{"id":67389,"date":"2017-07-01T08:20:36","date_gmt":"2017-07-01T06:20:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67389"},"modified":"2017-07-01T08:22:47","modified_gmt":"2017-07-01T06:22:47","slug":"x-r-45-14-betriebsaufspaltung-bei-uebertragung-von-gesellschaftsanteilen-unter-vorbehaltsniessbrauch-bestimmter-sachverhalt-und-anforderungen-an-die-kenntnis-is-des-par-174-abs-4-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-45-14-betriebsaufspaltung-bei-uebertragung-von-gesellschaftsanteilen-unter-vorbehaltsniessbrauch-bestimmter-sachverhalt-und-anforderungen-an-die-kenntnis-is-des-par-174-abs-4-ao\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;45\/14 &#8211; Betriebsaufspaltung bei &Uuml;bertragung von Gesellschaftsanteilen unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch; bestimmter Sachverhalt und Anforderungen an die Kenntnis i.S. des &sect; 174 Abs. 4 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.1.2017, X R 45\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.250117.XR45.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Betriebsaufspaltung bei &Uuml;bertragung von Gesellschaftsanteilen unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch; bestimmter Sachverhalt und Anforderungen an die Kenntnis i.S. des &sect; 174 Abs. 4 AO<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 28. April 2014&nbsp;&nbsp;10 K 1811\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war urspr&uuml;nglich Eigent&uuml;mer zweier Grundst&uuml;cke, die er an eine GmbH vermietete, an der er zu 64,99&nbsp;% beteiligt war. Die Beteiligten behandelten dies &uuml;bereinstimmend als Betriebsaufspaltung, so dass der Kl&auml;ger aus der Vermietung gewerbliche Eink&uuml;nfte erzielte und die GmbH-Anteile zu seinem Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;rten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Wirkung zum 31.&nbsp;Dezember 2002 &uuml;bertrug der Kl&auml;ger 15&nbsp;% der GmbH-Anteile an seinen Sohn S, behielt sich allerdings auf Lebenszeit den Nie&szlig;brauch an diesen Anteilen vor. S verpflichtete sich, dem Kl&auml;ger f&uuml;r die Dauer des Nie&szlig;brauchsrechts sowohl sein Recht auf Teilnahme an den Gesellschafterversammlungen als auch sein Stimmrecht zu &uuml;berlassen. Er bevollm&auml;chtigte den Kl&auml;ger unwiderruflich, alle mit dem Gesch&auml;ftsanteil verbundenen Ladungen zu Gesellschafterversammlungen entgegenzunehmen und sein Stimmrecht in den Gesellschafterversammlungen auszu&uuml;ben. Dieses Stimmrecht unterlag keiner Beschr&auml;nkung oder Weisung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der &Uuml;bertragungsvertrag ist Anfang 2003 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingereicht worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 20.&nbsp;September 2004 ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger die beiden Grundst&uuml;cke an die GmbH. Besitz, Nutzungen, Lasten und Gefahr hieran gingen am 30.&nbsp;September 2004 auf die GmbH &uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2004 gab der Kl&auml;ger einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn aus dem Verkauf der beiden Grundst&uuml;cke in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR an. Hinsichtlich der GmbH-Anteile ging der Kl&auml;ger von einer &Uuml;berf&uuml;hrung in sein Privatverm&ouml;gen zu Buchwerten aus. Das FA veranlagte erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer steuerlichen Au&szlig;enpr&uuml;fung, die neben dem Streitjahr auch das Jahr der &Uuml;bertragung des Anteils an der GmbH-Beteiligung betraf, vertrat der Pr&uuml;fer des FA die Ansicht, bereits mit dieser &Uuml;bertragung auf S sei die Betriebsaufspaltung beendet worden. Er ermittelte einen Betriebsaufgabegewinn in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR, der die stillen Reserven sowohl der Grundst&uuml;cke als auch der GmbH-Beteiligung des Kl&auml;gers umfasste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA erlie&szlig; am 7.