{"id":67538,"date":"2017-08-23T08:29:48","date_gmt":"2017-08-23T06:29:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67538"},"modified":"2017-08-23T08:29:48","modified_gmt":"2017-08-23T06:29:48","slug":"ii-r-53-14-ehegattenfreibetrag-fuer-beschraenkt-steuerpflichtige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-53-14-ehegattenfreibetrag-fuer-beschraenkt-steuerpflichtige\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;53\/14 &#8211; Ehegattenfreibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, II R 53\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IIR53.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ehegattenfreibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen steht f&uuml;r den Erwerb beim Tod des Ehegatten der Freibetrag nach &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG in H&ouml;he von 500.000 EUR unabh&auml;ngig vom Anteil des inl&auml;ndischen Verm&ouml;gens am Gesamterwerb in voller H&ouml;he zu.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 28. Juli 2014&nbsp;&nbsp;11 K 3629\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Erbschaftsteuerbescheide vom 19. September 2014, 18. Juli 2014, 27. Mai 2014, 30. Januar 2012, 15. Dezember 2011, 21. November 2011 sowie die Einspruchsentscheidung vom 3. Februar 2012 werden aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist Schweizer Staatsangeh&ouml;rige mit Wohnsitz in der Schweiz. In einem Erbvertrag vom 19.&nbsp;Juli 1999 hatten sie und ihr Ehemann vereinbart, dass sie im Falle des Vorversterbens ihres Ehemannes aus dessen Verm&ouml;gen eine Reihe n&auml;her bezeichneter Verm&ouml;genswerte als Verm&auml;chtnis erhalten solle. Dazu geh&ouml;rten Aktien einer in der Schweiz ans&auml;ssigen AG, Bankguthaben bei einer Schweizer Bank sowie Grundst&uuml;cke in der Schweiz und in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland). Der Ehemann hatte seinen Wohnsitz und gew&ouml;hnlichen Aufenthalt ebenfalls in der Schweiz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ehemann der Kl&auml;gerin verstarb am 30.&nbsp;Mai 2010. Aufgrund des Erbvertrags erhielt die Kl&auml;gerin die vermachten Gegenst&auml;nde. F&uuml;r die in Deutschland belegenen Grundst&uuml;cke wurden auf den Todestag des Erblassers Grundbesitzwerte von insgesamt 376.951&nbsp;EUR festgestellt. Die in der Schweiz belegenen Grundst&uuml;cke hatten einen Wert von 5.200.000&nbsp;CHF, die Bankguthaben und Beteiligungen einen Wert von insgesamt 1.100.000&nbsp;CHF. In der Schweiz wurde von der Kl&auml;gerin keine Erbschaftsteuer erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen die Kl&auml;gerin f&uuml;r den Erwerb von Todes wegen nach ihrem verstorbenen Ehemann zun&auml;chst mit Bescheid vom 21.&nbsp;November 2011 die Erbschaftsteuer auf 54.480&nbsp;EUR fest. Gegen diesen Bescheid legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein. Im Laufe des Einspruchsverfahrens erlie&szlig; das FA aufgrund der gesonderten Feststellungen der Grundbesitzwerte jeweils ge&auml;nderte Bescheide und setzte die Erbschaftsteuer mit Bescheid vom 15.&nbsp;Dezember 2011 auf 55.260&nbsp;EUR und mit Bescheid vom 30.&nbsp;Januar 2012 auf 56.235&nbsp;EUR fest. Dabei unterwarf das FA jeweils den Wert des in Deutschland belegenen Grundbesitzes der Besteuerung und ber&uuml;cksichtigte ausgehend von &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der f&uuml;r den Erwerb geltenden Fassung (ErbStG) einen pers&ouml;nlichen Freibetrag in H&ouml;he von 2.000&nbsp;EUR. Den Einspruch der Kl&auml;gerin wies das FA am 3.&nbsp;Februar 2012 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Klage wandte sich die Kl&auml;gerin gegen die Versagung des in &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG f&uuml;r einen Erwerb unter Ehegatten geregelten Freibetrags in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR. Die Nichtgew&auml;hrung des Ehegattenfreibetrags versto&szlig;e gegen die unionsrechtlich garantierte Kapitalverkehrsfreiheit. Die Kl&auml;gerin bezog sich dabei auf das in der Rechtssache Welte ergangene Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 17.&nbsp;Oktober 2013 C-181\/12 (EU:C:2013:662).