{"id":67484,"date":"2017-07-09T10:49:04","date_gmt":"2017-07-09T08:49:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67484"},"modified":"2017-07-09T10:49:04","modified_gmt":"2017-07-09T08:49:04","slug":"ii-r-37-15-pflegefreibetrag-fuer-gesetzlich-zum-unterhalt-verpflichtete-personen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-37-15-pflegefreibetrag-fuer-gesetzlich-zum-unterhalt-verpflichtete-personen\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;37\/15 &#8211; Pflegefreibetrag f&uuml;r gesetzlich zum Unterhalt verpflichtete Personen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, II R 37\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IIR37.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Pflegefreibetrag f&uuml;r gesetzlich zum Unterhalt verpflichtete Personen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine aufgrund des Verwandtschaftsverh&auml;ltnisses bestehende gesetzliche Unterhaltspflicht schlie&szlig;t die Gew&auml;hrung des Pflegefreibetrags nicht aus.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 21. M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;3 K 35\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist Miterbin ihrer im August 2012 verstorbenen Mutter (M). Zum Nachlass der M geh&ouml;rten u.a. Bankguthaben in H&ouml;he von 785.543&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>M war im Jahr 2001 pflegebed&uuml;rftig geworden. Die Kl&auml;gerin hatte M im Dezember 2001 bis zu deren Tod in ihr Haus aufgenommen und auf eigene Kosten die Pflege der M &uuml;bernommen. Ab November 2001 hatte die Pflegekasse der M Pflegegeld nach der Pflegestufe III in H&ouml;he von anfangs 664,68&nbsp;EUR und zuletzt 700&nbsp;EUR monatlich gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen die Kl&auml;gerin mit &Auml;nderungsbescheid vom 10.&nbsp;Oktober 2013 Erbschaftsteuer in H&ouml;he von 4.865&nbsp;EUR fest. Der Einspruch, mit dem die Kl&auml;gerin die Ber&uuml;cksichtigung eines Freibetrags gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) in H&ouml;he von 20.000&nbsp;EUR begehrte, blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit der Begr&uuml;ndung statt, der Gew&auml;hrung des Freibetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG stehe nicht entgegen, dass die Kl&auml;gerin als Tochter der M gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1601 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) abstrakt verpflichtet gewesen sei, der M Unterhalt zu gew&auml;hren. Denn aufgrund des umfangreichen Verm&ouml;gens der M sei die Kl&auml;gerin dieser gegen&uuml;ber nicht unterhaltsverpflichtet gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung von &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass der Erwerb der Kl&auml;gerin wegen der von ihr gegen&uuml;ber M erbrachten Pflegeleistungen in H&ouml;he von 20.000&nbsp;EUR nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG steuerfrei ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG bleibt ein steuerpflichtiger Erwerb bis zu 20.000&nbsp;EUR steuerfrei, der Personen anf&auml;llt, die dem Erblasser unentgeltlich oder gegen unzureichendes Entgelt Pflege oder Unterhalt gew&auml;hrt haben, soweit das Zugewendete als angemessenes Entgelt anzusehen ist. Die Vorschrift regelt nicht den Abzug eines Pauschbetrags, sondern die Ber&uuml;cksichtigung eines Freibetrags, wobei die m&ouml;gliche Steuerbefreiung auf maximal 20.000&nbsp;EUR begrenzt ist (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11.