{"id":67374,"date":"2017-06-12T18:10:49","date_gmt":"2017-06-12T16:10:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67374"},"modified":"2017-06-12T18:10:49","modified_gmt":"2017-06-12T16:10:49","slug":"ix-r-52-14-aufwendungen-fuer-ein-gemischt-genutztes-haeusliches-arbeitszimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-52-14-aufwendungen-fuer-ein-gemischt-genutztes-haeusliches-arbeitszimmer\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;52\/14 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r ein gemischt genutztes h&auml;usliches Arbeitszimmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.3.2017, IX R 52\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.080317.IXR52.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen f&uuml;r ein gemischt genutztes h&auml;usliches Arbeitszimmer<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 12. Februar 2014&nbsp;&nbsp;5 K 1251\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht N&uuml;rnberg zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten um den Abzug von Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2010 Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb (Beteiligungseink&uuml;nfte), aus Kapitalverm&ouml;gen, aus Vermietung und Verpachtung sowie sonstige Eink&uuml;nfte bez&uuml;glich Renten und Versorgungsbez&uuml;gen sowie Containervermietung. Der Kl&auml;ger vermietete zwei Wohnungen im 1. und 2.&nbsp;Obergeschoss des in seinem Eigentum stehenden Objekts Z-Stra&szlig;e in A. Das Erdgeschoss des Objekts nutzte er zu eigenen Wohnzwecken. Au&szlig;erdem vermietete der Kl&auml;ger eine Wohnung in der X-Stra&szlig;e, die von einer Hausverwaltung betreut wurde. Hinsichtlich der Verwaltung seines Kapitalverm&ouml;gens hatte der Kl&auml;ger verschiedene Verm&ouml;gensverwaltungsabteilungen bei Kreditinstituten beauftragt. Im Erdgeschoss des Objekts Z-Stra&szlig;e in A befindet sich ein 29&nbsp;qm gro&szlig;es Zimmer; es ist b&uuml;rom&auml;&szlig;ig ausgestattet mit Schreibtisch und Regalen, Telefon, Fax und Kopierer und dient insbesondere der Aufbewahrung s&auml;mtlicher Bank-, Versicherungs-, Vermietungs- und Steuerunterlagen des Kl&auml;gers. Nach seinen Angaben nutzte der Kl&auml;ger das Zimmer zu 50&nbsp;% zur Verwaltung seines Kapitalverm&ouml;gens und zu 50&nbsp;% zur Verwaltung der Mietverh&auml;ltnisse und Mietobjekte sowie zur sonstigen Verm&ouml;gensverwaltung.<br \/>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2010 erkl&auml;rte der Kl&auml;ger im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung Aufwendungen f&uuml;r das Zimmer als Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer in H&ouml;he von insgesamt 3.445&nbsp;EUR. Zudem machte er Aufwendungen f&uuml;r eine Leuchte in H&ouml;he von 43&nbsp;EUR geltend. Mit Einkommensteuerbescheid 2010 vom 19.&nbsp;April 2012 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einkommensteuer ohne Ber&uuml;cksichtigung der Aufwendungen f&uuml;r das Zimmer in H&ouml;he von 3.489&nbsp;EUR fest. Der dagegen eingelegte Einspruch blieb mit Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;Juli 2012 erfolglos. Am 11.&nbsp;Juli 2012 erging aus nicht streitigen Gr&uuml;nden ein &Auml;nderungsbescheid. Die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen wurden nach &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) besteuert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 12.&nbsp;Februar 2014 als unbegr&uuml;ndet ab. Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer k&ouml;nnten nur ber&uuml;cksichtigt werden, wenn dieses f&uuml;r die T&auml;tigkeit erforderlich sei. Dies folge zwar nicht unmittelbar aus dem Wortlaut des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG, aber aus dem Sinnzusammenhang der Regelungen zur Abzugsf&auml;higkeit eines Arbeitszimmers. Der Kl&auml;ger verwalte nur zwei Mietwohnungen selbst. Daf&uuml;r sei ein Arbeitszimmer nicht erforderlich. Auf die Frage, ob die Aufwendungen f&uuml;r das Arbeitszimmer in einen privat und in einen beruflich veranlassten Teil aufzuteilen seien, komme es angesichts der mangelnden Erforderlichkeit des Arbeitszimmers nicht an. Selbst bei Einbeziehung der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in die Betrachtung der Erforderlichkeit ergebe sich kein anderes Ergebnis. Denn die Verwaltung des Kapitalverm&ouml;gens sei teilweise auf Verm&ouml;gensverwaltungsabteilungen bei Kreditinstituten &uuml;bertragen worden, so dass auch f&uuml;r diese T&auml;tigkeit kein Arbeitszimmer notwendig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz 1 Nr.