{"id":67422,"date":"2017-07-01T08:28:41","date_gmt":"2017-07-01T06:28:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67422"},"modified":"2017-07-01T08:28:41","modified_gmt":"2017-07-01T06:28:41","slug":"x-b-22-17-heilung-eines-zustellungsmangels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-22-17-heilung-eines-zustellungsmangels\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;22\/17 &#8211; Heilung eines Zustellungsmangels"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.4.2017, X B 22\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.260417.XB22.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Heilung eines Zustellungsmangels<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 30. November 2016&nbsp;&nbsp;11 K 4321\/12 <noindex>E,G,U,F<\/noindex> wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Urteil vom 30.&nbsp;November 2016 hat das Finanzgericht (FG) eine Klage des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) teilweise abgewiesen. Das Urteil wurde am 29.&nbsp;Dezember 2016 mit einem Empfangsbekenntnis an die Bevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers versandt. Das Empfangsbekenntnis ist auch nach schriftlicher und telefonischer Erinnerung nicht zur&uuml;ckgelangt. Darauf stellte das FG das Urteil erneut mit Zustellungsurkunde zu. Diese Zustellung ist am 9.&nbsp;Februar 2017 bewirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Telefaxschreiben vom 30.&nbsp;Januar 2017 erhob der Kl&auml;ger Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des FG, &quot;zugestellt am 30.12.2016&quot; (so w&ouml;rtlich im Beschwerdeschriftsatz). Mit Schreiben vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2017 wies die Senatsvorsitzende auf die nach Zustellung am 30.&nbsp;Dezember 2016 mit Ablauf des 28.&nbsp;Februar 2017 eingetretene Vers&auml;umung der zweimonatigen Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist sowie die M&ouml;glichkeit der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hin. Eine Beschwerdebegr&uuml;ndung ist nicht eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig, da sie entgegen &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht innerhalb von zwei Monaten nach der Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils begr&uuml;ndet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) L&auml;sst sich die formgerechte Zustellung eines Dokuments nicht nachweisen oder ist das Dokument unter Verletzung zwingender Zustellungsvorschriften zugegangen, so gilt es nach &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;189 der Zivilprozessordnung (ZPO) in dem Zeitpunkt als zugestellt, in dem das Dokument der Person, an die die Zustellung dem Gesetz gem&auml;&szlig; gerichtet war oder gerichtet werden konnte, tats&auml;chlich zugegangen ist. Das ist der Zeitpunkt, zu dem der Adressat das Dokument tats&auml;chlich &quot;in den H&auml;nden h&auml;lt&quot; (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des Bundesfinanzhofs vom 6.&nbsp;Mai 2014 GrS&nbsp;2\/13, BFHE&nbsp;244, 536, BStBl II&nbsp;2014, 645, unter B.IV.2.). Das gilt nicht nur dann, wenn zu keinem Zeitpunkt eine formgerechte Zustellung bewirkt wurde. Es gilt auch dann, wenn der Mangel einer zun&auml;chst nicht formgerechten Zustellung nach &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;189 ZPO geheilt war, gleichwohl sp&auml;ter noch eine formgerechte Zustellung bewirkt wird. Die Heilung f&uuml;hrt zu einer uneingeschr&auml;nkt wirksamen Zustellung. Die zweite Zustellung macht daher die Heilung des Mangels der ersten Zustellung nicht wieder r&uuml;ckg&auml;ngig. Andernfalls k&ouml;nnte eine wirksam gewordene Zustellung r&uuml;ckwirkend unwirksam werden, wenn etwa aufgrund eines Tatsachen- oder Rechtsirrtums eine zweite Zustellung angeordnet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Fest steht, dass der Kl&auml;ger das Urteil bereits aufgrund der ersten &Uuml;bersendung erhalten haben muss. Andernfalls h&auml;tte er nicht am 30.&nbsp;Januar 2017 und damit vor der Zustellung per Zustellungsurkunde Beschwerde einlegen k&ouml;nnen. Soweit es das konkrete Datum betrifft, hat er selbst angegeben, das Urteil am 30.&nbsp;Dezember 2016 erhalten zu haben. Nach Absendung der Entscheidung am 29.&nbsp;Dezember 2016 ist diese Angabe glaubhaft. Somit endete die Frist zur Begr&uuml;ndung der Beschwerde am 28.&nbsp;Februar 2017. Einen Antrag auf Fristverl&auml;ngerung nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 FGO hat der Kl&auml;ger nicht gestellt. Abgesehen davon w&auml;re auch die verl&auml;ngerte Frist mittlerweile abgelaufen, ohne dass eine Beschwerdebegr&uuml;ndung eingegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 Halbsatz 2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.4.2017, X B 22\/17ECLI:DE:BFH:2017:B.260417.XB22.17.0 Heilung eines Zustellungsmangels Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 30. November 2016&nbsp;&nbsp;11 K 4321\/12 E,G,U,F wird als unzul&auml;ssig verworfen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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