&nbsp;August 2008 einen entsprechenden &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Jahr 2002 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr &auml;nderte das FA nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO insoweit, als es den Gewinn aus dem Verkauf der Grundst&uuml;cke nicht mehr ber&uuml;cksichtigte. Den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung hob das FA auf. Daneben gab es einen ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags auf den 31.&nbsp;Dezember 2004 bekannt. Dieser stellte keinen verbleibenden Verlustvortrag mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der gegen den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2002 eingelegte Einspruch hatte Erfolg. Das FA &auml;nderte durch Bescheid vom 26.&nbsp;Februar 2009 diese Einkommensteuerfestsetzung und ber&uuml;cksichtigte im Veranlagungszeitraum 2002 keinen Betriebsaufgabegewinn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anschlie&szlig;end &auml;nderte es mit Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2009 auch die Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr und setzte f&uuml;r diesen Veranlagungszeitraum den Betriebsaufgabegewinn an. Das FA verwies auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO als Korrekturnorm. Den verbleibenden Verlustvortrag stellte es auf 0&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Einspruchsverfahren gegen den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2004 vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2009 sowie gegen den ge&auml;nderten Verlustfeststellungsbescheid blieb erfolglos. Der Kl&auml;ger erhob anschlie&szlig;end Klage, die sich gegen die &Auml;nderung beider Bescheide richtete. Das Finanzgericht (FG) wies diese Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1797 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab. Dabei begr&uuml;ndete es, obwohl im Rubrum beide Streitgegenst&auml;nde genannt waren, lediglich die Klageabweisung in Bezug auf die Einkommensteuerfestsetzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der im Rubrum sowohl die Einkommensteuerfestsetzung als auch die Verlustfeststellung zum 31.&nbsp;Dezember 2004 benennenden Revision macht der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts geltend, wobei sich sein Vortrag auf die Einkommensteuerfestsetzung des Streitjahres beschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA habe fehlerhaft angenommen, die Betriebsaufspaltung sei bereits durch die &Uuml;bertragung der Gesellschaftsanteile unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch beendet worden. Dies habe es sp&auml;ter erkannt und sei folglich zu seiner urspr&uuml;nglich richtigen Rechtsansicht zur&uuml;ckgekehrt. Fehlerhaft habe das FA jedoch den bereits bestandskr&auml;ftig gewordenen Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr ge&auml;ndert. Dieser Bescheid ber&uuml;cksichtige zwar die Beendigung der Betriebsaufspaltung aufgrund des Verkaufs der zwei Grundst&uuml;cke an die GmbH nicht. Jedoch sei dem FA insoweit kein Irrtum unterlaufen, weil es diesen Sachverhalt aufgrund der Beendigung der Betriebsaufspaltung bereits im Jahr 2002 nicht in seine Pr&uuml;fung einbezogen habe. Es habe also hinsichtlich der Beurteilung der Rechtslage im Streitjahr nicht irren k&ouml;nnen und dies auch tats&auml;chlich nicht getan. Nichts Anderes gelte f&uuml;r den Betriebspr&uuml;fer, der angegeben habe, die Tatsache des Nie&szlig;brauchsvorbehalts nicht gekannt zu haben. Habe er diese Tatsache nicht gekannt, so habe er auch insoweit nicht irren k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unabh&auml;ngig von der Frage nach dem Vorliegen einer &quot;irrigen Beurteilung&quot; sei das im Rahmen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz 1 AO notwendige Tatbestandsmerkmal des &quot;bestimmten Sachverhalts&quot; nicht erf&uuml;llt. Vorliegend seien n&auml;mlich zwei Sachverhalte zu beurteilen. Schlie&szlig;lich enthielte der Tatbestand des Fortfalls der sachlichen Verflechtung nicht auch den Fortfall der personellen Verflechtung als Tatbestandsmerkmal. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14.&nbsp;Januar 2010 IV&nbsp;R&nbsp;55\/07 (BFH\/NV 2010, 1075) komme es auf den jeweils einzelnen Lebenssachverhalt an. Auch sei das von der Rechtsprechung entwickelte Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung kein bestimmter Sachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sofern dies vom Senat anders gesehen werde, sei der Kl&auml;ger hilfsweise korrekt zu bescheiden. Da er nicht habe erkennen m&uuml;ssen, dass Jahre sp&auml;ter eine h&ouml;here Einkommensteuerschuld zu begleichen gewesen sei, er aber seiner urspr&uuml;nglichen Zahlungsverpflichtung nachgekommen sei, verbiete es sich, die Einkommensteuernachforderung, die sich aus der &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ergebe, zu verzinsen. Die Beschwer des Kl&auml;gers im Revisionsverfahren ergebe sich schon daraus, dass die Zinsfestsetzung im angefochtenen Bescheid mitenthalten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das FG-Urteil, die Einspruchsentscheidung vom 22.&nbsp;Mai 2012 und den ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2004 vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2009 aufzuheben,<br \/>hilfsweise,<br \/>den Zinsbescheid zur Einkommensteuer 2004 vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2009 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erst im Rahmen des Einspruchsverfahrens gegen den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2002 vom 7.&nbsp;August 2008 habe das FA die Rechtserheblichkeit der Beendigung der sachlichen Verflechtung zum 30.&nbsp;September 2004 erkannt. Die vorliegende Einheitlichkeit des Lebenssachverhalts und das Interesse an einer &uuml;bereinstimmenden steuerlichen Beurteilung gingen dem Vertrauen des Kl&auml;gers auf die Bestandskraft der Einkommensteuerfestsetzung des Streitjahres vor. Somit habe das FA nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr korrigieren d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch sei unter dem Begriff des &quot;bestimmten Sachverhalts&quot; ein Sachverhaltskomplex zu verstehen, der alle Sachverhaltselemente umfasse, zwischen denen ein innerer Zusammenhang bestehe (so auch BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Februar 2015 V&nbsp;R&nbsp;38\/13, BFHE 248, 504, BStBl II 2017, 31). Vorliegend bestehe der Sachverhaltskomplex der Betriebsaufspaltung aus den beiden Elementen der personellen und der sachlichen Verflechtung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Keinen Erfolg k&ouml;nne der Hilfsantrag haben. Zum einen fehle es an der Durchf&uuml;hrung eines Vorverfahrens in Bezug auf die Zinsfestsetzung. Folglich sei diese nicht Gegenstand des angefochtenen FG-Urteils. &sect;&nbsp;233a AO schaffe dar&uuml;ber hinaus unabh&auml;ngig vom Grund der &Auml;nderung die Grundlage f&uuml;r eine Verzinsung und sei nicht unbillig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Soweit sich die Revision auch gegen die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs zur Einkommensteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2004 und &#8211;hilfsweise&#8211; gegen die Zinsfestsetzung vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2009 richtet, ist sie unzul&auml;ssig und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;1 FGO richtet sich die Revision gegen das Urteil eines FG. Sie kann gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz 1 FGO nur darauf gest&uuml;tzt werden, dass das angefochtene Urteil auf der Verletzung von Bundesrecht beruhe. Entsprechend dem Klageantrag hat das FG im angegriffenen Urteil allein &uuml;ber die Klage gegen die Einkommensteuer des Streitjahres entschieden. &Uuml;ber die Klage gegen die Verlustfeststellung ist auch bei Ber&uuml;cksichtigung der Entscheidungsgr&uuml;nde erkennbar