&nbsp;6b EStG. F&uuml;r die Anerkennung von Werbungskosten reiche die Veranlassung durch die Eink&uuml;nfteerzielung. Es m&uuml;sse ein objektiver Zusammenhang mit den steuerpflichtigen Einnahmen bestehen und die Aufwendungen m&uuml;ssten subjektiv zur Einnahmeerzielung get&auml;tigt werden. Es komme nicht darauf an, ob sie notwendig, zweckm&auml;&szlig;ig, wirtschaftlich oder &uuml;blich seien. Soweit die gesetzlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG erf&uuml;llt seien, sei f&uuml;r den Werbungskostenabzug nicht auf eine objektive Erforderlichkeit abzustellen. Soweit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung stehe, seien die Aufwendungen f&uuml;r ein Arbeitszimmer im Rahmen des H&ouml;chstbetrags daher abziehbar. Zudem sei f&uuml;r ihn die Nutzung des Arbeitszimmers sowohl subjektiv als auch objektiv erforderlich. Obwohl bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen Werbungskosten nicht abgezogen werden k&ouml;nnen, sei die 50%-ige Nutzung des Arbeitszimmers zur Verwaltung des Kapitalverm&ouml;gens als Nutzung f&uuml;r berufliche\/betriebliche Zwecke anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das Urteil des FG vom 12.&nbsp;Februar 2014&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;1251\/12 und die Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;Juli 2012 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2010 vom 11.&nbsp;Juli 2012 dahingehend zu &auml;ndern, dass die geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer in H&ouml;he von 3.489&nbsp;EUR im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung mindernd ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesichtspunkt der Erforderlichkeit sei auch bei Vorliegen der grunds&auml;tzlichen Voraussetzungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer zu beachten. Das Arbeitszimmer sei hier nicht notwendig gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Den Feststellungen des FG l&auml;sst sich nicht entnehmen, ob der vom Kl&auml;ger genutzte Raum unter den Typusbegriff des &quot;h&auml;uslichen Arbeitszimmers&quot; f&auml;llt oder ob ein gemischt genutzter Raum vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;1 EStG in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten abziehen. Dies gilt nach Satz&nbsp;2 der Vorschrift nicht, wenn f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung steht. In diesem Fall wird die H&ouml;he der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250&nbsp;EUR begrenzt (Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;1). Die Beschr&auml;nkung der H&ouml;he nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung bildet (Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) H&auml;usliches Arbeitszimmer i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG ist ein Raum, der seiner Ausstattung nach der Erzielung von Einnahmen dient und ausschlie&szlig;lich oder nahezu ausschlie&szlig;lich zur Erzielung von Eink&uuml;nften genutzt wird. Ein h&auml;usliches Arbeitszimmer ist seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Steuerpflichtigen eingebunden und dient vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder -organisatorischer Arbeiten. Ein solcher Raum ist typischerweise mit B&uuml;rom&ouml;beln eingerichtet, wobei der Schreibtisch regelm&auml;&szlig;ig das zentrale M&ouml;belst&uuml;ck ist. Entspricht ein Raum nach seinem &auml;u&szlig;eren Bild durch seine Einrichtung mit B&uuml;rom&ouml;beln dem Typus des Arbeitszimmers, muss er &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; &uuml;berdies (nahezu) ausschlie&szlig;lich zur Erzielung von Eink&uuml;nften genutzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufwendungen f&uuml;r gemischt genutzte R&auml;ume, die in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Steuerpflichtigen eingebunden sind und die sowohl zur Erzielung von Eink&uuml;nften als auch in mehr als nur untergeordnetem Umfang zu privaten Zwecken genutzt werden, sind hingegen insgesamt auch nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG nicht abziehbar (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27.