{"id":67392,"date":"2017-07-01T08:20:50","date_gmt":"2017-07-01T06:20:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67392"},"modified":"2017-07-01T08:22:51","modified_gmt":"2017-07-01T06:22:51","slug":"x-r-51-14-steuerliche-beruecksichtigung-von-arbeitgeberbeitraegen-zu-einer-schweizerischen-privatrechtlichen-pensionskasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-51-14-steuerliche-beruecksichtigung-von-arbeitgeberbeitraegen-zu-einer-schweizerischen-privatrechtlichen-pensionskasse\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;51\/14 &#8211; Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Arbeitgeberbeitr&auml;gen zu einer schweizerischen privatrechtlichen Pensionskasse"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.1.2017, X R 51\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.250117.XR51.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Arbeitgeberbeitr&auml;gen zu einer schweizerischen privatrechtlichen Pensionskasse<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 7. August 2013&nbsp;&nbsp;14 K 160\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die im Bundesgebiet wohnhaften Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden. Der Kl&auml;ger erzielte im Streitjahr 2011 als Grenzg&auml;nger zur Schweiz Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit bei der X-AG (steuerpflichtiger Arbeitslohn 247.648&nbsp;CHF bzw. umgerechnet 200.595&nbsp;EUR). Anl&auml;sslich dieses Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses leisteten der Kl&auml;ger und die X-AG Beitr&auml;ge zur Alters- und Hinterlassenen- bzw. Invalidenversicherung in der Schweiz (AHV\/IV) in H&ouml;he von jeweils 9.388,71&nbsp;EUR (sog. &quot;S&auml;ule&nbsp;1&quot; des schweizerischen &quot;Drei-S&auml;ulen-Systems&quot; der Altersvorsorge); au&szlig;erdem zahlten sie 11.399,13&nbsp;EUR (Kl&auml;ger) bzw. 24.359,13&nbsp;EUR (X-AG) in die privatrechtliche Pensionsstiftung der X-AG (X-Stiftung, vom Finanzgericht &#8211;FG&#8211; als Pensionskasse behandelt) ein (sog. &quot;S&auml;ule&nbsp;2&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hatte dem Kl&auml;ger auf Basis dieser &#8211;der Sache nach unstreitigen&#8211; Altersvorsorgeaufwendungen einen Sonderausgabenabzug in H&ouml;he von 1.532&nbsp;EUR gew&auml;hrt. Dagegen wandten die Kl&auml;ger ein, das FA habe den Sonderausgaben-H&ouml;chstbetrag nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (EStG) falsch berechnet. Die in Satz&nbsp;5 dieser Vorschrift angeordnete K&uuml;rzung um den &quot;nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung&quot; sei auf maximal 20.000&nbsp;EUR beschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem folgte das Finanzgericht (FG) nicht. Es erkannte mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1999 ver&ouml;ffentlichtem Urteil, das FA habe zu Recht den tats&auml;chlich geleisteten (im Streitfall 20.000&nbsp;EUR &uuml;bersteigenden) Arbeitgeberanteil angesetzt. Eine gesetzliche Grundlage f&uuml;r die von den Kl&auml;gern begehrte &quot;Deckelung&quot; des K&uuml;rzungsbetrags bestehe nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleichwohl sei die Berechnung des FA teilweise fehlerhaft. &Uuml;berobligatorische Altersvorsorgebeitr&auml;ge des Arbeitgebers d&uuml;rften in die K&uuml;rzung nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG nicht miteinbezogen werden, da die Beitr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 EStG nur &quot;soweit&quot; steuerfrei seien, als &quot;der Arbeitgeber dazu (&#8230;) verpflichtet&quot; gewesen sei, es sich also um obligatorische Beitr&auml;ge der X-AG gehandelt habe. Folglich sei der Sonderausgabenabzug des Kl&auml;gers um den &uuml;berobligatorischen Beitragsteil der X-AG zur betrieblichen Vorsorge bei der X-Stiftung zu erh&ouml;hen (im Streitfall nach den Berechnungen der Beteiligten und des FG um 6.480&nbsp;EUR bzw. 6.481&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diese Erh&ouml;hung wendet sich das FA mit der vom erkennenden Senat zugelassenen Revision. Es r&uuml;gt Verst&ouml;&szlig;e gegen materielles Bundesrecht und gegen Verfahrensrecht. Letzteres habe das FG verletzt, indem es entschieden habe, ohne zuvor auf die M&ouml;glichkeit