{"id":67420,"date":"2017-07-01T08:28:05","date_gmt":"2017-07-01T06:28:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67420"},"modified":"2017-07-01T08:28:05","modified_gmt":"2017-07-01T06:28:05","slug":"iii-b-76-16-wechsel-der-ehrenamtlichen-richter-nach-vertagung-zeugeneinvernahme-bei-auslandssachverhalt-gehoersruege-nach-unterbliebener-akteneinsicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-76-16-wechsel-der-ehrenamtlichen-richter-nach-vertagung-zeugeneinvernahme-bei-auslandssachverhalt-gehoersruege-nach-unterbliebener-akteneinsicht\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;76\/16 &#8211; Wechsel der ehrenamtlichen Richter nach Vertagung, Zeugeneinvernahme bei Auslandssachverhalt, Geh&ouml;rsr&uuml;ge nach unterbliebener Akteneinsicht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.4.2017, III B 76\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.180417.IIIB76.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Wechsel der ehrenamtlichen Richter nach Vertagung, Zeugeneinvernahme bei Auslandssachverhalt, Geh&ouml;rsr&uuml;ge nach unterbliebener Akteneinsicht<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 9. Dezember 2015&nbsp;&nbsp;3 K 988\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) betrieb im Streitjahr (2003) eine Apotheke. Au&szlig;erdem war sie zu 100&nbsp;% an der X GmbH (GmbH) beteiligt. Im Jahr 2007 zeigte sie dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) an, dass sie in den Jahren 2003 bis 2005 Einnahmen nicht versteuert hatte. Es handelte sich um Rabatte von Lieferfirmen, die durch Zahlungen seitens der in Y ans&auml;ssigen Firma Z AG (AG) abgewickelt wurden. Das FA erh&ouml;hte f&uuml;r das Streitjahr zun&auml;chst die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb um den gesch&auml;tzten Betrag von 100.000&nbsp;EUR und erlie&szlig; einen entsprechenden &Auml;nderungsbescheid. Sp&auml;ter f&uuml;hrte das FA bei der Kl&auml;gerin eine Au&szlig;enpr&uuml;fung durch, die auch das Streitjahr umfasste. Nach den Feststellungen der Pr&uuml;fung erhielten sowohl die Kl&auml;gerin als auch die GmbH Rabatte. Soweit sie auf die GmbH entfielen, wurden sie als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen behandelt. Das FA ging nunmehr von einer Rabattsumme von 510.656&nbsp;EUR aus. Es erlie&szlig; einen ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2003, gegen den sich die Kl&auml;gerin mit Einspruch wandte. Zwischen der Kl&auml;gerin und dem FA war die H&ouml;he der anzusetzenden Einnahmen aus den Rabatten streitig. Die Betr&auml;ge, die sich nach Ansicht des FA aus den Unterlagen der Kl&auml;gerin ergaben, wichen erheblich von den Betr&auml;gen ab, die seitens der AG best&auml;tigt wurden. Nach dem Vortrag der Kl&auml;gerin flossen Zahlungen in H&ouml;he der Differenz an Dr.&nbsp;A. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren lud das Finanzgericht (FG) Dr.&nbsp;A zum Verfahren bei. Es vernahm im Termin vom &#8230; 2014 den Ehemann der Kl&auml;gerin als Zeugen und befragte in einem weiteren Termin vom 9.&nbsp;Dezember 2015 den Beigeladenen. Das FG wies die Klage ab. Es war der &Uuml;berzeugung, dass die von der AG gezahlten Betr&auml;ge allein an die Kl&auml;gerin oder an die GmbH geflossen waren, nicht aber an den Beigeladenen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, mit der sie Verfahrensfehler r&uuml;gt und die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache geltend macht (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 und Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerde hat keinen Erfolg und wird deshalb zur&uuml;ckgewiesen. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen entweder nicht vor oder wurden nicht in der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO erforderlichen Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt zu Unrecht als Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO), das FG habe gegen den Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar kann ein Urteil gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;103 FGO nur von den Richtern gef&auml;llt werden, die an der m&uuml;ndlichen Verhandlung teilgenommen haben. Hiermit ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) jedoch nur das Gericht gemeint, das in der letzten m&uuml;ndlichen Verhandlung das Urteil gesprochen hat. Daraus ergibt sich, dass auch nach der Vertagung (nicht: Unterbrechung) einer m&uuml;ndlichen Verhandlung mit Beweisaufnahme, bei der sich ein und dieselbe m&uuml;ndliche Verhandlung &uuml;ber mehrere Verhandlungstage (Sitzungstage) hinzieht, ein Wechsel auf der Richterbank grunds&auml;tzlich zul&auml;ssig ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 26.&nbsp;M&auml;rz 1991 VII&nbsp;R&nbsp;72\/90, BFH\/NV 1992, 115, und vom 1.&nbsp;April 2015 V&nbsp;B&nbsp;63\/14, BFH\/NV 2015, 1001). Allerdings ist es in solchen F&auml;llen erforderlich, dass sich die neu hinzugetretenen Richter zuverl&auml;ssig Kenntnis vom Inhalt der Zeugenaussagen verschaffen. Das setzt nicht nur voraus, dass die Zeugenvernehmung protokolliert wurde, sondern dass die Protokolle im Wege des Urkundenbeweises durch Verlesung in das Verfahren eingef&uuml;hrt werden (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2015, 1001, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dies ist hier geschehen. Im Termin vom &#8230; 2014, in dem der Ehemann der Kl&auml;gerin als Zeuge vernommen wurde, wurde die m&uuml;ndliche Verhandlung vertagt, wie aus der Niederschrift zu ersehen ist. Im Termin vom 9.&nbsp;Dezember 2015, der unter Mitwirkung anderer ehrenamtlicher Richter stattfand, wurde die im Protokoll vom &#8230; 2014 enthaltene Zeugenaussage verlesen; dies geht aus der Niederschrift vom 9.&nbsp;Dezember 2015 hervor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Unabh&auml;ngig hiervon fehlt es an einer schl&uuml;ssigen R&uuml;ge des geltend gemachten Verfahrensmangels. Bei einem Versto&szlig; gegen den Unmittelbarkeitsgrundsatz handelt es sich um einen Verfahrensversto&szlig;, auf dessen Geltendmachung ein Beteiligter ausdr&uuml;cklich oder durch blo&szlig;es Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge verzichten kann (BFH-Beschl&uuml;sse vom 24.&nbsp;Mai 2006 V&nbsp;B&nbsp;120\/05, BFH\/NV 2006, 2084, und vom 22.&nbsp;April 2008 X&nbsp;B&nbsp;67\/07, BFH\/NV 2008, 1346). Im Streitfall war die Kl&auml;gerin an beiden Terminen durch dieselbe Prozessbevollm&auml;chtigte fachkundig vertreten. Trotzdem hat sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 9.&nbsp;Dezember 2015, an der andere ehrenamtliche Richter als im Termin vom &#8230; 2014 mitgewirkt haben, nach Verlesen der Aussagen des Zeugen r&uuml;gelos zur Sache verhandelt und dadurch (vgl. &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung) ihr R&uuml;gerecht verloren (s. BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;August 2010 IX&nbsp;B&nbsp;41\/10, BFH\/NV 2010, 2239). Die Kl&auml;gerin h&auml;tte Anlass gehabt, eine derartige R&uuml;ge vorzubringen, da sie im Termin vom 9.&nbsp;Dezember 2015 damit rechnen musste, dass die Streitsache aus der Sicht des Gerichts entscheidungsreif war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch soweit die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, dass das FG ihr Angebot, Herrn Dr.&nbsp;B als Zeugen zu laden, &uuml;bergangen habe, hat die Nichtzulassungsbeschwerde keinen Erfolg. Denn gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) obliegt den Verfahrensbeteiligten bei Auslandssachverhalten eine Beweismittelbeschaffungspflicht. Es ist somit nicht Aufgabe des Gerichts, einen im Ausland ans&auml;ssigen Zeugen zu laden. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung ist in einem solchen Fall der im Ausland ans&auml;ssige Zeuge vom FG nicht zu laden, sondern vom Beteiligten, der die Vernehmung beantragt, nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO zu stellen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2005 VI&nbsp;B&nbsp;161\/04, BFH\/NV 2005, 1088, und vom 27.