keine Entscheidung ergangen. Folglich fehlt es bereits an einer entsprechenden Verletzung der Rechte des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG-Urteil mangels Klageantrags keine Aussage zur Zinsfestsetzung macht, ist die Revision in Bezug auf den Hilfsantrag aus den gleichen Gr&uuml;nden als unzul&auml;ssig zu verwerfen. Es fehlt insoweit auch an dem nach &sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO durchzuf&uuml;hrenden Vorverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Revision zul&auml;ssig ist, ist sie unbegr&uuml;ndet und deshalb nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO zur&uuml;ckzuweisen. Zu Recht hat das FG erkannt, dass ein Betriebsaufgabegewinn erst im Streitjahr entstanden ist (unter 1.). Auch war das FA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO berechtigt, den Einkommensteuerbescheid vom 7.&nbsp;August 2008 f&uuml;r das Streitjahr zu &auml;ndern (unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA geht (nunmehr) zutreffend davon aus, dass die Betriebsaufspaltung durch die &Uuml;bertragung von 15&nbsp;% der GmbH-Anteile im Jahr 2002 noch nicht beendet worden ist. Dies ist (jedenfalls) Folge der umfassenden Einr&auml;umung der Stimmrechtsaus&uuml;bung zugunsten des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft wie vorliegend unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch &uuml;bertragen und verpflichtet sich der Erwerber der Anteile, sein Recht auf Teilnahme an Gesellschafterversammlungen sowie sein Stimmrecht dem Ver&auml;u&szlig;erer f&uuml;r die Dauer des Nie&szlig;brauchrechts zu &uuml;berlassen, und bevollm&auml;chtigt er diesen unwiderruflich, nicht nur die mit dem Gesch&auml;ftsanteil verbundenen Ladungen zu Gesellschafterversammlungen entgegenzunehmen, sondern auch die Stimmrechte ohne Beschr&auml;nkungen in Gesellschafterversammlungen auszu&uuml;ben, bleibt die personelle Verflechtung zwischen Besitz- und Betriebsunternehmen bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Betriebsaufspaltung setzt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH voraus, dass das vermietende Besitzunternehmen mit dem mietenden Betriebsunternehmen sachlich und personell verflochten ist (vgl. z.B. Urteile vom 21.&nbsp;Januar 1999 IV&nbsp;R&nbsp;96\/96, BFHE 187, 570, BStBl II 2002, 771, m.w.N.; vom 12.&nbsp;Oktober 1988 X&nbsp;R&nbsp;5\/86, BFHE 154, 566, BStBl II 1989, 152). Eine personelle Verflechtung ist gegeben, wenn eine Person oder Personengruppe beide Unternehmen in der Weise beherrscht, dass sie in der Lage ist, in beiden Unternehmen einen einheitlichen Gesch&auml;fts- und Bet&auml;tigungswillen durchzusetzen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 187, 570, BStBl II 2002, 771; Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 8.&nbsp;November 1971 GrS&nbsp;2\/71, BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Besteht die personelle Verflechtung nicht mehr, endet die Betriebsaufspaltung. Auch bei der &Uuml;bertragung von GmbH-Gesellschaftsanteilen unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch bleibt diese personelle Verflechtung erhalten, wenn der bisherige Gesellschafter weiterhin seinen Gesch&auml;fts- und Bet&auml;tigungswillen im Betriebsunternehmen durchsetzen kann. Im vorliegenden Fall ist dies der Fall, da dem Kl&auml;ger auch nach der &Uuml;bertragung der Anteile s&auml;mtliche Stimm- und Verwaltungsrechte zustanden und das Stimmrecht keinerlei Beschr&auml;nkungen oder Weisungen unterlag. Folglich behielt der Kl&auml;ger dort in Verbindung mit seiner Beteiligung die Stimmrechtsmehrheit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aufgrund dieser Stimmrechtsmehrheit des Kl&auml;gers blieb die personelle Verflechtung bestehen. Die Betriebsaufspaltung wurde, wie von den Beteiligten im Einspruchsverfahren gegen den &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 2002 vom 7.