{"id":67518,"date":"2017-08-23T08:26:38","date_gmt":"2017-08-23T06:26:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67518"},"modified":"2017-08-23T08:26:38","modified_gmt":"2017-08-23T06:26:38","slug":"viii-r-39-14-werbungskosten-des-gesellschafters-einer-gmbh-wegen-inanspruchnahme-aus-einem-schuldbeitritt-ordnungsgemaesse-revisionsbegruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-39-14-werbungskosten-des-gesellschafters-einer-gmbh-wegen-inanspruchnahme-aus-einem-schuldbeitritt-ordnungsgemaesse-revisionsbegruendung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;39\/14 &#8211; Werbungskosten des Gesellschafters einer GmbH wegen Inanspruchnahme aus einem Schuldbeitritt &#8211; ordnungsgem&auml;&szlig;e Revisionsbegr&uuml;ndung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2017, VIII R 39\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.140317.VIIIR39.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Werbungskosten des Gesellschafters einer GmbH wegen Inanspruchnahme aus einem Schuldbeitritt &#8211; ordnungsgem&auml;&szlig;e Revisionsbegr&uuml;ndung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 18. M&auml;rz 2014 13 K 1917\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war seit 1993 zu 98&nbsp;% an einer Bautr&auml;ger-GmbH (GmbH) beteiligt. Die GmbH verkaufte im Jahr 1994 zehn Wohneinheiten, die sie aber nicht rechtzeitig fertigstellen konnte. Daraufhin verpflichtete sie sich gegen&uuml;ber den K&auml;ufern, ab dem 1.&nbsp;September 1995 insgesamt 13.895&nbsp;DM pro Monat Nutzungsentsch&auml;digung und Zinsen zu zahlen. Der Kl&auml;ger erkl&auml;rte den Beitritt zu dieser Verbindlichkeit und wurde hieraus in den Streitjahren (2000 bis 2002) in H&ouml;he von 55.000&nbsp;DM (2000), 80.500&nbsp;DM (2001) und 14.500&nbsp;EUR (2002) in Anspruch genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) verweigerte dem Kl&auml;ger die Anerkennung dieser Betr&auml;ge als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das jeweilige Streitjahr geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage hatte ebenso wie ein gerichtlicher Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte (Urteil vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;1917\/12, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2015, 29), eine Ber&uuml;cksichtigung der im Rahmen des Schuldbeitritts geleisteten Zahlungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen scheide aus, da der Schuldbeitritt nicht risikobehaftet und damit nicht durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst gewesen sei. Au&szlig;erdem seien die streitigen Aufwendungen mit den Anschaffungskosten der Beteiligung vergleichbar und wie der Verlust der Beteiligung selbst dem privaten Bereich des Steuerpflichtigen zuzurechnen. Die Rechtsprechung des VI.&nbsp;Senats des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Anerkennung eines Verlusts des von einem Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gew&auml;hrten Darlehens als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG) sei auf die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 EStG nicht &uuml;bertragbar. Letztlich handele ein Gesellschafter, der seinen Regressanspruch gegen&uuml;ber der GmbH nicht umgehend geltend mache, wirtschaftlich wie ein fremder Darlehensgeber, bei dem der Ausfall des Darlehens einkommensteuerrechtlich unbeachtlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des Kl&auml;gers. Er macht geltend, das angefochtene Urteil beruhe auf einem Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Da das FG in dem AdV-Beschluss vom 12.&nbsp;Dezember 2007&nbsp;&nbsp;13&nbsp;V&nbsp;1838\/07 die Veranlassung des Schuldbeitritts durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis angenommen habe, sei das angefochtene Urteil als &Uuml;berraschungsentscheidung zu werten und verletze seinen Anspruch auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO). Au&szlig;erdem habe das FG gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht versto&szlig;en (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus sei die Revision begr&uuml;ndet, da die BFH-Urteile, mit denen das FG eine Gleichstellung der Aufwendungen aus dem Schuldbeitritt mit den Anschaffungskosten der Beteiligung begr&uuml;nde, auf den Streitfall nicht anwendbar seien. Vielmehr ergebe sich aus dem Senatsurteil vom 2.