{"id":6752,"date":"2012-11-30T21:49:15","date_gmt":"2012-11-30T19:49:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6752"},"modified":"2012-11-30T21:49:15","modified_gmt":"2012-11-30T19:49:15","slug":"ix-r-23-10-wirtschaftliches-eigentum-an-einer-beteiligung-in-qualifizierter-hoehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-23-10-wirtschaftliches-eigentum-an-einer-beteiligung-in-qualifizierter-hoehe\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;23\/10 &#8211; Wirtschaftliches Eigentum an einer Beteiligung in qualifizierter H&ouml;he"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.5.2011, IX R 23\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Wirtschaftliches Eigentum an einer Beteiligung in qualifizierter H&ouml;he<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Besteht die Position eines Gesellschafters allein in der gebundenen Mitwirkung an einer inkongruenten Kapitalerh&ouml;hung, vermittelt sie kein wirtschaftliches Eigentum i.S. von &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 AO an einem Gesellschaftsanteil.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarb mit einheitlichem notariellem Vertrag vom 16.\/17. Juli 1999 mit sofortiger Wirkung zun&auml;chst einen Gesch&auml;ftsanteil von 12,6 % an der K GmbH von der H GmbH. Das Stammkapital der K GmbH betrug 25.565 EUR (50.000 DM). Die H GmbH &#8211;seit Gr&uuml;ndung der K GmbH am 4. Dezember 1996 alleinige Gesellschafterin&#8211; splittete ihre Beteiligung in einen Anteil zu 9.458,90 EUR (18.500 DM) und je f&uuml;nf Anteile zu 3.221,14 EUR (6.300 DM), von denen der Kl&auml;ger einen und die H GmbH selbst ebenfalls einen erhielt. Nach diesem Vertrag hielten die &quot;Erschienenen&quot; &#8211;darunter auch der Kl&auml;ger bzw. sein Stellvertreter&#8211; sodann unter Verzicht auf alle Frist- und Formvorschriften eine Gesellschafterversammlung der K GmbH ab und beschlossen eine Erh&ouml;hung des Stammkapitals der Gesellschaft auf 24.000.000 EUR. Damit verminderte sich die Beteiligung des Kl&auml;gers auf 0,0208 %. Der Kl&auml;ger wurde als einer von drei Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern bestellt. Erst dann wurde der Vertrag von den Vertragsparteien unterzeichnet und notariell beurkundet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 22. August 2000 ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger seinen Gesellschaftsanteil f&uuml;r 1.533.875 EUR (3.000.000 DM). Der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn betrug 1.528.875 EUR (2.990.220 DM)\/Ver&auml;u&szlig;erungspreis 1.533.875 EUR (3.000.000 DM) .\/. Anschaffungskosten 5.000 EUR (9.780 DM). Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) besteuerte diesen Gewinn nach &sect; 17 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr ma&szlig;gebenden Fassung (EStG). Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1499 ver&ouml;ffentlichten Urteil ab. Insbesondere sei der Kl&auml;ger an der K GmbH wesentlich, d.h. zu mindestens 10 % i.S. des &sect; 17 Abs. 1 S&auml;tze 1 und 4 EStG beteiligt gewesen. Die &Uuml;bertragung eines Gesellschaftsanteils in H&ouml;he von 3.221,14 EUR (6.300 DM) an der K GmbH mit einem Stammkapital von 25.565 EUR (50.000 DM) sei zivilrechtlich wie auch steuerrechtlich wirksam gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des Kl&auml;gers, mit der dieser die Verletzung materiellen Rechts (&sect; 17 Abs. 1 S&auml;tze 1 und 4 EStG, &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) r&uuml;gt. Der Kl&auml;ger habe zu keinem Zeitpunkt wirtschaftliches Eigentum i.S. des &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO an einer 12,6 %igen Beteiligung an dem Stammkapital der K GmbH innegehabt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger habe die Beteiligung in H&ouml;he von 12,6 % von Seiten der ehemaligen Alleininhaberin s&auml;mtlicher Gesch&auml;ftsanteile, der H GmbH, nur zu dem Zweck erhalten, um in der unmittelbar anschlie&szlig;end folgenden Gesellschafterversammlung an der Herstellung der von Anfang an zwischen den Gesch&auml;ftspartnern verabredeten Gesellschaftsstruktur mitzuwirken. Es habe auch von Anfang an festgestanden, dass der Kl&auml;ger keine verm&ouml;gensrechtlichen Anspr&uuml;che aus dieser Beteiligung in H&ouml;he von 12,6 % w&uuml;rde geltend machen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der gesamte Beurkundungsvorgang sei unter der Pr&auml;misse des Joint Venture