{"id":67542,"date":"2017-08-23T08:29:53","date_gmt":"2017-08-23T06:29:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67542"},"modified":"2017-08-23T08:29:53","modified_gmt":"2017-08-23T06:29:53","slug":"ii-r-2-16-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-10052017-ii-r-53-14-ehegattenfreibetrag-fuer-beschraenkt-steuerpflichtige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-2-16-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-10052017-ii-r-53-14-ehegattenfreibetrag-fuer-beschraenkt-steuerpflichtige\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;2\/16 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 10.05.2017&nbsp;&nbsp;II R 53\/14 &#8211; Ehegattenfreibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, II R 2\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IIR2.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 10.05.2017&nbsp;&nbsp;II R 53\/14 &#8211; Ehegattenfreibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 18. Dezember 2015&nbsp;&nbsp;4 K 3636\/14 Erb wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist Schweizer Staatsangeh&ouml;riger mit Wohnsitz in der Schweiz. Er lebte mit seiner Ehefrau in der Schweiz. Zum Verm&ouml;gen der Eheleute geh&ouml;rten jeweils h&auml;lftige Miteigentumsanteile an vier Eigentumswohnungen in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ehefrau des Kl&auml;gers verstarb am 25.&nbsp;Juni 2012. Aufgrund des von der Erblasserin errichteten Testaments erhielt der Kl&auml;ger die Miteigentumsanteile an den Eigentumswohnungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 26.&nbsp;September 2013 Erbschaftsteuer in H&ouml;he von 18.887&nbsp;EUR gegen den Kl&auml;ger fest. Dabei zog das FA vom erkl&auml;rten Wert der Miteigentumsanteile an den Eigentumswohnungen den Pauschbetrag f&uuml;r Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der f&uuml;r 2012 geltenden Fassung (ErbStG) in H&ouml;he von 10.300&nbsp;EUR und den Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG in H&ouml;he von 2.000&nbsp;EUR ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Bescheid legte der Kl&auml;ger Einspruch ein. Der Aufforderung des FA, den Wert des erworbenen Verm&ouml;gens, das nicht zum Inlandsverm&ouml;gen z&auml;hlt, mitzuteilen, kam er nicht nach. Er vertrat die Ansicht, der pers&ouml;nliche Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG sei auch beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen ungek&uuml;rzt zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit &Auml;nderungsbescheid vom 25.&nbsp;Oktober 2013 setzte das FA die Erbschaftsteuer unter Ber&uuml;cksichtigung der inzwischen gesondert festgestellten Grundbesitzwerte von insgesamt 170.200&nbsp;EUR, des Pauschbetrags f&uuml;r Nachlassverbindlichkeiten von 10.300&nbsp;EUR sowie eines Freibetrags von 2.000&nbsp;EUR auf 18.502&nbsp;EUR fest. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Nach Ansicht des Finanzgerichts (FG) f&uuml;hrte die der beschr&auml;nkten Steuerpflicht unterliegende Bereicherung des Kl&auml;gers nicht zu einem steuerpflichtigen Erwerb. Ihr Wert liege mit 170.200&nbsp;EUR unterhalb des f&uuml;r Ehegatten geltenden Freibetrags in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR. Soweit sich aus &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 ErbStG etwas anderes ergebe, verstie&szlig;en diese Regelungen nach dem in der Rechtssache Welte ergangenen Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 17.&nbsp;Oktober 2013 C-181\/12 (EU:C:2013:662) gegen die unionsrechtlich gew&auml;hrleistete Kapitalverkehrsfreiheit (Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1, Art.&nbsp;65 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;AEUV&#8211;) und seien deshalb im Streitfall nicht anwendbar. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 301 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA. Seiner Ansicht nach hat das FG das EuGH-Urteil Welte (EU:C:2013:662) unzutreffend angewandt. Zwar sei danach der Freibetrag in F&auml;llen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht abweichend von &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG nicht auf 2.000&nbsp;EUR begrenzt. Allerdings k&ouml;nne der sich aus &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG ergebende pers&ouml;nliche Freibetrag auch nicht ungek&uuml;rzt gew&auml;hrt werden. Dieser m&uuml;sse um den Teil gek&uuml;rzt werden, der anteilig auf das von der beschr&auml;nkten Steuerpflicht nicht erfasste Verm&ouml;gen entfalle. Anderenfalls w&uuml;rde bei einem Erwerb von inl&auml;ndischem und ausl&auml;ndischem Verm&ouml;gen der unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Erwerber gegen&uuml;ber einem beschr&auml;nkt steuerpflichtigen Erwerber gleichheitswidrig schlechter gestellt. Bei der Ermittlung des nicht steuerbaren Verm&ouml;gens m&uuml;sse der Steuerpflichtige mitwirken, sonst k&ouml;nne der Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG nicht anteilig gew&auml;hrt, sondern m&uuml;sse gesch&auml;tzt werden. Im Streitfall sei der Freibetrag mit 2.000&nbsp;EUR anzusetzen. Dabei sei ermessensfehlerfrei ein Gesamterwerb von &uuml;ber 45&nbsp;Mio.&nbsp;EUR gesch&auml;tzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Rechtsstreit nach &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Das Rubrum des Urteils des FG war nach &sect;&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 FGO um die Namen der ehrenamtlichen Richterinnen, die an der Entscheidung mitgewirkt haben, zu erg&auml;nzen. Das FG hatte bei Ausfertigung des Urteils versehentlich die Namen nicht im Rubrum aufgef&uuml;hrt. Die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Urteilsberichtigung ist auf das Revisionsgericht &uuml;bergegangen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9.&nbsp;Mai 2012 I&nbsp;R&nbsp;91\/10, BFH\/NV 2012, 2004, Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Zutreffend ist das FG davon ausgegangen, dass dem Kl&auml;ger der Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG im vollen Umfang zusteht und damit der inl&auml;ndische Erwerb von Todes wegen insgesamt von der Erbschaftsteuer befreit ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG unterliegt ein Erwerb von Todes wegen der Erbschaftsteuer. Sind weder der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes noch der Erwerber im Zeitpunkt der Entstehung der Steuer Inl&auml;nder i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG, bezieht sich die inl&auml;ndische Steuerpflicht lediglich auf den Teil des Verm&ouml;gensanfalls, der in Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;121 des Bewertungsgesetzes (BewG) besteht (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG bleibt in den F&auml;llen der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht der Erwerb eines Ehegatten in H&ouml;he von 500.000&nbsp;EUR steuerfrei. In den F&auml;llen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht tritt nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG an die Stelle des Freibetrags nach Abs.&nbsp;1 ein Freibetrag von nur 2.000&nbsp;EUR. &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG verst&ouml;&szlig;t jedoch gegen die nach Art.&nbsp;63 AEUV garantierte Kapitalverkehrsfreiheit und ist daher auf F&auml;lle der beschr&auml;nkten Steuerpflicht nicht anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der EuGH hat in dem Urteil Welte (EU:C:2013:662) entschieden, dass Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;58 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft (EG) einer Regelung eines Mitgliedstaats &uuml;ber die Berechnung von Erbschaftsteuern entgegenstehen, die f&uuml;r den Fall des Erwerbs eines im Gebiet dieses Staats belegenen Grundst&uuml;cks durch Erbfall vorsieht, dass der Freibetrag auf die Steuerbemessungsgrundlage dann, wenn der Erblasser und der Erwerber zum Zeitpunkt des Erbfalls ihren Wohnsitz in einem Drittland hatten, niedriger ist als der Freibetrag, der zur Anwendung gekommen w&auml;re, wenn zumindest eine dieser beiden Personen zu diesem Zeitpunkt ihren Wohnsitz in dem genannten Mitgliedstaat gehabt h&auml;tte. An die Stelle der Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;58 EG sind die inhaltsgleichen Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 und Art.