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verlauf des Klageverfahrens setzte das FA mit &Auml;nderungsbescheid vom 27.&nbsp;Mai 2014 die Erbschaftsteuer auf 52.365&nbsp;EUR herab. Dabei ber&uuml;cksichtigte es einen Freibetrag in H&ouml;he von 27.811&nbsp;EUR. Die H&ouml;he dieses Freibetrags ermittelte das FA, indem es den Ehegattenfreibetrag von 500.000&nbsp;EUR nur im Verh&auml;ltnis des inl&auml;ndischen Erwerbs zum Gesamterwerb ansetzte. Mit &Auml;nderungsbescheid vom 18.&nbsp;Juli 2014 erkl&auml;rte das FA die Steuerfestsetzung teilweise f&uuml;r vorl&auml;ufig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Seiner Ansicht nach f&uuml;hre die der beschr&auml;nkten Steuerpflicht unterliegende Bereicherung der Kl&auml;gerin nicht zu einem steuerpflichtigen Erwerb. Ihr Wert liege mit 376.951&nbsp;EUR unterhalb des f&uuml;r Ehegatten geltenden Freibetrags in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR. Soweit sich aus &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 ErbStG etwas anderes ergebe, verstie&szlig;en diese Regelungen gegen die unionsrechtlich gew&auml;hrleistete Kapitalverkehrsfreiheit (Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;65 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;AEUV&#8211;) und seien deshalb im Streitfall nicht anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA. Seiner Ansicht nach hat das FG das EuGH-Urteil Welte (EU:C:2013:662) unzutreffend angewandt. Zwar sei danach der Freibetrag in F&auml;llen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht abweichend von &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG nicht auf 2.000&nbsp;EUR begrenzt. Allerdings k&ouml;nne der sich aus &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG ergebende pers&ouml;nliche Freibetrag auch nicht ungek&uuml;rzt gew&auml;hrt werden. Dieser m&uuml;sse um den Teil gek&uuml;rzt werden, der anteilig auf das von der beschr&auml;nkten Steuerpflicht nicht erfasste Verm&ouml;gen entfalle. Anderenfalls w&uuml;rde bei einem Erwerb von inl&auml;ndischem und ausl&auml;ndischem Verm&ouml;gen der unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Erwerber gegen&uuml;ber einem beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Erwerber gleichheitswidrig schlechter gestellt. Allerdings betrage der Freibetrag im Streitfall 38.543&nbsp;EUR. Der im Bescheid vom 27.&nbsp;Mai 2014 angesetzte Betrag von 27.811&nbsp;EUR beruhe auf einem Rechenfehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat nach Einlegung der Revision am 19.&nbsp;September 2014 einen weiteren &Auml;nderungsbescheid erlassen und darin die Erbschaftsteuer unter Ber&uuml;cksichtigung eines Freibetrags in H&ouml;he von 38.543&nbsp;EUR auf 50.760&nbsp;EUR herabgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Rechtsstreit nach &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung, weil sich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Verfahrensgegenstand, &uuml;ber dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit das FG zu entscheiden hatte, ge&auml;ndert hat (&sect;&nbsp;127 FGO). An die Stelle des Erbschaftsteuerbescheids vom 18.&nbsp;Juli 2014, der Gegenstand der Vorentscheidung war, ist w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der &Auml;nderungsbescheid vom 19.&nbsp;September 2014 getreten. Der &Auml;nderungsbescheid ist nach &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;68 Satz 1 FGO Gegenstand des Revisionsverfahrens. Das angefochtene Urteil ist daher gegenstandslos geworden und infolgedessen aufzuheben (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Januar 2013 II&nbsp;R&nbsp;66\/11, BFHE 240, 191, BStBl II 2014, 266, Rz&nbsp;12, m.w.N.). Die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen bilden gleichwohl die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des BFH; da das finanzgerichtliche Verfahren nicht an einem Verfahrensmangel leidet, fallen die Feststellungen durch die Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils nicht weg (vgl. BFH-Urteil in BFHE 240, 191, BStBl II 2014, 266, Rz&nbsp;13, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:90\"pt width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sache ist spruchreif. Der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO zum Gegenstand des Revisionsverfahrens gewordene Bescheid vom 19.