{"id":67408,"date":"2017-07-01T08:28:37","date_gmt":"2017-07-01T06:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67408"},"modified":"2017-07-01T08:28:37","modified_gmt":"2017-07-01T06:28:37","slug":"iv-b-75-16-gewinnfeststellung-kein-uebergang-der-klagebefugnis-nach-par-48-abs-1-nr-1-alternative-1-fgo-auf-den-gesamtrechtsnachfolger-der-liquidationslos-vollbeendeten-personengesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-75-16-gewinnfeststellung-kein-uebergang-der-klagebefugnis-nach-par-48-abs-1-nr-1-alternative-1-fgo-auf-den-gesamtrechtsnachfolger-der-liquidationslos-vollbeendeten-personengesellschaft\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;75\/16 &#8211; Gewinnfeststellung &#8211; kein &Uuml;bergang der Klagebefugnis nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 Alternative 1 FGO auf den Gesamtrechtsnachfolger der liquidationslos vollbeendeten Personengesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.4.2017, IV B 75\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.260417.IVB75.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewinnfeststellung &#8211; kein &Uuml;bergang der Klagebefugnis nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 Alternative 1 FGO auf den Gesamtrechtsnachfolger der liquidationslos vollbeendeten Personengesellschaft<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde der Beigeladenen wird der Beiladungsbeschluss des Finanzgerichts Hamburg vom 30. August 2016&nbsp;&nbsp;2 K 22\/16 aufgehoben, soweit dieser Beschluss ihr gegen&uuml;ber ergangen ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beigeladene und Beschwerdef&uuml;hrerin (Beigeladene) ist die A&nbsp;KG. Der Kl&auml;ger ist zum 31.&nbsp;Dezember 2010 als pers&ouml;nlich haftender Gesellschafter aus der B&nbsp;OHG ausgeschieden. Die B&nbsp;OHG wurde nach dem Ausscheiden des Kl&auml;gers im Jahr 2011 unter Wahrung ihrer zivilrechtlichen Identit&auml;t in die C&nbsp;KG umgewandelt. Im Januar 2012 wurde in das Handelsregister eingetragen, dass das Handelsgesch&auml;ft der C&nbsp;KG mit allen Aktiven und Passiven von der alleinigen Kommanditistin &#8211;der D&nbsp;KG&#8211; &uuml;bernommen worden und die Firma ohne Liquidation erloschen ist. Dieser Eintragung lagen folgende Vorg&auml;nge zugrunde: Die D&nbsp;KG ist als Kommanditistin in die C&nbsp;KG eingetreten. Die &uuml;brigen Kommanditisten der C&nbsp;KG haben ihre Kommanditanteile im Wege der Einzelrechtsnachfolge in die D&nbsp;KG eingebracht. Danach ist die Komplement&auml;rin als vorletzte Gesellschafterin aus der C&nbsp;KG ausgeschieden. Im Jahr 2015 wurde die Firma der D&nbsp;KG in die der Beigeladenen (A&nbsp;KG) ge&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die B OHG erzielte ab dem Jahr 2003 Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Der Kl&auml;ger legte gegen den Bescheid f&uuml;r 2010 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (Gewinnfeststellungbescheid 2010) vom 18.&nbsp;Januar 2013 Einspruch ein. Im Februar 2016 erhob er eine Unt&auml;tigkeitsklage, die beim Finanzgericht (FG) unter dem Az.&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;22\/16 gef&uuml;hrt wird. Das FG hat &uuml;ber diese Klage noch nicht entschieden. Mit ihr begehrt der Kl&auml;ger, die Eink&uuml;nfte der B&nbsp;OHG und den auf ihn entfallenden Gewinnanteil f&uuml;r das Jahr 2010 zu erh&ouml;hen. Bez&uuml;glich der Zul&auml;ssigkeit seiner Klage hat er im Klageverfahren vorgetragen, dass ein ausgeschiedener Gesellschafter auch die Feststellung eines zu niedrigen Gewinns angreifen k&ouml;nne. Zudem sei er durch den angefochtenen Gewinnfeststellungsbescheid 2010 beschwert. Nach Auffassung des Beklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sei die Klage hingegen mangels Klagebefugnis bzw. Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses des Kl&auml;gers unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 30.&nbsp;August 2016 hat das FG die Beigeladene und drei fr&uuml;here Gesellschafter der B&nbsp;OHG zum Klageverfahren notwendig beigeladen. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es u.a. aus, dass die A&nbsp;KG als Rechtsnachfolgerin der B&nbsp;OHG sowie die drei fr&uuml;heren Gesellschafter als im Jahr 2011 Ausgeschiedene beizuladen seien. Da die Klage nicht offensichtlich unzul&auml;ssig sei, k&ouml;nne von einer Beiladung auch nicht unter diesem Gesichtspunkt abgesehen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den Beiladungsbeschluss hat allein die Beigeladene (A&nbsp;KG) Beschwerde eingelegt. Das FG hat der Beschwerde nicht abgeholfen. Die Beigeladene tr&auml;gt im Wesentlichen vor, die Beiladung sei zu Unrecht erfolgt, weil die Klage unzul&auml;ssig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beigeladene beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>den Beiladungsbeschluss vom 30.&nbsp;August 2016 aufzuheben, soweit dieser ihr gegen&uuml;ber ergangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Beschwerde als unzul&auml;ssig zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zun&auml;chst hat der Kl&auml;ger vorgetragen, dass das FG die Beiladung zu Recht ausgesprochen habe, weil seine Klage nicht offensichtlich unzul&auml;ssig sei, sp&auml;ter, dass die Beigeladene nicht beschwerdeberechtigt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat sich im Beschwerdeverfahren nicht ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Berichterstatter des beschlie&szlig;enden Senats hat mit Verf&uuml;gung vom 8.&nbsp;M&auml;rz 2017 u.a. darauf hingewiesen, dass f&uuml;r den Fall einer liquidationslosen Vollbeendigung der B&nbsp;OHG vor Klageerhebung die Beiladung nur dann zu Recht erfolgt sein k&ouml;nnte, wenn die Beigeladene im Jahr 2010 Gesellschafterin der B&nbsp;OHG gewesen sei oder sie Gesamtrechtsnachfolgerin eines dieser Gesellschafter geworden w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) statthafte Beschwerde ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig. Ein Beigeladener ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;57 FGO berechtigt, gegen den Beiladungsbeschluss Beschwerde einzulegen (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2.&nbsp;Dezember 1999 II&nbsp;B&nbsp;17\/99, BFH\/NV 2000, 679).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ebenso ist die Beschwerde begr&uuml;ndet. Die Voraussetzungen einer notwendigen Beiladung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz 1 FGO sind Dritte zum Verfahren beizuladen, wenn sie an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis derart beteiligt sind, dass die Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann (notwendige Beiladung). Dies gilt nicht f&uuml;r Mitberechtigte, die nach &sect;&nbsp;48 FGO nicht klagebefugt sind (&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beigeladene ist mangels Klagebefugnis nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz 2 i.V.m. &sect;&nbsp;48 FGO nicht notwendig beizuladen. F&uuml;r diesen Fall scheidet auch eine einfache Beiladung nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;1 FGO aus (z.B. BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;August 2002 VIII&nbsp;B&nbsp;116\/01, BFH\/NV 2002, 1609, unter II., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erlischt eine Personengesellschaft durch Vollbeendigung ohne Abwicklung, kann nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ein Gewinnfeststellungsbescheid nur noch von den fr&uuml;heren Gesellschaftern angefochten werden, deren Mitgliedschaft die Zeit ber&uuml;hrt, die der anzufechtende Gewinnfeststellungsbescheid betrifft. Die Befugnis der Personengesellschaft, nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 FGO als Prozessstandschafterin f&uuml;r ihre Gesellschafter Rechtsbehelfe einzulegen, erlischt mit deren Vollbeendigung (z.B. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;April 2013 IV&nbsp;R&nbsp;20\/10, BFHE 241, 132, BStBl II 2013, 705, Rz&nbsp;19, m.w.N.). Insoweit lebt die bis zum Zeitpunkt der Vollbeendigung &uuml;berlagerte Klagebefugnis der einzelnen Gesellschafter wieder auf. Die Klagebefugnis nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 FGO geht deshalb auch nicht auf den Gesamtrechtsnachfolger der Personengesellschaft &uuml;ber (BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Januar 1996 VIII&nbsp;B&nbsp;128\/95, BFHE 179, 239, BStBl II 1996, 426, zu &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 FGO a.F.; BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Oktober 2016 IV&nbsp;R&nbsp;33\/13, BFHE 255, 386, Rz&nbsp;16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist die Personengesellschaft bereits vor der Klageerhebung liquidationslos vollbeendet, sind im Grundsatz alle fr&uuml;heren Gesellschafter &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob man dies aus &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 (so Gr&auml;ber\/Levedag, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;48 Rz&nbsp;68) oder Nr.&nbsp;3 FGO ableitet (vgl. dazu Steinhauff in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;48 FGO Rz&nbsp;204)&#8211; klagebefugt (z.B. BFH-Urteile in BFHE 241, 132, BStBl II 2013, 705, Rz&nbsp;19, m.w.N.; vom 16.&nbsp;Mai 2013 IV&nbsp;R&nbsp;21\/10, Rz&nbsp;17). Klagt demnach nur ein Gesellschafter, m&uuml;ssen alle fr&uuml;heren Gesellschafter nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO notwendig beigeladen werden. Kommt es in der Person eines dieser fr&uuml;heren Gesellschafter zu einer Rechtsnachfolge, ist dessen Gesamtrechtsnachfolger beizuladen (Leipold in HHSp, &sect;&nbsp;60 FGO Rz&nbsp;75). Eine Ausnahme gilt nur f&uuml;r solche fr&uuml;heren Gesellschafter, die unter keinem denkbaren Gesichtspunkt von dem Ausgang des Rechtsstreits betroffen sein k&ouml;nnen (z.B. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;November 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/01, BFH\/NV 2004, 1372, unter II.A.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies vorausgeschickt, war die A KG nicht zu dem Klageverfahren des Kl&auml;gers notwendig beizuladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aus dem Handelsregisterauszug und der von der Beigeladenen mit Schriftsatz vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2017 erteilten Auskunft ergibt sich, dass aus der C&nbsp;KG (vormals B&nbsp;OHG) alle Gesellschafter bis auf die D&nbsp;KG ausgeschieden sind. Damit ist der D&nbsp;KG das Gesamthandsverm&ouml;gen der C&nbsp;KG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;161 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 des Handelsgesetzbuchs (HGB) i.V.m. &sect;&nbsp;738 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) angewachsen. Hierdurch sind alle Aktiva und Passiva der C&nbsp;KG im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die D&nbsp;KG &uuml;bergegangen (z.B. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12.