&nbsp;September 2013 II&nbsp;R&nbsp;37\/12, BFHE 243, 1, BStBl II 2014, 114, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Begriff &quot;Pflege gew&auml;hren&quot; in &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG ist grunds&auml;tzlich weit auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Pflege in diesem Sinne ist die regelm&auml;&szlig;ige und dauerhafte F&uuml;rsorge f&uuml;r das k&ouml;rperliche, geistige oder seelische Wohlbefinden einer hilfsbed&uuml;rftigen Person. Die Gew&auml;hrung von Pflege setzt begrifflich eine wegen Krankheit, Behinderung, Alters oder eines sonstigen Grundes bestehende Hilfsbed&uuml;rftigkeit des Pflegeempf&auml;ngers voraus. Dabei reicht es f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG aus, dass die Pflege des Erblassers durch seine Hilfsbed&uuml;rftigkeit veranlasst war. Es ist nicht erforderlich, dass der Erblasser pflegebed&uuml;rftig i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 des Elften Buchs Sozialgesetzbuch in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (SGB&nbsp;XI&nbsp;a.F.) und einer Pflegestufe nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 SGB XI a.F. zugeordnet war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den Pflegeleistungen z&auml;hlen &#8211;in Anlehnung an die in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 SGB XI a.F. angef&uuml;hrten Hilfeleistungen&#8211; die Unterst&uuml;tzung und Hilfe bei den gew&ouml;hnlichen und regelm&auml;&szlig;ig wiederkehrenden Verrichtungen im Bereich der K&ouml;rperpflege (z.B. Waschen, Duschen, K&auml;mmen), der Ern&auml;hrung (z.B. Zubereiten und Aufnahme der Nahrung), der Mobilit&auml;t (z.B. selbst&auml;ndiges Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung) und der hauswirtschaftlichen Versorgung (z.B. Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Sp&uuml;len, Wechseln und Waschen der W&auml;sche und Kleidung). Voraussetzung ist dabei stets, dass die Leistungen regelm&auml;&szlig;ig und &uuml;ber eine l&auml;ngere Dauer erbracht worden sind. Die erbrachten Leistungen m&uuml;ssen im allgemeinen Verkehr einen Geldwert haben (vgl. BFH-Urteil in BFHE 243, 1, BStBl II 2014, 114, Rz&nbsp;16 bis 21, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG ist nur zu gew&auml;hren, wenn die Pflege unentgeltlich oder gegen unzureichendes Entgelt geleistet worden ist. Unentgeltlich in diesem Sinne bedeutet, dass die Pflegeleistungen vom Erwerber erbracht werden, ohne hierf&uuml;r eine Verg&uuml;tung zu erhalten (vgl. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juni 1995 II&nbsp;R&nbsp;80\/94, BFHE&nbsp;178, 218, BStBl II 1995, 784, unter II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Abzug eines Pflegefreibetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG kommt zudem nur in Betracht, soweit das Zugewendete als angemessenes Entgelt f&uuml;r die gew&auml;hrte Pflege anzusehen ist. Ein angemessenes Entgelt ist die Zuwendung nur, soweit sie dem Betrag entspricht, den der Erblasser durch die Inanspruchnahme der Pflegeleistungen erspart hat. Der Wert der Pflegeleistungen ist im konkreten Einzelfall am Ma&szlig;stab der objektiven Verh&auml;ltnisse im Zeitpunkt der Pflegeleistung zu ermitteln. Der anzusetzende Freibetrag h&auml;ngt insbesondere von Art, Dauer und Umfang der erbrachten Hilfeleistungen ab (vgl. BFH-Urteil in BFHE&nbsp;243, 1, BStBl II 2014, 114, Rz&nbsp;26, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Zuwendung kann auch dann ein angemessenes Entgelt f&uuml;r die gew&auml;hrte Pflege sein, wenn der Erwerber zu dem nach den zivilrechtlichen Vorschriften gegen&uuml;ber dem Erblasser unterhaltspflichtigen Personenkreis geh&ouml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;1601 BGB sind Verwandte in gerader Linie verpflichtet, einander Unterhalt zu gew&auml;hren. In gerader Linie verwandt sind nach &sect;&nbsp;1589 Satz&nbsp;1 BGB Personen, deren eine von der anderen abstammt, wie etwa Kinder von ihren Eltern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine aufgrund des Verwandtschaftsverh&auml;ltnisses nach den &sect;&sect;&nbsp;1601 ff., &sect;&nbsp;1589 Satz&nbsp;1 BGB bestehende gesetzliche Unterhaltspflicht schlie&szlig;t die Gew&auml;hrung einer Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG nicht aus (a.A. Milatz in Burandt\/ Rojahn, Erbrecht, 2.&nbsp;Aufl. 2014, &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;18; Weinmann in Christoffel\/Geckle\/Pahlke, Erbschaftsteuergesetz, 1.