{"id":67551,"date":"2017-08-23T08:28:49","date_gmt":"2017-08-23T06:28:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=67551"},"modified":"2017-08-23T08:28:49","modified_gmt":"2017-08-23T06:28:49","slug":"x-b-23-17-abgrenzung-eines-haeuslichen-arbeitszimmers-von-einer-betriebsstaette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-23-17-abgrenzung-eines-haeuslichen-arbeitszimmers-von-einer-betriebsstaette\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;23\/17 &#8211; Abgrenzung eines h&auml;uslichen Arbeitszimmers von einer Betriebsst&auml;tte"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.5.2017, X B 23\/17<br \/>ECLI:DE:BFH:2017:B.090517.XB23.17.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgrenzung eines h&auml;uslichen Arbeitszimmers von einer Betriebsst&auml;tte<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 2. Juni 2016 6 K 937\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erzielte in den Streitjahren 2009 bis 2011 Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb als Versicherungsmakler und ermittelte seinen Gewinn durch Einnahme-&Uuml;berschussrechnung. Sein B&uuml;ro unterhielt er in A. Er wohnte im Haus seiner T&ouml;chter in dem acht Kilometer entfernten B und hatte dort im ersten Obergeschoss f&uuml;r seine T&auml;tigkeit einen B&uuml;roraum mit dem davor liegenden Flurbereich, eine G&auml;stetoilette sowie eine Garage mit der angrenzenden Stellfl&auml;che und eine Werbetafel angemietet. Die Mietkosten von 3.000&nbsp;EUR j&auml;hrlich ber&uuml;cksichtigte er als Betriebsausgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einer Pr&uuml;fung im Rahmen der betriebsnahen Veranlagung kam die Pr&uuml;ferin u.a. zu der Auffassung, dass ein h&auml;usliches Arbeitszimmer des Kl&auml;gers vorliege. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte den Betriebsausgabenabzug. Im Klageverfahren legte der Kl&auml;ger Dokumente mit Vertragsunterlagen sowie Aufzeichnungen zu Kundenbesuchen vor und bot die Vernehmung von Personen an, die ihn im B&uuml;ro regelm&auml;&szlig;ig besucht h&auml;tten. In der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor der nach &sect;&nbsp;79a Abs.&nbsp;3, 4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) t&auml;tigen Berichterstatterin erl&auml;uterte er die Unterlagen. Einen f&ouml;rmlichen Beweisantrag stellte er in der Verhandlung nicht, begehrte jedoch Schriftsatznachlass.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage, die sich neben der Einkommensteuer 2009 bis 2011 auf die Umsatzsteuer 2009 und 2010 bezog, abgewiesen. Bei dem angemieteten B&uuml;ro habe es sich um ein h&auml;usliches Arbeitszimmer i.S. von &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b des Einkommensteuergesetzes (EStG) gehandelt. Es sei in den Wohnbereich eingegliedert, nicht nach au&szlig;en erkennbar f&uuml;r den Publikumsverkehr ge&ouml;ffnet und auch nicht leicht zug&auml;nglich gewesen, da der Weg zum B&uuml;ro gleichzeitig den Zugang zu den Wohnr&auml;umen des Kl&auml;gers er&ouml;ffnet habe. Zudem lie&szlig;en die vorgelegten Unterlagen keinen dauerhaften und intensiven Publikumsverkehr erkennen. Bei einem Teil der Aufzeichnungen sei zwar ein Personenkontakt, nicht aber ein tats&auml;chlicher Besuch zu Gesch&auml;ftszwecken dokumentiert. Ein Antrag auf Einholung eines Zeugenbeweises w&auml;re unsubstantiiert, zumal der Kl&auml;ger so zu verstehen sei, dass er hieran in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht mehr festgehalten habe. Es verbleibe eine Anzahl von durchschnittlich 2,5 Kundenbesuchen pro Monat, die den Anforderungen an einen intensiven und dauerhaften Kundenverkehr nicht gen&uuml;gten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision erhoben, die zun&auml;chst beim XI.&nbsp;Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) unter XI&nbsp;B&nbsp;68\/16 aufgenommen wurde. Der XI.&nbsp;Senat hat die Beschwerde mit Beschluss vom 30.&nbsp;November 2016 hinsichtlich der Einkommensteuer abgetrennt und an den X.