{"id":67421,"date":"2017-07-01T08:28:18","date_gmt":"2017-07-01T06:28:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67421"},"modified":"2017-07-01T08:28:18","modified_gmt":"2017-07-01T06:28:18","slug":"v-b-147-16-grundsaetzliche-bedeutung-darlegungsvoraussetzungen-bei-geltendmachung-einer-verfassungswidrigen-ungleichbehandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-147-16-grundsaetzliche-bedeutung-darlegungsvoraussetzungen-bei-geltendmachung-einer-verfassungswidrigen-ungleichbehandlung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;147\/16 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung; Darlegungsvoraussetzungen bei Geltendmachung einer verfassungswidrigen Ungleichbehandlung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.4.2017, V B 147\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.180417.VB147.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunds&auml;tzliche Bedeutung; Darlegungsvoraussetzungen bei Geltendmachung einer verfassungswidrigen Ungleichbehandlung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 21. September 2016&nbsp;&nbsp;4 K 392\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) der Rechtsfrage, &quot;ob es mit Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG) vereinbar ist, dass Eltern eines am Monatsersten geborenen Kindes eine Monatszahlung weniger Kindergeld erhalten als andere Eltern&quot; liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an einer einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Zulassung der Revision kommt nur wegen einer kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen und kl&auml;rbaren Rechtsfrage in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn sich die Antwort auf die streitige Rechtsfrage ohne weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt oder wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das Finanzgericht (FG) getan hat, die Rechtslage also eindeutig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31.&nbsp;Januar 2017 III&nbsp;B&nbsp;55\/16, juris; vom 29.&nbsp;Oktober 2013 V&nbsp;B&nbsp;58\/13, BFH\/NV 2014, 192, sowie vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;184\/08, BFHE 224, 458, BStBl II&nbsp;2009, 850; vom 16.&nbsp;Januar 2007 X&nbsp;B&nbsp;38\/06, BFH\/NV 2007, 757, und vom 31.&nbsp;Mai 2007 III&nbsp;B&nbsp;109\/06, BFH\/NV 2007, 1867; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach liegen die Voraussetzungen f&uuml;r einen Anspruch des Kl&auml;gers auf Kindergeld f&uuml;r seinen Sohn C im November 2013 ersichtlich nicht vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes (EStG) wird ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, u.a. dann ber&uuml;cksichtigt, wenn es noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hat. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;2 EStG wird Kindergeld monatlich gezahlt, und zwar vom Beginn des Monats an, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erf&uuml;llt sind bis zum Ende des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzungen wegfallen. F&uuml;r die Berechnung des zugrunde zu legenden Alters eines Kindes sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;108 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung die &sect;&sect;&nbsp;187, 188 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ma&szlig;geblich. Nach &sect;&nbsp;187 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BGB wird der Tag der Geburt bei der Berechnung des Lebensalters mitgerechnet. Das Ende richtet sich dann nach &sect;&nbsp;188 Abs.&nbsp;2 BGB mit der Folge, dass das jeweilige Lebensjahr mit dem Ablauf desjenigen Tags endet, der seiner Benennung nach dem Tag der Geburt vorangeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da das Kind C am 1.&nbsp;November 1988 geboren war, vollendete es sein 25. Lebensjahr am 31.&nbsp;Oktober 2013. Die Altersvoraussetzungen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG lagen somit f&uuml;r den Monat November 2013 nicht mehr vor. Dass f&uuml;r ein am 1. eines Monats geborenes Kind am Ende des Bezugszeitraums f&uuml;r diesen Monat kein Anspruch auf Kindergeld mehr besteht, entspricht der ganz herrschenden Auffassung im Schrifttum (vgl. Wendl in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;66 EStG Rz&nbsp;4 unter &quot;2. Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit&quot; und Rz&nbsp;16; HHR\/Gr&ouml;nke-Reimann, &sect;&nbsp;32 EStG Rz&nbsp;76; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 36. Aufl., &sect;&nbsp;66 Rz&nbsp;5 &quot;Altersgrenze&quot;; Helmke\/Bauer, Kommentar zum Familienleistungsausgleich, &sect;&nbsp;66 Rz&nbsp;15; Selder in Bl&uuml;mich, Kommentar zum EStG, &sect;&nbsp;66 Rz&nbsp;22; Greite in Korn, &sect;&nbsp;66 EStG Rz&nbsp;11, a.A. lediglich Steck, Neue Wirtschafts-Briefe 2013, 2639).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Macht ein Beschwerdef&uuml;hrer &#8211;wie der Kl&auml;ger im Streitfall&#8211; mit der Nichtzulassungsbeschwerde verfassungsrechtliche Bedenken geltend, so erfordert die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung eine substantiierte, an den Vorgaben des GG und der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und des BFH orientierte Auseinandersetzung mit der Problematik (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21.&nbsp;Juli 2016 V&nbsp;B&nbsp;66\/15, BFH\/NV 2016, 1575, Rz&nbsp;8, sowie vom 9.&nbsp;November 2011 III&nbsp;B&nbsp;138\/11, BFH\/NV 2013, 372; vom 4.&nbsp;Oktober 2010 III&nbsp;B&nbsp;82\/10, BFH\/NV 2011, 38, m.w.N.). An einer solchen Aufarbeitung fehlt es vorliegend in mehrfacher Hinsicht:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger hat bereits nicht hinreichend dargelegt, dass die von ihm gebildeten Gruppen der Eltern mit Kindern, die am 1. eines Monats und jenen, die an den Folgetagen geboren sind, im Ansatz &uuml;berhaupt vergleichbar sind und daher ein verfassungsrechtlicher Anspruch auf vollst&auml;ndige Gleichbehandlung besteht. Im Hinblick auf das unterschiedliche Geburtsdatum ihrer Kinder bilden in erster Linie die Eltern der am 1. eines Monats geborenen Kinder die ma&szlig;gebliche Vergleichsgruppe. Diese werden vom Gesetzgeber aber gleich behandelt, indem f&uuml;r diese kein Anspruch auf Kindergeld besteht. Insoweit liegt offensichtlich kein Versto&szlig; gegen das Gebot vor, wesentlich Gleiches auch gleich zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der allgemeine Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG gilt zwar auch f&uuml;r ungleiche Beg&uuml;nstigungen. Verboten ist daher auch ein gleichheitswidriger Beg&uuml;nstigungsausschluss, bei dem eine Beg&uuml;nstigung einem Personenkreis gew&auml;hrt, einem anderen Personenkreis aber vorenthalten wird (BVerfG-Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;21\/12, BVerfGE 138, 136&nbsp;ff., Rz&nbsp;121, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wird jedoch ein derartiger Versto&szlig; gegen das Gleichbehandlungsgebot geltend gemacht, ist auf nahe liegende Gr&uuml;nde f&uuml;r und gegen die angegriffene Differenzierung einzugehen (BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Juni 2013 III&nbsp;B&nbsp;156\/12, BFH\/NV 2013, 1420). Insoweit hat der Kl&auml;ger lediglich vorgetragen, die gesetzliche Regelung versto&szlig;e gegen das Willk&uuml;rverbot, da zwischen Elternteilen eines am Monatsersten geborenen Kindes und anderen Eltern keinerlei Unterschied bestehe, der die Ungleichbehandlung in Bezug auf die Kindergeldvergabe rechtfertigen k&ouml;nne. Der Kl&auml;ger hat aber nicht ber&uuml;cksichtigt, dass es f&uuml;r die Ungleichbehandlung auf das Geburtsdatum des Kindes ankommt und die zur Berechnung des Kindergeldzeitraums ma&szlig;geblichen Regelungen in &sect;&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6, 66 Abs.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;187, 188 BGB einer Stichtagsregelung gleichkommen. Denn diese f&uuml;hren dazu, dass die Eltern von den am 1. eines Monats geborenen Kindern nach Vollendung des 18. bzw. 25. Lebensjahres f&uuml;r den Monat ihres Geburtstags kein Kindergeld (mehr) erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem Gesetzgeber ist es nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BVerfG durch Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG grunds&auml;tzlich nicht verwehrt, zur Regelung bestimmter Lebenssachverhalte Stichtage einzuf&uuml;hren. Ungleichheiten und H&auml;rten, die durch einen Stichtag entstehen, m&uuml;ssen hingenommen werden, wenn die Einf&uuml;hrung eines solchen notwendig und die Wahl des Zeitpunktes, orientiert am gegebenen Sachverhalt, vertretbar ist (BVerfG-Urteil vom 23.&nbsp;November 1999&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;1\/94, BVerfGE 101, 239, Rz&nbsp;113, sowie BVerfG-Beschluss vom 7.&nbsp;Oktober 2015&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;568\/15 Rz&nbsp;19, m.w.N., juris; Sachs, Kommentar zum GG, 7.