&nbsp;September 2014 und die vorausgegangenen Bescheide vom 21.&nbsp;November 2011, vom 15.&nbsp;Dezember 2011, vom 30.&nbsp;Januar 2012, vom 27.&nbsp;Mai 2014 und vom 18.&nbsp;Juli 2014 sowie die Einspruchsentscheidung sind rechtswidrig und verletzen die Kl&auml;gerin in ihren Rechten. Der Erwerb der Kl&auml;gerin aufgrund des Verm&auml;chtnisses ihres Ehemannes ist unter Ber&uuml;cksichtigung eines entsprechend &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG anzusetzenden Freibetrags in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR vollst&auml;ndig steuerbefreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG unterliegt ein Erwerb von Todes wegen der Erbschaftsteuer. Sind weder der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes noch der Erwerber im Zeitpunkt der Entstehung der Steuer Inl&auml;nder i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG, bezieht sich die inl&auml;ndische Steuerpflicht lediglich auf den Teil des Verm&ouml;gensanfalls, der in Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;121 des Bewertungsgesetzes (BewG) besteht (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG bleibt in den F&auml;llen der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht der Erwerb eines Ehegatten in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR steuerfrei. In den F&auml;llen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht tritt nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG an die Stelle des Freibetrags nach Abs.&nbsp;1 ein Freibetrag von nur 2.000 EUR. &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG verst&ouml;&szlig;t jedoch gegen die nach Art.&nbsp;63 AEUV garantierte Kapitalverkehrsfreiheit und ist daher auf F&auml;lle der beschr&auml;nkten Steuerpflicht nicht anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der EuGH hat in dem Urteil Welte (EU:C:2013:662) entschieden, dass Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;58 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft (EG) einer Regelung eines Mitgliedstaats &uuml;ber die Berechnung von Erbschaftsteuern entgegenstehen, die f&uuml;r den Fall des Erwerbs eines im Gebiet dieses Staats belegenen Grundst&uuml;cks durch Erbfall vorsieht, dass der Freibetrag auf die Steuerbemessungsgrundlage dann, wenn der Erblasser und der Erwerber zum Zeitpunkt des Erbfalls ihren Wohnsitz in einem Drittland hatten, niedriger ist als der Freibetrag, der zur Anwendung gekommen w&auml;re, wenn zumindest eine dieser beiden Personen zu diesem Zeitpunkt ihren Wohnsitz in dem genannten Mitgliedstaat gehabt h&auml;tte. An die Stelle der Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;58 EG sind die inhaltsgleichen Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;65 AEUV getreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Regelung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG ist nicht deshalb objektiv gerechtfertigt, weil dadurch in F&auml;llen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht der Vorteil der geringeren Steuerbemessungsgrundlage ausgeglichen werden soll, w&auml;hrend bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht der h&ouml;here Freibetrag mit einer h&ouml;heren Bemessungsgrundlage verbunden ist (EuGH-Urteil Welte, EU:C:2013:662, Rz&nbsp;58&nbsp;ff.). Zwar kann die Notwendigkeit, die Koh&auml;renz einer Steuerregelung zu gew&auml;hrleisten, eine Beschr&auml;nkung der Aus&uuml;bung der durch den Vertrag garantierten Grundfreiheiten rechtfertigen. Eine solche Rechtfertigung ist jedoch nur zul&auml;ssig, wenn ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem betreffenden steuerlichen Vorteil und dessen Ausgleich durch eine bestimmte steuerliche Belastung besteht (EuGH-Urteil Welte, EU:C:2013:662, Rz&nbsp;59). Einen solchen unmittelbaren Zusammenhang hat der EuGH jedoch hinsichtlich des h&ouml;heren Freibetrags nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG nicht gesehen. Der steuerliche Vorteil, der sich im Staat des Verm&ouml;gensanfalls daraus ergibt, dass ein h&ouml;herer Freibetrag von der Bemessungsgrundlage abgezogen wird, sofern an dem Erwerb mindestens eine Person mit Wohnsitz im Inland beteiligt ist, wird durch keine bestimmte steuerliche Belastung im Rahmen der Erbschaftsteuer ausgeglichen (EuGH-Urteil Welte, EU:C:2013:662, Rz&nbsp;60).