der aus Sicht des FA &uuml;berraschenden Erh&ouml;hung des Sonderausgabenabzugs hinzuweisen (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben im Revisionsverfahren keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung h&auml;lt einer revisionsgerichtlichen Nachpr&uuml;fung bereits aus materiell-rechtlichen Gr&uuml;nden nicht stand, sodass es auf die Verfahrensr&uuml;ge des FA nicht mehr ankommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat seiner Bestimmung des &uuml;berobligatorischen Teils der Altersvorsorgebeitr&auml;ge der X-AG nur denjenigen Teil des Arbeitslohns des Kl&auml;gers zugrunde gelegt, der innerhalb des &quot;koordinierten Lohns&quot; liegt (nach den Feststellungen des FG im Streitfall 24.570&nbsp;CHF bis 84.240&nbsp;CHF, vgl. Art.&nbsp;8 des Bundesgesetzes &uuml;ber die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25.&nbsp;Juni 1982 i.d.F. des Streitjahres &#8211;BVG&#8211;). Das angefochtene Urteil l&auml;sst indes offen, ob und gegebenenfalls inwieweit auch auf den dar&uuml;ber hinausgehenden Teil des Arbeitslohns des Kl&auml;gers &uuml;berobligatorische Altersversorgungsbeitr&auml;ge entfallen. Da dies jedoch f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 EStG &#8211;und damit auch des diese Vorschrift in Bezug nehmenden &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG&#8211; gleichfalls ma&szlig;geblich ist, stellt sich die erstinstanzliche Entscheidung als l&uuml;ckenhaft dar (dazu unter&nbsp;1.). Im &Uuml;brigen l&auml;sst die Anwendung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG durch das FG keinen durchgreifenden Rechtsfehler erkennen (dazu unter&nbsp;2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Vorsorgeaufwendungen i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG sind nach Ma&szlig;gabe der &Uuml;bergangsregelung zur nachgelagerten Besteuerung der Alterseink&uuml;nfte in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 EStG nur beschr&auml;nkt als Sonderausgaben abziehbar. Der nach den Vorgaben in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 S&auml;tze&nbsp;1 bis&nbsp;4 EStG zu ermittelnde Jahresh&ouml;chstbetrag ist im letzten Berechnungsschritt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG &quot;um den nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung und einen diesem gleichgestellten steuerfreien Zuschuss des Arbeitgebers&quot; zu vermindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Obligatorische Arbeitgeberbeitr&auml;ge zu einer schweizerischen privatrechtlichen Pensionskasse sowie Arbeitgeberleistungen auf der Grundlage der schweizerischen Alters- und Hinterlassenenversicherung und der schweizerischen Invalidenversicherung sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;1 EStG steuerfrei (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.&nbsp;September 2013 VI&nbsp;R&nbsp;6\/11, BFHE&nbsp;243, 210, BStBl&nbsp;II 2016, 650, f&uuml;r die Jahre bis 2001). In Abgrenzung dazu sind &uuml;berobligatorische Arbeitgeberbeitr&auml;ge zu einer solchen Pensionskasse gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;1 EStG innerhalb der Grenzen des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;3 EStG und nach Ma&szlig;gabe der Anrechnungsklausel des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;2 EStG steuerfrei. Dem ist der VIII.&nbsp;Senat des BFH f&uuml;r die Streitjahre nach Inkrafttreten des Alterseink&uuml;nftegesetzes vom 5.&nbsp;Juli 2004 (BGBl&nbsp;I 2004, 1427, BStBl&nbsp;I 2004, 554) &#8211;und damit auch f&uuml;r das vorliegende Streitjahr 2011&#8211; gefolgt (Urteile vom 26.&nbsp;November 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;39\/10, BFHE&nbsp;249, 39, BStBl&nbsp;II 2016, 665, Rz&nbsp;63, und vom 2.&nbsp;Dezember 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;40\/11, BFHE&nbsp;249, 60, BStBl&nbsp;II 2016, 675, Rz&nbsp;45). Der erkennende Senat hat sich im Urteil vom 1.