&nbsp;Oktober 2015 I&nbsp;B&nbsp;124\/14, BFH\/NV 2016, 207). Kommt der Beteiligte, der sich auf einen im Ausland lebenden Zeugen beruft, seiner erh&ouml;hten Mitwirkungspflicht nicht nach, darf das FG ohne Ber&uuml;cksichtigung dieses Beweismittels den ihm vorliegenden Sachverhalt nach seiner freien &Uuml;berzeugung (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 FGO) w&uuml;rdigen (z.B. BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;September 2010 XI&nbsp;B&nbsp;97\/09, BFH\/NV 2011, 269). Die unterbliebene Zeugeneinvernahme des Herrn Dr.&nbsp;B f&uuml;hrte somit nicht zu einem Verfahrensfehler des FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Rechtsauffassung der Kl&auml;gerin ist auch kein Verfahrensfehler darin zu sehen, dass das FG wegen der Frage, ob auch der Beigeladene von der AG Betr&auml;ge erhalten hat, dessen Sachverhaltsdarstellung gefolgt ist und die Aussage des als Zeugen vernommenen Ehemannes der Kl&auml;gerin als nicht glaubhaft angesehen hat. Ein prozessualer Grundsatz des Inhalts, dass eine Zeugenaussage von vornherein in einem h&ouml;heren Ma&szlig;e glaubhaft ist als der Sachvortrag eines Verfahrensbeteiligten i.S. des &sect;&nbsp;57 FGO, existiert nicht. Das FG hat im Urteil ausgef&uuml;hrt, weshalb es der &Uuml;berzeugung war, dass die &uuml;ber die AG abgewickelten Rabatte allein der Kl&auml;gerin oder der von ihr beherrschten GmbH zuflossen, nicht aber auch dem Beigeladenen. Es hat sich insbesondere auf Unterlagen und Aufzeichnungen gest&uuml;tzt, die im Rahmen des Strafverfahrens beschlagnahmt wurden und aus denen nach Ansicht des FG zu ersehen ist, dass die Rabattzahlungen in vollem Umfang an die Kl&auml;gerin oder an die GmbH geleistet wurden. Aus diesem Grund war es der Auffassung, dass die entgegenstehende Zeugenaussage nicht glaubhaft, der Sachvortrag des Beigeladenen dagegen zutreffend war. Letztlich wendet sich die Kl&auml;gerin insoweit gegen die vom FG vorgenommene Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung und damit gegen die materiell-rechtliche Richtigkeit des angefochtenen Urteils. Mit derartigen Einw&auml;nden kann ein Beschwerdef&uuml;hrer im Verfahren &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde grunds&auml;tzlich nicht geh&ouml;rt werden (z.B. BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Juni 2014 IX&nbsp;B&nbsp;6\/14, BFH\/NV 2014, 1496).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auch insoweit, als die Kl&auml;gerin eine fehlerhafte Beweisw&uuml;rdigung geltend macht, weil das FG aus den auf Kontenbl&auml;ttern angebrachten handschriftlichen Vermerken unzutreffende Schlussfolgerungen gezogen habe, wendet sie sich gegen die Beweisw&uuml;rdigung des FG. Entsprechendes gilt, soweit sie beanstandet, dass aus dem Urteil nicht hervorgehe, wie die Aussage des Beigeladenen zustande gekommen sei; die Kl&auml;gerin ist der Ansicht, der Beigeladene habe sein Erscheinen bei Gericht hinausgez&ouml;gert, was gegen seine Glaubw&uuml;rdigkeit spreche. Auch damit r&uuml;gt sie letztlich die Tatsachenw&uuml;rdigung des FG. Mit derartigem Vorbringen kann die Revisionszulassung nicht erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Soweit die Kl&auml;gerin beanstandet, dass das FG das Urteil auf Dokumente gest&uuml;tzt habe, die im finanzgerichtlichen Verfahren nicht zur Sprache gekommen seien, macht sie sinngem&auml;&szlig; einen Versto&szlig; gegen den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r geltend (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO). Ein derartiger Verfahrensversto&szlig; kann allerdings nicht darauf beruhen, dass das Gericht sein Urteil (auch) mit Tatsachen begr&uuml;ndet hat, die sich aus den nach &sect;&nbsp;71 Abs.