&nbsp;Juni 2008 III&nbsp;ZR&nbsp;38\/07, unter II.1.b&nbsp;bb&nbsp;(1)); die C&nbsp;KG wurde liquidationslos vollbeendet (z.B. BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Oktober 2013 IV&nbsp;R&nbsp;25\/10, Rz&nbsp;18, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demnach war die C KG (vormals B OHG) bereits vor Klageerhebung vollbeendet. Die Klagebefugnis ging nicht auf die D&nbsp;KG (jetzt die Beigeladene) als Gesamtrechtsnachfolgerin &uuml;ber. Vielmehr sind im Grundsatz alle Gesellschafter, die im Jahr 2010 an der B&nbsp;OHG beteiligt waren &#8211;nicht nur die bisher Beigeladenen&#8211;, klagebefugt und damit notwendig beizuladen. Eine Ausnahme gilt nur f&uuml;r diejenigen Gesellschafter, die unter keinem denkbaren Gesichtspunkt von dem Ausgang des Rechtsstreits betroffen sein k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Beigeladene geh&ouml;rt nicht zu diesem Personenkreis. Dem Handelsregisterauszug l&auml;sst sich entnehmen, dass die D&nbsp;KG (jetzt die Beigeladene) im Jahr 2010 nicht Gesellschafterin der B&nbsp;OHG war. Ebenso bestehen keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die D&nbsp;KG (jetzt die Beigeladene) die Gesamtrechtsnachfolgerin eines der Gesellschafter ist, die im Jahr 2010 an der B&nbsp;OHG beteiligt waren. Vielmehr haben nach der im Beschwerdeverfahren erteilten Auskunft der Beigeladenen, die von den &uuml;brigen Verfahrensbeteiligten unwidersprochen geblieben ist, die Kommanditisten der C&nbsp;KG (vormals B&nbsp;OHG) ihre Kommanditanteile im Wege der Einzelrechtsnachfolge in die D&nbsp;KG eingebracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Frage, ob der gegen&uuml;ber der Beigeladenen ergangene Beiladungsbeschluss auch deshalb aufzuheben ist, weil die Klage des Kl&auml;gers offensichtlich unzul&auml;ssig ist, bedarf daher mangels Entscheidungserheblichkeit keiner Kl&auml;rung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH kann das FG zwar von einer an sich nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO gebotenen notwendigen Beiladung ausnahmsweise absehen, wenn die Klage offensichtlich unzul&auml;ssig ist (z.B. BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Juni 2012 IV&nbsp;B&nbsp;147\/11, Rz&nbsp;8, m.w.N.). Im Streitfall liegen aber bezogen auf die Beigeladene schon nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO vor, so dass deren Beiladung &uuml;berhaupt nicht geboten war. Abgesehen davon bed&uuml;rfte selbst dann, wenn man &#8211;was der Senat nicht gepr&uuml;ft hat&#8211; von einer offensichtlichen Unzul&auml;ssigkeit der Klage ausginge, die Frage, ob eine vom FG gleichwohl ausgesprochene Beiladung vom Beschwerdegericht aufgehoben werden kann, einer weiter gehenden Pr&uuml;fung. Denn die notwendige Beiladung ist grunds&auml;tzlich unabh&auml;ngig von den Erfolgsaussichten der Klage vorzunehmen. Sie ist keine Ermessensentscheidung; Zweckm&auml;&szlig;igkeitserw&auml;gungen sind nicht anzustellen (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Mai 1979 I&nbsp;R&nbsp;100\/77, BFHE 128, 142, BStBl II 1979, 632, unter 2.b). Lediglich bei offensichtlicher Unzul&auml;ssigkeit der Klage akzeptiert der BFH eine Ausnahme hiervon, weil die Beiladung in einem derartigen Fall blo&szlig;er Formalismus w&auml;re. Ob sich hieraus jedoch im Umkehrschluss ableiten l&auml;sst, dass eine dennoch erfolgte Beiladung vom Beschwerdegericht aufzuheben ist, steht nicht ohne weiteres fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Beiladung der fr&uuml;heren Gesellschafter, die keine Beschwerde eingelegt haben, bleibt bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine Kostenentscheidung war nicht zu treffen (z.B. BFH-Beschluss vom 4.&nbsp;Mai 1999 VIII&nbsp;B&nbsp;94\/98, BFH\/NV 1999, 1483, unter 3., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.4.2017, IV B 75\/16ECLI:DE:BFH:2017:B.260417.IVB75.16.0 Gewinnfeststellung &#8211; kein &Uuml;bergang der Klagebefugnis nach &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 Alternative 1 FGO auf den Gesamtrechtsnachfolger der liquidationslos vollbeendeten Personengesellschaft Tenor Auf die Beschwerde der Beigeladenen wird der Beiladungsbeschluss des Finanzgerichts Hamburg vom 30. 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