&nbsp;Aufl., 1998, &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;41; Kobor in Fischer\/J&uuml;ptner\/Pahlke\/ Wachter, ErbStG, 5. Aufl., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;56; Griesel in Daragan\/ Halaczinsky\/Riedel, ErbStG, BewG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;77; Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;40; Viskorf in Viskorf\/Knobel\/Schuck\/ W&auml;lzholz, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;104; Finanzverwaltung, Erbschaftsteuer-Richtlinien 2011 R&nbsp;E&nbsp;13.5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2; differenzierend nach konkreter Unterhaltspflicht BFH-Urteil vom 27.&nbsp;September 1957 III&nbsp;298\/56&nbsp;U, BFHE&nbsp;65, 508, BStBl III 1957, 427; ebenso: Geck in Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;65; Kien-H&uuml;mbert in Moench\/Weinmann, &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;58; B&ouml;ge, in: Tiedke, ErbStG, 2008, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;232; J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/ J&uuml;licher\/Gottschalk, ErbStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;102; Jochum in Wilms\/ Jochum, ErbStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;107).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r eine Beschr&auml;nkung des Anwendungsbereichs der Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG auf Erwerber, die mit dem Erblasser nicht in gerader Linie verwandt sind, bietet der Wortlaut der Vorschrift keine Grundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Weder aus der Verpflichtung zur Leistung von Unterhalt gegen&uuml;ber Verwandten in gerader Linie (&sect;&sect;&nbsp;1601&nbsp;ff., &sect;&nbsp;1589 Satz&nbsp;1 BGB) noch aus der Verpflichtung zu Beistand und R&uuml;cksicht zwischen Kindern und deren Eltern (&sect;&nbsp;1618a BGB) folgt eine generelle gesetzliche Verpflichtung zur pers&ouml;nlichen Pflege, die dazu f&uuml;hren kann, dass die Zuwendung des Erblassers an den Pflegenden aufgrund eines bestehenden gesetzlichen Anspruchs auf Pflege nicht als angemessenes Entgelt angesehen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Verwandtenunterhalt nach &sect;&sect;&nbsp;1601&nbsp;ff. BGB verpflichtet Kinder nicht zur Erbringung einer pers&ouml;nlichen Pflegeleistung gegen&uuml;ber ihren Eltern, da dieser gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1612 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB grunds&auml;tzlich in Geld zu erbringen ist. Auf die Bed&uuml;rftigkeit des Unterhaltsberechtigten (&sect;&nbsp;1602 BGB) bzw. die Leistungsf&auml;higkeit des Unterhaltspflichtigen (&sect;&nbsp;1603 BGB) im Einzelfall kommt es &#8211;abweichend von der Ansicht des FG&#8211; daher nicht an (anders noch BFH-Urteil in BFHE 65, 508, BStBl III 1957, 427).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen seiner Unterhaltspflicht schuldet der Unterhaltspflichtige &#8211;mit Ausnahme minderj&auml;hrigen Kindern gegen&uuml;ber (vgl. &sect;&nbsp;1606 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 BGB)&#8211; nur die Gew&auml;hrung von Barunterhalt zur Deckung des Lebensbedarfs (&sect;&nbsp;1610 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;1612 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB), mithin die Leistung eines bestimmten Geldbetrags unter anderem f&uuml;r Wohnung, Verpflegung, Kleidung, Gesundheits- und Krankenf&uuml;rsorge (Palandt\/Bruderm&uuml;ller, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 76.&nbsp;Aufl., Einf&uuml;hrung vor &sect;&nbsp;1601 Rz&nbsp;2). Der Elternunterhalt beschr&auml;nkt sich dabei in der Regel auf das Existenzminimum als Untergrenze des Bedarfs, kann jedoch auch den Mehrbedarf f&uuml;r eine Pflege umfassen (Palandt\/Bruderm&uuml;ller, a.a.O., &sect;&nbsp;1601 Rz&nbsp;6).