&nbsp;2 FGO &uuml;bermittelten Steuerakten ergeben. Ein FG ist nicht gehalten, den Beteiligten mitzuteilen, welche Tatsachen die vorgelegten Akten enthalten und wie es sie zu verwerten gedenkt. Die Kl&auml;gerin hatte die M&ouml;glichkeit, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;78 Abs.&nbsp;1 FGO Akteneinsicht zu nehmen und ggf. zum Akteninhalt Stellung zu beziehen (s. Senatsbeschluss vom 8.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;B&nbsp;75\/10, BFH\/NV 2012, 586, m.w.N.). Wer von diesem Recht nicht Gebrauch macht, kann sich sp&auml;ter nicht mit Erfolg darauf berufen, dass ihm das rechtliche Geh&ouml;r versagt worden sei (s. Lange in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;96 FGO Rz&nbsp;243).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Revision ist auch nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache zuzulassen (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin meint, das FG habe Zeugeneinvernahme und Parteivernehmung als grunds&auml;tzlich gleichwertige Beweismittel behandelt. Tats&auml;chlich sei aber der Beweiswert einer Zeugenaussage h&ouml;her als die Aussage einer Partei. Diese Rechtsfrage sei von grunds&auml;tzlicher Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus habe das FG die Einschr&auml;nkungen des Untersuchungsgrundsatzes, die sich aus einer Verletzung der Mitwirkungspflicht erg&auml;ben, verkannt. Das Gericht d&uuml;rfe nicht durch eine vorweggenommene Beweisw&uuml;rdigung feststellen, dass ein angebotener Beweis nicht gen&uuml;gend sei. Ob eine solche Feststellung zul&auml;ssig sei, sei von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, ebenso die Frage, ob die auf einer vorweggenommenen Beweisw&uuml;rdigung beruhende Annahme der Verletzung von Mitwirkungspflichten Einschr&auml;nkungen des Untersuchungsgrundsatzes im selben Ma&szlig;e rechtfertige, wie dies in der Rechtsprechung f&uuml;r tats&auml;chlich feststehende Verletzungen von Mitwirkungspflichten bekannt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO ist eine hinreichend bestimmte Rechtsfrage herauszustellen, deren Kl&auml;rung im Interesse der Allgemeinheit an der Einheitlichkeit der Rechtsprechung und der Fortentwicklung des Rechts erforderlich ist und die im konkreten Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu ist auszuf&uuml;hren, ob und in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage umstritten ist. Vor allem sind, sofern zu dem Problemkreis Rechtsprechung und &Auml;u&szlig;erungen im Fachschrifttum vorhanden sind, eine grundlegende Auseinandersetzung damit sowie eine Er&ouml;rterung geboten, warum durch diese Entscheidungen die Rechtsfrage noch nicht als gekl&auml;rt anzusehen ist oder weshalb sie einer weiteren oder erneuten Kl&auml;rung bedarf (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 21.&nbsp;Juni 2016 III&nbsp;B&nbsp;95\/15, BFH\/NV 2016, 1575).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin hat keine f&uuml;r die Allgemeinheit bedeutsamen Rechtsfragen herausgestellt, die in einem Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden k&ouml;nnten. Sie hat die auf den konkreten Einzelfall bezogenen R&uuml;gen, wonach das FG der Zeugenaussage zu Unrecht keinen h&ouml;heren Beweiswert als der Aussage des Beigeladenen zuerkannt habe und wonach es aufgrund einer vorweggenommenen Beweisw&uuml;rdigung rechtsfehlerhaft eine Verletzung der Mitwirkungspflicht angenommen habe, als allgemeine Rechtsfragen von grunds&auml;tzlicher Bedeutung formuliert. Dies gen&uuml;gt nicht, um die Darlegungsvoraussetzungen nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO zu erf&uuml;llen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.4.2017, III B 76\/16ECLI:DE:BFH:2017:B.180417.IIIB76.16.0 Wechsel der ehrenamtlichen Richter nach Vertagung, Zeugeneinvernahme bei Auslandssachverhalt, Geh&ouml;rsr&uuml;ge nach unterbliebener Akteneinsicht Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 9. Dezember 2015&nbsp;&nbsp;3 K 988\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. 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