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG ist auch nicht wegen der nunmehr m&ouml;glichen Option zur unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG (in der Fassung des Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 7.&nbsp;Dezember 2011, BGBl I 2011, 2592 &#8211;ErbStG n.F.&#8211;) mit Unionsrecht vereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz 1 ErbStG n.F. wird auf Antrag des Erwerbers ein Verm&ouml;gensanfall, zu dem Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;121 BewG geh&ouml;rt (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 ErbStG), insgesamt als unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig behandelt, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes, der Schenker zur Zeit der Ausf&uuml;hrung der Schenkung oder der Erwerber zur Zeit der Entstehung der Steuer (&sect;&nbsp;9 ErbStG) seinen Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) oder einem Staat hat, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum (EWR) anwendbar ist. Die Optionsm&ouml;glichkeit findet nach &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 ErbStG n.F. auf Antrag auch auf Erwerbe Anwendung, f&uuml;r die die Steuer vor dem 14.&nbsp;Dezember 2011 entsteht, soweit Steuerbescheide noch nicht bestandskr&auml;ftig sind. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. wurde durch Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b des Steuerumgehungsbek&auml;mpfungsgesetzes &#8211;StUmgBG&#8211; vom 23.&nbsp;Juni 2017 (BGBl I 2017, 1682) mit Wirkung ab dem Tag nach Verk&uuml;ndung des Gesetzes (vgl. Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 StUmgBG) wieder aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend der Geltungsdauer des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. konnte der Erwerber von beschr&auml;nkt steuerpflichtigem Verm&ouml;gen zur unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht optieren und damit die Anwendung des Freibetrags nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG erreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es kann dahinstehen, ob &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. &uuml;ber seinen klaren Wortlaut hinaus und entgegen der in der Begr&uuml;ndung des Gesetzesentwurfs zum Ausdruck kommenden Absicht des Gesetzgebers, das Antragsrecht nur Beteiligten aus einem EU- oder EWR-Mitgliedstaat einzur&auml;umen (vgl. BTDrucks 253\/11, S.&nbsp;103), dahingehend ausgelegt werden kann, dass die Vorschrift auch auf solche Erwerbe Anwendung findet, bei denen sowohl der Erwerber als auch der Erblasser &#8211;wie im Streitfall&#8211; im Zeitpunkt des Todes in Drittstaaten gewohnt haben. Denn die Regelung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. bewirkt eine nach Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 AEUV untersagte Beschr&auml;nkung des freien Kapitalverkehrs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 AEUV verbietet alle Beschr&auml;nkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten und dritten L&auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des EuGH kann eine die Verkehrsfreiheiten beschr&auml;nkende nationale Regelung auch dann mit dem Unionsrecht unvereinbar sein, wenn ihre Anwendung fakultativ ist (EuGH-Urteile Beker vom 28.&nbsp;Februar 2013 C-168\/11, EU:C:2013:117, Rz&nbsp;62, und H&uuml;nnebeck vom 8.&nbsp;Juni 2016 C-479\/14, EU:C:2016:412, Rz&nbsp;42). Das Bestehen einer Wahlm&ouml;glichkeit, die unter Umst&auml;nden zur Vereinbarkeit einer Situation mit dem Unionsrecht f&uuml;hren k&ouml;nnte, kann f&uuml;r sich allein nicht die Rechtswidrigkeit eines Systems heilen, das nach wie vor ein mit dem Unionsrecht unvereinbares Besteuerungsverfahren enth&auml;lt. Dies gilt insbesondere, wenn &#8211;wie im vorliegenden Fall die Ber&uuml;cksichtigung des Freibetrags von 2.000&nbsp;EUR nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG&#8211; das mit dem Unionsrecht unvereinbare Verfahren dasjenige ist, das automatisch angewandt wird, wenn der Steuerpflichtige keine Wahl nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. getroffen