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes ergibt sich auch nicht daraus, dass das unterhaltspflichtige Kind anstelle des Barunterhalts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1612 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 BGB Naturalleistungen erbringen kann, etwa durch Aufnahme und pers&ouml;nliche Pflege des Elternteils im eigenen Haushalt. Dies &auml;ndert nichts daran, dass die Erbringung von pers&ouml;nlicher Pflege eine freiwillige Leistung ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Pflicht zu Beistand und R&uuml;cksicht nach &sect;&nbsp;1618a BGB steht der Gew&auml;hrung des Pflegefreibetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG ebenfalls nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;1618a BGB sind Eltern und Kinder einander Beistand und R&uuml;cksicht schuldig. Diese Vorschrift, deren Rechtsnatur umstritten ist (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24.&nbsp;Februar 1994 IX&nbsp;ZR&nbsp;93\/93, BGHZ&nbsp;125, 206; M&uuml;nchKommBGB\/ v.&nbsp;Sachsen Gessaphe, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1618a Rz&nbsp;2; Palandt\/G&ouml;tz, a.a.O., &sect;&nbsp;1618a Rz&nbsp;2; Staudinger\/Hilbig-Lugani &#8211;2014&#8211;, &sect;&nbsp;1618a Rz&nbsp;10; jeweils m.w.N.) und die umfassend das Prinzip famili&auml;rer Solidarit&auml;t statuiert (Palandt\/G&ouml;tz, a.a.O., &sect;&nbsp;1618a BGB Rz&nbsp;1), verpflichtet die Familienmitglieder in allen Lebenslagen zu wechselseitigen Unterst&uuml;tzungs- und Hilfeleistungen. Im Bereich von Pflegeleistungen folgt aus &sect;&nbsp;1618a BGB jedoch kein klagbarer Anspruch. Bei der Vorschrift handelt es sich um eine nicht sanktionsbewehrte Vorschrift, die lediglich Leitlinien aufzeigt und deren Verletzung grunds&auml;tzlich ohne unmittelbare Rechtsfolgen bleibt (sog. &quot;lex imperfecta&quot;, vgl. BTDrucks 8\/2788, 43, 36; a.A. Teile der Literatur, z.B. Staudinger\/Hilbig-Lugani &#8211;2014&#8211; &sect;&nbsp;1618a Rz&nbsp;17; Ludyga, Familie-Partnerschaft-Recht &#8211;FPR&#8211; 2012, 54). Aufgrund des h&ouml;chstpers&ouml;nlichen Charakters von Pflegeleistungen ist jedenfalls eine Vollstreckung in diesem Bereich ausgeschlossen (vgl. Ludyga, FPR 2012, 54; Staudinger\/Hilbig-Lugani &#8211;2014&#8211; &sect;&nbsp;1618a Rz&nbsp;40; a.A. M&uuml;nchKommBGB\/v.&nbsp;Sachsen Gessaphe, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1618a Rz&nbsp;14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Diese weite Auslegung des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG entspricht dem Sinn und Zweck der Norm, die ein freiwilliges Opfer der pflegenden Person honorieren bzw. Pflegeleistungen au&szlig;erhalb vertraglicher oder gesetzlicher Bestimmungen beg&uuml;nstigen soll (vgl. BFH-Urteil in BFHE 65, 508, BStBl III 1957, 427; Geck in Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;65), und steht zudem im Einklang mit deren Entstehungsgeschichte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat den Freibetrag des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG durch das Erbschaftsteuerreformgesetz 2009 von 5.200&nbsp;EUR auf 20.000&nbsp;EUR erh&ouml;ht und damit nahezu vervierfacht. Dadurch soll die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung von Pflegeleistungen, die gegen&uuml;ber dem Erblasser erbracht worden sind, verbessert werden (BTDrucks 16\/11107, 9). Zugleich wird damit den gestiegenen Kosten f&uuml;r Pflege und Unterhalt Rechnung getragen. Da Pflegeleistungen &uuml;blicherweise innerhalb der Familie, insbesondere zwischen Kindern und Eltern erbracht werden, liefe die Freibetragsregelung bei Ausschluss dieses Personenkreises nahezu ins Leere (vgl. Kien-H&uuml;mbert, in Moench\/Weinmann, ErbStG, &sect;&nbsp;13 ErbStG Rz&nbsp;59, 63; Jochum in Wilms\/Jochum, ErbStG, &sect;&nbsp;13 Rz&nbsp;105). Es bestehen keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass der Gesetzgeber Pflegeleistungen von nahen Angeh&ouml;rigen bereits durch die hohen Freibetr&auml;ge des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG als abgegolten ansieht. Dem Anliegen, eine missbr&auml;uchliche Ausnutzung der Befreiung nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG durch Beantragung &uuml;berh&ouml;hter Betr&auml;ge f&uuml;r oft nur bedingt nachpr&uuml;fbare Pflegeleistungen zu beschr&auml;nken, wurde durch Begrenzung des Freibetrags auf 20.000&nbsp;EUR Rechnung getragen (vgl. BTDrucks 16\/11107, 9). Ein Ausschluss naher Angeh&ouml;riger vom Anwendungsbereich der Freibetragsregelung durch eine restriktive Auslegung der Norm ist hierf&uuml;r nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Der Abzug des Pflegefreibetrags nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG erfordert dar&uuml;ber hinaus, dass der Erwerber die Hilfsbed&uuml;rftigkeit des Erblassers sowie Art, Dauer, Umfang und Wert der tats&auml;chlich erbrachten Pflegeleistungen schl&uuml;ssig darlegt und glaubhaft macht. Er tr&auml;gt insoweit die Feststellungslast.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Hinblick auf den Sinn und Zweck der Steuerbefreiung und die damit verbundenen Nachweisschwierigkeiten sind jedoch keine &uuml;bersteigerten Anforderungen an die Darlegung und Glaubhaftmachung zu stellen. Vielmehr ist bei der Beurteilung der Frage, ob und inwieweit die tats&auml;chlichen Voraussetzungen der Steuerbefreiung erf&uuml;llt sind, ein gro&szlig;z&uuml;giger Ma&szlig;stab anzulegen (BFH-Urteil in BFHE 243, 1, BStBl II 2014, 114, Rz&nbsp;27 bis 28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die H&ouml;he des anzusetzenden Freibetrags bestimmt sich nach den gesamten Umst&auml;nden des konkreten Einzelfalls. Zur Ermittlung des Werts der vom Erwerber erbrachten Pflegeleistungen k&ouml;nnen die jeweils f&uuml;r vergleichbare Leistungen zu zahlenden, &uuml;blichen Verg&uuml;tungss&auml;tze entsprechender Berufsgruppen oder gemeinn&uuml;tziger Vereine herangezogen werden. Dem Erwerber steht es aber stets frei, einen h&ouml;heren Wert seiner Leistungen nachzuweisen. Bei Erbringung langj&auml;hriger, intensiver und umfassender Pflegeleistungen kann der Freibetrag auch in voller H&ouml;he zu gew&auml;hren sein, ohne dass es eines Einzelnachweises zum Wert der Pflegeleistungen bedarf (BFH-Urteil in BFHE 243, 1, BStBl II 2014, 114, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat das FG im Streitfall im Ergebnis zu Recht entschieden, dass der Erwerb der Kl&auml;gerin wegen der von ihr erbrachten Pflege der M in H&ouml;he von 20.000&nbsp;EUR steuerfrei ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO den BFH bindenden Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der pflegebed&uuml;rftigen M auf eigene Kosten Pflegeleistungen i.S. des &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 ErbStG &uuml;ber einen Zeitraum von knapp elf Jahren erbracht. F&uuml;r die Bewertung der Pflegeleistungen hat sich das FG an dem gezahlten Pflegegeld orientiert und daraus den Schluss gezogen, dass der Wert der erbrachten Pflegeleistungen angesichts des langen Zeitraums von rund elf Jahren weit &uuml;ber dem Freibetrag von 20.000&nbsp;EUR liegt. Diese Sachverhaltsw&uuml;rdigung ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Entscheidung durch Urteil ohne m&uuml;ndliche Verhandlung beruht auf &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, II R 37\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IIR37.15.0 Pflegefreibetrag f&uuml;r gesetzlich zum Unterhalt verpflichtete Personen Leits&auml;tze Eine aufgrund des Verwandtschaftsverh&auml;ltnisses bestehende gesetzliche Unterhaltspflicht schlie&szlig;t die Gew&auml;hrung des Pflegefreibetrags nicht aus. Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 21. M&auml;rz 2015&nbsp;&nbsp;3 K 35\/15 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-37-15-pflegefreibetrag-fuer-gesetzlich-zum-unterhalt-verpflichtete-personen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;37\/15 &#8211; Pflegefreibetrag f&uuml;r gesetzlich zum Unterhalt verpflichtete Personen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67484"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67484\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}