&nbsp;65 AEUV getreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Regelung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG ist nicht deshalb objektiv gerechtfertigt, weil dadurch in F&auml;llen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht der Vorteil der geringeren Steuerbemessungsgrundlage ausgeglichen werden soll, w&auml;hrend bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht der h&ouml;here Freibetrag mit einer h&ouml;heren Bemessungsgrundlage verbunden ist (EuGH-Urteil Welte, EU:C:2013:662, Rz&nbsp;58&nbsp;ff.). Zwar kann die Notwendigkeit, die Koh&auml;renz einer Steuerregelung zu gew&auml;hrleisten, eine Beschr&auml;nkung der Aus&uuml;bung der durch den Vertrag garantierten Grundfreiheiten rechtfertigen. Eine solche Rechtfertigung ist jedoch nur zul&auml;ssig, wenn ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem betreffenden steuerlichen Vorteil und dessen Ausgleich durch eine bestimmte steuerliche Belastung besteht (EuGH-Urteil Welte, EU:C:2013:662, Rz&nbsp;59). Einen solchen unmittelbaren Zusammenhang hat der EuGH jedoch hinsichtlich des h&ouml;heren Freibetrags nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG nicht gesehen. Der steuerliche Vorteil, der sich im Staat des Verm&ouml;gensanfalls daraus ergibt, dass ein h&ouml;herer Freibetrag von der Bemessungsgrundlage abgezogen wird, sofern an dem Erwerb mindestens eine Person mit Wohnsitz im Inland beteiligt ist, wird durch keine bestimmte steuerliche Belastung im Rahmen der Erbschaftsteuer ausgeglichen (EuGH-Urteil Welte, EU:C:2013:662, Rz&nbsp;60).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG ist auch nicht wegen der m&ouml;glichen Option zur unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG mit Unionsrecht vereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG wird auf Antrag des Erwerbers ein Verm&ouml;gensanfall, zu dem Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;121 BewG geh&ouml;rt (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 ErbStG), insgesamt als unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig behandelt, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes, der Schenker zur Zeit der Ausf&uuml;hrung der Schenkung oder der Erwerber zur Zeit der Entstehung der Steuer (&sect;&nbsp;9 ErbStG) seinen Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) oder einem Staat hat, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum (EWR) anwendbar ist. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG wurde durch Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b des Steuerumgehungsbek&auml;mpfungsgesetzes (StUmgBG) vom 23.&nbsp;Juni 2017 (BGBl I 2017, 1682) mit Wirkung ab dem Tag nach Verk&uuml;ndung des Gesetzes (vgl. Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 StUmgBG) aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend der Geltungsdauer des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG konnte der Erwerber von beschr&auml;nkt steuerpflichtigem Verm&ouml;gen zur unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht optieren und damit die Anwendung des Freibetrags nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG erreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es kann dahinstehen, ob &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG &uuml;ber seinen klaren Wortlaut hinaus und entgegen der in der Begr&uuml;ndung des Gesetzesentwurfs zum Ausdruck kommenden Absicht des Gesetzgebers, das Antragsrecht nur Beteiligten aus einem EU- oder EWR-Mitgliedstaat einzur&auml;umen (vgl. BTDrucks 253\/11, S.&nbsp;103), dahingehend ausgelegt werden kann, dass die Vorschrift auch auf solche Erwerbe Anwendung findet, bei denen sowohl der Erwerber als auch der Erblasser &#8211;wie im Streitfall&#8211; im Zeitpunkt des Todes in Drittstaaten gewohnt haben. Denn die Regelung des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG bewirkt eine nach Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 AEUV untersagte Beschr&auml;nkung des freien Kapitalverkehrs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 AEUV verbietet alle Beschr&auml;nkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten und dritten L&auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des EuGH kann eine die Verkehrsfreiheiten beschr&auml;nkende nationale Regelung auch dann mit dem Unionsrecht unvereinbar sein, wenn ihre Anwendung fakultativ ist (EuGH-Urteile Beker vom 28.&nbsp;Februar 2013 C-168\/11, EU:C:2013:117, Rz&nbsp;62, und H&uuml;nnebeck vom 8.