Agreements gestanden, die Herstellung der von den Gesch&auml;ftspartnern verabredeten gesellschaftsrechtlichen Strukturen zu bewerkstelligen. Die beiden Hauptgesellschafter h&auml;tten es aufgrund der Einheitlichkeit des Beurkundungsvorgangs in der Hand gehabt, die Einhaltung der &quot;Spielregeln&quot; bis zur abschlie&szlig;enden Unterzeichnung der Urkunde sowie bis zu der notariellen Beurkundung zu kontrollieren. Die Gesch&auml;ftsanteils&uuml;bertragung auf den Kl&auml;ger sei erst nach abschlie&szlig;ender Unterzeichnung der Urkunde und der notariellen Beurkundung, also nach der vollst&auml;ndigen Umsetzung des verabredeten Konzepts, wirksam geworden. H&auml;tte der Kl&auml;ger sein Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung nicht wie von Anfang an verabredet ausge&uuml;bt, w&auml;re die Unterzeichnung der Urkunde und die erforderliche notarielle Beurkundung unterblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch unter Ber&uuml;cksichtigung der Gesamtplanrechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) k&ouml;nne vorliegend nicht von einer wesentlichen Beteiligung i.S. des &sect; 17 Abs. 1 S&auml;tze 1 und 4 EStG ausgegangen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2000 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 18. Februar 2003, zuletzt ge&auml;ndert durch den Einkommensteuerbescheid vom 19. Dezember 2003, mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass der aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Gesch&auml;ftsanteile an der GmbH erzielte Gewinn in H&ouml;he von 2.990.220 DM (1.528.875 EUR) keine Ber&uuml;cksichtigung findet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der tatrichterlichen &Uuml;berzeugungsbildung sei der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung des Gesch&auml;ftsanteils an der K GmbH zu Recht als Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn i.S. des &sect; 17 EStG erfasst worden. Dass der Kl&auml;ger auch wirtschaftlich &uuml;ber seine Beteiligung verf&uuml;gte, indem erst nach dem Erwerb seiner wesentlichen Beteiligung an einer Gesellschafterversammlung teilgenommen habe und dabei in dieser Gesellschafterfunktion die Kapitalerh&ouml;hung mit beschlossen habe, ergebe sich aus dem insoweit ebenfalls unstrittigen Sachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Stattgabe der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung). Zu Unrecht ist das FG von einer wesentlichen Beteiligung des Kl&auml;gers i.S. von &sect; 17 Abs. 1 EStG an der K GmbH ausgegangen und hat den Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung des Gesch&auml;ftsanteils des Kl&auml;gers der Besteuerung unterworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre am Kapital der Gesellschaft wesentlich beteiligt war und er die Beteiligung in seinem Privatverm&ouml;gen gehalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine wesentliche Beteiligung ist gegeben, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer an der Gesellschaft zu mindestens 10 % unmittelbar oder mittelbar beteiligt war (&sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG). Die Anteilsh&ouml;he einer wesentlichen Beteiligung bestimmt sich nach der im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung geltenden Gesetzeslage (s. BFH-Beschluss vom 17. November 2004 VIII B 129\/04, BFH\/NV 2005, 540; BFH-Urteil vom 9. Oktober 2008 IX R 73\/06, BFHE 223, 145, BStBl II 2009, 140, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Ver&auml;u&szlig;erung i.S. von &sect; 17 EStG wird mit der entgeltlichen &Uuml;bertragung des (zivilrechtlichen oder wirtschaftlichen) Eigentums durch den Ver&auml;u&szlig;erer auf den Erwerber verwirklicht (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil in BFHE 223, 145, BStBl II 2009, 140, unter II.2.). Notwendige und hinreichende Voraussetzung f&uuml;r die Zurechnung einer (weiterver&auml;u&szlig;erten) Beteiligung i.S. des &sect; 17 EStG ist das (zumindest) wirtschaftliche Eigentum (vgl. BFH-Urteile vom 22. Juli 2008 IX R 61\/05, BFH\/NV 2008, 2004; vom 17. Februar 2004 VIII R 26\/01, BFHE 205, 204, BStBl II 2004, 651, m.w.N.). Nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO ist die Rechtsstellung des wirtschaftlichen Eigent&uuml;mers dadurch gekennzeichnet, dass er den zivilrechtlichen Eigent&uuml;mer im Regelfall f&uuml;r die gew&ouml;hnliche Nutzungsdauer von der Einwirkung auf das Wirtschaftsgut wirtschaftlich