&nbsp;Senat abgegeben, hinsichtlich der Umsatzsteuer als unzul&auml;ssig verworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Beschwerde (auch) die Einkommensteuer betrifft, macht der Kl&auml;ger die Zulassungsgr&uuml;nde des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO sowie des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend der BFH in seinen Urteilen vom 5.&nbsp;Dezember 2002 IV&nbsp;R&nbsp;7\/01 (BFHE 201, 166, BStBl II 2003, 463 [versehentlich als IV&nbsp;R&nbsp;707\/01 zitiert]) sowie vom 23.&nbsp;Januar 2003 IV&nbsp;R&nbsp;71\/00 (BFHE 201, 269, BStBl II 2004, 43) f&uuml;r die Qualifikation einer Betriebsst&auml;tte in Abgrenzung zu einem h&auml;uslichen Arbeitszimmer nur verlangt habe, dass die betreffenden R&auml;umlichkeiten f&uuml;r einen intensiven und dauerhaften Publikumsverkehr ge&ouml;ffnet und eingerichtet seien, habe das FG gefordert, dass die R&auml;umlichkeiten tats&auml;chlich so genutzt werden. Es habe dabei &uuml;bersehen, dass der Kl&auml;ger die R&auml;umlichkeiten tats&auml;chlich ge&ouml;ffnet und eingerichtet halte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">In mehrfacher Hinsicht habe das FG ferner durch Versto&szlig; gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht entgegen &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO verfahrensfehlerhaft gehandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die Vorsitzende habe selbst das Protokoll am PC gef&uuml;hrt. Die Verhandlung sei durch best&auml;ndige Eingaben mittels Tastatur und Maus, durch Korrekturlesen und Vorlesen so zerrissen gewesen, dass einerseits die Beteiligten nicht zusammenfassend h&auml;tten vortragen und andererseits die Vorsitzende dem Vortrag nicht umfassend habe folgen k&ouml;nnen. Auf diese Weise h&auml;tte die erforderliche Sachaufkl&auml;rung einschlie&szlig;lich Beweiserhebung nicht stattfinden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Dazu h&auml;tte die Frage geh&ouml;rt, wie viel Kundenverkehr erforderlich sei, um das B&uuml;ro als Betriebsst&auml;tte zu qualifizieren, und wie dieses Kriterium im Verh&auml;ltnis zu den anderen Kriterien zu gewichten sei. Im l&auml;ndlichen Raum k&ouml;nnten 2,5&nbsp;Kunden pro Monat u.U. ausreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Der Kl&auml;ger habe eine Werbebrosch&uuml;re aus dem Jahre 2009 vorgelegt, die eine Anzeige f&uuml;r das streitige B&uuml;ro enthalte und mit der er einen weiteren Beweis daf&uuml;r anbieten k&ouml;nne, dass es sich um ein B&uuml;ro f&uuml;r &Ouml;ffentlichkeit und Publikum handele. Darauf sei das FG augenscheinlich wegen der Protokollt&auml;tigkeit der Vorsitzenden nicht eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Die Annahme des FG, der Kl&auml;ger habe an der Einholung von Zeugenaussagen nicht mehr festgehalten, sei Spekulation. Er habe nicht verzichtet. Gerade die Zeugen k&ouml;nnten zu der Widmung des Raums f&uuml;r intensiven und dauerhaften Publikumsverkehr etwas sagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Nachdem das FG Zweifel an den Aufzeichnungen des Kl&auml;gers wegen vermeintlicher Widerspr&uuml;che ge&auml;u&szlig;ert habe, habe er Schriftsatzfrist beantragt, da er f&uuml;r eine qualifizierte Stellungnahme die Unterlagen noch einmal durchpr&uuml;fen m&uuml;sse. Obwohl nach dem Protokoll der Vorgang unklar geblieben sei, habe das FG dem Antrag nicht entsprochen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerde hinsichtlich der Einkommensteuer f&uuml;r unbegr&uuml;ndet. Eine Divergenz insbesondere zu dem BFH-Urteil in BFHE 201, 269, BStBl II 2004, 43 liege nicht vor, da dieses Urteil die Qualifikation eines Arbeitsraums als h&auml;usliches Arbeitszimmer wesentlich an die Einbindung in die h&auml;usliche Sph&auml;re gekn&uuml;pft habe. Aus dem Urteil ergebe sich auch nicht, dass die Arbeitsr&auml;ume nur f&uuml;r einen intensiven und dauerhaften Publikumsverkehr ge&ouml;ffnet sein m&uuml;ssten, da schon die Formulierungen &quot;intensiv&quot; und &quot;Publikumsverkehr&quot; begrifflich auch eine tats&auml;chliche Nutzung voraussetzten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso wenig fielen