{"id":67481,"date":"2017-07-09T10:48:34","date_gmt":"2017-07-09T08:48:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67481"},"modified":"2017-07-09T10:48:34","modified_gmt":"2017-07-09T08:48:34","slug":"x-r-6-15-gewerblicher-grundstueckshandel-bei-einem-geplanten-objekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-6-15-gewerblicher-grundstueckshandel-bei-einem-geplanten-objekt\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;6\/15 &#8211; Gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel bei einem geplanten Objekt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.4.2017, X R 6\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.050417.XR6.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel bei einem geplanten Objekt<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 19. Dezember 2014 13 K 3148\/11 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war als Vermessungsingenieur t&auml;tig. Im Jahre 1991 beauftragte die Gemeinde X sein B&uuml;ro mit der alleinigen Planung und Vermessung bez&uuml;glich der Erschlie&szlig;ung des Gewerbegebiets Y in dem im Beitrittsgebiet belegenen Ballungsgebiet A\/B. Aufgrund dieser T&auml;tigkeit wurden dem Kl&auml;ger die Verh&auml;ltnisse des Gewerbegebiets bekannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 20.&nbsp;Juli 1992 stellte der Kl&auml;ger einen Bauantrag f&uuml;r ein 2&nbsp;562&nbsp;qm gro&szlig;es Grundst&uuml;ck in X f&uuml;r den geplanten Bau eines B&uuml;ro- und Boardinghauses. Mit Vertrag vom 29.&nbsp;Juli 1992 erwarb er das Grundst&uuml;ck f&uuml;r 148.773,18&nbsp;EUR einschlie&szlig;lich der Anschaffungsnebenkosten. In der Folgezeit versuchte der Kl&auml;ger, das Objekt (das Grundst&uuml;ck sowie das noch zu errichtende Geb&auml;ude) zu ver&auml;u&szlig;ern. Im Jahr 1993 bekundete die Firma F-GmbH Interesse am Erwerb der geplanten Immobilie nach Fertigstellung. Ein vorl&auml;ufiger Grundst&uuml;ckskaufvertrag sah die Errichtung eines Rohbaus auf dem Grundst&uuml;ck sowie die Ver&auml;u&szlig;erung des gesamten Objekts zu einem Gesamtpreis von 1,8&nbsp;Mio.&nbsp;DM vor. Ende des Jahres 1994 nahm die Firma F-GmbH jedoch Abstand von dem Kauf. Der Antrag des Kl&auml;gers auf Erteilung der Baugenehmigung wurde am 10.&nbsp;Mai 1995 zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) hat der Kl&auml;ger seither versucht, das unbebaute Grundst&uuml;ck zu verkaufen oder zu vermieten. Angedachte Projekte, der Bau und Verkauf zum Betrieb einer Tankstelle sowie der Verkauf zum Betrieb eines Outletcenters zerschlugen sich. Trotz Inserierung im Internet wurde das Grundst&uuml;ck bis zu der 2014 stattfindenden m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG nicht ver&auml;u&szlig;ert. Seit 1992 machte der Kl&auml;ger die im Wesentlichen auf Schuldzinsen beruhenden Verluste aus dem Grundst&uuml;ck steuerlich geltend, zun&auml;chst als solche aus Vermietung und Verpachtung, sp&auml;ter aus Gewerbebetrieb in Gestalt eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stufte bis 2003 die Eink&uuml;nfte, teils vorl&auml;ufig, weiterhin als solche aus Vermietung und Verpachtung ein, folgte f&uuml;r 2004 jedoch mit einem unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Bescheid der wiederum auf gewerbliche Eink&uuml;nfte lautenden Erkl&auml;rung des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Steuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2005 beantragte der Kl&auml;ger die Anerkennung eines Verlustes aus gewerblichem Grundst&uuml;ckshandel in H&ouml;he von insgesamt 107.024&nbsp;EUR. Darin ist ein Betrag in H&ouml;he von 106.773,18&nbsp;EUR f&uuml;r die Teilwertabschreibung des streitgegenst&auml;ndlichen Grundst&uuml;cks auf einen durch das Gutachten eines Bausachverst&auml;ndigen ermittelten Verkehrswert von 42.000&nbsp;EUR enthalten, der in der Sache unstreitig ist. Das FA erkannte den Verlust nicht an. Das FG