{"id":67544,"date":"2017-08-23T08:30:15","date_gmt":"2017-08-23T06:30:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67544"},"modified":"2017-08-23T08:30:15","modified_gmt":"2017-08-23T06:30:15","slug":"ii-r-60-15-beruecksichtigung-des-verkaufspreises-fuer-eine-eigentumswohnung-als-nachweis-des-niedrigeren-werts-nach-bestandskraft-des-wertfeststellungsbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-60-15-beruecksichtigung-des-verkaufspreises-fuer-eine-eigentumswohnung-als-nachweis-des-niedrigeren-werts-nach-bestandskraft-des-wertfeststellungsbescheids\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;60\/15 &#8211; Ber&uuml;cksichtigung des Verkaufspreises f&uuml;r eine Eigentumswohnung als Nachweis des niedrigeren Werts nach Bestandskraft des Wertfeststellungsbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.5.2017, II R 60\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:U.170517.IIR60.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Ber&uuml;cksichtigung des Verkaufspreises f&uuml;r eine Eigentumswohnung als Nachweis des niedrigeren Werts nach Bestandskraft des Wertfeststellungsbescheids<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerinnen gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 27. Oktober 2015 2 K 782\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;gerinnen zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerinnen und Revisionskl&auml;gerinnen (Kl&auml;gerinnen) erhielten im Wege einer Schenkung mit Wirkung zum 7.&nbsp;Juli 2010 als Miteigent&uuml;mer jeweils zur H&auml;lfte eine Eigentumswohnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte mit Bescheiden vom 16.&nbsp;Juni 2011 den Grundbesitzwert f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer zum 7.&nbsp;Juli 2010 auf 62.183&nbsp;EUR gesondert fest und rechnete den Wert den Kl&auml;gerinnen jeweils zur H&auml;lfte zu. Die Feststellungsbescheide sind bestandskr&auml;ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 27.&nbsp;September 2011 ver&auml;u&szlig;erten die Kl&auml;gerinnen die ihnen zugewendete Eigentumswohnung und eine der Kl&auml;gerinnen die ihr allein geh&ouml;rende, im selben Objekt befindliche gleich gro&szlig;e Eigentumswohnung zum Gesamtpreis von 100.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 21.&nbsp;Mai 2014 beantragten die Kl&auml;gerinnen, f&uuml;r die zugewendete Eigentumswohnung im Hinblick auf den zeitnah erfolgten Verkauf einen Grundbesitzwert von 50.000&nbsp;EUR festzustellen und die bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheide vom 16.&nbsp;Juni 2011 nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) zu &auml;ndern. Das FA lehnte mit Bescheid vom 28.&nbsp;Mai 2014 eine &Auml;nderung der Feststellungsbescheide ab, weil die zugewendete Eigentumswohnung erst nach der Feststellung des Grundbesitzwerts ver&auml;u&szlig;ert worden und damit keine Tatsache nachtr&auml;glich bekannt geworden sei. Ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;2 AO liege ebenfalls nicht vor. Der Einspruch blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 693 ver&ouml;ffentlichten Urteil ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;gerinnen eine Verletzung von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;198 des Bewertungsgesetzes in der f&uuml;r 2010 ma&szlig;gebenden Fassung (BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerinnen beantragen, die Vorentscheidung aufzuheben und das FA zu verpflichten, den Ablehnungsbescheid vom 28.&nbsp;Mai 2014 sowie die Einspruchsentscheidung vom 23.&nbsp;Oktober 2014 aufzuheben und die Bescheide vom 16.&nbsp;Juni 2011 &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts zum 7.&nbsp;Juli 2010 dahin zu &auml;ndern, dass der Wert der Eigentumswohnung mit 50.000&nbsp;EUR festgestellt und ihnen jeweils zur H&auml;lfte zugerechnet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung der bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheide nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Feststellungsbescheide sind nicht nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dieser Vorschrift ist ein Steuerbescheid zu &auml;ndern, wenn Tatsachen oder Beweismittel nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer niedrigeren Steuer f&uuml;hren und den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachtr&auml;glich bekannt werden. Die &Auml;nderungsnorm gilt sinngem&auml;&szlig; auch f&uuml;r Feststellungsbescheide (&sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Beweismittel