dem FG Verfahrensverst&ouml;&szlig;e zur Last. Das FG habe die vorgelegten Beweismittel gepr&uuml;ft und gew&uuml;rdigt. Einen Beweisantrag habe der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht mehr gestellt. Die erbetene Schriftsatzfrist habe das FG nicht gew&auml;hren m&uuml;ssen, da es dem Vorhalt des FA im Ergebnis keine entscheidende Bedeutung beigemessen habe. Die Protokollierung schlie&szlig;lich sei nicht zu beanstanden, da die Beteiligten ausreichend darauf h&auml;tten hinwirken k&ouml;nnen, dass ihre Einlassungen zutreffend aufgenommen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist, soweit sie den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;gt, unbegr&uuml;ndet. Ein Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Zulassung wegen Divergenz ist nicht m&ouml;glich, die Beschwerde insoweit unbegr&uuml;ndet, weil die von dem Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage weder f&uuml;r das FG entscheidungserheblich war noch im Revisionsverfahren entscheidungserheblich w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Revisionszulassung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist. Dies bedingt zum einen, dass in dem angefochtenen FG-Urteil dieselbe Rechtsfrage wie in der angeblichen Divergenzentscheidung entschieden wurde und die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind. Zum anderen muss die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren kl&auml;rbar und auch f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich gewesen sein. Au&szlig;erdem muss eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich sein (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;September 2016 X&nbsp;B&nbsp;146\/15, BFH\/NV 2016, 1747, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dem Kl&auml;ger ist allerdings insoweit recht zu geben, als der BFH in seinen Urteilen in BFHE&nbsp;201, 166, BStBl II&nbsp;2003, 463 sowie in BFHE&nbsp;201, 269, BStBl II&nbsp;2004, 43 f&uuml;r die Qualifikation einer Betriebsst&auml;tte in Abgrenzung zu einem h&auml;uslichen Arbeitszimmer mit den dort gew&auml;hlten Formulierungen &quot;Widmung f&uuml;r den Publikumsverkehr&quot; und &quot;f&uuml;r einen intensiven und dauerhaften Publikumsverkehr ge&ouml;ffnet&quot; nur eine entsprechende Zweckbestimmung dieser R&auml;umlichkeiten verlangt hat, nicht aber, dass ein solcher intensiver Publikumsverkehr auch stattfinden muss. Der Einwand des FA, dies setze begrifflich eine tats&auml;chliche entsprechende Nutzung voraus, &uuml;berzeugt nicht. Es ist gerade Charakter einer Zweckbestimmung, auf ein Ziel gerichtet zu sein, dieses aber noch nicht unbedingt erreichen oder verwirklichen zu m&uuml;ssen. Die jeweils kurz darauf folgenden Formulierungen &quot;in der\/denen naturgem&auml;&szlig; Publikumsverkehr stattfindet&quot; sind nach dem Kontext eindeutig mit einem R&uuml;ckschluss der Art zu erkl&auml;ren, dass R&auml;umlichkeiten, in denen solch Publikumsverkehr tats&auml;chlich stattfindet, auch eine entsprechende Zweckbestimmung aufweisen (d&uuml;rften). Das zeigt sich insbesondere daran, dass das Urteil in BFHE&nbsp;201, 269, BStBl II&nbsp;2004, 43 darauf abstellt, ob die R&auml;umlichkeit der damaligen Kl&auml;gerin f&uuml;r Patientenbesuche &quot;vorgesehen&quot; war. Eine Einschr&auml;nkung des zuvor Gesagten ist dem nicht zu entnehmen. Die Rechtsprechung hat auch in der Folgezeit an diesen Grunds&auml;tzen festgehalten (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Oktober 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/11, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2015, 914, unter II.1.e&nbsp;aa, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von diesen Aussagen ist die Frage zu trennen, ob dann, wenn ein intensiver und dauerhafter Publikumsverkehr fehlt, regelm&auml;&szlig;ig auch ein R&uuml;ckschluss auf eine entsprechende fehlende Zweckbestimmung zul&auml;ssig ist und welche Anforderungen zu stellen sind, um eine derartige Mutma&szlig;ung zu widerlegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Frage k&ouml;nnte aber