hat der Klage stattgegeben, da nach den konkreten Umst&auml;nden (Bauantrag, Verkaufsanzeigen, Verkaufsanbahnung, kurzfristige Finanzierung) davon auszugehen sei, dass der Kl&auml;ger bei dem Ankauf des Grundst&uuml;cks mit unbedingter Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht gehandelt habe. Es sei nachvollziehbar, dass der Kl&auml;ger wegen des nicht sicheren Verkaufs die Erteilung der Baugenehmigung nicht weiter betrieben, sondern den Aufwand f&uuml;r die fehlende Statik sowie das Brandschutzgutachten vermieden habe. Bei einem angedachten Verkaufspreis von insgesamt 1,8&nbsp;Mio.&nbsp;DM, einem Kaufpreis von 148.773,18&nbsp;EUR (290.975,04&nbsp;DM) und Rohbaukosten von 1,2&nbsp;Mio.&nbsp;DM w&auml;ren noch ca. 300.000&nbsp;DM verblieben, so dass auch abz&uuml;glich der bis zur Ver&auml;u&szlig;erung anfallenden Schuldzinsen noch ein Gewinn erzielt worden w&auml;re. Anhaltspunkte f&uuml;r eine pers&ouml;nliche Neigung f&uuml;r die tats&auml;chlich verlustbringende T&auml;tigkeit gebe es nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht das FA geltend, das FG habe nicht beachtet, dass es sich nur um den Kauf eines einzigen Grundst&uuml;cks handele und der Verkauf &uuml;ber konkrete Vorbereitungen nicht hinausgekommen sei. Allein die Planung der Errichtung bzw. Ver&auml;u&szlig;erung von Objekten rechtfertige die Annahme eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels noch nicht. Vielmehr h&auml;tten rechtliche Hindernisse entgegengestanden. Nach Zur&uuml;ckweisung des Baugenehmigungsantrags habe dem geplanten Objekt die baurechtliche Grundlage gefehlt. Das FG habe die Kosten der Baugenehmigung angesichts des geplanten Ver&auml;u&szlig;erungspreises &uuml;berbewertet und auch zu Unrecht unterstellt, der Kl&auml;ger h&auml;tte die Baugenehmigung bei Vorlage von Unterlagen problemlos erhalten k&ouml;nnen. Vor diesem Hintergrund k&ouml;nnten die sonstigen T&auml;tigkeiten des Kl&auml;gers nicht als ausreichende und nachhaltige Vorbereitungshandlungen gewerblicher T&auml;tigkeit betrachtet werden. Seit Ende 1994 habe der Kl&auml;ger keinerlei Ma&szlig;nahmen mehr zur zeitnahen Bebauung des Grundst&uuml;cks ergriffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Versagung der Baugenehmigung sei nicht entscheidend. Ein gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel liege zwar nicht vor, wenn sich das Objekt von vornherein als nicht realisierbar erweise, etwa das Baugesuch nicht den Vorgaben der Gemeinde entspreche, ein negativer Vorbescheid vorliege oder die Planungen noch nicht hinreichend konkretisiert seien. Dies alles sei hier aber nicht der Fall. Das Vorhaben habe dem gemeindlichen Bebauungsplan entsprochen, die Gemeinde ihr Einvernehmen erteilt. Baurechtliche Hindernisse seien nicht zu erwarten gewesen, da das Vorhaben nur in kleinen Teilen von einem bereits anderswo realisierten B&uuml;ro- und Boardinghaus abweiche. Im &Uuml;brigen habe er sich nach Kr&auml;ften um die Verwertung des Grundst&uuml;cks bem&uuml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Der Senat entscheidet nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in der Sache selbst und weist die Klage ab. Der Kl&auml;ger hat im Streitjahr 2005 keinen gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel betrieben. Es ist daher kein Verlust aus gewerblichem Grundst&uuml;ckshandel zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat kann offenlassen, ob der Kl&auml;ger mit dem Erwerb des Grundst&uuml;cks in X im Jahre 1992, das er mutma&szlig;lich zeitnah bebauen und ver&auml;u&szlig;ern wollte, dies jedoch nicht mehr umgesetzt hat, zun&auml;chst einen gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel begr&uuml;ndet hat, insbesondere, welche Bedeutung die letztlich nicht erteilte Baugenehmigung sowie der Umstand, dass es bis 2014 nicht zu einem Verkauf gekommen ist, haben