{"id":67531,"date":"2017-08-23T08:28:20","date_gmt":"2017-08-23T06:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67531"},"modified":"2017-08-23T08:28:20","modified_gmt":"2017-08-23T06:28:20","slug":"vii-r-31-15-vorsatzanfechtung-gemaess-par-3-abs-1-anfg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-31-15-vorsatzanfechtung-gemaess-par-3-abs-1-anfg\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;31\/15 &#8211; Vorsatzanfechtung gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 1 AnfG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.4.2017, VII R 31\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.250417.VIIR31.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsatzanfechtung gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 1 AnfG<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Finanzamts wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 18. November 2014&nbsp;&nbsp;10 K 3270\/13 AO aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wendet sich gegen die Aufhebung eines gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) an den Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) ergangenen Duldungsbescheids.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vater (V) des Kl&auml;gers schuldet dem FA mehr als &#8230;&nbsp;EUR f&auml;llige Einkommen- und Umsatzsteuern einschlie&szlig;lich Nebenleistungen. Vollstreckungsversuche blieben erfolglos. Im Rahmen einer Liquidit&auml;tspr&uuml;fung stellte das FA fest, dass ein Dritter auf ein Girokonto des Kl&auml;gers &#8230;&nbsp;EUR f&uuml;r Kurierfahrten des V &uuml;berwiesen hatte. Das FA erlie&szlig; am &#8230; einen Duldungsbescheid, mit dem der Kl&auml;ger zum Wertersatz in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR aufgefordert wurde. Nach erfolglosem Einspruchsverfahren hat der Kl&auml;ger Klage erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hob den Duldungsbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung auf. Es urteilte, im Streitfall seien die Anfechtungsvoraussetzungen weder des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Anfechtungsgesetzes (AnfG) noch des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 AnfG erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;4 AnfG setze eine unentgeltliche Leistung des Schuldners voraus, also eine Verm&ouml;gensminderung auf Seiten des Schuldners (hier des V) und eine Verm&ouml;gensmehrung auf Seiten des Anfechtungsgegners (hier des Kl&auml;gers). Die Darlegungs- und Beweislast f&uuml;r anfechtbare Rechtshandlungen des Schuldners trage der Anfechtende. Im Streitfall sei nichts daf&uuml;r ersichtlich, dass V, als er die Einzahlungen auf das Konto veranlasst habe, den Willen gehabt habe, dem Kl&auml;ger dauerhaft Verm&ouml;genswerte zuzuwenden. Nach dem Vortrag des FA habe V das Konto des Kl&auml;gers wie ein eigenes genutzt. Im Hinblick auf die &Uuml;berlassung der Kontokarte und Mitteilung der pers&ouml;nlichen Identifikationsnummer (PIN) durch den Kl&auml;ger habe V (im Innenverh&auml;ltnis) die alleinige Verf&uuml;gungsgewalt &uuml;ber die f&uuml;r ihn eingezahlten Gelder besessen. Der Kl&auml;ger, der ein weiteres Girokonto f&uuml;r eigene Zwecke unterhalten habe, habe &uuml;ber das streitgegenst&auml;ndliche Girokonto bzw. das Guthaben nicht verf&uuml;gt; er sei zur Herausgabe der Gelder an V verpflichtet gewesen. Er habe nach seinem Vortrag aus dem Konto nichts erlangt. Dies werde vom FA auch nicht behauptet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Anfechtungsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 AnfG l&auml;gen nicht vor. Das FA habe die positive Kenntnis des Kl&auml;gers von der Gl&auml;ubigerbenachteiligungsabsicht des V (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AnfG) oder der drohenden Zahlungsunf&auml;higkeit und der gl&auml;ubigerbenachteiligenden Wirkung der Handlung (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AnfG) nicht nachgewiesen. Au&szlig;erdem sei der Kl&auml;ger nicht mehr bereichert und deshalb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11 