&nbsp;Mai 2001 VIII&nbsp;R&nbsp;32\/00 (BFHE 195, 302, BStBl II 2001, 668) und dem Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 26.&nbsp;Oktober 1987 GrS&nbsp;2\/86 (BFHE 151, 523, BStBl II 1988, 348), dass die Aufwendungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen anzuerkennen seien. Er, der Kl&auml;ger, habe die Aufwendungen get&auml;tigt, um aus den Ertr&auml;gen der GmbH Aussch&uuml;ttungen zu erzielen. Ebenso wie die zinslose &Uuml;berlassung eines Darlehens oder die unentgeltliche Erbringung einer Dienstleistung an die Gesellschaft stehe auch der Beitritt des Kl&auml;gers zu den Verbindlichkeiten der GmbH im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Eink&uuml;nften aus &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG. Im &Uuml;brigen fehle eine h&ouml;chstrichterliche Abgrenzung zur Rechtsprechung des VI.&nbsp;Senats, die zu Werbungskosten des Arbeitnehmers einer Gesellschaft bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit im Zusammenhang mit einem der Gesellschaft gew&auml;hrten Darlehen ergangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2000 vom 21.&nbsp;Februar 2005 sowie die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 2001 und 2002 vom 5.&nbsp;Juli 2004, ge&auml;ndert durch die Bescheide vom 9.&nbsp;Januar 2009, jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Mai 2012, dahin zu &auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen Werbungskosten in H&ouml;he von 55.000&nbsp;DM (2000), 80.500&nbsp;DM (2001) und 14.500&nbsp;EUR (2002) ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat im Ergebnis zu Recht die Anerkennung von Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG bei den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen versagt (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO). Trotz der Inanspruchnahme aus dem Schuldbeitritt fehlt die f&uuml;r den Werbungskostenabzug erforderliche wirtschaftliche Belastung des Kl&auml;gers in den Streitjahren. Ein Verfahrensfehler liegt nicht vor (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;6 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Zul&auml;ssigkeit der Revision (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1 FGO) setzt u.a. eine dem &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 FGO gen&uuml;gende Begr&uuml;ndung voraus, die wegen unterschiedlicher Anforderungen grunds&auml;tzlich nicht auf die Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde Bezug nehmen darf (vgl. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;September 1995 VII&nbsp;R&nbsp;29\/95, BFH\/NV 1996, 385). Diese Voraussetzung ist im Streitfall erf&uuml;llt, auch wenn der Kl&auml;ger lediglich seine Ausf&uuml;hrungen im Verfahren &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde wiederholt. Denn zur Begr&uuml;ndung der Revision st&uuml;tzt er sich u.a. auf einen Verfahrensmangel. Au&szlig;erdem pr&uuml;ft der Kl&auml;ger zwar unzutreffend die Zulassungsgr&uuml;nde des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO, gen&uuml;gt aber zugleich den inhaltlichen Anforderungen an eine Revisionsbegr&uuml;ndung, indem er ausf&uuml;hrlich darlegt, weshalb das angefochtene Urteil der Rechtsprechung des BFH widersprechen soll (vgl. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2011 IV&nbsp;R&nbsp;36\/09, BFH\/NV 2011, 2092, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach st&auml;ndiger Senatsrechtsprechung (Urteile vom 24.&nbsp;Mai 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;46\/09, BFHE 234, 49, BStBl II 2011, 920, und vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;20\/08, BFHE 229, 151, BStBl II 2010, 787, jeweils m.w.N.) sind Werbungskosten (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG) alle Aufwendungen, die durch die Erzielung steuerpflichtiger &Uuml;berschusseink&uuml;nfte veranlasst sind, d.h. zu einer dieser Einkunftsarten in einem steuerrechtlich anzuerkennenden Zurechnungszusammenhang stehen. Ma&szlig;gebend ist zum einen die wertende Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen &quot;ausl&ouml;senden Moments&quot;, zum anderen die Zuweisung dieses ma&szlig;gebenden Grunds zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Stehen die Aufwendungen mit mehreren Einkunftsarten in Zusammenhang, entscheidet der engere und wirtschaftlich vorrangige Veranlassungszusammenhang (BFH-Urteile vom 8.