hat (vgl. EuGH-Urteil H&uuml;nnebeck, EU:C:2016:412, Rz&nbsp;42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus muss der w&auml;hlbare Besteuerungsmechanismus mit den Bestimmungen des AEUV &uuml;ber den freien Kapitalverkehr vereinbar sein (vgl. EuGH-Urteil H&uuml;nnebeck, EU:C:2016:412, Rz&nbsp;43). Denn eine unionsrechtswidrige Wahlm&ouml;glichkeit ist von vornherein nicht geeignet, andere rechtswidrige Besteuerungsmechanismen zu beseitigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. f&uuml;hrt dazu, dass der beschr&auml;nkt Steuerpflichtige, der den pers&ouml;nlichen Freibetrag des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG in Anspruch nehmen m&ouml;chte, seinen gesamten Erwerb der deutschen Erbschaftsteuer unterwerfen muss. Zu diesem Erwerb geh&ouml;rt auch das Auslandsverm&ouml;gen des nicht in Deutschland ans&auml;ssigen Steuerpflichtigen, obwohl Deutschland hierf&uuml;r nach dem Territorialit&auml;tsprinzip kein Besteuerungsrecht zusteht. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. verkn&uuml;pft die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG bei beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen mit der Verbreiterung der Bemessungsgrundlage durch Einbeziehung dieses an sich nicht der Besteuerung unterliegenden Auslandsverm&ouml;gens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Besteuerung von nicht zum Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;121 BewG geh&ouml;renden Nachlassgegenst&auml;nden eines beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. verst&ouml;&szlig;t gegen die Kapitalverkehrsfreiheit. Die Regelung kann n&auml;mlich dazu f&uuml;hren, dass Gebietsfremde davon abgehalten werden, in Deutschland belegene Verm&ouml;genswerte zu erwerben oder zu behalten, weil deren sp&auml;tere &Uuml;bertragung auf andere Gebietsfremde je nach Aus&uuml;bung des Wahlrechts des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG n.F. entweder eine Besteuerung des gesamten Erwerbs oder die Anwendung eines geringeren pers&ouml;nlichen Freibetrags bewirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. An die Stelle des aus unionsrechtlichen Gr&uuml;nden nicht anwendbaren Freibetrags gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG tritt entsprechend &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG der bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht ma&szlig;gebende Freibetrag. Dieser ist in voller H&ouml;he und nicht nur anteilig nach dem Verh&auml;ltnis des Werts des steuerpflichtigen Inlandsverm&ouml;gens (&sect;&nbsp;121 BewG) zum Wert des gesamten Erwerbs zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG ist eine Minderung des Freibetrags in F&auml;llen beschr&auml;nkter Steuerpflicht nicht vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Freibetr&auml;ge des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG bestimmen sich ausschlie&szlig;lich nach dem pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnis des Erwerbers zum Erblasser oder Schenker. H&ouml;he und Zusammensetzung des Erwerbs sind unerheblich. Die Freibetr&auml;ge werden auch dann in voller H&ouml;he ber&uuml;cksichtigt, wenn ein Teil des Erwerbs steuerfrei ist (&sect;&sect;&nbsp;13&nbsp;ff. ErbStG) oder nach einem Doppelbesteuerungsabkommen nicht der deutschen Besteuerung unterliegt (vgl. z.B. J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher\/Gottschalk, ErbStG, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;146 bis 300).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dieser dem &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG zugrunde liegenden Wertung des Gesetzgebers w&auml;re es unvereinbar, bei beschr&auml;nkter Steuerpflicht wegen der Zusammensetzung des Gesamterwerbs aus Inlandsverm&ouml;gen und sonstigem Verm&ouml;gen den Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG nur teilweise zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG kann nicht im Wege der Auslegung auf das steuerpflichtige Inlandsverm&ouml;gen (&sect;&nbsp;121 BewG) und das nicht steuerpflichtige Auslandsverm&ouml;gen aufgeteilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine derart weitgehende