbsp;110 FGO Rz&nbsp;41). Aber nicht jede nachtr&auml;gliche &Auml;nderung der Sachlage rechtfertigt eine Durchbrechung der Rechtskraft. Der Senat neigt zu der Auffassung, dass Umst&auml;nde, die das Gericht bei seiner Entscheidung h&auml;tte ber&uuml;cksichtigen k&ouml;nnen, die es jedoch bewusst (z.B. wegen Verletzung von Mitwirkungspflichten) oder unbewusst (z.B. weil sie nicht vorgetragen und deshalb nicht bekannt waren) nicht zugrunde gelegt hat, nicht zum Gegenstand einer erneuten Entscheidung in derselben Sache gemacht werden k&ouml;nnen; sie k&ouml;nnen allenfalls in engen Grenzen zur Wiederaufnahme des Verfahrens (&sect;&nbsp;134 FGO) f&uuml;hren (vgl. Gr&auml;ber\/Ratschow, a.a.O., &sect;&nbsp;110 Rz&nbsp;18; a.A. Seer in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;110 FGO Rz&nbsp;16, 20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Sowohl die von den Kl&auml;gern begehrte Anwendung des &sect;&nbsp;34 EStG als auch der nach Rechtskraft der Entscheidung begehrte Widerruf des Antrags, vom Verlustr&uuml;cktrag abzusehen, beruhen in tats&auml;chlicher Hinsicht nicht auf nachtr&auml;glich ver&auml;nderten Umst&auml;nden, sondern auf Tatsachen, die bis zum rechtskr&auml;ftigen Abschluss des Verfahrens Gegenstand der Klage h&auml;tten sein k&ouml;nnen und m&uuml;ssen. Da jedoch alle Beteiligten davon ausgehen, dass zumindest die Tariferm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;34 EStG zu Unrecht versagt worden ist, kann dieser Situation durch einen in diesem Verfahren nicht gegenst&auml;ndlichen Billigkeitserlass (&sect;&nbsp;227 AO) begegnet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.3.2017, IX R 47\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.080317.IXR47.15.0 Anfechtung eines nach &sect; 100 Abs. 2 Satz 3&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz FGO neu bekannt gegebenen Bescheids &#8211; isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung &#8211; Rechtskraft einer gerichtlichen Entscheidung Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 1. Oktober 2015&nbsp;&nbsp;4 K 3544\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-47-15-anfechtung-eines-nach-par-100-abs-2-satz-3-2-halbsatz-fgo-neu-bekannt-gegebenen-bescheids-isolierte-aufhebung-der-einspruchsentscheidung-rechtskraft-einer-gerichtlichen-entscheidung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;47\/15 &#8211; Anfechtung eines nach &sect; 100 Abs. 2 Satz 3&nbsp;&nbsp;2. 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