k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn der Kl&auml;ger einen gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel unterhalten haben sollte, so w&auml;re jedoch in der Folgezeit &#8211;jedenfalls noch vor dem Streitjahr&#8211; die Gewinnerzielungsabsicht fortgefallen, der Betrieb im Wege des Strukturwandels zum Liebhabereibetrieb geworden. Soweit m&ouml;glicherweise zu Unrecht keine Feststellung nach &sect;&nbsp;8 der Verordnung (VO) &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) vorgenommen wurde, ist dies unerheblich. Ebenso wenig kommt es auf den genauen Zeitpunkt an, da dieser jedenfalls vor dem Streitjahr 2005 liegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit es dem Kl&auml;ger nicht gelungen ist, das Grundst&uuml;ck mit der urspr&uuml;nglich vorgesehenen geplanten Bebauung zeitnah zu verkaufen, w&auml;re dies zun&auml;chst nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. z.B. zu alledem Senatsurteile vom 23.&nbsp;Mai 2007 X&nbsp;R&nbsp;33\/04, BFHE 218, 163, BStBl II 2007, 874, unter II.2.b; vom 27.&nbsp;Mai 2009 X&nbsp;R&nbsp;39\/06, BFH\/NV 2009, 1790, unter II.4.a, m.w.N.; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;Mai 2011 IV&nbsp;R&nbsp;36\/09, BFH\/NV 2011, 2092, unter II.2.c&nbsp;bb, m.w.N.; vom 30.&nbsp;Oktober 2014 IV&nbsp;R&nbsp;34\/11, BFHE 247, 418, BStBl II 2015, 380, unter II.2.b) f&uuml;r sich genommen unerheblich. Die Aktivit&auml;ten des Kl&auml;gers z&auml;hlten nicht zum typischen Hobbybereich, bei dem nur geringe Anforderungen an die Feststellung pers&ouml;nlicher Gr&uuml;nde und Motive zur Weiterf&uuml;hrung des Unternehmens gestellt werden. Es w&auml;re nicht zul&auml;ssig, von dem tats&auml;chlichen Ausbleiben eines Gewinns auf das Fehlen der Gewinnerzielungsabsicht zu schlie&szlig;en. Es gibt auch sonst keinen Anhaltspunkt daf&uuml;r, dass das Vorhaben von vornherein nicht geeignet gewesen w&auml;re, einen Gewinn zu erzielen. Insbesondere ist nicht erkennbar, dass die angebahnte Gesch&auml;ftsbeziehung mit der F-GmbH von Beginn an keine Aussicht auf Umsetzung gehabt h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Gewinnerzielungsabsicht kann indes wie die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht bei Vermietung und Verpachtung (vgl. dazu BFH-Urteil vom 16.&nbsp;September 2015 IX&nbsp;R&nbsp;31\/14, BFH\/NV 2016, 188) auch nachtr&auml;glich wieder wegfallen. Dies f&uuml;hrt zwar nicht zu einer vollst&auml;ndigen steuerlichen Entstrickung des vormaligen Gewerbebetriebs. Allein der Fortfall der Gewinnerzielungsabsicht in einem bestehenden Betrieb bewirkt keine Betriebsaufgabe, sondern lediglich einen erfolgsneutralen Strukturwandel vom Gewerbebetrieb zur Liebhaberei. Die Wirtschaftsg&uuml;ter des Betriebsverm&ouml;gens bleiben sog. &quot;eingefrorenes Betriebsverm&ouml;gen&quot; (zur Begrifflichkeit BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Mai 2005 IV&nbsp;B&nbsp;97\/03, BFH\/NV 2005, 2176, unter 1.d der Entscheidungsgr&uuml;nde). Die stillen Reserven werden auf den Zeitpunkt des &Uuml;bergangs zur Liebhaberei nach &sect;&nbsp;8 VO zu &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;2 AO gesondert festgestellt. Jedoch sind die laufenden Ergebnisse von diesem Zeitpunkt an steuerrechtlich ebenso irrelevant wie wenn die Gewinnerzielungsabsicht von Beginn an gefehlt h&auml;tte (vgl. mit eingehender Begr&uuml;ndung das insoweit grundlegende BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Oktober 1981 IV&nbsp;R&nbsp;138\/78, BFHE 134, 339, BStBl II 1982, 381; das BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Mai 2011 IV&nbsp;R&nbsp;48\/08, BFHE 234, 11, BStBl II 2011, 792, unter II.5.c; beide f&uuml;r den &Uuml;bergang vom land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zur Liebhaberei; ferner Senatsurteil vom 15.&nbsp;Mai 2002 X&nbsp;R&nbsp;3\/99, BFHE 199, 241, BStBl II 2002, 809, unter II.4.a, f&uuml;r den &Uuml;bergang vom Gewerbebetrieb zur Liebhaberei).