&nbsp;Juli 2015 VI&nbsp;R&nbsp;77\/14, BFHE 250, 518, BStBl II 2016, 60, und vom 3.&nbsp;September 2015 VI&nbsp;R&nbsp;58\/13, BFHE 251, 429, BStBl II 2016, 305, jeweils m.w.N.). F&uuml;r die von einem beherrschenden GmbH-Gesellschafter get&auml;tigten Aufwendungen kommen insbesondere Werbungskosten zur Erzielung von Dividendeneinnahmen (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG) und &#8211;falls mit der Gesellschaft ein entsprechendes Anstellungsverh&auml;ltnis besteht&#8211; zur Erzielung von Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;19 EStG) in Betracht. Bei entgeltlich gew&auml;hrten Darlehen oder Finanzierungshilfen des Gesellschafters k&ouml;nnen auch Werbungskosten im Rahmen der daraus gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG erzielten Eink&uuml;nfte vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Werbungskosten sind dar&uuml;ber hinaus von den Anschaffungskosten bzw. den nachtr&auml;glichen Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung abzugrenzen. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung k&ouml;nnen Aufwendungen nur dann als nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung behandelt werden, wenn sie durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst und weder Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;9, 20 EStG noch Ver&auml;u&szlig;erungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 EStG sind (Senatsurteil in BFHE 195, 302, BStBl II 2001, 668, und BFH-Urteil vom 20.&nbsp;August 2013 IX&nbsp;R&nbsp;1\/13, BFH\/NV 2014, 310, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Streitfall k&ouml;nnen diese Abgrenzungsfragen aber letztlich dahingestellt bleiben. Denn eine Anerkennung des Werbungskostenabzugs scheidet bereits mangels einer wirtschaftlichen Belastung des Kl&auml;gers in den Streitjahren aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat in revisionsrechtlich bindender Weise festgestellt (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO), dass der Kl&auml;ger durch die fehlende Geltendmachung seines Regressanspruchs gegen die GmbH wirtschaftlich wie ein Darlehensgeber gegen&uuml;ber dieser gehandelt hat. Auch wenn der Schuldbeitritt zivilrechtlich zu einer Gesamtschuld der GmbH und des Kl&auml;gers und damit (auch) zu einer eigenen Verbindlichkeit des Kl&auml;gers gegen&uuml;ber den K&auml;ufern der Wohneinheiten gef&uuml;hrt hat, sind die Zahlungen des Kl&auml;gers somit steuerlich als Gew&auml;hrung eines Darlehens an die GmbH anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auszahlung einer Darlehensvaluta f&uuml;hrt jedoch nicht zu Werbungskosten, sondern zun&auml;chst (nur) zu Anschaffungskosten des Anspruchs auf R&uuml;ckzahlung des Darlehens. Die wirtschaftliche Belastung tritt f&uuml;r den Kl&auml;ger erst ein, wenn er auf seine R&uuml;ckzahlungsforderung verzichtet oder das Darlehen endg&uuml;ltig ausf&auml;llt (vgl. auch BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Oktober 1969 I&nbsp;R&nbsp;94\/67, BFHE 97, 76, BStBl II 1970, 44). Erst im Rahmen eines solchen Verzichts bzw. Ausfalls kommt es dann auf den Veranlassungszusammenhang an (vgl. auch BFH-Urteil vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2008 IX&nbsp;R&nbsp;80\/06, BFHE 220, 451, BStBl II 2008, 577, in dem nachtr&auml;gliche Anschaffungskosten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 EStG angenommen werden, sowie BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Mai 2015 VI&nbsp;R&nbsp;55\/14, BFH\/NV 2015, 1556, und Senatsbeschluss vom 1.&nbsp;September 1997 VIII&nbsp;B&nbsp;105\/96, BFH\/NV 1998, 450).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch wenn das FG in der Begr&uuml;ndung allgemein auf die Folgen eines Verlusts des Darlehensr&uuml;ckzahlungsanspruchs eingeht, hat es im Streitfall f&uuml;r den Streitzeitraum keinen Ausfall des Anspruchs des Kl&auml;gers gegen die GmbH festgestellt. Vielmehr spricht das FG lediglich davon, der Kl&auml;ger habe seinen Anspruch gegen&uuml;ber der GmbH nicht geltend gemacht, d.h. es ist &#8211;jedenfalls f&uuml;r den Streitzeitraum&#8211; weder von einem Verzicht noch von einem endg&uuml;ltigen Ausfall auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. F&uuml;r die demnach im Streitfall relevante Frage der steuerlichen Qualifizierung der Auszahlung eines der GmbH gew&auml;hrten Darlehens durch den Kl&auml;ger kommt es &#8211;mangels Ausfalls des R&uuml;ckzahlungsanspruchs bzw. Verzichts auf den R&uuml;ckzahlungsanspruch im Streitzeitraum&#8211; auf die Rechtsprechung des VI.