&nbsp;Juli 2015 GrS&nbsp;1\/14, BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265, unter D.2.b; BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Februar 2016 IX&nbsp;R&nbsp;23\/12, BFH\/NV 2016, 912, unter II.1., m.w.N.; jeweils vom 17.&nbsp;Februar 2016 X&nbsp;R&nbsp;1\/13, BFH\/NV 2016, 913, und X&nbsp;R&nbsp;32\/11, BFHE 253, 148, BStBl II 2016, 708).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Regelung bestimmt dabei abschlie&szlig;end, unter welchen Voraussetzungen und in welcher H&ouml;he Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer abziehbar sind (vgl. Georg, Deutsches Steuerrecht 2016, 1353, 1354; Kanzler, Neue Wirtschafts-Briefe 2016, 1071, unter I.5.). Weitere Voraussetzungen hinsichtlich der Abzugsf&auml;higkeit der Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer regelt das Gesetz nicht. Die Erforderlichkeit ist kein Merkmal des Abzugstatbestands. Der Gesetzgeber typisiert in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG die Abzugsvoraussetzungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer, in dem er die Abzugsm&ouml;glichkeit auf die zwei im Gesetz genannten Fallgruppen (kein anderer Arbeitsplatz, Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung) begrenzt. Der Steuerpflichtige ist in den vom Gesetz genannten Fallgruppen auf einen h&auml;uslichen Arbeitsplatz angewiesen, weshalb das Gesetz typisierend davon ausgeht, dass die Aufwendungen hierf&uuml;r (nahezu) ausschlie&szlig;lich betrieblich\/beruflich veranlasst sind, obwohl auch in diesen F&auml;llen eine private Nutzung des Raums nicht &uuml;berpr&uuml;ft und damit nicht ausgeschlossen werden kann (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265, Rz&nbsp;61; vgl. auch Urban, Deutsche Steuer-Zeitung &#8211;DStZ&#8211; 2016, 747, 748). Den in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG angesprochenen Fallgruppen liegt daher die gesetzgeberische &Uuml;berlegung zugrunde, dass die Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer in diesen F&auml;llen erforderlich sind (vgl. Heger, Der Betrieb 2016, 249, 250).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Gesetz verwendet aber den Begriff der Erforderlichkeit oder Notwendigkeit nicht. Vielmehr typisiert es mit den beiden genannten Fallgruppen die Erforderlichkeit der beruflichen oder betrieblichen Nutzung des Arbeitszimmers, ohne den Begriff der Erforderlichkeit in Gestalt eines unbestimmten Rechtsbegriffs zu einem Tatbestandsmerkmal zu machen (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 1996 VI&nbsp;R&nbsp;47\/96, BFHE 181, 305, BStBl II 1997, 68, unter 2.b). Ein zus&auml;tzliches ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal der Erforderlichkeit f&uuml;r die beiden F&auml;lle, in denen die Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer &uuml;berhaupt nur abzugsf&auml;hig sind, folgt daher weder aus dem Gesetzeswortlaut noch aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung. Denn mit den beiden in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG geregelten Fallgruppen sollen gerade Streitigkeiten &uuml;ber die Notwendigkeit eines Arbeitszimmers vermieden werden (BTDrucks 13\/1686, S.&nbsp;16, BRDrucks 171\/2\/95, S.&nbsp;36; a.A. Hessisches FG vom 21.&nbsp;November 2000&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;1005\/00, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2001, 489, rechtskr&auml;ftig; FG N&uuml;rnberg vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2012&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;308\/11, juris, rechtskr&auml;ftig, unter 1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat rechtsfehlerhaft die Erforderlichkeit des Arbeitszimmers f&uuml;r die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als ma&szlig;gebend erachtet. Sein Urteil ist deshalb aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat keine Feststellungen dazu getroffen, in welchem Umfang der in Rede stehende Raum zur Erzielung von Eink&uuml;nften