&nbsp;Juni 2016 C-479\/14, EU:C:2016:412, Rz&nbsp;42). Das Bestehen einer Wahlm&ouml;glichkeit, die unter Umst&auml;nden zur Vereinbarkeit einer Situation mit dem Unionsrecht f&uuml;hren k&ouml;nnte, kann f&uuml;r sich allein nicht die Rechtswidrigkeit eines Systems heilen, das nach wie vor ein mit dem Unionsrecht unvereinbares Besteuerungsverfahren enth&auml;lt. Dies gilt insbesondere, wenn &#8211;wie im vorliegenden Fall die Ber&uuml;cksichtigung des Freibetrags von 2.000&nbsp;EUR nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG&#8211; das mit dem Unionsrecht unvereinbare Verfahren dasjenige ist, das automatisch angewandt wird, wenn der Steuerpflichtige keine Wahl nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG getroffen hat (vgl. EuGH-Urteil H&uuml;nnebeck, EU:C:2016:412, Rz&nbsp;42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus muss der w&auml;hlbare Besteuerungsmechanismus mit den Bestimmungen des AEUV &uuml;ber den freien Kapitalverkehr vereinbar sein (vgl. EuGH-Urteil H&uuml;nnebeck, EU:C:2016:412, Rz&nbsp;43). Denn eine unionsrechtswidrige Wahlm&ouml;glichkeit ist von vornherein nicht geeignet, andere rechtswidrige Besteuerungsmechanismen zu beseitigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG f&uuml;hrt dazu, dass der beschr&auml;nkt Steuerpflichtige, der den pers&ouml;nlichen Freibetrag des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG in Anspruch nehmen m&ouml;chte, seinen gesamten Erwerb der deutschen Erbschaftsteuer unterwerfen muss. Zu diesem Erwerb geh&ouml;rt auch das Auslandsverm&ouml;gen des nicht in Deutschland ans&auml;ssigen Steuerpflichtigen, obwohl Deutschland hierf&uuml;r nach dem Territorialit&auml;tsprinzip kein Besteuerungsrecht zusteht. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG verkn&uuml;pft die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG bei beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen mit der Verbreiterung der Bemessungsgrundlage durch Einbeziehung dieses an sich nicht der Besteuerung unterliegenden Auslandsverm&ouml;gens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Besteuerung von nicht zum Inlandsverm&ouml;gen i.S. des &sect;&nbsp;121 BewG geh&ouml;renden Nachlassgegenst&auml;nden eines beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG verst&ouml;&szlig;t gegen die Kapitalverkehrsfreiheit. Die Regelung kann n&auml;mlich dazu f&uuml;hren, dass Gebietsfremde davon abgehalten werden, in Deutschland belegene Verm&ouml;genswerte zu erwerben oder zu behalten, weil deren sp&auml;tere &Uuml;bertragung auf andere Gebietsfremde je nach Aus&uuml;bung des Wahlrechts des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 ErbStG entweder eine Besteuerung des gesamten Erwerbs oder die Anwendung eines geringeren pers&ouml;nlichen Freibetrags bewirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. An die Stelle des aus unionsrechtlichen Gr&uuml;nden nicht anwendbaren Freibetrags gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG tritt entsprechend &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG der bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht ma&szlig;gebende Freibetrag. Dieser ist in voller H&ouml;he und nicht nur anteilig nach dem Verh&auml;ltnis des Werts des steuerpflichtigen Inlandsverm&ouml;gens (&sect;&nbsp;121 BewG) zum Wert des gesamten Erwerbs zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG ist eine Minderung des Freibetrags in F&auml;llen beschr&auml;nkter Steuerpflicht nicht vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Freibetr&auml;ge des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG bestimmen sich ausschlie&szlig;lich nach dem pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnis des Erwerbers zum Erblasser oder Schenker. H&ouml;he und Zusammensetzung des Erwerbs sind unerheblich. Die Freibetr&auml;ge werden auch dann in voller H&ouml;he ber&uuml;cksichtigt, wenn ein Teil des Erwerbs steuerfrei ist (&sect;&sect;&nbsp;13&nbsp;ff. ErbStG) oder nach einem Doppelbesteuerungsabkommen nicht der deutschen Besteuerung unterliegt (vgl. z.B. J&uuml;licher in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher\/Gottschalk, ErbStG, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;146 bis 300).