ist i.S. von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO nachtr&auml;glich bekannt geworden, wenn es beim Erlass des zu &auml;ndernden Bescheids zwar bereits existierte, aber dem Finanzamt nicht bekannt war (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2016 VIII&nbsp;R&nbsp;58\/13, BFHE 253, 495, BStBl II 2016, 774, Rz&nbsp;12, m.w.N.). Dagegen scheidet eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO bei einem nachtr&auml;glich entstandenen Beweismittel aus (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2016 X&nbsp;R&nbsp;10\/13, BFH\/NV 2016, 1665, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Weist der Steuerpflichtige nach, dass der gemeine Wert der wirtschaftlichen Einheit am Bewertungsstichtag niedriger ist als der nach den &sect;&sect;&nbsp;179, 182 bis 196 BewG ermittelte Wert, so ist dieser Wert anzusetzen (&sect;&nbsp;198 Satz&nbsp;1 BewG). Ein im gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftsverkehr zeitnah zum ma&szlig;geblichen Besteuerungsstichtag erzielter Kaufpreis f&uuml;r das zu bewertende Grundst&uuml;ck kann als Nachweis in diesem Sinne dienen (vgl. BFH-Urteil vom 2.&nbsp;Juli 2004 II&nbsp;R&nbsp;55\/01, BFHE 205, 492, BStBl II 2004, 703, zu &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;7 BewG a.F.). Zeitnah ist regelm&auml;&szlig;ig ein Kaufpreis, der auf einem innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Besteuerungszeitpunkt zustande gekommenen Kaufvertrag beruht; zu ber&uuml;cksichtigen kann aber auch ein au&szlig;erhalb dieses Zeitraums erzielter Kaufpreis sein (vgl. BFH-Urteil in BFHE 205, 492, BStBl II 2004, 703).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der zeitnahe Verkauf einer zugewendeten Wohnung ist ein Beweismittel i.S. von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO, das generell geeignet ist, R&uuml;ckschl&uuml;sse auf den Wert dieser Wohnung zuzulassen (vgl. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Oktober 1995 II&nbsp;R&nbsp;5\/92, BFHE 179, 148, BStBl II 1996, 97, unter II.2.a). Die &Auml;nderung eines bestandskr&auml;ftigen Feststellungsbescheids nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO kommt jedoch nur dann in Betracht, wenn der Verkauf der Wohnung schon vor der abschlie&szlig;enden Entscheidung des Finanzamts &uuml;ber die Feststellung stattgefunden hat. In diesem Fall kann der beim Verkauf erzielte Kaufpreis ein nachtr&auml;glich bekannt gewordenes Beweismittel i.S. von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO sein. Wird der Kaufvertrag dagegen erst nach der abschlie&szlig;enden Entscheidung &uuml;ber die Feststellung abgeschlossen, liegt ein nachtr&auml;glich entstandenes Beweismittel vor, das nicht zu einer &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO f&uuml;hrt (vgl. Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg vom 11.&nbsp;November 2014, VV BB FinMin 33&nbsp;S&nbsp;0351-005\/00, zu &sect;&nbsp;198 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Der Wert der Eigentumswohnung ist auch keine nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO. Wird eine Wohnung nach der Wertfeststellung verkauft und ist der erzielte Verkaufspreis niedriger als der festgestellte Wert, wird der Wert der Wohnung aus dem sp&auml;ter abgeschlossenen Kaufvertrag abgeleitet. Schlussfolgerungen aller Art sind jedoch keine Tatsachen i.S. von &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO (vgl. BFH-Urteil in BFHE 253, 495, BStBl II 2016, 774, Rz 12, m.w.N.). Als neue Tatsachen k&ouml;nnen deshalb auch nicht die wertbegr&uuml;ndenden Eigenschaften der Wohnung angesehen werden (a.A. Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;3&nbsp;K&nbsp;3258\/06&nbsp;B, EFG 2010, 1097).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Danach sind die bestandskr&auml;ftigen Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts zum 7.&nbsp;Juli 2010 nicht wegen nachtr&auml;glich bekannt gewordener Beweismittel oder Tatsachen zu &auml;ndern. Die Eigentumswohnung ist mit notariell beurkundetem Vertrag vom 27.&nbsp;September 2011 und damit erst nach der Feststellung des Grundbesitzwerts in den Bescheiden vom 16.&nbsp;Juni 2011 verkauft worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine &Auml;nderung der Feststellungsbescheide gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;181 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO scheidet ebenfalls aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO ist ein Steuerbescheid zu &auml;ndern, wenn ein Ereignis eintritt, das steuerliche Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit hat (r&uuml;ckwirkendes Ereignis).