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Gewinnerzielungsabsicht ist im Streitfall nachtr&auml;glich entfallen. Nachdem die F-GmbH Ende 1994 das Projekt abgesagt hatte, hatte sich der urspr&uuml;nglich verfolgte Plan zerschlagen. Sp&auml;testens mit diesem Zeitpunkt begann eine kontinuierliche Verlustperiode. Nicht nur verlor das Grundst&uuml;ck selbst bis zum Streitjahr objektiv erheblich an Wert, sondern es erwies sich als unm&ouml;glich, ein anderes gewinnbringendes Bebauungs- und Verwertungskonzept zu finden. Der Kl&auml;ger musste vor einem Misserfolg seines Plans gewarnt sein und sich &uuml;berlegen, wie er weiter verfahren wollte. Stattdessen hat er auf die zunehmenden Vermarktungsschwierigkeiten nur unzureichend reagiert und mit dem Unterlassen geeigneter neuer Planungen zu erkennen gegeben, dass die (etwaige) Betriebsf&uuml;hrung nicht mehr ernstlich auf eine am Markt erfolgreiche T&auml;tigkeit gerichtet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat l&auml;sst offen, ob dem Steuerpflichtigen eine Anlaufzeit von nicht weniger als f&uuml;nf Jahren auch dann zuzugestehen ist, wenn, wie im Streitfall, zu keinem Zeitpunkt auch nur ein einziges gewerbetypisches Gesch&auml;ft vollst&auml;ndig abgewickelt wurde. Die Anlaufzeit ist keine starre Grenze, sondern lediglich ein Richtma&szlig;. F&uuml;r eine nennenswerte Verl&auml;ngerung dieser Anlaufzeit erkennt der Senat jedenfalls im Streitfall keinen Grund. Der Senat kann ebenfalls offenlassen, ob diese Anlaufzeit bereits mit dem Erwerb des Grundst&uuml;cks im Jahre 1992 oder erst mit dem Scheitern des urspr&uuml;nglichen Projekts 1994 beginnt. Sie war auch in letzterem Falle sp&auml;testens um die Jahrtausendwende erreicht und im Streitjahr 2005, elf Jahre nach dem R&uuml;ckzug der F-GmbH und 13&nbsp;Jahre nach dem Erwerb des Grundst&uuml;cks, bei weitem &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Tats&auml;chlich hat der Kl&auml;ger auch innerhalb einer gro&szlig;z&uuml;gig verstandenen Anlaufzeit, bis zum Streitjahr und dar&uuml;ber hinaus bis zum Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG (22&nbsp;Jahre nach dem Ankauf des Grundst&uuml;cks) nichts unternommen, was als geeignete Grundst&uuml;cksentwicklungsma&szlig;nahme verstanden werden k&ouml;nnte. Ihm ist zwar zuzugestehen, f&uuml;r eine anf&auml;ngliche Durststrecke und auch nach der Absage der F-GmbH zun&auml;chst noch an seinem urspr&uuml;nglichen und nach den Feststellungen des FG schl&uuml;ssigen Konzept festzuhalten und zu versuchen, mit einem anderen Erwerber das Vorhaben so zu Ende bringen zu k&ouml;nnen wie er es mit der F-GmbH geplant hatte. Zum Ende der Anlaufzeit h&auml;tte er aber andere Vorstellungen entwickeln m&uuml;ssen, wie er seinen (etwaigen) gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel doch noch zum wirtschaftlichen Erfolg f&uuml;hren k&ouml;nnte. Daran fehlt es. Er hat die Angelegenheit im Wesentlichen sich selbst &uuml;berlassen und mehr auf gl&uuml;ckliche Umst&auml;nde gebaut als konkreten Pl&auml;nen Gestalt verliehen. Das FG hat nicht festgestellt, der Kl&auml;ger im &Uuml;brigen auch nicht vorgetragen, was er &uuml;ber Verkaufsangebote im Internet hinaus praktisch unternommen hat, um das Projekt zu einem positiven Ende zu f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Reaktion des Kl&auml;gers auf die Ablehnung des Bauantrags ist insoweit kennzeichnend. Es kann offenbleiben, ob der Kl&auml;ger zeitnah und ohne gr&ouml;&szlig;ere sachliche Schwierigkeiten in der Lage gewesen w&auml;re, die begehrte Baugenehmigung zu erhalten. Tats&auml;chlich hat er sich nicht weiter um eine Genehmigung welchen Inhalts auch immer bem&uuml;ht. Das ist kein Signal f&uuml;r aktive Vermarktungsbem&uuml;hungen. Einerseits ist es verst&auml;ndlich, dass er ohne konkreten Interessenten f&uuml;r das Grundst&uuml;ck und