&nbsp;August 2008 angenommen, somit nicht im Jahr 2002 (zwangs-)aufgegeben. Sie endete erst mit der Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erung im Streitjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da das FA erst im Rahmen dieses Einspruchsverfahrens erkannte, dass der &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 2002 vom 7.&nbsp;August 2008 objektiv rechtswidrig war, konnte es die Einkommensteuerfestsetzung des Streitjahres &auml;ndern. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO sind gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ist aufgrund irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid ergangen, der aufgrund eines Rechtsbehelfs oder sonst auf Antrag des Steuerpflichtigen durch die Finanzbeh&ouml;rde zu seinen Gunsten aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, so k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO aus dem Sachverhalt nachtr&auml;glich durch Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen werden. Der Ablauf der Festsetzungsfrist ist nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO unbeachtlich, wenn die steuerlichen Folgerungen innerhalb eines Jahres nach Aufhebung oder &Auml;nderung des fehlerhaften Steuerbescheids gezogen werden. Nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 AO gilt dies nur unter den Voraussetzungen des Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, wenn die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen war, als der sp&auml;ter aufgehobene oder ge&auml;nderte Steuerbescheid erlassen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Alle Voraussetzungen dieser &Auml;nderungsvorschrift haben vorgelegen. Der urspr&uuml;nglich beurteilte Sachverhalt und der nachtr&auml;glich mit steuerlichen Folgen versehene Sachverhalt decken sich in dem erforderlichen Ma&szlig;e (dazu&nbsp;aa). Das FA hat aufgrund irriger Beurteilung dieses Sachverhalts den Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2002 vom 7.&nbsp;August 2008 erlassen und aufgrund des Rechtsbehelfs des Kl&auml;gers zu dessen Gunsten ge&auml;ndert (dazu bb). Es hat sodann aus dem Sachverhalt durch &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2004 die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen (dazu&nbsp;cc). Die Festsetzungsfrist ist gewahrt (dazu&nbsp;dd).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Sachverhalte, die den Steuerfestsetzungen 2002 und des Streitjahres zugrunde liegen, stimmen in dem von &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO geforderten Umfang &uuml;berein. Der hier zu beurteilende bestimmte Sachverhaltskomplex, an den &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO ankn&uuml;pft, ist die &quot;Ver&auml;u&szlig;erung des GmbH-Anteils unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch mit Vertrag vom 18.&nbsp;Dezember 2002&quot;. Er ist durch das Sachverhaltselement &quot;Ver&auml;u&szlig;erung der beiden Grundst&uuml;cke mit Vertrag vom 20.&nbsp;September 2004&quot; in zul&auml;ssiger Weise erg&auml;nzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der bestimmte Sachverhalt i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO erfordert zwar &Uuml;bereinstimmung, jedoch keine vollst&auml;ndige Identit&auml;t zwischen dem zun&auml;chst irrig beurteilten und dem sp&auml;ter zu beurteilenden Sachverhalt (vgl. Senatsurteil vom 19.&nbsp;August 2015 X&nbsp;R&nbsp;50\/13, BFHE 251, 389, BStBl II 2017, 15, Rz&nbsp;19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Unter dem Merkmal &quot;bestimmter Sachverhalt&quot; versteht man den einzelnen Lebenssachverhalt, an den das Gesetz steuerliche Folgen kn&uuml;pft. Dies meint nicht nur die einzelne steuererhebliche Tatsache oder das einzelne Tatbestandsmerkmal, sondern den einheitlichen, f&uuml;r die Besteuerung ma&szlig;geblichen Sachverhaltskomplex. Mehrere Sachverhaltselemente bilden dann einen einheitlichen Lebensvorgang und Sachverhaltskomplex, wenn die betreffenden Sachverhaltselemente einen inneren Zusammenhang