ausschlie&szlig;en kann. Ihm muss also auch der wirtschaftliche Erfolg aus der (Weiter-)Ver&auml;u&szlig;erung geb&uuml;hren (vgl. BFH-Urteile vom 7. Juli 1992 VIII R 54\/88, BFHE 169, 49, BStBl II 1993, 331, unter 1.; vom 16. Mai 1995 VIII R 33\/94, BFHE 178, 197, BStBl II 1995, 870, unter II.1.a ee, und vom 18. Mai 2005 VIII R 34\/01, BFHE 210, 247, BStBl II 2005, 857, unter II.1.c cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das wirtschaftliche Eigentum an einem Kapitalgesellschaftsanteil geht auf einen Erwerber &uuml;ber (&sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 AO), wenn der K&auml;ufer des Anteils<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) aufgrund eines (b&uuml;rgerlich-rechtlichen) Rechtsgesch&auml;fts bereits eine rechtlich gesch&uuml;tzte, auf den Erwerb des Rechts gerichtete Position erworben hat, die ihm gegen seinen Willen nicht mehr entzogen werden kann, und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) die mit dem Anteil verbundenen wesentlichen (Verwaltungs- und Verm&ouml;gens-)Rechte (insbesondere Gewinnbezugsrecht und Stimmrecht) sowie<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Risiko und Chance von Wertver&auml;nderungen auf ihn &uuml;bergegangen sind (vgl. BFH-Urteile in BFHE 223, 145, BStBl II 2009, 140, unter II.2.,und vom 11. Juli 2006 VIII R 32\/04, BFHE 214, 326, BStBl II 2007, 296, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach erlangt wirtschaftliches Eigentum, wer nach dem Inhalt der getroffenen Abrede alle mit der Beteiligung verbundenen wesentlichen Rechte (Verm&ouml;gens- und Verwaltungsrechte, insbesondere Gewinnbezugs- und Stimmrecht) aus&uuml;ben und im Konfliktfall effektiv durchsetzen kann (vgl. BFH-Urteile in BFHE 210, 247, BStBl II 2005, 857; vom 8. November 2005 VIII R 11\/02, BFHE 211, 277, BStBl II 2006, 253; in BFH\/NV 2008, 2004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Eigentums ist nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse im jeweiligen Einzelfall zu beurteilen. Eine von der zivilrechtlichen Inhaberstellung abweichende Zuordnung eines Wirtschaftsguts kann deshalb auch anzunehmen sein, wenn die vorstehend genannten Voraussetzungen nicht in vollem Umfang erf&uuml;llt sind. Demgem&auml;&szlig; ist auch bei der Bestimmung des wirtschaftlichen Eigentums nicht das formal Erkl&auml;rte oder formal-rechtlich Vereinbarte, sondern das wirtschaftlich Gewollte und das tats&auml;chlich Bewirkte ausschlaggebend (vgl. BFH-Urteile in BFHE 214, 326, BStBl II 2007, 296; in BFHE 223, 145, BStBl II 2009, 140, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diesen Grunds&auml;tzen entspricht die Vorentscheidung nicht, sie ist daher aufzuheben. Die Sache ist spruchreif; der Klage ist stattzugeben. Der Kl&auml;ger war innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre am Kapital der K GmbH nicht wesentlich i.S. des &sect; 17 Abs. 1 EStG beteiligt, so dass der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung seines GmbH-Anteils nicht der Besteuerung unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat vor der inkongruenten Kapitalerh&ouml;hung keine tats&auml;chliche freie Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber eine Beteiligung von 12,6 % erworben. Es war ihm zu keinem Zeitpunkt m&ouml;glich, aus einer wesentlichen Beteiligung resultierende Rechte &#8211;jenseits der Mitwirkung an der inkongruenten Kapitalerh&ouml;hung&#8211; auszu&uuml;ben. Seine Position bestand allein in der gebundenen Mitwirkung an der Herstellung der vorweg vereinbarten Gesellschaftsstruktur unter Reduzierung der eigenen Beteiligungsquote. Die aus der Beteiligung resultierenden Verwaltungsrechte standen dem Kl&auml;ger ausschlie&szlig;lich in Gestalt einer einmaligen vorweg gebundenen Stimmrechtsaus&uuml;bung zu. F&uuml;r die tats&auml;chliche Wahrnehmung von verm&ouml;gensrechtlichen Anspr&uuml;chen lie&szlig; die konkrete Vertragsgestaltung keinerlei Raum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.5.2011, IX R 23\/10 Wirtschaftliches Eigentum an einer Beteiligung in qualifizierter H&ouml;he Leits&auml;tze Besteht die Position eines Gesellschafters allein in der gebundenen Mitwirkung an einer inkongruenten Kapitalerh&ouml;hung, vermittelt sie kein wirtschaftliches Eigentum i.S. von &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 AO an einem Gesellschaftsanteil. Tatbestand 1&nbsp; I. 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