ohne die etwaigen Bebauungsvorstellungen eines etwaigen Interessenten zu kennen, nicht weiter in die Erteilung einer Baugenehmigung quasi ins Blaue hinein investiert. Andererseits ist zumindest vorstellbar, dass sich ein Grundst&uuml;ck mit vorhandener Baugenehmigung f&uuml;r ein Objekt, das seinerseits Gewinn verspricht, besser verkaufen l&auml;sst als ein unbebautes Grundst&uuml;ck, von dem alle Beteiligten nur wissen, dass es nach Ma&szlig;gabe des Bebauungsplans im Gewerbegebiet bebaubar ist. Der Kl&auml;ger hat in der gesamten Folgezeit nichts in dieser Richtung unternommen. Seine Aktivit&auml;ten ersch&ouml;pften sich in einer durch die Realit&auml;t ersichtlich nicht gedeckten Hoffnung, durch Inserate einen Zufallstreffer zu erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat verkennt nicht, dass der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber den gesunkenen Marktpreisen f&uuml;r Grundst&uuml;cke machtlos war. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass es schlechterdings unm&ouml;glich war, aus dem Verkauf des Grundst&uuml;cks, ob bebaut oder unbebaut, &uuml;berhaupt noch einen Gewinn zu erzielen. In diesem Falle h&auml;tten Grundst&uuml;cksentwicklungsma&szlig;nahmen niemals Erfolg gehabt. Der Steuerpflichtige kann aber nicht unbegrenzt einen (etwaigen) steuerlich relevanten Gewerbebetrieb fortf&uuml;hren, wenn gleichzeitig feststeht, dass dieser vermeintliche Gewerbebetrieb keinen Totalgewinn mehr erzielen wird. Vielmehr kann in einem solchen Falle nur die Betriebsaufgabe den Strukturwandel zur Liebhaberei vermeiden. Das bedeutet, dass der Kl&auml;ger, selbst wenn er zu Beginn einen gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel unterhalten haben sollte, das Grundst&uuml;ck rechtzeitig entweder durch Entnahme in sein Privatverm&ouml;gen h&auml;tte &uuml;berf&uuml;hren oder ggf. auch mit Verlust h&auml;tte verkaufen m&uuml;ssen, um nicht in die Liebhaberei zu geraten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) F&uuml;hrte der Kl&auml;ger dennoch den (etwaigen) Betrieb unver&auml;ndert fort, nahm er den Verlust, den er angesichts dieser Entwicklung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu erwarten hatte, aus Gr&uuml;nden hin, die nicht mehr im Bereich der steuerlich relevanten Eink&uuml;nfteerzielung lagen. Der Senat geht davon aus, dass das Motiv des Kl&auml;gers in der Erwartung lag, dass die Immobilienpreise &uuml;ber einen sehr langen Zeitraum, ggf. auch &uuml;ber mehr als zehn Jahre hinweg, wieder steigen w&uuml;rden. Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erungen nach einer derartig langen Haltephase sind aber nach der aus &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes erkennbaren Wertung regelm&auml;&szlig;ig privater Natur. Eine darauf gerichtete Absicht stellt daher keine Gewinnerzielungsabsicht im Rahmen eines etwaigen gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.4.2017, X R 6\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.050417.XR6.15.0 Gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel bei einem geplanten Objekt Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 19. Dezember 2014 13 K 3148\/11 aufgehoben. Die Klage wird abgewiesen. Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-6-15-gewerblicher-grundstueckshandel-bei-einem-geplanten-objekt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;6\/15 &#8211; Gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel bei einem geplanten Objekt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67481","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67481","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67481"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67481\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67481"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67481"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}