aufweisen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil in BFHE 251, 389, BStBl II 2017, 15, Rz&nbsp;20, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dieser bestimmte Sachverhalt verklammert nach dem Wortlaut auch des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz 1 AO verschiedene einander widerstreitende Steuerfestsetzungen und erlaubt so die Aufl&ouml;sung des Widerstreits, der allen Tatbest&auml;nden des &sect;&nbsp;174 AO zugrunde liegt. Je nach den Erfordernissen des jeweiligen steuerlichen Tatbestands kann eine teilweise Deckungsgleichheit gen&uuml;gen (Senatsurteil in BFHE 251, 389, BStBl II 2017, 15, Rz&nbsp;21, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Allerdings d&uuml;rfen in dem ge&auml;nderten Bescheid (hier: Veranlagungszeitraum 2002) keine Sachverhaltselemente enthalten sein, die bei der Beurteilung in dem zu &auml;ndernden Bescheid (hier: Streitjahr) keine Rolle mehr spielen. Doch k&ouml;nnen in dem zu &auml;ndernden Bescheid weitere Sachverhaltselemente hinzutreten. Somit ist die Anwendung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO m&ouml;glich, wenn der eine Lebenssachverhalt ein Teilst&uuml;ck jenes Tatbestands darstellt, durch den der andere &#8211;nunmehr mit den richtigen steuerlichen Folgen zu versehende Lebenssachverhalt&#8211; erfasst wird (Senatsurteil in BFHE 251, 389, BStBl II 2017, 15, Rz&nbsp;23&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So hat etwa der BFH in seinem Beschluss vom 19.&nbsp;November 2003 I&nbsp;R&nbsp;41\/02 (BFH\/NV 2004, 604) es ausreichen lassen, dass der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung einbringungsgeborener Anteile nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;6 des Umwandlungssteuergesetzes 1977 in einem sp&auml;teren, richtigen Veranlagungszeitraum angesetzt wurde, obwohl das FA zun&auml;chst irrig von einer Versteuerung bereits bei der Einbringung ausgegangen war. &quot;Bestimmter Sachverhalt&quot; war dort der Einbringungsvorgang, das hinzutretende Sachverhaltselement des zu &auml;ndernden Bescheids die sp&auml;tere Ver&auml;u&szlig;erung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Im Streitfall ist die von &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz 1 AO geforderte &Uuml;bereinstimmung der Sachverhalte gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Sachverhaltskomplex, der dem Einkommensteuerbescheid 2002 zugrunde lag, ist der Vorgang &quot;Ver&auml;u&szlig;erung des GmbH-Anteils unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch mit Vertrag vom 18.&nbsp;Dezember 2002&quot;. Diesen hat das FA sowohl dem Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2002 als auch in unver&auml;nderter Form dem streitigen Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr zugrunde gelegt. Hinzugetreten ist im Streitjahr das Sachverhaltselement &quot;Ver&auml;u&szlig;erung der beiden Grundst&uuml;cke mit Vertrag vom 20.&nbsp;September 2004&quot;. Erst hierdurch kam es zur Beendigung der Betriebsaufspaltung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Inhaltlicher Ausgangspunkt f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz 1 AO ist der Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2002 vom 7.&nbsp;August 2008. Dieser ist aufgrund des Einspruchs des Kl&auml;gers ge&auml;ndert worden. Im nachfolgenden &Auml;nderungsbescheid vom 26.&nbsp;Februar 2009 ist f&uuml;r das Jahr 2002 ein Betriebsaufgabegewinn nicht mehr ber&uuml;cksichtigt worden, so dass der Inhalt des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheids 2002 vom 7.&nbsp;August 2008 f&uuml;r die Pr&uuml;fung der irrigen Beurteilung des Sachverhalts ma&szlig;gebend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Entscheidung beruht darauf, dass das FA annahm, es habe eine Betriebsaufspaltung vorgelegen, die durch die &Uuml;bertragung der GmbH-Gesellschaftsanteile beendet worden sei. Dabei hatte das FA auch die n&ouml;tige Kenntnis &uuml;ber den zu beurteilenden Sachverhalt. Denn dem FA war sowohl die Anteils&uuml;bertragung als auch (nach Einreichung Anfang 2003) der Vertrag und damit der Vorbehaltsnie&szlig;brauch bekannt. Diese Kenntnis des FA ist ausreichend. Nicht entscheidend ist diejenige des Pr&uuml;fers des FA pers&ouml;nlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Durch die Abhilfe im Einspruchsverfahren hat das FA mit &Auml;nderungsbescheid vom 26.