Auslegung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG k&ouml;nnen Finanzverwaltung und Gerichte aus rechtsstaatlichen Gr&uuml;nden (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes) nicht vornehmen. Damit w&auml;ren nicht zuletzt aufgrund der ungekl&auml;rten Folgefragen die Grenzen einer zul&auml;ssigen Auslegung &uuml;berschritten. Nur der Gesetzgeber kann regeln, ob und nach welchem Ma&szlig;stab der Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG in F&auml;llen beschr&auml;nkter Steuerpflicht aufzuteilen ist. Ihm obliegt auch die Regelung, ob zur Vermeidung von Ungleichbehandlungen von unbeschr&auml;nkt und beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen fr&uuml;here Erwerbe in die Berechnung einbezogen werden m&uuml;ssen sowie ob und ggf. in welchem Umfang sachliche Steuerbefreiungen zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso kann nur der Gesetzgeber den Umfang der Mitwirkungspflichten regeln. Insoweit ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass f&uuml;r die Aufteilung des Freibetrags die Ermittlung des ausl&auml;ndischen Erwerbs erforderlich w&auml;re, der bei der beschr&auml;nkten Steuerpflicht nicht steuerbar ist, und sich die Mitwirkungspflicht nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung nicht auf negative Tatsachen bezieht (vgl. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;90 AO Rz&nbsp;21; Klein\/R&auml;tke, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;90 Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der durch Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;b StUmgBG neu eingef&uuml;gte &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG, der in den F&auml;llen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht eine Minderung des Freibetrags nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG um einen im Einzelnen festgelegten Teilbetrag vorsieht, hat f&uuml;r den Streitfall keine Bedeutung. Die Vorschrift ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;14 ErbStG i.d.F. des Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;8 StUmgBG erst auf Erwerbe anzuwenden, f&uuml;r die die Steuer nach dem 24.&nbsp;Juni 2017 entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat das FG der Klage zu Recht stattgegeben. Gegen die Kl&auml;gerin ist keine Erbschaftsteuer festzusetzen. Sie unterliegt nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 ErbStG der beschr&auml;nkten Steuerpflicht, weil sie und der Erblasser bei dessen Ableben ihren Wohnsitz in der nicht zur EU und zum EWR geh&ouml;renden Schweiz hatten und sie aufgrund eines Verm&auml;chtnisses inl&auml;ndische Grundst&uuml;cke erworben hat. F&uuml;r die inl&auml;ndischen Grundst&uuml;cke wurden Grundbesitzwerte von insgesamt 376.951&nbsp;EUR festgestellt. Der Kl&auml;gerin steht nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG ein den Wert der Grundst&uuml;cke &uuml;bersteigender Freibetrag von 500.000&nbsp;EUR zu. Eine Minderung dieses Freibetrags scheidet aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, II R 53\/14ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IIR53.14.0 Ehegattenfreibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige Leits&auml;tze Beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen steht f&uuml;r den Erwerb beim Tod des Ehegatten der Freibetrag nach &sect; 16 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG in H&ouml;he von 500.000 EUR unabh&auml;ngig vom Anteil des inl&auml;ndischen Verm&ouml;gens am Gesamterwerb in voller H&ouml;he zu. Tenor Auf die Revision des Beklagten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-53-14-ehegattenfreibetrag-fuer-beschraenkt-steuerpflichtige\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;53\/14 &#8211; Ehegattenfreibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67538","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67538","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67538"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67538\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67538"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67538"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67538"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}