AnfG nicht zum Wertersatz verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger schlie&szlig;t sich den Ausf&uuml;hrungen des FG an und tr&auml;gt vor, er habe das Konto er&ouml;ffnet, um V die M&ouml;glichkeit der bargeldlosen Zahlung eines Vereinsbeitrags zu erm&ouml;glichen. Er habe mit V keine Vereinbarungen zu Lasten Dritter getroffen, habe von den Bewegungen auf dem Girokonto keine Kenntnis gehabt und habe nicht &uuml;ber das Guthaben verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG verletzt Bundesrecht, weil das FG nicht ber&uuml;cksichtigt hat, dass die Darlegung der Vorsatzanforderungen i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 AnfG von der Rechtsprechung durch anerkannte Beweisanzeichen sowie Erfahrungss&auml;tze erleichtert wird und &sect;&nbsp;11 AnfG ge&auml;ndert wurde, weshalb die Rechtsprechung &#8211;dem Bundesgerichtshof (BGH) folgend&#8211; der ge&auml;nderten Gesetzeslage anzupassen ist. Das Urteil ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 AO erfolgt die Anfechtung wegen Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis au&szlig;erhalb des Insolvenzverfahrens durch Duldungsbescheid, soweit sie nicht im Wege der Einrede (&sect;&nbsp;9 AnfG) geltend zu machen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die allgemeinen Tatbestandsvoraussetzungen der &sect;&sect;&nbsp;1 und 2 AnfG liegen im Streitfall vor. Hiervon ist auch das FG im Ergebnis zutreffend ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1&nbsp;AnfG sind Rechthandlungen eines Schuldners, die seine Gl&auml;ubiger (hier das FA) benachteiligen &#8211;d.h. jedes rechtliche oder tats&auml;chliche Handeln oder Unterlassen, das entsprechende rechtliche Folgen hat (vgl. Senatsurteil vom 2.&nbsp;November 2010 VII&nbsp;R&nbsp;6\/10, BFHE 231, 488, BStBl II 2011, 374; Huber, AnfG, 11.&nbsp;Aufl. 2016, &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;5 ff., 32&nbsp;ff.)&#8211;, au&szlig;erhalb des Insolvenzverfahrens anfechtbar. Hierzu geh&ouml;rt auch die &Uuml;bertragung einer formellen Rechtsposition durch Einzahlung auf das &quot;geliehene&quot;, als Eigen-, nicht als Anderkonto gef&uuml;hrte Bankkonto eines anderen oder die Aufforderung an einen Drittschuldner (im Streitfall z.B. der Auftraggeber der Kurierfahrten), mit schuldbefreiender Wirkung auf ein solches Konto zu &uuml;berweisen. Hierdurch erreicht der Schuldner (hier V), dass jedenfalls im Au&szlig;enverh&auml;ltnis nur noch Forderungen des Kontoinhabers (hier des Kl&auml;gers) gegen die Bank bestehen. Somit liegt trotz des (behaupteten) Herausgabeanspruchs des Schuldners keine reine Verm&ouml;gensumschichtung vor (vgl. Huber, AnfG, &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;42, 49, 52). Vielmehr ist auch eine formelle Rechtsstellung ein Verm&ouml;genswert, dessen Weitergabe eine objektiv benachteiligende Rechtshandlung sein und dessen R&uuml;ckgew&auml;hr vom Kontoinhaber (Anfechtungsgegner) gegebenenfalls nach den Vorschriften des AnfG gefordert werden kann (vgl. zu &sect;&nbsp;7 AnfG a.F., der &sect;&nbsp;11 AnfG n.F. entspricht, BGH-Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 1993 IX ZR 100\/93, BGHZ 124, 298 &#8211;insoweit nicht &uuml;berholt&#8211;; Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;Januar 2000 VII&nbsp;B&nbsp;282\/99, BFH\/NV 2000, 857; M&uuml;KoAnfG\/Kirchhof, 2012, &sect;&nbsp;11 Rz&nbsp;64).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Weitergabe der formellen Rechtsposition an den Kl&auml;ger hat eine objektive Gl&auml;ubigerbenachteiligung zur Folge, da die Gl&auml;ubiger (hier das FA) das Guthaben auf dem Konto des Kontoinhabers (hier des Kl&auml;gers) jedenfalls nicht mehr aufgrund eines gegen den Schuldner gerichteten Vollstreckungstitels pf&auml;nden k&ouml;nnen (vgl. etwa BGH-Urteile vom 26.