&nbsp;Februar 2009 den Einkommensteuerbescheid 2002 aufgrund des Rechtsbehelfs des Kl&auml;gers &#8211;zu Recht&#8211; zu dessen Gunsten ge&auml;ndert. Ein Betriebsaufgabegewinn wurde nicht mehr angesetzt. Gleichzeitig holte das FA die Ber&uuml;cksichtigung dieses Sachverhalts bei der Steuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr nach und erfasste den Betriebsaufgabegewinn im Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2009 f&uuml;r das Streitjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das Fortbestehen der Betriebsaufspaltung unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch hatte zur Folge, dass erst durch die Ver&auml;u&szlig;erung der beiden Grundst&uuml;cke an die GmbH im Streitjahr die sachliche Verflechtung entfiel. Dieser Verkauf ist das hinzutretende Sachverhaltselement und f&uuml;hrt zur Beendigung der Betriebsaufspaltung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ist, wie vom FG zu Recht angenommen, bereits m&ouml;glich, wenn aufgrund eines Antrags des Steuerpflichtigen im Rahmen eines Einspruchsverfahrens die Steuerfestsetzung eines anderen Veranlagungszeitraums ge&auml;ndert worden ist. Es sind die richtigen steuerlichen Folgerungen aus dem Sachverhalt(skomplex) zu ziehen (so j&uuml;ngst auch BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Februar 2016 III&nbsp;R&nbsp;12\/14, BFHE 253, 290, BStBl II 2016, 818, Rz&nbsp;20). Dies hat das FA entgegen der Rechtsansicht des Kl&auml;gers beachtet. Im Fall des Obsiegens mit einem gewissen Rechtsstandpunkt &#8211;hier dem Zeitpunkt der Beendigung der Betriebsaufspaltung&#8211; ist der Steuerpflichtige an seiner Auffassung festzuhalten, soweit derselbe Sachverhalt zu beurteilen ist. Hat er also erfolgreich &#8211;wie hier&#8211; f&uuml;r seine Rechtsansicht gestritten, muss er auch die damit verbundenen Nachteile hinnehmen. Es handelt sich um eine besondere gesetzliche Ausformung des Grundsatzes von Treu und Glauben (vgl. auch Senatsentscheidung in BFHE 251, 389, BStBl II 2017, 15, Rz&nbsp;42, m.w.N.). &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO gibt dem FA das Recht, die materiell richtigen Schl&uuml;sse aus dem n&auml;mlichen Sachverhalt im (richtigen) Veranlagungszeitraum zu ziehen und die Bestandskraft der Veranlagung zu durchbrechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der streitgegenst&auml;ndliche Bescheid wurde innerhalb der Festsetzungsfrist erlassen. Der fehlerhafte Einkommensteuer&auml;nderungsbescheid 2002 vom 7.&nbsp;August 2008 ist am 26.&nbsp;Februar 2009 ge&auml;ndert worden. Das FA hat die steuerlichen Folgerungen in Gestalt des im vorliegenden Verfahren angefochtenen Bescheids vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2009 innerhalb der Jahresfrist des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO gezogen. Am 7.&nbsp;August 2008 war die Festsetzungsfrist f&uuml;r das Streitjahr 2004 noch nicht abgelaufen, so dass es auf die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4, Abs.&nbsp;3 Satz 1 AO nicht ankommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.1.2017, X R 45\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.250117.XR45.14.0 Betriebsaufspaltung bei &Uuml;bertragung von Gesellschaftsanteilen unter Vorbehaltsnie&szlig;brauch; bestimmter Sachverhalt und Anforderungen an die Kenntnis i.S. des &sect; 174 Abs. 4 AO Tenor Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 28. April 2014&nbsp;&nbsp;10 K 1811\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. 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