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis liegt vor, wenn der nach dem Steuertatbestand rechtserhebliche Sachverhalt sich sp&auml;ter anders gestaltet und sich steuerlich in der Weise in die Vergangenheit auswirkt, dass nunmehr der ver&auml;nderte anstelle des zuvor verwirklichten Sachverhalts der Besteuerung zugrunde zu legen ist (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19.&nbsp;Juli 1993 GrS&nbsp;2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897). Eine andere rechtliche Beurteilung des unver&auml;ndert bleibenden Sachverhalts gen&uuml;gt insoweit nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob einer nachtr&auml;glichen &Auml;nderung des Sachverhalts r&uuml;ckwirkende steuerliche Bedeutung zukommt, also bereits eingetretene steuerliche Rechtsfolgen mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit sich &auml;ndern oder vollst&auml;ndig entfallen, ist den Normen des materiellen Steuerrechts zu entnehmen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 9.&nbsp;November 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;18\/08, BFH\/NV 2012, 370, Rz&nbsp;21, und vom 12.&nbsp;Mai 2016 II&nbsp;R&nbsp;39\/14, BFHE 255, 286, BStBl II 2017, 63, Rz&nbsp;18, jeweils m.w.N.). Beweismittel, die ausschlie&szlig;lich dazu dienen, eine steuerrechtlich relevante Tatsache zu belegen, und die als solche keinen Eingang in eine materielle Steuerrechtsnorm gefunden haben, sind selbst dann kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis, wenn sie erst nach Bestandskraft eines Bescheids beschafft werden k&ouml;nnen (BFH-Urteile vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2003 XI&nbsp;R&nbsp;13\/02, BFHE 201, 421, BStBl II 2003, 554, unter II.1., und in BFH\/NV 2012, 370, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der im Streitfall erst nach Eintritt der Bestandskraft der Feststellungsbescheide erfolgte Verkauf der Eigentumswohnung ist kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis. Der Verkauf und der erzielte Verkaufspreis sind keine materiell-rechtliche Voraussetzung f&uuml;r den Ansatz eines niedrigeren Grundbesitzwerts. &sect;&nbsp;198 Satz&nbsp;1 BewG sieht f&uuml;r Grundverm&ouml;gen zwar den Nachweis eines gemeinen Werts vor, der niedriger ist als der nach den &sect;&sect;&nbsp;179, 182 bis 196 BewG ermittelte Wert. F&uuml;r den Nachweis ist aber &#8211;anders als z.B. beim Zuwendungsnachweis f&uuml;r Spenden nach &sect;&nbsp;50 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung&#8211; kein bestimmtes Beweismittel gesetzlich vorgeschrieben. Der Steuerpflichtige kann den Nachweis durch verschiedene Beweismittel f&uuml;hren. Ist die Art des Nachweises nicht als materiell-rechtliche Tatbestandsvoraussetzung gesetzlich festgelegt, sind vom Steuerpflichtigen vorgelegte Unterlagen blo&szlig;e Beweismittel (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 370, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO, die Entscheidung durch Urteil ohne m&uuml;ndliche Verhandlung auf &sect;&nbsp;121 Satz 1 i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.5.2017, II R 60\/15ECLI:DE:BFH:2017:U.170517.IIR60.15.0 Ber&uuml;cksichtigung des Verkaufspreises f&uuml;r eine Eigentumswohnung als Nachweis des niedrigeren Werts nach Bestandskraft des Wertfeststellungsbescheids Tenor Die Revision der Kl&auml;gerinnen gegen das Urteil des Th&uuml;ringer Finanzgerichts vom 27. Oktober 2015 2 K 782\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;gerinnen zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-60-15-beruecksichtigung-des-verkaufspreises-fuer-eine-eigentumswohnung-als-nachweis-des-niedrigeren-werts-nach-bestandskraft-des-wertfeststellungsbescheids\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;60\/15 &#8211; Ber&uuml;cksichtigung des Verkaufspreises f&uuml;r eine Eigentumswohnung als Nachweis des niedrigeren Werts nach Bestandskraft des Wertfeststellungsbescheids<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67544","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67544","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67544"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67544\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67544"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67544"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}