&nbsp;April 2012 IX&nbsp;ZR&nbsp;74\/11, BGHZ 193, 129, Rz&nbsp;12, f&uuml;r den Fall eines Treuhandanderkontos, d.h. erst recht f&uuml;r ein verdecktes &quot;Treuhandverh&auml;ltnis&quot;, und in BGHZ&nbsp;124, 298, Rz&nbsp;18, insoweit nicht &uuml;berholt; Huber, AnfG, &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;33). Der Eintritt der objektiven Gl&auml;ubigerbenachteiligung ist isoliert mit Bezug auf die Minderung des Aktivverm&ouml;gens oder die Vermehrung der Passiva des Schuldners zu beurteilen. Eine Vorteilsausgleichung findet dabei grunds&auml;tzlich nicht statt; zu ber&uuml;cksichtigen sind lediglich solche Folgen, die an die angefochtene Rechtshandlung selbst ankn&uuml;pfen (ebenso BGH-Urteil vom 16.&nbsp;November 2007 IX&nbsp;ZR&nbsp;194\/04, BGHZ 174, 228, Rz&nbsp;18; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2000, 857). Die Feststellung der gl&auml;ubigerbenachteiligenden Wirkung unterscheidet sich insoweit von der Feststellung der (Un-)Entgeltlichkeit; jedoch setzen beide keine dauerhafte Entreicherung des Schuldners oder dauerhafte Bereicherung des Anfechtungsgegners voraus (Umkehrschluss zu &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 AnfG; s.a. Huber, AnfG, &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;35; zur Inkongruenz s. Huber, AnfG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;10 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA ist anfechtungsberechtigter Gl&auml;ubiger i.S. des &sect;&nbsp;2 AnfG. Die gegen&uuml;ber V festgesetzten Steuerschulden sind f&auml;llig und vollstreckbar. Die Vollstreckung in das Verm&ouml;gen des V ist erfolglos geblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3.&nbsp;Im Streitfall ist auch der Tatbestand des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AnfG erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a)&nbsp;Der Umstand, dass sich das FA nur auf einen Tatbestand &#8211;hier &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 AnfG&#8211; berufen hat, entbindet das FG nicht von der Pr&uuml;fung der &uuml;brigen Anfechtungstatbest&auml;nde (vgl. Senatsurteil vom 14.&nbsp;Juli 1981 VII&nbsp;R&nbsp;49\/80, BFHE 133, 501, BStBl II 1981, 751).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b)&nbsp;Nach der BGH-Rechtsprechung, der sich der Senat anschlie&szlig;t, kann dahinstehen, ob die von dem Konto get&auml;tigten Zahlungen auch gegen&uuml;ber den Zahlungsempf&auml;ngern (z.B. gegen&uuml;ber dem Verein) anfechtbar sind, da dies einer Vorsatzanfechtung gegen&uuml;ber dem (gegebenenfalls durch den V vertretenen) Zahlungsmittler (hier der Kl&auml;ger) nicht entgegenst&uuml;nde (vgl. BGH-Urteil in BGHZ 193, 129, m.w.H.; BGH-Urteil vom 24.&nbsp;Januar 2013 IX&nbsp;ZR&nbsp;11\/12, Der Betrieb 2013, 455).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c)&nbsp;Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz 1 AnfG ist eine Rechtshandlung anfechtbar, die der Schuldner in den letzten zehn Jahren vor der Anfechtung mit dem Vorsatz vorgenommen hat, seine Gl&auml;ubiger zu benachteiligen, wenn der andere Teil zur Zeit der Handlung den Vorsatz des Schuldners kannte. Die Darlegung der Kenntnis des Anfechtungsgegners (des &quot;anderen Teils&quot;) wird durch anerkannte Beweisanzeichen bzw. Indiztatsachen und Erfahrungss&auml;tze erleichtert, die &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AnfG (n.F.) lediglich um einen zus&auml;tzlichen Tatbestand erweitert (vgl. Huber, AnfG, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;32 ff.; Haertlein in Kindl\/Meller-Hannich\/Wolf, Gesamtes Recht der Zwangsvollstreckung, 3.&nbsp;Aufl. 2015, &sect;&nbsp;3 AnfG Rz&nbsp;12 ff., 19; Thole in Kayser\/Thole, Insolvenzordnung, 8.&nbsp;Aufl. 2016, &sect;&nbsp;133 Rz&nbsp;16); damit bzw. mit der zu &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 AnfG und &#8211;insoweit &uuml;bertragbar&#8211; zu &sect;&nbsp;133 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) ergangenen Rechtsprechung und Literatur hat sich das FG nicht auseinandergesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d)&nbsp;Im Streitfall liegen Umst&auml;nde vor, aus denen geschlossen werden muss, dass V seine Gl&auml;ubiger i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AnfG benachteiligen wollte und der Kl&auml;ger die Gl&auml;ubigerbenachteiligungsabsicht