im Revisionsverfahren nicht gekl&auml;rt werden, weil das FG seine Entscheidung auf die zus&auml;tzliche, selbst&auml;ndige &Uuml;berlegung gest&uuml;tzt hat, dass wegen der Eingliederung des Raums in den Wohnbereich jedenfalls die nach au&szlig;en erkennbare Widmung f&uuml;r den Publikumsverkehr fehle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist, insoweit im Einklang mit der Rechtsprechung des BFH, davon ausgegangen, dass es au&szlig;erdem einer nach au&szlig;en erkennbaren Widmung der R&auml;umlichkeiten f&uuml;r den Publikumsverkehr bed&uuml;rfe. Selbst im Falle einer Notfallpraxis hat es der BFH f&uuml;r sch&auml;dlich gehalten, wenn ein Besucher erst einen dem Privatbereich zuzuordnenden Flur oder eine Diele durchqueren muss (Urteil vom 20.&nbsp;November 2003 IV&nbsp;R&nbsp;3\/02, BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203). Dies gilt erst recht f&uuml;r ein B&uuml;ro, das dem &auml;u&szlig;erlichen Typus des h&auml;uslichen Arbeitszimmers entspricht (zu einer derartigen Konstellation BFH-Urteil vom 8.&nbsp;September 2016 III&nbsp;R&nbsp;62\/11, BFHE 255, 198, BStBl II 2017, 163, unter II.3.). Das FG hat eine derartig enge Verbindung zum Wohnbereich bejaht. Diese f&uuml;r sich genommen tragende Begr&uuml;ndung hat der Kl&auml;ger nicht mit Zulassungsr&uuml;gen angegriffen. Auf die Frage des Publikumsverkehrs kam es trotz des breiten Raums, den das FG ihr gewidmet hat, f&uuml;r die Entscheidung im Ergebnis nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist die Revision auch nicht nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO wegen eines Verfahrensmangels (Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht aus &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl&auml;ger die Protokollf&uuml;hrung beanstandet, r&uuml;gt er in erster Linie den Verhandlungsstil. Die Beschwerde ist in diesem Punkte unzul&auml;ssig, da ihr nicht zu entnehmen ist, welche konkreten Teile des Vortrags die Vorsitzende nicht wahrgenommen habe oder warum bestimmter Vortrag schon gar nicht m&ouml;glich gewesen sei. Die Annahme, Sachaufkl&auml;rung und Beweiserhebung seien deshalb unterblieben, ist spekulativ.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aus den unter II.1. dargestellten Gr&uuml;nden kam und kommt es auf die Frage, wie viel Kundenverkehr f&uuml;r einen &quot;intensiven und dauerhaften Publikumsverkehr&quot; erforderlich ist (was im &Uuml;brigen keine Frage der Sachaufkl&auml;rung, sondern eine Rechtsfrage ist), auf den Beweiswert der Werbebrosch&uuml;re aus dem Jahre 2009, auf die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung verbliebenen Unklarheiten bez&uuml;glich bestimmter Kunden und damit auf die begehrte Schriftsatzfrist (wobei das FG nach eigenem Bekunden die Unklarheiten zu Gunsten des Kl&auml;gers ausgewertet hat) und schlie&szlig;lich auch auf den Inhalt etwaiger Zeugenaussagen zur Intensit&auml;t des Publikumsverkehrs nicht mehr an. All diese Punkte beziehen sich auf die Frage der Widmung des Raums f&uuml;r den Publikumsverkehr. Die Beschwerde ist insoweit ebenfalls unzul&auml;ssig, da der Kl&auml;ger die Entscheidungserheblichkeit der nach seiner Auffassung noch aufzukl&auml;renden Punkte nicht dargelegt hat. Sie liegt auch nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 Halbsatz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.5.2017, X B 23\/17ECLI:DE:BFH:2017:B.090517.XB23.17.0 Abgrenzung eines h&auml;uslichen Arbeitszimmers von einer Betriebsst&auml;tte Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 2. Juni 2016 6 K 937\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-23-17-abgrenzung-eines-haeuslichen-arbeitszimmers-von-einer-betriebsstaette\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;23\/17 &#8211; Abgrenzung eines h&auml;uslichen Arbeitszimmers von einer Betriebsst&auml;tte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-67551","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67551"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67551\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}