&nbsp;Oktober 2015 X&nbsp;R&nbsp;43\/11 (BFHE&nbsp;251, 313, BStBl II&nbsp;2016, 685, Rz&nbsp;38) dieser Rechtsprechung angeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach Ma&szlig;gabe dieser, erst nach Ergehen des angefochtenen Urteils entwickelten BFH-Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Steuerfreiheit von Beitr&auml;gen des Arbeitgebers zu Zukunftssicherungsleistungen des Arbeitnehmers in der Schweiz gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 EStG schon im Grundansatz streng zwischen obligatorischen und &uuml;berobligatorischen Beitr&auml;gen zu differenzieren. Die notwendige Pr&uuml;fung durch das Tatsachengericht erstreckt sich auf den gesamten Lohn des betroffenen Arbeitnehmers (vorliegend 247.648&nbsp;CHF) und nicht nur auf den &quot;koordinierten Lohn&quot; i.S. von Art.&nbsp;8 BVG (im Streitfall bis 84.240&nbsp;CHF). Denn innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge durch den Arbeitgeber, die durch die Vorsorgeeinrichtung des Arbeitgebers (hier die X-Stiftung) gew&auml;hrleistet wird, wird gew&ouml;hnlich zwischen der gesetzlichen Mindestversicherung durch die Pensionskasse (Obligatorium; sog. &quot;S&auml;ule&nbsp;2a&quot;) und einer weitergehenden freiwillig &uuml;bernommenen Vorsorgeverpflichtung (&Uuml;berobligatorium; sog. &quot;S&auml;ule&nbsp;2b&quot;) unterschieden. Im Bereich der gesetzlichen verpflichtenden betrieblichen Altersversorgung sind in diesem Fall alle Arbeitnehmer in den Versicherungsschutz einzubeziehen, deren Lohn innerhalb einer bestimmten Bandbreite (&quot;koordinierter Lohn&quot;) liegt. F&uuml;r Arbeitnehmer, die, wie der Kl&auml;ger, einen h&ouml;heren Lohn beziehen, zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Falle des &#8211;sich dann nach dem schweizerischen Obligationenrecht richtenden&#8211; Angebots einer &uuml;berobligatorischen Absicherung durch die Pensionskasse freiwillig h&ouml;here Beitr&auml;ge (s. z.B. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;249, 39, BStBl&nbsp;II 2016, 665, Rz&nbsp;6&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die bisher vom FG getroffenen Feststellungen reichen nicht aus, um im Streitfall abschlie&szlig;end beurteilen zu k&ouml;nnen, in welchem Umfang die X-AG obligatorische und in welchem Umfang sie &uuml;berobligatorische Vorsorgeleistungen erbracht hat. Auch die vom FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO durch Bezugnahme zum Urteilsgegenstand gemachte &quot;Zusatzbescheinigung&quot; der X-Stiftung l&auml;sst nicht erkennen, in welchem Umfang die dort aufgelisteten Beitragszahlungen in das Obligatorium und das &Uuml;berobligatorium geleistet wurden. Die Sache muss daher mangels Spruchreife zur weiteren Sachaufkl&auml;rung an das FG zur&uuml;ckgehen. Im zweiten Rechtsgang wird das FG zudem Gelegenheit haben, unter Ber&uuml;cksichtigung der zwischenzeitlich ergangenen BFH-Rechtsprechung insgesamt eine Neuberechnung des zutreffenden Bruttolohns sowie der vom Kl&auml;ger als Sonderausgaben abziehbaren Altersvorsorgeaufwendungen vorzunehmen (zusammenfassend Werth, Internationales Steuerrecht 2015, 900, 905&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Anwendung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;5 EStG durch das FG ist revisionsgerichtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die nach dieser Regelung vorzunehmende K&uuml;rzung des Sonderausgaben-H&ouml;chstbetrags um den nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 EStG steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung bzw. einen diesem gleichgestellten steuerfreien Zuschuss ist nicht auf 20.000&nbsp;EUR beschr&auml;nkt. Wie bereits das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, l&auml;sst sich dem Gesetzeswortlaut eine solche Begrenzung nicht entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ungeachtet dessen korrespondiert die Vorschrift als Teil eines Gesamtkonzepts zur Berechnung des jeweiligen H&ouml;chstbetrags unmittelbar mit &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG und erfasst daher den steuerfreien Arbeitgeberanteil bzw. -zuschuss folgerichtig ohne betragsm&auml;&szlig;ige Einschr&auml;nkungen (s. dazu im Einzelnen Senatsbeschluss vom 1.&nbsp;Februar 2006 X&nbsp;B&nbsp;166\/05, BFHE&nbsp;212, 242, BStBl&nbsp;II 2006, 420, unter&nbsp;II.9.; Senatsurteil vom 18.