des V kannte; die Zehnjahresfrist ist gewahrt. Die bankvertragswidrige und gegen das Gebot zur Kontenwahrheit (&sect;&nbsp;154 AO) versto&szlig;ende Einrichtung eines verdeckten Treuhand-Kontos unter &Uuml;berlassung der Kontokarte und Offenbarung der PIN konnte nur den Zweck haben, Bestandteile des Verm&ouml;gens des V beiseite zu schaffen und die Befriedigung seiner Gl&auml;ubiger zu vereiteln, also Gl&auml;ubiger zu benachteiligen, denn es sind im Streitfall nicht einmal im Ansatz Anhaltspunkte f&uuml;r das Vorliegen &quot;anderer Motivlagen bzw. Ausgangssituationen&quot; erkennbar, die das FG zwar vage angesprochen, aber in keiner Weise substantiiert hat. Der Kl&auml;ger hat wiederholt, zuletzt in der m&uuml;ndlichen Verhandlung, lediglich vorgetragen, er habe V Kontokarte und PIN f&uuml;r die &Uuml;berweisung von Vereinsbeitr&auml;gen &uuml;berlassen. Dieser Vortrag ist unschl&uuml;ssig, denn f&uuml;r &Uuml;berweisungen, die im &Uuml;brigen ohne Weiteres und ohne Zusatzkosten &uuml;ber das bereits bestehende Konto des Kl&auml;gers h&auml;tten ausgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen, bedarf es keiner Kontokarte und keiner PIN; vielmehr w&auml;re eine Kontovollmacht notwendig, aber auch ausreichend gewesen. Ist der Tatbestand des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AnfG &#8211;wie hier&#8211; bereits aus anderen Gr&uuml;nden erf&uuml;llt und kommt es deshalb nicht auf die Vermutungsregel des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AnfG an, ist es nicht erheblich, ob der Kl&auml;ger wusste, dass dem V die Zahlungsunf&auml;higkeit drohte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der R&uuml;ckgew&auml;hranspruch richtet sich nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 AnfG. Dieser ist kein Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung und daher nicht von der Pr&uuml;fung abh&auml;ngig, ob der Anfechtungsgegner (auf Dauer) bereichert ist (Umkehrschluss zu &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 AnfG). Allerdings hat der BGH (vgl. BGH-Urteil in BGHZ&nbsp;124, 298) fr&uuml;her vertreten, dass nach Beendigung des &quot;Treuhand&quot;-Verh&auml;ltnisses durch vollst&auml;ndige Auszahlung des Geldes eine Verpflichtung des fr&uuml;heren &quot;Treuh&auml;nders&quot; zum Wertersatz nur in Betracht komme, wenn er das anfechtbar erlangte Gut zum eigenen Vorteil ver&auml;u&szlig;ert, verbraucht oder seinen Wert sich sonst zugef&uuml;hrt habe oder soweit die Tatbestandsvoraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;823 Abs.&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;288, 27 des Strafgesetzbuchs (Beihilfe zum Vereiteln der Zwangsvollstreckung) oder &sect;&nbsp;826 BGB vorl&auml;gen. Nach der Aufnahme einer Rechtsfolgenverweisung auf das Bereicherungsrecht in &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AnfG und &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 InsO wurde diese Auffassung aufgegeben (BGH-Urteil in BGHZ 193, 129; best&auml;tigt durch BGH-Urteil vom 10.&nbsp;September 2015 IX&nbsp;ZR&nbsp;215\/13, Deutsches Steuerrecht 2016, 84). Der Senat schlie&szlig;t sich insoweit dem BGH an. Das abweichende FG-Urteil ist auch aus diesem Grund aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5.&nbsp;Sonstige Umst&auml;nde, die zugunsten des Kl&auml;gers h&auml;tten Ber&uuml;cksichtigung finden k&ouml;nnen, hat das Gericht nicht festgestellt und hat dieser auch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht geltend gemacht. Der Senat sieht deshalb keinen Grund, den Fall zu erneuten Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6.&nbsp;Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.4.2017, VII R 31\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.250417.VIIR31.15.0 Vorsatzanfechtung gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 1 AnfG Tenor Auf die Revision des Finanzamts wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 18. November 2014&nbsp;&nbsp;10 K 3270\/13 AO aufgehoben. 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