&nbsp;Senats zur Anerkennung des Verlustes einer Darlehensforderung und der Aufwendungen zur Tilgung einer B&uuml;rgschaftsverpflichtung als Werbungskosten (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;November 2011 VI&nbsp;R&nbsp;97\/10, BFHE 236, 61, BStBl II 2012, 343, und in BFH\/NV 2015, 1556) nicht an. Gleiches gilt f&uuml;r die vom FG herangezogenen BFH-Entscheidungen vom 22.&nbsp;April 2008 IX&nbsp;R&nbsp;75\/06 (BFH\/NV 2008, 1994) und vom 1.&nbsp;Dezember 1961 VI&nbsp;306\/60&nbsp;U (BFHE 74, 163, BStBl III 1962, 63) sowie das Senatsurteil vom 19.&nbsp;Mai 1992 VIII&nbsp;R&nbsp;16\/88 (BFHE 168, 170, BStBl II 1992, 902) zur steuerlichen Behandlung von Zahlungen aufgrund von B&uuml;rgschaftsinanspruchnahmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich finden aufgrund der Annahme eines Darlehens auch die Rechtsprechungsgrunds&auml;tze &uuml;ber den Zu- und Abfluss (&sect;&nbsp;11 EStG) bei der Erstattung von Aufwendungen (vgl. Nachweise bei Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 36.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;11 Rz&nbsp;38) keine Anwendung. Insbesondere ist der dem Streitfall zugrunde liegende Sachverhalt nicht mit Aufwendungen eines Gesellschafters zur Erbringung unentgeltlicher Dienstleistungen f&uuml;r die GmbH im Sinne des Senatsurteils in BFHE 195, 302, BStBl II 2001, 668 vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das angefochtene Urteil ist auch nicht wegen eines Verfahrensfehlers aufzuheben. Insbesondere liegt keine &Uuml;berraschungsentscheidung vor, mit welcher der Anspruch des Kl&auml;gers auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO verletzt worden ist. Dies folgt bereits daraus, dass der AdV-Beschluss des FG vom 12.&nbsp;Dezember 2007&nbsp;&nbsp;13&nbsp;V&nbsp;1838\/07, in dem noch von einer Veranlassung des Schuldbeitritts durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis ausgegangen worden war, lediglich eine vorl&auml;ufige Entscheidung auf Grundlage einer summarischen Pr&uuml;fung darstellte. In jedem Fall fehlt aber die Kausalit&auml;t der vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel. Denn aus Sicht des Senats ist der Werbungskostenabzug schon mangels einer wirtschaftlichen Belastung im Streitjahr ausgeschlossen, so dass es nicht mehr auf den Veranlassungszusammenhang ankommt. Die Kausalit&auml;tsvermutung des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO findet unter diesen Umst&auml;nden keine Anwendung, so dass nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO verfahren werden konnte (vgl. Gr&auml;ber\/ Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;119 Rz&nbsp;19, m.w.N.). Der nach Auffassung des Senats entscheidende Gesichtspunkt, d.h. die im Streitzeitraum fehlende wirtschaftliche Belastung des Kl&auml;gers, lag im &Uuml;brigen bereits dem AdV-Beschluss des FG vom 12.&nbsp;Dezember 2007&nbsp;&nbsp;13&nbsp;V&nbsp;1838\/07 und der Einspruchsentscheidung vom 14.&nbsp;Mai 2012 zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.3.2017, VIII R 39\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.140317.VIIIR39.14.0 Werbungskosten des Gesellschafters einer GmbH wegen Inanspruchnahme aus einem Schuldbeitritt &#8211; ordnungsgem&auml;&szlig;e Revisionsbegr&uuml;ndung Tenor Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 18. M&auml;rz 2014 13 K 1917\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-39-14-werbungskosten-des-gesellschafters-einer-gmbh-wegen-inanspruchnahme-aus-einem-schuldbeitritt-ordnungsgemaesse-revisionsbegruendung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;39\/14 &#8211; Werbungskosten des Gesellschafters einer GmbH wegen Inanspruchnahme aus einem Schuldbeitritt &#8211; ordnungsgem&auml;&szlig;e Revisionsbegr&uuml;ndung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67518","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67518","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67518"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67518\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67518"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67518"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67518"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}