genutzt wird oder ob eine sch&auml;dliche private (Mit-)Nutzung vorliegt. Derartige Feststellungen obliegen aber dem FG als Tatsachengericht und sind zur Entscheidung des Falls erforderlich (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2016 VI&nbsp;R&nbsp;86\/13, BFHE 256, 150; Urban, DStZ 2016, 747, 750; Neufang, Die Steuerberatung 2016, 142, 143, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kommt das FG unter Beachtung der gesetzlichen Regelungen zur Darlegungs- und Beweislast zu dem Ergebnis, dass die Verwaltung der privat genutzten Immobilie und die sonstigen privaten T&auml;tigkeiten des Kl&auml;gers in dem streitigen Raum im Verh&auml;ltnis zur steuerrelevanten Nutzung des Arbeitszimmers als untergeordnet einzustufen sind und der Raum ausschlie&szlig;lich oder nahezu ausschlie&szlig;lich zur Erzielung von steuerbaren Einnahmen genutzt worden ist, sind die Aufwendungen f&uuml;r das streitige Zimmer als h&auml;usliches Arbeitszimmer sowie als Arbeitsmittel zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kommt das FG hingegen zu dem Ergebnis, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Nutzung des Arbeitszimmers auf die Verwaltung der eigengenutzten Immobilie oder f&uuml;r andere private T&auml;tigkeiten (z.B. Erledigung privater Korrespondenz, Aufbewahrung privater Unterlagen) entf&auml;llt, scheidet nach den Grunds&auml;tzen der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265 ein Abzug der Aufwendungen mangels Vorliegen eines h&auml;uslichen Arbeitszimmers sowie wegen gemischter Nutzung der Arbeitsmittel aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sofern der Kl&auml;ger nach den im zweiten Rechtsgang zu treffenden Feststellungen des FG mehrere eink&uuml;nfterelevante T&auml;tigkeiten im Arbeitszimmer nebeneinander aus&uuml;bt, sind die Aufwendungen f&uuml;r den streitigen Raum, sofern es sich nach den o.g. Grunds&auml;tzen &uuml;berhaupt um ein ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higes Arbeitszimmer handelt, entsprechend dem Nutzungsumfang den darin ausge&uuml;bten T&auml;tigkeiten zuzuordnen. Liegt der Mittelpunkt der steuerbaren Bet&auml;tigungen nicht im h&auml;uslichen Arbeitszimmer, steht f&uuml;r einzelne T&auml;tigkeiten jedoch kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung, k&ouml;nnen die Aufwendungen bis zur H&ouml;he von 1.250&nbsp;EUR abgezogen werden. Dabei sind die Aufwendungen f&uuml;r das Arbeitszimmer entsprechend dem Nutzungsumfang den darin ausge&uuml;bten T&auml;tigkeiten zuzuordnen und ggf. im Sch&auml;tzungsweg aufzuteilen. Die Abzugsm&ouml;glichkeit oder Abzugsbegrenzung ist f&uuml;r jede T&auml;tigkeit selbst&auml;ndig zu pr&uuml;fen. Soweit der Kostenabzug f&uuml;r eine oder mehrere T&auml;tigkeiten m&ouml;glich ist, kann der Steuerpflichtige diese anteilig insgesamt bis zum H&ouml;chstbetrag abziehen (vgl. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;Dezember 2004 XI&nbsp;R&nbsp;13\/04, BFHE 208, 239, BStBl II 2005, 344; vom 3.&nbsp;August 2005 XI&nbsp;R&nbsp;42\/02, BFH\/NV 2006, 504, unter II.3.; vom 18.&nbsp;August 2005 VI&nbsp;R&nbsp;39\/04, BFHE 211, 447, BStBl II 2006, 428; vom 16.&nbsp;Juli 2014 X&nbsp;R&nbsp;49\/11, BFH\/NV 2015, 177, unter II.3.; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011, BStBl I 2011, 195, Rz.&nbsp;20; Schmidt\/Heinicke, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;598).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.3.2017, IX R 52\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.080317.IXR52.14.0 Aufwendungen f&uuml;r ein gemischt genutztes h&auml;usliches Arbeitszimmer Tenor Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts N&uuml;rnberg vom 12. Februar 2014&nbsp;&nbsp;5 K 1251\/12 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht N&uuml;rnberg zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-52-14-aufwendungen-fuer-ein-gemischt-genutztes-haeusliches-arbeitszimmer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;52\/14 &#8211; Aufwendungen f&uuml;r ein gemischt genutztes h&auml;usliches Arbeitszimmer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67374"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67374\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}