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;3 Rz&nbsp;113; Jarass in Jarass\/Pieroth, Kommentar zum GG, Art.&nbsp;3 Rz&nbsp;32). Die verfassungsrechtliche Pr&uuml;fung von Stichtagsregelungen beschr&auml;nkt sich dementsprechend darauf, ob der Gesetzgeber den ihm zustehenden Spielraum in sachgerechter Weise genutzt hat, insbesondere ob die Einf&uuml;hrung des Stichtags &uuml;berhaupt und die Wahl des Zeitpunktes am gegebenen Sachverhalt orientiert und damit sachlich vertretbar war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Kl&auml;ger hat sich mit den Rechtfertigungsgr&uuml;nden einer Stichtagsregelung in keiner Weise auseinandergesetzt, insbesondere hat er nicht dargelegt, dass die Anwendung der &sect;&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6, 66 Abs.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;187, 188 BGB nicht am gegebenen Sachverhalt orientiert und damit sachlich unvertretbar w&auml;re. Da das Kindergeld die durch Kinder geminderte steuerliche Leistungsf&auml;higkeit ausgleichen und andererseits die Familie f&ouml;rdern soll (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Dezember 2012 III&nbsp;R&nbsp;29\/12, BFH\/NV 2013, 723), erscheint eine Ankn&uuml;pfung an den Geburtstag des Kindes sachverhaltsorientiert und der R&uuml;ckgriff des Gesetzgebers auf die im Rechtsverkehr allgemein geltenden Fristenberechnungsregeln des b&uuml;rgerlichen Rechts aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit und Rechtsklarheit vertretbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Selbst wenn &#8211;wie der Kl&auml;ger meint&#8211; von einer sachlich ungerechtfertigten Ungleichbehandlung auszugehen w&auml;re, erfordert die Schl&uuml;ssigkeit einer die Verletzung des Gleichheitssatzes betreffenden R&uuml;ge auch Darlegungen dazu, dass eine normverwerfende Entscheidung des BVerfG zu einer r&uuml;ckwirkenden Neuregelung des beanstandeten Gesetzes oder zumindest zu einer &Uuml;bergangsregelung f&uuml;r alle noch offenen F&auml;lle f&uuml;hren werde (vgl. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;November 2005 VIII&nbsp;B&nbsp;73\/05, BFH\/NV 2006, 540, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdebegr&uuml;ndung erf&uuml;llt auch diese Anforderungen nicht. Entsprechende Ausf&uuml;hrungen w&auml;ren jedoch erforderlich gewesen, weil dem Gesetzgeber wegen seines weiten Gestaltungsspielraums in Masseverfahren des Steuer- und Sozialrechts (vgl. hierzu BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;November 1998&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;10\/95, BVerfGE 99, 280, Rz&nbsp;47, und vom 10.&nbsp;April 1997&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;77\/92, BVerfGE 96, 1, Rz&nbsp;24; BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Februar 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;92\/98, BFHE 198, 201, BStBl II&nbsp;2002, 596, Rz&nbsp;16; HHR\/Wendl, &sect;&nbsp;66 EStG Rz&nbsp;4) verschiedene M&ouml;glichkeiten zur Behebung einer sachlich nicht gerechtfertigten Ungleichbehandlung zur Verf&uuml;gung st&uuml;nden und daher nicht ohne weiteres davon auszugehen ist, dass normverwerfende Entscheidungen des BVerfG zu einer r&uuml;ckwirkenden Neuregelung des beanstandeten Gesetzes oder auch nur zu einer &Uuml;bergangsregelung f&uuml;r alle noch offenen F&auml;lle f&uuml;hren w&uuml;rde (vgl. BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2006 IV&nbsp;B&nbsp;2\/05, BFH\/NV 2006, 1283, Rz&nbsp;11, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer Darstellung des Sachverhalts sowie einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.4.2017, V B 147\/16ECLI:DE:BFH:2017:B.180417.VB147.16.0 Grunds&auml;tzliche Bedeutung; Darlegungsvoraussetzungen bei Geltendmachung einer verfassungswidrigen Ungleichbehandlung Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 21. September 2016&nbsp;&nbsp;4 K 392\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde des Kl&auml;gers &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-147-16-grundsaetzliche-bedeutung-darlegungsvoraussetzungen-bei-geltendmachung-einer-verfassungswidrigen-ungleichbehandlung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;147\/16 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung; Darlegungsvoraussetzungen bei Geltendmachung einer verfassungswidrigen Ungleichbehandlung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67421","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67421\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}