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dieser dem &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG zugrunde liegenden Wertung des Gesetzgebers w&auml;re es unvereinbar, bei beschr&auml;nkter Steuerpflicht wegen der Zusammensetzung des Gesamterwerbs aus Inlandsverm&ouml;gen und sonstigem Verm&ouml;gen den Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG nur teilweise zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG kann nicht im Wege der Auslegung auf das steuerpflichtige Inlandsverm&ouml;gen (&sect;&nbsp;121 BewG) und das nicht steuerpflichtige Auslandsverm&ouml;gen aufgeteilt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine derart weitgehende Auslegung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG k&ouml;nnen Finanzverwaltung und Gerichte aus rechtsstaatlichen Gr&uuml;nden (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes) nicht vornehmen. Damit w&auml;ren nicht zuletzt aufgrund der ungekl&auml;rten Folgefragen die Grenzen einer zul&auml;ssigen Auslegung &uuml;berschritten. Nur der Gesetzgeber kann regeln, ob und nach welchem Ma&szlig;stab der Freibetrag nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG in F&auml;llen beschr&auml;nkter Steuerpflicht aufzuteilen ist. Ihm obliegt auch die Regelung, ob zur Vermeidung von Ungleichbehandlungen von unbeschr&auml;nkt und beschr&auml;nkt Steuerpflichtigen fr&uuml;here Erwerbe in die Berechnung einbezogen werden m&uuml;ssen sowie ob und ggf. in welchem Umfang sachliche Steuerbefreiungen zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso kann nur der Gesetzgeber den Umfang der Mitwirkungspflichten regeln. Insoweit ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass f&uuml;r die Aufteilung des Freibetrags die Ermittlung des ausl&auml;ndischen Erwerbs erforderlich w&auml;re, der bei der beschr&auml;nkten Steuerpflicht nicht steuerbar ist, und sich die Mitwirkungspflicht nach &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung nicht auf negative Tatsachen bezieht (vgl. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;90 AO Rz&nbsp;21; Klein\/R&auml;tke, AO, 13.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;90 Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der durch Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;b StUmgBG neu eingef&uuml;gte &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 ErbStG, der in den F&auml;llen der beschr&auml;nkten Steuerpflicht eine Minderung des Freibetrags nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 ErbStG um einen im Einzelnen festgelegten Teilbetrag vorsieht, hat f&uuml;r den Streitfall keine Bedeutung. Die Vorschrift ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;14 ErbStG i.d.F. des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;8 StUmgBG erst auf Erwerbe anzuwenden, f&uuml;r die die Steuer nach dem 24.&nbsp;Juni 2017 entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat das FG der Klage zu Recht stattgegeben. Gegen den Kl&auml;ger ist keine Erbschaftsteuer festzusetzen. Er unterliegt nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 ErbStG der beschr&auml;nkten Steuerpflicht, weil er und die Erblasserin bei deren Ableben ihren Wohnsitz in der nicht zur EU und zum EWR geh&ouml;renden Schweiz hatten und er aufgrund des Testaments Miteigentumsanteile an inl&auml;ndischen Grundst&uuml;cken erworben hat. Ihm steht nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG ein den Wert des Erwerbs &uuml;bersteigender Freibetrag von 500.000&nbsp;EUR zu. Eine Minderung dieses Freibetrags scheidet aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.5.2017, II R 2\/16ECLI:DE:BFH:2017:U.100517.IIR2.16.0 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 10.05.2017&nbsp;&nbsp;II R 53\/14 &#8211; Ehegattenfreibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 18. Dezember 2015&nbsp;&nbsp;4 K 3636\/14 Erb wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-2-16-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-10052017-ii-r-53-14-ehegattenfreibetrag-fuer-beschraenkt-steuerpflichtige\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;2\/16 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 10.05.2017&nbsp;&nbsp;II R 53\/14 &#8211; Ehegattenfreibetrag f&uuml;r beschr&auml;nkt Steuerpflichtige<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67542","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67542"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67542\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67542"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67542"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}