&nbsp;November 2009 X&nbsp;R&nbsp;34\/07, BFHE&nbsp;227, 99, BStBl&nbsp;II 2010, 414, Rz&nbsp;53&nbsp;ff.; Kulosa in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;10 EStG Rz&nbsp;145, 359). Folgte man hingegen der Auffassung der Kl&auml;ger, w&uuml;rde die gesetzlich vorgegebene Berechnungsmethode insgesamt unstimmig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von der erstmals vom VI.&nbsp;Senat des BFH in BFHE&nbsp;243, 210, BStBl&nbsp;II 2016, 650 aufgezeigten Gesetzessystematik hat die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht erkannt, die im Streitfall von der X-AG &uuml;berobligatorisch geleisteten Pensionskassenbeitr&auml;ge seien nicht steuerfrei i.S. von &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Anders als das FG meint, resultiert die Steuerpflicht der &uuml;berobligatorischen Pensionskassenbeitr&auml;ge nicht unmittelbar daraus, dass &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;1 EStG nur Ausgaben f&uuml;r die Zukunftssicherung des Arbeitnehmers erfasst, &quot;soweit der Arbeitgeber dazu nach sozialversicherungsrechtlichen oder anderen gesetzlichen Vorschriften oder nach einer auf gesetzlicher Erm&auml;chtigung beruhenden Bestimmung verpflichtet ist&quot;. Solchen Ausgaben werden in &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;2 EStG bestimmte nicht verpflichtend geleistete Zusch&uuml;sse gleichgestellt, wenn der Arbeitnehmer von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung freigestellt worden ist. Diese Gleichstellung gilt nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;1 EStG &quot;sinngem&auml;&szlig;&quot; f&uuml;r Beitr&auml;ge des Arbeitgebers zu einer Pensionskasse, wenn der Arbeitnehmer bei diesem Arbeitgeber nicht im Inland besch&auml;ftigt ist und der Arbeitgeber keine Beitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Inland leistet. Soweit die davon abweichende Auffassung des FG auf die Rechtsprechung des 3.&nbsp;Senats des FG Baden-W&uuml;rttemberg (zuletzt Urteil vom 18.&nbsp;November 2010&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;273\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht) zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, sind die dortigen Ausf&uuml;hrungen zur teleologischen Reduktion des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;4 EStG durch das jener Entscheidung nachgehende BFH-Urteil in BFHE&nbsp;243, 210, BStBl&nbsp;II 2016, 650 &uuml;berholt (s. dazu Bleschick, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2014, 200, 201).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach dieser BFH-Rechtsprechung, der der erkennende Senat bereits &#8211;auch f&uuml;r das Streitjahr&#8211; ausdr&uuml;cklich gefolgt ist (s.o., 1.a), ist &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;4 EStG hinsichtlich der von der X-AG &uuml;berobligatorisch an die X-Stiftung geleisteten Arbeitgeberbeitr&auml;ge grunds&auml;tzlich anwendbar. Im Streitfall f&uuml;hrt indes die in &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;62 Satz&nbsp;4 Halbsatz&nbsp;2 EStG getroffene Anrechnungsanordnung dazu, dass die von der X-AG aufgrund gesetzlicher Verpflichtung erbrachten Zukunftssicherungsleistungen gegenzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.1.2017, X R 51\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.250117.XR51.14.0 Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Arbeitgeberbeitr&auml;gen zu einer schweizerischen privatrechtlichen Pensionskasse Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, vom 7. August 2013&nbsp;&nbsp;14 K 160\/13 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg, Au&szlig;ensenate Freiburg, zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-51-14-steuerliche-beruecksichtigung-von-arbeitgeberbeitraegen-zu-einer-schweizerischen-privatrechtlichen-pensionskasse\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;51\/14 &#8211; Steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Arbeitgeberbeitr&auml;gen zu einer schweizerischen privatrechtlichen Pensionskasse<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67392","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67392","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67392"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67392\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67392"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}